Menschenjagd (Bo)

    • Kapitel 134 - Labyrinthe

      Während ich noch an den finalen Wörtern für mein Kapitel hantiere wie ein Handwerker, dem die Nägel ausgegangen sind, möchte ich mich noch kurz an den Kommentar zu deinem Kapitel setzen, der schon wieder eine Woche auf sich warten lässt. Kommt es mir nur so vor, oder vergeht die Zeit mit jeder Woche immer schneller?

      Beginnen möchte ich chronologisch bei dem Gespräch zwischen Cassiopeia und dem guten O'Mara, wobei ich hier eine Frage vorweg schieben muss. Mit welchem Schiff sind die Kopfgeldjäger + Shrimati + andere Gäste jetzt eigentlich unterwegs? Wurde das schon genannt, oder ist es mir einfach entgangen?
      Generell dürfen wir hier noch einmal Fräulein Waldmannstraut in Aktion sehen, die aber nicht der gutherzige Samariter ist, der den armen O'Mara aus seinen psychischen Labyrinthen befreien möchte, sondern einfach nur auf der Suche nach den goldenen Brotkrumen ist, welche sie zu Ulysses führen. Drohungen inklusive.
      Ein wirklich fruchtbares Gespräch ist dabei allerdings nicht entsponnen und leider auch wenig neues für den Leser, auch wenn mir die Interaktion zwischen lasziver Rothaarigen und noch halbswegs nüchternen, wenig sexuell erregten O'Mara durchaus gefallen haben. Hätte aber eher gedacht, dass Mercedes als inofizielle Chefin der Rettungsaktion der Blutagentin nicht über den Weg traut und die Infos lieber selbst erfahren möchte. Aber schauen wir mal.

      Wenn man sich die Situation der Blonden so ansieht, dann kann ich eigentlich kein Mitleid empfinden. Das klingt grausam ich weiß, aber allmählich stumpf ich bei deiner Geschichte ob der vielen Schicksalsschläge, welche die Menschen insbesondere Luca erleiden müssen ab glaube ich. Vielleicht ist es auch nur mein innerer Widerstand, der sich einfach gewünscht hätte, dass Luca nicht schon wieder als Glory Hole für die Abartigkeit der Menschheit herhalten muss. Auf jeden Fall hoff ich, dass sie dem Muränenkopf nicht nur die widerliche Haut abzieht, sondern auch noch den Schwanz abbeißt und seinen Arsch damit penetriert.
      Immerhin zeigt Luca noch genug ihres Feuers und bläst Waterloo gehörig den Marsch. Aus der Szene erfahren wir immerhin, dass die Spinne ihr Netz nicht nur aus Ehrlichkeit wie bei Lorca gebaut hat, sondern logischerweise auch mit Intrigen und Boshaftigkeit. Ist wohl auch zu erwarten gewesen, macht Waterloo leider in der Konsequenz auch irgendwie "uninteressanter". Viel mehr Platz seh ich allerdings für ihn auch nicht in der Geschichte. Er ist und bleibt ein Spielball der Mächtigen, allerdings glaube ich, dass Carlas Machtgier ihm irgendwann seinen Kopf kosten wird. Durch ihre Hand und die eines anderen, weiß ich noch nicht.

      Auch in der Vergangenheit bekommen wir noch einmal eine Dosis der drei Frauen, die uns immerhin darüber aufklärt wie Luca, Effie und Sol die Ruinen verlassenen und die Lunata erreicht haben. Wohin die temperamentvolle Wespe entschwunden ist, bleibt noch offen. Vielleicht spielt sie noch eine Rolle bei der Befreiung Lucas, oder vielleicht auch nicht. Wäre wünschenswert, da du ja doch noch einiges an Background angedeutet hast.

      Zu guter Letzt noch der mysteriöse Hundeliebhaber, in dessen Person auch ich Ulysses vermute. Als du Nickleby so beschrieben hast, musste ich unweigerlich an Clockwork Orange - besser gesagt seinen oberirdischen Zwilling denken - und bin daher froh, dass du das Motto der Industrialisierung noch einmal aufgreifst. Scheint insofern auch passend zu sein, um es dem immergrünen Saoirse Láire entgegen zu stellen. Der Name viel auch schon einmal im Zusammenhang mit Lorelais Familie, welche diese Stadt wohl auch aufgebaut haben. Kann es demnach sein, dass uns der nächste Arc der ersten Sondereinheit der CP0 näherbringen wird? Mit Shrimati und Cassiopeia wäre dies ja nicht einmal so unwahrscheinlich, denn auf den Arc im bo'schen Irland glaube ich noch nicht. Zumal dann der Zufall Callaghan und den Rest der Gruppe zusammenführen würde, da beide Ziele ironischerweise gleiche sind, und das würde mir irgendwie nicht so gefallen.

      Insgesamt hat mir die erste Einführung des großen Fragezeichens aber sehr gut gefallen. Mehr fällt mir dann irgendwie auch nicht ein. Schöne Kapitel.
    • Kapitel 123-Paradies der Flüche & Kapitel 124- Labyrinte

      Zeit mich auch hier wieder zur Wort zu melden, jetzt wo mein Urlaub zu Ende ist und ich wieder weniger Zeit habe. ^^

      Kaspar und Markus, wer hätte gedacht, dass wir nochmal etwas von den Beiden wiedersehen, wobei wir von Markus eigentlich nur gehört haben, dass er weiter hinten für den Grünen König reserviert worden ist. Denn leider hat der gute Plan, die Beiden in eine völlig falsche Richtung zu schicken, nicht funktioniert, den sie sind Grotto in die Flossen gelaufen. Wobei jetzt auch die Frage interessant wäre, ob dieser schon länger auf der Insel gelebt hat, mit seinem König und der ersten Dienerin in ID eingesperrt war oder dorthin befohlen wurde.

      DeBráz Name für ihn ist Dagon, den wir schon in den Zeilen aus dem Apokryphen als Pilger kennenlernen durften. Anscheinend ist Dagon wie Ignatius eine wichtige Person in diesen. Wobei es in dem Textauszug fast so klingt, als wäre Ignatius nicht hundertprozentig positiv besetzt, da der Pilger über die von Ignatius getöteten Schlangen zu weinen scheint oder sollen die Zeilen beuteten, dass... die Schlangen Sünder waren und zur Strafe von Ignatius getötet wurden und Dagon über die vielen Sünder weit, die bestraft werden mussten. Weiterhin klingt es am Ende des Auszuges so, als würde Drogan den König töten und seine Stelle einnehmen, aber als eine richtiger und der Religion zugehöriger und gewollter Akt. Na ja warten wir mal ab, was noch in diesem "interessanten" Buch steht und wie DeBráz es letztendlich interpretiert.

      Denn auch für Cals Gefährten hat er Entsprechungen in den Apokryphen gefunden, die an die apokalyptischen Reiter angelehnt zu sein scheinen, wobei diese erstaunlicherweise seine Gegner zu sein scheinen. Bei dieser Sekte hätte ich sie eher für einige der Hauptheiligen gehalten.^^ Die Bezeichnung der Schiffsheilerin als Pestilenz ist dabei auch wieder eine wunderbare Verdrehung der Tatsachen und auch O'Mara als Hunger passt auf sein aussehen. Daneben würde ich Krill vielleicht als Krieg sehen, da ich meine mich zu erinnern, dass diese Gestalt oft in einer roten Rüstung auftritt. Der vierte Reiter scheint bei dir die Verdammnis zu sein, zumindest wenn man das Zitat zu Grunde legt. Dies müsste ann Flint sein und wenn man Cal fragt, würde er definitiv zustimmen. Flint ist die Verdammnis. ^^

      Um diese endlich Loszuwerden will er sich mit ihm nun alleine auf den Weg machen, um Harley weiter zu verfolgen. In wieweit dies jetzt letztendlich nötig war und ob er sich nicht mit dem Rest seiner Crew nach dem Verlassen der Insel, bzw den beiden Häfen, hätte treffen können, kann man innerhalb der Story diskutieren. Aber du wirst schon deine Gründe haben. Ansonsten fand ich aber auch das Telefonat zwischen Mercedes und Cal sehr eindrücklich, es spiegelte die Veränderungen (zwischen den Beiden) wieder, seit die Verdammnis über die KGJ gekommen ist.

      Luca hat derweil einen sehr starke Szene gegen Waterloo, bei dem wir Erfahren, dass Carla wie erwartet nicht immer die Wahrheit erzählt und ihre neuen Untergebenen genauso Manipuliert wie Harley es getan hat, wenn auch auf eine etwas andere Art. Waterloo hat sie eine einfache Lüge erzählt, die sich aber noch bewahrheiten könnte und Lorca... ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, es ist schon eine andere Art von Manipulation, wobei ich der leicht sexuellen Komponente im Bad irgendwie nicht zu viel bedeuten beimessen würde. Allerdings muss ich bei Lorcas Vornamen/ Nachnamen(?) Dionisia immer an Dionysos denken und verbinde ihr Wesen und ihre Handlungen immer mit den Sagen um diesen Gott, was bis jetzt irgendwie immer etwas gepasst hat. Also ihr leicht wirres, impulsives, auf eine gewisse Art leidenschaftliches Handeln.

      Teil zwei Folgt nachher.


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      Hat doch etwas länger gedauert als gedacht, aber hier kommt der Rest.

      Nochmal kurz zu Dionisia, da ich beim nachlesen das Gefühl hatte, ich habe beim beschreiben meiner Gedanken zu ihr nicht ganz die richtige Kurve bekommen. Sagen wir besser, ihr teilweise sehr wechselhafter Charakter und die Art wie sie sich in mache Dinge hineinsteigert, entspricht in gewisser Art meinem Bild von den Mänaden, den mystischen Anhängerinnen des Dionysos. Wobei es dabei weniger um die Feierbegeisterung der Anhängerinnen geht, sondern er ihre Art sich zu verhalten, besonders in ihrer (etatistischen) Raserei... . Trift es glaube ich immer noch nicht so ganz, aber besser wird es erst mal nicht.^^

      Sol ist also eventuell in eine ganz andere Richtung entschwirrt, nachdem sie unsere beiden, leider nicht erfolgreichen, Kaperschwestern bei der Lunalata abgeliefert hat. Mal schauen wo sie letztendlich gelandet ist, allzu viele Möglichkeiten dürften ihr ja nicht geblieben sein. Ich gehe immer noch am ehesten davon aus, dass sie sich ebenfalls an Bord geschlichen hat. Mit etwas Glück zeigt sie später Xanana was es bedeutet gestochen zu werden. Das du ein kleiner Sadist bist, der es liebt Luca leiden zu lassen, wurde hier schon oft genug festgestellt und wie dein letzter Kommentar bei Vexor gezeigt hat, bist du dir dessen auch bewusst. ^^

      Zu O'Mara und Cassiopeia will mir auch noch dem dritten Lesen nichts spezielles einfallen. Zwar hat sich Ulysses, der bisher mehr als Freiheitskämpfer erschien, als weltgrößter Waffenschieber herausgestellt, der in seinem Reichtum Harley bei weitem übertrifft, aber etwas wirklich konkretes will sie uns auch nicht erzählen. In diesem Zusammenhang fragt man sich aber dennoch, warum er sein Heimatland noch nicht befreien konnte, immerhin dürfte er an genug Waffen kommen, um jedem "Iren" mindestens zwei in die Hand zu drücken und die meisten scheine mit der Besetzung nicht gerade einverstanden zu sein. Weiterhin erfahren wir, dass O'Mara doch noch die einen oder anderen losen Erinnerungen an die Zeit mit seinen "Freunden" hat, aber sie lassen sich nicht mehr zu einem Bild zusammensetzten. Dies zeigt für mich, wie schwierig es ist, wirklich alle Erinnerungen zu erwischen, dies könnte aber auch einen der entscheidenden Hinweise liefern, um im späteren Verlauf den richtigen Anknüpfungspunkt zu finden. Das Cassiopeia, trotz vorhandenen Möglichkeiten ihnen nicht so einfach helfen würde, war eigentlich schon klar.

      Damit bleibt nur noch Ulysses, wenn dem wir endlich auch etwas mehr erfahren. Ihm scheint es wieder besser zu gehen oder ist auch die gesamte Szene in Zug, genauso wie der Anfang, eine Erinnerung/Traum. Zumindest scheint er nicht mehr kurz vor dem Sterben zu sein, auch wenn seine Stimme wie schon als Kind etwas anders vermuten lässt. Wie auch bei seinem Auftritt als Kind wird er von einem Hund begleitet, auch wenn der Hund, im Gegensatz zu ihm, geschrumpft ist. Trotz seines ganzen Geldes scheint er mehr oder minder Inkognito zu reisen, zumindest was seine Kleidung angeht. Nur der Mantel und die Buchung eines ganzen Abteils stehen diesem im Wege. Allerdings glaube ich kaum, dass es irgendjemand länger mit ihm in einem Abteil aushalten könnte, die Schaffnerin fühlt sich ja ebenfalls ziemlich schnell unsicher. Zumindest bis sie von ihm aufgefangen und anschließend mit etwas Taschengeld gerettet wird.

      Nickleby dürfte eine sehr wichtige Industriestadt sein, aber da sie auch als verfluchte Stadt bezeichnet wird, könnte es die Hauptstadt; sagen wir besser die wichtigste Stadt für die Besatzer sein. Hier scheint einiges produziert zu werden, was sicher zu schlechten Konditionen ans Mutterland verkauft werden muss und anscheinend auch der eigenen Umwelt schadet. Kein Ort wo man sein will, aber sicher der Ort wo man die richtigen Verbindungen finden kann, um an alles mögliche zu kommen und den Besatzern möglichst großen Schaden zuzufügen.

      Wieder zwei sehr interessante Kapitel, die den alten Arc weiter abschließen und den neuen vorbereiten.
      :thumbsup: Nicht nur in One Piece die reine Wahrheit: :thumbsup:
      Pirates are evil?!!... ...The Marines are Justice?!!
      These labels have been passed around Heaven knows how many times...!!!
      Kids who have never known peace... ...and kids who have never known war... ...Their values are too different!!!
      Whoever stands at the top can define right and wrong as they see fit!!!
      Right now, we stand in neutral territory!!!
      "Justice will prevail"?!... ...Well, sure it will!
      Whoever prevails... ...is Justice!!!! (Doflamingo)

      So kann man es aber auch sehen
      "THERE IS NO JUSTICE, THERE IS ONLY ME!"
      Death, Discworld, Terry Pratchett

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    • Paradise Lost

      Liebe Leser und Kommentatoren,

      es ist vollbracht. Das letzte Kapitel dieses langen Arcs ist da! :D
      Es ist wohl nur passend, dass diese Saga dabei so endet, wie sie über weite Teile war - zäh. Die letzten Wochen hat mich eine plötzliche und besonders fiese Schreibblockade komplett ausgebremst. Aber immerhin kann es jetzt weitergehen.

      Der vierte Arc meiner FF ist vorbei. Wie üblich heißt das, dass ihr etwas auf die Ohren und als kleinen Teaser schon den Titel des neuen Arcs bekommt, welcher dann hoffentlich in den nächsten Tagen starten wird. Ansonsten gibt es noch den lange ersehnten Charakterguide, der endlich alle bis dato aufgetretenen wichtigen Charaktere samt Zugehörigkeit und Eckdaten aufführt. Nie wieder Verwirrung um eine Person. Zumindest erstmal.^^

      Oh, und wie üblich würde ich mich freuen, wenn ihr mir eine kurze Rückmeldung zum ausgehenden Arc als Ganzes geben könntet. In aller Kürze. Was war gut, was war schlecht, was hätte ich mir sonstwohin schieben können? Zwar habe ich mir schon anhand eurer zeitnahen Kommentare meine Notizen gemacht, aber ein kurzes Gesamt-Feedback wirkt immer noch anders. Danke euch. :)

      Charakter-Guide Arc I - IV



      Callaghan und seine Gefährten gehören zu den gefürchtetsten Kopfgeldjägern der Welt, ihr Ruf eilt ihnen voraus. Als der junge Flint Rogers in ihr Leben tritt und ihnen das Angebot macht, für 40 Millionen Berry zuzüglich dessen Kopfgeld den abtrünnigen Regierungsagenten Valentine Harley zu fangen, ahnen die Menschenjäger noch nicht, dass dieser den Burschen längst im Visier hat und nun auch sie töten will. Gezwungenermaßen begeben sie sich mit Flint auf eine gefährliche Menschenjagd.

      Name: Flint Rogers
      Beiname: Der Feuerteufel
      Alter: 16
      Größe: 1,70m
      Rasse: Mensch
      Charakter: Ein hitzköpfiger, etwas weltfremder Junge mit dem Herzen am rechten Fleck, der seine Ziele ehrgeizig verfolgt.
      Fähigkeiten: Erfindungsreichtum, unglaubliche Willensstärke und der geschickte Einsatz seiner Teufelskräfte gleichen seine mäßige physische Stärke aus.
      Teufelsfrucht: Öl-Öl-Frucht (Paramecia)
      Zugehörigkeit: Gesuchter Krimineller; "Partner" der Kopfgeldjäger um Callaghan
      Kopfgeld: 33 Millionen
      Status: Lebendig
      Erster Auftritt: Kapitel 1
      -----------------
      Name: Callaghan
      Beiname: Die Bestie von Compeyson (nicht öffentlich bekannt)
      Alter: 35
      Größe:1,91m
      Rasse: Mensch
      Charakter: Ein verschlossener, finsterer Kopfgeldjäger, dem nur wenige Dinge von Bedeutung zu sein scheinen. Die Gefangennahme des "Hungerdämons" Columban DeBráz machte ihn weltbekannt. Führt eine eigenwillige Beziehung mit Mercedes.
      Fähigkeiten: Callaghan ist ein extrem mächtiges Individuum. Er verfügt über eine enorme Stärke, unmenschliche Ausdauer und ausgeprägte Haki-Fertigkeiten. Seine Teufelskräfte ermöglichen ihm neben der Transformation in ein riesiges Hundewesen auch die Ausdünstung reiner Finsternis sowie mysteriöse Selbstheilungskräfte.
      Teufelsfrucht: Hund-Hund-Frucht, Modell: Barghest (Kryptoid-Zoan)
      Zugehörigkeit: Kopfgeldjäger
      Kopfgeld:-
      Status: Lebendig
      Erster Auftritt: Kapitel 1
      ----------------
      Name: Mercedes Delacroix
      Beiname:-
      Alter: 31
      Größe: 1,73m
      Rasse: Mensch (Cyborg)
      Charakter: Eine intelligente, nach außen selbstsichere und harte Frau, die aber noch immer unter ihrer Vergangenheit leidet. Führt eine eigenwillige Beziehung mit Callaghan.
      Fähigkeiten: Ihr ganzer Körper ist mit (waffenfähigen) Mechaniken ausgestattet, die ihr übermenschliche Stärke und Geschwindigkeit gewähren. Da viele ihrer Organe durch Apparaturen ersetzt wurden, überlebt sie selbst schwere Verletzungen. Dank ihrer medizinischen Ausbildung hat sie genaue Kenntnisse über den (fisch-)menschlichen Körper und kann Gifte und Pharmaka nutzen.
      Teufelsfrucht: -
      Zugehörigkeit: Kopfgeldjäger
      Kopfgeld:-
      Status: Lebendig
      Erster Auftritt: Kapitel 1
      ----------------
      Name: Brian O'Mara
      Beiname: Der tollwütige Fuchs
      Alter: 34
      Größe: 1,80m
      Rasse: Mensch
      Charakter: Ein hochintelligenter, aber etwas unreifer Mann mit einer Schwäche für Gewalt und Alkohol, der einst die Erinnerung an sein halbes Leben verlor. Seither ist er auf der Suche nach seiner Vergangenheit.
      Fähigkeiten: Der physisch überlegene Faustkämpfer nutzt seine extreme Schmerztoleranz, um sich mittels Adrenalin selbst zu dopen. Umso schwerer er getroffen wird, desto härter teilt er aus. Zudem besitzt er eine schier endlose Ausdauer und großes Durchhaltevermögen.
      Teufelsfrucht: -
      Zugehörigkeit: Kopfgeldjäger
      Kopfgeld:-
      Status: Lebendig
      Erster Auftritt: Kapitel 2
      ----------------
      Name: Krill
      Beiname:-
      Alter:35
      Größe:2,10m
      Rasse: Meermann (Gemeiner Kraken)
      Charakter: Ein ruhiger und ausgeglichener Meermann, der immer einen kühlen Kopf bewahrt, aber auch eiskalt und grausam sein kann, wenn es nötig ist. Folgt einem eigenen, sonderbaren Moralkodex. Von Geburt an blind.
      Fähigkeiten: Er besitzt die Fähigkeit, Wassermoleküle zu spüren und ist so in der Lage, den Mikrokosmos allen Seins auf bestimmte Entfernung wahrzunehmen. Er ist ein meisterhafter Schwertkämpfer, der Wassermassen kontrollieren und manipulieren kann. Sein Katana ist das »Yubitsume«, eines der 12 Drachenschwerter.
      Teufelsfrucht: -
      Zugehörigkeit: Kopfgeldjäger
      Kopfgeld:-
      Status: Lebendig
      Erster Auftritt: Kapitel 2
      ----------------
      Name: Gianluca "Luca" Augustino Briatore II
      Beiname: Die Frau mit den eintausend Gesichtern
      Alter: 26
      Größe: 1,63m
      Rasse: Mensch
      Charakter: Eine selbstbewusste und gerissene junge Frau mit hitzigem Temperament und bissigem Humor, die mit Vergnügen Leute in Verlegenheit bringt.
      Fähigkeiten: Sie ist eine hervorragende Fechterin, die zudem die Kräfte ihrer Teufelsfrucht zu meistern versucht. Jene gewähren ihr die Produktion und Kontrolle von Silberpartikeln. Eine wahre Meisterin der Verkleidung, Täuschung und Manipulation.
      Teufelsfrucht: Silver-Silver-Frucht (Logia)
      Zugehörigkeit: Kopfgeldjäger (Informantin)
      Kopfgeld:-
      Status: Lebendig
      Erster Auftritt: Kapitel 20 (Flashback)/Kapitel 25
      ----------------
      Name: Ondine LeMaire
      Beiname:-
      Alter: 6
      Größe: 1,15m
      Rasse: Mensch
      Charakter: Ein sonderbares kleines Mädchen mit ungewöhnlich einnehmender Persönlichkeit, das Anzeichen einer Persönlichkeitsstörung zeigt.
      Fähigkeiten: Ihre Teufelskräfte ermöglichen ihr die eigene Levitation. Zudem kann sie sämtliche Körper per Berührung in einen gravitationslosen Zustand versetzen. Sie übt eine geheimnisvolle Anziehung auf Menschen aus.
      Teufelsfrucht: Levio-Levio-Frucht (Paramecia)
      Zugehörigkeit: Kopfgeldjäger
      Kopfgeld:-
      Status: Lebendig
      Erster Auftritt: Kapitel 54




      Kommentare

      blink #1

      blink schrieb:

      Meine Fresse, bin ich verwirrt. Ich dachte seit Anfang an, dass es "Das Paradies der Früchte" heißt. Entweder habe ich mich hundert Mal in Folge verlesen, die Überschrift wurde im Startbeitrag angepasst oder ich habe "An der Frucht erkennt man den Baum" sofort auf die nächste Überschrift transportiert. Yeez!
      Nee, es hieß tatsächlich schon immer "Paradies der Flüche". Da muss ich dich enttäuschen.^^

      blink schrieb:

      Es hat was, wenn man ein runzliger, widerwärtiger grüner König ist, dessen Gefolgschaft noch viel widerwärtiger ist, sodass etwaige Hand- und Fußpilzküsse als Akt der Demut gelten und nicht als Moment, um das kalte Kotzen zu kriegen. Ich wünsche dir sehr, dass du diese bildlichen Dinge in deinem Kammerstübchen niederschreibst, um solche Gedanken mit Seife von deinen Armen schrubben zu können. Lass das fiktive auch nur einen Prozent an den Autoren herankommen und es wird wirklich ein kleines bisschen unheimlich. Oder wo auch immer du schreibst. (Wäre an der Stelle mal eine interessante Autorenrubrik: Wo und unter welchen Umständen schreiben hiesige FF-Autoren ihre Kapitel? :D) Ich fände es ja passend, wenn du alles unter einem schattigen Plätzchen am Fuße eines Baumes schreibst, während um dich herum die Sonne scheint und du Vögel zwitschern hörst.
      Tatsächlich schreibe ich die meisten meiner Kapitel ganz klassisch in meiner winzigen Wohnung, die nur bei zwei-drei Gelegenheiten im Jahr die Sonne sieht und ansonsten im ewigen Dämmerlicht halb heruntergelassener Jalousien existiert. Manchmal sind wir Menschen halt wandelnde Klischees. xD

      blink schrieb:

      Währenddessen labt sich der alienhaft klingende König an seinem eigenen Vorhaben, erst einmal alte Wirkungsstätten aufzusuchen, um sich gleich wieder zu reasozialisieren. Der Einbau der Todsünden ist ein beliebtes Mittel in "Schatten des Dämons" gewesen - und ich habe eine Träne verdrücken müssen, als Letum der Tod starb, um einen viel größeren Masterplan in Kraft treten zu lassen. qoii dürfte sie auch kennen, da bin ich gespannt, welche Parallelen er sieht, erwartet oder bei dem Thema gar für unausweichlich hält. Ich fasse mich da kurz, da ich erstmal im Hinterkopf behalte, dass der gute GK seine Untergebenen mit festgelegten Namen anspricht, während diese unter anderen vorgestellt wurden. Spricht entweder für fixe Rollennamen - wie Pica, Trebol, Baby 5 - oder DeBráz ruft hier Namen in die weite Ferne, wie es mit Callaghan/Ignatius der Fall ist. Beim Grünen König macht es auch einen kleinen Unterschied, wie viel Fanatismus, wie viel Wahnsinn in seinen Worten stecken.
      Genau, Bezeichnungen wie Dagon und Isebel fallen in die selbe Kategorie wie Ignatius - Namen aus den Apokryphen, die der Grüne König auf die Gegenwart bzw. Realität überträgt. Ein entscheidendes Detail, welches viel über den GK und seine Marschrichtung aussagen dürfte.

      blink schrieb:

      Vergleicht man es im Kapitel mit Carla, merkt man ja auch schon im Umgang mit den Untergebenen, dass da ein anderer, weitaus weniger rationalerer Ton vorhanden ist. Wie viel Lovecraft, wie viel Cthulhu innerhalb des DeBráz-Setting steckt, ist auch so eine Frage, die ich, ohne das Vorwissen, gar nicht beantworten könnte. Momentan suche ich noch nach einem vergleichbaren Element innerhalb des Oda'schen Universums, da abgesehen von Brooks Satanismus-Beschwörung wirklich vergleichsweise wenig rituell-übernatürliches vorhanden ist - unter dem Gesichtspunkt, dass das Übernatürlichste, die Teufelsfrüchte, wissenschaftlich untersucht und mutmaßlich entmystifiziert werden könnten.
      Ich habe irgendwann mal angedeutet, dass der Kult der Apokryphen lange Zeit vor den 200 Jahren entstanden ist, die die Regierung für nichtig erklärt hat. Habe mir damit halt eine Nische geschaffen, um derartige untypische Motive einbauen zu können. In OP gibt es ohnehin allen möglichen Unsinn, warum also nicht auch uralte Sekten und Kulte. Wer weiß schon, was in den dunklen Ecken der Blues oder Neuen Welt so alles ein Schattendasein fristet.

      blink schrieb:

      Dem aktuellen Stand der Dinge nach, werden wir auf DeBráz noch etwas warten können, sofern sich der Fokus nun auf die Harley- und Carla-Verfolgung legt. Dass Callaghan nun Grainne verfolgt, ohne O'Mara, dürfte noch so manches Problem mit sich bringen, da der gute Brian gleichzeitig Freund und Feind des Bastardkönigs sein sollte - damit eine Schlüsselrolle innehat, die solange außen vor bleibt, bis sich alle Fraktionen in Irland treffen - da du alle bisherigen Orte gezielt nach Ländern und ihren Lebensarten aufgebaut hast, bleibe ich bei Ulysses und Co. erstmal bei Irland, einfach auch, da ich mir Schauplätze normalerweise besser einprägen kann, sobald darauf dauerhaft der Fokus verlagert wird - und nicht für ein, zwei Schwenks in jeweils anderen Kapiteln. Jedenfalls kann es nun durchaus sein, dass die Carla-Fraktion bald offiziell mit der Ulysses-Fraktion kooperiert, wie es auch schon zwischen Mulligan und Reneé erstmals gezeigt wurde. Auch wenn das eher so mittel ausging. ^^
      Richtig, Ulysses und Co. gehören zum Irland meiner Geschichte, Saoirse Láire. Dabei kannst du also bleiben.^^
      Die Insel wird im Kommenden dann auch an Bedeutung zunehmen, immerhin ist die Fraktion um den Bastardkönig nun bereits großteils ins Licht getreten und mit der Aufdeckung der finalen Profession als Waffenschieber ist auch die letzte große Variable gefallen, die Ulysses mit den letzten Arcs und Harley verbindet. Harleys Fall ist der bis dato größte Dominostein, die Verschiebung der Handlung gen "Irland" ist nun unausweichlich.

      blink schrieb:

      An der Stelle ist - für die Kooperation - fraglich, weshalb Moira und Cathal wiederum alleine reisen. Ging es zeitlich nicht anders oder muss man erstmal bei Ulysses vorstellig werden, um mit ihm arbeiten zu können? Kurz gesagt: Carla hat vor, mit Ulysses zu arbeiten, einfach auch, da es ratsamer ist, ihn nicht als Feind zu haben. Falls dem so ist, welches Wort hätten Moira und Cathal bei diesem Vorhaben, die, Harley gegenüber, bereits überlegen auftraten und sich nicht gerade kooperativ zeigten. (Moira ist nicht ganz umsonst von Stagman bei ihren Nachforschungen überrumpelt worden.) - Ich bin gespannt, wie du etwaige Probleme, innerhalb dieses großmaschigen Beziehungsgeflechts aufzeigen wirst. Denn je nach dem ergeben sich auch etwas mehr Fronten als Rexroth & DeBráz / Ulysses und Co. (wer steckt alles im Co. drinnen?) featuring Carla and "friends" / Kopfgeldjäger. Eine innere Übersicht scheint es irgendwo zu geben, doch sie ist bei weitem nicht vollständig und vor allem so gar nicht zuverlässig. :D
      Cathal und Moira reisen ja nicht allein, sondern haben Clementine im Gepäck. Mehr sage ich nicht. ;)

      blink schrieb:

      Abschließend was zum Callaghan-Part, bei dem ich mich wirklich zum Abschluss kurz fasse: Der gute Mann tut wirklich alles wider seinen Willen, um Flint nicht loswerden zu müssen. Von Geister-Flint auf ewig verfolgt zu werden, ist wirklich die fadenscheinigste Ausrede, um nicht sagen zu müssen, dass dem grimmigen Mann doch irgendwas an dem Jungen liegt. Bei Mercedes ist es die Nähe zum verstorbenen Bruder, bei O'Mara die allgemeine Gleichgültigkeit, bei Krill der Stolz auf einen zunehmend mordlüsternen Flint, etc. Nur Callaghan muss sich noch weitaus mehr anstrengen, um einen echten Grund für diese Partnerschaft eingestehen zu können. Bislang kam meine ich noch nicht so ganz zur Sprache, wie Flint von seinem Dorfsheriff - auf Anweisung des väterlichen Briefes - schließlich zu Callaghan gelangte. Da fehlt noch ein Informationsfetzen, der Callaghan womöglich doch noch näher an die Familie Rogers bringt, als uns bislang bekannt ist. Die Nähe zur Marine ist ja sowohl bei ihm, als auch bei Mr. Rogers gegeben. Mit jeweils weniger rühmlichem Ausgang. ^^
      Sagen wir so: Ebenso wie uns entscheidende Stücke in Flints Vergangenheit fehlen, fehlen sie auch bei Callaghan. Generell wissen wir von dem Kopfgeldjäger noch so wenig, dass jedes weitere Wort meinerseits fatal sein könnte. Nur soviel: Callaghan, wenngleich er sich selbst dafür hasst, hat seine Gründe - welche ja auch im Kampf gegen Harley angedeutet worden. So selbstlos, wie Flint vielleicht glauben mag, ist Callaghans Jagd auf Harley nämlich nicht.
      blink #2

      blink schrieb:

      Es wird wohl bald Zeit für eine Bingo-Karte, die alle Spezies auflisten, von denen Luca noch vergewaltigt wird. Keine Rolle, um die man sich im Schultheater streiten würde. Allerdings wird in dem Kapitel auch sehr freundlich mit den Damen der Schöpfung umgegangen, insoweit verbuchen wir dieses Kapitel moralisch in einer Grauzone (mit Blick auf ein Schild mit der Aufschrift finster)
      *Fast vergewaltigt. Auch wenn Vexor gern gegenteiliges behauptet, bisher wurde Luca nur fast vergewaltigt. Im neuen Kapitel zeige ich, ob das auch so bleibt. xD

      blink schrieb:

      Vor dem Headshot-Verhör durften wir bereits etwas über Nickleby und der überraschenden Tatsache erfahren, dass dort nichts verdächtiges gefunden wurde. Nach den Ausführungen von Ulysses dem wohltätigen unbekannten Mann im Zug dürfte diese damalige Einschätzung entweder stümperhaft oder wenig zielführend gewesen sein. Auf Nickleby geschieht allerlei fragwürdiges, doch nichts, das sich mit den durchleuchteten Personen in Verbindung bringen ließ. Vermutlich wirbelt eine Schar gewaltbereiter Kopfgeldjäger oder andere gewaltbereite Fronten weit mehr Staub auf als ein Spion, weshalb eine zweite Beurteilung womöglich mehr Erkenntnisse bringen wird.
      Richtig. Damals wurde quasi angeteasert, was nun geschehen wird. Loreleis Spion stehen halt nicht jene Mittel zur Verfügung, derer sich die Kopfgeldjäger bedienen werden. Dabei werden sie aber auch viel mehr Staub aufwirbeln als der Agent. Logischerweise.^^

      blink schrieb:

      Das ist allerdings erst einmal Zukunftsmusik und eventuell wird das Ende des Arcs noch keine Antworten darauf geben, wer noch alles in Nickleby eintreffen wird und was Ulysses als vorsichtige Persönlichkeit dort eigentlich zu schaffen hat. Für jemanden, der vor einigen (vielen) Kapitel noch hinter einem Schlüsselloch im Schloss krächzte - und auf mich doch eher bettlägerig und krank wirkte - bin ich doch verblüfft, dass er sich mehr oder minder alleine in seinem "privat-gemachten" Zug seine Reise an diese Spitze des Eisberges antritt. Auf den zuvor skizzierten Traum mag ich nur kurz eingehen, da mir das 'grüne König'-Setting noch etwas fremd vorkommt, auf sich das Betreten der Zitadelle mutmaßlich bezieht. Jedenfalls gehe ich nicht von aus, dass der Grüne König und die Grüne Insel, deren Setting sich in den Namen von McKenna, O'Mara und Co. (sowie weiterem) wiederfindet, zufällig nebeneinander stehen. Bei dem Umfang, den die Geschichte inzwischen angenommen hat, wird es sicher die ein oder andere Schnittmenge geben müssen.
      Ulysses habe ich bisher natürlich bewusst derart...verhindert dargestellt, um diesen Auftritt entsprechend überraschend inszenieren zu können. Seine Krankheit wird diesen leicht radikalen Wandel aber logisch erklären. Warum muss sich die Zitadelle denn auf den Grünen König beziehen? ;)

      blink schrieb:

      Ehe ich mich völlig verheddere, nochmal einen Schritt zurück zur Parallelität, die sich in dem Kapitel auftut. O'Mara und Cassiopeia sprechen über Ulysses, der als reicher und übervorsichtiger nahezu unauffindbarer größter Waffenschieber auftritt. Dachte ich anfangs, dass Limerick einfach ein weiterer von Harleys Helfern ist, zeigte sich doch ziemlich schnell, welche Eminenz seit beinahe Anfang an im Hintergrund agiert hat. Der Traum, den Ulysses im Zug träumte, ist hier insoweit interessant, da zumindest für mich noch gar nicht absehbar ist, welche Gedanken und Erinnerungen die O'Maras sind, die aufzunehmen Ulysses sich bereiterklärt hat. (Bin ich auf den Traum doch nicht so kurz eingegangen, wie gedacht. Meh!)
      Gute Ansätze. Ulysses Tagtraum ist eine entscheidende Verbindung zwischen den alten Freunden und ein elementarer Bestandteil der Erinnerungen, die Ulysses sich aufgebürdet hat. Ulysses, als großer Schatten auf Harley Rücken, wird diesen in Sachen Gefährlichkeit und Cleverness übertreffen und dem Ruf, den ich hier aufbaue, so auch gerecht werden. Ich freue mich jedenfalls, den Charakter endlich richtig eingeführt zu haben.^^

      blink schrieb:

      Jedenfalls zeigt sich im Gespräch über Ulysses und dem Bild, das Ulysses selber von sich offenbart hat, eine starke Diskrepanz zwischen ungehobeltem armen Schlucker, der mehr für seinen Hund als für sich sorgt (da spricht der Hundefreund im Autor) - und dem Wohltäter, der eine schwangere Frau nicht schändet oder tötet, sondern für sie und ihre Nachfahren sorgt, ohne (ich glaube hier ausnahmsweise ans Gute) eine Gegenleistung dafür zu verlangen. Vermutlich passiert so eine nette Geste das erste Mal in deiner Handlung - es ist ein Silberstreif zu sehen. Dafür freiwillig seinen Erstgeborenen entsprechend zu benennen, anstatt ihn zu opfern, und das nicht einmal auf den Namen Kackstelze oder Flint, der gute Ulysses hat hier einen positiven oder sagen wir ambivalenten ersten Eindruck hinterlassen. Die Tragik seines Schicksals wird schon zuschlagen, da wirst du dich als Autor schriftstellerisch ausweiden können - also das zu Schreibende - doch so eine klare graue Figur auftreten zu lassen, das hat was. Einerseits ist sie einem nicht geheuer, gleichzeitig aber auch nicht gleich zuwider. Das ist gar nicht so einfach. ^^
      Sagen wir so: Ulysses ist eine unglaublich komplizierte Figur, die definitiv nicht gut oder böse ist. Der Hundefreund in ihm - ja, hier kommt meine Liebe zum Tragen^^ - und die Großzügigkeit deuten es entsprechend an. Gleichzeitig werde ich im neuesten Kapitel aber ein etwas anderes Bild zeichnen, welches vielleicht auch besser zu der ominösen Schattenfigur passt, vor der Harley all die Zeit buckelte.

      blink schrieb:

      Im weiteren Verlauf bin ich schon sehr gespannt darauf, inwieweit Agentin Triagast sich hinsichtlich Carla, Brian oder Ondine selbstständig verhält und ab wann klar wird, wer hier eigentlich das Oberkommando innehat, sprich, alles über Greenaways Schreibtisch laufen würde. Bei dieser Frau bin ich mir ziemlich unsicher, inwieweit ihre eigenen Interessen mit ihr durchbrechen. Man konnte ja schon fast von ausgehen, dass sie es bewusst war, die O'Maras Blut gefrieren ließ und ihn so ein Stück weit zur Kooperation bewegte. Zwischen einer düsteren Ausstrahlung und einer Teufelskraft muss ja nicht unbedingt ein Blatt Papier passen. ^^
      Cassiopeia ist ein Typus Mensch, den man wohl niemals gänzlich verstehen wird. Wirklich viele werde ich zu ihr auch gar nicht sagen. Sie wird im neuen Arc eine Rolle spielen. Lass dich überraschen und mach dir selbst ein Bild. Es lohnt sich. ;)
      Eldrail #1

      Eldrail schrieb:

      Das Kapitel hat es in sich, oder besser gesagt, der Anfang hat es in sich. Harter Tobak, was da von dir gebracht wird. Scheinen ja Auszüge aus den Apokryphen zu sein. Nettes Buch, würde ich aber dann doch nur sehr ungerne lesen. Ich bin mir sicher, da könnten ein paar nützliche Informationen drin stecken, aber irgendwie war es minimal zu stark abstoßend geschrieben. Passt natürlich wie Faust auf Auge zum grünen König, bei dem es nicht appetitlicher wird. Das gehört definitiv zu den Dingen, die ich eigentlich nicht in meinem Kopf haben will, die Bilder können mir besser gestohlen bleiben^^
      Zu blöd, dass du deinen Schreibstil so verfeinert hast, dass man irgendwie doch alles mitbekommt. Jedenfalls macht es der neueste Anhänger des grünen Königs nicht besser, insbesondere nicht für unseren armen Jäger Kaspar, mit dem es das Schickal nicht gut gemeint hat.
      Was lernen wir aus der Szene? Egal wie abscheulich DeBraz auch ist, seine Gefolgsleute folgen ihm bedingungslos, ungeachtet seiner Aktionen. Warum das? Gut, die Antwort wirst du mir hier wohl kaum geben, aber da erwarte ich schon etwas. Außerdem kommen hier Verbindungen der Kopfgeldjäger zu den Reitern der Apokalypse auf. In meinem Kopf assoziiere ich das allerdings auch mit Terry Pratchetts Reitern der Apokalypse, was da leicht die Ernsthaftigkeit rausnimmt. Callaghan als Krieg oder Tod und O'Mara als Hunger passen ja ganz gut, unser Krake würde den Tod auch ganz gut ausfüllen, aber Mercedes als Pestilenz? Naja. Wird sicherlich seinen Grund haben.
      Ich freue mich ja tierisch, dass du die Auszüge aus den Apokryphen als dermaßen verstörend empfunden hast. Habe dafür auch wirklich lange Bibelverse und anderen religiösen Texte gelesen, um die Syntax und den Duktus möglichst authentisch wiedergeben und anschließend pervertieren zu können. Schön, wenn sich derartige Mühen lohnen. :)

      Ansonsten gebe ich dir Recht. Der Grüne König ist abscheulich, was seine Gefährten wohl ebenso abstoßend macht. Ich schicke voraus, dass Cargo und Armonika aus verschiedenen Gründen bei ihm sind - aber das dürfte an der Art, wie beide mit ihm jeweils interagieren, wohl sowieso klar sein.
      Zu den Reitern kann ich dir aber sagen, dass Callaghan selbst - als Ignatius - nicht dazu gehört. Diese entfallen auf seine Gefährten, wobei O'Mara als Hunger und Mercedes als Pestilenz ja bereits fix sind. Beim Rest darfst du gerne noch überlegen.^^

      Eldrail schrieb:

      So, weiter zu etwas schöneren Dingen. Zum Beispiel zu Callaghan, der immer fadenscheinigere Gründe anführt, Flint zu helfen. Hier wird eine Trennung vollzogen, den Callaghan macht sich mit Flint im Schlepptau auf die Jagd nach Harley, während der Rest andere Ziele im Kopf hat. Ist gerade deshalb spannend, weil Harley ja inzwischen nicht mehr so leicht zu bekommen sein dürfte. Man hat zumindest Zweifel, dass die beiden Erfolg haben werden.
      Naja, Harley ist schwer verletzt und ob Bloom gegen den wütenden Callaghan eine Chance hätte, kann bezweifelt werden. Ihr Pulver hat sie ja bei Stagman verschossen, welcher sie bereits ziemlich in die Mangel zu nehmen wusste. Also schauen wir mal, wie es Flint und Callaghan ergehen wird. Kleiner Hinweis: Das "wohin" ist entscheidend.^^

      Eldrail schrieb:

      Verbleibt noch Carla. Diese ist schonmal eifrig dabei, ihre verbliebenden Gefolgsleute auf sich einzustimmen. Dabei geht sie keinesfalls wie Harley vor, was jetzt ja wohl kaum erfolgsversprechend wäre. Dafür hat sie eigene Stärken, die sie auch ausspielt. Sie ist eiskalt berechnend und hat Ziele. Sowas mag man natürlich gerne hören. Aber auch, wenn sie Lorca an ihrer Seite weiß, sind die Kopfgeldjäger nicht die Gruppe von Personen, die man auf seiner Fährte wissen möchte. Irgendwann wird sie dafür bezahlen müssen. Vorerst aber läuft es ja ganz gut bei ihr. Gab es eigentlich eine tiefere Absicht, die Szene im Bad anzusiedeln?
      Naja, ich mag hübsche Frauen in Badewannen. Reicht das nicht? xD
      Nein, also ich mag diese leicht sexuellen Untertöne, welche zugleich keinerlei Relevanz für Carla und Lorca haben. Es ist eine zusätzlich ebene, eine Art physische Note (Rasur, Kuss aufs Bein) zur Besiegelung des Paktes, welcher ansonsten eher auf gemeinsamen Interessen beruht. Carlas berechnende und distanziertere Natur kontrastierten mMn die Intimität, welche diese Badeszene vermittelte. Das war der Grund. Hauptsächlich. Aber, wie gesagt, ich mag auch einfach schöne Frauen in Badewannen.^^

      Eldrail schrieb:

      Okay, viel gab es jetzt nicht, aber von drei Parts des Kapitels sind zwei kaum zu Spekulationen anregend, da sie schlicht und ergreifend nur Informationen vermitteln, während der dritte mich etwas abgeschreckt hat. Jedenfalls konnte ich mir nicht nochmal alles durchlesen, gehe hier aber die Gefahr ein, eventuell etwas überlesen zu haben.
      Also dann bis zum nächsten Kapitel!
      Das freut mich so sehr, dass glaubst du gar nicht. Gnade dir Gott, sobald der Grüne König und sein Kult in den Fokus rücken. xD
      Edrail #2

      Eldrail schrieb:

      Falls man es so nennen möchte, sind doch die Ziele ganz andere und dazu muss man keine 30.000 Berry zahlen. Wie viel ist das wohl? Zeitung ~ 100 Berry und so könnte man auch 300 Zeitungen dafür kaufen. Nicht billig diese Frau. Okay, genug von den Randinformationen. Zuerst ist O'Maras Entzug endlich vorbei, man fragt sich da schon, ob es gut oder schlecht ist.
      Also laut eines findigen Yen-Umrechners im Internet, da sich der Berry ja am Yen orientiert, verlangt Dr. Triagast stündlich rund 250€. Schnäppchen.^^

      Eldrail schrieb:

      Grundsätzlich ist hier Cassiopeia auf der Suche nach einem Zugang zu Ulysses, der O'Mara aber nicht sein will. Zu blöd, dass er so leicht zu erpressen ist. Andererseits, was soll er machen? Luca im Prinzip aufgeben und sich gegen die Weltregierung stellen, nur um jemanden zu schützen, den er nicht wirklich kennt und der jetzt nicht im Übermaße freundlich zu ihm war? Nein, macht schon Sinn. Da hast du schon das erste Steinchen in Bewegung gesetzt, um Ulysses mehr in den Vordergrund zu holen. Gefällt mir, wenngleich ich auch glücklich gewesen wäre, wenn Cassiopeia ein paar Informationen rausgerückt hätte. Immerhin offenbarst du uns Ulysses Profession. Waffenschieber und reicher, zurückgezogener Mann. Ganz nach dem Motto "der Zweck heiligt die Mittel". Obwohl man ja bisher nicht so gut einschätzen kann, was für Ziele Ulysses eigentlich verfolgt. Beeindruckend ist jedenfalls, dass man tatsächlich niht an ihn dran kommt und seine Leute alle treu zu ihm stehen. Das er ein besonderer Mensch ist war schon zu erwarten gewesen, aber eine solche Gruppe von oft merkwürdigen Menschen so zu einen muss man auch erstmal hinbekommen.
      Richtig. O'Mara wird hier wie erwartet als Mittel zum Zweck eingesetzt, um an Ulysses heranzukommen. Damit dürfte nun auch klar sein, warum seine "alten Freunden" ihn unbedingt aus der Sache heraushalten wollten. Nun ist O'Mara der Schlüssel zu Ulysses Festung und als solcher in den Händen der Regierung. Moira und Co. waren also längst nur nur um O'Mara, sondern auch um sich selbst besorgt. Selbst ohne seine konkreten Erinnerungen hat O'Mara immer noch die Möglichkeit, tief in die Schattenwelt der Waffenschieber vorzudringen - auch, wenn er sich dessen nicht wirklich bewusst ist.

      Eldrail schrieb:

      Du schmeißt uns hier ein paar Brocken hin, die den Appetit nur noch anregen und keinesfalls den Hunger stillen. Glücklicherweise präsentierst du uns ja Ulysses später noch etwas, aber da bin ich auf das ganze Unbekannte mal so richtig heiß. Und irgendwie mag ich Cassiopeia auch nicht mehr, als Dr. Waldmannstraut. Hinterhältige Person. Soll jetzt natürlich nicht heißen, dass die Figur nicht gut ist, aber innerhalb der vielen hassenswerten Charaktere sticht sie noch etwas heraus, weil die anderen wenigstens offener schlecht sind.
      Du tust gut daran. Cassiopeia ist ein sehr ambivalenter Charakter. Einerseits arbeitet sie für die engagierte und ehrliche Lorelei Greenaway, gleichzeitig verfolgt sie - siehe Ondine - relativ schamlos eigene Ziele und das mit recht unorthodoxen Methoden. Sie ist definitiv gefährlich, was ich im kommenden Arc auch konkretisieren will.

      Eldrail schrieb:

      Effie ist ja mal so richtig lustig. Die Information wollte ich schon immer mal wissen... nicht. Fakt ist aber, dass Effie und Luca freiwillig zur Lunalata gefolgen worden sind. Also besser gesagt, sie wollten hin und Sol hatte keine Wahl. Zu dumm, dass sie sich da minimal überschätzt haben. Kleiner Lückenfüller, der der verstorbenen Kopfgeldjägerin noch ein paar Sprüche erlaubt. Eben dieses versprochene Aufarbeiten, welches notwendig ist, hier aber sonst nichts weiteres verrät. Aber wo ist Sol eigentlich? Dezent den Überblick verloren. Vielleicht hast du es aber auch einfach nicht gesagt.
      Ach, gib es zu. Du lauerst doch nur darauf, dass ich euch die Schwanzlängen von Callaghan, Flint usw. auch noch verrate. ;)

      Dieser Flashback war halt ein notwendiges Puzzlestück. Sol wird noch ihre Rolle spielen. All die Fragen, die ich aufgeworfen habe, werden nicht in der Schwebe bleiben.

      Eldrail schrieb:

      Also wenn man jemand nicht sein wollte in deiner FF (was ja gefühlt jeder ist), dann ganz bestimmt nicht Luca. Egal wo sie hinkommt, sie wird immer beinahe getötet und dann noch beinahe vergewaltigt. Okay, bisher ging es relativ glimpflich aus, aber angenehm ist das alles nicht. Mal sehen, ob diesmal noch was dazwischen kommt, zum Besipiel, dass sich dieser arrogante Kapitän von seinem überlangen Hals trennt. Hätte doch auch was. Vielleicht machst du aber auch nur den nächsten Schritt, wer weiß. Was bleibt noch? Waterloo ist leider immer noch nicht geistig gewachsen. Inzwischen habe ich aber auch schon jedes Mitleid verloren. Solange, wie er jetzt schon seine Chancen nicht nutzt und nicht hört, soll er doch der Schuhabtreter bleiben, dem jeder etwas vorlügen kann.
      Schön, dass du das "beinahe" nicht vergisst. xD

      Waterloo kann einem auch nicht mehr leid tun. Carla spielt noch immer die selbe Karte gegen ihn aus, nur mit der Rückseite. Sie nutzt Waterloos Zorn über Harleys vermeintlichen Tod. Der Kerl hat nichts gelernt. Ob sich das ändern wird, muss sich zeigen.

      Eldrail schrieb:

      Ihn wirklich mal länger in Aktion zu erleben macht Spaß und kommt defintiv unerwartet mit der Location. Aber zuvor kommt noch Ulysses Traum, den zu deuten ich nicht in der Lage bin. Es wirkt so, als ein jüngerer Ulysses in der Zitadelle war, aber warum und was dann passiert ist - ich weiß es nicht.
      Ich enthalte mich. Nur soviel: Es hat etwas mit O'Mara und seinen Erinnerungen zu tun.

      Eldrail schrieb:

      Ansonsten sehen wir ihn als recht kräftigen - völlig im Gegensatz zu seiner zerfressenen Stimme - Hundeliebhaber, der ganz der freundliche Gentleman einer schwangeren Kontrolleurin hilft. Was lernen wir über ihn? Er mag Hunde und kümmert sich, wie auch seine teilweise alte Kleidung zeigt, wenig um sich selbst. Dazu die bedingungslose Hilfe, die er der Kontrolleurin angedeihen lässt. Interessant ist auch, dass er alleine unterwegs ist, ganz anders als sein sonstiges Fädenzeihen aus dem Hintergrund. Auf Nickleby bin ich schon gespannt, insbesodere, was Ulysses dorthin zieht. Man mekrt aber auch wieder richtig, wie dein Schreibstil den Part lange wirken lässt, du es aber trotzdem geschafft hast, nur Inhalt zu transportieren, den man gefühlt auch in drei Sätzen beschreiben kann. Aber das macht es ja unter anderem auch so speziell und macht Spaß.
      Ja, derartige Einführungspassagen lasse ich immer lange wirken. Viele Details, viele Möglichkeiten, den Ort oder Charakter kennenzulernen. Mir machen solche Absätze Spaß, sind mMn aber auch ungemein wichtig. Ulysses als Figur ist so groß, dass ich mir die Zeit einfach nehmen wollte. Zumal dieser Auftritt auch ungewöhnlich in Anbetracht der bisherigen Figurenzeichnung wirken muss.
      Vexor #1

      Vexor schrieb:

      Oh jeez. Neues Kapitel, neue Namen. Wann ist der Arc zu Ende und ich bekomm meine Charakterübersicht? :D
      Heute.^^

      Vexor schrieb:

      Am Anfang erhebt sich der Wendigo-Tausendfüßler alias der Grüne König alias DeBráz alias Callaghans Nemesis.
      Beim Anfang könnte es sich, wie Edrail richtig beschrieben hat, tatsächlich um Auszüge aus den Apokryphen handeln, oder Kaspars Verstand oder ein paar Gedanken des Grünen Königs, oder eine mit Lammblut und Fieberwahn geschwängerte krude Mischung aus all diesen Punkten. Wir werden sehen :D
      Irgendwas in der Richtung, ja. :D

      Vexor schrieb:

      Auf jeden Fall lernen wir einen neun Gefolgsmann des Grünen Königs kennen: Grotto Cargo einen Anglerfischfischmenschen (dämliches Word :D), mit einem sehr speziellen Charakter. Aber was erwarte ich denn, bei jemanden, der den Grünen König als seinen Herr und Meister bezeichnet. Da kann sich ja nur das abartige Gesindel finden und in eitrigen Heerscharen dem faulenden Teufel folgen.
      Kaspar tut mir da schon beinahe Leid, und du rügst mich noch für die Belästigungsszene zwischen dem Harlekin und Kol?
      Naja, du weißt ja wie es heißt. "Tu was ich sage und nicht was ich tue." xD

      Cargo ist aber auch so ein Charakter, an dem du - als alter Charakterstudienliebhaber - deine reinste Freude haben dürftest. Nur als kleines Schmankerl vorab. :D

      Vexor schrieb:

      Verwirrt hat mich dann allerdings Dagon. Wer ist das? Und wieso wird Grotto von Bráz so angesprochen, obwohl er nur zwei Sätze vorher sich selbst anders vorstellt? Oder ist das jetzt nur wieder der Deckname? So wie Ignatius und Callaghan. Kurzer Exkurs: Dagon/Dagan ist eine Gottheit aus dem mesopotamischen Raum und steht für Wolken. Würde das nicht gut zu Armonika passen?
      Aber viel verwirrter war ich, warum er Kaspar für einen Getreuen bzw. Soldaten hält? Grotto verweist ihn ja auf eine andere Person - ich nehme an Markus - aber was genau hat der Grüne König vor? Fragen über Fragen.
      Richtig. Ignatius, Isebel und Dagon sind Namen aus den Apokryphen, die der Grüne König auf die Realität überträgt. Wieso, weshalb, warum - abwarten. Zum Namen Dagon selbst hat D. Draig genug gearbeitet. Im Lovecraft-Universum ist Dagon eine verstörende Fischgottheit, deren Anhänger nicht weniger verstörend sind. Passt besser als der Wolkengott.
      Die weiteren Fragen werde ich dir aber nicht beantworten. ;)

      Vexor schrieb:

      Dann möchte ich noch Eldrail danken, dass er mich mit den vier apokalyptischen Reitern wieder auf Kurs gebracht hat. Ich war schon dabei Armonika und Co. die Reiter zuzuordnen und merke, dass ich den Part wohl doch überflogen habe, weil er ganz Recht hat, dass damit die Kopfgeldjäger selber gemeint sind.
      Im übrigen finde ich Pestilenz für Mercedes (alias Isebel?) sogar in doppelter Art und Weise passend. Einerseits ist sie das Geschwür, dass in Augen DeBráz, Callaghans wahre Monsterseite unterdrückt und seine Menschlichkeit hochhält und in anderer Art und Weise ist sie Ärztin und heilt Krankheiten.
      Schöne Allegorie, die du da aufgreifst. Ich mag das Motiv auch, habe es ja nicht ohne Grund in meine FF eingebaut, aber ich find es gut, dass es mal nicht die Antagonisten ziert.
      Genau. Mercedes als Pestilenz greift genau die Punkte auf, die du genannt hast. Gut kombiniert. :)
      Hunger für O'Mara dürfte ebenfalls durchaus offensichtlich sein, wenn hier auch noch ein doppelter Boden vorhanden ist. Dazu aber später noch mehr. Bleiben Krieg und Tod bzw. Verdammnis. Die Zuordnung überlasse ich euch. Ich merke ja aktuell bei deinen Reitern, dass man es damit nicht immer leicht hat. (Auch dann nicht, wenn man sich mal nicht verliest xD)

      Vexor schrieb:

      Kommen wir dann mal zu den Damen und Herrschaften der verlorenen Seelen, die sich - mehr oder wenige - noch in den Trümmern von Harleys Imperium befinden. Starke Charaktermomente hast du da gezeichnet und ein wenig wehmütig bin ich, dass die Bande jetzt in der Manier à la Oda getrennt wird, da sie ja schon den halben Arc nicht wirklich miteinander interagieren konnten.
      Ja. Jetzt dürfte klar sein, dass die Trennung der Truppe auf SS ein klassischer Testlauf war. Ich hoffe, aus den Fehlern dieses Arcs gelernt zu haben und dass die Anpassung, die ich daraufhin vorgenommen habe, der Geschichte zugute kommen wird. Manchmal hilft selbst einem Literaten nur ein Experiment in der Praxis, um seine Theorien zu überprüfen. xD

      Vexor schrieb:

      Besonders herausgreifen möchte ich an dieser Stelle das Gespräch zwischen O'Mara und Mercedes. Ich habe Mercedes echt vermisst. Gott hab ich meine erste und einzig wahre Liebe in dem Arc vermisst und ich hoffe, dass der kommende sie wieder positiver in den Mittelpunkt rückt. Auf Princess Suie psychisch und auf Scenia Serovo physisch gebrochen. Gib Mercedes eine Verschnaufpause und lass sie wieder ordentlich aufdrehen, in Ordnung? Ich würde es mir wünschen :D
      Ich denke, ich verrate nicht zuviel, wenn ich folgendes sage: Mercedes wird im neuen Arc rocken. Sowohl auf emotional-menschlicher als auch auf einer physisch-kämpferischen Ebene. Das bin ich euch und dem Charakter nach all den Dämpfern einfach schuldig. Die Ärztin wird so badass, dass ihr euch schonmal Popcorn besorgen könnt. :D

      Vexor schrieb:

      Ansonsten kommen wir zum Liebesgeständnis des unromantischsten Paares des Jahres und irgendwie fühlt es sich falsch und richtig zugleich ein. Vielleicht war das auch so beabsichtigt, denn ich finde es unheimlich passend, aber wollte es dir einfach so gesagt haben. Schön, dass du in der Hinsicht dich sogar mehr traust, als ich es in meiner FF tun würde.
      Ja, das war durchaus so gewollt. Callaghan und Mercedes passen gleichzeitig perfekt und überhaupt nicht zueinander. Die Szene ist einerseits schön und befremdlich zugleich - und damit überraschender Weise genau so, wie ich es mir erhofft habe. Hab aber auch ziemlich lange dran gesessen, ganz so locker geht mir die Romantik also immer noch nicht von der Hand...^^

      Vexor schrieb:

      Kommen wir damit auch schon zu Callaghan. Ja. Er verfolgt tatsächlich Harley. Natürlich ist die Begründung nur fadenscheinig und oberflächlich. Oder sagen wir zumindest mehrschichtig. Wir wissen ja schon längst, dass Flint ihm etwas bedeutet, dass der Junge schon längst nicht mehr unnötiger Ballast ist. Dass da eine emotionale Hass-Liebe zwischen den beiden besteht. Und vielleicht sogar noch mehr kommen mag, wenn mal die ganze Geschichte des Rothaarigen aufgedeckt wird. Da bin ich recht zuversichtlich, dass da noch einiges auf uns zu kommen wird.
      Jop. Unterschreibe ich so. Callaghan, Harley und Flint verbindet mehr, als es bisher den Anschein macht. Es sind längst nicht alle Geheimnisse um den großen McGuffin gelöst - obwohl, mittlerweile bedarf es Harley als McGuffin wohl nicht mehr.

      Vexor schrieb:

      Etwas ratlos bin ich eher, wie das ganze sich jetzt entwickeln wird. Kann man nicht vorstellen, dass du noch einmal einen ganzen Arc der Suche + Tötung von Harley widmen wirst. Ich rechne eher damit, dass sich das Ganze noch anders aufdröseln wird. Am Ende laufen die beiden Handlungstränge zur Rettung Lucas und Tötung Harleys sogar wieder zusammen.
      Ich enthalte mich. Freu dich erstmal auf den nächsten Arc, der sowohl in Sachen Setting als auch Figurenentwicklung voll deinen Geschmack treffen dürfte. Alles weitere wird sich dann ergeben und ich hoffe, nicht komplett in die Scheiße zu greifen. xD

      Vexor schrieb:

      Bin da auch ein wenig zwiespältig. Einerseits will ich Mercedes in der Handlung sehen, andererseits hat Callaghan in den letzten beiden Arcs auch etwas zurückstecken müssen. Schwierig, schwierig. Aber du wirst das schon machen.
      Mal schauen. Wie gesagt, die Trennung der Gruppe auf SS war für mich ein sehr aufschlussreicher Testlauf, aus dem ich hoffentlich die richtigen Schlüsse gezogen habe.

      Vexor schrieb:

      Damit bleibt mir eigentlich nur noch Lorca und Carla zum Abschluss, deren Interaktion mir auch gefallen hat. Zwei starke und völlig unterschiedliche Frauenfiguren, die du hier auf einander stoßen lässt. Besonders Lorcas Eingeständnis, dass sie gar nicht mehr in der Lage ist, eigenständig zu denken, war wirklich großartig. Und hat dem Charakter auf einem Schlag mehr Tiefe verliehen und auch die Beziehung zu Harley gleichzeitig weiter verschärft.
      Das freut mich sehr. So wollte ich es haben. Lorca war im SS-Arc ja auch eher Zierschmuck ohne riesigen Einfluss auf die Story, was sich nun ändern wird. Denn im Gegensatz zu Harley ist Carla offensichtlich nicht der Kämpfertyp, während Lorca eine verdammte Naturgewalt ist. Die Dynamik war mir dementsprechend wichtig und ich wollte klarzumachen, wieso sich ein so mächtiges Individuum wie Lorca mal wieder in eine gewisse Abhängigkeit bzw. Unterwürfigkeit begibt.
      Vexor #2

      Vexor schrieb:

      Beginnen möchte ich chronologisch bei dem Gespräch zwischen Cassiopeia und dem guten O'Mara, wobei ich hier eine Frage vorweg schieben muss. Mit welchem Schiff sind die Kopfgeldjäger + Shrimati + andere Gäste jetzt eigentlich unterwegs? Wurde das schon genannt, oder ist es mir einfach entgangen?
      Generell dürfen wir hier noch einmal Fräulein Waldmannstraut in Aktion sehen, die aber nicht der gutherzige Samariter ist, der den armen O'Mara aus seinen psychischen Labyrinthen befreien möchte, sondern einfach nur auf der Suche nach den goldenen Brotkrumen ist, welche sie zu Ulysses führen. Drohungen inklusive.
      Mit dem Schiff, auf dem Shrimati nach SS gekommen ist. Deswegen die Verweise auf exotische und orientalische Details. Werde ich aber auch noch mal direkt ansprechen. Danke für den Einwurf. Manchmal weiß ich nicht, wie dezent zu dezent ist. :)

      Genau. Cassiopeia macht klar: Ich hab jetzt deine Eier, kleiner Mann. Führe mich zu Ulysses oder ich zerquetsche sie. Eine umwerfende Frau.^^

      Vexor schrieb:

      Ein wirklich fruchtbares Gespräch ist dabei allerdings nicht entsponnen und leider auch wenig neues für den Leser, auch wenn mir die Interaktion zwischen lasziver Rothaarigen und noch halbswegs nüchternen, wenig sexuell erregten O'Mara durchaus gefallen haben. Hätte aber eher gedacht, dass Mercedes als inofizielle Chefin der Rettungsaktion der Blutagentin nicht über den Weg traut und die Infos lieber selbst erfahren möchte. Aber schauen wir mal.
      Dazu kommt es noch. Der Konflikt zwischen Mercedes und Cassiopeia wurde in Bezug auf Ondine ja bereits angeteasert und im neuen Arc fortgesetzt. Für den Moment lag der Fokus halt auf O'Mara, um die Brücke zu Ulysses schlagen zu können. So übernehme ich den Rest einfach in den neuen Arc, was aber auch wunderbar passen dürfte.

      Vexor schrieb:

      Wenn man sich die Situation der Blonden so ansieht, dann kann ich eigentlich kein Mitleid empfinden. Das klingt grausam ich weiß, aber allmählich stumpf ich bei deiner Geschichte ob der vielen Schicksalsschläge, welche die Menschen insbesondere Luca erleiden müssen ab glaube ich. Vielleicht ist es auch nur mein innerer Widerstand, der sich einfach gewünscht hätte, dass Luca nicht schon wieder als Glory Hole für die Abartigkeit der Menschheit herhalten muss. Auf jeden Fall hoff ich, dass sie dem Muränenkopf nicht nur die widerliche Haut abzieht, sondern auch noch den Schwanz abbeißt und seinen Arsch damit penetriert.
      Luca wird bald eine Wandlung vornehmen. Ich verspreche nicht zuviel, wenn ich sage, dass dir die Charakterentwicklungen des neuen Arcs gefallen dürften. Aber jetzt bin ich erstmal gespannt, was du zum aktuellen Kapitel sagen wirst. :D

      Vexor schrieb:

      Immerhin zeigt Luca noch genug ihres Feuers und bläst Waterloo gehörig den Marsch. Aus der Szene erfahren wir immerhin, dass die Spinne ihr Netz nicht nur aus Ehrlichkeit wie bei Lorca gebaut hat, sondern logischerweise auch mit Intrigen und Boshaftigkeit. Ist wohl auch zu erwarten gewesen, macht Waterloo leider in der Konsequenz auch irgendwie "uninteressanter". Viel mehr Platz seh ich allerdings für ihn auch nicht in der Geschichte. Er ist und bleibt ein Spielball der Mächtigen, allerdings glaube ich, dass Carlas Machtgier ihm irgendwann seinen Kopf kosten wird. Durch ihre Hand und die eines anderen, weiß ich noch nicht.
      Zu Waterloo enthalte ich mich. Schön aber, dass dir Carlas Methoden bei ihm auffallen. Während sie bei Lorca knallhart ehrlich war, gar eigene Unsicherheiten bezüglich der Zukunft offenbarte, wickelt sie Waterloo genau wie Harley mit geschickten Lügen um den Finger. Ob sich Waterloo daraus befreien oder in ihnen ersticken wird - lasse ich noch offen. Mal schauen, was der Charakter noch bringen wird.

      Vexor schrieb:

      Auch in der Vergangenheit bekommen wir noch einmal eine Dosis der drei Frauen, die uns immerhin darüber aufklärt wie Luca, Effie und Sol die Ruinen verlassenen und die Lunata erreicht haben. Wohin die temperamentvolle Wespe entschwunden ist, bleibt noch offen. Vielleicht spielt sie noch eine Rolle bei der Befreiung Lucas, oder vielleicht auch nicht. Wäre wünschenswert, da du ja doch noch einiges an Background angedeutet hast.
      Ja, Sol hat noch ihre Rolle zu spielen. Die zahlreichen Fragen bleiben nicht unbeantwortet.

      Vexor schrieb:

      Zu guter Letzt noch der mysteriöse Hundeliebhaber, in dessen Person auch ich Ulysses vermute. Als du Nickleby so beschrieben hast, musste ich unweigerlich an Clockwork Orange - besser gesagt seinen oberirdischen Zwilling denken - und bin daher froh, dass du das Motto der Industrialisierung noch einmal aufgreifst. Scheint insofern auch passend zu sein, um es dem immergrünen Saoirse Láire entgegen zu stellen. Der Name viel auch schon einmal im Zusammenhang mit Lorelais Familie, welche diese Stadt wohl auch aufgebaut haben. Kann es demnach sein, dass uns der nächste Arc der ersten Sondereinheit der CP0 näherbringen wird? Mit Shrimati und Cassiopeia wäre dies ja nicht einmal so unwahrscheinlich, denn auf den Arc im bo'schen Irland glaube ich noch nicht. Zumal dann der Zufall Callaghan und den Rest der Gruppe zusammenführen würde, da beide Ziele ironischerweise gleiche sind, und das würde mir irgendwie nicht so gefallen.
      Viele gute bzw. richtige Ansätze. An meinen zahlreichen Andeutungen kannst du ja bestimmt mittlerweile ableiten, wo die KGJ als nächstes Station machen werden. Gucken wir mal, ob sich meine Version der Industriestadt mit deiner wird messen können. CO hat aber auf jeden Fall für ordentlich Motivation und Inspiration gesorgt. Danke dafür schonmal im Voraus. :D
      D. Draig

      D. Draig schrieb:

      Verdammt! Diese Passagen waren ziemlich verstörend und wirkten so als kämen sie direkt aus den Fiebertraum eines größenwahnsinnigen, der sich als Messias ansieht.


      Ich hoffe doch sehr wir können in Zukunft noch weitere Text ausschnitte aus deinen „Necronomicon“ lesen. Wenn wir schon gerade bei Thema Lovecraft bin, lernen wir einen weiteren Anhänger des Grünen Königs, Grotto Cargo, vermutlich so was wie ein Tiefsee-Anglerfisch Fischmensch, oder auch Dagon genannt. Für diejenigen die mit Lovecraft und den ganzen Cthulhu-Mythos nichts anfangen können, Dagon ist eine Gottheit, besser gesagt eine Art Fischgottheit, den man auch Vater Dagon nennt und dessen gemahlen Mutter Hydra nennt.
      Klar, ich hab sie ja auch geschrieben. xD

      Ja, natürlich werde ich noch weitere Abschnitte der Apokryphen zu Papier bringen. Allein der Atmosphäre wegen. Außerdem macht es Spaß, den Bibelduktus zu imitieren und gleichzeitig zu penetrieren. Muhahaha

      Zu Dagon kann ich nur zustimmen. Schön, dass ich da auf deinen Beitrag verweisen kann. :D

      D. Draig schrieb:

      Wie ausschaut hat es den armen Kaspar erwischt, nicht nur hat er eine Hand verloren, sondern soll noch zu Grottos Braut werden, oder seine „Mutter“ Hydra. Abgesehen von Grottos verlangen Kaspar sexuell zu missbrauchen, scheint der DeBraz an starken Soldaten interessiert zu sein, ich nehme mal an das Markus noch am Leben ist, vermutlich um dies in seinen Kult zu rekrutieren, ob freiwillig sei mal dahingestellt, wobei vielleicht eine kleine Gehirnwäsche könnte helfen oder durch andere Mittel, es hieß ja das der Grüne König ein Talent hat Menschen zu etwas zu bringen das sie nicht wollen. Oder er hat ganz andere Interessen und andere Pläne mit ihnen, die sich mir noch nicht ergeben, aber behaupten kann das sie kein Stück besser sind als seine üblichen Handlungen.
      Jop. Die beiden Jäger haben ein denkbar schlechtes Los gezogen. Ob Kaspar nun schlimmer dran ist als Markus oder umgekehrt...lasse ich mal euch entscheiden, wenn es soweit ist. Ich würde die beiden aber nicht unbedingt beneiden.

      D. Draig schrieb:

      Gut ich sage mal vorerst Mercedes ist Pestilenz, O`mara ist Hunger, Krill isr der Tod und Flint ist der Krieg. Cal ist kein Reiter, sondern dieser Ignatius, der eine wichtige Rolle für ihm oder besser gesagt für seinen Kult ist und die vier Reiter stellen seine Widersacher dar. Natürlich kann ich es auch falsch Interpretiert haben.
      Ja...okay. Gute Interpretation. Ähm. Weiter im Text. xD

      D. Draig schrieb:

      Weiter geht’s mit den restlichen Kopfgeldjägern. Cal und Mercedes sagen noch ein paar liebe Worte bevor sich die Truppe trennt. Die einen Jagen Carla, dieser hinterlistigen Arachne, die Luca als Geisel hält und Gott weiß wohin fährt, vermutlich zu Ulysses oder doch vor erst wo anders. Während dessen dürfen wir uns in Zukunft auf ein Buddy-Road-Tripp mit Cal und Flint freuhen, mal schauen wie lange sie mit einander aushalten ohne sich an die Kehle zugehen, und ich meine damit wie lange es braucht bis der Barghest an Flints Kehle herum knabbert.
      Richtig. Die Handlung spaltet sich und mein Plan sieht vor, beide Stränge komplett unterschiedlich aufzuziehen. Quasi ein "Taiga/Schloss 2.0"
      Hoffentlich klappt es diesmal besser und...ja, das mit Flint und Cal wird noch eine sehr interessante Geschichte. :D

      D. Draig schrieb:

      Kommen wir zum Schluss zu Carla und Lorca, die uns mit der Badeszene und denn verhalten der beiden Damen während deren Gespräches ein wenig Les Yay, vielleicht habe ich die ganze Szene falsch interpretiert. Schön zu sehen das Lorca über Harley, mehr oder weniger, hin weg ist und ihr Leben ohne ihm weiterführt. Wobei ich mich frag wie der gute Waterlou das alles aufnimmt, wird er Harley weiter hinter her trauern oder wird eine entscheidende Charakterentwicklung durchmachen, ich hoffe es zumindest.
      Lorca ist Harley entkommen, jedoch zu einem hohen Preis. Richtungslos kann sich sich nur an eine führende Hand klammern, in diesem Falle Carlas. Eine sehr paradoxe Situation für eine Frau wie Lorca, die zweifellos zu den mächtigsten Figuren meiner FF zählt.
      Waterloo hingegen scheint kaum gewachsen, wobei ich mit ihm auch noch etwas vor habe. Der letzte Drops ist noch nicht gelutscht. ;)
      qoii

      qoii schrieb:

      Kaspar und Markus, wer hätte gedacht, dass wir nochmal etwas von den Beiden wiedersehen, wobei wir von Markus eigentlich nur gehört haben, dass er weiter hinten für den Grünen König reserviert worden ist. Denn leider hat der gute Plan, die Beiden in eine völlig falsche Richtung zu schicken, nicht funktioniert, den sie sind Grotto in die Flossen gelaufen. Wobei jetzt auch die Frage interessant wäre, ob dieser schon länger auf der Insel gelebt hat, mit seinem König und der ersten Dienerin in ID eingesperrt war oder dorthin befohlen wurde.
      Cargo ist zusammen mit den anderen sympathischen Gesellen aus dem Impel Down befreit worden. Das kann ich schon sagen. Damit dürfte vielleicht auch klarer werden, wie die jungen Armonika die ersten Jahre in der Eisigen Hölle des ID überlebt hat.

      qoii schrieb:

      DeBráz Name für ihn ist Dagon, den wir schon in den Zeilen aus dem Apokryphen als Pilger kennenlernen durften. Anscheinend ist Dagon wie Ignatius eine wichtige Person in diesen. Wobei es in dem Textauszug fast so klingt, als wäre Ignatius nicht hundertprozentig positiv besetzt, da der Pilger über die von Ignatius getöteten Schlangen zu weinen scheint oder sollen die Zeilen beuteten, dass... die Schlangen Sünder waren und zur Strafe von Ignatius getötet wurden und Dagon über die vielen Sünder weit, die bestraft werden mussten. Weiterhin klingt es am Ende des Auszuges so, als würde Drogan den König töten und seine Stelle einnehmen, aber als eine richtiger und der Religion zugehöriger und gewollter Akt. Na ja warten wir mal ab, was noch in diesem "interessanten" Buch steht und wie DeBráz es letztendlich interpretiert.
      Nicht ganz. Der Pilger bzw. neue König schneidet Dagon aus seinem eigenen Körper, wie Gott Eva aus Adams Rippe. Eine weitere kranke Allegorie.^^
      Ansonsten hast du aber Recht, Ignatius ist nicht unbedingt positiv besetzt - im Gegensatz zu den ominösen Schlangen etc. Das sagt wohl einiges aus. xD

      qoii schrieb:

      Denn auch für Cals Gefährten hat er Entsprechungen in den Apokryphen gefunden, die an die apokalyptischen Reiter angelehnt zu sein scheinen, wobei diese erstaunlicherweise seine Gegner zu sein scheinen. Bei dieser Sekte hätte ich sie eher für einige der Hauptheiligen gehalten.^^ Die Bezeichnung der Schiffsheilerin als Pestilenz ist dabei auch wieder eine wunderbare Verdrehung der Tatsachen und auch O'Mara als Hunger passt auf sein aussehen. Daneben würde ich Krill vielleicht als Krieg sehen, da ich meine mich zu erinnern, dass diese Gestalt oft in einer roten Rüstung auftritt. Der vierte Reiter scheint bei dir die Verdammnis zu sein, zumindest wenn man das Zitat zu Grunde legt. Dies müsste ann Flint sein und wenn man Cal fragt, würde er definitiv zustimmen. Flint ist die Verdammnis. ^^
      Jop, sowohl die vier Reiter als auch die sieben Todsünden stehen auf Seiten von Ignatius, welcher als Gegenspieler des GK auftritt. Das mit Krill ist interessant, ich schicke aber voraus, dass ich die Reiter etwas anders anlegen werde als in der Bibel. Siehe den weißen Reiter, welcher oft als Tod interpretiert wird und bei mir eben "Verdammnis" heißt. Das macht das ganze dann etwas vager und grenzt es besser ab. Das mit Flint ist aber ein guter und ziemlich treffender Gedanke. ^^

      qoii schrieb:

      Um diese endlich Loszuwerden will er sich mit ihm nun alleine auf den Weg machen, um Harley weiter zu verfolgen. In wieweit dies jetzt letztendlich nötig war und ob er sich nicht mit dem Rest seiner Crew nach dem Verlassen der Insel, bzw den beiden Häfen, hätte treffen können, kann man innerhalb der Story diskutieren. Aber du wirst schon deine Gründe haben. Ansonsten fand ich aber auch das Telefonat zwischen Mercedes und Cal sehr eindrücklich, es spiegelte die Veränderungen (zwischen den Beiden) wieder, seit die Verdammnis über die KGJ gekommen ist.
      Cal hat seine Gründe, welche auch nicht unbedingt selbstlos sind. Ihn und Harley verbindet mehr, als es bisher den Anschein machte. Und dass er nun nicht alle Erfolge der vergangenen Monate stehen und liegen lässt, um Luca zu retten, sagt auch einiges über ihn aus. Ob gutes oder schlechtes...das überlasse ich euch.

      qoii schrieb:

      Luca hat derweil einen sehr starke Szene gegen Waterloo, bei dem wir Erfahren, dass Carla wie erwartet nicht immer die Wahrheit erzählt und ihre neuen Untergebenen genauso Manipuliert wie Harley es getan hat, wenn auch auf eine etwas andere Art. Waterloo hat sie eine einfache Lüge erzählt, die sich aber noch bewahrheiten könnte und Lorca... ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, es ist schon eine andere Art von Manipulation, wobei ich der leicht sexuellen Komponente im Bad irgendwie nicht zu viel bedeuten beimessen würde. Allerdings muss ich bei Lorcas Vornamen/ Nachnamen(?) Dionisia immer an Dionysos denken und verbinde ihr Wesen und ihre Handlungen immer mit den Sagen um diesen Gott, was bis jetzt irgendwie immer etwas gepasst hat. Also ihr leicht wirres, impulsives, auf eine gewisse Art leidenschaftliches Handeln.
      Das trifft auf Lorca auch noch zu. Immerhin hat sie sich Harley emotional und mental so stark hingegeben, dass sie nun vollkommen orientierungs- und richtungslos ist. So klammert sie sich nun an Carla, obwohl sie selbst natürlich viel mächtiger ist und problemlos ihren eigenen Weg gehen könnte. Mehr zu ihr wird es aber im neuen Arc geben, auf SS war sie ja eher leicht reizbarer Zierschmuck. Den Part um Dionysos solltest du aber im Hinterkopf behalten. ;)

      Waterloo hingegen wird wieder ähnlich manipuliert. Lügen, Intrigen, seine Unsicherheit wird ausgenutzt. Ein Charakter, dessen Weg in alle Richtungen verlaufen kann.

      qoii schrieb:

      Nochmal kurz zu Dionisia, da ich beim nachlesen das Gefühl hatte, ich habe beim beschreiben meiner Gedanken zu ihr nicht ganz die richtige Kurve bekommen. Sagen wir besser, ihr teilweise sehr wechselhafter Charakter und die Art wie sie sich in mache Dinge hineinsteigert, entspricht in gewisser Art meinem Bild von den Mänaden, den mystischen Anhängerinnen des Dionysos. Wobei es dabei weniger um die Feierbegeisterung der Anhängerinnen geht, sondern er ihre Art sich zu verhalten, besonders in ihrer (etatistischen) Raserei... . Trift es glaube ich immer noch nicht so ganz, aber besser wird es erst mal nicht.^^
      Doch, doch. Die Mänaden sind natürlich ein Motiv, welches auf Dionisia zutrifft. Man muss sich ja nur mal anschauen, wie sie Krill in ihrer Rage auseinandergenommen hat. Besonders im Vergleich zu Carla fällt Lorca als sehr impulsgesteuerte und von ihrem Gefühlen geleitete Person auf. Siehe auch ihre Stresspickel und ihre Nervenzusammenbrüche. Sie ist extrem emotional und extrem instabil. Eine Art des Wahnsinns, die an Dionysos' Wahnsinn durch Hera angelehnt ist. Du bist also absolut an der richtigen Adresse, wenn du an Dionysos und sein Gefolge denkst. Einzig diesen Aspekt der Orgien und freien Liebe habe ich nicht weiter verwendet. Meine FF ist auch so schon explizit genug, auch ohne Orgien inmitten zerfetzter Tierkadaver. xD

      qoii schrieb:

      Sol ist also eventuell in eine ganz andere Richtung entschwirrt, nachdem sie unsere beiden, leider nicht erfolgreichen, Kaperschwestern bei der Lunalata abgeliefert hat. Mal schauen wo sie letztendlich gelandet ist, allzu viele Möglichkeiten dürften ihr ja nicht geblieben sein. Ich gehe immer noch am ehesten davon aus, dass sie sich ebenfalls an Bord geschlichen hat. Mit etwas Glück zeigt sie später Xanana was es bedeutet gestochen zu werden. Das du ein kleiner Sadist bist, der es liebt Luca leiden zu lassen, wurde hier schon oft genug festgestellt und wie dein letzter Kommentar bei Vexor gezeigt hat, bist du dir dessen auch bewusst. ^^
      Ja, lasst euch überraschen, wie es mit Luca weitergeht. Bzw. lest das neue Kapitel. :D
      Sol indes wird noch wichtig. Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen, aber irgendwann...

      qoii schrieb:

      Zu O'Mara und Cassiopeia will mir auch noch dem dritten Lesen nichts spezielles einfallen. Zwar hat sich Ulysses, der bisher mehr als Freiheitskämpfer erschien, als weltgrößter Waffenschieber herausgestellt, der in seinem Reichtum Harley bei weitem übertrifft, aber etwas wirklich konkretes will sie uns auch nicht erzählen. In diesem Zusammenhang fragt man sich aber dennoch, warum er sein Heimatland noch nicht befreien konnte, immerhin dürfte er an genug Waffen kommen, um jedem "Iren" mindestens zwei in die Hand zu drücken und die meisten scheine mit der Besetzung nicht gerade einverstanden zu sein. Weiterhin erfahren wir, dass O'Mara doch noch die einen oder anderen losen Erinnerungen an die Zeit mit seinen "Freunden" hat, aber sie lassen sich nicht mehr zu einem Bild zusammensetzten. Dies zeigt für mich, wie schwierig es ist, wirklich alle Erinnerungen zu erwischen, dies könnte aber auch einen der entscheidenden Hinweise liefern, um im späteren Verlauf den richtigen Anknüpfungspunkt zu finden. Das Cassiopeia, trotz vorhandenen Möglichkeiten ihnen nicht so einfach helfen würde, war eigentlich schon klar.
      Das Gespräch diente auch "nur dazu" die ersten großen richtigen Infos zu Ulysses und seiner Truppe rauszuhauen und klarzustellen, dass Cassiopeia nun die Karten austeilt. O'Mara ist ihr Schlüssel in Ulysses Reich. Zumindest hätte sie es so gerne und momentan hat sie gute Chancen, ihren Willen zu bekommen.

      Das mit den Erinnerungen, die nur schwer zu "erwischen" sind, solltest du im Hinterkopf behalten. Sehr gut erkannt, wie üblich.^^

      qoii schrieb:

      Damit bleibt nur noch Ulysses, wenn dem wir endlich auch etwas mehr erfahren. Ihm scheint es wieder besser zu gehen oder ist auch die gesamte Szene in Zug, genauso wie der Anfang, eine Erinnerung/Traum. Zumindest scheint er nicht mehr kurz vor dem Sterben zu sein, auch wenn seine Stimme wie schon als Kind etwas anders vermuten lässt. Wie auch bei seinem Auftritt als Kind wird er von einem Hund begleitet, auch wenn der Hund, im Gegensatz zu ihm, geschrumpft ist. Trotz seines ganzen Geldes scheint er mehr oder minder Inkognito zu reisen, zumindest was seine Kleidung angeht. Nur der Mantel und die Buchung eines ganzen Abteils stehen diesem im Wege. Allerdings glaube ich kaum, dass es irgendjemand länger mit ihm in einem Abteil aushalten könnte, die Schaffnerin fühlt sich ja ebenfalls ziemlich schnell unsicher. Zumindest bis sie von ihm aufgefangen und anschließend mit etwas Taschengeld gerettet wird.
      Ulysses ist ein spezieller Charakter. Im neuen Kapitel wird sich euch eine weitere Seite offenbaren. Mal sehen, wie ihr dann über ihn urteilen werdet. Ich bin jedenfalls froh, diese Figur endlich aus den Schatten geholt zu haben und freue mich, die Handlung jetzt endlich richtig lostreten zu können. Harleys Fall war ein Meilenstein, der wegweisend für den Rest der FF sein wird. :)

      qoii schrieb:

      Nickleby dürfte eine sehr wichtige Industriestadt sein, aber da sie auch als verfluchte Stadt bezeichnet wird, könnte es die Hauptstadt; sagen wir besser die wichtigste Stadt für die Besatzer sein. Hier scheint einiges produziert zu werden, was sicher zu schlechten Konditionen ans Mutterland verkauft werden muss und anscheinend auch der eigenen Umwelt schadet. Kein Ort wo man sein will, aber sicher der Ort wo man die richtigen Verbindungen finden kann, um an alles mögliche zu kommen und den Besatzern möglichst großen Schaden zuzufügen.
      Guter Ansatz. Mehr dazu, sobald es mehr dazu gibt. Heißt: Im neuen Arc. :D

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    • Arc V - Und die Hölle folgte ihnen

      Kapitel 126 - Penny Dreadful I

      Der sengende Schmerz loderte über seinen Rücken und steckte die zuckenden Weichteile in Brand. Gedämpfte Schreie ließen den Mundknebel zwischen seinen weißen Zähnen zittern, doch kein Laut drang durch die schwarzen Wände seiner blutbesudelten Folterkammer.
      Die Qualen unterwarfen ihn in Schüben; pumpend, wallend wie das Blut, das seine Männlichkeit durchspülte und anschwellen ließ. Wie ein Tier, das nach Freiheit drängt, presste sich sein zum Zerreißen gespanntes Gemächt gegen den Lederschurz und triefte vor verfrühter Lust. Eine schnalzende Schelte gegen sein bloßliegendes Hinterteil bestrafte ihn für diese Sünde, in der Hölle den Himmel gefunden zu haben.
      »Bist du etwa gekommen?«, fraß sich die Stimme der stadtberüchtigten »Bloody Mary« wie das Knistern eines verglimmenden Feuers durch die schwarze Ledermaske, »Warst du wieder unartig? Sollst du nicht gehorchen? Sollst du nicht deiner Herrin gehorchen?«
      Gurgelnde, flehende Laute erstickten an dem blutroten Knebel und vermochten nicht, die erdbeerbraunen Augen der eisblonden Domina gütlich zu stimmen. Ihr verbotener Körper war in Rot gegossen und jeder Schritt, den sie auf ihren gewaltigen dämonischen Absätzen durch den Raum tat, ließ das Leder zwischen ihren Beinen schnalzen und stöhnen.
      »Was machen wir nur mit dir…?«
      Ein Peitschenhieb spaltete den mit Kerzenrauch und Lustschweiß geschwängerten Dunst des Hurenzimmers und hinterließ eine zuckende Brandnarbe auf der linken Arschbacke des quiekenden Opfers. Wie die verführende Rache stolzierte die Bloody Mary an ihrem unwürdigen Sklaven vorbei, der auf allen Vieren an den massiven Eichenholzboden ihres mondänen Kerkers gekettet war. Sein straffer Ganzkörperanzug, an den entwürdigendsten Nischen und Ritzen des menschlichen Körpers ausgeschnitten, schillerte im matten Licht der wachszerfließenden Kerzen und reflektierte die umgedrehten Kruzifixe an den rotbespritzten Wänden. Für einige Sekunden verlor sich die Domina in diesem lusttriefenden schwarzen Spiegel, folgte ihren dunkelumkränzten Schlafzimmeraugen zu den blutroten Lippen und betastete mit strengen Blicken ihre bebende Kehle, über die sich die satanischen Tätowierungen bis an ihre wohlgeformten Brüste entsponnen wie gotische Fassaden aus grauenerregenden Kreaturen. Sie beobachtete sich selbst, wie man exotische Tiere durch Gitterstäbe betrachtet und wartete auf die Kapitulation ihres Sklaven.
      »Wirst du jetzt gehorchen? Wirst du mir geben, was ich verlange?«, zischelte sie schlangenhaft, als ein unseliges Schluchzen über den Mundknebel perlte, und vergrub ihre spitz gefeilten roten Nägel im wunden Fleisch des bloßliegenden Hinterns. Der Gefesselte grunzte und quietschte auf seinen Knien wie eine aufgespießte Sau, während er seine abermals heißbrodelnden Säfte in den schweißgetränkten Genitalien zu stauen versuchte. Zufrieden gestand ihm seine Herrin einen gnädigen Peitschenhieb zu, der den Hoden in einem Anflug von Barmherzigkeit streifte, bevor ihre stechenden Schritte in den Gewölben des unheiligen Sexkerkers ins Unermessliche verhallten. Hinter seiner schwarzen Maske verlor ihr Sklave zunehmend ein Gefühl für den Raum, der ihn entmenschlichte, und alle Sinne bis auf jene, die ihm seine Meisterin in ihrer grenzenlosen Güte zuzugestehen erbarmte.
      Bewusst langsam und lautlos sank die Domina in Rot nun vor seinen verborgenen Augen nieder, bis ihre geschwungene Nase den sublimen Gummigeruch seiner Verkleidung roch, und öffnete den Augenschlitz mit einem entfesselten Ruck.
      »Du darfst mich jetzt ansehen!«
      Die großen, tränenuntersetzten Augen des Angeketteten quollen aus den gealterten Höhlen und besudelten das fieberrote Gesicht.
      In ihnen zu lesen, die stumme Sprache der Lust und Sünde zu entziffern, die jeder Mensch in anderen Zungen lautlos haucht, fiel der Bloody Mary nicht schwerer als das Atmen oder das Foltern. Ihr Sklave wollte mehr; mehr sehen, spüren, auskosten - und so verständig, wie nur eine Hure verständig sein kann, erhob sich seine Herrin wieder, wandte sich körperbewusst um und beugte sich lasziv vor. Nur das schwarze Leder trennte die devot schnüffelnde Nase des Geknebelten nun von ihrem Gesäß, während ihre schlanken Finger mit bühnenhafter Raffinesse eine unheilvolle Metalltruhe öffneten.
      »Ich sehe es in deinen Augen«, raunte die Bloody Mary und erhob sich wie Rauch, einen in explizite Form geschnitzten Holzstab mit schwarzer Lasur mit sich in das Kerzenlicht ziehend, »Du willst Buße tun…Du hast gesündigt…du warst schwach…«
      Der gestopften Kehle ihres Opfers entrann ein entsetztes Fiepen, welches die Bloody Mary mit keiner Regung ihrer rotlackierten Lippen würdigte. Nur die teerschwarzen Lider schenkten ihm ein süffisantes Zwinkern, just bevor sie den langen Dildo tief in ihren unendlichen Rachen schob und mit fließendem Speichel besudelte.
      Kochend wahrte der Sklave den dankbaren Schein, doch in seinem Inneren verknoteten sich ihm Gedärme und Samenstränge zu einer lähmenden Wulst. Schweißtropfen fluteten aus seinen geweiteten Poren und brandeten gegen den schwarzen Ganzkörperanzug, als der schlanke Körper der Bloody Mary aus seinem aufgeweichten Blickfeld verschwand und nur das verfliegende Echo ihrer sardonisch klackernden Absätze zurückließ. Momente zerflossen wie das schwarze Kerzenwachs und tropften von den bebenden Weichteilen des Sklaven, der in endloser Sinnlichkeit und nagender Ungewissheit an den Ketten verharrte. Die erwartungsvolle Stille lag wie ein Fluch über der erotischen Folterkammer, bis die Bloody Mary die schwarze Sünde plötzlich tief in die Darmwindungen des Gefesselten rammte und dessen schreiende Lust aus allen Körperöffnungen presste.

      Der schlanke Leib häutete sich wie eine Schlange und streifte die roten Schuppen der Nacht ab, um in den morgendlichen Nebelfluten wiedergeboren zu werden, die kühl und wohltuend durch die halbgeöffneten Fenster rieselten und wie tautropfen auf dem heißen Fleisch perlten. Lange betrachtete Mary Kelly ihren nackten Körper vor dem großen Spiegel, der nur ihr allein und niemandem sonst gehörte; betrachtete ihre langen Beine und die rasierte Scham, welche schon so vielen gehört hatten. Einst hatte sie der Anblick ihres Körpers angeekelt, doch heute liebkosten ihre erdbeerbraunen Augen jede Nische und Rundung mit der verspielten Neugier eines gefallenen Klosterschülers. Die schwungvollen Hüften schmiegten sich an das wohlgeformte Gesäß, glitten in die angespannten Rückenmuskeln und den schlanken Bauch, über dem ihre wohlfeinen Brüste als die wahren Königinnen dieser verkommenden Welt der Männer thronten. Lächelnd tasteten ihre mit schwarzen Buchstaben tätowierten Finger sie nach Knoten, Unebenheiten und Makeln ab, die sie nicht fanden. Die Perfektion verbirgt sich weder in den Herzen noch den Seelen der Menschen, sondern im sinnlichen Fleische der Mütter und Geliebten - und niemand würde Mary jemals die ihre aussaugen.
      Ihre Augen leuchteten wie glühende Kometen, als sie über ihre fruchtigen Brustwarzen wanderten und die Höllenkreise aufstießen, die die Herrin der Huren auf ihrem Leib beschworen hatte. Grausige Tätowierungen überzogen ihren Nacken und räkelten sich um den schlanken Hals und die bebende Kehle; Schlangen und Spinnen und Skorpione, die sich in einem schwarzen Akt widernatürlicher Liebe vereinten und Netze aus blutiger Seide auf die blasse Haut ejakulierten. Marys Körper gehörte ihr allein und diese Rache war einst ihre Belohnung für ein Leben auf den Knien gewesen.
      Soeben richtete sie sich das sperrige eisblonde Haar - frisierte es zu wilden Strähnen, die wie ein Speerwall aus ihrem Nacken stachen, den Wind punktierten und quer über ihre Stirn ragten - als kontrollierte Stechschritte in ihre kultivierte Einsamkeit eindrangen. Nackt und entblößt drehte sich die Hurenmutter gen Türrahmen, wo sie ihr eigenes frivoles Spiegelbild aus rahmenlosen Brillengläsern ungeniert anstarrte.
      Ihre persönliche Assistentin und Wirtschafterin Fawne Chastain gehörte zu jenem kalkulierenden Schlag emsiger Arbeitsbienchen, die mit der rechten Hand milliardenschwere Firmen vor dem sicheren Konkurs bewahren und mit der linken die obersten Chefetagen um speckfaltige Ehefrauen oder hochstellige Summen Schweigegeld ärmer machen. Die hochgesteckten kastanienbraunen Locken umrahmten das unterkühlte Gesicht einer Frau, die Emotionen wie Brüste gegen das Leben und die Kräfte der Physik höchstselbst zu verteidigen wusste und niemals den Fehler begangen hatte, sich dem unaufhaltsamen Süddrang der Natur geschlagen zu geben.
      »Du hast Lord Hornton nichts erspart«, setzte das Hirn des Bordells anstelle eines überflüssigen Grußes voran und stakste an die Seite der nackten »Mutter«.
      »Er war ein ungezogener kleiner Mann«, schmunzelte die Blonde verstiegen, schenkte Fawnes großem dunklem Mund einen keuschen Kuss und schliff die letzte widerspenstige Strähne zu einem gewetzten Dolch. Fawne wartete dieses heikle Werk schweigend ab, bis sie ihre Herrin mit dem müßigen Tagesgeschäft zu behelligen wagte:
      »Mrs. Ellington ist überzeugt, ihr Mann hält sich eine Hure in Baskerville. Irgendwo im Süden der Stadt, wo keine Fragen gestellt werden und Geld mehr Türen öffnet als Muschis.«
      »Dann scheint ihm nicht allzu viel an seiner kleinen Fickerin gelegen, meinst du nicht? Wie war die Mrs. heute?«
      »Feucht«, konterte Fawne den spöttischen Blick der Bloody Mary, welche sich geschmeidig durch die morgendlichen Schatten zu ihrem Kleiderschrank wühlte, »Wie immer. Wo war ich…?
      »Ellingtons Schlampe in Baskerville…« Mary schnorchelte gedankenverloren in den rauschenden Fällen ihrer Garderobe.
      »Richtig. Nun. Ich würde mich nicht nach Baskerville verfrachten lassen.«
      »Natürlich nicht…keine Frau mit Würde täte das…aber…welche Frau mit Würde ließe sich auch mit…Wo ist denn…?« Mit einem störrischen Schnauben verschwand der nackte Körper der Hurenmutter in den Wellen aus Leder, Latex und Nylon, die ihren Kleiderschrank überschwemmten. Fawne betrachtete dieses illustre Schauspiel mit der buchhalterischen Geduld, die ihre gesamte Natur bestimmte, und atmete erst wieder aus, als Marys tätowierte Hand aus den Tiefen auftauchte, mit dem erlegten feuerroten Ledermantel als Beute.
      »Dein Kampfanzug?«, fragte die Braunhaarige mit einer Überraschung, die selbst das spiegelnde Glas ihrer Brille nicht zu verbergen vermochte, »Was hast du vor? So früh am Morgen…«
      Mary warf ihrer Vertrauten nur ein draufgängerisches Zwinkern zu, bevor ihre langen Beine in sündhafte Netzstrapsen abtauchten.
      »Ziehe Cockys Stunde mit Mr. Duncan vor. Auf den schnellstmöglichen Termin. Er und Mr. Ellington teilen sich alle paar Monate einen muskelbepackten Neger-Stricher, der auf der ›Adler Street‹ Ärsche spaltet. Sie soll dezente - aber durchaus explizite - Andeutungen machen. Duncan wird Ellingtons kleine Schlampe verraten. Zungen lösen sich erstaunlich schnell, wenn sie sich davon ein Schweigen erhoffen.«
      »Du bist eine Teufelin«, schnalzte Fawne süffisant und notierte sich das Nötigste in dem kleinen Büchlein, welches sie stets in ihrem prachtvollen rosigen Dekolleté verwahrte, »Und was wirst du tun?«
      »Ich bin keine Teufelin«, flüsterte Mary geheimnisschwanger und zurrte das rote Leder ihres Mantels mit einem langen, geflochtenen Gürtel hauteng um ihren splitterfasernackten Körper, »Aber ich treffe sie.«

      Ein eisnasser Nebel kroch grau und faulig über die trüben Straßen der rostverkrusteten Industriestadt, auf deren rußigen Pflastersteinen ihre Kinder und Nachgeburten ewigen Bußgang zum Wohle fremder Leben taten, während sich die Stiere des großen Geldes unter ihren blasigen Füßen die Hörner wetzten.
      Der Morgen war kalt und früh angebrochen, und die müden Leiber schleppten sich zu den treibenden Hufschlägen der Pferdekutschen durch die schwarzen Gassen, um für ihr Brot zu singen oder unter die Wagenräder zu geraten. Jeder Leib schlurfte gebeugt, denn die feuchte Soße, die die Luft in bleihaltige Seuche verwandelte, fraß sich bis in die zitternden Knochen und nistete sich tief im Mark ein. Die blechernen Herbstschauer der Nacht bluteten noch aus den schwarzen Gemäuern, bildeten kleine Rinnsale und tiefe Pfützen in den unebenen Straßen und durchnässten die durchgetretenen Schuhe der Pilger, die ihr Dasein in diesem schwarzen gotischen Moloch zu Ehren der Götter des Metalls und der Kohle fristeten. Eine von vielen schrillen Sirenen gellte durch die Luft, nachdem die ersten Seelen bereits fragwürdigen Schutz in den alptraumhaften Backsteinbauten jenseits des toten Flusses gefunden hatten, und wie der Mechanismus einer komplexen Zeigeruhr begann sich die verfluchte Stadt in metallisch-knarrender Monotonie zu regen.
      Heißer Dampf zischte aus den hohen Türmen und schmalen Luftschnitzen, schwarzer Qualm erbrach sich aus den abgestandenen Schonsteinen, die sich wie hungrige Vogelmäuler gen Himmel reckten; die gewaltigen Maschinerien aus bronzenen Zahnrädern und hydraulischen Scharnieren schrieen und grollten stöhnend auf, wie aus einem jahrhundertelangen Schlaf erweckt und hungrig nach dem Fleisch jener, die sich in diesem Leben der Herrschaft des Stahls gebeugt hatten.
      Union Black, die unheilige Gebirgskette der Fabriken und Feuertürme, lötete im Norden der Stadt ein brennendes Schlachtgemälde in den bleiernen Morgenhimmel, vor dem sich die Umrisse des übrigen Nicklebys schattenhaft abzeichneten; ein kathedralisches Geflecht schwarzer Straßen und zyklopischer Backsteingemäuer, zwischen deren bedrückenden Ziegeln metallene Streben und zum Zerbersten gespannte Stahlseile ein gewaltiges labyrinthisches Spinnennetz durch die Stadt schmiedeten. Der Lärm der dampfbetriebenen Apparaturen und kohlenfressenden Maschinen donnerte wie Kriegsgebrüll durch die nebligen Gassen und ratterte wie ein endloser Zug über die verlassene Senke hinweg, die ein verschlammtes Flussbett zwischen den gezähmten Wassern des »Pirrip« und dem schwarzen Fabrikwald von Union Black mimte. Das Gammon Borough »Cattle’s Corridor« war das verrottende Elysium der Ratten und Verfluchten und jener gescheiterten Existenzen, die das malmende Uhrwerk der Stadt wie den giftigen Kohlenqualm tagtäglich ausstieß und mit dem Müll in den Pirrip warf, wo sie früher oder später in dieses Nickleby’sche Jammertal gespült wurden.
      »Extrablatt! Extrablatt! Welt im Chaos! Zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten noch immer spurlos verschwunden! Ganze Nationen führungslos! Die Weltregierung bestreitet jede Beteiligung! Großadmiral Sengoku und Regierungssprecher kündigen großangelegte Ermittlungen an! Lesen Sie’s hier! Exklusiv im ›Queensman Telegraph‹! Extrablatt…!«
      »Morgen, Timmy. Ist heute der Tag der Tage?«
      Mit den großen Kinderaugen, denen Cattle’s Corridor jede Unschuld ausgebrannt hatte, lugte der aschblonde Zeitungsjunge über die zerlumpte Schulter und verschluckte sich lautstark an seiner demütigen Ehrfurcht.
      »S-sie sagen es, Lady Kelly. Heute ist’s soweit, d-das spüre ich. Heute verdiene ich einen Batzen Geld und dann müssen Sie mich bedienen…also…Sie wissen schon…«
      Mary wusste schon; und brachte es nicht über das schwarze Herz, den unterernährten, hormongesättigten 15-Jährigen über die wahre Natur ihres Gewerbes aufzuklären, die ihm kaum mehr als wunde Striemen und brennende Körperöffnungen einbrächte. So lächelte sie ihr berüchtigtes Lächeln - wie immer - und tauschte gewitzt eine der Zeitungen mit einem Bündel Berry aus - wie immer - um sie anschließend keines Blickes zu würdigen - wie immer.
      »Wie läuft’s so mit der Welt?«
      »Geradewegs den Bach runter, so läuft’s«, warf Timmy dem Himmel und der Hölle vor, »Ich sag’s Ihnen, Lady Kelly. Is ganz übel da draußen. Irgendwelche Bonzen und Schickimickis und Krönchen verschwinden über Nacht, und keiner weiß was. Das geht seit Wochen. Und dann dieses riesige Steinungeheuer, das diese Gosse in Gavroche verwüstet hat…und einfach verschwunden is. Wieder weiß keiner was. Is das normal? Das is verkorkst, Lady Kelly. Verkorkst.«
      »Oder verdient«, wisperte Mary, deren Blick längst über den verwaisten Zeitungsjungen hinweggeglitten war und sich in das Innere des »Twisty« auf der anderen Straßenseite gestohlen hatte, »Sag…«
      Timmy schreckte auf. »J-ja, Lady Kelly?«
      »Ist dir etwas aufgefallen?« Sie deutete auf das schäbige Lokal. »Oder jemand
      Schulterzuckend ging Timmy die Karteikärtchen durch, die er in seinem Kopf für die unerreichbare Liebe seines noch jungen Lebens führte. »Kann ich nich behaupten. Ich meine…wen suchen Sie denn?«
      »Eine Frau. Schön, hochnäsig. Elegant gekleidet.«
      »Ja, jetzt wo sie’s sagen«, gab sich der Bursche keck, »Die is mit Admiral Kizaru höchstpersönlich zu Twisty rein. Hat sich Ratte mit Marschgrütze bestellt.«
      »Verstehe…« Marys Stimme klirrte gläsern und fernab jedes Interesses, worüber sich der arme Timmy fast die vorlaute Zunge abbiss. Kurz darauf beugte sich Mary jedoch hinab, ihn mit ihren undurchdringlichen Erdbeeraugen einnehmend, und raunte heißschwanger in sein puterrot anlaufendes Gesicht:
      »Sobald du deinen Schwanz wieder im Griff hast, rennst du so schnell du kannst ins Bordell und sagst den Mädchen, dass sie alles verriegeln sollen. Nur angemeldete Gäste kommen rein. Der Rest bleibt draußen. Verstanden?«
      Timmy, dessen geballte Jugend ihm tatsächlich unangenehm im Schritt zwickte, nickte wie schwachsinnig und nahm gerade noch rechtzeitig in verträumten Fetzen war, wie sich das Gesicht seiner heißbegehrten Bloody Mary von dem seinen löste und sich im dreckigen Gedränge der Kneipe verlor.

      Jeder Fuß, der in das »Twisty« trat, wähnte sich auf einem umgepflügten Acker und glaubte, in den morschen Bretterdielen zu versinken, die sich beim kleinsten Schritt ächzend beugten wie alte Männer auf jungen Frauen. Verschüttetes Bier und getrocknetes Blut welkten aus den schief gezimmerten Wänden und der unheilvoll knarzenden Decke, deren stützende Balken an krebszerfressene Knochen erinnerten.
      »Morgen, Mary!« Estella Twist, ein barbusiger Fuchs aus dem Süden der Insel und gleichermaßen Besitzerin wie Maskottchen des fragwürdigen Lokals, winkte die Domina mit großen Gesten und ohrenzerplatzender Stimme heran. »Was soll’s sein?! Bier, Wein, Schnaps? Ich hab hier bestimmt irgendwo ein sauberes Glas!«
      Mary bezweifelte es. Estellas Geschäftsmodell fußte auf den niederen Ansprüchen ihrer Klientel und der berauschenden Wirkung des billigen Fusels, der in den Hinterkammern der Spelunke in teurere Flaschen gefüllt und den Kehlen in rauen Mengen eingeflößt wurde - bis auch der Einäugige unter den Blinden jede Gefahr für Leib und Seele den Verlockungen des Dämons Trunkenheit unterordnete.
      »Vielleicht Tee?!«, ließ Estella nicht locker, hinter ihrer Theke durch den gesamten Innenraum kreischend, dass die Deckenbalken gefährlich zitterten. So orderte Mary einen großen Pfefferminztee, um ihr aller Leben zu retten, und sondierte den verkommenen Raum voller gesichtsloser Gesichter. Kunden traf sie in diesem - ihrem - Teil der Stadt nur selten an und doch wusste jeder Mann und jede Frau, wer und was sie war: Die Hurenmutter, die Domina, die verbotene Frau. Die Bloody Mary. Niemand wagte ein Blinzeln, als sie auf ihren gewaltigen Absätzen durch den Raum stakste und den erdbeerbraunen Blick in die demütigen Häupter brannte. Plötzlich hielt sie inne - und mit ihr das ganze Lokal. Aus den Schatten, die das diffuse Morgenlicht nicht zu vertreiben vermochte, glühten zwei toxische grüne Augen und luden die Bloody Mary zum Duell. Der Schemen streckte die Hand nach ihr aus, und sein klobiger Zeigefinger zeichnete ein unsichtbares »S« in die stickige Kneipenluft. Stussy. Ohne eine Einladung abzuwarten setzte sie sich, ließ das rote Leder knistern und legte das markante Kinn auf die tätowierten Finger.
      »Wo ist Stussy?«
      Ihre Frage ließ die Mundwinkel des Fremden knittern, seine blassen Lippen regten sich jedoch nicht. Er war kein schöner Mann und hatte gut daran getan, sich die Unterstützung der Dunkelheit für seinen großen Auftritt zu sichern. Denn nun, da Mary ihm direkt gegenübersaß, konnte sie seine Anspannung an den ruhelosen Zuckungen seiner rauen Hände und den dunklen Ringen unter seinen Augenlidern ablesen.
      »Stussy schickt Sie doch, oder?«, setzte sie erneut an.
      »Nein.« Unwillkürlich zerbiss Mary einen Fetzen ihrer eigenen Wange. Seine Stimme brannte wie Säure auf ihrem Gesicht und mochte nicht zu den dunkelblonden Locken zu passen, die ihm quer über die Stirn fielen und über den Ohren wie kleine Hörner aufrauten. »Mein Name…« Er machte eine Pause, die Mary dem dramatischen Effekt zuschrieb, bis sie Twisty mit dem bestellten Tee herannahen sah.
      »Alles okay hier?«, fragte der kokette Rotschopf argwöhnisch.
      »Ja. Das wäre erstmal a-«
      »Ich nehme ein Frühstück nach Art des Hauses«, mischte sich der Unbekannte ein, »Aber ohne die Würstchen.«
      »Also…nur Bohnen und Eier?« Twisty lehnte sich weit in sein Gesichtsfeld, als könnte die Verheißung ihrer prallen Milcheuter seinen Appetit anregen und ihn zu einem kostspieligeren Morgenmahl verführen. »Ein stattlicher Gentlemen wie Sie wird davon doch nicht satt…Wie wäre es mit einem-«
      »Danke, nur das. Packen Sie den Teller voll und ich bezahle, was immer Ihnen angemessen erscheint.« Er konterte ihre verdutzte Miene mit einem liebenswürdigen Lächeln, das weder Zähne noch Emotionen entblößte, und setzte freundlich hinzu:
      »Und einen doppelten Whiskey…auf viel Eis. Danke.«
      Nickend verschwand Twisty, in einem Anflug von Schamlosigkeit den Blick der Bloody Mary suchend, welche das Schauspiel wie ein Wesen hinter Spiegelglas verfolgt hatte. Die Hurenmutter schmunzelte würdevoll, als sie sich seiner Aufmerksamkeit wieder gewiss war, und kippte einen Schuss Milch in ihren Tee.
      »Interessantes Frühstück. Zum Dinner gibt es dann Kaffee und Kuchen? Wer sind Sie?«
      »Ulysses McKenna.«
      Der bleiche Tee trat über die Ränder der Tasse und verwandelte das alte Geschirr in einen sprudelnden Springbrunnen, der die wasserfleckige Untertasse zu einem seichten Becken auffüllte. Selbst als sich die Milch bis auf den letzten Tropfen auf Tasse, Teller und Tisch verteilt hatte, zitterte die kleine Karaffe noch in Marys verkrampfter Hand.
      »Damit hätte ich anfangen sollen«, seufzte Ulysses selbstironisch und nahm der salzstarren Frau die Kanne etwas unbeholfen ab, »Sie brauchen keine Angst vor mir zu haben. Ich werde den Monstergeschichten Ihrer Presse über mich nicht gerecht. Jedenfalls nicht allen.«
      Marys Haut hatte die Farbe ihres eisblonden Haares angenommen, welches sich in diesen Sekunden noch härter und stachliger zu sträuben schien. In dem Bemühen, ihren eigenen Körper wiederzufinden, tasteten ihre rotbraunen Augen das kränkliche Gesicht ihres Gegenübers ab, als wollten sie sich von dessen Menschlichkeit überzeugen. Geistesabwesend nahm sie einen mechanischen Schluck Tee, stellte die tropfende Tasse auf den überlaufenden Teller zurück und legte die leichenweißen Hände in die Lache daneben.
      »Was wollen Sie von mir?«
      Ulysses, der während ihres Schocks sein Essen erhalten und Twisty mit unmissverständlichen Blicken wieder fortgeschickt hatte, schob sich einen großzügigen Löffel Bohnen in den Mund und schmatzte:
      »Naja…Ich will Sie weder töten noch vergewaltigen…noch ausweiden. Und ich werde Ihnen auch nicht die Genitalien in die Augenhöhlen stopfen oder welche perversen Geschichten Ihr euch sonst noch über mich ausgedacht habt.«
      »Da dürfen sich meine Genitalien wohl glücklich schätzen«, witzelte Mary witzlos. Ulysses raffte die dunkelblonden Brauen zu einer bekümmerten Maske.
      »Gucken Sie mich bitte nicht an, als würde ich gleich Ihre Kehle rausbeißen. Ich bin kein wildes Tier. Ich will Ihnen ein Geschäft vorschlagen, nun da ich…« Seine freie Hand fuhrwerkte in den teuren braunen Mantel, der neben ihm auf der Bank lag, und zog einen mit großen, roten Lettern beschriebenen Kaufvertrag hervor. »Das Bordell gekauft habe.«
      »Aber Stussy…«, hauchte Mary unwillkürlich und kraftlos; ihre Ruhe und Berufserfahrung schienen von der Lawine aus grünem Feuer fortgerissen, »Sie hat…?«
      »Sie hat sich damit arrangiert«, wiegelte Ulysses beschwichtigend ab, »Mein Angebot war großzügig. Wirklich. Und Stussy lebt, bevor Sie fragen. Trinken Sie.«
      »B-bitte…?«
      Seine stoischen Augen mäanderten zwischen Mary und seinem Whiskey hin und her. Widerwillig führte die Domina das milchige Kristallglas an ihre Lippen, zögerte aber, bevor sie das bernsteinfarbene Gift die trockene Kehle hinunterjagte. Augenblicklich entfachte der Alkohol eine Zündschnur, die sich knisternd durch ihre Adern brannte und das Eis in ihrem Leib einschmolz. Ihre aufgetauten roten Lippen vermochten sich jedoch zu keinem Lächeln durchzuringen. Stattdessen fragte die wiedererwachte Bloody Mary beklommen:
      »Sie besitzen also das Bordell. Was kommt jetzt auf meine Mädchen und mich zu, Mr. McKenna?«
      »Eine Chance«, murmelte der Bastardkönig durch die schiefen, essenverdreckten Zahnreihen, »Das da.« Seine Gabel erdolchte pantomimisch den Vertrag. »Ist nicht mein Vertrag mit Stussy. Sondern ein Blanko-Vertrag. Unsere Namen stehen schon drauf. Wir müssen nur noch unterschreiben, und das ›Forbidden Woman‹ gehört ganz Ihnen.«
      Mary stockte. Die Verbotene Frau.
      Sie war diese verbotene Frau, wie es so viele vor ihr gewesen waren, seit sich die verfluchte Stadt an ihrer eigenen stählernen Nabelschnur aus den Schößen der Kohlengruben und Dampfapparaturen gezogen hatte. Endlich, nach den unsäglichen Jahren der Leibeigenschaft unter der Rotlichtkönigin Stussy, die ihre gierigen manikürten Finger unter die Huren gehalten und das Geld aus ihnen herausgeschüttelt hatte, schien Mary nur die Hand ausstrecken zu müssen, um aus ihrer Misere ein Vermächtnis zu machen. Die Königin ist Tod, lang lebe die Königin.
      Doch nur allzu schnell wachte die junge Hurenmutter aus ihrem naiven Tagtraum auf. Sie hatte sich angemaßt zu vergessen, auf welchem Haupt diese Krone noch ruhte und wessen Ring sie zu küssen hatte; zumindest für diese letzte Sekunde.
      Der Bastardkönig hatte den Teller leergeputzt und beobachtete sie aus seinen glühenden grünen Augen, ohne den ihren zu begegnen. Erst als Mary sich räusperte, fokussierte Ulysses McKenna seine Pupillen wieder auf ein klares Ziel - welches ihre Nase oder ein Bild an der Wand hinter jener zu sein schien.
      »Was muss ich tun?«, fragte die Domina abgebrühter als zuvor.
      »Ich installiere einen neuen Spieler in der Stadt«, erklärte Ulysses unaufgeregt, ein kleines harmonisches Lächeln parodierend, »Eine Dame namens Penny Dreadful
      »Wie diese billigen Hefte?«
      »Wie diese billigen Hefte.«
      Beide spiegelten das Schmunzeln des jeweils anderen, bevor Ulysses fortsetzte:
      »Mir ist an Miss Dreadfuls…raschem Aufstieg in der Stadt gelegen.«
      »Und ich kann dabei wie behilflich sein…?«
      »Ich weiß um Ihre Melkkünste, Miss Kelly. Sie melken ihre Kunden, wortwörtlich und…«
      Mary nickte zähneknirschend. »Informationen sind Macht.«
      »Macht, die ich in vertrauenswürdige Hände legen will.«
      »Sie wollen Ihren Einfluss über die Stadt…die Insel ausweiten - und meine Mädchen sollen Ihrer…Spielfigur dabei helfen?«
      »Mir ist klar«, schlug Ulysses’ Gossenstimme einen friedfertigen und sonderbar vertraulichen Tonfall an, »Dass Sie Ihre Heimat nicht an den Fäden eines lairischen Gangsterbosses baumeln sehen wollen. Aber…«
      »Nein«, unterbrach ihn Mary höflich. Ihre Fingernägel bohrten sich in die weißgepressten Handballen, während sie bestimmt nachsetzte:
      »Meine Mädchen, das Bordell, Cattle’s Corridor. Die sind in dieser verkommenen Stadt für mich wichtig. Nickleby ist keine Heimat, für niemanden. Nur ein Dschungel aus Zahnrädern und Schlöten, in dem jeder um sein Überleben kämpft. Ich…ich habe meinen Mädchen versprochen, dass sie bei mir überleben werden. Dass sie bei mir sicherer sind als auf der Straße. Also…Versprechen Sie, Cattle’s Corridor mir zu überlassen, und ich werde auf Ihr Angebot eingehen.«
      »Sie missverstehen mich«, nuschelte Ulysses leise und orderte gestisch einen weiteren Whiskey, »Ich unterbreite Ihnen kein Angebot und das hier ist auch keine Verhandlung…Ich möchte nur ein wenig Überzeugungsarbeit leisten.«
      Mary verzog die dunklen Lippen zur einer argwöhnischen Sichel, die tief in ihre flache Wange schnitt und Ulysses zu verunsichern wusste. Einem stimmhaften Schnauben folgten die Worte einer Frau, die sich plötzlich mit ihrem Schicksal einig schien:
      »Wieso? Sie könnten mich zwingen. Tun Sie nicht so, als wäre der Dämon einsam, den die Presse auf Ihren Rücken gesetzt hat.«
      Für einen Moment grinste Ulysses dreckig und breit wie ein Nachbarsjunge, der einen keuschen Blick auf die nackten Reize jenseits seines Zimmerfensters erhascht hatte, und leckte sich mit der Zunge ungeniert über die gelben, schiefen, abstoßenden Zähne. Gegen ihren Willen starrte Mary das berühmte Gossenmaul des Bastardkönigs an - und dankte der durch die Stille brechenden Twisty aus tiefster Seele.
      »Hier der Whiskey…auf viel Eis. Sie verderben ihn, das wissen Sie aber?«
      »Und er verdirbt mich«, schmunzelte Ulysses schnell und zahnlos und liebenswürdiger als die Unschuld, »Machen Sie mir bitte die Rechnung fertig? Alles zusammen.«
      Twisty entschwand und Ulysses schlug seine brennenden Augen wieder in Marys kreidebleiches Gesicht. Seine Stimme triefte giftig in das Glas, während er murmelte:
      »Es stimmt. Ich könnte Ihnen wehtun, Mary. Ihnen und Ihren Mädchen. Ich könnte Sie zwingen, mir zu dienen. Ich könnte Sie zwingen, hier und jetzt unter den Tisch zu krauchen und mir den Schwanz zu lutschen und zu schlucken. Weil Sie wissen, wozu ich imstande bin. Weil Sie Angst vor mir haben. Aber diese Macht der…Angst und Gewalt und Unterdrückung…diese Macht ist fragil und trügerisch. Es braucht nur einen mutigen Menschen, einen Helden, der aufsteht und sagt: ›Es ist genug!‹. Ein Funken Hoffnung reicht aus, um diese Welt in Brand zu stecken. Ich habe es erlebt. Habe gesehen, wie ein solcher Funke ein Feuer entfacht hat.« Seufzend zog er einen Stift aus der Brusttasche seines grünen Flanellhemds und unterschrieb den Vertrag. » Alles ist Papier. Und kann brennen.«
      Ernst schob er Mary den Vertrag zu und reichte ihr seinen Stift. Sie unterschrieb mit schreiendem Herzen und leeren Gedanken, während Ulysses sich seinen Mantel überstreifte.
      »Es gehört Ihnen. Glückwunsch. Wenn es nur das ist, was Sie wollen, dann nehmen Sie den Wisch und gehen Sie. Jetzt. Sie werden mich nie wiedersehen. Miss Dreadful müssen sie ebenso wenig kennenlernen. Aber ich bin mir sicher, dass sie bei diesem Geschäft mehr herausschlagen können, als sie sich im Moment vielleicht vorstellen können. Sie wollen Cattle’s Corridor? An Miss Dreadfuls Seite können Sie das ganze verdammte Commonwealth haben. Treffen Sie sie, reden Sie mit ihr. Lassen Sie sich überzeugen, dass keine Macht so gewaltig ist wie die Macht, die auf gegenseitigen Interessen basiert. Und bitte…halten Sie mich nicht für ein Monster, nur weil ich mich nur selten bei Tageslicht hinaustraue.«
      »Das alles…Sie überlassen mir das Bordell, nur damit ich mich mit dieser Dreadful treffe?«, fragte Mary irritiert.
      »Ja«, bekräftigte Ulysses ehrlich, bevor er den Whiskey hinunterkippte und nach seiner prallen Geldbörse griff, »Sie kontrollieren Cattle’s Corridor, den gefährlichsten Stadtteil dieser verdammten Stadt. Die Leute fürchten und respektieren die ›Bloody Mary‹ und ich müsste wahnsinnig sein, mir diesen Respekt nicht zunutze machen zu wollen. Ich zwinge Sie nicht, Mary. Ich bitte Sie um eine Zusammenarbeit.«

      Zwei Stunden später

      In einer anderen Zeit hätte Mary Kelly vor den hohen, geschwungenen Portalen und herrschaftlichen Säulen geknickst, die die mottenweiße Außenfassade des höchst noblen, von höchster Stelle frequentierten »Dahlia Clubs« bildeten und mit ihrem klassizistischen Charme an den Überrest einer untergegangenen Zivilisation gemahnten, der von einer großen Flut in das Herz der fountischen Hauptstadt gespült worden war. Eine erhabene, geschichtsträchtige Stille wachte in den gläsernen Blicken der verhangenen Fenster und schien sich etwas auf die gewichtigen Entscheidungen einzubilden, die in den hellen Mauern zum Wohle des Empires und Verdruss des Menschenvolkes gefallen waren. Noch immer verhüllte allein Marys roter Ledermantel ihren nackten Körper, der niemals fror und stets kalt war, als er durch das verschnörkelte, seltsamerweise geöffnete Eingangstor trat und in die ehrwürdige Zwischenwelt der Reichen, Mächtigen und Ausgedienten eindrang. Zeitlos, formlos, wie Rauch in einer Flasche waberte die Luft im menschenleeren Vestibül und rieselte einen Hauch feinsten Staubes in die gerümpfte Nase der Domina. Sie war allein an einem Ort, der in 250 Jahren niemals verlassen gewesen war. Von grotesken Gebilden, in denen Mary Möbel sehen wollte, rannen lange weiße Laken aus flüssigem Marmor und sogen das wenige Licht ein, das in die schattigen Stadttäler des noblen Heiress Borough »Anne-The-Splendid« zirkulierte. Motten aus Licht und Staub tanzten vor den halbverhangenen Fenstern, umschwirrten das stoische Haupt der eisblonden Schönheit in ihrer Mitte. Mary durchwanderte diese tote Stätte mit der grausigen Gewissheit, dass in ihr einst Leben geherrscht hatte, und legte die Hand an den Gürtel ihres Mantels.
      »Hallo?« Ihre Stimme verhallte ins Nichts. Selbst die Staubmäuse ließen sich nicht verscheuchen.
      Langsam stieg Mary auf ihren hohen Absätzen die Treppenstufen hinauf, die sich an den imitierten Künsten alter Meister die Wand entlang gen Dach wanden. Der kratzige Gestank von Staub und Verlassenheit drang umso tiefer in sie ein, desto höher ihre Schritte sie trugen und presste ein dumpfes Keuchen aus ihren verengten Lippen. Über der Treppenschwelle hielt die Domina inne, horchte auf eine Reaktion des alten Hauses - oder ein Lebenszeichen. Ein tiefes Seufzen lüftete den allgegenwärtigen Dunstschleier, dann stolzierte die Bloody Mary in das obere Stockwerk und öffnete mit der Geisteskühle der Verzweifelten, die sie einst gewesen war, die gewaltigste Flügeltür der Etage. Schwärze, so finster wie das Auge der Nacht, kroch an ihre Füße und knabberte an ihren Schuhspitzen. Mary glaubte, eine lange verschollene Krypta zu betreten und setzte ihre Füße voran, als achtete sie auf bloßliegende Knochen.
      »Hallo…?«, fragte sie die Leere abermals - und erhielt endlich eine Antwort. Ein einzelner Kronleuchter im hintersten Winkel des unüberschaubaren Saals stieß ein elektrisches Surren aus und malte ein schauriges Purpur in die Schemen, hinter denen unzählige Galerien in die verputzte Wand ragten. Mary war gewillt, dem Licht zu folgen, als plötzlich eine schwarze Kreatur in das Rot schwebte. Sie glitt lautlos den obersten der Ränge entlang und erinnerte die Domina auf groteske Weise an eine ungeheure Spinne auf unsichtbaren Fäden.
      »Miss Kelly?«
      Wie erstochen blieb der Blonden die Luft weg; die schneidende Stimme des Wesens, welches sie direkt vor sich gewähnt hatte, bohrte sich gleich einer rostige Klinge in ihren Rücken:
      »Hier drüben.«
      Dort stand sie. Aus den Augenwinkeln sah Mary noch immer die Spinne in ihrem Netz, doch allmählich machte sie das Gesicht der Frau in der Düsternis aus. Ihre blasse Haut strahlte geisterhaft und betonte das polierte Lächeln der rabenschwarzen Lippen, denen der eiskalte Glanz in den schlangengrünen Augen jede Freundlichkeit nahm. Unfähig, die Zunge zu rühren und Worte zu formen, fühlte Mary nur die Schatten, die sich wie bleierne Fäden um ihre Glieder zu schnüren schienen. Penny Dreadful indes tunkte ihre leichenweißen Hände über das Geländer der Empore in die Finsternis und ergötzte sich an der Bloody Mary wie an einer Fliege, die im Netz der Spinne um das nackte Überleben strampelt.

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    • Grüß dich

      Es wird langsam mal Zeit, dass ich mich zum neuen Kapitel äußere. [Hehe!] Der Arc endet, die neuen, umfassenden Character-files sind da, welche einige offene Schicksale klären. Gefehlt haben mir dabei Sol und der korrupte Marine-Angehörige mit dem als häßlich beschriebenen Gesicht. Ich finde es an der Stelle ziemlich witzig, dass ich den vergessenen Namen nicht im Guide nachschlagen kann. ^^
      Abgesehen von ein paar fehlenden Leerzeichen hinter dem jeweiligen Doppelpunkt finde ich es prima, wie du die Teufelsfrüchte und näheren Schicksale beschrieben hast. Gerade bei Kako und Effie, deren Schicksale nicht 'eindeutig' geklärt wurden, finde ich die Festlegung auf lebendig und tot ziemlich gut. Ein paar andere Charaktere hast du offen gelassen, da nehme ich den Guide auch beim Wort, dass wir formulierte, aber nicht "gesehene" Tode entsprechend als solche ad acta legen können.

      Was tote Personen anbelangt: Hast du die erste Luca-Sequenz mit George Mulligan begonnen, obwohl Xanana im Kapitel zuvor eintrat und am Ende des Kapitels auch tot im Kerker liegt? Beim ersten Lesen dachte ich an eine Namensverwechslung, doch nachdem das ganze Mulligan-Schweine-Motiv den Abschnitt charakterisierte, war ich zuerst wirklich irritiert. Einen Rückbezug auf die erste unliebsame Begegnung zwischen Luca und Mulligan konnte ich ehrlich gesagt nicht sehen. Quasi eine Erinnerung an schlechte Zeiten, während Luca in der Gegenwart zum Gegenschlag ausholt, um ihren Peiniger in Notwehr umzubringen.
      Entweder hast du was verwechselt oder ich habe dieses Schreibmotiv im ersten Moment schlichtweg nicht als solches verstanden. Der Bezug auf den Schiffsrumpf heißt, dass wir uns nicht in einer Rückblende des Princesse Suie-Kerkers befinden. Ich gehe beim Interpretieren davon aus, dass du hier das Mulligan-Trauma aufgearbeitet hast und Luca sich dementsprechend zur Wehr gesetzt hat. Mit dem Unterschied, dass sie ihren Peiniger nun töten konnte, anstatt wie auf PS durch Glück zu entkommen, da die von Mulligan zersetzte Renée auch Lucas damalige Ketten mit auflöste. Wir wissen als Leser, wie traumatisiert Luca ist, sodass sie in Xanana ihren einstigen Peiniger wieder erkannte. Als Leser fällt es mir einfach schwer, dem Autor etwas "vorzuwerfen", daher interpretiere ich das so, wie es für mich Sinn macht - und dann sogar ziemlich interessant aufgelöst ist - wenn auch verwirrend. :D

      Den zweiten Punkt, den ich et-was irritierend fand. Was macht ein Bubikopf bei der guten Lorelei. Das kommt nach so einer "schmierigen" Szene davon, wenn man eine Frisur mit einer möglichen alkoholbedingten Kleinstorgie (ab drei Personen) verwechselt. Beim zweiten Mal gelesen ergab auch dieser Satz in seiner Interpretation weitaus mehr Sinn. Doch ich finde es bedenklich, dass mich meine Assoziation gleich zu solchem Schweinkrams führt. Verflucht seist du, Mulligan-Xanana-Schweineeimer. Um bei der Szene gleich zu bleiben: Was ich an der Stelle loben muss, ist die Stimmung, die sich nach dieser wenig erbaulichen Startszene bei mir eingestellt hat. Dieser Mix aus kulinarischer Verführung und gelebter Missgunst zwischen Rexroth und Greenaway war wirklich greifbar.
      Nachdem man erstmal gedanklich durchpustete, sobald die probierte Vergewaltigung im Tod endete, hatte ich zu keinem Moment den Eindruck, dass sich die beiden Agenten gegenseitig die Köpfe einschlagen würden. Es kam mir nicht einmal "von den Charakteren gedacht" nahe, da die ganze Ess-Szene (für mich) ausdrückt, dass sich zwei Menschen gegenseitig misstrauen und mehr oder minder offen verabscheuen, ohne es im lauten Geschrei zum Ausdruck zu bringen. Beide wissen voneinander, dass der andere lieber früh als spät jeden ersichtlichen Stein umdrehen möchte. In dem Moment aber setzte man sich an den Tisch, aß und stellte für einen kurzen Moment das Lauern beiseite. Einfach, da es beide ohnehin so wahrnehmen, und sich keiner irgendwie verstellen muss. Welche Worte Lorelei "nicht" gehört hat und ob diese auch sie betrafen - oder eine andere Dame, das bleibt Spekulatius für den kommenden Arc.

      Den Ulysses-Part werde ich kürzer fassen, da mir ehrlich gesagt nicht der Eindruck kam, dass er ein zwiespältiger Charakter ist. Zwiespältig in dem Sinne, dass er in seinen verschiedenen Facetten nicht einmal einen gewissen Grundton verfolgt. Ulysses ist "offen" freundlich und genauso offen bedrohlich sowie unfreundlich. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass er ehrlich gegenüber seinen guten, wie schlechten Eigenschaften ist und sich so als Person wahrnimmt, wie er (bisher dargestellt) tatsächlich zu sein scheint. Niemand, der sich selbst belügt. Eine gewisse mentale Stärke setzt es schließlich voraus, dass er O'Maras Erinnerungen in sich trägt - und aufzubürden imstande ist.
      Die freundliche wie zynische Geste gegenüber der Zugbegleitung und die impulsive, geradezu entladende Geschichte gegenüber seiner Cousine ist gleichermaßen Ulysses. Im Vergleich zu Harley ist dort weit weniger bzw. gar kein Schein zu erkennen. Auch sehe ich bislang nicht den windenden Opportunismus, den sich Carla zu eigen macht. Der gute McKenna, der als Person (und Whiskeyflasche an Loreleis Delirium zu schaffen macht) der Puppenkönigin gegenübertritt, zeigt mit einem mal, was für ein Feuer in ihm steckt. Die souveräne Darstellung einer kindlich wie erhabenen Teenagermonarchin macht es im Kontrast auch ziemlich geschickt, einem zuvor unscheinbar einzuschätzenden Ulysses mit starken Konturen auszustatten. Insgesamt fand ich die Zeichnung von Catherine recht eindrucksvoll und das, obwohl sie a) ein junger Charakter und b) ein hausbedingt verzogener Charakter ist. (Ein bisschen Ondine habe ich wohl in ihr sehen wollen, um nicht bei befürchteter infantiler Naivität abzuwinken. Hier hat mir die Assoziationen zur Abwechslung geholfen, besser und unvoreingenommener an die royale Figur heranzugehen, hussa!)

      Abschließend, habe ich einen Absatz vergessen?, noch einmal zum zweiten Luca-Part. Ich bin ehrlich gesagt nicht überwältigt vom Arc-Ausklang. Xanana ist tot und wurde als baldige Leiche in Kauf genommen, während Carla versucht, Luca auf die dunkle Seite zu ziehen. Rhetorisch durchaus stimmig aufgebaut, hatte ich nicht eine Sekunde den Eindruck, dass Luca irgendwie an diesen Worten hängen bleiben würde. Ihr Erlebnis mit Xanana/Mulligan ist einfach zu frisch, um sich irgendwie an Carlas Intention gedanklich aufhängen zu können. Oder um das Bild zu komprimieren. Carla hat eine kleine Saat auf Sand ausgesät. Dass da ein Keimling auf fruchtbaren Grund trifft? Das Gefühl hatte ich nicht, wobei es aus meiner Sicht ein durchaus stimmiger Aufhänger wäre, um den Arc mit leisen Zweifeln - die sich durchs ganze Kapitel zogen - schließen zu lassen. So aber endete der Arc mit Carlas, uns Lesern bekannter Motivation/Vorgehensweise, die gefühlt auf sehr taube Ohren trifft. Zweifel am Untergang der Schwarzen Witwe sind bei Luca nicht vorhanden - ihr Ekel, ihr Trauma, alles hat sich in Trotz gewandelt, den sie der Verfolgten entgegenschleuderte. Eine mutige Frau, die sich sehr schnell aus ihren berechtigten Traumata herausgegraben hat. Doch wie viel Kopf bereits luftschnappend aus der Erde schaut? Mit Blick nach oben gerichtet wirklich nicht sehr viel.
      ________

      Abschließend mein Arcreview:
      [Gut fand ich die bisherige Darstellung der Geschichte des Grünen Königs, die eine gelungene Mischung aus verständlichen und verzerrten Passagen enthält. Bei den verzerrten Passagen blicke ich noch nicht durch den Realitätsgehalt durch, da ich von ausgehe, dass das solange gewollt ist, bis wir mehr über den Zusammenhang zwischen Apokryph, Kult und den Bildern haben, die gegenüber Callaghan sowie den eigenen Untergebenen von DeBráz gewählt werden. Weniger gefiel mir der unmittelbare Zusammenhang zwischen Besuch im Impel Down (durch Myzete), der nicht-rügenden Ansprache der Fünf Weisen bzgl. der Flucht des Hunterdämons und dessen Erscheinen auf Harleys Winterinsel. Dieses Nebenfinale zwischen DeBráz und Callaghan wirkte auf mich zu sehr eingeschoben, um eine Trennung zwischen den Kopfgeldjägern herbei- und eine arcübergreifende und zentrale Nemesis für Callaghan einzuführen. Früher oder später musste der Grüne König stärker eingebaut werden, so empfand ich diesen durchaus intensiven Nebenstrang als überladend, ging es nebenher auf Harleys Party schon drunter und drüber.
      DeBráz trat dafür zu selten "live" auf, um seine Rolle auf Szcenia Sorovo derartig stark auf die Harley-Handlung auszudehnen. Ein weiterer Punkt bzgl. der Harley-Handlung ist das Setting der Winterinsel, das mit seinen von Harley geschundenen Einwohnern, den gefundenen Knochen sowie dem "anderen" Teil der Insel einigen geschichtlichen Hintergrund erhielt. So ist Schloss Roßkosch mitsamt etwaiger anderer alter Gebäude in historisches Fundament gegossen, allerdings hatte ich den Eindruck, dass Sczenia Sorovo im Ganzen (Figuren, Handlung, Background) wirklich, wirklich umfassend ist. Wenn man an PS denkt, mitsamt seiner drei Departements, so war der Hintergrund dessen ziemlich klar umrissen. Hier denke ich, noch mehr wissen zu wollen, wissen zu müssen, weshalb es mir schon schwer fällt, dass sich die meisten Charaktere bereits verabschiedet haben. DeBráz und Gefolge könnten noch einigen (abrundenden) Input liefern, wobei meinen symbolischen Euro hier auf Kako setzen würde. Dessen Schicksal ist - inzwischen - so ziemlich als einziges offen geblieben, was gerade bei einem Mann ohne klare Zugehörigkeit wirklich interessant ist. Ganz nebenbei, da der Gedanke nirgends hinpasst, finde ich es verdächtig, dass Rexroths Zyz-Einheit keinen Agenten "CP-001-Z" aufgelistet hat, während Godzilla und Lorelei jeweils einen besitzen. Ob Kako der verdeckte Mann von Rexroth war, wie es Shrimati und Cassiopeia für Lorelei sind? (Kann auch gern in den FF-Theorien ohne Gehalt Thread. :D)
      Ein zweiter Kritikpunkt, neben dem empfundenen Überladen: Dass Luca (durch Harley), Mercedes und dutzende Male Effie vermeintlich über die Klinge gesprungen sind - ist mir als Leser schon entgegengestoßen. Wie sehr du mit dem Gedanken gespielt hast, hier tatsächlich Endgültigkeit einzubauen? Ich vermute ja nicht, obwohl es aus Autorensicht wirklich reizvoll ist, diese Zäsur einzubauen. Zumindest gedanklich durchzuspielen, da es noch so viel zu erzählen geben "müsste". Hätte, hätte, und so weiter. Jedenfalls sterben die Damen der Schöpfung nicht und bei den Herren hatte ich nie Zweifel. Krill, O'Mara, Callaghan - ich fand es stark wie überraschend, dass sie alle Harley überlegen waren. Da habe ich erstaunlich wenige Bedenken gehabt, dass das schief gehen kann.

      Hervorgehoben sei als Gegenpart das stückweite Entzaubern von Harleys Welt und Umfeld, das seine Hybris und Arroganz für jeden - außer ihn selbst - sichtbar zu einem unweigerlichen und logischen Scheitern geführt hat. Die Begegnung zwischen Harley und Flint, das Bild von der klemmenden Pistole habe ich dir genannt, war emotional, intensiv, aufgrund der Fülle dann ein guter Part neben vielen. Für mich war der Teil noch nicht , so blöd es klingt, klischeehaft genug. Mir kam es fast so vor, als hätte Flint Harley auf dem Weg zur Garderobe überrascht, bis es dann zum ungleichmäßigen Schlagabtausch kam.
      Im shonen hatte der Protagonist Wege und Opfer zurückgelassen, um sich seiner auf dem Thron hockenden Nemesis stellen zu können. Wenn ich darüber nachdenke, ist einfach ein starkes Ungleichgewicht zwischen Harley und Flint, was nie so richtig "klischeehaft" auf eine (zumindest moralische) Stufe der Überlegenheit geführt hat. Dass sich Flint den Respekt nicht verdiente und die Buße von Harley einfordern konnte, wie es der Brief von Mr. Rogers formulierte - vielleicht kommt das noch. So wirkt Flint trotz einem Finale auf Harleys Territorium nach wie vor unvollständig an. Mir fiele noch einiges positives ein, doch wenn ich mir die Punkte notiere, die ich für kritikwürdig halte, geht es zügiger. Umgekehrt heißt es ja, dass mir der große weite Rest durchaus zugesagt hat. Doch bei der Qualität ist es nicht leicht, rückblickend ein Loblied mit verschiedenen Stropheninhalten anzustimmen. :)

      -Bo- schrieb:

      Tatsächlich schreibe ich die meisten meiner Kapitel ganz klassisch in meiner winzigen Wohnung, die nur bei zwei-drei Gelegenheiten im Jahr die Sonne sieht und ansonsten im ewigen Dämmerlicht halb heruntergelassener Jalousien existiert. Manchmal sind wir Menschen halt wandelnde Klischees. xD
      Neben dem 'FF-Theorien ohne Gehalt Thread' erhoffe ich mir noch weitere Ansichten (im zukünftig entsprechenden Thread), die sich ein wenig anders anhören. Sonst sind wir Autoren schnell in der Schublade. ^^

      Bis demnächst und gute Nacht!
    • So, meine längere Abwesenheit ist bisher nicht wirklich aufgefallen, da es ja nur ein Kapitel gab, aber als Arcabschluss sollte es auch betrachtet werden. Ebenso der Arc an sich, du sollst ja deine Rückmeldung erhalten^^

      Zum Kapitel:
      Es geht da los, wo es letztes Kapitel aufgehört hat. Kleiner Unterschied: Xanana wurde durch Mulligan ersetzt. Zuerst war ich wie blink ziemlich verwirrt. Allerdings lässt die Detailliertheit der Szene (igitt) kaum Zweifel daran aufkommen, dass es genauso beabsichtigt gewesen ist. Also folgt für mich, wie auch für blink, dass es ein Stilmittel war und es für Luca nur den Anschein erweckte. Kann man machen, aber so ganz ohne Einführung und fast ohne Auflösung ist schon verwirrend. Dafür hast du es noch geschafft, eine weitere Leiche unterzubringen, herzlichen Glückwunsch!

      Danach geht es noch zu einem völlig anderen Schauplatz, den wir schon lange nicht mehr betreten haben. Rexroth Apartment, Frühstückszeit. Zumindest für Rexroth. Heißt dass, es existiert eine Zeitverschiebung? Naja, egal. Die beiden beäugen sich mehr oder wenig offensichtlich, bis dass Vortäuschen schließlich von Lorelei aufgehoben wird. Sie ist nur hier, um Rexroth auszuspionieren, wenngleich das bisher aber nicht gerade erfolgreich war. Es offenbart sich noch, dass sie auf der Suche nach Wahrheit ist. Großes Wort und wenig eindeutig. Welche Wahrheit? Diese Frage präziser wäre wohl: zu was die Wahrheit? Das weiß ich nicht, zu lange her...
      Gefallen hat diese Passage aber durch diese Essszene auf jeden Fall, da es dem eher ernsten Gespräch doch noch eine weitere Note verpasst hat.

      Vor der Rückkehr auf die Lunalata bleibt noch der fortgeführte Auftritt von Ulysses. Dieser zeigt sich in einer seiner Rollen, dem Bastardkönig. Sehr interessante Szene. Wir haben da einmal die Puppenkönigin Catherine II., die enervierend dämlich wirkt und in jugendlichem Leichtsinn, gepaart mit der Arroganz der vermeintlich Mächtigen, glaubt, Ulysses bedrohen zu können. Dessen rabiate Klarstellung der Verhältnisse fand ich super, genauso wie die weitere Seite. Kein Heiliger, nein, jemand der zwar ein treuer Freund sein kann, aber eben auch der harte Hund, der keine Scheu vor Gewalt und Tod hat. So ganz klar wird mir Ulysses vielleicht noch nicht, aber klar ist: er besitzt mehrere Eigenschaften, bei denen er sich aber in einem treu bleibt: egal, wie kantig er auch ist, er verbirgt nichts. Eine Frage bleibt auf jeden Fall noch: trennt er sein Auftreten nach seinen Rollen? Als Zugreisender in Inkognito kann er ja anders sein, als Bastardkönig.
      Offen bleibt auch dieser Almanag-Kontrakt, aber im Moment lasse ich die ganze Situation so stehen. Es wird schon kommen.

      Zum Abschluss noch Luca, die wieder einmal zeigt, welches Feuer in ihr steckt. Ungebeugt trotz ihrer Lage, trotz des Vorfalls und trotz Carlas Drohungen. Ganz im Vertrauen auf die KGJ, was ihre Verbundenheit betont. Ihr Auftritt gefällt mir, auch wenn die Zeiten bestimmt nicht besser werden...
      Im Gegensatz dazu haben wir Carla, die hier eher nicht wie die Herrin der Lage wirkt, wenngleich es ihr so vorzukommen scheint. Ihr Umgang mit Luca hatte keinen Erfolg, außer mit der Beseitigung von Xanana. Gerade ihre Überheblichkeit bezüglich der KGJ ist fast schon unverständlich. Wirkt sie noch wie die Spinne im Netz bezüglich Harley und beweist im Gespräch über diesen ihre Überlegenheit, so scheint sie nicht aus Harleys Sturz gelernt zu haben. Faszinierend bleibt sie trotzdem. Berechnend ohne Ende ist sie einfach ein geeigneter Antagonist für die KGJ, die oft mehr mit dem Kopf durch die Wand vorgehen.

      Zum Arc:
      Erste Erkenntnis: der Arc war lang, gigantisch, überwältigend und zwar in einem Maße, dass ich alles vergessen habe. Gut, dass stimmt so nicht, aber es ist schon leicht, den Überblick zu verlieren. Glücklicherweise gibt es ja den Characterguide, aus dem sich so einiges wieder ins Gedächtnis rufen lässt^^
      Ich mache mal wieder blink nach und suche nach schlechten Dingen, da ich mir sehr sicher bin, dass es davon nicht so viele geben wird. Da ich ja ein Riesenfan bin, würde ich bei guten Sachen wohl schwerlich zum Ende kommen^^
      • Als Allererstes fällt mir ein, dass du in diesem Arc, wie aber bisher auch schon, die Charaktere bis zur Grenze des Todes und eigentlich auch darüber hinaus getrieben hast. Aber während eine Reihe von Nebencharakteren tatsächlich ihr Ende fanden, genießen die Protagonisten Plotarmor. Jeder einzelene der KGJ hat eingesteckt, bis ich sagen würde: Ganzkörper Bandage ala Lysop. Mercedes war schon völlig unnormal, selbst als Cyborg, O'Mara mag zwar widerstandsfähig sein, aber nach dem er schon völlig kaputt geprügelt war, hat er trotzdem noch kapitellang weiter gemacht und weiter gemacht. Selbst Cal war doch zwischendrin schon fast tot und das ohne seine regenerativen Fähigkeiten. Aber auch er hat weiter gemacht. Obwohl ja im Prinzip kaum Zeit vergangen ist - innerhalb der Geschichte - und mir keine Heilung aufgefallen ist, wirkt er wieder topfit. Kann man noch so weiter führen, aber sollte ja klar geworden sein. Nicht, dass ich nicht ein Fan von solchen Darstellungen bin, Charaktere die an die Grenze gehen usw., aber du als Vertreter einer blutigeren, düsteren und realitätsnäheren FF schwebst in Gefahr, etwas die Glaubwürdigkeit zu verlieren.
      • Der grüne König hatte viele Szenen, die insgesamt aber gefühlt nichts aufgeklärt haben, sich dafür aber teilweise doch recht intensiv zwischen die Schlosshandlung geschoben haben. Dazu ist mir immer noch nicht klar, wieso er ausgerechnet jetzt da war. Gut, er war nötig, damit Cal nicht in fünf Minuten im Schloss aufräumt, aber insgesamt entgeht mir das noch. Ich meine zwar, dass du durchaus deine Gründe hast, aber anscheinend sind sie mir entgangen/entfallen. Trotzdem danke für den grünen König :)
      • Geheimnisvolle Charaktere, die auftauchen und wieder verschwinden, ohne dass auch nur irgendetwas geklärt wäre (Kako, Sol). So ohne jede Aufklärung wirken sie insgesamt mehr wie Fremdkörper, deren Nutzen mir einfach nicht klar wird.
      • Bei diesem Punkt bin ich mir irgendwie nicht so sicher, aber so ganz konnten mich die anderen Kopfgeldjäger nicht erreichen. Fällt mir schwer zu verstehen, aber diese ganze Gruftszene und KJ außer Effie, sie kommt mir im Nachhinein merkwürdig vor. Vielleicht auch, weil sie im Vergleich zu den etablierten Gegnern letztlich doch zu sehr zurückstecken und blaß blieben (außer eben Effie).
      • Harley. Auch ein schwieriger Punkt. Aber diese völlige Inkompetenz und arrogante Vorgehen, lassen mich etwas zwiegespalten zurück. Wie auch bei Oda Luffy häufig auch dank Charaktereigenschaften unterschätzt wird, kann man hier zwar schon Gründe finden, aber letztlich demontiert es Harley ebenso wie auch Doflamingo auf DR. Seine Vorkehrungen waren irgendwie unpassend, denn einerseits engagiert er Leute, aber andererseits ist es klar, dass die vereinten KGJ recht problemlos das Schloss gestürmt hätten. Die Trennung war doch nicht vorauszusehen, oder?
      • Sehr subjektiver Punkt: Irit Waldmannstraut und ihre Apokryphen, die leider nicht weiter behandelt wurden.
      Mehr fällt mir zur Zeit nicht ein. Damit es nicht zu sehr nach Kritik ausschaut, suche ich noch ein paar besonders spezielle positive Aspekte heraus:
      • Ulysses. Der Mann ist jemand, der in diesem Arc vermehrt behandelt wurde und er hat mir sehr zugesagt.
      • Deine Darstellung des Zerstörerischen. Der Untergang des Schlosses und die Kämpfe waren grandios. Letztlich war es auch dass, was die Szene in der Gruft noch rettet.
      • Das Verhältnis von Callaghan zu Mercedes, aber auch zu Flint. Sehr gut porträtiert und gestaltet, was einen Leser doch sehr freut.
      • Flints Aufeinandertreffen mit Harley gestaltete sich überhaupt nicht so, wie man es vielleicht erwartet hätte, aber trotzdem kommt es mir vor, als müsste es genauso sein.
      Insgesamt bot der Arc wieder gewaltige und epische Beschreibungen und Darstellungen, alleine nur, was das Fest angeht, aber auch, was im Zusammenhang mit dem grünen König steht. Vieles ist weiter vertieft und geklärt, anderes angeteasert und vorbereitet worden. Es ist soviel leichter, Kritik in Worte zu fassen, deswegen fällt das weitere eher kurz aus, aber es sollte klar sein, dass ich mich immer freue, wenn es weiter geht. Dabei bin ich gespannt, wie du mit der Trennung arbeitest, denn auch wenn so etwas auch mal sein muss, ist die Gefahr hoch, dass eine Seite darunter leidet. Weiß ich ja aus eigener Erfahrung schon.
      Du wirst das schon schaffen und so verabschiede ich mich von Arc 4 und sage: bis zum nächsten Kapitel!
      "The chains of fear are easily broken with the blade of courage."
      Meine FF: Erlebnisse eines Meisterdiebes (abgeschlossen)
      Chainbreaker (laufend)

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    • Kapitel 125 Himmel und Trümmer

      Im Gegensatz zu meinen beiden Vorkommentatoren werde ich mich direkt auf den Ulysses-Part stürzen, da dort die wirklich interessanten Punkte versteckt sind, zumindest meiner Meinung nach. :-D

      Zunächst einmal liegt Nickleby nicht, wie ich letztes mal Vermutet habe, auf Saoirse Láire (Irland), sonder dürfte die Hauptstadt von Fountleroy Island (England) sein oder zumindest der Königssitz. Hier haben die Könige, wie es sich gehörte, noch immer viel macht, auch wenn sie weiblich und gerade einmal fünfzehn Jahre alt ist. Catherine II hast du ihn ihrer Art, der kindlichen und jungen aber allmächtigen Herrscherin ziemlich gut getroffen. Auch wenn sie eigentlich von nichts, was das wirkliche Regieren und die Wichtigkeit der Regierungsgeschäfte eine Ahnung hat, muss der ganze Hofstaat ihr gehorchen und die gebührende Aufmerksamkeit schenken. Die wichtigsten Tagesthemen sind sie selbst und ihre morgendlichen/nächtlichen Probleme, die allen Mitgeteilt werden müssen. Dabei ist Ulysses auftauchen auch viel mehr eine willkommene Abwechselung, als eine wirkliche Störung, wobei ihre mehr ruhige Reaktion, auf die Situation im Thronsaal, sicher auch bei einer älteren Königin gut gepasst hätte. Denn man muss trotz der unangenehmen Situation die Ruhe und den Schein bewahren, immerhin ist Ulysses trotz allem eine mächtige Person, welche man nicht verärgern sollte. Aber wie gesagt, ich vermute, dass sie nicht so weit gedacht hat bzw so erfahren ist und sich einfach darüber gefreut hat, dass mal was interessantes passiert und sie um die meisten langweiligen Regierungsgeschäfte herumkommt. In kleiner Runde mit Ulysses zeigt sich dann zum einen ihrer Unerfahren und Unwissenheit, aber auch wie sehr die Propaganda ihres Landes sie ebenfalls beeinflusst hat. Sie hält sich und ihr Land für eins der größten und mächtigsten die es gibt und dass sie über die Bevölkerungen ihrer Länder verfügen kann wie sie will bzw. wie es ihre Berater ihr raten. Denn es wir nicht ganz klar, in wieweit der geplante Krieg nach ihrem willen oder dem willen des Reiches, sprich einiger Minister geht. In ihrer Unterhaltung mit Ulysses wird auch noch einmal deutlich, dass sie gewohnt ist alles zu bekommen was sie will bzw. befiehlt sobald sie sich auf ihre königliche Macht beruft und mit Konsequenzen droht. Auch dass sie eher unangenehmen Erinnerungen und Ereignisse ihr nicht bekannt sind bzw an sie herangetragen wurden, ist auch typisch. Zum einen könnte sie für zu jung gehalten wurden, zum anderen lässt es die Minister und das Land ihr gegenüber schlecht aussehen. Man ist nicht gerne der Bote unangenehmer Nachrichten, wenn der Herrscher allmächtig ist. >>Tötet nicht den Boten<<

      Deine Anlehnungen Fountleroy Island an England beziehen sich nicht nur auf den Konflikt zwischen ihnen und der Grünen Insel, sonder enthalten noch einiges andere. Zunächst einmal wird Fountleroy Island aus als Empire bezeichnet, weswegen wir davon ausgehen könne, dass nicht nur Saoirse Láire als Kolonie unter der Herrschaft der Krone steht. Sicher geht es bei diesem Krieg auch darum, einen anderen Aufstand niederzuschlagen oder noch mehr Länder zu unterwerfen. Weiterhin werden die Lairen von Catherine als Paria bezeichnet, was ein indischer Begriff für kastenlose Menschen ist, also Ausgestoßene; Entrechtete. Deswegen können wir davon ausgehen, dass die Kolonialvölker kaum mehr gelten als Sklaven, die kommen sollen, wenn der Herr ruft. Allerdings haben die Lairen es geschafft, wahrscheinlich unter Ulysses, erfolgreich 20 Kriegsschiffe nebst Besatzung zu vernichten. Als Ergebnis von diesem Aufstand musste die fountischem Krone den ›Almanag-Kontrakt unterschreiben, welcher wahrscheinlich den Lairen eine gewisse Autonomie (innerhalb des Empire) gewährt hat. Allerdings meine ich herauszulesen, dass die WR Saoirse Láire offiziell immer noch als Teil der fountischem Krone sieht. Ich kenne mich zwar im Unabhängigkeitskampf der Iren nicht hundertprozentig aus, meine mich aber zu erinnern, dass sie nach erfolgreichem Kampf zunächst die Unabhängigkeit als eigener Staat innerhalb des Commonwealths, (ohne Nordirland) bekommen haben und dann später ein wirklich eigenständiger Staat wurden, davor waren sie direkt Teil von Großbritannien, welches heute noch aus England, Schottland, Wals und Nordirland besteht. Insgesamt dürfte dein Fountleroy Island grob dem Britannien und Queen Victoria entsprechen.

      Mit diesen Informationen wäre meine letzte Kritik an Ulysses, dass er es als weltgrößter Waffenschieber nicht geschafft hat, sein Land unabhängig zu machen, teilweise hinfällig. Zumindest haben sie es bei dem Aufstand geschafft, dieses Kontrakt zu bekommen, der ihnen gewisse Rechte gewährt und schützt. Ulysses scheint dabei so etwas wir der Repräsentant der Insel zu sein oder zumindest eine wichtige Größe im Hintergrund, denn immerhin hat er den Einberufungsbefehl für sein Volk dabei. Viel wichtiger ist aber seine Verwandtschaft zu Catherine, welche ihn im weiteren Sinne zum Mitglied des fountischem Königshauses macht, auch wenn er sicher nicht anerkannt ist und somit keine Ansprüche auf den Thron hätte. Nein mir geht es mehr darum, dass anscheinend ein Bruder oder eine Schwester der verstorbenen Königin (Catherines Mutter), entweder eine Verhältnis mit einer/nem Lairen hatte oder sogar in so niederen Stand geheiratet hat. Nein, so wie die ganze Situation um Ulysses aufgebaut wurde und wie wir ihn kennengelernt haben, kann er eigentlich nur aus einer Affäre eines männlichen Mitglieds der Königsfamilie stammen. Wenn er nicht Catherines Vetter wäre, hätte ich eher Vermutet, dass ihr Großvater, in seinen älteren Tagen, nochmal ein lairisches Dienstmädchen als Bettwärmerin bestellt hätte. Ulysses ist immerhin knapp fünfzehn Jahre älter als Catherine, es sei denn natürlich, dass zunächst Ulysses Erzeuger auf dem Thron saß und nach diesem Fehltritt oder seinem Tod durch seine Schwester und Catherines Mutter ersetzt wurde. In diesem Fall würde auch der beinahe »Bastardkönig« Ulysses McKenna viel besser passen, da er, wenn ehelich und anerkannt geboren worden wäre, wirklich auf den Thron hätte steigen können. Fest steht nur, dass ein Teil von ihm lairisch sein muss, da er immer von seinem Volk spricht.

      Nach diesem kleinen Ausflug, in das Reich der Interpretationen und Schlussfolgerungen, noch zu den beiden anderen Schauplätzen. Bei den ganzen Ereignissen in diesem Arc vergisst man allzu schnell, dass sich alles auf SS mehr oder minder in einer (halben) Nacht abgespielt hat, weswegen es zeitlich wenig verwunderlich ist, dass sich Lorelei immer noch in Rexroth Apartment befindet. Ihr Aufbau als ziemlich entgegengesetzte Persönlichkeiten wird hier weiter fortgesetzt. Nachdem es bei den letzten mahlen mehr um die Herkunft, ihren aufstiegt und etwas um die Weltsicht, persönliche Einstellung und Ziele ging, geht es nun beim Essen weiter. Wobei es eigentlich beiden nur darum ging, sich durch das Zusammentreffen besser einschätzen zu können. Jedenfalls hat Rexroth gerade eine Nachricht bekommen und dabei könnte es durchaus um die Ereignisse auf SS gegangen sein. Immerhin hatte Lorelei zwei Agentinnen vor Ort und mir fällt gerade wieder dieser Kako ein, irgendwie habe ich gerade das Gefühl, dass er zu Rexroth passen würde.

      Als letzten bleibt den noch die, welche von meinen Kollegen die meiste Aufmerksamkeit bekommen hat und bei der ich nicht wirklich etwas hinzufügen kann. Auch ich bin zunächst über die Mulliganformulierungen gestolpert, denke aber auch, dass es sich dabei im eine Vermischung der Ereignisse durch Luca handelt. Weiterhin denke ich kaum, dass sie sich zu hundert Prozent von Carla einwickeln lässt, aber eine gewisse Charakterveränderung hast du ja bereits angedeutet. Wahrscheinlich wird sie zu einer mehr oder minder freiwilligem Mitstreiterin, welche dann irgendwann im entscheidenden Kampf mehr oder minder für alle überraschend wieder die Seiten wechselt. Dabei fand ich das Spiel mit dem Apfel auf der symbolischen Ebene besonders schön. Da du diesen sicher nicht aus Zufall gewählt hast, weißt du sicher welchen Spaß der Apfel macht , wenn dann einige der ganzen mythisch/religiösen/symbolischen Bedeutungen und Interpretationen dahinter kennt, wobei der Sündenfall sicher der bekannteste sein dürfte.

      Jetzt würde noch der Arc-Rückblick fehlen, aber auf Grund meiner To-Do-Liste wirst du darauf noch etwas warten müssen. :-D
      :thumbsup: Nicht nur in One Piece die reine Wahrheit: :thumbsup:
      Pirates are evil?!!... ...The Marines are Justice?!!
      These labels have been passed around Heaven knows how many times...!!!
      Kids who have never known peace... ...and kids who have never known war... ...Their values are too different!!!
      Whoever stands at the top can define right and wrong as they see fit!!!
      Right now, we stand in neutral territory!!!
      "Justice will prevail"?!... ...Well, sure it will!
      Whoever prevails... ...is Justice!!!! (Doflamingo)

      So kann man es aber auch sehen
      "THERE IS NO JUSTICE, THERE IS ONLY ME!"
      Death, Discworld, Terry Pratchett

    • Kapitel 125 - Himmel in Trümmern

      Und während das Lied von Landa del Rey noch einmal ausklingt, möchte ich mich jetzt auch endlich deinem Kapitel und in letzter Konsequenz auch deinem Arc widmen.
      Erwarte bitte keine Wunder von mir, du weißt, wie es um mich steht :D

      Das Kapitel war sehr gut, um das gleich einmal vorweg stellen zu können und hat sich wieder einmal einer deiner Damen zu verdanken und zwar Catherine II., der ich wohl den tatsächlich noch besser passenden Namen Viktoria genommen habe - nehme ich mal an?.
      Ich liebe diese Frau. ich liebe die unsichere Königin, die Prinzessin sein sollte und vielleicht niemals auf einen Thron sitzen musste. Die Arroganz einer Maria Stuart, die noch verformbare Masse einer stähleren Elizabeth und in letzter Konsequenz doch so zerbrechlich wie ein armes naives Kind. Ich musste unweigerlich an Charlotte an meiner Geschichte denken, auch wenn das zwei ganz unterschiedliche Charaktere sind, aber wir muten den Königstöchtern ziemlich viel zu. Zumindest erwarte ich mir Großes, Grausames und tragisches für die Königin mit ihrem Porzellangesicht.

      Ebenso stark profilieren konnte sich an dieser Stelle ja Ulysses, dem du es wunderbar geschafft hast, in nur zwei konkreten Auftritten all die Menschlichkeit, die Greifbarkeit und die Konturen zu verleihen, die ich bei Harley bis zum Schluss vermisst habe (dazu später mehr). Ich liebe seine kühle und gleichzeitig aufbrausende Art. Ich liebe wie er mit den Untergebenen Catherines und in der folgenden Szene mit ihr umspringt. Ulysses mausert sich jetzt schon zu meinen heimlichen Favoriten, was viel heißen muss, da er mir bisher recht egal war. (Dir ist klar, dass der Hund - sollte er jemals einen Namen bekommen - jetzt Moose heißen muss :D ))

      Die Liebe für die beiden Charaktere liegt vielleicht auch einfach an der Thematik, mit der du bei mir mehr als drei dicke Steine im Brett hast. Ich liebe England, ich liebe Irland, ich liebe englisch-irische Geschichte und ich hoffe, dass du mit deinem Arc all das ausleben lassen können wirst, was der kreativen Kürzung in Bezug auf Viktoria und Duchess Court zum Opfer gefallen ist. Ich freu mich auf jeden Fall schon darauf, noch mehr über den irischen Widerstand erfahren zu dürfen und vielleicht noch einmal dabei zu sein, wenn Ulysses Widerstand die Straßen Nicklebys erneut mit fountischen Blut tränkt.

      Angeteasert und angeschnitten hast du mit Cromwell, dem Almanag-Vertrag, usw. schon sehr viel, welches ich nicht erneut durchspielen oder aufgreifen möchte. Das Kapitel war nämlich mal wieder sehr voll und dabei habe ich mich nur auf einen Aspekt des Ganzen beschränkt. Hier gibt es schon einmal 10000/10 Punkten, um mich mal eines gewisses Bewertungssystems zu bedienen.

      Die Szene mit Lorelai und Rexroth hat mich jetzt insofern überrascht, da ich mich erst einmal wieder daran erinnern musste, dass das die beinahe nahtlose Fortsetzung des Geschehens war, als wir die beiden zuletzt gesehen haben. Doch die wichtigste Frage: haben sie oder haben sie nicht miteinander geschlafen? Für mich war das neben all dem Alkohol nicht so ersichtlich, was entweder von dir so impliziert war oder mein Kopf spinnt solche Szenen - verseucht durch die amerikanische Filmindustrie - einfach weiter.
      Rexroth ist über Carlas Schachzug nun auch informiert - von wem erfahren wir in dieser Szene nicht, aber mein Tipp liegt auch bei Kako -, und die beiden gefährlichen Raubtiere belauern sich weiter. Eine spannende Szene, die in meinen Augen aber noch nicht zu Ende erzählt ist.

      Zu Schluss dann noch Lucas unfreiwilliger Flashback zu Mulligan, die Ermordung des Muränenmenschens und Carlas erneutes Angebot an Luca. Die Kombo hat mir gut gefallen, auch diese psychische Bewältigungsstrategie, welche du dir für Luca überlegt hast. Ebenso die Interaktion der beiden Damen, wobei ich irgendwie im Gefühl habe, dass Luca einknicken wird. Auf lange Sicht ist und bleibt sie opportunistisch und auch der willensstärkste Mensch gibt irgendwann nach, wenn die physische und psychische Folter zu groß ist. Abwarten.

      Alles in allem ein langes, informatives Kapitel, welches mit vielen Entwicklungen aufwarten konnte, die mir sehr gut gefallen haben. Die ein oder andere stilistische Schwäche verzeihe ich dir beim Inhalt gerne und weiß ja auch, dass das Kapitel alles andere als eine leichte Geburt war.




      Dadurch aber nicht genug, weil ich dir ja noch versprochen habe, etwas zu deinem Arc zu schreiben. Etwas, was mir sichtlich schwer fällt, da ich wir ja schon einmal drüber gesprochen haben: Ich habe den Arc selber durch meine Auszeit stark fragmentiert gelesen, du hattest mit einigen Perioden der Schreibblockade zu kämpfen und der Arc war verdammt voll.
      Ich möchte mich von daher nur auf ein paar Kernaspekte konzentrieren, um den Arc rund um Harley bewerten zu können und ich fang mit dem negativen an. Nicht, um dich irgendwie zu schonen oder so, sondern weil das negative für mich nicht so entscheidend war bzw. hier viel auf Subjektivität beruht:
      • Harley: Du hast es dir wohl schon gedacht und ich habe es schon angedeutet, aber Harley ist für mich die größte "Schwachstelle" des Arcs. Ich weiß, dass er der mysteriöse Mann im Schatten sein sollte, nicht greifbar wie seine Teufelsfrucht, aber irgendwie hast du für mich nie den Schritt so wirklich geschafft, Harley aus dieser Zwitterwelt zu holen. Der Aufbau war lange und versprach viel und das eigentliche Ende war dann aber irgendwie auch schneller vorbei, als gewünscht. Vielleicht relativiert sich das alles, da Harley ja noch nicht aus der Handlung ist, aber da ich den Arc so bewerten sollte wie er ist, lasse ich das mal so stehen. Ich hoffe, dass du verstehst, wie ich es meine? Vielleicht waren die Erwartungen meinerseits auch zu hoch.
      • Figurenpersonal: Du wolltest ein buntes, griechisches Theaterstück mit dutzenden Charakteren und die Szene lebendig machen. Lebendig war es, dadurch aber auch ein wenig unübersichtlich. Hier kann ich nicht sicher sagen, ob meine fragmenthafte Leseerfahrung oder der Arc selber daran Schuld sind, aber ich kann mich nicht einmal an die Hälfte der Charaktere erinnern - von den Namen ganz zu schweigen -, die in dem Arc vorgekommen sind und am Ende waren sie dann auch relativ unbedeutend, da nicht mehr erwähnt oder fortgespült.
        Ich weiß zwar auch nicht wie man das besser machen kann, aber wollte es nicht unerwähnt lassen.
      • Der grüne König: Und damit mein ich nicht den Charakter selber, sondern den Handlungsstrang um ihn. Irgendwie wirkte mir das zu unorganisch. Als wolltest du die Gruppe unbedingt trennen wollen und gleichzeitig die Chance nutzen, um den Grünen König vor Ort einzuführen. Aber - und auch hier kann das später noch kommen oder ich habe es überlesen/vergessen - mir fehlt noch immer die Logik, warum er da war, warum nicht mehr von ihm kam, etc.
      Das waren mal die drei größeren Kritikpunkte für mich an deinem Arc, aber es gab auch sehr viel, welches mir außerordentlich gut gefallen hat, was ich deswegen nicht unerwähnt lassen möchte.

      • Harleys Untergebene: Natürlich überschattet von Carla, aber auch Waterloo und Dionysia konnten mich als Charaktere voll und ganz überzeugen. Man merkt, dass du dir diese Charaktere schon lange ausgedacht hast und ich hatte wirklich das Gefühl lebendige Personen vor mir zu haben, die komplex und vielschichtig waren und auch geblieben sind. Großes Lob hierfür und den Plottwist mit Carla muss man dir erst einmal nachmachen.
      • Gewisse Nebencharaktere: Auch hier hast du schöne Arbeit geleistet und besonders in Erinnerung geblieben sind mir Effie, Rhys, Moira und auch der Grüne König, die mir allesamt in ihrer Konzeption und ihrer Einbettung in die Handlung gut gelungen vorkamen.
      • Entwicklungen der zwischenmenschlichen Beziehungen: Das gilt für die Kopfgeldjäger im Generellen, bezieht sich aber für mich vor allem auf Krill, O'Mara, sowie Mercedes in ihrer Beziehung zu Callaghan und den anderen. Du hast hier viel geschaffen, erklärt und in ein neues Licht gerückt, was mir gut gefallen hat. Auch wenn ich Streckenweise das Gefühl hatte, dass die Schatzjäger als eigentliche Protagonisten teilweise ein wenig in den Hintergrund gerückt sind, hast du dennoch großartige Charakterarbeit geleistet.
      • Stil: Das Lob kommt oft, aber nachdem Princess Suie mir ein wenig too much war, hat sich dein Stil hier endlich gefestigt und verdient einfach noch einmal das Lobes. Du hast da wirklich eine Gabe, um die ich dich stellenweise auch wirklich beneide und allein aus diesem Grund macht es wirklich Spaß Menschenjagd zu lesen.
      Der Arc war mit Sicherheit nicht perfekt, hatte mit inneren und äußeren Einflüssen zu kämpfen, aber am Ende verbleib ich mit einem positiven Fazit. Allein aus dem Grund, dass er so ein wichtiger Baustein für die zukünftige Handlung zu sein verspricht.
      In diesem Sinne, freue ich mich auf deinen nächsten Arc, der ebenfalls Großes bereithält!

      Mein liest sich!

      -V.
    • So meine Lieben,

      der neue Arc beginnt endlich und startet mal ein wenig anders als gewohnt. Ich bin gespannt auf eure Meinungen und wünsche viel Spaß mit Kapitel 126 - Penny Dreadful I
      :)

      blink

      blink schrieb:

      Was tote Personen anbelangt: Hast du die erste Luca-Sequenz mit George Mulligan begonnen, obwohl Xanana im Kapitel zuvor eintrat und am Ende des Kapitels auch tot im Kerker liegt? Beim ersten Lesen dachte ich an eine Namensverwechslung, doch nachdem das ganze Mulligan-Schweine-Motiv den Abschnitt charakterisierte, war ich zuerst wirklich irritiert. Einen Rückbezug auf die erste unliebsame Begegnung zwischen Luca und Mulligan konnte ich ehrlich gesagt nicht sehen. Quasi eine Erinnerung an schlechte Zeiten, während Luca in der Gegenwart zum Gegenschlag ausholt, um ihren Peiniger in Notwehr umzubringen.
      Entweder hast du was verwechselt oder ich habe dieses Schreibmotiv im ersten Moment schlichtweg nicht als solches verstanden. Der Bezug auf den Schiffsrumpf heißt, dass wir uns nicht in einer Rückblende des Princesse Suie-Kerkers befinden. Ich gehe beim Interpretieren davon aus, dass du hier das Mulligan-Trauma aufgearbeitet hast und Luca sich dementsprechend zur Wehr gesetzt hat. Mit dem Unterschied, dass sie ihren Peiniger nun töten konnte, anstatt wie auf PS durch Glück zu entkommen, da die von Mulligan zersetzte Renée auch Lucas damalige Ketten mit auflöste. Wir wissen als Leser, wie traumatisiert Luca ist, sodass sie in Xanana ihren einstigen Peiniger wieder erkannte. Als Leser fällt es mir einfach schwer, dem Autor etwas "vorzuwerfen", daher interpretiere ich das so, wie es für mich Sinn macht - und dann sogar ziemlich interessant aufgelöst ist - wenn auch verwirrend. :D
      Nö, keine Verwechslung sondern ein ziemlich drastisches stilistisches Mittel. Luca, von Mulligan traumatisiert, gerät in eine ähnliche Situation und assoziiert sie sofort mit Mulligan. Ob sie sich bewusst ist, dass sie gegen Xanana kämpft oder nicht, lasse ich ebenso offen wie die Frage, ob sie dieser Kampf nun gestärkt oder noch tiefer in ihre Angst getrieben hat. An dieser Stelle wollte ich das so unverblümt, direkt zeigen. Keine Wand durch den Erzähler, der Lucas Gedankengänge beschreibt oder erklärt. Der Leser sieht durch Luca.

      blink schrieb:

      Den zweiten Punkt, den ich et-was irritierend fand. Was macht ein Bubikopf bei der guten Lorelei. Das kommt nach so einer "schmierigen" Szene davon, wenn man eine Frisur mit einer möglichen alkoholbedingten Kleinstorgie (ab drei Personen) verwechselt. Beim zweiten Mal gelesen ergab auch dieser Satz in seiner Interpretation weitaus mehr Sinn. Doch ich finde es bedenklich, dass mich meine Assoziation gleich zu solchem Schweinkrams führt. Verflucht seist du, Mulligan-Xanana-Schweineeimer. Um bei der Szene gleich zu bleiben: Was ich an der Stelle loben muss, ist die Stimmung, die sich nach dieser wenig erbaulichen Startszene bei mir eingestellt hat. Dieser Mix aus kulinarischer Verführung und gelebter Missgunst zwischen Rexroth und Greenaway war wirklich greifbar.
      Nachdem man erstmal gedanklich durchpustete, sobald die probierte Vergewaltigung im Tod endete, hatte ich zu keinem Moment den Eindruck, dass sich die beiden Agenten gegenseitig die Köpfe einschlagen würden. Es kam mir nicht einmal "von den Charakteren gedacht" nahe, da die ganze Ess-Szene (für mich) ausdrückt, dass sich zwei Menschen gegenseitig misstrauen und mehr oder minder offen verabscheuen, ohne es im lauten Geschrei zum Ausdruck zu bringen. Beide wissen voneinander, dass der andere lieber früh als spät jeden ersichtlichen Stein umdrehen möchte. In dem Moment aber setzte man sich an den Tisch, aß und stellte für einen kurzen Moment das Lauern beiseite. Einfach, da es beide ohnehin so wahrnehmen, und sich keiner irgendwie verstellen muss. Welche Worte Lorelei "nicht" gehört hat und ob diese auch sie betrafen - oder eine andere Dame, das bleibt Spekulatius für den kommenden Arc.
      Zum Bubikopf: Die andere Bedeutung kannte ich gar nicht.^^
      Die Agenten-Szene diente natürlich auch dem "Runterkommen" und schließt den Handlungsstrang, welcher vor gefühlten Jahren begonnen wurde, endlich ab. Frühstück um Mitternacht schien mir dabei ein guter Weg zu sein, die Absurdität der Situation darzustellen. Greenaway und Rexroth wissen, dass sie handeln müssen - aber später. Für den Moment können sie nichts tun, als sich auf den anderen einzulassen und zu lächeln. Richtig.

      blink schrieb:

      Den Ulysses-Part werde ich kürzer fassen, da mir ehrlich gesagt nicht der Eindruck kam, dass er ein zwiespältiger Charakter ist. Zwiespältig in dem Sinne, dass er in seinen verschiedenen Facetten nicht einmal einen gewissen Grundton verfolgt. Ulysses ist "offen" freundlich und genauso offen bedrohlich sowie unfreundlich. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass er ehrlich gegenüber seinen guten, wie schlechten Eigenschaften ist und sich so als Person wahrnimmt, wie er (bisher dargestellt) tatsächlich zu sein scheint. Niemand, der sich selbst belügt. Eine gewisse mentale Stärke setzt es schließlich voraus, dass er O'Maras Erinnerungen in sich trägt - und aufzubürden imstande ist.
      Die freundliche wie zynische Geste gegenüber der Zugbegleitung und die impulsive, geradezu entladende Geschichte gegenüber seiner Cousine ist gleichermaßen Ulysses. Im Vergleich zu Harley ist dort weit weniger bzw. gar kein Schein zu erkennen. Auch sehe ich bislang nicht den windenden Opportunismus, den sich Carla zu eigen macht. Der gute McKenna, der als Person (und Whiskeyflasche an Loreleis Delirium zu schaffen macht) der Puppenkönigin gegenübertritt, zeigt mit einem mal, was für ein Feuer in ihm steckt. Die souveräne Darstellung einer kindlich wie erhabenen Teenagermonarchin macht es im Kontrast auch ziemlich geschickt, einem zuvor unscheinbar einzuschätzenden Ulysses mit starken Konturen auszustatten. Insgesamt fand ich die Zeichnung von Catherine recht eindrucksvoll und das, obwohl sie a) ein junger Charakter und b) ein hausbedingt verzogener Charakter ist. (Ein bisschen Ondine habe ich wohl in ihr sehen wollen, um nicht bei befürchteter infantiler Naivität abzuwinken. Hier hat mir die Assoziationen zur Abwechslung geholfen, besser und unvoreingenommener an die royale Figur heranzugehen, hussa!)
      Ulysses ist weniger verstiegen als Carla und längst nicht so "blendend" wie Harley. Seine Charakterzeichnung hebt sich insofern von den beiden wie auch Machiavelli oder Enjolras ab, dass er trotz seines Status als Unterwelt-Broker relativ offen agiert. Er schickt Moira und Cathal als seine direkten Abgesandten zu Harley oder lässt seine Geschäfte mit Enjolras von Mulligan überwachen (zumindest war es so geplant). Ulysses muss sich nicht um seinen Ruf oder seine Position sorgen, was ihm den Luxus verschafft, er selbst zu sein. Und dieses Selbst ist, wie du treffend formuliert hast, in seinen Gefühlen und Verhaltensweisen sehr offen. Er will bedrohen, also droht er. Er will helfen, also hilft er. Dies wäre bei einem Harley undenkbar, immerhin spürte jener immer Ulysses' mahnende Hand im Nacken. Nichtsdestotrotz wird aber auch ein Ulysses seine Geheimnisse und Undurchschaubarkeiten haben, was aber bei seiner Rolle nicht verwunderlich sein dürfte.^^

      blink schrieb:

      Abschließend, habe ich einen Absatz vergessen?, noch einmal zum zweiten Luca-Part. Ich bin ehrlich gesagt nicht überwältigt vom Arc-Ausklang. Xanana ist tot und wurde als baldige Leiche in Kauf genommen, während Carla versucht, Luca auf die dunkle Seite zu ziehen. Rhetorisch durchaus stimmig aufgebaut, hatte ich nicht eine Sekunde den Eindruck, dass Luca irgendwie an diesen Worten hängen bleiben würde. Ihr Erlebnis mit Xanana/Mulligan ist einfach zu frisch, um sich irgendwie an Carlas Intention gedanklich aufhängen zu können. Oder um das Bild zu komprimieren. Carla hat eine kleine Saat auf Sand ausgesät. Dass da ein Keimling auf fruchtbaren Grund trifft? Das Gefühl hatte ich nicht, wobei es aus meiner Sicht ein durchaus stimmiger Aufhänger wäre, um den Arc mit leisen Zweifeln - die sich durchs ganze Kapitel zogen - schließen zu lassen. So aber endete der Arc mit Carlas, uns Lesern bekannter Motivation/Vorgehensweise, die gefühlt auf sehr taube Ohren trifft. Zweifel am Untergang der Schwarzen Witwe sind bei Luca nicht vorhanden - ihr Ekel, ihr Trauma, alles hat sich in Trotz gewandelt, den sie der Verfolgten entgegenschleuderte. Eine mutige Frau, die sich sehr schnell aus ihren berechtigten Traumata herausgegraben hat. Doch wie viel Kopf bereits luftschnappend aus der Erde schaut? Mit Blick nach oben gerichtet wirklich nicht sehr viel.
      An dieser Stelle muss ich fragen: Wäre es möglich gewesen, einen Zweifel an Lucas Loyalität zu wecken? Luca hat sich gegen Harley im Tanz Kampf gestellt, sie hat ihr Leben für die anderen riskiert und sie ist niemand, der sich leicht seines Stolzes berauben lässt. Hier nun den Anschein erwecken zu wollen, Luca könne von Carla gebrochen werden, hielt ich einfach für sinnlos und unmöglich. All die Qualen, die Luca schon durchstanden hat, ohne die Kopfgeldjäger zu verlassen oder im Stich zu lassen, sollen plötzlich so überwältigend sein, dass sie sich einer Frau wie Carla zu verpflichten überlegt? Einer Frau, die sie offenkundig verabscheut? Ich muss hier ehrlich sagen, dass mir das zu unlogisch vorgekommen ist. Luca ist vielleicht nicht willensstärker als andere Figuren, aber sie ist definitiv stur und stolzer als Gott. xD

      Ich habe auch mal zurückgeblättert und mir die anderen Arc-Ausklänge angeguckt, von denen 2 von 3 nicht überwältigend bzw. bombastisch waren. Arc I endete mit einem Gespräch zwischen Flint und Callaghan über die Frage, ob sie nun "Partner" seien oder nicht, und Arc II schloss mit Callaghan ab, der Mercedes schöne Augen macht bzw. andersherum. Lediglich der dritte Arc wartete mit einem etwas dramatischerem Ende auf, indem der Grüne König seinen ersten Auftritt feierte. Also wer bei mir ein überwältigendes Arc-Ende erwartet, ist selbst schuld. :D

      blink schrieb:

      [Gut fand ich die bisherige Darstellung der Geschichte des Grünen Königs, die eine gelungene Mischung aus verständlichen und verzerrten Passagen enthält. Bei den verzerrten Passagen blicke ich noch nicht durch den Realitätsgehalt durch, da ich von ausgehe, dass das solange gewollt ist, bis wir mehr über den Zusammenhang zwischen Apokryph, Kult und den Bildern haben, die gegenüber Callaghan sowie den eigenen Untergebenen von DeBráz gewählt werden. Weniger gefiel mir der unmittelbare Zusammenhang zwischen Besuch im Impel Down (durch Myzete), der nicht-rügenden Ansprache der Fünf Weisen bzgl. der Flucht des Hunterdämons und dessen Erscheinen auf Harleys Winterinsel. Dieses Nebenfinale zwischen DeBráz und Callaghan wirkte auf mich zu sehr eingeschoben, um eine Trennung zwischen den Kopfgeldjägern herbei- und eine arcübergreifende und zentrale Nemesis für Callaghan einzuführen. Früher oder später musste der Grüne König stärker eingebaut werden, so empfand ich diesen durchaus intensiven Nebenstrang als überladend, ging es nebenher auf Harleys Party schon drunter und drüber.
      Zugegeben, ein Fehler meiner Planung bzw. Idee. In der Theorie wirkte die strikte Trennung Taiga/Schloss äußerst spannend und stilvoll, in der Praxis waren beide Stränge leider weder Fisch noch Fleisch. Im Nachhinein hätte ein kurzer, Zou-ähnlicher Arc um den GK besser gepasst.
      Die losen Enden um Myzete, den GK auf der Winterinsel und den abrupten Abbruch des Kampfes mit Callaghan werde ich aber noch mit der Gegenwartshandlung verknüpfen. Hier ist es ähnlich wie mit Kako und Sol, welche rückwirkend abgeschlossen werden. Gerade Arc II und III waren in sich relativ abgeschlossen, sodass ich in der vierten Saga mal ein paar lose Ende behalten wollte. Mal schauen, wie es wirkt, sobald sie wiederaufgegriffen werden.^^

      blink schrieb:

      DeBráz trat dafür zu selten "live" auf, um seine Rolle auf Szcenia Sorovo derartig stark auf die Harley-Handlung auszudehnen. Ein weiterer Punkt bzgl. der Harley-Handlung ist das Setting der Winterinsel, das mit seinen von Harley geschundenen Einwohnern, den gefundenen Knochen sowie dem "anderen" Teil der Insel einigen geschichtlichen Hintergrund erhielt. So ist Schloss Roßkosch mitsamt etwaiger anderer alter Gebäude in historisches Fundament gegossen, allerdings hatte ich den Eindruck, dass Sczenia Sorovo im Ganzen (Figuren, Handlung, Background) wirklich, wirklich umfassend ist. Wenn man an PS denkt, mitsamt seiner drei Departements, so war der Hintergrund dessen ziemlich klar umrissen. Hier denke ich, noch mehr wissen zu wollen, wissen zu müssen, weshalb es mir schon schwer fällt, dass sich die meisten Charaktere bereits verabschiedet haben.
      Stimme ich zu. Auch SS war mit seiner Geschichte, dem Leiden der Bevölkerung durch Harley usw. wesentlich umfangreicher geplant. Aber hätte ich das noch eingebaut - samt wichtigen namenhaften SS-Bewohnern - wäre der Arc wohl niemals zu Ende gewesen. Letzten Endes hat die Handlung im Schloss viel mehr Raum und Zeit benötigt, als von mir anfangs angenommen.

      blink schrieb:

      DeBráz und Gefolge könnten noch einigen (abrundenden) Input liefern, wobei meinen symbolischen Euro hier auf Kako setzen würde. Dessen Schicksal ist - inzwischen - so ziemlich als einziges offen geblieben, was gerade bei einem Mann ohne klare Zugehörigkeit wirklich interessant ist. Ganz nebenbei, da der Gedanke nirgends hinpasst, finde ich es verdächtig, dass Rexroths Zyz-Einheit keinen Agenten "CP-001-Z" aufgelistet hat, während Godzilla und Lorelei jeweils einen besitzen. Ob Kako der verdeckte Mann von Rexroth war, wie es Shrimati und Cassiopeia für Lorelei sind? (Kann auch gern in den FF-Theorien ohne Gehalt Thread. :D)
      Leider kann ich dir an dieser Stelle erstmal nicht weiterhelfen. ~Please hold the line~

      blink schrieb:

      Ein zweiter Kritikpunkt, neben dem empfundenen Überladen: Dass Luca (durch Harley), Mercedes und dutzende Male Effie vermeintlich über die Klinge gesprungen sind - ist mir als Leser schon entgegengestoßen. Wie sehr du mit dem Gedanken gespielt hast, hier tatsächlich Endgültigkeit einzubauen? Ich vermute ja nicht, obwohl es aus Autorensicht wirklich reizvoll ist, diese Zäsur einzubauen. Zumindest gedanklich durchzuspielen, da es noch so viel zu erzählen geben "müsste". Hätte, hätte, und so weiter. Jedenfalls sterben die Damen der Schöpfung nicht und bei den Herren hatte ich nie Zweifel. Krill, O'Mara, Callaghan - ich fand es stark wie überraschend, dass sie alle Harley überlegen waren. Da habe ich erstaunlich wenige Bedenken gehabt, dass das schief gehen kann.
      Habe keinen Gedanken daran verschwendet, jemanden sterben zu lassen. Luca und Mercedes sowieso nicht, Effie erst am Ende. Das Problem war hier wieder, dass ich die Spiegelung Taiga/Schloss, also Mercedes/Luca wieder passender in der Theorie fand, als es sich in der praktischen Ausführung dann gezeigt hat. Dadurch wirkte der erhoffte Effekt negativ nach und generell hasse ich mich gerade selbst ein bisschen. xD

      Die Überlegenheit der Herren der Schöpfung war aber definitiv gewollt. Dass es letzten Endes fast alle Protagonisten auf die eine oder andere Weise mit Harley aufnehmen müssen, war lange geplant und so ist es dann auch gekommen. Selbst Mercedes hat Harley ja, kurz vor dem Kampf mit O'Mara, noch ordentlich Zunder gegeben. Harley sollte zu keinem Zeitpunkt stärker als einer der Kopfgeldjäger (Mercedes, Krill, O'Mara, Callaghan) sein, was dann eben in den zahlreichen kleinen und großen Niederlagen bis hin zu finalen Demontage durch Callaghan deutlich wurde. Dennoch haben mir gerade Kämpfe wie Krill vs. Harley Spaß gemacht, weil man in dieser Form nicht unbedingt mit ihnen rechnete - ebenso wie mit dem Sieg O'Maras.

      blink schrieb:

      Hervorgehoben sei als Gegenpart das stückweite Entzaubern von Harleys Welt und Umfeld, das seine Hybris und Arroganz für jeden - außer ihn selbst - sichtbar zu einem unweigerlichen und logischen Scheitern geführt hat. Die Begegnung zwischen Harley und Flint, das Bild von der klemmenden Pistole habe ich dir genannt, war emotional, intensiv, aufgrund der Fülle dann ein guter Part neben vielen. Für mich war der Teil noch nicht , so blöd es klingt, klischeehaft genug. Mir kam es fast so vor, als hätte Flint Harley auf dem Weg zur Garderobe überrascht, bis es dann zum ungleichmäßigen Schlagabtausch kam.
      Sagen wir so: Ich wollte es nicht so klischeehaft haben, zumindest nicht für diesen Moment. Harley hat Flint ja nie wirklich wahrgenommen, der Fokus lag berechtigterweise auf den Kopfgeldjägern, gegen welche Harley sich auch den ganzen Abend über verteidigen musste. Und er schafft es, aller Widrigkeiten zum Trotz, in sein Quartier und sichert seine Zukunft mit seinen Aufzeichnungen, muss quasi nur noch zur Tür raus in die Nacht entschwinden - und plötzlich ist Flint da. Fand ich wesentlich besser als ein stereotypes Auge-in-Auge, gerade weil es so beiläufig erscheint. Flint hat all die Wochen, Monate auf diesen Moment hingearbeitet, während Harley sich ihn wohl niemals hätte erträumen lassen.

      blink schrieb:

      Im shonen hatte der Protagonist Wege und Opfer zurückgelassen, um sich seiner auf dem Thron hockenden Nemesis stellen zu können. Wenn ich darüber nachdenke, ist einfach ein starkes Ungleichgewicht zwischen Harley und Flint, was nie so richtig "klischeehaft" auf eine (zumindest moralische) Stufe der Überlegenheit geführt hat. Dass sich Flint den Respekt nicht verdiente und die Buße von Harley einfordern konnte, wie es der Brief von Mr. Rogers formulierte - vielleicht kommt das noch. So wirkt Flint trotz einem Finale auf Harleys Territorium nach wie vor unvollständig an. Mir fiele noch einiges positives ein, doch wenn ich mir die Punkte notiere, die ich für kritikwürdig halte, geht es zügiger. Umgekehrt heißt es ja, dass mir der große weite Rest durchaus zugesagt hat. Doch bei der Qualität ist es nicht leicht, rückblickend ein Loblied mit verschiedenen Stropheninhalten anzustimmen.
      Flint ist auch noch nicht vollständig. Für den Moment ist eingetroffen, was Callaghan ihm prophezeit hat: Harley hätte ihn vernichtend geschlagen. Flint hat eine Niederlage einstecken müssen, obwohl er seinem Ziel so nahe schien. Zumindest in seiner Wahrnehmung, wenngleich Harley natürlich selbst im finalen Kampf auf engstem Raum Lichtjahre entfernt war. Flint muss bzw. könnte daran nun wachsen.

      Eldrail


      Eldrail schrieb:

      Es geht da los, wo es letztes Kapitel aufgehört hat. Kleiner Unterschied: Xanana wurde durch Mulligan ersetzt. Zuerst war ich wie blink ziemlich verwirrt. Allerdings lässt die Detailliertheit der Szene (igitt) kaum Zweifel daran aufkommen, dass es genauso beabsichtigt gewesen ist. Also folgt für mich, wie auch für blink, dass es ein Stilmittel war und es für Luca nur den Anschein erweckte. Kann man machen, aber so ganz ohne Einführung und fast ohne Auflösung ist schon verwirrend. Dafür hast du es noch geschafft, eine weitere Leiche unterzubringen, herzlichen Glückwunsch!
      Danke, danke.^^
      Ist halt ein kleiner Kunstgriff gewesen, der euch verwirren und Lucas Trauma ins Gedächtnis rufen sollte.

      Eldrail schrieb:

      Danach geht es noch zu einem völlig anderen Schauplatz, den wir schon lange nicht mehr betreten haben. Rexroth Apartment, Frühstückszeit. Zumindest für Rexroth. Heißt dass, es existiert eine Zeitverschiebung? Naja, egal. Die beiden beäugen sich mehr oder wenig offensichtlich, bis dass Vortäuschen schließlich von Lorelei aufgehoben wird. Sie ist nur hier, um Rexroth auszuspionieren, wenngleich das bisher aber nicht gerade erfolgreich war. Es offenbart sich noch, dass sie auf der Suche nach Wahrheit ist. Großes Wort und wenig eindeutig. Welche Wahrheit? Diese Frage präziser wäre wohl: zu was die Wahrheit? Das weiß ich nicht, zu lange her...
      Gefallen hat diese Passage aber durch diese Essszene auf jeden Fall, da es dem eher ernsten Gespräch doch noch eine weitere Note verpasst hat.
      Ja, es gibt eine Zeitverschiebung. Als Callaghan & Co. mitten in der Nacht auf den GK trafen, war es in Mary Joa noch bzw. bereits Tag. Ich habe jetzt bezüglich der Zeit bewusst Aussparungen gemacht, wie viele Stunden genau zwischen den Orten liegen usw. Aber eine Zeitverschiebung gibt es definitiv, wie in der realen Welt.

      Für Lorelei gibt es tatsächlich nur eine Wahrheit, nämlich die, der sie aktuell nachgeht. Momentan mag es Rexroth Geflecht aus Lügen und Korruption sein, danach vielleicht wieder ein Crocodile und so weiter. Lorelei ist immer auf der Suche nach einer Wahrheit, die in letzter Instanz immer die selbe für sie ist - schließlich ist Wahrheit ein absoluter Zustand für sie, wie sie bereits ihrem Spion erklärt hat.

      Eldrail schrieb:

      Vor der Rückkehr auf die Lunalata bleibt noch der fortgeführte Auftritt von Ulysses. Dieser zeigt sich in einer seiner Rollen, dem Bastardkönig. Sehr interessante Szene. Wir haben da einmal die Puppenkönigin Catherine II., die enervierend dämlich wirkt und in jugendlichem Leichtsinn, gepaart mit der Arroganz der vermeintlich Mächtigen, glaubt, Ulysses bedrohen zu können. Dessen rabiate Klarstellung der Verhältnisse fand ich super, genauso wie die weitere Seite. Kein Heiliger, nein, jemand der zwar ein treuer Freund sein kann, aber eben auch der harte Hund, der keine Scheu vor Gewalt und Tod hat. So ganz klar wird mir Ulysses vielleicht noch nicht, aber klar ist: er besitzt mehrere Eigenschaften, bei denen er sich aber in einem treu bleibt: egal, wie kantig er auch ist, er verbirgt nichts. Eine Frage bleibt auf jeden Fall noch: trennt er sein Auftreten nach seinen Rollen? Als Zugreisender in Inkognito kann er ja anders sein, als Bastardkönig.
      Offen bleibt auch dieser Almanag-Kontrakt, aber im Moment lasse ich die ganze Situation so stehen. Es wird schon kommen.
      Nein. Also es gibt gewiss nicht Ulysses, den Scheuen Hund, und Ulysses, den Bastardkönig. Natürlich agiert Ulysses je nach Rolle, in der er auftritt, anders. Wenn sein gegenüber um seine Position in der Unterwelt weiß, kann er diese Karte ausspielen. Wenn er nur ein Mann im Zug sein will, darf er nicht mit seiner Macht hausieren gehen. Dennoch vermengt sich beides. Immerhin machte er im Zug keinen Hehl aus seinem Reichtum, während er gegenüber Catherine und ihren Leuten seine Hundeliebe z.B. nicht verbarg, obwohl man sie als Schwäche auslegen könnte. Ulysses würde ich eher als jemanden beschreiben, der sich seiner selbst bewusst ist, ohne selbstbewusst zu sein.

      Eldrail schrieb:

      Zum Abschluss noch Luca, die wieder einmal zeigt, welches Feuer in ihr steckt. Ungebeugt trotz ihrer Lage, trotz des Vorfalls und trotz Carlas Drohungen. Ganz im Vertrauen auf die KGJ, was ihre Verbundenheit betont. Ihr Auftritt gefällt mir, auch wenn die Zeiten bestimmt nicht besser werden...
      Im Gegensatz dazu haben wir Carla, die hier eher nicht wie die Herrin der Lage wirkt, wenngleich es ihr so vorzukommen scheint. Ihr Umgang mit Luca hatte keinen Erfolg, außer mit der Beseitigung von Xanana. Gerade ihre Überheblichkeit bezüglich der KGJ ist fast schon unverständlich. Wirkt sie noch wie die Spinne im Netz bezüglich Harley und beweist im Gespräch über diesen ihre Überlegenheit, so scheint sie nicht aus Harleys Sturz gelernt zu haben. Faszinierend bleibt sie trotzdem. Berechnend ohne Ende ist sie einfach ein geeigneter Antagonist für die KGJ, die oft mehr mit dem Kopf durch die Wand vorgehen.
      Nun, sagen wir so: Carla hat in der Vergangenheit bewiesen, die KGJ nicht zu unterschätzen und es steht in den Sternen, wie die Geschichte um Schloss Roßkosch unter ihrer Führung ausgegangen wäre. Harley und sein absurdes Partyspiel haben Carla jene Kontrolle genommen, die sie als geborene Denkerin und Intrigantin benötigt. Sie hat aus Harleys Sturz nichts gelernt, weil es nicht ihr Sturz war - weil sie clever war, weil sie nicht unvorsichtig war wie Harley. Ich bestreite nicht, dass Carla hier nicht etwas zu selbstsicher agiert, verspreche aber, dass sie keiner OP-typischen Arroganz anheimfallen wird. ;)

      Eldrail schrieb:

      Als Allererstes fällt mir ein, dass du in diesem Arc, wie aber bisher auch schon, die Charaktere bis zur Grenze des Todes und eigentlich auch darüber hinaus getrieben hast. Aber während eine Reihe von Nebencharakteren tatsächlich ihr Ende fanden, genießen die Protagonisten Plotarmor. Jeder einzelene der KGJ hat eingesteckt, bis ich sagen würde: Ganzkörper Bandage ala Lysop. Mercedes war schon völlig unnormal, selbst als Cyborg, O'Mara mag zwar widerstandsfähig sein, aber nach dem er schon völlig kaputt geprügelt war, hat er trotzdem noch kapitellang weiter gemacht und weiter gemacht. Selbst Cal war doch zwischendrin schon fast tot und das ohne seine regenerativen Fähigkeiten. Aber auch er hat weiter gemacht. Obwohl ja im Prinzip kaum Zeit vergangen ist - innerhalb der Geschichte - und mir keine Heilung aufgefallen ist, wirkt er wieder topfit. Kann man noch so weiter führen, aber sollte ja klar geworden sein. Nicht, dass ich nicht ein Fan von solchen Darstellungen bin, Charaktere die an die Grenze gehen usw., aber du als Vertreter einer blutigeren, düsteren und realitätsnäheren FF schwebst in Gefahr, etwas die Glaubwürdigkeit zu verlieren.
      Ja. Hier habe ich etwas übertrieben, bzw. hätte die Szene um Luca nicht sein müssen. Also...Niederlage ja, Wiederbelebung durch Shrimati nein. Mercedes Beinahe-Tod hingegen war als Schlüsselmoment natürlich notwendig.

      Bei O'Mara würde ich relativieren, da diese Unermüdlichkeit Teil seines Kampfstils und seiner besonderen Körperbeschaffenheit ist. O'Mara empfindet Schmerz anders. So klappte er nach dem dritten Arc ja einfach plötzlich zusammen, nachdem er vorher noch relativ locker mit den anderen die nächsten Schritte besprochen hatten. Ähnlich wie Morias Zombies kann er beinahe ewig weitermachen, bis sein Körper kapituliert. Natürlich nicht ganz so extrem wie die Zombies, da er durchaus Schmerz empfindet, aber das Prinzip sollte klar sein. Letztlich gab es keinen anderen Charakter, der so lange so viel hätte durchmachen können. Im Vergleich dazu nehme man Krill, dessen Kampf mit Malory längst nicht so brutal war und den Meermann trotzdem so stark mitgenommen hat, dass Lorca danach leichtes Spiel hatte.

      Aber ich verstehe dennoch, was du meinst und muss darauf im nächsten Arc auch wieder verstärkt achten. Es wirkt halt immer schwierig, so starke Charaktere in Bedrängnis zu bringen, ohne es gleich zu übertreiben. Zur Realitätsnähe muss ich aber sagen, dass sich diese eher auf den Inhalt und die Figuren bezieht, weniger auf bestimmte Topen und Stereotypen des Genres. Das klingt vielleicht nach Rosinenpicken, aber einige der Merkmale des Shonen-Genres nutze ich ja beständig, um zumindest ansatzweise dem Hauptwerk treu zu blieben. Inhaltlich ist da ja nicht mehr allzu viel übrig. xD

      Eldrail schrieb:

      Der grüne König hatte viele Szenen, die insgesamt aber gefühlt nichts aufgeklärt haben, sich dafür aber teilweise doch recht intensiv zwischen die Schlosshandlung geschoben haben. Dazu ist mir immer noch nicht klar, wieso er ausgerechnet jetzt da war. Gut, er war nötig, damit Cal nicht in fünf Minuten im Schloss aufräumt, aber insgesamt entgeht mir das noch. Ich meine zwar, dass du durchaus deine Gründe hast, aber anscheinend sind sie mir entgangen/entfallen. Trotzdem danke für den grünen König
      Sagen wir so: Es war nötig, aber nicht unbedingt einwandfrei umgesetzt. Letztlich hätte ich Cal & Co. auch anders vom Schloss feenhaften können oder eben im Schloss aufhalten, z.B. durch Stagman und Lorca oder weiß der Geier. Im Nachhinein hätte es viele Möglichkeiten gegeben, jedoch bin ich tatsächlich davon ausgegangen, dass diese strikte Trennung reizvoller wäre. Pustekuchen.^^

      Eldrail schrieb:

      Geheimnisvolle Charaktere, die auftauchen und wieder verschwinden, ohne dass auch nur irgendetwas geklärt wäre (Kako, Sol). So ohne jede Aufklärung wirken sie insgesamt mehr wie Fremdkörper, deren Nutzen mir einfach nicht klar wird.
      Kommt noch, versprochen. Dass ich euch einen klassischen Abschluss für diesen Arc verwehrt habe, wird kein Nachteil sein.

      Eldrail schrieb:

      Bei diesem Punkt bin ich mir irgendwie nicht so sicher, aber so ganz konnten mich die anderen Kopfgeldjäger nicht erreichen. Fällt mir schwer zu verstehen, aber diese ganze Gruftszene und KJ außer Effie, sie kommt mir im Nachhinein merkwürdig vor. Vielleicht auch, weil sie im Vergleich zu den etablierten Gegnern letztlich doch zu sehr zurückstecken und blaß blieben (außer eben Effie).
      Ich muss gestehen, Kausitz war auch nur als Wand für Flint gedacht. Dementsprechend blass und fade war auch der Charakter, von der Frucht vielleicht mal abgesehen. Bei Coppola war eher mein persönliches Problem, dass ich mit der Figur bis zuletzt nicht warmgeworden bin. Ursprünglich sollte der Charakter den Arc sogar überlegen, aber ich habe mich mit ihm so schwer getan, dass ich ihn kurzerhand einfach mit ertränkt habe. xD
      Daher: Verständliches Problem, dass ich nachfühlen kann.

      Eldrail schrieb:

      Harley. Auch ein schwieriger Punkt. Aber diese völlige Inkompetenz und arrogante Vorgehen, lassen mich etwas zwiegespalten zurück. Wie auch bei Oda Luffy häufig auch dank Charaktereigenschaften unterschätzt wird, kann man hier zwar schon Gründe finden, aber letztlich demontiert es Harley ebenso wie auch Doflamingo auf DR. Seine Vorkehrungen waren irgendwie unpassend, denn einerseits engagiert er Leute, aber andererseits ist es klar, dass die vereinten KGJ recht problemlos das Schloss gestürmt hätten. Die Trennung war doch nicht vorauszusehen, oder?
      War sie? Oder war sie nicht?^^

      Harley ist einfach ein Idiot. Ich meine, er ist ein Genie in bestimmten Bereichen und definitiv ein kluger Kopf, aber in allen anderen Bereichen ein Trottel. Er geht Risiken ein, die sein eigenes Leben gefährden, nur um Moira zu imponieren; er ignoriert die Warnungen seiner jahrelangen rechten Hand und würdigt jene herab; er unterschätzt alles und jeden und erwägt nicht einmal, dass er selbst dem nicht gewachsen sein könnte. Im Grunde ist er sogar noch schlimmer als Flamingo, da jener immerhin noch den Twist um den gefälschten Zeitungsartikel und Fujitora in der Hinterhand hatte. Also ja, Harley ist zwiespältig zu betrachten. Anderseits wart aber meistens ihr es, die in ihm den fähigen Meister im Schatten sehen wollte. Während ich ihn niemals für diese Rolle vorgesehen habe, obwohl ich mit dem Anschein natürlich immer gespielt habe. ;)

      Eldrail schrieb:

      Sehr subjektiver Punkt: Irit Waldmannstraut und ihre Apokryphen, die leider nicht weiter behandelt wurden.
      Irit lebt ja noch, bzw. Cassiopeia. Das ist also nicht aus der Welt.

      Eldrail schrieb:

      Insgesamt bot der Arc wieder gewaltige und epische Beschreibungen und Darstellungen, alleine nur, was das Fest angeht, aber auch, was im Zusammenhang mit dem grünen König steht. Vieles ist weiter vertieft und geklärt, anderes angeteasert und vorbereitet worden. Es ist soviel leichter, Kritik in Worte zu fassen, deswegen fällt das weitere eher kurz aus, aber es sollte klar sein, dass ich mich immer freue, wenn es weiter geht. Dabei bin ich gespannt, wie du mit der Trennung arbeitest, denn auch wenn so etwas auch mal sein muss, ist die Gefahr hoch, dass eine Seite darunter leidet. Weiß ich ja aus eigener Erfahrung schon.
      Du wirst das schon schaffen und so verabschiede ich mich von Arc 4 und sage: bis zum nächsten Kapitel!
      Die Trennung, die jetzt folgt, profitiert definitiv aus dieser Testphase auf SS. Ich hoffe, mit meinen Planänderungen die Probleme ausgemerzt zu haben, welche sich auf SS noch ergeben haben. Mal schauen, ob ich etwas gelernt habe bzw. darf man gespannt sein, ob ich die richtigen Schlüsse gezogen habe.^^

      qoii


      qoii schrieb:

      Zunächst einmal liegt Nickleby nicht, wie ich letztes mal Vermutet habe, auf Saoirse Láire (Irland), sonder dürfte die Hauptstadt von Fountleroy Island (England) sein oder zumindest der Königssitz.
      Korrekt. Nickleby ist die Hauptstadt von FI.

      qoii schrieb:

      Hier haben die Könige, wie es sich gehörte, noch immer viel macht, auch wenn sie weiblich und gerade einmal fünfzehn Jahre alt ist. Catherine II hast du ihn ihrer Art, der kindlichen und jungen aber allmächtigen Herrscherin ziemlich gut getroffen. Auch wenn sie eigentlich von nichts, was das wirkliche Regieren und die Wichtigkeit der Regierungsgeschäfte eine Ahnung hat, muss der ganze Hofstaat ihr gehorchen und die gebührende Aufmerksamkeit schenken. Die wichtigsten Tagesthemen sind sie selbst und ihre morgendlichen/nächtlichen Probleme, die allen Mitgeteilt werden müssen. Dabei ist Ulysses auftauchen auch viel mehr eine willkommene Abwechselung, als eine wirkliche Störung, wobei ihre mehr ruhige Reaktion, auf die Situation im Thronsaal, sicher auch bei einer älteren Königin gut gepasst hätte. Denn man muss trotz der unangenehmen Situation die Ruhe und den Schein bewahren, immerhin ist Ulysses trotz allem eine mächtige Person, welche man nicht verärgern sollte. Aber wie gesagt, ich vermute, dass sie nicht so weit gedacht hat bzw so erfahren ist und sich einfach darüber gefreut hat, dass mal was interessantes passiert und sie um die meisten langweiligen Regierungsgeschäfte herumkommt.
      Catherine sieht Ulysses, obwohl sie zumindest ansatzweise über dessen Position weiß, halt nicht als wirkliche Gefahr. Wie du schon sagtest: Sie ist die Königin einer mächtigen Nation. Sie ist im Herzen ihres Empires, umgeben von Wachen und Sicherheitsleuten, während sie in Ulysses eben nur ihren Cousin sieht und - im weitesten Sinne - einen besseren Botenjungen für SL. Natürlich respektiert sie ihren Cousin und mag ihn auch, jedoch kümmern dessen Belange sie wenig. Warum er ihr Gesuch um Soldaten ablehnt, kümmert sie nicht - und dementsprechend hilflos sah sie sich dann seiner wütend-bedrohlichen Reaktion ausgesetzt.

      qoii schrieb:

      In kleiner Runde mit Ulysses zeigt sich dann zum einen ihrer Unerfahren und Unwissenheit, aber auch wie sehr die Propaganda ihres Landes sie ebenfalls beeinflusst hat. Sie hält sich und ihr Land für eins der größten und mächtigsten die es gibt und dass sie über die Bevölkerungen ihrer Länder verfügen kann wie sie will bzw. wie es ihre Berater ihr raten. Denn es wir nicht ganz klar, in wieweit der geplante Krieg nach ihrem willen oder dem willen des Reiches, sprich einiger Minister geht. In ihrer Unterhaltung mit Ulysses wird auch noch einmal deutlich, dass sie gewohnt ist alles zu bekommen was sie will bzw. befiehlt sobald sie sich auf ihre königliche Macht beruft und mit Konsequenzen droht. Auch dass sie eher unangenehmen Erinnerungen und Ereignisse ihr nicht bekannt sind bzw an sie herangetragen wurden, ist auch typisch. Zum einen könnte sie für zu jung gehalten wurden, zum anderen lässt es die Minister und das Land ihr gegenüber schlecht aussehen. Man ist nicht gerne der Bote unangenehmer Nachrichten, wenn der Herrscher allmächtig ist. >>Tötet nicht den Boten<<
      Richtig. Propaganda ist ein wichtiger Punkt, der auch im neuen Kapitel thematisiert wird und mMn nicht fehlen darf, wenn man sich an den englisch-irischen Konflikten bedient. Die wilden, aufmüpfigen Iren gegen die zivilisierten Briten oder eben die Freiheitskämpfer, die gegen ihre Unterdrücker vorgehen. Beide Seiten haben ihre Geschichten.
      So ist es nicht verwunderlich, dass Catherine und Ulysses unterschiedliche Auffassungen besitzen. Letztlich ist Ulysses Vorteil, dass er seine Geschichten aus Erinnerungen erzählen kann - Catherine nur durch Hörensagen und Unterricht.

      qoii schrieb:

      Deine Anlehnungen Fountleroy Island an England beziehen sich nicht nur auf den Konflikt zwischen ihnen und der Grünen Insel, sonder enthalten noch einiges andere. Zunächst einmal wird Fountleroy Island aus als Empire bezeichnet, weswegen wir davon ausgehen könne, dass nicht nur Saoirse Láire als Kolonie unter der Herrschaft der Krone steht. Sicher geht es bei diesem Krieg auch darum, einen anderen Aufstand niederzuschlagen oder noch mehr Länder zu unterwerfen. Weiterhin werden die Lairen von Catherine als Paria bezeichnet, was ein indischer Begriff für kastenlose Menschen ist, also Ausgestoßene; Entrechtete. Deswegen können wir davon ausgehen, dass die Kolonialvölker kaum mehr gelten als Sklaven, die kommen sollen, wenn der Herr ruft.
      Genau. Wenngleich die Geschichte beider Länder tiefer geht, so ist bzw. war (je nach Auffassung) SL nur ein Teil des Empires, ähnlich wie Nordirland heute. Wieso Ulysses aber daran festhält, dass sie nicht mehr vor den Founts buckeln müssen, wird mit dem Fokus auf den Almanag-Vertrag deutlicher. Es ist eine lange Geschichte, auf die ich mich schon freue. Denn im Gegensatz zu SS oder PS, ist diese Geschichte eng mit den handelnden Figuren verbunden und kann so in aller Fülle erzählt werden, ohne langweilig oder unnötig zu wirken.^^

      qoii schrieb:

      Allerdings haben die Lairen es geschafft, wahrscheinlich unter Ulysses, erfolgreich 20 Kriegsschiffe nebst Besatzung zu vernichten. Als Ergebnis von diesem Aufstand musste die fountischem Krone den ›Almanag-Kontrakt unterschreiben, welcher wahrscheinlich den Lairen eine gewisse Autonomie (innerhalb des Empire) gewährt hat. Allerdings meine ich herauszulesen, dass die WR Saoirse Láire offiziell immer noch als Teil der fountischem Krone sieht. Ich kenne mich zwar im Unabhängigkeitskampf der Iren nicht hundertprozentig aus, meine mich aber zu erinnern, dass sie nach erfolgreichem Kampf zunächst die Unabhängigkeit als eigener Staat innerhalb des Commonwealths, (ohne Nordirland) bekommen haben und dann später ein wirklich eigenständiger Staat wurden, davor waren sie direkt Teil von Großbritannien, welches heute noch aus England, Schottland, Wals und Nordirland besteht. Insgesamt dürfte dein Fountleroy Island grob dem Britannien und Queen Victoria entsprechen.
      Richtig. Vexor hat mir den Namen Victoria weggeschnappt, welche Catherines Mutter sein sollte. Catherine erntet momentan also sozusagen nur den Sturm, den ihre Mutter gesät hat. Ulysses, der sich gegen sie auflehnt, entwuchs den Verfehlungen ihrer Mutter. Aber dazu mehr, wenn die Geschichte der Länder genauer behandelt wird.

      qoii schrieb:

      Mit diesen Informationen wäre meine letzte Kritik an Ulysses, dass er es als weltgrößter Waffenschieber nicht geschafft hat, sein Land unabhängig zu machen, teilweise hinfällig. Zumindest haben sie es bei dem Aufstand geschafft, dieses Kontrakt zu bekommen, der ihnen gewisse Rechte gewährt und schützt. Ulysses scheint dabei so etwas wir der Repräsentant der Insel zu sein oder zumindest eine wichtige Größe im Hintergrund, denn immerhin hat er den Einberufungsbefehl für sein Volk dabei. Viel wichtiger ist aber seine Verwandtschaft zu Catherine, welche ihn im weiteren Sinne zum Mitglied des fountischem Königshauses macht, auch wenn er sicher nicht anerkannt ist und somit keine Ansprüche auf den Thron hätte. Nein mir geht es mehr darum, dass anscheinend ein Bruder oder eine Schwester der verstorbenen Königin (Catherines Mutter), entweder eine Verhältnis mit einer/nem Lairen hatte oder sogar in so niederen Stand geheiratet hat. Nein, so wie die ganze Situation um Ulysses aufgebaut wurde und wie wir ihn kennengelernt haben, kann er eigentlich nur aus einer Affäre eines männlichen Mitglieds der Königsfamilie stammen. Wenn er nicht Catherines Vetter wäre, hätte ich eher Vermutet, dass ihr Großvater, in seinen älteren Tagen, nochmal ein lairisches Dienstmädchen als Bettwärmerin bestellt hätte. Ulysses ist immerhin knapp fünfzehn Jahre älter als Catherine, es sei denn natürlich, dass zunächst Ulysses Erzeuger auf dem Thron saß und nach diesem Fehltritt oder seinem Tod durch seine Schwester und Catherines Mutter ersetzt wurde. In diesem Fall würde auch der beinahe »Bastardkönig« Ulysses McKenna viel besser passen, da er, wenn ehelich und anerkannt geboren worden wäre, wirklich auf den Thron hätte steigen können. Fest steht nur, dass ein Teil von ihm lairisch sein muss, da er immer von seinem Volk spricht.
      Der Titel als "Bastardkönig" ist tatsächlich wörtlich zu nehmen, deine Mutmaßungen gehen also in die richtige Richtung.

      Dass Ulysses bisher noch nicht die vollständige Unabhängigkeit seines Landes erzwungen hat, liegt aber natürlich auch an der WR, welche hinter FI steht. Das Empire ist tatsächlich ein Empire und dazu noch die Rücken...Man kann sich ausmalen, dass auch ein Ulysses kein Gott ist. Das sind Ausmaße, für die es mindestens eine Kaisermacht bräuchte. Natürlich ist Ulysses einflussreich und mächtig, aber eine direkte Konfrontation wäre wahnsinnig. Mal schauen, wie es weitergeht. Nur soviel: Ulysses macht keine halben Sachen. Niemals.^^

      qoii schrieb:

      Nach diesem kleinen Ausflug, in das Reich der Interpretationen und Schlussfolgerungen, noch zu den beiden anderen Schauplätzen. Bei den ganzen Ereignissen in diesem Arc vergisst man allzu schnell, dass sich alles auf SS mehr oder minder in einer (halben) Nacht abgespielt hat, weswegen es zeitlich wenig verwunderlich ist, dass sich Lorelei immer noch in Rexroth Apartment befindet. Ihr Aufbau als ziemlich entgegengesetzte Persönlichkeiten wird hier weiter fortgesetzt. Nachdem es bei den letzten mahlen mehr um die Herkunft, ihren aufstiegt und etwas um die Weltsicht, persönliche Einstellung und Ziele ging, geht es nun beim Essen weiter. Wobei es eigentlich beiden nur darum ging, sich durch das Zusammentreffen besser einschätzen zu können. Jedenfalls hat Rexroth gerade eine Nachricht bekommen und dabei könnte es durchaus um die Ereignisse auf SS gegangen sein. Immerhin hatte Lorelei zwei Agentinnen vor Ort und mir fällt gerade wieder dieser Kako ein, irgendwie habe ich gerade das Gefühl, dass er zu Rexroth passen würde.
      Ich enthalte mich.^^

      qoii schrieb:

      Als letzten bleibt den noch die, welche von meinen Kollegen die meiste Aufmerksamkeit bekommen hat und bei der ich nicht wirklich etwas hinzufügen kann. Auch ich bin zunächst über die Mulliganformulierungen gestolpert, denke aber auch, dass es sich dabei im eine Vermischung der Ereignisse durch Luca handelt. Weiterhin denke ich kaum, dass sie sich zu hundert Prozent von Carla einwickeln lässt, aber eine gewisse Charakterveränderung hast du ja bereits angedeutet. Wahrscheinlich wird sie zu einer mehr oder minder freiwilligem Mitstreiterin, welche dann irgendwann im entscheidenden Kampf mehr oder minder für alle überraschend wieder die Seiten wechselt. Dabei fand ich das Spiel mit dem Apfel auf der symbolischen Ebene besonders schön. Da du diesen sicher nicht aus Zufall gewählt hast, weißt du sicher welchen Spaß der Apfel macht , wenn dann einige der ganzen mythisch/religiösen/symbolischen Bedeutungen und Interpretationen dahinter kennt, wobei der Sündenfall sicher der bekannteste sein dürfte.
      Ja, der Apfel. Ich liebe die verschiedenen Ebenen, auf denen man interpretieren kann. Ist Carla die Schlange, die Luca zum Biss verleitet? Oder ist Carla selbst Eva, welche ihrerseits durch einen Teufel zum Apfel getrieben wurde? Oder spielt der Apfel auf etwas gänzlich anderes an? Das hat mir beim Schreiben viel Freude bereitet. Ich finde religiöse Metaphern herrlich. :D
      Vexor


      Vexor schrieb:

      Das Kapitel war sehr gut, um das gleich einmal vorweg stellen zu können und hat sich wieder einmal einer deiner Damen zu verdanken und zwar Catherine II., der ich wohl den tatsächlich noch besser passenden Namen Viktoria genommen habe - nehme ich mal an?.
      Ich liebe diese Frau. ich liebe die unsichere Königin, die Prinzessin sein sollte und vielleicht niemals auf einen Thron sitzen musste. Die Arroganz einer Maria Stuart, die noch verformbare Masse einer stähleren Elizabeth und in letzter Konsequenz doch so zerbrechlich wie ein armes naives Kind. Ich musste unweigerlich an Charlotte an meiner Geschichte denken, auch wenn das zwei ganz unterschiedliche Charaktere sind, aber wir muten den Königstöchtern ziemlich viel zu. Zumindest erwarte ich mir Großes, Grausames und tragisches für die Königin mit ihrem Porzellangesicht.
      Ich habe auch laaaaange an dieser Szene geschrieben. :D
      Catherine sollte tatsächlich ständig zwischen Göre und Königin, verwöhntem Ding und kaltschnäuziger Monarchin mäandern. Wie es mit ihr weitergeht, muss ich natürlich noch offen lassen, aber wie du schon sagst: Wann ist die Geschichte für unsere Charaktere schon jemals komplett gut ausgegangen? ;)

      Vexor schrieb:

      Ebenso stark profilieren konnte sich an dieser Stelle ja Ulysses, dem du es wunderbar geschafft hast, in nur zwei konkreten Auftritten all die Menschlichkeit, die Greifbarkeit und die Konturen zu verleihen, die ich bei Harley bis zum Schluss vermisst habe (dazu später mehr). Ich liebe seine kühle und gleichzeitig aufbrausende Art. Ich liebe wie er mit den Untergebenen Catherines und in der folgenden Szene mit ihr umspringt. Ulysses mausert sich jetzt schon zu meinen heimlichen Favoriten, was viel heißen muss, da er mir bisher recht egal war. (Dir ist klar, dass der Hund - sollte er jemals einen Namen bekommen - jetzt Moose heißen muss :D ))
      Das freut mich. Ich hatte schon leichte Befürchtungen, da du mit ihm ja bisher nicht so wirklich warm geworden bist. Die Figur begleitet mich auch schon sehr lange, stammt sogar in groben Zügen noch aus einer alten und niemals fertig gestellten Kurzgeschichte meines knabenhaften Vergangenheit-Ichs. Da bin ich froh, allmählich in die richtige Kerbe mit dem Charakter zu schlagen. :D

      Vexor schrieb:

      Die Liebe für die beiden Charaktere liegt vielleicht auch einfach an der Thematik, mit der du bei mir mehr als drei dicke Steine im Brett hast. Ich liebe England, ich liebe Irland, ich liebe englisch-irische Geschichte und ich hoffe, dass du mit deinem Arc all das ausleben lassen können wirst, was der kreativen Kürzung in Bezug auf Viktoria und Duchess Court zum Opfer gefallen ist. Ich freu mich auf jeden Fall schon darauf, noch mehr über den irischen Widerstand erfahren zu dürfen und vielleicht noch einmal dabei zu sein, wenn Ulysses Widerstand die Straßen Nicklebys erneut mit fountischen Blut tränkt.
      Ja, was soll ich sagen?^^
      Ich werde mich hier so richtig austoben. Meine große Liebe für diesen Teil der Welt muss einfach endlich mal raus, nachdem ich bisher immer nur Andeutungen gemacht habe und ständig Leute wie Mulligan und Moira vorschützen musste, um diesen Part der Handlung einzubinden. Jetzt ist es soweit und ich werde mich nicht zurückhalten. :D

      Vexor schrieb:

      Angeteasert und angeschnitten hast du mit Cromwell, dem Almanag-Vertrag, usw. schon sehr viel, welches ich nicht erneut durchspielen oder aufgreifen möchte. Das Kapitel war nämlich mal wieder sehr voll und dabei habe ich mich nur auf einen Aspekt des Ganzen beschränkt. Hier gibt es schon einmal 10000/10 Punkten, um mich mal eines gewisses Bewertungssystems zu bedienen.
      Waren auch alles nur erste Teaser, die im Laufe des Arcs und darüber hinaus langsam mit Leben gefüllt werden. Man merkt wahrscheinlich schon an dem aktiven Handeln von Ulysses, dass ich diese Dinge nicht länger im Schatten verwahren will.

      Vexor schrieb:

      Die Szene mit Lorelai und Rexroth hat mich jetzt insofern überrascht, da ich mich erst einmal wieder daran erinnern musste, dass das die beinahe nahtlose Fortsetzung des Geschehens war, als wir die beiden zuletzt gesehen haben. Doch die wichtigste Frage: haben sie oder haben sie nicht miteinander geschlafen? Für mich war das neben all dem Alkohol nicht so ersichtlich, was entweder von dir so impliziert war oder mein Kopf spinnt solche Szenen - verseucht durch die amerikanische Filmindustrie - einfach weiter.
      Rexroth ist über Carlas Schachzug nun auch informiert - von wem erfahren wir in dieser Szene nicht, aber mein Tipp liegt auch bei Kako -, und die beiden gefährlichen Raubtiere belauern sich weiter. Eine spannende Szene, die in meinen Augen aber noch nicht zu Ende erzählt ist.
      Nein, also geschlafen haben sie nicht miteinander. Zwar habe ich mit diesem Gedanken gespielt, ihn jedoch rasch wieder verworfen. Lorelei wäre durch diesen Akt sinnbildlich korrumpiert worden, symbolisiert sie doch in meiner Geschichte mehr oder weniger die reine und unbefleckte Wahrheit, die in den dunklen Winkeln der Regierungsarbeit nach dem Licht sucht. Das wollte ich buchstäblich und im übertragenen Sinne auch so beibehalten. Hollywood hält zwar relativ oft Einzug in meine Geschichte, aber hier musste ich dem um Loreleis Willen einen Riegel vorschieben.^^

      Vexor schrieb:

      Zu Schluss dann noch Lucas unfreiwilliger Flashback zu Mulligan, die Ermordung des Muränenmenschens und Carlas erneutes Angebot an Luca. Die Kombo hat mir gut gefallen, auch diese psychische Bewältigungsstrategie, welche du dir für Luca überlegt hast. Ebenso die Interaktion der beiden Damen, wobei ich irgendwie im Gefühl habe, dass Luca einknicken wird. Auf lange Sicht ist und bleibt sie opportunistisch und auch der willensstärkste Mensch gibt irgendwann nach, wenn die physische und psychische Folter zu groß ist. Abwarten.
      ich enthalte mich. Beide Frauen sind gleich unterschiedlich und unterschiedlich gleich. Luca ist immer noch Luca, aber ob das reicht, um gegen die Frau in Schwarz zu bestehen? Bleibt abzuwarten.

      Vexor schrieb:

      Alles in allem ein langes, informatives Kapitel, welches mit vielen Entwicklungen aufwarten konnte, die mir sehr gut gefallen haben. Die ein oder andere stilistische Schwäche verzeihe ich dir beim Inhalt gerne und weiß ja auch, dass das Kapitel alles andere als eine leichte Geburt war.
      Danke. Ich habe auch einige Haare beim Schreiben verloren. Aber wem sag ich das? xD

      Vexor schrieb:

      Harley: Du hast es dir wohl schon gedacht und ich habe es schon angedeutet, aber Harley ist für mich die größte "Schwachstelle" des Arcs. Ich weiß, dass er der mysteriöse Mann im Schatten sein sollte, nicht greifbar wie seine Teufelsfrucht, aber irgendwie hast du für mich nie den Schritt so wirklich geschafft, Harley aus dieser Zwitterwelt zu holen. Der Aufbau war lange und versprach viel und das eigentliche Ende war dann aber irgendwie auch schneller vorbei, als gewünscht. Vielleicht relativiert sich das alles, da Harley ja noch nicht aus der Handlung ist, aber da ich den Arc so bewerten sollte wie er ist, lasse ich das mal so stehen. Ich hoffe, dass du verstehst, wie ich es meine? Vielleicht waren die Erwartungen meinerseits auch zu hoch.
      Sollte er das? Ich habe eher das Gefühl, ihr wolltet ihn zu dieser Schattengestalt machen. xD
      Klar, er war lange Zeit der Motor der Geschichte und die große böse Nemesis von Flint, die es zu finden galt. Aber gerade auf SS habe ich eher versucht, Harley Stück für Stück zu demontieren. Er hat gegen jeden Kopfgeldjäger gekämpft und niemals wirklich punkten können, hat sogar von Flint etwas einstecken müssen, wurde schließlich von Callaghan demontiert und von seiner Rechten Hand verraten und verkauft. Mein Ziel war für diesen Arc, den glaubhaften Übergang zwischen Harley und Carla zu schaffen. Sie, die sich erhebt, wo er fiel. Harley als Person, abseits seiner narzisstischen Inkompetenz, wird selbstredend noch entschlüsselt. Wie du sagst: Er ist noch nicht aus dem Spiel.

      Natürlich empfinde ich ähnlich, jedoch vielleicht nicht so stark, weil Harley für mich nie das Ende der Fahnenstange war. Carla, Ulysses. Ich wusste halt immer, wie es enden wird und fand es dementsprechend amüsant, wenn ihr in Harley berechtigterweise das Mastermind gesehen habt. Das bringt mich natürlich den Nachtteil, dir hier nur sagen zu können, dass ich dein Argument definitiv akzeptiere und abnicke. Jedoch kann ich mir erst mein abschließendes Urteil erlauben, sobald die Figur Harley tatsächlich abgeschlossen ist. :)

      Vexor schrieb:

      Figurenpersonal: Du wolltest ein buntes, griechisches Theaterstück mit dutzenden Charakteren und die Szene lebendig machen. Lebendig war es, dadurch aber auch ein wenig unübersichtlich. Hier kann ich nicht sicher sagen, ob meine fragmenthafte Leseerfahrung oder der Arc selber daran Schuld sind, aber ich kann mich nicht einmal an die Hälfte der Charaktere erinnern - von den Namen ganz zu schweigen -, die in dem Arc vorgekommen sind und am Ende waren sie dann auch relativ unbedeutend, da nicht mehr erwähnt oder fortgespült.
      Ich weiß zwar auch nicht wie man das besser machen kann, aber wollte es nicht unerwähnt lassen.
      Ja, ich wollte vieles für diesen Arc und bin am Ende fast zugrunde gegangen. xD
      Gerade die Szenen im Schloss, bevor Krill alles unter Wasser gesetzt hat, waren eine verdammte Tortur. Das mag auch daran gelegen haben, dass ich bei der Ideenfindung noch vom neuesten Gatsby-Film elektrisiert war und mir nicht vorstellen konnte, dass ich Probleme mit diesem Handlungsstrang haben könnte. Die Arroganz der Inspirierten.
      Kann dir da also nur beipflichten und habe mein Figurenpersonal für den kommenden Arc auch dementsprechend eingekürzt. Ein zweites Schloss Roßkosch wünsche ich mir wahrlich nicht.

      Vexor schrieb:

      Der grüne König: Und damit mein ich nicht den Charakter selber, sondern den Handlungsstrang um ihn. Irgendwie wirkte mir das zu unorganisch. Als wolltest du die Gruppe unbedingt trennen wollen und gleichzeitig die Chance nutzen, um den Grünen König vor Ort einzuführen. Aber - und auch hier kann das später noch kommen oder ich habe es überlesen/vergessen - mir fehlt noch immer die Logik, warum er da war, warum nicht mehr von ihm kam, etc.
      Okay, darf ich einfach "siehe oben" schreiben? Ich habe den anderen schon geantwortet und wir haben ja auch schon oft privat drüber gesprochen. Ich denke, das kann ich mir hier und jetzt sparen. Ansonsten weißt du, wie du mich erreichst. <3

      Vexor schrieb:

      Harleys Untergebene: Natürlich überschattet von Carla, aber auch Waterloo und Dionysia konnten mich als Charaktere voll und ganz überzeugen. Man merkt, dass du dir diese Charaktere schon lange ausgedacht hast und ich hatte wirklich das Gefühl lebendige Personen vor mir zu haben, die komplex und vielschichtig waren und auch geblieben sind. Großes Lob hierfür und den Plottwist mit Carla muss man dir erst einmal nachmachen.
      Vielen Dank. Zwar bin ich gerade bei Waterloo momentan unsicher, wie ich diesen im neuen Arc einbringe - wenngleich ich natürlich weiß, wo ich mit ihm hin will - aber für den Moment nehme ich das Lob gerne an. Gerade Carla war immer so ein Drahtseilakt, weil ich es nie zu offensichtlich machen wollte. Ich bin einfach froh, hier wirklich einen kleinen Coup habe landen zu können. :D

      Vexor schrieb:

      Gewisse Nebencharaktere: Auch hier hast du schöne Arbeit geleistet und besonders in Erinnerung geblieben sind mir Effie, Rhys, Moira und auch der Grüne König, die mir allesamt in ihrer Konzeption und ihrer Einbettung in die Handlung gut gelungen vorkamen.
      Erneut ein Danke.^^
      Diese Charaktere haben mir auch mehr Freude bereitet als manch andere (scheiß Coppola), was man auch spüren kann, finde ich. Da ist es fast schade, das Rhys und Effie wieder aus dem Spiel sind. Aber das macht wohl auch ihren Reiz aus. Dass sie starke Nebencharaktere für diesen Arc wahren und nicht mehr, ähnlich wie Machiavelli und Nera damals.

      Vexor schrieb:

      Entwicklungen der zwischenmenschlichen Beziehungen: Das gilt für die Kopfgeldjäger im Generellen, bezieht sich aber für mich vor allem auf Krill, O'Mara, sowie Mercedes in ihrer Beziehung zu Callaghan und den anderen. Du hast hier viel geschaffen, erklärt und in ein neues Licht gerückt, was mir gut gefallen hat. Auch wenn ich Streckenweise das Gefühl hatte, dass die Schatzjäger als eigentliche Protagonisten teilweise ein wenig in den Hintergrund gerückt sind, hast du dennoch großartige Charakterarbeit geleistet.
      Ist mir auch aufgefallen. Meine Helden waren überrascht zurückhaltend. Höchstens Krill, der mit seinem Kampf gegen Harley und später Rhys maßgeblich zum Verlauf des Arcs beigetragen hat, spielte eine richtig tragende Rolle. Etwas, was im neuen Arc aber auch schon wieder anders werden wird.
      Schön auch, dass die die zwischenmenschliche Ebene wieder zugesagt hast, wo du ja speziell drauf achtest.^^

      Vexor schrieb:

      Stil: Das Lob kommt oft, aber nachdem Princess Suie mir ein wenig too much war, hat sich dein Stil hier endlich gefestigt und verdient einfach noch einmal das Lobes. Du hast da wirklich eine Gabe, um die ich dich stellenweise auch wirklich beneide und allein aus diesem Grund macht es wirklich Spaß Menschenjagd zu lesen.
      Ja, dem stimme ich zu. Auch wenn man natürlich nie richtig zufrieden ist, habe ich nach SS wirklich ein Stückweit Frieden mit meinem Stil gefunden. PS war in vielerlei Hinsicht einfach viel zu fettig und schwülstig. Ich bin froh, hier und jetzt davon losgekommen zu sein.

      Vexor schrieb:

      Der Arc war mit Sicherheit nicht perfekt, hatte mit inneren und äußeren Einflüssen zu kämpfen, aber am Ende verbleib ich mit einem positiven Fazit. Allein aus dem Grund, dass er so ein wichtiger Baustein für die zukünftige Handlung zu sein verspricht.
      In diesem Sinne, freue ich mich auf deinen nächsten Arc, der ebenfalls Großes bereithält!
      Kann ich so unterschreiben. Nun wird sich zeigen, ob ich aus diesem Arc gelernt habe oder nicht. Hoffen wir mal auf das Beste. xD
    • Kapitel 126 - PennyDreadful I

      Diesmal nimmst du uns direkt zu beginn in die meisterhaft gezeichneten Abgründe einer Industriestadt mit, wie man sie sich zur hochzeit der Industrialisierung vorstellen kann oder eben im viktorianischen Zeitalter.

      Unser erster Ankerpunkt ist dabei die Domina, Hurenmutter und eine der Herrscherin des »Cattle’s Corridor« genannt »Bloody Mary«. Allein schon die Doppeldeutigkeit zwischen der bis zum Bluten peitschenden Domina, Mary Kelly und der historischen >Bloody Mery< sind genial, besonders da sie in gewisser weise ebenfalls eine Herrscherin ist, wenn auch "nur" der Straße. Auch sonst streust du viele Namen, mit denen der geneigte Leser so einiges anfangen kann, sofern er sich mit englisch/britischer Geschichte und Literatur auskennt, wie z.B. Twist oder Baskerville.

      Mary weiß ganz genau, dass Informationen Macht sind und mit ihrem Gewerbe und sitzt sie dafür an der besten Stelle. Sei es, weil die Kunden vor ihren Mädchen in ihrem Liebesrausch wichtige Informationen ausplaudern oder weil sie und ihre Leute mit ihrer Tätigkeit selber für gewisse Informationen sorgen, welche die Betroffenen liebend gerne unter der Decke halten würden, ganz abgesehen von den ganzen anderen Informanten, welche die, die gerne in der Gunst der Bloody Mary stehen wollen, ihr zutragen, wie z.B. Timmy.

      Bei dem Extrablatt, welches Timmy so lauthals verkündet, habe ich mich im ersten Moment gefragt, welche Gruppierung jetzt jagt auf wichtige Persönlichkeiten machen könnte, bis mir einfiel, dass vor kurzen eine große Menge der Highsociety bei einer kleinen Auseinandersetzung auf einer Winterinsel als Kollateralschaden draufgegangen ist. Nur bei dem Plötzlich auftauchenden Steinmonster in Gavroche bin ich mir nicht mehr sicher, wer oder was es gewesen sein könnte. Der Golem in der unterirdischen Stadt, war doch bei Vexor in CO oder?

      Jedenfalls weiß nicht nur Mary wie wichtig gute Informationen und damit geschaffenen Verbindungen und Einfluss sind, sonder auch Ulysses. Dazu hat dieser das Bordell in dem Mary arbeitet ›Forbidden Woman‹ von seiner vorherigen Besitzerin Stussy gekauft und bietet es nun Mary dafür an, dass sie eine Person seiner Wahl in die gehobenen Kreise der Insel und somit des Empires einführt. Der Name dieser Frau ist Penny Dreadful, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir dieser Fädenspinnerin bereits unter einem anderen Namen kennengelernt haben. Sie wird jetzt in Ulysses Auftrag ihre Netze auswerfen, um das Empire zu Fall zu bringen oder zumindest die Freiheit von Saoirse Láire weiter zu sicher. Carla dürfte, besonders mit Luca und Dionisia an ihrer Seite, bestens dazu geeignet sein.

      Durch den Wegfall von Stussy scheint Marry ihre Macht weiter ausbauen zu können, da ihr nun alle Einnahmen ihres Etablissements direkt zustehen. Warum Stussy aber nur wegen des Verkaufs eines Bordells direkt als Königin des Rotlichts abgesetzt und durch Mary ersetzt wird, verstehe ich nicht so ganz. Das Forbidden Woman wird sicher nicht die einzige Einrichtung dieser Art sein oder ist es so etwas wie die Zentrale für alle Aktivitäten dieser Art, zumindest im Cattle’s Corrido.

      Es war auch sehr interessant zu sehen, welche Macht bzw welchen Schrecken Ulysses Name bei ihr, wahrscheinlich auch in ganz Nickleby und dem Empire auslöst. Zumindest bei der einfachen Bevölkerung, welche nur die von der Regierung veröffentlichten Information und den Soldaten erzählten (Seemans-)Garn zur Verfügung hat.

      Mal wieder ein Kommentar, der in seiner Länge gefühlt dem Kapitel nicht wirklich gerecht wird. Allerdings ist es dir wie immer wunderbar gelungen ein neues Gemälde einer neuen Stadt mit neuen Charakteren wunderbar in Szene zu setzten. Vor meinen geistigen Auge einstand sofort wieder eine ansprechende Szeneire, welcher sicher durch diverse Filme in denen ein altes London vorkommt bereichert wurden. Wie immer einfach nur wunderbar. ^.^

      P.S. Dank @Vultus Kommentar bei >Odas Inspirationen für One Piece< weiß ich endlich, warum der Name Stussy, die Rotlichtkönigin, die ganze Zeit in meinem Hinterkopf rumort hat.^^
      :thumbsup: Nicht nur in One Piece die reine Wahrheit: :thumbsup:
      Pirates are evil?!!... ...The Marines are Justice?!!
      These labels have been passed around Heaven knows how many times...!!!
      Kids who have never known peace... ...and kids who have never known war... ...Their values are too different!!!
      Whoever stands at the top can define right and wrong as they see fit!!!
      Right now, we stand in neutral territory!!!
      "Justice will prevail"?!... ...Well, sure it will!
      Whoever prevails... ...is Justice!!!! (Doflamingo)

      So kann man es aber auch sehen
      "THERE IS NO JUSTICE, THERE IS ONLY ME!"
      Death, Discworld, Terry Pratchett

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    • Kapitel 126- Erdbeerbraun trifft Sonnengrün

      Da fang ich doch mal meinen ersten Beitrag mit dem wortwörtlichen Höhepunkt dieses Kapitels an: der BDSM-Szene. Regelrecht gefesselt darf man als Leser das feuchtfröhliche Schicksal des "ungezogenen kleinen" Mannes nun mal zur Abwechslung in geschriebener Form miterleben, dessen Arsch zwar wahrscheinlich genüsslich wund gefickt wurde, aber wenigstens ist die Dame hinter dem speichelummantelten Dildo Spitzenklasse. Gleicht sich demnach aus. Und kaum legt Bloody Mary ihre enge, scharfe Dominatracht ab, bekommen wir ihren bürgerlichen Namen zu hören und ein neues Gesicht zu sehen: Mary Kelly. Ihr Name/Titel klingt schon mal interessant.
      Wir können getrost davon ausgehen, dass sie plotrelevant wird (jedenfalls möchte ich das stark hoffen), da es ihre Rolle als informationseintreibende Puffmutter erlaubt. Diese Dame setzt ihre Mädchen, von denen sie etwas zu halten zu scheint, was man aus dem Gespräch mit Goldlöckchen herauslesen kann, als Matratzen mit Ohren, bei denen Männer mehr zurücklassen als nur ihr Geld und ihre Ladung, ein. Neugierig zu sehen, was ihr Ziel ist und wohin es die neue Leiterin des Forbidden Woman und ihrer rechten Hand Fawn verschlägt.

      Und hier kommt Ulysses ins Spiel, der mir mit jedem Auftritt immer besser gefällt. Anfangs noch mäh, jetzt top. Der Bastardkönig bietet der Erbeerbraunäugigen(?) das Freudenhäuschen an, welches er zuvor von unser aller Lieblingsrotlichtkönigin abgekauft hat
      . Hatte mir eigentlich erhofft, mehr Uly-Moose-Screentime zu bekommen, aber im Twisty herrscht wahrscheinlich Hundeverbot. Vielleicht beim nächsten Mal.
      Hervorzuheben ist noch Ulysses Aussage, er wolle Mary nicht zum Geschäft zwingen und sie und ihre Mädchen unterdrücken, sondern ihrer beider Interesse befriedigen. Ein weiteres Mal beweist unser Lockenköpfchen mit den sonnengrünen(?) Iriden, dass sein Herz so goldig glänzt wie seine blonden Locken. (Zuletzt haben wir das von ihm gesehen, als er der Schwangeren im Zug Geld für ein neues, besseres Leben gegeben hat. Was für ein Prachtkerl). Gleichzeitig ist es wohl auch die taktisch sinnvollere Lösung, sich auf diese Weise "Freunde" zu schaffen, da der vorprogrammierte Konflikt mit den fountischen Teeschlürfern wohl auch anstrengend genug sein wird- da muss er sich nicht noch um den Aufstand der Huren Sorgen machen müssen. Mir sagt seine methodische, gewaltlose Herangehensweise hier sehr zu, auch wenn noch nicht ersichtlich ist, wo das hinführt, was wohl an der geheimnisvollen Penny Dreadful, die Kontakt zur Schwarzen Witwe zu haben scheint, liegt. Er scheint nicht das blutrünstige Monster zu sein, als welches ihn die OP-Zeitungen porträtieren-jedenfalls noch nicht.

      Apropos Zeitung: Timmy, (welchen ich, aus welchem Grund auch immer, als einen pubertierenden Tiny Tim aus Dickens Weihnachtsgeschichte sehe,) verkündet, dass eine Steinmonster in Gavroche gewütet hat. Der laute Godzilla Brakes und sein Wanderzoo haben bei Baudelaires Beerdigung für ein paar (unfreiwillige)Lacher gesorgt. Ob er/sie etwas mit der Unruhe auf PS zu tun haben...? Mal sehen

      Ansonsten wünsche ich Tiny Tim alles Glück der Welt, dass er genug Geld zusammentreibt, um mal von seiner Herzdame wie in seinen Träumen so richtig kräftig in den Arsch gefickt zu werden. Ebenezer Scrooge, wo bist du, wenn man dein Geld braucht

      O`Mary ist einer meiner Menschenjagd-Lieblingscharaktere und die Aussicht auf einen Arc, der seine Hintergrundgeschichte mit den vielen interessanten Charakteren beleuchtet und dazu noch ein vielversprechendes Setting bereithält, machen mich schon ganz hibbelig. Dieses Kapitel hat den Grundstein gelegt, top Charaktere wurden eingeführt, die Vorfreude ist da!

      mal sehen, wer in diesem Arc Luca eine Abfuhr erteilen, vergewaltigen, beinahe töten oder demütigen darf:)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von C. /s ()

    • Neu

      Willkommen zurück im neuen Arc!

      Wie viel Zeit ist vergangen, damit Carla sich bereits ein Kapitel und einen Arc später in neuer Namensmontur als Ulysses' Handlangerin protegieren kann? Ein kleiner Hinweis darauf, dass ein paar Tage ins Land gezogen sind und wir mit einigen Rückblenden reine Verfolgungsjagden umgehen können? Getreu dem Arcaufbau, der - wie es das Wort nahelegt - nicht gleich an der Spitze mit halsbrecherischer Schiffsverfolgung einsteigt, wobei ich mir das ohnehin schon mit Autos nur schwer vorstellen würde. Da beginnen wir lieber ein wenig typischer - mit Schweinskrams, bei dem sich vielen die Fingernägel kräuseln. Ist doch bekannt, wie doll diese durchgeschwitzten Ledermonturen riechen.
      Würde mich interessieren, ob du es einfach beschreibst oder ob es Vorlagen gibt, an denen man sich literarisch orientiert. Kam mir schon so vor, dass du ein wenig an den Passagen gefeilt hast, ehe du den Arcbeginn auf dem Tablett serviertest. An deinen Orten sehen wir ja, dass du dich nahe an landestypischer Geschichte und deren Lebensweisen orientierst, da wollte ich ohnehin wissen, woher deine nicht seltene Hommage an das, was es in One Piece 'kaum' gibt, herrührt. Kopf oder Buch, Film, etc. Insoweit will ich dich den Stil auch nicht mit etwaigen Büchern vergleichen, die dafür berühmt sind, da ich sie a) nicht gelesen habe und b) den Eindruck habe, dass ein Vergleich (auch aufgrund meines Unwissens) womöglich eine Herabwürdigung darstellt. Las sich schon so, dass es sicher zum Duschen anregen kann - ich selber mach mir Kaffee, allerdings auch nur, um gleich hier weiterzumachen. Mir fiel jetzt kein besseres Kompliment für die erste Passage ein und ich wollte jetzt auch nichts löschen, insofern: Auftakthürde genommen. ^^

      Im zweiten Abschnitt haben wir mit Fawne eine (mir) sympathischere Version einer Carla. Ernst und geordnet, bisweilen dazu imstande, das Schiff auf Kurs zu halten und selber Schmerzen zuzufügen (oder zumindest anzuordnen) - wobei ich den Vergleich nicht dazu nutzen möchte, um meine Antipathie gegenüber der opportunistischen Schreckschraube zum Ausdruck zu bringen. (Ein bisschen.) An der Stelle frage ich mich, was Carla - ich gehe hier von aus, dass sie es am Ende des Kapitels ist, wobei die Nichtnennung des Namens auch auf eine geeignete Finte schließen ließe, entsprechend im Hinterkopf behalten wird [was für ein langer abgetrennter Gedanke] - Ulysses angeboten hat, um mit diesem arbeiten zu können. Wie wir gegenüber Mary gesehen haben, setzt der Bastardkönig auf eine gewollte Kooperation, was ihn von Harleys instabilem Gefüge schon einmal grundlegend unterscheidet. Der eine tritt heraus ins Licht und blendet, der andere sitzt im Dunkeln und zahlt.
      Endlich eine gelungere Metapher, doch was ich damit rückblickend fragen möchte: Ist Zombie-Harley, der sich nicht einmal in Carlas, sondern Grainnes Obhut befindet, der Türöffner, um Ulysses zu zeigen, dass Carla nun für ihn arbeiten möchte? Und schließt Carlas Verrat, der durch Harleys Zustand ziemlich klar belegt ist, nicht darauf, dass sie Limerick und dessen Welt ebenfalls den Rücken zukehren würde, sobald sich ihr die "unausweichliche" Gelegenheit dazu ergibt? Bisher zeigt sich, dass das kühle Kalkulieren die beiden durchaus vereint, andererseits glaube ich nicht, dass Ulysses jeden Verrat zweifelsfrei verzeihen kann - siehe O'Mara, wo es eine ganz eigene Dimension einnimmt. An der Stelle übrigens ein gelungener Vergleich: Zuerst wird Bloody Mary von nahezu jedem Menschen in ihrer Umgebung regelrecht gefürchtet, dann begegnet sie Ulysses, der allein aufgrund der Gerüchte den Schweiß in ihrem Lederoutfit aufkochen lässt. Finde ich amüsant, wenn die bekannteste Person im Rotlichtmilieu soviel auf üble Nachrede gibt. :D

      Da hat vieles hereingehört, um den neuen Arc einzuläuten. Gepeinigte Huren, gruselige ehrfürchtige Gebäude, geile alte Säcke, arschaufreißende Neger und natürlich der kleine Timmy! Hätte er noch Schuhe geputzt, wäre wirklich alles dabei. :D

    • Neu

      Neuer Arc, neue Herangehensweise!
      Ich fand das Kapitel toll, du hast es geschafft, mit diesem einen Kapitel eine unglaublich authentische Atmosphäre von dem industriellen England heraufzubeschwören. Dabei hast du natürlich auch deine ganz eigenwillige Note eingebracht xD
      Was soll man sagen, wenn schon, dann gleich in die tiefsten Abgründe. Mary Kelly alias Bloody Mary wird uns bei der Arbeit vorgestellt. Da kannst du dich auch so richtig genüsslich austoben. Danach geht es zumindest etwas freundlicher weiter, wobei wir direkt die nächste relevante Person vorgestellt bekommen.
      Fawnes Chastain ist hier eine eiskalt berechnende Frau, die hier auch gleich offenbart, was das zweite wichtige Geschäft der zukünftigen Bordellbesitzerin ist. Informationen, die wichtigste Währung überhaupt. Da haben wir doch schon gleich jemanden, der aus dem Dunklen heraus agierend Ulysses unterstützen kann. Klar, dieser will bzw. wird mit Penny seine eigene Vertraute in die Stadt bringen, aber es ist doch immer besser, eventuell auch Verbündete zu haben. Ich bin gespannt, was Ulysses so alles zu erreichen gedenkt.

      So nebenbei bringt der kleine Timmy(9) aus dem Brunnen die neusten Nachrichten. Gut untergebracht die Folgen der missglückten Party bei Harley. Ob du da noch weiter die Entwicklungen thematisierst? Gerade diese Führerlosigkeit schreit ja förmlich danach, dass sich so manche Leute aufmachen, um davon zu profitieren. Übrigens versuche ich mnir gerade Kizaru vorzustellen, wie er in den Straßen unterwegs ist. Irgendwie gelingt es mir nicht so gut...
      Dann sehen wir Ulysses, der mit Mary spricht. Zwar ist es ein sehr einseitg dominiertes Gespräch, aber er hat schon so seinen eigenen Charme^^
      Ich frage mich ja, woher er so gut Bescheid weiß. Immerhin hat er sich genau an die richtige herangemacht. Ist es so einfach, an Informationen zu kommen oder hat er schon ein bisschen vorgearbeitet gehabt? Ansonsten sieht man, dass Ulysses ziemlich intelligent vorgeht. Wie er selbst sagt, ist Macht durch Angst gefährlich. Gut, er verbreitet auch Angst, aber anscheinend hört das auf, wenn es um Verbündete geht. Imponiert mir, auch wenn es zumindest meines Erachtens nicht anders zu erwarten war, bedenkt man den Umgang damals mit seinen Freunden. Ich mag den Mann!

      Schön fand ich auch, wie du so schnell mal eben noch Stussy eingebaut hast. War da jemand anderes geplant? Immerhin gibt es die ja noch nicht so sonderlich lange. Passt gut rein, denn wo wäre sie besser aufgehoben, als hier? Kleine Farge am Rande: was ist jetzt mit Kizaru? Und was hat Ulysses gemacht, dass Stussy ihm so schnell seine WÜnsche erfüllt hat? Ich glaube nicht, dass ich die Anttwort wirklich kriege, aber was solls.

      Am Ende trifft Mary auf die neue Spielerin. Diese jagt sogar der nicht so leicht zu erschütternden Mary Angst ein. Die Spinnenmetaphern lassen mich, wie blink und vermutlich auch qoii, in Verbindung mit dem Aussehen und ihren Plänen, vermuten, dass es sich um Carla handelt. Ob das jetzt Sinn macht, ist noch eine völlig andere Frage. Aber mal schauen, ob du uns glorreich hinters Licht geführt hast, oder ob wir hier wirklich die SPinne in Aktion erleben. Falls ja, so wirkt es ja durchaus so, als ob man sich bald schön gemeinsam zusammenfindet, bereit für ein eventuelles Treffen mit Ulysses. Oh Mann, ich bin viel zu gespannt^^

      Insgesamt war das Kapitel wieder ganz große Klasse und scheint den Weg für einen großartigen Arc bereitet zu haben!
      "The chains of fear are easily broken with the blade of courage."
      Meine FF: Erlebnisse eines Meisterdiebes (abgeschlossen)
      Chainbreaker (laufend)