Serienvorstellungen



    • Ich bin vor kurzem auf Amazon über die Serie gestolpert und habe letzte Woche die erste, derzeit einzige, Staffel abgeschlossen. Entgegen meiner Erwartung hat mich die Serie positiv überrascht. Und damit beziehe ich mich nicht ausschließlich auf die Handlung, welche eigentlich recht simpel gestaltet ist, sondern viel eher auf die in meinen Augen hervorragende Leistung der Schauspieler. Die Serie spielt nicht fernab von jeder Realität und weiß mit Authentizität zu überzeugt, was mir persönlich sehr zusagt. Mit Martin Freeman (Hobbit, Fargo,...), Adam Brody (OC California,...) und Edi Gathegi (Twillight) ist es gelungen, echte Hochkaräter ins Boot zu holen und ergänzt wird das Trio von der zumindest mir im vorhinein unbekannten Otmara Marrero, die spätestens mit Startup den Sprung in die nächste Liga geschafft hat.

      Die Serie beschreibt in erster Linie die Geschichte von Izzy (Otmara Marrero) welche eine Applikation programmiert hat, die den aktuellen Finanzmarkt revolutionieren könnte. Leider fehlt Izzy das nötige Kapital, um Ihren Traum in die Tat umzusetzen, weshalb Sie sich an Banken und Institutionen wendet, die als Sponsor dienen sollen. Dabei trifft Sie auf Nick (Adam Brody), der für eine Investmentbank arbeitet und von der vorgestellten Idee begeistert ist. Leider entschließt sich sein Unternehmen dazu, Izzy nicht zu finanzieren, weshalb Nick kurzerhand beschließt, das notwendige Geld selbst zu besorgen. Dabei bekommt er einen USB-Stick von seinem Vater in die Hände, der benutzt wird, um Geld von Drogenhändlern zu waschen. Auf dem USB Stick befindet sich eine beträchtliche Summe, die von Nick eigentlich an diverse Konten verschoben werden soll. Wie man sich nun denken kann, benutzt Nick das illegale Geld um die App von Izzy zu finanzieren. Dass so manch ein Drogenhändler erfahrungsgemäß nicht froh darüber ist, wenn sein Geld auf einmal verschwindet, zeigt sich, als Ronald bei Nick auftaucht und diesen bedroht. In weiterer Folge wird Ronald erklärt, wohin das Geld geflossen ist und schlussendlich gelingt es, Ronald sogar für die Idee der App zu begeistern. Martin Freemann wird in diese Serie als psychopathischer FBI Agent integriert, der Verbrecher erpresst und dadurch selbst ein Stückchen vom Kuchen abbekommt. Viel mehr will ich gar nicht erzählen, um euch die Spannung nicht zu nehmen. Anbei poste ich noch den Trailer und vielleicht hat ja der eine oder andere Leser ein wenig Blut geleckt. ^^


      lg Viva

    • Persönlich bin ich ein unheimlich großer Fan von Tom Hardy, dessen Filme ich - seit dem ich ihn das erste Mal in Inception gesehen habe - einfach nur permanent am Suchten bin! Warrior, Legend, The Revenant oder auch Mad Max: Fury Road schaue ich mir auch jetzt noch regelmäßig an, was mitunter seiner Performance geschuldet ist, da er einfach eine gewaltige, elektrisierende Präsenz hat. Doch es gibt kaum einen Film, in dem ich seine Leistung ähnlich faszinierend fand, wie nun in der Serie Taboo, die für Tom Hardy - und für seinen Vater Chip - eine wahre Herzensangelegenheit war. So hat er in der Serie, bestehend aus acht Folgen á ca. 60 Minuten, nicht nur die Hauptrolle übernommen, sondern hat er diese auch maßgeblich mit produziert.

      Worum geht's?
      Zwölf Jahre lang war James Keziah Delaney in Afrika, bis er 1814 schließlich wieder zurück nach London kehrt. Zurück von den Toten kommt er, um das Erbe seines verstorbenen Vaters anzunehmen. Dieser hat ein Stück Land hinterlassen, das von strategischer Bedeutung im Britisch-Amerikanischen Krieg ist und damit für beide Seiten äußerst begehrenswert ist. Die britische Ostindien-Kompanie unterbreitet ihm ein Angebot, um das Grundstück zu erwerben. Er jedoch lehnt es ab und gründet stattdessen seine eigene Handelsgesellschaft, mit welcher er sich zwischen die Fronten wirft.

      In Taboo ist der Name letztlich Programm. In der Serie wird der Zuschauer in ein unfassbar dreckiges und stinkendes London versetzt, das vor tierischen und menschlichen Ratten geradezu überfüllt ist. Die Kompanie verschleiert ihre schmutzige Arbeit, wofür ihr geradezu jedes Mittel recht ist. Folter steht hier an der Tagesordnung und auch Inzest ist kein Thema, was hier totgeschwiegen wird. Noch mehr sogar, die inzestuöse Beziehung dieser Serie geht sogar so weit, dass sie die verkorkste Beziehung der Lennister-Geschwister aus Game of Thrones wie ein albernes Kaffeekränzchen aussehen lässt.
      Taboo bricht einfach unheimlich viele Regeln und Normen, was sie zu einer äußerst kontroversen Serie macht, über deren Darstellungen gerne und hitzig diskutiert wird. Mir persönlich hat diese jedoch sehr zugesagt, da man so einfach einen enorm guten Einblick von der schmutzigen Welt erleben konnte, in der sich der Zuschauer befindet.

      Herausstechen tut hier natürlich insbesondere Tom Hardy's Rolle des James Delaney. Bei diesem wirkt es fast so, als hätte man ihm diese Rolle praktisch 1 zu 1 auf den Leib zugeschnitten, weil er in dieser einfach mal wieder stark beweisen konnte, wie unfassbar gut ihm die Rolle des verschlossenen, gewaltsamen und gefährlichen Einzelgänger doch liegt. Und auch seine Figur ist nicht vor moralisch fragwürdigen Handlungen gewahrt. Er versteht es Menschen einzuschüchtern, macht sich die Angst, die man ihm entgegen bringt, sehr gerissen zu Eigen. Hinzu kommt sein Drang in einer fremden Sprache zu flüstern und - angeblich - Menschenfleisch zu essen. Ihm wohnt eine unheimliche Aura einher, die ihm den Ruf als "Teufel" eingebracht hat.

      Taboo schildert ein äußerst gewitztes Katz- und Mausspiel. Es ist schlichtweg erstaunlich, wie ein Mann - praktisch im Alleingang und mit nichts Anderem, als 14 Diamanten in seinem Koffer - sowohl Königshaus, als auch Handelsgesellschaft immer und immer wieder an der Nase herum führt. So widerlich und unausstehlich er selbst teils auch zu sein scheint, so genial ist er doch in dem, was er tut und wie er es tut. So hat Hardy auch selbst zugegeben, dass sein Charakter irre erscheint, sich aber auch zeigen würde, dass dieser letztlich der vernünftigste und ehrlichste Mann im ganzen Raum sei. Das kann ich so nur bestätigen.

      Für mich, als Hardy-Fan, war diese erste Staffel - eine zweite Staffel wurde bereits bestellt - ein Fest sondergleichen. Allerdings sollte man sich im Klaren sein, was einen hier erwartet: Eine teils widerwärtige und schmutzige Serie, die nicht davor zurückschreckt gewisse Grenzen zu überschreiten und Regeln zu brechen. Auch verliert sich der Plot hier und da mal in etwaigen Nebenhandlungen, die teils auch etwas unbefriedigend zu Ende geführt werden (beispielsweise die Geschichte rundum die Schwester von James), aber gerade das Finale zeigt, wie unheimlich genial der Mainplot doch in Wahrheit ist. Der noch dazu von einem herausragenden Tom Hardy maßgeblich getragen wird!

      Mir persönlich hat diese Serie auf jeden Fall, trotz einiger Mängel und Längen zwischendurch, wahnsinnig gut gefallen und ich freue mich schon sehr auf die zweite Staffel, die an dieses Niveau hoffentlich anzuknüpfen weiß, es vielleicht sogar noch steigert!
    • Mir fehlt grad die Muße um einen eigenen Thread aufzumachen. Außerdem bin ich selber noch ziemlich am Anfang, daher kann ich auch gar kein ganzes Review verfassen. Dennoch gefällt mir die Serie bislang recht gut, daher wollte ich sie mal mit euch teilen.

      Es geht um Tote Mädchen lügen nicht oder im englischen Original: 13 Reasons Why.

      Bevor ich auf den Inhalt eingehe, kurz etwas allgemeines: Die Serie läuft - oh Wunder - auf Netflix und ist da, soweit ich das beurteilen kann, grad ziemlich beliebt. Sie ist noch relativ jung, erst 2017 erschienen und besitzt aktuell nur 13 Folgen, es soll aber 2018 eine zweite Staffel geben. Die Serie basiert dabei auf einem Buch aus dem Jahre 2007.

      Nun aber zum Inhalt: Die Serie dreht sich um den Selbstmord der Hauptfigur Hannah Baker. Und nein, das ist kein Spoiler ;) Das wird nämlich glaube ich in der ersten Szene schon erklärt. Jedenfalls hat sich diese Hannah das Leben genommen, weil sie - so der Verdacht - von ihren Mitschülern gemobbt wurde. Um sich nachträglich an ihnen zu rächen, hat Hannah vor ihrem Tod allerdings die Gründe auf 13 Kassetten festgehalten - 1 Kassette für jede Person, die an ihrem Tod Schuld war. Diese Kassetten werden nun weitergereicht und landen irgendwann bei Clay, der zweiten Hauptfigur. Dieser war sehr gut mit Hannah befreundet und versucht nun, die Wahrheit über ihren Selbstmord ans Licht zu bringen.

      Mehr will ich gar nicht verraten. Warum sollte man die Serie schauen? Sicherlich dürften einige davon abgeschreckt sein, dass das Ganze in der Highschool spielt. Wir alle kennen die Gossip Girls und Highschool Musicals dieser Welt. Und jemand, der diesem Szenario überhaupt nichts abgewinnen kann, wird an dieser Serie auch wohl keinen Spaß haben. Aber ich kann euch versichern (und ich habe viele dieser Highschool-Teenie-Drama-Verfilmungen gesehen^^), dass diese Serie damit viel reifer umgeht, als ihr Gewand es den Anschein hat. Tatsächlich steht der tragische Selbstmord im Vordergrund und keine Dreiecksbeziehungen zwischen Lehrerin, Schüler und der Mutter des besten Freundes. Es werden die Gründe beleuchtet, der langsame Niedergang eines eigentlich völlig normalen Mädchens - durch Automatismen, die wir alle wohl aus unserer eigenen Schulzeit kennen. Ich will nicht behaupten, diese Serie sei super real und ein Spiegelbild der Gesellschaft - es ist und bleibt Fiktion, Drama, Tragödie - aber dennoch kann man darin eher eine Message finden, als in anderen Serien aus diesem Genre. Die Stimmung ist dabei generell düster. Auch wenn wenig bis gar nicht auf die Tränendrüse gedrückt wird (wie in so manchem Hollywood-0815-Drama), so folgen doch auf viele fröhliche Szenen (meist Erinnerungen) schnell und unbarmherzig die Szenen aus der Gegenwart, die einen daran erinnern: Hannah ist tot. Das gepaart mit einer - wie ich finde - guten Schauspielleistung und sympathischen Charakterisierung schaffen doch schnell den Wunsch, dass sie vielleicht ja doch noch lebt.

      Ob sie das wirklich tut - keine Ahnung. Ich glaube es nicht, das würde die Serie ziemlich abwerten. Dennoch gab es schon unrealistischere Comebacks in der Filmgeschichte und noch bin ich ja nicht am Ende. Also schaut einfach selber rein, macht euch ein eigenes Bild und gebt eure Meinung wieder - vielleicht lässt sich dann ja bald ein eigener Thread eröffnen :P

      #Part-Time Pirates

    • Eines schönen Abends kam Robert Rodriguez auf die glorreiche Schnapsidee "ich will eine Wrestling Show auf meinem Sender." Und egal was er geraucht hat, es muss gut gewesen sein, denn Lucha Underground ist komplett anders.

      Lucha Underground ist eine Serie rund um Dario Cuetos Untergrund Fight Club, in welchem er den alten Traditionen der Azteken ehren möchte unter dem Motto Honor, Pride and... Violence.
      Sieben Azteken Stämme ehrten ihren Göttern in dem sie je einen Kämpfer auserkoren und in den Kampf schickten. Diese Stämme bilden die Wurzeln des Lucha Libre und Dario lud sich die besten Kämpfer der Welt ein um diese Tradition wieder auferstehen zu lassen. Männer, Frauen, Kleinwüchsige, Transen, Psychopaten, Untote, Drachen, Zeit- und Raumreisende und Mensch gewordene Götter treten alle gegeneinander an. Japp, richtig gelesen.

      Ein altes Lagerhaus in Boyle Heights Los Angeles, eine der gefährlichsten Ecken der Stadt, wird zu einer Arena umfunktioniert und von Cueto liebevoll als Tempel bezeichnet. Dieser Tempel ist der Dreh- und Angelpunkt der Serie und der Großteil der Geschichte spielt sich dort ab. Einmal die eigentliche Show, welche die Zuschauer in der Halle und die imaginären TV-Zuschauer sehen können. Und alles was hinter den Kulissen in Darios Büro oder an anderen Ecken der Welt geschieht. Und anders als bei Netflix neuer Serie GLOW wird beim Blick hinter den Vorhang nicht gezeigt wie die Mechanismen der Wrestlingwelt funktionieren. Bei LU ist alles was passier legitim. Das heißt, dass man sieht wie sich Dragos menschlicher Schatten in einen Drachen verwandelt und davon fliegt oder Aero Star wie eine Rakete zu seinem Heimatplaneten düst. Götter, Drachen und Magie existieren in dieser Welt.

      Dadurch, dass zahllose Kämpfer den Tempel betreten ist es schwer einen konkreten Hauptcharakter zu bestimmen.
      Dario Cueto als zwielichtiger Promoter von Lucha Underground ist am ehesten, das was man als roten Faden bezeichnen kann. Er booked die Matches und ist somit eine Art Katalysator für die Geschichten der einzelnen Kämpfer. Zudem treibt er im Hintergrund seine eigenen dunklen Spielchen.

      Prince Puma kommt aus Boyle Heights, wurde vom Veteran Konnan als Nachfahre eines Aztekenstammes identifiziert und unter dessen Fittiche genommen. Puma ist nicht der gesprächigste Typ und tut sich manchmal mit der Art seine Mentors schwer. Konnan hegt durch seine langjährige Erfahrung Misstrauen gegenüber jedem, den er nicht kennt und versucht Puma aus jedem Kampf herauszuhalten, der nicht sein eigener ist.

      Johnny Mundo ist zu Anfang der größte Name mit dem LU werben kann. Er trat lange Zeit in der größten Wrestling Liga der Welt an bis ihm die Backstage Politik einen Strich durch die Rechnung machte und er die Schnauze voll hatte. Nun möchte er sich wieder mit den besten messen und nahm Darios Angebot an. Dieser will an Mundo allerdings ein Exempel statuieren und macht ihm das Leben schwer.

      Pentagon Jr. ist ein mexikanischer Luchador, der im eigenen Land nicht geschätzt wurde und nach Japan ging. Ihm fällt es schwer Fuß zu fassen und wendet sich im Laufe der Staffel an einen anonymen Maestro, in dessen Namen er großen Schaden anrichtet. Seine Geschichte nimmt in der zweiten Hälfte der ersten Staffel Fahrt auf weswegen ich an der Stelle noch nicht zu viel verraten möchte. Pentagon ist einer der charismatischen Charaktere den LU zu bieten hat.

      Fenix ist die Inkarnation des, wie könnte es anders sein, Phönix. Ein talentierter High Flyer aus Mexico der das Leben repräsentiert und dessen Kampf gegen den Tod eine Konstante wird.

      Mil Muertes, der Mann der 1000 Tode, ist der einzige Überlebende eines Erdbebens in Mexico City in den 80er Jahren. Er gab die Hoffnung als Kind in den Trümmern schon auf und hatte den Tod schon sehnsüchtiger Erwartung umarmt bevor er gerettet werden konnte. Begleitet wird er stets von Catrina, die sich in mehr Geheimnisse hüllt als Dario Cueto.

      Das sind nur ein paar der vielen bunten Charaktere, die Lucha Underground zu bieten hat, deren Geschichten sich immer wieder im Ring überschneiden.

      Lucha Underground bietet hausgemachte Aktion die unfassbar schnell und spektakulär ist.
      Die Wrestler bringen eine Athletik an den Tisch, die ihres gleichen sucht und selbst jemanden, der mit Wrestling nichts am Hut hat ins Staunen versetzt. Ich mein, schaut euch das an! Natürlich würde sowas in einem realem Kampf nie zum Einsatz kommen aber ähnlich wie schon oben mit den Göttern und Drachen erwähnt ist es Teil dieser Welt. Es ist wie beim Ballet, im Alltag würde sich niemand so bewegen, aber in der aufgebauten Welt ist es normal.

      Seit Anfang Mai läuft die erste Staffel von Lucha Underground immer Monatgs auf Tele5 in einer Doppelfolge, wo die Serie auch sehr gepusht wird. Nach Ausstrahlung gibt es die Episoden auch in der Mediathek zu sehen. Am nächsten Montag werden die Episoden 7 & 8 ausgestrahlt. Also noch genügend Zeit einzusteigen bei insgesamt 39 Folgen der ersten Staffel. Außerdem geht es jetzt erst so richtig los, denn die ersten Episoden leiden darunter, dass naturgemäß die Charaktere vorgestellt und die Geschichten ins rollen gebracht werden müssen.

      Wer also Lust auf eine skurrile Actionserie im typischen Rodriguez-Stil hat, die keinen Verlgeich kennt, der sollte Lucha Underground mal eines Blickes würdigen.

      $Rainmaker$
    • Keine Ahnung, ob in diesem Thread nur Serienvorstellungen gerne gesehen werden oder ob man auch seine Meinung zu den jeweiligen Serienvorstellungen kundgeben darf. Ich mach es einfach mal, Post kann aber gerne auch dann verschoben werden.

      @Hugo

      Auch ich habe mir "13 Reasons Why" auf Netflix angetan und bin schon durch mit allen Kassetten. Ich will hier noch gar nichts über das Ende der ersten Staffel schreiben und wie ich es fand. Das würde hier wohl unnötig Spoilern.

      Auch diese Serie trifft einen wunden Punkt im Herz der Gesellschaft. Über das Tabuthema Suizid wird auch nicht gerne gesprochen und wenn ist die Diskussion ziemlich hitzig, weil die Meinung dazu sehr weit auseinander gehen. Nachdem die Serie zur Bekanntheit kam, haben einige tolle Seelenklempner für einen Aufschrei gesorgt und dafür gesorgt, dass Netflix Warnhinweise vor jeder Folge einspielen musste. Warnhinweise, die für psychisch schwache oder instabile Menschen gedacht sind. Seelenklempner waren der Meinung, dass die Serie zum Suizid aufrufe und Suizid als einzige Auswegsmöglichkeit angesehen wird.

      Ich meine, die Serie ist schon heftig und führt in die Gedankenwelt eines Menschen, der Suizid begangen hat. Aber genau das ist es, was diese Serie so verdammt spannend machte. Man möchte eine Folge nach der nächsten schauen, um zu wissen, welcher der Schüler auf der nächsten Kassette ist und was dieser Schüler getan hat, um Hannah Baker immer mehr auf die Selbstmord-Schiene zu bringen. Und wenn man denkt, es geht eigentlich nicht heftiger, wird noch eine Schippe draufgelegt.

      Ich persönlich bin eher bei der Meinung der Schauspieler und Produzenten der Serie, die hiermit auf das Thema Suizid und natürlich auch Mobbing aufmerksam machen wollten. Und das Thema nicht totschweigen möchten. Es soll uns die Augen öffnen und uns auch Vorzeichen für Suizidgefährdete Menschen erkennen lassen. Und wir auch ein Auge auf die psychischen und seelischen Zustände unserer Mitmenschen haben sollten.

      Was mir extrem gefallen hat, ist der Kontrast, der schon ab der ersten Folge sichtbar wird. In der Vergangenheit, als Hannah Baker noch lebte, sahen die Schauspieler alle viel gesünder, attraktiver und lebensfreudiger aus. Die Farben wurden viel knalliger und strahlender und bunter dargestellt.
      Der Kontrast hier zu war die Gegenwart, in der Clay die Kassetten hörte, also nach dem Tod von Hannah Baker. Hier war alles viel düsterer und dunkler. Nicht nur die Stimmung auf dem kompletten Campus der Schule. Selbst irgendwelche Farben wurden sehr verblasst dargestellt, als hätte man einen Grauschleier über den Fernseher gelegt. Und man sah es den Schauspielern, die Hannah sehr nahe standen oder auch auf einer Kassette genannt wurden, an. Diese wurden richtig krankhaft, depressiv und fertig dargestellt.
      Das ist den Produzenten stellenweise richtig gut gelungen, auch wenn ich mich als fragte, ob die Szene nun in Vergangenheit oder Gegenwart spielt. Oder ob sie auch stellenweise in einer Parallel-Vergangenheit spielt, "wie es hätte laufen können, wenn nicht dies oder jenes passiert wäre". Der ständige Szenenwechsel von Vergangenheit und Gegenwart fand ich sehr erfrischend und hat auch die Dramatik entsprechend hochgehalten.

      Mit 100% Sicherheit konnte man es erst sagen, ob die Szene nun in Vergangenheit oder Gegenwart spielt, durch eine Kopfwunde, die sich die 2. Hauptfigur "Clay" in der Gegenwart zugefügt hatte. Heißt, sobald Clay in einer Szene mit der Kopfwunde zu sehen war, wusste man, dass man gerade in der Gegenwart ist. Da die Wunde vor Hannah Bakers Tod noch nicht existierte. Sehr nett auf jeden Fall von den Produzenten, um Hinweise zu geben, in welcher Zeit man sich gerade befindet. ;)

      Für mich war die erste Staffel von "13 Reasons Why" rund um gelungen und ich freue mich schon sehr auf die Erscheinung der 2. Staffel im nächsten Jahr.