Menschenjagd (Bo)

    • Kapitel 129- O'Mallaghan incoming?!?! O'Mara zwischen 3 Stühlen!!!

      Es beginnt, nachdem Carla den blinden Remy zum Zentrum der stinkenden Hölle geführt hatte, wortgewaltig im räumlichen Traum eines jeden Necrophilen- der Leichenhalle des Pathologen Dr. Mortimer 'Wurmschwanz' Shades. Zuerst erfuhren wir über ihn, dass er sich mit der Präparation von menschlichen Leichen beschäftigt und aus seinen Dekorationskünsten in diesem Bereich einen gewissen Stolz bezieht (die Art, wie er seinen Besuchern das tote, thronende Mädchen präsentierte). Verschroben geht es dann weiter, wenn wir seine Rolle in Carlas Kartenhaus erfahren- Morty stopft Leichen voll und ermöglicht Drogenschmuggelei. Die Weihnachtsgansmetapher diente als visuelle Stütze, falls man sich den Prozess des Entfernens eines ungeborenen Kindes aus dem Leib einer toten Mutter und des darauffolgenden Stopfens des Bauchs der erst kürzlich Entbundenen als Leser nicht vorstellen konnte. Zusätzlich musste für die ganze Prozedur der/die transsexuelle Gina ihren Kopf hinhalten, was Carlas und Wurmschwanzs Skrupellosigkeit ein weiteres Mal unter Beweis stellte. Hallelujah, dass der Zweiwochenpriester nicht mehr im Dienst der Kirche tätig ist.
      Weiterhin bekommen wir nächste Eindrücke von Lady Rovira, deren bloße Erwähnung als Drohmittel zu gelten schien. Wurmschwanz verängstigt, ich angefixt. Lady Rovira darf wohl eine interessante Spielerin sein.

      Und nun zu einer anderen Frau, deren Name bereits erwähnt wurde: Cocky Lynn. Denn Mercedes erwischte, wie hätte man es anders auch erwartet, ihren Kollegen O'Mara in flagranti mit dieser Frau, wonach plötzlich ein Kampf zwischen Mercedes und der Vergewaltigerynn ausbrach, der zugunsten Mercedes endete- oder auch nicht, denn dafür gefiel es Cocky viel zu sehr.
      Nach einer kurzen Geschichtsstunde über all die Plagen und Feinde, gegen die das Forbidden Woman bereits Widerstand leisten musste, erklärten Fawne und Mary die Schwarze Witwe zur Gefährlichsten von allen und offenbarten gleichzeitig ihren Plan, um die Bedrohung in Schwarz mit giftgrünen Augen auszuschalten.
      Zwar sagtest du bereits, dass Ondine eine wichtige Rolle in diesem Arc einnehmen würde, rechnete aber nicht als Lockvogel für den pädophilen Hearst, der die tragenden Pfeilerkarte in Carlas Kartenhaus darstellt. Was wohl passiert, wenn die Protagonistenfraktion diese herauszieht?
      Es bleibt ja noch "fraglich", ob es überhaupt soweit kommen wird, dass die Blauhaarige mit ins Gefecht zieht. Jedenfalls nach
      Dem Höhepunkt des Kapitels: Der intensive Streit zwischen Mutter Mercedes und dem liebestrunkenen O'Mara, welcher seine Kulmination in einer unverschämten Bemerkung seinerseits und einem dramatischen Abgang ihrerseits fand. Poulpeman Krill konnte dieses Spektakel lediglich von der Seitenlinie verfolgen.
      Das Kapitel gefiel mir zugegebenermaßen sehr. Vor allem durch den letzten Part, dem Streit zwischen Mercedes und O'Mara (Krills Rolle ist da wahrscheinlich marginal?) und der damit verbundenen Veränderung der Gruppendynamik. Ich fand die Konfrontation der beiden recht spannend, weil es sich natürlich in der Intensität aufbaute bis zu dem besagten Gipfel. Es ermöglichen sich hier eine Menge Möglichkeiten. Wird interessant zu sehen, wo es danach hingeht, was dieser Vertrauensbruch für die Rettungsaktion bedeuten wird und für die Beziehung der Charaktere zueinander in der feuchtfröhlichen Zeit danach.

      Jedenfalls weiß ich schon, bei wem Mercedes sich am Ende ausheulen wird.
    • Grüß dich!

      Zwei Kapitel ausgesetzt und mit Blick auf die letzte Antwort einen Rhythmus erkannt. Hatte bislang das Gefühl, die Kapitel kommen 14-tägig. Jedenfalls möchte ich die Rezension mit dem Faktor Zeit einleiten, da es a) im OP-Kapitel auch schon ein gedanklicher Ansatz war, b) ich das Gefühl habe, dass du dir mehr Zeit für die Kapitel nimmst und c) bereits sehr früh in diesem Arc eine gewisse Diskrepanz zwischen Handlung und "möglicher Handlung" aufbaust. Wenn jetzt bereits ein Plan geschmiedet wird, um an Carla heranzukommen, dann spricht es für eine hohe Dynamik auf Nickleby, dem ein Fehlen der meisten Handlungsträger gegenüber steht. Nach dem Lesen des bisher kurzen Arcs stehen sich beschriebene Orte, beschriebene Personen und beschriebener Alltag gegenüber. Auf PS haben wir einen sehr starken Bezug zu den verschiedenen Bevölkerungsschichten erhalten, da lebte die Handlung mitunter von dem Elend bzw. dem Überfluss der Personen.
      Auf Nickleby habe ich bisher eher den Eindruck der Personen "in ihren Gebäuden" erhalten. Also das, was innerhalb der Gemäuer an Intrige gesponnen wurde, um Carla die Karriereleiter hinaufklettern zu lassen. Sehr früh kriegen wir dadurch bereits eine "Festung" präsentiert, um welche herum es das Spinnennetz Carlas zu meiden gilt. Ich sehe hier schon das erste Pendant zu Schloss Roßkosch, das als Mittelpunkt des Arcs fungierte und über längeren Zeitraum Stück für Stück mitsamt seiner Bewohner aufgebaut wurde. Jetzt haben wir einen neuen Arc, in dem die Situation sehr klar skizziert wird und die Fragen, die es zu klären gilt, nicht einmal inhaltlicher Natur zu sein scheinen. Also, welche Informationen fehlen, um den Plan in die Wege leiten zu können? Das ist es nicht, da stattdessen das 'wie' in den Mittelpunkt der Planung, der anschließenden Diskussion und des daraufhin eskalierenden Streits gerückt wird. Ich hatte nur noch drauf gewartet, dass Ondine ein lockeres "machen wir es so!" raushaut, da sie sich weder der Gefahren, noch der Sorge darum bewusst ist. (Und selbst wenn, gehe ich ja fest von aus, dass sie das herzlich wenig interessiert. Einfach da sie nach wie vor etwas "Göttliches" an sich hat, was bisher aber nur durchschimmert - und von Cassiopeia mehr oder weniger erkannt wird.)
      Durch diesen Streit wird das in Aktion treten noch einmal ausgebremst oder womöglich durch Eigeninitiative erschwert, was der Arc auf benannter zeitlicher Ebene braucht, um sich stärker entfalten zu können. Nach den bisherigen Arcs, die durchaus umfangreich waren, halte ich es allein von der dortigen Vorgehensweise für konsequent, sofern du es auf ähnliche Weise handhabst und nun erst einmal auf die Bremse trittst, um andere zwischenmenschliche Interaktionen einzubauen.

      Eine Quintessenz deiner Geschichte ist es ja auch, deine Protagonisten immer weiter in diesem amoralischen Sumpf versinken zu lassen. Die Frage, ob man ein Kind einem Pädophilen (Pedophilen) ausliefern darf, gehört durchaus dazu. Wenn ich nicht davon ausgehen würde, dass Ondine gar keine Gefahr droht, da sie es zur Not selber regeln würde, dann ist es schon der bloße Gedanke daran, der einen Leser erschrecken und der Mercedes aus der Haut fahren lassen muss. Vier Dinge, die abschließend genannt werden müssen:
      - die Parallele zwischen der toten Mutter, ihrem ungeborenen Kind sowie Mercedes & Ondine - mit Blick auf den Kapiteltitel
      - O'Maras Bemerkung über ungefährliche Blinde xD
      - passende Hurennamen, die einfach so heißen wie das, was sie machen - wobei du Cocky ja schon zu Arcbeginn benannt hast
      - Ulysses, der Mary zu Arcbeginn noch "beschenkt", um sie gefügig zu machen, nur damit diese sich sofort mit den Kopfgeldjägern an einen Plan setzt, um Carla aus ihrem gewonnen Einfluss wieder rauszureißen. (Das ging mir zu schnell, um nicht innerhalb von Ulysses Planungen/Radar zu laufen. ^^)

      So weit, so gut. Den Beginn des Kapitels hast du dir wieder über Nächte hinweg in einem dunklen Kämmerchen zusammengebaut. Gib es zu. Bei Sonnenschein und Frohsinn kommt sowas nicht heraus. Außer bösem Frohsinn. :D
    • Kapitel 129 Der Körper einer Mutter

      Es beginnt dort, wo Carla auch bald landen wird, wenn es nach dem Willen der KGJ geht oder eben Luca, wenn etwas schiefläuft. Das Leichengewölbe mit seinem leicht verrückten Mitarbeiter hast du wieder wunderbar schaurig hinbekommen. Leichen als verstecke für Drogen zu verwenden ist schon ein ziemlich guter Gedanke, wer würde schon freiwillig in diesen suchen und jedem (Drogen-)Spürhunde dürfte die Nase absterben. Allerdings frage ich mich, wie viele Leichen hier durchs Land geschickt werden und mit welchen Begründungen, dass es sich wirklich lohnt.

      Dr. Mortimer Shades ist ein Mann mit vielen Talenten/Aufgaben Bestatter, Pathologe, Leichenaufhübscher/Konservieren und anscheinend auch Arzt/Chirurg, wenn auch kein staatlich anerkannter. Sein zusätzliches Standbein mag auf uns zwar sehr seltsam wirken, aber früher wurden z.B. auch gerne Henker zur Rate gezogen, wenn es um leiden ging, die nicht mit Aderlass zu regeln waren, wenn auch eher inoffiziell. Denn Henker waren oft die einzigen Menschen die grob wussten wie es in anderen Menschen aussieht. Auch seine Tätigkeiten als Leichenkonservierer passt gut zu dazu. Er ist eben ein allroundtalent wenn es um den menschlichen Körper geht, auch wenn ihn Lebende kaum an sich ran lassen dürften.^^

      Etwas, ich will nicht sagen enttäuscht, bin ich von Douglas Remington, da ich mir von ihm, nach seinen ersten Auftritt, ein etwas anderes Bild gemacht hatte. Wie er so da an der Wand stand/saß und sich als Vertreter von Almanag vorstellte, habe ich ihn mehr einen erfolgreichen Killer im Dunkel bzw skrupellosen Schattenmann erwartet, der sich von seiner Blindheit nicht wirklich beeinträchtigt wird bzw. durch sein gutes Gehör und seine anderen Sinne sogar noch besser agieren kann. Also Lügen heraushört, sich kaum täuschen lässt usw. Derzeit wirkt er allerdings mehr wie ein einfacher Vertreter einer Handelsgesellschaft/Interessenvertretung, welcher mit der Persönlichkeit und Handlungen seines Gegenübers völlig überfordert ist. Allerdings haben wir bis jetzt noch zu wenig von ihm gesehen, um dies wirklich beurteilen zu können.

      Bleiben wir dabei diesmal mehr die einzelnen Personen abzuhandeln als die Situationen. Benedict Hearst ist um einiges wichtiger und mächtiger als ich zunächst vermutet habe. Carlas ganze Macht und ihr Schutz scheinen von ihm Anhängig zu sein. Er ist die eigentliche Macht dort und Carla kann nur durch seinen Schutz in der Oberschicht agieren, genauso wie sie nur durch Ulysses Schutz in der Unterwelt agieren kann. Mir war zwar klar, das Benedict ein wichtiges Standbein ist, aber ich habe ihn ihm eher eine mächtige Person erwartet, die noch mehr Macht bekommen möchte, indem sie sich mit dieser Gruppierung einlässt. Jetzt scheint es eher so, als würde er schon so ziemlich zu den Mächtigsten Personen gehören die es auf der Insel gibt, sagen wir mal die Top 10, wenn nicht sogar die Top 5 oder 3. Also warum lässt er sich auf dieses Spiel ein, denn es scheint bisher nicht so, als würde er mehr Macht bekommen, eher muss er sich eine neuen Herrin unterordnen. Allerdings könnte man die Aufgaben bzw Einstellungen welche seinen Titel betreffen auch in die Richtung deutet, dass es sein Ziel ist die alte Gesellschaftsordnung, die alten Strukturen zu zerstören, um etwas neues schaffen zu können, das Land als der starre der alten Strukturen zu befreien und zu erneuern, indem ihre Macht gebrochen wird.
      Wie auch immer, er scheint mit die wichtigste Person zu sein und zum Glück hat er einen Punkt, mit dem man ihn sehr gut treffen kann. Allerdings möchte ich der Darstellung widersprechen, dass nur drei Leute auf der Insel sein dunkles Geheimnis kenne. Denn sofern er es auslebt, gibt es immer noch die Opfer, sofern er sich nicht beseitigen lässt und das würde ich wiederum Mary und Co eher weniger zutrauen. Also die Beseitigung, nicht dass sie seine Wünsche erfüllen.

      Die Auseinandersetzung zwischen O'Mara und Mercedes finde ich sehr gut umgesetzte, man kann beide Positionen sehr gut nachvollziehen, wobei Mercedes definitiv einiges mehr einstecken musste. Besonders, da die Person welche sie eigentlich Schützen wollte, nicht mit ihr (in Sicherheit) mitkommen möchte, auch wenn Mercedes wissen dürfte, dass Ondine das ganze noch nicht wirklich versteht.

      Sehr erstaunt bin ich dagegen darüber, dass Krill anscheinend keine Probleme damit hat Ondine als Köder zu benutzten. Anders als O'Mara, dem es trotz (etwas) Zuneigung zur Ondine vor allem um Lucas Rettung geht, hat Krill eigentlich keinen Grund sie solche einer Gefahr auszusetzen. Ähnlich wie Mercedes müsste es ihm besonders um Ondines wohl gehen, immerhin war er sogar dazu bereit wegen ihr gegen Cal zu kämpfen. Andererseits sieht er in ihr etwas Besonders, da er sie nicht nur mitgenommen hat, weil sie in diesem Moment niemanden hatte, sonder weil sie ihn irgendwie fasziniert hat. Er hat in ihr... so etwas wie Potenzial gesehen, eine Besonderheit, die.... sagen wir mal, sich zu etwas sehr interessantem Entwickeln könnte... Also, er scheint sie so einschätzt, dass sie ohne Probleme mit der Situation klarkommen könnte, sofern er aus dem Hintergrund über sie wacht und sich in dieser Situation vielleicht sogar interessante Weiterentwicklungen bei ihr Einstellen könnten.
      :thumbsup: Nicht nur in One Piece die reine Wahrheit: :thumbsup:
      Pirates are evil?!!... ...The Marines are Justice?!!
      These labels have been passed around Heaven knows how many times...!!!
      Kids who have never known peace... ...and kids who have never known war... ...Their values are too different!!!
      Whoever stands at the top can define right and wrong as they see fit!!!
      Right now, we stand in neutral territory!!!
      "Justice will prevail"?!... ...Well, sure it will!
      Whoever prevails... ...is Justice!!!! (Doflamingo)

      So kann man es aber auch sehen
      "THERE IS NO JUSTICE, THERE IS ONLY ME!"
      Death, Discworld, Terry Pratchett

    • Kapitel 129 - Der tote Wanst meiner Mutter

      ...oder so ähnlich auf jeden Fall was mit Mutter! Und damit hätten wir Einleitung auch schon begeistert, obwohl die dieses Mal nicht das Problem sein sollte, das Kapitel war eh vollends nach meinem Gusto, weswegen ich gleich einsteigen möchte.

      Der übergreifende Nutzen der erste Szene war - damit ich das auch richtig verstehe - sich generell noch einmal all ihrer Verbündeten und damit ihrer Machtstrukturen zu vergewissern, oder habe ich das falsch verstanden? Zumindest hab ich ein wenig die Handlung zwischen all den bildlichen Beschreibungen des Elends verloren, wie Shades im Torso der Verstorbenen herumwühlt.
      Zumindest war mein Fazit: Carla markiert ihr Revier und versichert sich ihrer neuen Säulen. Etwas, was nicht schaden kann, wie wir später erfahren werden. Im Großen und Ganzen hat mir die einführende Szene sehr gut gefallen, nicht nur, weil du dich dort wieder einmal im Bereich der düsteren Metaphorik austuben konntest, sondern weil ich von Carlas süffisanten und sehr gefährlichen Spiel nicht genug kriegen kann. Ich liebe diese Frau mit jedem Auftritt mehr und das soll was heißen, wenn ich mich an meine indifferente Meinung bei ihrer ersten Einführung erinnere.
      Doch gerade die Zerbrechlichkeit Carlas, die man hinter den schwarzen Lippen und der selbstsicheren Fassade, nur wie einen Schimmer erkennen kann, machen ihr Spiel so interessant. Vielleicht ist es auch der neue Einstieg, der uns Lesern bereits ermöglicht, dass Ränke gegen sie geschmiedet werden, während sie sich noch auf der vermeintlich sicheren Seite wähnt. Ihr Fall wird kommen, da bin ich mir sicher und er wird tiefer als bei Harley, der immerhin noch vom Netz seiner Spinnenuntertanin aufgefangen wurde. Bei Carlas neuen und flüchtigen Verbündeten sehe ich solch eine Loyalität nicht kommen. Wir haben gesehen wie schnell Mary ihr den Rücken zugekehrt hat, und ich glaube kaum, dass Remington oder Hearst im Zweifelsfall ihren Kopf für ihre neue, inoffizielle Königin hinhalten werden, sollte dieser vom wütenden Mob der Kopfgeldjäger gefordert werden. (Wenn sie zu diesen Zeitpunkt überhaupt noch die Wahl haben und nicht eh schon zerstückelt über Nickelby verteilt wurden.
      Wenn wir schon von Remington und indifferent sprechen: Joa...eine wirkliche Meinung hab ich zu dem Blinden noch nicht. Weder eine negative noch eine positive. Er war bisher ein wenig da, wohingegen Hearst mich definitiv mehr ansprechen konnte. Ich weiß nicht, ob es an der Position des Uhrmachers liegt, oder vielleicht an der wichtigen Stellung, die ihm dank der Huren verliehen bzw. uns offenbart wurde, aber ich freue mich mehr auf Szenen mit ihm und hoffentlich Ondine. (Und diesen Satz jetzt bitte nicht falsch verstehen).

      Liegt es an deiner Geschichte oder den vermehrten Umgang mit Calli in Discord, oder warum steh ich dem Gedanken Ondine an einen Päderasten auszuliefern vergleichsweise neutral gegenüber? Ich glaube es liegt an keinem von beiden, sondern tatsächlich im Charakter Ondines begründet. Sie war noch nie ein kleines, unschuldiges Mädchen. Weder als Krill sie befreite, noch in irgendeinen Moment danach und ich würde ihr zumindest wesentlich besser zutrauen, dass sie die Situation handeln könnte als Mercedes zu einem irren Puppensammler zu schicken. Nicht auf Grund der physischen Komponente, sondern tatsächlich aus einem psychischen Blickwinkel heraus. Wenn wir uns an die Sitzungen mit Fräulein Waldmannstraut zurückerinnern, so war sie meist absolut in der Oberhand. Jetzt fiel hier natürlich die körperliche Gefahr für Ondine weg, aber ich traue es dem Mädchen zu und muss hier natürlich O'Mara zustimmen. Auch wenn ich Mercedes absolut verstehen kann.

      Generell war die Szene bei den Huren wohl eine der stärksten, die du zwischenmenschlich für mich bisher aufs Papier gebracht hast. Ich lag gestern im Bett und konnte die Dramatik der Szene förmlich spüren. Hab Mercedes Wut in mir hochkochen spüren, ihren Widerwillen als den meinen verstanden, aber ebenso den armen Trottel O'Mara bemitleidet, dessen Zunge mal wieder schneller war als sein Verstand.
      Unheimlich starke Szene und ich habe irgendwie im Gefühl, dass Ondine noch zum richtigen Knackpunkt in diesem Arc werden wird. Zumindest könnte ich mir vorstellen, dass Mary und O'Mara hier über Mercedes Kopf hinwegentscheiden werden. Wäre zumindest eine Wendung, die mir gut gefallen würde. Momentan läuft es ja vergleichsweise gut für die Kopfgeldjäger. Sie haben mit Mary eine mächtige Verbündete gefunden, haben mit Ondine und Hearst ein direktes Ticket in Carlas dunkles Königreich. Es läuft soweit alles nach Plan, aber eine Mercedes, die mit schnaubenden Nüstern und qualmenden Kanonenbein in das Herz der Finsternis vordringen wird, um Ondine aus den Fängen des Päderasten zu befreien, würde natürlich die minutiöse Planung zu Nichte machen, aber gleichzeitig ein wenig Spannung in die Bude bringen.
      Warten wir ab. Bis jetzt ist die Situation ja noch unter Kontrolle.

      So...das solls von mir gewesen sein. Kommentar ist nicht ganz so lang geworden wie gedacht, aber ich habe glaube ich alles gesagt, was mir wichtig erschienen ist. Tolles Kapitel und weiter so.