Menschenjagd (Bo)

    • Kapitel 129- O'Mallaghan incoming?!?! O'Mara zwischen 3 Stühlen!!!

      Es beginnt, nachdem Carla den blinden Remy zum Zentrum der stinkenden Hölle geführt hatte, wortgewaltig im räumlichen Traum eines jeden Necrophilen- der Leichenhalle des Pathologen Dr. Mortimer 'Wurmschwanz' Shades. Zuerst erfuhren wir über ihn, dass er sich mit der Präparation von menschlichen Leichen beschäftigt und aus seinen Dekorationskünsten in diesem Bereich einen gewissen Stolz bezieht (die Art, wie er seinen Besuchern das tote, thronende Mädchen präsentierte). Verschroben geht es dann weiter, wenn wir seine Rolle in Carlas Kartenhaus erfahren- Morty stopft Leichen voll und ermöglicht Drogenschmuggelei. Die Weihnachtsgansmetapher diente als visuelle Stütze, falls man sich den Prozess des Entfernens eines ungeborenen Kindes aus dem Leib einer toten Mutter und des darauffolgenden Stopfens des Bauchs der erst kürzlich Entbundenen als Leser nicht vorstellen konnte. Zusätzlich musste für die ganze Prozedur der/die transsexuelle Gina ihren Kopf hinhalten, was Carlas und Wurmschwanzs Skrupellosigkeit ein weiteres Mal unter Beweis stellte. Hallelujah, dass der Zweiwochenpriester nicht mehr im Dienst der Kirche tätig ist.
      Weiterhin bekommen wir nächste Eindrücke von Lady Rovira, deren bloße Erwähnung als Drohmittel zu gelten schien. Wurmschwanz verängstigt, ich angefixt. Lady Rovira darf wohl eine interessante Spielerin sein.

      Und nun zu einer anderen Frau, deren Name bereits erwähnt wurde: Cocky Lynn. Denn Mercedes erwischte, wie hätte man es anders auch erwartet, ihren Kollegen O'Mara in flagranti mit dieser Frau, wonach plötzlich ein Kampf zwischen Mercedes und der Vergewaltigerynn ausbrach, der zugunsten Mercedes endete- oder auch nicht, denn dafür gefiel es Cocky viel zu sehr.
      Nach einer kurzen Geschichtsstunde über all die Plagen und Feinde, gegen die das Forbidden Woman bereits Widerstand leisten musste, erklärten Fawne und Mary die Schwarze Witwe zur Gefährlichsten von allen und offenbarten gleichzeitig ihren Plan, um die Bedrohung in Schwarz mit giftgrünen Augen auszuschalten.
      Zwar sagtest du bereits, dass Ondine eine wichtige Rolle in diesem Arc einnehmen würde, rechnete aber nicht als Lockvogel für den pädophilen Hearst, der die tragenden Pfeilerkarte in Carlas Kartenhaus darstellt. Was wohl passiert, wenn die Protagonistenfraktion diese herauszieht?
      Es bleibt ja noch "fraglich", ob es überhaupt soweit kommen wird, dass die Blauhaarige mit ins Gefecht zieht. Jedenfalls nach
      Dem Höhepunkt des Kapitels: Der intensive Streit zwischen Mutter Mercedes und dem liebestrunkenen O'Mara, welcher seine Kulmination in einer unverschämten Bemerkung seinerseits und einem dramatischen Abgang ihrerseits fand. Poulpeman Krill konnte dieses Spektakel lediglich von der Seitenlinie verfolgen.
      Das Kapitel gefiel mir zugegebenermaßen sehr. Vor allem durch den letzten Part, dem Streit zwischen Mercedes und O'Mara (Krills Rolle ist da wahrscheinlich marginal?) und der damit verbundenen Veränderung der Gruppendynamik. Ich fand die Konfrontation der beiden recht spannend, weil es sich natürlich in der Intensität aufbaute bis zu dem besagten Gipfel. Es ermöglichen sich hier eine Menge Möglichkeiten. Wird interessant zu sehen, wo es danach hingeht, was dieser Vertrauensbruch für die Rettungsaktion bedeuten wird und für die Beziehung der Charaktere zueinander in der feuchtfröhlichen Zeit danach.

      Jedenfalls weiß ich schon, bei wem Mercedes sich am Ende ausheulen wird.
    • Grüß dich!

      Zwei Kapitel ausgesetzt und mit Blick auf die letzte Antwort einen Rhythmus erkannt. Hatte bislang das Gefühl, die Kapitel kommen 14-tägig. Jedenfalls möchte ich die Rezension mit dem Faktor Zeit einleiten, da es a) im OP-Kapitel auch schon ein gedanklicher Ansatz war, b) ich das Gefühl habe, dass du dir mehr Zeit für die Kapitel nimmst und c) bereits sehr früh in diesem Arc eine gewisse Diskrepanz zwischen Handlung und "möglicher Handlung" aufbaust. Wenn jetzt bereits ein Plan geschmiedet wird, um an Carla heranzukommen, dann spricht es für eine hohe Dynamik auf Nickleby, dem ein Fehlen der meisten Handlungsträger gegenüber steht. Nach dem Lesen des bisher kurzen Arcs stehen sich beschriebene Orte, beschriebene Personen und beschriebener Alltag gegenüber. Auf PS haben wir einen sehr starken Bezug zu den verschiedenen Bevölkerungsschichten erhalten, da lebte die Handlung mitunter von dem Elend bzw. dem Überfluss der Personen.
      Auf Nickleby habe ich bisher eher den Eindruck der Personen "in ihren Gebäuden" erhalten. Also das, was innerhalb der Gemäuer an Intrige gesponnen wurde, um Carla die Karriereleiter hinaufklettern zu lassen. Sehr früh kriegen wir dadurch bereits eine "Festung" präsentiert, um welche herum es das Spinnennetz Carlas zu meiden gilt. Ich sehe hier schon das erste Pendant zu Schloss Roßkosch, das als Mittelpunkt des Arcs fungierte und über längeren Zeitraum Stück für Stück mitsamt seiner Bewohner aufgebaut wurde. Jetzt haben wir einen neuen Arc, in dem die Situation sehr klar skizziert wird und die Fragen, die es zu klären gilt, nicht einmal inhaltlicher Natur zu sein scheinen. Also, welche Informationen fehlen, um den Plan in die Wege leiten zu können? Das ist es nicht, da stattdessen das 'wie' in den Mittelpunkt der Planung, der anschließenden Diskussion und des daraufhin eskalierenden Streits gerückt wird. Ich hatte nur noch drauf gewartet, dass Ondine ein lockeres "machen wir es so!" raushaut, da sie sich weder der Gefahren, noch der Sorge darum bewusst ist. (Und selbst wenn, gehe ich ja fest von aus, dass sie das herzlich wenig interessiert. Einfach da sie nach wie vor etwas "Göttliches" an sich hat, was bisher aber nur durchschimmert - und von Cassiopeia mehr oder weniger erkannt wird.)
      Durch diesen Streit wird das in Aktion treten noch einmal ausgebremst oder womöglich durch Eigeninitiative erschwert, was der Arc auf benannter zeitlicher Ebene braucht, um sich stärker entfalten zu können. Nach den bisherigen Arcs, die durchaus umfangreich waren, halte ich es allein von der dortigen Vorgehensweise für konsequent, sofern du es auf ähnliche Weise handhabst und nun erst einmal auf die Bremse trittst, um andere zwischenmenschliche Interaktionen einzubauen.

      Eine Quintessenz deiner Geschichte ist es ja auch, deine Protagonisten immer weiter in diesem amoralischen Sumpf versinken zu lassen. Die Frage, ob man ein Kind einem Pädophilen (Pedophilen) ausliefern darf, gehört durchaus dazu. Wenn ich nicht davon ausgehen würde, dass Ondine gar keine Gefahr droht, da sie es zur Not selber regeln würde, dann ist es schon der bloße Gedanke daran, der einen Leser erschrecken und der Mercedes aus der Haut fahren lassen muss. Vier Dinge, die abschließend genannt werden müssen:
      - die Parallele zwischen der toten Mutter, ihrem ungeborenen Kind sowie Mercedes & Ondine - mit Blick auf den Kapiteltitel
      - O'Maras Bemerkung über ungefährliche Blinde xD
      - passende Hurennamen, die einfach so heißen wie das, was sie machen - wobei du Cocky ja schon zu Arcbeginn benannt hast
      - Ulysses, der Mary zu Arcbeginn noch "beschenkt", um sie gefügig zu machen, nur damit diese sich sofort mit den Kopfgeldjägern an einen Plan setzt, um Carla aus ihrem gewonnen Einfluss wieder rauszureißen. (Das ging mir zu schnell, um nicht innerhalb von Ulysses Planungen/Radar zu laufen. ^^)

      So weit, so gut. Den Beginn des Kapitels hast du dir wieder über Nächte hinweg in einem dunklen Kämmerchen zusammengebaut. Gib es zu. Bei Sonnenschein und Frohsinn kommt sowas nicht heraus. Außer bösem Frohsinn. :D
    • Kapitel 129 Der Körper einer Mutter

      Es beginnt dort, wo Carla auch bald landen wird, wenn es nach dem Willen der KGJ geht oder eben Luca, wenn etwas schiefläuft. Das Leichengewölbe mit seinem leicht verrückten Mitarbeiter hast du wieder wunderbar schaurig hinbekommen. Leichen als verstecke für Drogen zu verwenden ist schon ein ziemlich guter Gedanke, wer würde schon freiwillig in diesen suchen und jedem (Drogen-)Spürhunde dürfte die Nase absterben. Allerdings frage ich mich, wie viele Leichen hier durchs Land geschickt werden und mit welchen Begründungen, dass es sich wirklich lohnt.

      Dr. Mortimer Shades ist ein Mann mit vielen Talenten/Aufgaben Bestatter, Pathologe, Leichenaufhübscher/Konservieren und anscheinend auch Arzt/Chirurg, wenn auch kein staatlich anerkannter. Sein zusätzliches Standbein mag auf uns zwar sehr seltsam wirken, aber früher wurden z.B. auch gerne Henker zur Rate gezogen, wenn es um leiden ging, die nicht mit Aderlass zu regeln waren, wenn auch eher inoffiziell. Denn Henker waren oft die einzigen Menschen die grob wussten wie es in anderen Menschen aussieht. Auch seine Tätigkeiten als Leichenkonservierer passt gut zu dazu. Er ist eben ein allroundtalent wenn es um den menschlichen Körper geht, auch wenn ihn Lebende kaum an sich ran lassen dürften.^^

      Etwas, ich will nicht sagen enttäuscht, bin ich von Douglas Remington, da ich mir von ihm, nach seinen ersten Auftritt, ein etwas anderes Bild gemacht hatte. Wie er so da an der Wand stand/saß und sich als Vertreter von Almanag vorstellte, habe ich ihn mehr einen erfolgreichen Killer im Dunkel bzw skrupellosen Schattenmann erwartet, der sich von seiner Blindheit nicht wirklich beeinträchtigt wird bzw. durch sein gutes Gehör und seine anderen Sinne sogar noch besser agieren kann. Also Lügen heraushört, sich kaum täuschen lässt usw. Derzeit wirkt er allerdings mehr wie ein einfacher Vertreter einer Handelsgesellschaft/Interessenvertretung, welcher mit der Persönlichkeit und Handlungen seines Gegenübers völlig überfordert ist. Allerdings haben wir bis jetzt noch zu wenig von ihm gesehen, um dies wirklich beurteilen zu können.

      Bleiben wir dabei diesmal mehr die einzelnen Personen abzuhandeln als die Situationen. Benedict Hearst ist um einiges wichtiger und mächtiger als ich zunächst vermutet habe. Carlas ganze Macht und ihr Schutz scheinen von ihm Anhängig zu sein. Er ist die eigentliche Macht dort und Carla kann nur durch seinen Schutz in der Oberschicht agieren, genauso wie sie nur durch Ulysses Schutz in der Unterwelt agieren kann. Mir war zwar klar, das Benedict ein wichtiges Standbein ist, aber ich habe ihn ihm eher eine mächtige Person erwartet, die noch mehr Macht bekommen möchte, indem sie sich mit dieser Gruppierung einlässt. Jetzt scheint es eher so, als würde er schon so ziemlich zu den Mächtigsten Personen gehören die es auf der Insel gibt, sagen wir mal die Top 10, wenn nicht sogar die Top 5 oder 3. Also warum lässt er sich auf dieses Spiel ein, denn es scheint bisher nicht so, als würde er mehr Macht bekommen, eher muss er sich eine neuen Herrin unterordnen. Allerdings könnte man die Aufgaben bzw Einstellungen welche seinen Titel betreffen auch in die Richtung deutet, dass es sein Ziel ist die alte Gesellschaftsordnung, die alten Strukturen zu zerstören, um etwas neues schaffen zu können, das Land als der starre der alten Strukturen zu befreien und zu erneuern, indem ihre Macht gebrochen wird.
      Wie auch immer, er scheint mit die wichtigste Person zu sein und zum Glück hat er einen Punkt, mit dem man ihn sehr gut treffen kann. Allerdings möchte ich der Darstellung widersprechen, dass nur drei Leute auf der Insel sein dunkles Geheimnis kenne. Denn sofern er es auslebt, gibt es immer noch die Opfer, sofern er sich nicht beseitigen lässt und das würde ich wiederum Mary und Co eher weniger zutrauen. Also die Beseitigung, nicht dass sie seine Wünsche erfüllen.

      Die Auseinandersetzung zwischen O'Mara und Mercedes finde ich sehr gut umgesetzte, man kann beide Positionen sehr gut nachvollziehen, wobei Mercedes definitiv einiges mehr einstecken musste. Besonders, da die Person welche sie eigentlich Schützen wollte, nicht mit ihr (in Sicherheit) mitkommen möchte, auch wenn Mercedes wissen dürfte, dass Ondine das ganze noch nicht wirklich versteht.

      Sehr erstaunt bin ich dagegen darüber, dass Krill anscheinend keine Probleme damit hat Ondine als Köder zu benutzten. Anders als O'Mara, dem es trotz (etwas) Zuneigung zur Ondine vor allem um Lucas Rettung geht, hat Krill eigentlich keinen Grund sie solche einer Gefahr auszusetzen. Ähnlich wie Mercedes müsste es ihm besonders um Ondines wohl gehen, immerhin war er sogar dazu bereit wegen ihr gegen Cal zu kämpfen. Andererseits sieht er in ihr etwas Besonders, da er sie nicht nur mitgenommen hat, weil sie in diesem Moment niemanden hatte, sonder weil sie ihn irgendwie fasziniert hat. Er hat in ihr... so etwas wie Potenzial gesehen, eine Besonderheit, die.... sagen wir mal, sich zu etwas sehr interessantem Entwickeln könnte... Also, er scheint sie so einschätzt, dass sie ohne Probleme mit der Situation klarkommen könnte, sofern er aus dem Hintergrund über sie wacht und sich in dieser Situation vielleicht sogar interessante Weiterentwicklungen bei ihr Einstellen könnten.
      :thumbsup: Nicht nur in One Piece die reine Wahrheit: :thumbsup:
      Pirates are evil?!!... ...The Marines are Justice?!!
      These labels have been passed around Heaven knows how many times...!!!
      Kids who have never known peace... ...and kids who have never known war... ...Their values are too different!!!
      Whoever stands at the top can define right and wrong as they see fit!!!
      Right now, we stand in neutral territory!!!
      "Justice will prevail"?!... ...Well, sure it will!
      Whoever prevails... ...is Justice!!!! (Doflamingo)

      So kann man es aber auch sehen
      "THERE IS NO JUSTICE, THERE IS ONLY ME!"
      Death, Discworld, Terry Pratchett

    • Kapitel 129 - Der tote Wanst meiner Mutter

      ...oder so ähnlich auf jeden Fall was mit Mutter! Und damit hätten wir Einleitung auch schon begeistert, obwohl die dieses Mal nicht das Problem sein sollte, das Kapitel war eh vollends nach meinem Gusto, weswegen ich gleich einsteigen möchte.

      Der übergreifende Nutzen der erste Szene war - damit ich das auch richtig verstehe - sich generell noch einmal all ihrer Verbündeten und damit ihrer Machtstrukturen zu vergewissern, oder habe ich das falsch verstanden? Zumindest hab ich ein wenig die Handlung zwischen all den bildlichen Beschreibungen des Elends verloren, wie Shades im Torso der Verstorbenen herumwühlt.
      Zumindest war mein Fazit: Carla markiert ihr Revier und versichert sich ihrer neuen Säulen. Etwas, was nicht schaden kann, wie wir später erfahren werden. Im Großen und Ganzen hat mir die einführende Szene sehr gut gefallen, nicht nur, weil du dich dort wieder einmal im Bereich der düsteren Metaphorik austuben konntest, sondern weil ich von Carlas süffisanten und sehr gefährlichen Spiel nicht genug kriegen kann. Ich liebe diese Frau mit jedem Auftritt mehr und das soll was heißen, wenn ich mich an meine indifferente Meinung bei ihrer ersten Einführung erinnere.
      Doch gerade die Zerbrechlichkeit Carlas, die man hinter den schwarzen Lippen und der selbstsicheren Fassade, nur wie einen Schimmer erkennen kann, machen ihr Spiel so interessant. Vielleicht ist es auch der neue Einstieg, der uns Lesern bereits ermöglicht, dass Ränke gegen sie geschmiedet werden, während sie sich noch auf der vermeintlich sicheren Seite wähnt. Ihr Fall wird kommen, da bin ich mir sicher und er wird tiefer als bei Harley, der immerhin noch vom Netz seiner Spinnenuntertanin aufgefangen wurde. Bei Carlas neuen und flüchtigen Verbündeten sehe ich solch eine Loyalität nicht kommen. Wir haben gesehen wie schnell Mary ihr den Rücken zugekehrt hat, und ich glaube kaum, dass Remington oder Hearst im Zweifelsfall ihren Kopf für ihre neue, inoffizielle Königin hinhalten werden, sollte dieser vom wütenden Mob der Kopfgeldjäger gefordert werden. (Wenn sie zu diesen Zeitpunkt überhaupt noch die Wahl haben und nicht eh schon zerstückelt über Nickelby verteilt wurden.
      Wenn wir schon von Remington und indifferent sprechen: Joa...eine wirkliche Meinung hab ich zu dem Blinden noch nicht. Weder eine negative noch eine positive. Er war bisher ein wenig da, wohingegen Hearst mich definitiv mehr ansprechen konnte. Ich weiß nicht, ob es an der Position des Uhrmachers liegt, oder vielleicht an der wichtigen Stellung, die ihm dank der Huren verliehen bzw. uns offenbart wurde, aber ich freue mich mehr auf Szenen mit ihm und hoffentlich Ondine. (Und diesen Satz jetzt bitte nicht falsch verstehen).

      Liegt es an deiner Geschichte oder den vermehrten Umgang mit Calli in Discord, oder warum steh ich dem Gedanken Ondine an einen Päderasten auszuliefern vergleichsweise neutral gegenüber? Ich glaube es liegt an keinem von beiden, sondern tatsächlich im Charakter Ondines begründet. Sie war noch nie ein kleines, unschuldiges Mädchen. Weder als Krill sie befreite, noch in irgendeinen Moment danach und ich würde ihr zumindest wesentlich besser zutrauen, dass sie die Situation handeln könnte als Mercedes zu einem irren Puppensammler zu schicken. Nicht auf Grund der physischen Komponente, sondern tatsächlich aus einem psychischen Blickwinkel heraus. Wenn wir uns an die Sitzungen mit Fräulein Waldmannstraut zurückerinnern, so war sie meist absolut in der Oberhand. Jetzt fiel hier natürlich die körperliche Gefahr für Ondine weg, aber ich traue es dem Mädchen zu und muss hier natürlich O'Mara zustimmen. Auch wenn ich Mercedes absolut verstehen kann.

      Generell war die Szene bei den Huren wohl eine der stärksten, die du zwischenmenschlich für mich bisher aufs Papier gebracht hast. Ich lag gestern im Bett und konnte die Dramatik der Szene förmlich spüren. Hab Mercedes Wut in mir hochkochen spüren, ihren Widerwillen als den meinen verstanden, aber ebenso den armen Trottel O'Mara bemitleidet, dessen Zunge mal wieder schneller war als sein Verstand.
      Unheimlich starke Szene und ich habe irgendwie im Gefühl, dass Ondine noch zum richtigen Knackpunkt in diesem Arc werden wird. Zumindest könnte ich mir vorstellen, dass Mary und O'Mara hier über Mercedes Kopf hinwegentscheiden werden. Wäre zumindest eine Wendung, die mir gut gefallen würde. Momentan läuft es ja vergleichsweise gut für die Kopfgeldjäger. Sie haben mit Mary eine mächtige Verbündete gefunden, haben mit Ondine und Hearst ein direktes Ticket in Carlas dunkles Königreich. Es läuft soweit alles nach Plan, aber eine Mercedes, die mit schnaubenden Nüstern und qualmenden Kanonenbein in das Herz der Finsternis vordringen wird, um Ondine aus den Fängen des Päderasten zu befreien, würde natürlich die minutiöse Planung zu Nichte machen, aber gleichzeitig ein wenig Spannung in die Bude bringen.
      Warten wir ab. Bis jetzt ist die Situation ja noch unter Kontrolle.

      So...das solls von mir gewesen sein. Kommentar ist nicht ganz so lang geworden wie gedacht, aber ich habe glaube ich alles gesagt, was mir wichtig erschienen ist. Tolles Kapitel und weiter so.
    • So liebe Leser...

      Viel zu lange ist es mal wieder her, aber immerhin kommt es überhaupt. xD
      Kapitel 130 ist an alter Stelle zu finden und trägt den Titel "Die Stadt holt dich". Viel Spaß wünsche ich. :)

      Calli


      C. /s schrieb:

      Es beginnt, nachdem Carla den blinden Remy zum Zentrum der stinkenden Hölle geführt hatte, wortgewaltig im räumlichen Traum eines jeden Necrophilen- der Leichenhalle des Pathologen Dr. Mortimer 'Wurmschwanz' Shades. Zuerst erfuhren wir über ihn, dass er sich mit der Präparation von menschlichen Leichen beschäftigt und aus seinen Dekorationskünsten in diesem Bereich einen gewissen Stolz bezieht (die Art, wie er seinen Besuchern das tote, thronende Mädchen präsentierte). Verschroben geht es dann weiter, wenn wir seine Rolle in Carlas Kartenhaus erfahren- Morty stopft Leichen voll und ermöglicht Drogenschmuggelei. Die Weihnachtsgansmetapher diente als visuelle Stütze, falls man sich den Prozess des Entfernens eines ungeborenen Kindes aus dem Leib einer toten Mutter und des darauffolgenden Stopfens des Bauchs der erst kürzlich Entbundenen als Leser nicht vorstellen konnte. Zusätzlich musste für die ganze Prozedur der/die transsexuelle Gina ihren Kopf hinhalten, was Carlas und Wurmschwanzs Skrupellosigkeit ein weiteres Mal unter Beweis stellte. Hallelujah, dass der Zweiwochenpriester nicht mehr im Dienst der Kirche tätig ist.
      Weiterhin bekommen wir nächste Eindrücke von Lady Rovira, deren bloße Erwähnung als Drohmittel zu gelten schien. Wurmschwanz verängstigt, ich angefixt. Lady Rovira darf wohl eine interessante Spielerin sein.
      Die gute Miss Rovira werdet ihr schon im neuen Kapitel kennenlernen. Ich denke, ich habe mit ihr nicht zu viel versprochen. ;)

      C. /s schrieb:

      Und nun zu einer anderen Frau, deren Name bereits erwähnt wurde: Cocky Lynn. Denn Mercedes erwischte, wie hätte man es anders auch erwartet, ihren Kollegen O'Mara in flagranti mit dieser Frau, wonach plötzlich ein Kampf zwischen Mercedes und der Vergewaltigerynn ausbrach, der zugunsten Mercedes endete- oder auch nicht, denn dafür gefiel es Cocky viel zu sehr.
      Nach einer kurzen Geschichtsstunde über all die Plagen und Feinde, gegen die das Forbidden Woman bereits Widerstand leisten musste, erklärten Fawne und Mary die Schwarze Witwe zur Gefährlichsten von allen und offenbarten gleichzeitig ihren Plan, um die Bedrohung in Schwarz mit giftgrünen Augen auszuschalten.
      Zwar sagtest du bereits, dass Ondine eine wichtige Rolle in diesem Arc einnehmen würde, rechnete aber nicht als Lockvogel für den pädophilen Hearst, der die tragenden Pfeilerkarte in Carlas Kartenhaus darstellt. Was wohl passiert, wenn die Protagonistenfraktion diese herauszieht?
      Es bleibt ja noch "fraglich", ob es überhaupt soweit kommen wird, dass die Blauhaarige mit ins Gefecht zieht.
      Nun, es besteht ja ein Unterschied zwischen "Köder" und "Gefecht". O'Mara will Hearst mit Ondine lediglich locken, Ondine sollte zu keiner Sekunde Schaden nehmen oder auch nur in Gefahr geraten. Wie sicher das jedoch in Anbetracht der letzten Arcs ist...bleibt fraglich. xD

      C. /s schrieb:

      Jedenfalls nach
      Dem Höhepunkt des Kapitels: Der intensive Streit zwischen Mutter Mercedes und dem liebestrunkenen O'Mara, welcher seine Kulmination in einer unverschämten Bemerkung seinerseits und einem dramatischen Abgang ihrerseits fand. Poulpeman Krill konnte dieses Spektakel lediglich von der Seitenlinie verfolgen.
      Gänzlich unbeteiligt war Krill an der ganzen Sache gewiss nicht. Während Mercedes der inneren Mutter nachgab, gab Krill der Seite in sich nach, die in Ondine "mehr" sieht. Er lässt das Mädchen bewusst in eine mögliche Gefahrensituation laufen, um ihr wahres Potenzial erkennen zu können. Natürlich war seine Rolle wesentlich passiver, aber sie trug zum Ganzen bei.

      C. /s schrieb:

      Das Kapitel gefiel mir zugegebenermaßen sehr. Vor allem durch den letzten Part, dem Streit zwischen Mercedes und O'Mara (Krills Rolle ist da wahrscheinlich marginal?) und der damit verbundenen Veränderung der Gruppendynamik. Ich fand die Konfrontation der beiden recht spannend, weil es sich natürlich in der Intensität aufbaute bis zu dem besagten Gipfel. Es ermöglichen sich hier eine Menge Möglichkeiten. Wird interessant zu sehen, wo es danach hingeht, was dieser Vertrauensbruch für die Rettungsaktion bedeuten wird und für die Beziehung der Charaktere zueinander in der feuchtfröhlichen Zeit danach.
      Erstmal geht es im neuen Kapitel unmittelbar weiter. Dieser Streit markierte jedoch eine Wende im Arc, der sich jetzt wesentlich rasanter entwickeln wird. Du darfst gespannt sein.^^
      blink


      blink schrieb:

      Zwei Kapitel ausgesetzt und mit Blick auf die letzte Antwort einen Rhythmus erkannt. Hatte bislang das Gefühl, die Kapitel kommen 14-tägig. Jedenfalls möchte ich die Rezension mit dem Faktor Zeit einleiten, da es a) im OP-Kapitel auch schon ein gedanklicher Ansatz war, b) ich das Gefühl habe, dass du dir mehr Zeit für die Kapitel nimmst und c) bereits sehr früh in diesem Arc eine gewisse Diskrepanz zwischen Handlung und "möglicher Handlung" aufbaust. Wenn jetzt bereits ein Plan geschmiedet wird, um an Carla heranzukommen, dann spricht es für eine hohe Dynamik auf Nickleby, dem ein Fehlen der meisten Handlungsträger gegenüber steht. Nach dem Lesen des bisher kurzen Arcs stehen sich beschriebene Orte, beschriebene Personen und beschriebener Alltag gegenüber. Auf PS haben wir einen sehr starken Bezug zu den verschiedenen Bevölkerungsschichten erhalten, da lebte die Handlung mitunter von dem Elend bzw. dem Überfluss der Personen.
      Auf Nickleby habe ich bisher eher den Eindruck der Personen "in ihren Gebäuden" erhalten. Also das, was innerhalb der Gemäuer an Intrige gesponnen wurde, um Carla die Karriereleiter hinaufklettern zu lassen. Sehr früh kriegen wir dadurch bereits eine "Festung" präsentiert, um welche herum es das Spinnennetz Carlas zu meiden gilt. Ich sehe hier schon das erste Pendant zu Schloss Roßkosch, das als Mittelpunkt des Arcs fungierte und über längeren Zeitraum Stück für Stück mitsamt seiner Bewohner aufgebaut wurde. Jetzt haben wir einen neuen Arc, in dem die Situation sehr klar skizziert wird und die Fragen, die es zu klären gilt, nicht einmal inhaltlicher Natur zu sein scheinen. Also, welche Informationen fehlen, um den Plan in die Wege leiten zu können? Das ist es nicht, da stattdessen das 'wie' in den Mittelpunkt der Planung, der anschließenden Diskussion und des daraufhin eskalierenden Streits gerückt wird. Ich hatte nur noch drauf gewartet, dass Ondine ein lockeres "machen wir es so!" raushaut, da sie sich weder der Gefahren, noch der Sorge darum bewusst ist. (Und selbst wenn, gehe ich ja fest von aus, dass sie das herzlich wenig interessiert. Einfach da sie nach wie vor etwas "Göttliches" an sich hat, was bisher aber nur durchschimmert - und von Cassiopeia mehr oder weniger erkannt wird.)
      Durch diesen Streit wird das in Aktion treten noch einmal ausgebremst oder womöglich durch Eigeninitiative erschwert, was der Arc auf benannter zeitlicher Ebene braucht, um sich stärker entfalten zu können. Nach den bisherigen Arcs, die durchaus umfangreich waren, halte ich es allein von der dortigen Vorgehensweise für konsequent, sofern du es auf ähnliche Weise handhabst und nun erst einmal auf die Bremse trittst, um andere zwischenmenschliche Interaktionen einzubauen.
      Richtig. Durch den Fokus auf Carla, Mary und Nickleby als solches haben wir dieses Mal eine Art gespiegelten Einstieg. Die Kopfgeldjäger tasten sich nicht durch eine unbekannte Welt, die es dann im Kommenden auseinander zu klamüsern gilt, sondern sind direkt im Herzen des Schurken und müssen nun einen Weg finden, es zu durchstoßen. Zwei Seiten, die im Grunde gleiche Chancen haben, das Ding am Ende zu gewinnen. Die Kopfgeldjäger auf der einen Seite, die mit Cassiopeia in die Stadt gelangt und von Mary eingewiesen sowie unterstützt werden. Carla auf der anderen Seite, die mit Remington und Hearst unter Ulysses Schutz ein Imperium errichten will - und nicht zögert, jenes gegen die Kopfgeldjäger einzusetzen. Im Grunde wollte ich nur diese Underdog-Situation des letzten Arcs nicht noch einmal wiederholen, zumal das Duell auf Augenhöhe Carlas Fähigkeiten auch gerechter wird.

      blink schrieb:

      Eine Quintessenz deiner Geschichte ist es ja auch, deine Protagonisten immer weiter in diesem amoralischen Sumpf versinken zu lassen. Die Frage, ob man ein Kind einem Pädophilen (Pedophilen) ausliefern darf, gehört durchaus dazu. Wenn ich nicht davon ausgehen würde, dass Ondine gar keine Gefahr droht, da sie es zur Not selber regeln würde, dann ist es schon der bloße Gedanke daran, der einen Leser erschrecken und der Mercedes aus der Haut fahren lassen muss. Vier Dinge, die abschließend genannt werden müssen:
      - die Parallele zwischen der toten Mutter, ihrem ungeborenen Kind sowie Mercedes & Ondine - mit Blick auf den Kapiteltitel
      - O'Maras Bemerkung über ungefährliche Blinde xD
      - passende Hurennamen, die einfach so heißen wie das, was sie machen - wobei du Cocky ja schon zu Arcbeginn benannt hast
      - Ulysses, der Mary zu Arcbeginn noch "beschenkt", um sie gefügig zu machen, nur damit diese sich sofort mit den Kopfgeldjägern an einen Plan setzt, um Carla aus ihrem gewonnen Einfluss wieder rauszureißen. (Das ging mir zu schnell, um nicht innerhalb von Ulysses Planungen/Radar zu laufen. ^^)
      Ja. Theoretisch gibt es beide Möglichkeiten. "Nein, ein Kind als Köder zu benutzen ist falsch. Punkt." oder "Ein Kind als Köder zu benutzen, sofern es geschützt wird und selbst nicht vollkommen hilflos ist, kann unter den gewissen Umständen vertretbar sein." Beide Standpunkte sind nicht vollkommen aus der Luft gegriffen, zumal den Kopfgeldjägern nicht allzu viele Alternativen bleiben. Sie wissen nicht, wie weit Carla die Stadt schon unter Kontrolle hat und wie ihre Pläne aussehen. Also müssen sie die Karten spielen, die sie haben. Und ihre beste Karte ist momentan Mary, die Hearsts Geheimnis kennt und nutzen kann.
      qoii


      qoii schrieb:

      Es beginnt dort, wo Carla auch bald landen wird, wenn es nach dem Willen der KGJ geht oder eben Luca, wenn etwas schiefläuft. Das Leichengewölbe mit seinem leicht verrückten Mitarbeiter hast du wieder wunderbar schaurig hinbekommen. Leichen als verstecke für Drogen zu verwenden ist schon ein ziemlich guter Gedanke, wer würde schon freiwillig in diesen suchen und jedem (Drogen-)Spürhunde dürfte die Nase absterben. Allerdings frage ich mich, wie viele Leichen hier durchs Land geschickt werden und mit welchen Begründungen, dass es sich wirklich lohnt.
      In Aycester, wo die Leichen hin überführt werden, gibt es ein Krematorium. Das wird aber auch noch mal kurz erwähnt. Zumal die damaligen Relationen an Drogenlieferungen natürlich nicht mit den heutigen Ladungen der Kartelle verglichen werden dürfen. Wenn einmal im Monat ein Schiff voller Drogen die Insel verlässt, sollte das für damalige Verhältnisse der Schifffahrt schon nicht schlecht sein. Und die Menschen sterben in Nickleby, genau wie zu Zeiten der tatsächlichen Industrialisierung, halt auch an allem. xD

      qoii schrieb:

      Dr. Mortimer Shades ist ein Mann mit vielen Talenten/Aufgaben Bestatter, Pathologe, Leichenaufhübscher/Konservieren und anscheinend auch Arzt/Chirurg, wenn auch kein staatlich anerkannter. Sein zusätzliches Standbein mag auf uns zwar sehr seltsam wirken, aber früher wurden z.B. auch gerne Henker zur Rate gezogen, wenn es um leiden ging, die nicht mit Aderlass zu regeln waren, wenn auch eher inoffiziell. Denn Henker waren oft die einzigen Menschen die grob wussten wie es in anderen Menschen aussieht. Auch seine Tätigkeiten als Leichenkonservierer passt gut zu dazu. Er ist eben ein allroundtalent wenn es um den menschlichen Körper geht, auch wenn ihn Lebende kaum an sich ran lassen dürften.^^
      Ganz genau. Schön gesagt. Shades hat durchaus Kenntnisse über den menschlichen Körper, auch wenn er kein Mediziner ist. Er ist geschickt und hat einfach einen Faible für Leichen, was seine Schrullen nur noch widerwärtiger macht. Aber im Grunde ist er der ideale Mann für den Job. Er hat weder Skrupel noch Hemmungen und dürfte abseits von Carlas Machenschaften, in der Welt der Lebenden, kaum echte Chancen haben. Loyale Arbeiter sind eben nicht immer leicht zu finden.^^

      qoii schrieb:

      Etwas, ich will nicht sagen enttäuscht, bin ich von Douglas Remington, da ich mir von ihm, nach seinen ersten Auftritt, ein etwas anderes Bild gemacht hatte. Wie er so da an der Wand stand/saß und sich als Vertreter von Almanag vorstellte, habe ich ihn mehr einen erfolgreichen Killer im Dunkel bzw skrupellosen Schattenmann erwartet, der sich von seiner Blindheit nicht wirklich beeinträchtigt wird bzw. durch sein gutes Gehör und seine anderen Sinne sogar noch besser agieren kann. Also Lügen heraushört, sich kaum täuschen lässt usw. Derzeit wirkt er allerdings mehr wie ein einfacher Vertreter einer Handelsgesellschaft/Interessenvertretung, welcher mit der Persönlichkeit und Handlungen seines Gegenübers völlig überfordert ist. Allerdings haben wir bis jetzt noch zu wenig von ihm gesehen, um dies wirklich beurteilen zu können.
      Sobald klar ist, was genau Almanag eigentlich ist, wird auch Remingtons Rolle ein bisschen prägnanter werden. Bewusst lege ich ihn bisher als Mann an, der vielleicht nicht wirklich sauber, aber auch längst nicht so verdorben und besudelt wie Carlas Welt ist. Momentan ist er der "Gute" der "Bösen" und diesen Eindruck forciere ich natürlich auch, indem ich ihn mit Carla losziehen lasse. Wie es mit ihm weitergehen wird, lasse ich natürlich offen. Mal gucken, was ihr im Laufe des Arcs noch von ihm halten werdet.

      qoii schrieb:

      Bleiben wir dabei diesmal mehr die einzelnen Personen abzuhandeln als die Situationen. Benedict Hearst ist um einiges wichtiger und mächtiger als ich zunächst vermutet habe. Carlas ganze Macht und ihr Schutz scheinen von ihm Anhängig zu sein. Er ist die eigentliche Macht dort und Carla kann nur durch seinen Schutz in der Oberschicht agieren, genauso wie sie nur durch Ulysses Schutz in der Unterwelt agieren kann. Mir war zwar klar, das Benedict ein wichtiges Standbein ist, aber ich habe ihn ihm eher eine mächtige Person erwartet, die noch mehr Macht bekommen möchte, indem sie sich mit dieser Gruppierung einlässt. Jetzt scheint es eher so, als würde er schon so ziemlich zu den Mächtigsten Personen gehören die es auf der Insel gibt, sagen wir mal die Top 10, wenn nicht sogar die Top 5 oder 3.
      Ich sage es sogar genau: Er gehört zur Top 3. Oder strenggenommen sogar zur Top 2, wenn man Catherine als Kindermonarchin etwas außer Acht lässt. Er kontrolliert die Wirtschaft, die Maschinen, den Fortschritt - also im Grunde die vielleicht wichtigsten Bereiche einer industriellen Nation auf dem Vormarsch wie FI. Zusammen mit Sundermare, der die Politik lenkt und leitet, stellt er also die Spitze des Landes dar. Warum sich ein so mächtiger Mann mit Carla bzw. Ulysses einlässt, gehört zu den Kernelementen der Verstrickungen, die sich durch die ganze FF ziehen. Und ja, es wird noch in diesem Arc aufgelöst werden.^^

      qoii schrieb:

      Wie auch immer, er scheint mit die wichtigste Person zu sein und zum Glück hat er einen Punkt, mit dem man ihn sehr gut treffen kann. Allerdings möchte ich der Darstellung widersprechen, dass nur drei Leute auf der Insel sein dunkles Geheimnis kenne. Denn sofern er es auslebt, gibt es immer noch die Opfer, sofern er sich nicht beseitigen lässt und das würde ich wiederum Mary und Co eher weniger zutrauen. Also die Beseitigung, nicht dass sie seine Wünsche erfüllen.
      Natürlich. Aber Mary meinte es wohl eher bildlich. Als Hurenmutter steht sie stellvertretend für alle ihre Huren bzw. sieht sie sich so. Aber mehr dazu, sobald es mehr dazu gibt. :D

      qoii schrieb:

      Die Auseinandersetzung zwischen O'Mara und Mercedes finde ich sehr gut umgesetzte, man kann beide Positionen sehr gut nachvollziehen, wobei Mercedes definitiv einiges mehr einstecken musste. Besonders, da die Person welche sie eigentlich Schützen wollte, nicht mit ihr (in Sicherheit) mitkommen möchte, auch wenn Mercedes wissen dürfte, dass Ondine das ganze noch nicht wirklich versteht.
      Sie gibt Ondine sicherlich auch keine Schuld. Dennoch bleibt es ein Stich ins Herz, dass sie das Kind nur schützen will und selbst von ihm "im Stich gelassen" wird.

      qoii schrieb:

      Sehr erstaunt bin ich dagegen darüber, dass Krill anscheinend keine Probleme damit hat Ondine als Köder zu benutzten. Anders als O'Mara, dem es trotz (etwas) Zuneigung zur Ondine vor allem um Lucas Rettung geht, hat Krill eigentlich keinen Grund sie solche einer Gefahr auszusetzen. Ähnlich wie Mercedes müsste es ihm besonders um Ondines wohl gehen, immerhin war er sogar dazu bereit wegen ihr gegen Cal zu kämpfen. Andererseits sieht er in ihr etwas Besonders, da er sie nicht nur mitgenommen hat, weil sie in diesem Moment niemanden hatte, sonder weil sie ihn irgendwie fasziniert hat. Er hat in ihr... so etwas wie Potenzial gesehen, eine Besonderheit, die.... sagen wir mal, sich zu etwas sehr interessantem Entwickeln könnte... Also, er scheint sie so einschätzt, dass sie ohne Probleme mit der Situation klarkommen könnte, sofern er aus dem Hintergrund über sie wacht und sich in dieser Situation vielleicht sogar interessante Weiterentwicklungen bei ihr Einstellen könnten.
      Du sagst es. Krill sieht etwas in ihr, ähnlich wie Cassiopeia, und er ist halt abgebrüht genug, dieses "etwas" entfesseln zu wollen. Er will dieses kontrolliert Risiko eingehen, was ihm Mercedes ja auch unterschwellig vorwirft. Krill hat sie aufgenommen und will sie nun einer solchen Gefahr aussetzen. Mercedes sieht in Ondine nur das Kind, Krill sieht mehr in ihr. Allein deshalb hat er Ondine überhaupt mitgenommen, aber das weiß bzw. versteht Mercedes nicht. Sie denkt allein wie eine Mutter und Krill...nicht. xD
      Vexor


      Vexor schrieb:

      Der übergreifende Nutzen der erste Szene war - damit ich das auch richtig verstehe - sich generell noch einmal all ihrer Verbündeten und damit ihrer Machtstrukturen zu vergewissern, oder habe ich das falsch verstanden? Zumindest hab ich ein wenig die Handlung zwischen all den bildlichen Beschreibungen des Elends verloren, wie Shades im Torso der Verstorbenen herumwühlt.
      Unter anderem. Die Szene wird aber im Kommenden noch eine weitere Bedeutung haben und erfüllt somit mehrere Zwecke. Abgesehen davon war es eine Freude zu schreiben. xD

      Vexor schrieb:

      Zumindest war mein Fazit: Carla markiert ihr Revier und versichert sich ihrer neuen Säulen. Etwas, was nicht schaden kann, wie wir später erfahren werden. Im Großen und Ganzen hat mir die einführende Szene sehr gut gefallen, nicht nur, weil du dich dort wieder einmal im Bereich der düsteren Metaphorik austuben konntest, sondern weil ich von Carlas süffisanten und sehr gefährlichen Spiel nicht genug kriegen kann. Ich liebe diese Frau mit jedem Auftritt mehr und das soll was heißen, wenn ich mich an meine indifferente Meinung bei ihrer ersten Einführung erinnere.
      Ja. Ich bin momentan auch noch begeistert. Hoffen wir mal, dass ich den Charakter nicht noch irgendwie verhunze. :D

      Vexor schrieb:

      Doch gerade die Zerbrechlichkeit Carlas, die man hinter den schwarzen Lippen und der selbstsicheren Fassade, nur wie einen Schimmer erkennen kann, machen ihr Spiel so interessant. Vielleicht ist es auch der neue Einstieg, der uns Lesern bereits ermöglicht, dass Ränke gegen sie geschmiedet werden, während sie sich noch auf der vermeintlich sicheren Seite wähnt. Ihr Fall wird kommen, da bin ich mir sicher und er wird tiefer als bei Harley, der immerhin noch vom Netz seiner Spinnenuntertanin aufgefangen wurde.
      Natürlich werde ich dazu nicht viel sagen können, aber ich versichere schon einmal, dass der unabwendbare Kampf beider Seiten auf Augenhöhe stattfinden wird. Carla ist eine geschickte Spielerin und die Kopfgeldjäger gnadenlos wie immer. Der Unterschied ist dieses Mal nur, dass sich beide Parteien nicht erst annähern müssen. Sie stehen sich auf dem Schlachtfeld - Nickleby - längst gegenüber und Luca allein verhindert momentan, dass die Bombe platzt. Zu Carlas Vorteil, versteht sich.

      Vexor schrieb:

      Bei Carlas neuen und flüchtigen Verbündeten sehe ich solch eine Loyalität nicht kommen. Wir haben gesehen wie schnell Mary ihr den Rücken zugekehrt hat, und ich glaube kaum, dass Remington oder Hearst im Zweifelsfall ihren Kopf für ihre neue, inoffizielle Königin hinhalten werden, sollte dieser vom wütenden Mob der Kopfgeldjäger gefordert werden. (Wenn sie zu diesen Zeitpunkt überhaupt noch die Wahl haben und nicht eh schon zerstückelt über Nickelby verteilt wurden.
      Beide spielen ihre Rollen und vielleicht kann ich euch damit ja sogar ein bisschen überraschen. Also, grundlegend hast du nicht Unrecht. Aber...mal schauen. :D

      Vexor schrieb:

      Wenn wir schon von Remington und indifferent sprechen: Joa...eine wirkliche Meinung hab ich zu dem Blinden noch nicht. Weder eine negative noch eine positive. Er war bisher ein wenig da, wohingegen Hearst mich definitiv mehr ansprechen konnte. Ich weiß nicht, ob es an der Position des Uhrmachers liegt, oder vielleicht an der wichtigen Stellung, die ihm dank der Huren verliehen bzw. uns offenbart wurde, aber ich freue mich mehr auf Szenen mit ihm und hoffentlich Ondine. (Und diesen Satz jetzt bitte nicht falsch verstehen).
      Nicht nur du. Hearst und Remington möchte ich an dieser Stelle auch gar nicht vergleichen, da beide Figuren ganz unterschiedliche Zwecke in der Geschichte haben werden und auch generell sehr unterschiedlich sind. Ich denke, dass euch beide Figuren im Laufe des Arcs auf die eine oder andere Weise zumindest nicht egal sein werden - oder hoffe es wenigstens. xD

      Vexor schrieb:

      Liegt es an deiner Geschichte oder den vermehrten Umgang mit Calli in Discord, oder warum steh ich dem Gedanken Ondine an einen Päderasten auszuliefern vergleichsweise neutral gegenüber? Ich glaube es liegt an keinem von beiden, sondern tatsächlich im Charakter Ondines begründet. Sie war noch nie ein kleines, unschuldiges Mädchen. Weder als Krill sie befreite, noch in irgendeinen Moment danach und ich würde ihr zumindest wesentlich besser zutrauen, dass sie die Situation handeln könnte als Mercedes zu einem irren Puppensammler zu schicken. Nicht auf Grund der physischen Komponente, sondern tatsächlich aus einem psychischen Blickwinkel heraus. Wenn wir uns an die Sitzungen mit Fräulein Waldmannstraut zurückerinnern, so war sie meist absolut in der Oberhand. Jetzt fiel hier natürlich die körperliche Gefahr für Ondine weg, aber ich traue es dem Mädchen zu und muss hier natürlich O'Mara zustimmen. Auch wenn ich Mercedes absolut verstehen kann.
      Absolut. Mercedes denkt nur als Mutter, sieht in Ondine nichts als das kleine Mädchen. Krill hingegen sieht in ihr mehr, was ohnehin wohl der einzige Grund ist, wieso er sie überhaupt mitgenommen hat. Diese Konstellation ist schon ein Reibungspunkt an sich, in den nun auch noch der Plan von Mary und O'Maras totalitärer Wille platzen, Luca zu retten. Für O'Mara heiligt der Zweck die Mittel, für Mercedes nicht. Und Krill stellt sich eben auf O'Maras Seite, weil er daraus Gewinn ziehen kann - er will Ondine entfesseln, auch, wenn er sie dafür in Gefahr bringen muss. Was - wie du selbst sagst - auch relativ zu bewerten ist, bedenkt man Ondines Machtdemonstration im letzten Arc.

      Vexor schrieb:

      Generell war die Szene bei den Huren wohl eine der stärksten, die du zwischenmenschlich für mich bisher aufs Papier gebracht hast. Ich lag gestern im Bett und konnte die Dramatik der Szene förmlich spüren. Hab Mercedes Wut in mir hochkochen spüren, ihren Widerwillen als den meinen verstanden, aber ebenso den armen Trottel O'Mara bemitleidet, dessen Zunge mal wieder schneller war als sein Verstand.
      Vielen Dank. Gerade dieser Drahtseilakt, keine Figur wie ein völliges Arschloch dastehen zu lassen, war nicht ganz so leicht.^^

      Vexor schrieb:

      Unheimlich starke Szene und ich habe irgendwie im Gefühl, dass Ondine noch zum richtigen Knackpunkt in diesem Arc werden wird. Zumindest könnte ich mir vorstellen, dass Mary und O'Mara hier über Mercedes Kopf hinwegentscheiden werden. Wäre zumindest eine Wendung, die mir gut gefallen würde. Momentan läuft es ja vergleichsweise gut für die Kopfgeldjäger. Sie haben mit Mary eine mächtige Verbündete gefunden, haben mit Ondine und Hearst ein direktes Ticket in Carlas dunkles Königreich. Es läuft soweit alles nach Plan, aber eine Mercedes, die mit schnaubenden Nüstern und qualmenden Kanonenbein in das Herz der Finsternis vordringen wird, um Ondine aus den Fängen des Päderasten zu befreien, würde natürlich die minutiöse Planung zu Nichte machen, aber gleichzeitig ein wenig Spannung in die Bude bringen.
      Der Streit war die Zäsur, jetzt wird sich der Arc rasanter und vielleicht auch ein Stückweit anders entwickeln, als ihr vielleicht ahnt. Jedenfalls hoffe ich auf ein paar positive Überraschungen, die ich keinesfalls vorwegnehmen will. ;)
    • Kapitel 130:

      Den Anfang bildeten O`Mara und Krill mit ihrer trocken-humoristischen Art und hoben damit die Stimmung, die seit dem intensiven Streit im letzten Kapitel im Keller dümpelte. Lange befand sich diese jedenfalls nicht auf dem Weg nach oben, dafür sorgtee O`Mara mit seinem Schlag gegen die Wand. Wie bereits angemerkt, liefert er mit seinen hier präsentierten emotionalen Konflikten Greifbarkeit, die es erleichterten, ihn gern zu haben.

      Jedoch lag der Fokus nicht auf dem blonden Säufer, dem lediglich ein kleiner Teil des Kapitels gewidmet wurde. Diese Geschichte wurde aus dem Blickwinkel von sattgrünen Wiesen und azurblauen Meeren erzählt. Mir gefällt es, wie Mercedes hier in den Vordergrund gerückt und in den unterschiedlichen Szenen facettenreicher wurde/vorhandene bekräftigte.
      Im Gespräch mit Tiny Tim sahen wir die strenge, kühle Seite von ihr. Mit ihren Forderungen und der Tatsache, dass sie ihre Umgebung beobachtete (in diesem Fall: Tiny Timms Gefühle für Mary Kelly), schüchterte sie den Jugendlichen regelrecht ein und das finde ich klasse, weil es mich an meinen ersten Eindruck von der brünetten Dame erinnerte. Passt perfekt.
      Genauso wie die aggressiv-gefährliche Seite in ihr, welche im Gespräch mit Lorca/Rovira und Carla/Dreadful zum Vorschein kam. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Mercedes die Verfolgung aufgenommen hatte, ohne die Möglichkeit auf einen Kampf einzuräumen. Auch wenn ich die feurigen Damen nur allzu gern hätte kämpfen sehen (was wir hoffentlich bald schon zu bekommen), begnüge ich mich mit der verbalen Auseinandersetzung in Hilberts Kleiderladen. Unsere Kopfgeldjägerin klatschte zuerst Lorca souverän an die Wand und anschließend sah Carla überraschenderweise kein Land gegen sie. Meine Abneigung Carla gegenüber lag hauptsächlich darin begründet, dass sie mir als Charakter zu glatt und schwer greifbar war. Dies änderte sich mit heute sehr. Eine von Carlas größten Stärken schien mMn ihre Vernetztheit und ihre zahlreichen Fäden zu sein. Als Mercedes die Schwarze Witwe dann erniedrigte, indem sie den dreckigen Weg zum Aufbau ihres Imperiums offenlegte, da gewann Griswold an Menschlichkeit und wurde greifbarer. Außerdem vergebe ich gerne Sympathiepunkte, wenn Stärken in Schwächen und umgekehrt gewandelt werden. Hervorragende Performance der Kopfgeldjägerin und dringend notwendige Charaktertiefe seitens Carlas.
      Kapitel wie diese werden hoffentlich in Zukunft verhindern, dass ich Mercedes "unterschätzte". Aber im Gegensatz zu den anderen Kopfgeldjägern in der Truppe (mit Ausnahme von Flint) scheint sie mir zu schwächeln. Sie ging tapfer gegen Rovira vor, was mich hoffen lässt, dass in dieser Richtung noch mehr kommen wird und der verbale Schlagabtausch im Laden als Vorbote gewertet werden kann.
      Zugegeben, ich war anfangs noch ein bisschen enttäuscht, als ich sah, dass hinter Lady Rovira nur Dionisia Lorca steckte und es sich, ähnlich wie bei Carla und Dreadful auch, um einen Zweitnamen handelte. Die Enttäuschung hielt jedoch nach einem Blick auf die hohe Zahl der handlungsrelevanten, weiblichen Akteure hingegen nicht lange an. Gespannt, wie sich dies in diese Richtung entwickeln wird. Meine Einschätzung: Es kommt zu einem Kampf zwischen Rovira und Mercedes.

      Neugierig machen mich andernfalls noch die Fragen, woher die DeLuca Falle kam und wozu. Carla hatter bereits an diesem Tag die Möglichkeit, die Brünette zu erledigen. Mal sehen, wer an diesem Attentat beteiligt sein wird. Und wer die letzte Leiche war, dessen Bewegung die Falle erst auslöste.

      Alles in allem: Top klasse Performance von O`Mara, mit Sonderlob für die Damen Carla Griswold und Mercedes Delacroix. Es wird so langsam richtig spannend.
      Kritik: Länge
    • Sooo,

      Kapitel ja schon vor einiger Zeit gelesen und mein Zeitmanagement wird nicht besser, was man an meiner eigenen FF sieht, und leider auch an dem Kommentar für deine.
      Ich bekomme einfach keine wirkliche freie Minute zusammen, wo ich mich auf was kreatives stürzen könnte, aber um mein bescheidenes Management soll es jetzt ja auch gar nicht gehen, sondern um deine FF. Stell dich dennoch auf einen kürzeren Kommentar ein!

      Ich könnte es auch einfach damit abschließen, dass ich sage, dass mir das Kapitel sehr, sehr gut gefallen hat. Der Bitchfight im Brautmodengeschäft, Mercedes, die zeigt, dass sie mehr sein kann, als das Opfer, und generell die Dynamik zwischen Lorca, Carla und Mercedes.

      Der Anfang mit Krill und O'Mara hat mir zwar auch gut gefallen, vor allem weil ich mal richtig lag, dass sie den Plan wohl auch ohne Mercedes Zustimmung ausführen werden. Ebenso hat mir - wie stets eigentlich - gut gefallen, dass sich die Kopfgeldjäger so gut kennen und dass du ihre gemeinsame Zeit aufs Papier bringen kannst, ohne Flashbacks, ohne große Worte. Einfach dadurch, dass sie wissen wie der andere reagieren wird und damit eigentlich noch richtig liegen.
      Mercedes weiß, dass Krill und O'Mara ohne sie vorgehen werden, und ebenso wissen die beiden, dass Mercedes wohl alles in ihrer Macht stehende unternehmen wird, um den Plan schon vorher zu vereiteln und Luca samt Carlas Kopf zu holen.
      Das ist eine Komponenten deiner FF, die mir sehr gut gefällt und sie so schön von meiner eigenen kontrastiert. Meine Gruppe wächst erst zusammen, muss sich noch kennenlernen, während deine schon seit Jahren verwachsen ist. Vielleicht nicht immer im Guten oder Produktiven, aber die Verbindung ist da.

      Nach der amüsanten Einlage beim Damenausstatter und unserer beinahe gruseligen Begabung Handlungsstränge sogar ohne großartige Kommunikation aufeinander abzustimmen, tappt Mercedes in eine Falle, die mich aber noch im Dunkeln lässt. Wer? Wieso? Warum dort?

      Mit diesen Fragen entlasse ich dich dann auch in die Gewissheit, dass dich nur noch zwei Kommentatoren davon trennen, das Kapitel fertig gestellt zu haben :P

      - V.
    • Kapitel 130 - Die Stadt holt dich

      Huch ich war mir eigentlich sicher, dass ich schon einen Kommentar geschrieben hatte^^ Aber offensichtlich ist dies nicht er Fall und du hast dein neues Kapitel noch nicht veröffentlicht. Also auf zu einem wahrscheinlich kürzeren Kommentar zu einem sehr genialen Kapitel, in dem du besonders drei Frauen hast glänzen lassen.

      Aber der Reihe nach, zunächst einmal unterhalten sich Krill und O'Mara über die diversen Wunden, welche alle, aber besonders Mercedes, aus ihrem Wortgefecht davongetragen haben. Trotzdem wissen alle, dass sie sich nicht gegenseitig von ihren Plänen abbringen können und nun versuchen, nicht direkt Gegeneinader, aber gegen die Notwendigkeit des Plans des anderen, zu arbeiten.

      Was dies bedeutet, zeigt sich direkt in nächsten Abschnitt, in dem Mercedes den kleinen Timmy... schnappt und sich von ihm zu Carlas Anwesen eskortieren lässt. Dabei zeigt sie, wie einfach es ihr fällt Teenager um den Finger zu wickeln, wenn sie es darauf anlegt. Anders als bei Flint, bei dem es Aufgrund seiner Haarfarbe doch etwas anders gelaufen ist. Weiterhin hat sie am Ende noch einen guten Rat für Timmy, welcher aber anscheinend etwas zu spät kommen könnte, zumindest wenn sich meine Idee zur fünften Person bestätigen sollte.

      Die zweite Person männlichen Geschlechts, auf die Mercedes an diesem Morgen trifft, ist ein richtiger Paradisvogel und einer der erfolgreichsten Schneider der Stadt. Ich finde ihn einfach genial, sein Auftreten, seine Erscheinung, sein Gehabe, einfach alles. Besonders wie du so schön um den Busch seiner sexuellen Orientierung herumschleichst.^^ Wie es sich für einen Schneider der Highsociety gehört ist er bestens mit dem neusten Klatsch versorgt, den er gerne mit jedem Teilt. Dabei stellt sich natürlich auch die Frage, in wieweit er die Sachen erfahren sollte bzw von Carla mit gewissen Informationen gefüttert wurde bzw von ihr mit der „Weitergabe“ beauftragt wurde. Den immerhin landet Mercedes mit Thaddeus Inforationen in einer ziemlich fiesen Falle, die wahrscheinlich schon die ganze Zeit für den KGJ bestimmt gewesen war und nicht für irgendeinen neugierigen Bewohner dieses Landes.

      Aber das Highlight des Kapitels war definitiv das Aufeinandertreffen der drei Damen. Dabei zeigt sich sehr schön, wie sehr Lorca Mercedes unterlegen ist, zumindest im abfeuern der richtigen Worte zum richtigen Zeitpunkt. Hier scheint Mercedes das Gespräch zu dominieren und Lroca muss damit kämpfen. ihre Fassade zu wahren. Aber auch wenn es zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen wäre, sehe ich eher Mercedes vorn. Zu Lorcas Glück, taucht aber rechtzeitig Carla auf, die sich überraschender Weise ein volle verbale Breitseite von Mercedes einfängt, die sie ziemlich ins wanken bringt. Zumindest ist Lorca von der Reaktion oder doch eher nicht Reaktion ihrer neuen Herrin ziemlich entsetzt. Bevor es aber zum letzten Kommen kann, taucht Thaddeus wieder auf, womit sich die ganze Situation entschärft wird.

      Interessant sind dann aber vor allem die Gerüchte/Inforationen mit denen Mercedes von Thaddeus versogrt wird. Weniger, dass Carla und Marry beim selben... Lederwarenfachgeschäft einkaufen, sonder viel eher die Informationen um Lorca und ihren vermeintlichen Liebhaber. Denn dieser scheint zumindest nach Thaddeus Andeutungen blind zu sein, und auch wenn ich mir im Bezug auf Douglas Haarfarbe nicht mehr sicher bin, ist dies doch eine erstaunliche Überschneidung. Besonders, da in ihrem Liebesnest keine Betten und Felle zu finden sind, sondern die vier Leichen einer Familie, welche schon länger dort zu hängen scheint und eine ziemlich frische, die nicht mit Drogen sondern mit einer Bombe gefüllt ist.
      Die Familie, welche angeblich De Luca heißt scheint sich auf den ersten Blick selbst erhängt zu haben, zumindest sollen wahrscheinlich die Stühle darauf hindeuten. Natürlich wird dies nicht der Fall sein und entweder hat Lorca oder Carla ein ziemlich fieses Hobby oder alles ist von Anfang an eine Nachricht an die KGJ. Denn Luca wird sicher nicht in diesem Zimmer hängen, da sie die einzige Garantie Carlas ist, dass die KGJ nicht ihr Anwesen stürmen und dabei ganz Fountleroy Island in Schutt und Asche lagen. Da aber Mercedes die letzte Leiche erkannt hat und es nicht gerade viele Personen geben dürfte, die sie kennt und die sich gleichzeitig auf Fountleroy Island befinden, würde ich am ehesten auf Timmy Tippen, der dann doch nicht schnell und unauffällig genug verschwunden ist, um der Schwarzen Witwe zu entkommen.

      Wie bereits geschrieben ein sehr schönes Kapitel, in dem du die drei Damen wunderbar weiter Charakterisiert und Ausgebaut hast. Ich bin schon gespannt darauf zu erfahren, wie und vor allem an welcher Front es weitergeht. ^.^
      :thumbsup: Nicht nur in One Piece die reine Wahrheit: :thumbsup:
      Pirates are evil?!!... ...The Marines are Justice?!!
      These labels have been passed around Heaven knows how many times...!!!
      Kids who have never known peace... ...and kids who have never known war... ...Their values are too different!!!
      Whoever stands at the top can define right and wrong as they see fit!!!
      Right now, we stand in neutral territory!!!
      "Justice will prevail"?!... ...Well, sure it will!
      Whoever prevails... ...is Justice!!!! (Doflamingo)

      So kann man es aber auch sehen
      "THERE IS NO JUSTICE, THERE IS ONLY ME!"
      Death, Discworld, Terry Pratchett

    • Hallo Leute,

      da es wohl bald langweilig würde, entschuldige ich mich dieses Mal nicht für die lange Wartezeit. Vielleicht kann ich das nächste Kapitel früher bringen, wenn die Sterne günstig stehen und ich eine Jungfrau in einen Vulkan werfe. Ich tue mein Bestes. :D

      Das neue Kapitel trägt den Titel "Die Puppe" und ist an alter Stelle zu finden. Viel Spaß wünsche ich. :)

      Callico


      C. /s schrieb:

      Den Anfang bildeten O`Mara und Krill mit ihrer trocken-humoristischen Art und hoben damit die Stimmung, die seit dem intensiven Streit im letzten Kapitel im Keller dümpelte. Lange befand sich diese jedenfalls nicht auf dem Weg nach oben, dafür sorgtee O`Mara mit seinem Schlag gegen die Wand. Wie bereits angemerkt, liefert er mit seinen hier präsentierten emotionalen Konflikten Greifbarkeit, die es erleichterten, ihn gern zu haben.
      Richtig. Auch der Kontrast zum gefühlskälteren Krill war mir hier wichtig. Zwar fühlt sich auch der Meermann mit Mercedes verbindet und empfindet eine gewisse Reue, trägt diese jedoch längst nicht so stark und körperlich nach außen.

      C. /s schrieb:

      Jedoch lag der Fokus nicht auf dem blonden Säufer, dem lediglich ein kleiner Teil des Kapitels gewidmet wurde. Diese Geschichte wurde aus dem Blickwinkel von sattgrünen Wiesen und azurblauen Meeren erzählt. Mir gefällt es, wie Mercedes hier in den Vordergrund gerückt und in den unterschiedlichen Szenen facettenreicher wurde/vorhandene bekräftigte.
      Im Gespräch mit Tiny Tim sahen wir die strenge, kühle Seite von ihr. Mit ihren Forderungen und der Tatsache, dass sie ihre Umgebung beobachtete (in diesem Fall: Tiny Timms Gefühle für Mary Kelly), schüchterte sie den Jugendlichen regelrecht ein und das finde ich klasse, weil es mich an meinen ersten Eindruck von der brünetten Dame erinnerte. Passt perfekt.
      Genauso wie die aggressiv-gefährliche Seite in ihr, welche im Gespräch mit Lorca/Rovira und Carla/Dreadful zum Vorschein kam. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Mercedes die Verfolgung aufgenommen hatte, ohne die Möglichkeit auf einen Kampf einzuräumen. Auch wenn ich die feurigen Damen nur allzu gern hätte kämpfen sehen (was wir hoffentlich bald schon zu bekommen), begnüge ich mich mit der verbalen Auseinandersetzung in Hilberts Kleiderladen. Unsere Kopfgeldjägerin klatschte zuerst Lorca souverän an die Wand und anschließend sah Carla überraschenderweise kein Land gegen sie
      Gut zusammengefasst. Mercedes ist ein so vielseitiger Charakter, den ich in den letzten Arcs jedoch nicht genug gewürdigt habe. Wo sie auf PS noch mit ihren eigenen Dämonen der Vergangenheit ringen musste und daher zurecht abgekapselt mit sich selbst beschäftigt war, habe ich sie im letzten Arc eher aus einer Notwendigkeit heraus nicht bis zum Schluss aktiv handeln lassen. Das ist einerseits schade, aber dafür lege ich jetzt nach. Mercedes ist schön, stark, gefährlich, verwundbar, mitfühlend, bedrohlich...
      Ich freue mich schon, wieder zur Gänze mit diesem Charakter arbeiten zu können und bin froh, dass er euch ebenso gut gefällt.

      C. /s schrieb:

      Meine Abneigung Carla gegenüber lag hauptsächlich darin begründet, dass sie mir als Charakter zu glatt und schwer greifbar war. Dies änderte sich mit heute sehr. Eine von Carlas größten Stärken schien mMn ihre Vernetztheit und ihre zahlreichen Fäden zu sein. Als Mercedes die Schwarze Witwe dann erniedrigte, indem sie den dreckigen Weg zum Aufbau ihres Imperiums offenlegte, da gewann Griswold an Menschlichkeit und wurde greifbarer. Außerdem vergebe ich gerne Sympathiepunkte, wenn Stärken in Schwächen und umgekehrt gewandelt werden. Hervorragende Performance der Kopfgeldjägerin und dringend notwendige Charaktertiefe seitens Carlas.
      Kann ich verstehen und habe ich insofern auch forciert, dass Carlas Unsicherheiten bisher - wenn überhaupt - nur unterschwellig durchschimmerten. Carla ist brillant, hinterhältig und selbstbewusst. Gleichzeitig aber auch getrieben und verdammt, immerhin muss sie Ulysses ihren Wert beweisen. Hinzu kommt die menschliche Seite Carlas, welche in diesem Kapitel erstmal zum Vorschein kam. Ich habe diese Szene bewusst als ersten richtigen Moment der Schwäche für Carla gewählt, weil ich so Mercedes noch einmal aufwerten konnte. Ich verspreche dir, dass Carla nicht die aalglatte Femme Fatale bleiben wird. Sie ist ein Mensch mit Makeln, Fehlern und Gefühlen - auch wenn sie gleichzeitig ein grandioses Miststück bleibt. :D

      C. /s schrieb:

      Kapitel wie diese werden hoffentlich in Zukunft verhindern, dass ich Mercedes "unterschätzte". Aber im Gegensatz zu den anderen Kopfgeldjägern in der Truppe (mit Ausnahme von Flint) scheint sie mir zu schwächeln. Sie ging tapfer gegen Rovira vor, was mich hoffen lässt, dass in dieser Richtung noch mehr kommen wird und der verbale Schlagabtausch im Laden als Vorbote gewertet werden kann.
      Ist irgendwo verständlich. Ihr letzter richtig großer Kampf fand im zweiten Arc statt, und die Gefolgsleute Machiavellis waren nun auch keine allzu großen Herausforderungen für die Kopfgeldjäger. Mercedes geht daher neben O'Mara und Krill momentan etwas unter, was ich aber mit diesem Arc ändern will. Mercedes ist genauso gefährlich wie ihre Kollegen, ganz sicher.

      C. /s schrieb:

      Zugegeben, ich war anfangs noch ein bisschen enttäuscht, als ich sah, dass hinter Lady Rovira nur Dionisia Lorca steckte und es sich, ähnlich wie bei Carla und Dreadful auch, um einen Zweitnamen handelte. Die Enttäuschung hielt jedoch nach einem Blick auf die hohe Zahl der handlungsrelevanten, weiblichen Akteure hingegen nicht lange an. Gespannt, wie sich dies in diese Richtung entwickeln wird. Meine Einschätzung: Es kommt zu einem Kampf zwischen Rovira und Mercedes.
      Eben. Es gibt genug Figuren in diesem Arc, an starken Frauen mangelt es nicht und Lorca ist immerhin auch ein Charakter, der bisher noch nicht wirklich beleuchtet wurde. Sie trat eher als Naturgewalt auf, weniger als Mensch mit Handlungsrelevanz. Das wird sich nun hoffentlich ändern.^^

      C. /s schrieb:

      Neugierig machen mich andernfalls noch die Fragen, woher die DeLuca Falle kam und wozu. Carla hatter bereits an diesem Tag die Möglichkeit, die Brünette zu erledigen. Mal sehen, wer an diesem Attentat beteiligt sein wird. Und wer die letzte Leiche war, dessen Bewegung die Falle erst auslöste.
      Ich hülle mich in Schweigen. ;)

      C. /s schrieb:

      Kritik: Länge
      Du wirst es überleben. Aber das neue Kapitel ist wieder kürzer, keine Sorge.^^
      Vexor


      Vexor schrieb:

      Der Anfang mit Krill und O'Mara hat mir zwar auch gut gefallen, vor allem weil ich mal richtig lag, dass sie den Plan wohl auch ohne Mercedes Zustimmung ausführen werden. Ebenso hat mir - wie stets eigentlich - gut gefallen, dass sich die Kopfgeldjäger so gut kennen und dass du ihre gemeinsame Zeit aufs Papier bringen kannst, ohne Flashbacks, ohne große Worte. Einfach dadurch, dass sie wissen wie der andere reagieren wird und damit eigentlich noch richtig liegen.
      Mercedes weiß, dass Krill und O'Mara ohne sie vorgehen werden, und ebenso wissen die beiden, dass Mercedes wohl alles in ihrer Macht stehende unternehmen wird, um den Plan schon vorher zu vereiteln und Luca samt Carlas Kopf zu holen.
      Ja. Die Frage ist nun, wie es weitergehen wird. Natürlich kann ich an dieser Stelle nichts vorwegnehmen, aber die schlussendliche Auflösung weiß hoffentlich zu gefallen. Der Arc entwickelt sich schließlich noch und nicht alles ist immer so, wie es scheint. 2€ ins Phrasenschwein. :D

      Vexor schrieb:

      Das ist eine Komponenten deiner FF, die mir sehr gut gefällt und sie so schön von meiner eigenen kontrastiert. Meine Gruppe wächst erst zusammen, muss sich noch kennenlernen, während deine schon seit Jahren verwachsen ist. Vielleicht nicht immer im Guten oder Produktiven, aber die Verbindung ist da.
      Ja. Ich bin wirklich froh, dass dieser Zusammenhalt und die Geschichte der Kopfgeldjäger untereinander indirekt so gut rüberkommt. Ich habe schon seit Ewigkeiten eine Szene geplant, in der die Vergangenheit der Vier euch mal näher gebracht werden soll. Aber die hat bisher nie wirklich reingepasst. Naja. Zum Glück geht es auch ohne. xD

      Vexor schrieb:

      Nach der amüsanten Einlage beim Damenausstatter und unserer beinahe gruseligen Begabung Handlungsstränge sogar ohne großartige Kommunikation aufeinander abzustimmen, tappt Mercedes in eine Falle, die mich aber noch im Dunkeln lässt. Wer? Wieso? Warum dort?
      Sag ich nicht. :P
      qoii


      qoii schrieb:

      Aber der Reihe nach, zunächst einmal unterhalten sich Krill und O'Mara über die diversen Wunden, welche alle, aber besonders Mercedes, aus ihrem Wortgefecht davongetragen haben. Trotzdem wissen alle, dass sie sich nicht gegenseitig von ihren Plänen abbringen können und nun versuchen, nicht direkt Gegeneinader, aber gegen die Notwendigkeit des Plans des anderen, zu arbeiten.
      Die Frage ist, wessen Plan aufgehen wird bzw. welchen Plan Mercedes überhaupt hat. Nach diesem Kapitel sieht es eher weniger so aus, als hätte sie bislang viel Erfolg gehabt. xD

      qoii schrieb:

      Die zweite Person männlichen Geschlechts, auf die Mercedes an diesem Morgen trifft, ist ein richtiger Paradisvogel und einer der erfolgreichsten Schneider der Stadt. Ich finde ihn einfach genial, sein Auftreten, seine Erscheinung, sein Gehabe, einfach alles. Besonders wie du so schön um den Busch seiner sexuellen Orientierung herumschleichst.^^ Wie es sich für einen Schneider der Highsociety gehört ist er bestens mit dem neusten Klatsch versorgt, den er gerne mit jedem Teilt. Dabei stellt sich natürlich auch die Frage, in wieweit er die Sachen erfahren sollte bzw von Carla mit gewissen Informationen gefüttert wurde bzw von ihr mit der „Weitergabe“ beauftragt wurde. Den immerhin landet Mercedes mit Thaddeus Inforationen in einer ziemlich fiesen Falle, die wahrscheinlich schon die ganze Zeit für den KGJ bestimmt gewesen war und nicht für irgendeinen neugierigen Bewohner dieses Landes.
      Ja, gut gesagt. Man kann niemals sicher sein, wem man trauen kann. Carla hat ihr Netz bereits gesponnen und weitet es nur noch aus. Heißt, es ist niemals wirklich sicher, welche Information man sich selbst beschafft und wann Carla sie einem indirekt zugeführt hat. Diese Verworrenheit ist ein zentrales Motiv des Arcs und passt natürlich hervorragend zum Spinnenmotiv um Carla.^^

      qoii schrieb:

      Aber das Highlight des Kapitels war definitiv das Aufeinandertreffen der drei Damen. Dabei zeigt sich sehr schön, wie sehr Lorca Mercedes unterlegen ist, zumindest im abfeuern der richtigen Worte zum richtigen Zeitpunkt. Hier scheint Mercedes das Gespräch zu dominieren und Lroca muss damit kämpfen. ihre Fassade zu wahren. Aber auch wenn es zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen wäre, sehe ich eher Mercedes vorn. Zu Lorcas Glück, taucht aber rechtzeitig Carla auf, die sich überraschender Weise ein volle verbale Breitseite von Mercedes einfängt, die sie ziemlich ins wanken bringt. Zumindest ist Lorca von der Reaktion oder doch eher nicht Reaktion ihrer neuen Herrin ziemlich entsetzt. Bevor es aber zum letzten Kommen kann, taucht Thaddeus wieder auf, womit sich die ganze Situation entschärft wird.
      Mercedes dominiert beide Gespräche. Einerseits, weil sie nach dem Konflikt mit O'Mara und Krill so geladen ist, anderseits weil sie einfach mal auf jede Vorsicht scheißt. Mercedes reagiert in dieser Situation über, ohne komplett den Kopf zu verlieren. Eine ziemlich zerstörerische Kombination, wie man sieht.^^
      Diese Szene sollte erstmals den Mythos Carla entzaubern. Jene hat sich bisher als unverwüstliche, silberzüngige Schattengestalt präsentiert und wird nun von Mercedes ins Licht gezerrt, wo man ihre Makel sieht. Dieses Treffen wird nicht ohne Folgen bleiben, für keine Seite.

      qoii schrieb:

      Interessant sind dann aber vor allem die Gerüchte/Inforationen mit denen Mercedes von Thaddeus versogrt wird. Weniger, dass Carla und Marry beim selben... Lederwarenfachgeschäft einkaufen, sonder viel eher die Informationen um Lorca und ihren vermeintlichen Liebhaber. Denn dieser scheint zumindest nach Thaddeus Andeutungen blind zu sein, und auch wenn ich mir im Bezug auf Douglas Haarfarbe nicht mehr sicher bin, ist dies doch eine erstaunliche Überschneidung. Besonders, da in ihrem Liebesnest keine Betten und Felle zu finden sind, sondern die vier Leichen einer Familie, welche schon länger dort zu hängen scheint und eine ziemlich frische, die nicht mit Drogen sondern mit einer Bombe gefüllt ist.
      Richtig. Dabei handelt es sich um Douglas Remington, der augenlos und blind und rothaarig (fuchsia) ist. Was genau es damit auf sich hat, dem Gerücht und der Familie De Luca...werdet ihr eher früher als später erfahren. Bis dahin.^^
    • Kapitel 131-Das Wort des Tages: Plastisch

      Wortgewaltig und passend zur Umgebung startet 131 im Chaos. Mercedes findet sich nach der enormen Explosion unter Schutt begraben wieder, zusammen mit einigen Verletzten und haufenweise Toten. Ich warte gespannt auf die Auflösung, da ich nicht viele Worte über diese Szene verlieren kann. Möchte natürlich mehr über die Bedeutung der Explosion, den Verursacher und natürlich über die leidtragende Familie erfahren. Natürlich aber erst nach den geschilderten Abenteuern von Mercedes im Lederwarengeschäft Mindy Ox. In den letzten Kapitel wurden einige Seiten von der Blechbüchse näher beleuchtet- ob wir in dem spaßverheißenden Laden eine neue Seite von ihr zu Gesicht bekommen werden? Fragen über Fragen, dürstend nach Antworten...


      Mal sehen, wie ich meinen Fuß in die Tür "geschickter Übergang" kriege: Waterloo, den ich schon seit seiner Einführung (R.I.P. Alberto) super gefunden hab, erscheint vollkommen unerwartet an der Zimmertür von der feurigroten Etain, und bittet sie um Drogen. Möchte nicht lügen, zuerst dachte ich, er plane etwas Anderes, bis mir wieder blitzschnell klar wurde, dass sein Herz bereits vergeben ist: Harley. Wir haben in einem kurzen FB gesehen, dass es Probleme im Leben der Lokomotive gab. Womöglich griff der Blauhaarige auch zu Drogen (Sollten diese Einstichstellen fake sein, lediglich um Etain in Sicherheit zu wiegen, so würde dies wahrscheinlich auffallen). Doch dann zog ihn unser strahlender Held Harley aus diesem Sumpf und entfachte ein begehrendheißes Feuer in der Brust von Waterloo, dass er bestimmt auch bis ans Ende der Welt rollen würde, um seinen Angebeteten zu retten- oder sterben. Wie weit er am Ende dann doch gehen muss, wird sich ja alsbald zeigen. Denn im Drogenrausch lässt Etain den Verliebten wissen, dass sein heißbegehrter Dandy noch am Leben ist und das Carla es vertuscht.

      Wo sich die Etain-Geschichte noch entwickelt, der Inhalt und der Zweck des Päckchens (einem bestimmten Kunden diese drogenähnliche Substanz/Gift zu verabreichen?) und Etains enttäuschend hässliche Füße mal beiseite, muss ich sagen, dass mir der sich aufbauende Plot um Carla sehr gut gefällt. Sie ist eine kalte Manipulatorin, eine hungrige Machiavellistin, die sich ihren Weg an die Spitze der Macht systematisch erarbeitet, indem sie die Fähigkeiten und Mittel der Personen um sie herum für sich selbst optimal ausnutzt. Auf welche Weise besiegt man sie am besten? Indem man ihre Pfeiler, auf denen ihr Imperium fußt, einzeln niederreißt. Im Kampf auf Szenia Sorovo reichte O`Mara Waterloo die Hand, nachdem er wegen dem vermeintlichen Tod des Idols seines Gegners Mitleid mit ihm hatte, was womöglich als Foreshadowing gewertet werden kann. Nach dem Gespräch mit Etain sollte genug Misstrauen gesät sein, dass er selbst zu einer Gefahr für die Schwarze Witwe werden könnte. Ein unerwarteter Schlag aus den vermeintlich eigenen Reihen womöglich.

      Währenddessen schwelgt ein anderer Pfeiler in pädophilen Kopfkino, nicht bemerkend, dass er dabei ist, in die Falle der Telefontante (Mary Kelly?) zu laufen. Auch er wird untergehen und dabei den Fall Griswolds begünstigen. Der Kerl ist ein Arschloch und verdient es. Die Frage ist nur, wer darf ihm die Fresse einschlagen? Vögelchen zwitscherten mir, dass in diesem Bereich noch mehr folgen dürfte, was den Ondine-Lockvogel-Plan noch um einiges spannender macht.
      Sir Benedict Hearst erinnert mich an Tantalos: Er streckt sich abermals nach oben zu den Früchten, immer wieder, um seinen Hunger zu stillen. Doch als er merkt, dass die Früchte über ihm reif und erwachsen geworden sind, verliert er sein Interesse. Anschließend bückt er sich nach unten, zum Wässerchen, um seinen Durst zu stillen- und zur Strafe verdreschen ihn O`Mara, Krill und Co.

      Die Früchte des Kapitels waren eindeutig Catherine, die Puppenkönigin. Ich finde ihre kindlich sture und strenge, aufbrausende und dramatische Art herrlich und die Konversation mit Hearst hat mich, beispielsweise als sie sich über Lady Doubtdoodles mangelnde Unterrichtfähigkeiten beschwerte und einfach so nach einer neuen Mentorin verlangte, oft zum schmunzeln gebracht. ^^
      So bekommt Miss Dreadful einen Fuß in die Palasttür, während die Geschichte einen erfrischend guten Charakter reicher ist.
      Sowohl die Sprache (gilt übrigens auch für das pädophile Schwein) als auch das Verhalten machen die neuen Charaktere greifbar. Plastisch. Find ich super.

      Kritik: Über manche Formulierungen (vor allem am Anfang) bin ich gestolpert.
    • Kapitel 313 Die Puppe

      Die Ruhe hier im FF Bereich ist anscheinend nicht gerade förderlich für meine Disziplin im Bezug aufs kommentieren. Weiterhin habe ich auch das Gefühl, nicht mehr so gut kombinieren zu können, da ich über die längeren Pausen doch das eine oder andere Vergesse. Aber dagegen dürftet ihr wahrscheinlich nichts haben.^^

      Die Explosion am Ende des letzten Kapitels scheint nicht nur den "Schuppen" der Familie de Luca zerstört, sondern einen Großteil des Arbeiterviertels in Schutt gelegt zu haben. Wobei es anscheinend weniger an der Größe der Explosion gelegen hat, sondern daran, dass es durch diese zu einen Erd bzw. Gedäuderutsch gekommen ist. Slums und Arbeiterviertel zu beginn der Industriellen Revolution, sind nun mal meisten a) Übervölkert und b) nicht sehr stabil bzw gut gebaut, da kann der kleinste Funken oder eben etwas ins rutschen geratene Erde, zu einer großen Katastrophe werden.

      Dank ihrer einbauten hat Mercedes das ganze aber ziemlich unbeschadet überstanden und nur einen Teil ihrer falschen und tarnenden Haut verloren. Bin ich eigentlich der einzige mit Terminator Assoziationen, wenn es um Mercedes auftauchen aus dem Schutt geht.^^
      Viel interessanter ist da aber wieder eine kleine Information, die du mehr oder weniger versteckt in einen Nebensatz fallen lässt. >>Mercedes erkannte und verstand nun die erstarrte Frau vor sich, deren Gesicht einst ihr eigenes gewesen war, als sie selbst vor vielen Jahren in ebendieser Stadt erwacht war und sich im Spiegel betrachtet hatte. << Für mich klingt dieser Satz verdächtig danach, dass Mercedes hier umgebaut... behandelt... repariert... , ja was denn eigentlich! Nach meinen Erinnerungen wurde nie genau erklärt, warum Mercedes zu dem wurde^, was ist ist. Ich meine mich zwar dunkel zu erinnern, dass sie nicht Teil irgendeines verrückten Experiments war, aber warum sie so allumfassend wieder hergestellt wurde, wissen wir noch nicht. Ich erinnere mich noch daran, dass da Vinci für ihren Umbau/Rettung mit Hauptverantwortlich war, aber bisher dachte ich, dies wäre auf seiner Heimatinsel Isolda Caligula geschehen, da er dort seine Werkstatt hat. Aber anscheinend war da Vinci viel in der Welt unterwegs und die Industriestadt Nickleby passt mit ihrem Aussehen, Wissen und Ressourcen auch irgendwie viel besser als der Ort von Mercedes "Erschaffung", als die eher ländlich und Renaissance geprägte IC . Weiterhin könnte FI auch der Ort sein, wo Mercedes auf Cal und Co getroffen ist, immerhin wissen wir auch schon, das die KGJ so einiges in Nickleby getrieben haben.

      Mit die wichtigste Frage im nächsten Abschnitt ist für mich, ob Waterloo wirklich Heroinabhängig ist und wenn ja seit wann. Das er sich die Einstichstellen fälschen würde, traue ich ihm zwar weniger zu, aber ich denke wir sind uns auch alle ziemlich sicher, dass er Austausch des Päckchens ebenfalls nicht seine Idee war, sonder auf Carla zurückgehen dürfte und dieser traue ich eine solche Tarnung schon zu. Allerdings passt eine jetzige oder frühere Abhängigkeit einfach zu gut zu Waterloos gesamter Situation. Sowohl als er seine Neigungen noch ganz im Geheimen hatte, als auch im Schloss und besonders nach Harley vermeintlichem Tod, alles Situationen, wo sich jemand wie er durchaus in Drogen flüchten könnte und Carla ist jemand, der so etwas herauszufinden und einzusetzen weiß. Womit sie aber sich nicht gerechnet haben dürfte ist, dass Étaín einige sehr interessante Worte entschlüpfen, welche Waterloo an ihr zweifeln lassen werden. Wie @C. /s es so schön ausgedrückt hat, die erste Säule bröckelt.

      Bleibt aber auch noch die Frage, warum sie Étaín selbst in die Drogen geflüchtet hat und für mich noch viel mehr, warum Ulysses dies überhaupt zulässt, wenn sie es so offen praktiziert. Immerhin ist dies nicht gut für sein Familienmitglied und der Ausgetauschte Stoff von Waterloo dürfte noch viel ungesünder sein.

      Die Puppenkönigin hat derweil beschlossen keine Puppe mehr zu sein, ob davon die anderen Mitglieder des Thronrates so begeistert sein werden. Benedict jedenfalls hat es ganz schnell geschafft, dass sie ihm nicht nur weiter vertrauen und auf ihn bauen will, sondern auch, dass sie die richtige Person kennenlernt, jemanden, der ohnehin schon den größten Teil des Adels unter ihrer Kontrolle hat und nun direkten Einfluss auf die gesamte Politik nehmen kann. Ulysses wird dies sicher nicht so geplant haben, aber durch sein auftauchen hat der Catherine letztendlich in die fähigen Hände seiner (vermeintlichen) Agentin getrieben. Denn sobald diese nicht nur den Adel sondern die Königin direkt kontrollieren kann, dürfte sie auch etwas bis viel weniger Angst vor Ulysses haben, denn wie Catherine es so schön aufzählt, ihr reich ist ein Empire.

      Von Catherines Vater haben wir bis jetzt wirklich noch kaum etwas gehört, aber er dürfte auf jeden Fall nicht der (eigentliche) König gewesen sein, genauso wie Philip, Duke of Edinburgh in unserer Zeit "nur" Prinzgemahle ist. Interessant dürfte aber sein, vor wem er seine Tochter mit seinem Leben beschützt hat, denn wenn ich mich recht entsinne, wissen wir auch nicht, ob Catherines Mutter eines natürlichen Todes gestorben ist. Es wird immer jemanden geben, der sich mehr macht von einer schwachen jungen Herrscherin verspricht, wenn er diese vorher schon nicht aus dem Weg räumen konnte.

      Über Benedicts Phantasien und zukünftigen Pläne hülle ich mich lieber in entsetztes schweigen, so wie er über die vorlieben von König William IV. ;)

      Wie immer ein sehr schönes und interessantes Kapitel und ich freue mich schon darauf zu erfahren, wie es weitergeht. ^.^
      :thumbsup: Nicht nur in One Piece die reine Wahrheit: :thumbsup:
      Pirates are evil?!!... ...The Marines are Justice?!!
      These labels have been passed around Heaven knows how many times...!!!
      Kids who have never known peace... ...and kids who have never known war... ...Their values are too different!!!
      Whoever stands at the top can define right and wrong as they see fit!!!
      Right now, we stand in neutral territory!!!
      "Justice will prevail"?!... ...Well, sure it will!
      Whoever prevails... ...is Justice!!!! (Doflamingo)

      So kann man es aber auch sehen
      "THERE IS NO JUSTICE, THERE IS ONLY ME!"
      Death, Discworld, Terry Pratchett

    • Kapitel 131 - Die Puppe

      So,
      ich hab lange genug gewartet und da sind mir Callico und qoii zuvor gekommen, sodass ich mich mal auf die Reste stürzen darf. Mal schauen, was da an kreativen Gedanken noch so rausspringen wird.

      Fangen wir mal chronologisch mit Mercedes an. Du erwähntest ja bereits, dass Mercedes in den Mittelpunkt der Geschehenisse rücken wird, und soweit ich mich erinnern kann, hast du dich damit auch nicht nur explizit auf die aktive Handlung bezogen. Dass du jetzt beleuchten möchtest, wie Merceds zum Dampfbetriebenen Maschinenmonstrum wurde, finde ich auf jeden Fall eine gute Gelegenheit. Diese Information ist schon lange überfällig, ebenso wie die gemeinsame Reise der Protagonisten allmählich enthüllt werden könnte.
      Ich bin mir zwar nicht sicher, ob Mercedes tatsächlich in Nickelby umgerüstet wurde, könnte mir auch vorstellen, dass dies woanders war, aber es würde natürlich gewissermaßen auch passen. (Für mich spricht lediglich gegen Nickelby, dass mir da dann einfach ein paar kleine subtile Hinweise seitens Mercedes und Co. abgegangen wären, aber vielleicht hab ich sie auch nur nicht bemerkt, oder es gibt da noch eine andere Erklärung). Einfach mal abwarten.

      Zur Szene zwischen Waterloo und Étain möchte ich eigentlich gar nicht mehr viel sagen, da meine beiden Vorredner dies schon hervorragend abgedeckt haben. Ich persönlich bin während des Lesens gar nicht auf die Idee gekommen, dass Waterloos Sucht nur gespielt sein könnte. Es hat für mich einfach perfekt in das Bild eines jungen Mannes gepasst, der all seine (unterdrückte) sexuelle Unsicherheit auf dieses Idol, diesen Mentor und diese Vaterfigur projiziert hat. Vielleicht kam er vor oder durch Harley schon in Berührung mit Heroin, aber erst der Wegfall dieser Figur, dieser traumatische Zwischenfall hat ihn vielleicht wieder zurückgeworfen.
      Es würde Waterloos tragischen Charakter definitiv noch einmal unterstreichen. Andererseits würde eine aktivere Rolle in Carlas Unterfangen - wozu auch immer dieser eventuell bedeutsamere Austausch jetzt auch dienen mag - mir durchaus zusagen. Ist für mich das Kapitel Waterloo und das Interesse an dem Charakter doch ziemlich abgeschlossen.
      Zumindest seh ich nicht mehr viel Spannung aufkommen, aber vielleicht strafst du mich hier auch Lügen.

      Catherine insznierst du dabei beinahe schon so überzogen klischeehaft in der Ironie, in der sie sich gerade selbst manövriert, dass es einem missfallen könnte, aber ich mag das Motiv der Puppenkönigin und es ist einfach passend. In einem naiven Versuch sich aus dem goldenen Käfig zu befreien und selbst zu fliegen, merkt sie gar nicht, dass sie ihre Flügel erneut einem fähigem Puppenspieler oder vielmehr seiner Herrin zu verdanken hat. Catherine sagt sich von miss Doubtdoodle (eine Anspielung an Miss Doubtfire? :D) los, denkt ein Übel losgeworden zu sein und holt sich mit Carla die viel größere Gefahr ins Haus.
      Die Ambitionen sich ins Königshaus zu schleichen, waren absehbar, aber dennoch würde mich interessieren, worin Carlas Masterplan besteht. Vielleicht fiel das Große Ganze schon, oder ich vermag die Puzzleteile nicht zusammenzusetzen, aber mich fehlt trotz Carlas Gerissenheit und Brillanz immer noch das eigentliche Ziel. Sie erstand aus Harleys Asche, aber zu welchem Zweck? Mal abgesehen von der Tatsache, dass sie selbst die Zügel in der Hand halten will, fehlt mir immer noch das aktive Ziel für ihren Aufenthalt auf dieser expliziten Insel.
      (Also das ist keine Kritik...dass das noch nicht enthüllt wurde/oder ich es nicht erkenne, war nur ne Feststellung meinerseits. Der Aufbau ist bis jetzt sehr spannend).

      Hearst schwankt in meiner Wahrnehmung derweil ein wenig zwischen Mitleid, Belustigung und einem natürlichen Ekel, der seiner sexuellen Vorliebe pro forma geschuldet sein muss. Dennoch kann ich den Uhrmacher in seiner tatsächlichen Gefährlichkeit nicht einschätzen. Wir haben hier einen Mann, der seine niedersten und tief sitzendsten Gefühle und Triebe scheinbar immer unterdrückt hat. Gerade ist er eine ebensolche Puppe wie Catherine. Einerseits in Carlas Netz gefangen, andererseits von seinen illegalen Trieben kontrolliert. Doch was passiert, wenn man ihn in die Enge treibt? Bleibt er weiterhin leicht manipulierbares Beutegut, oder schlummert erst dann eine Bestie in ihm, die sich tief in ihm verborgen hält? Gerade in dieser absoluten Unberechenbarkeit gefällt mir Hearst sehr gut.
      Und ich erwarte hier viel im Zusammenspiel mit Ondine und aus diesem Plotstrang.

      Joa..das wars dann auch von meiner Seite. Insgesamt tolles Kapitel und ich bin gespannt, wo es weitergeht.

      - V.
    • Ho Ho Ho und so weiter und so fort.

      Weihnachten steht vor der Tür, also lege ich rasch das letzte Kapitel des Jahres unter den Tannenbaum. Es trägt den wenig weihnachtlichen Titel "Herz und Hymen", kann direkt unter diesem Beitrag gelesen werden und bietet hoffentlich einen spannenden, runden Menschenjagd-Abschluss für das Jahr.^^

      Calli


      C. /s schrieb:

      Kapitel 131-Das Wort des Tages: Plastisch
      Fantastisch.

      C. /s schrieb:

      Wortgewaltig und passend zur Umgebung startet 131 im Chaos. Mercedes findet sich nach der enormen Explosion unter Schutt begraben wieder, zusammen mit einigen Verletzten und haufenweise Toten. Ich warte gespannt auf die Auflösung, da ich nicht viele Worte über diese Szene verlieren kann. Möchte natürlich mehr über die Bedeutung der Explosion, den Verursacher und natürlich über die leidtragende Familie erfahren. Natürlich aber erst nach den geschilderten Abenteuern von Mercedes im Lederwarengeschäft Mindy Ox. In den letzten Kapitel wurden einige Seiten von der Blechbüchse näher beleuchtet- ob wir in dem spaßverheißenden Laden eine neue Seite von ihr zu Gesicht bekommen werden? Fragen über Fragen, dürstend nach Antworten...
      Zwar kann ich mir vorstellen, dass du deine Nase gerne in Lack und Leder stecken möchtest, aber versprechen werde ich dir nichts. Einerseits stehe ich nicht auf BDSM, andererseits gibt es wichtigeres zu erzählen. Ich hinke jetzt schon hinter meinem Plan her. xD

      C. /s schrieb:

      Mal sehen, wie ich meinen Fuß in die Tür "geschickter Übergang" kriege: Waterloo, den ich schon seit seiner Einführung (R.I.P. Alberto) super gefunden hab, erscheint vollkommen unerwartet an der Zimmertür von der feurigroten Etain, und bittet sie um Drogen. Möchte nicht lügen, zuerst dachte ich, er plane etwas Anderes, bis mir wieder blitzschnell klar wurde, dass sein Herz bereits vergeben ist: Harley. Wir haben in einem kurzen FB gesehen, dass es Probleme im Leben der Lokomotive gab. Womöglich griff der Blauhaarige auch zu Drogen (Sollten diese Einstichstellen fake sein, lediglich um Etain in Sicherheit zu wiegen, so würde dies wahrscheinlich auffallen). Doch dann zog ihn unser strahlender Held Harley aus diesem Sumpf und entfachte ein begehrendheißes Feuer in der Brust von Waterloo, dass er bestimmt auch bis ans Ende der Welt rollen würde, um seinen Angebeteten zu retten- oder sterben. Wie weit er am Ende dann doch gehen muss, wird sich ja alsbald zeigen. Denn im Drogenrausch lässt Etain den Verliebten wissen, dass sein heißbegehrter Dandy noch am Leben ist und das Carla es vertuscht.
      Nun, der Flashback von Waterloo war seinerzeit bewusst kurz gehalten und sollte auch gar nicht zu tief ins Detail gehen. Er war schon immer ein eher sensibler Mensch, der mit seinen eigenen Dämonen (Homosexualität, Voyeurismus) und deren Verurteilung durch die Gesellschaft zu kämpfen hatte. Harleys Rolle in dieser Geschichte war klar definiert, er bot Waterloo die Akzeptanz und Zuneigung, die sich jener immer gewünscht und ersehnt hatte. So einfach, so logisch.

      C. /s schrieb:

      Wo sich die Etain-Geschichte noch entwickelt, der Inhalt und der Zweck des Päckchens (einem bestimmten Kunden diese drogenähnliche Substanz/Gift zu verabreichen?) und Etains enttäuschend hässliche Füße mal beiseite, muss ich sagen, dass mir der sich aufbauende Plot um Carla sehr gut gefällt. Sie ist eine kalte Manipulatorin, eine hungrige Machiavellistin, die sich ihren Weg an die Spitze der Macht systematisch erarbeitet, indem sie die Fähigkeiten und Mittel der Personen um sie herum für sich selbst optimal ausnutzt. Auf welche Weise besiegt man sie am besten? Indem man ihre Pfeiler, auf denen ihr Imperium fußt, einzeln niederreißt. Im Kampf auf Szenia Sorovo reichte O`Mara Waterloo die Hand, nachdem er wegen dem vermeintlichen Tod des Idols seines Gegners Mitleid mit ihm hatte, was womöglich als Foreshadowing gewertet werden kann. Nach dem Gespräch mit Etain sollte genug Misstrauen gesät sein, dass er selbst zu einer Gefahr für die Schwarze Witwe werden könnte. Ein unerwarteter Schlag aus den vermeintlich eigenen Reihen womöglich.
      Carla besitzt andere Qualitäten als die Antagonisten vor ihr, was sich aber auch aus ihrer Physis bzw. ihren Fähigkeiten ergibt. Sie ist keine Kämpferin und würde in einem direkten Schlagabtausch mit den Kopfgeldjägern vermutlich nicht lange durchhalten. Hinzu kommt, dass Carla als bislang erste Antagonistin nicht den Heimvorteil genießt. Sie muss sich ihr Refugium noch schrittweise bewohnbar und beherrschbar machen, während Machiavelli und Harley bereits in ihren "Festungen" residierten.

      C. /s schrieb:

      Währenddessen schwelgt ein anderer Pfeiler in pädophilen Kopfkino, nicht bemerkend, dass er dabei ist, in die Falle der Telefontante (Mary Kelly?) zu laufen. Auch er wird untergehen und dabei den Fall Griswolds begünstigen. Der Kerl ist ein Arschloch und verdient es. Die Frage ist nur, wer darf ihm die Fresse einschlagen? Vögelchen zwitscherten mir, dass in diesem Bereich noch mehr folgen dürfte, was den Ondine-Lockvogel-Plan noch um einiges spannender macht.
      Joa, schwer zu sagen. Hearst ist für mich weder gut noch schlecht. Natürlich bin ich kein Fan von Kindesmissbrauch, gleichzeitig muss man ihm aber zugute halten, dass er Catherine niemals ein Leid zugefügt hat. Er hat über Jahre hinweg seine Gelüste unterdrückt bzw. an anderen Kindern ausgelebt, um seine Ziehtochter nicht zu verletzen. Klar, das macht die Sache an sich wenig besser. Sagt jedoch etwas über Hearst als Menschen aus und macht es mir schwer, ihn in Schwarz oder Weiß zu sehen.

      C. /s schrieb:

      Sir Benedict Hearst erinnert mich an Tantalos: Er streckt sich abermals nach oben zu den Früchten, immer wieder, um seinen Hunger zu stillen. Doch als er merkt, dass die Früchte über ihm reif und erwachsen geworden sind, verliert er sein Interesse. Anschließend bückt er sich nach unten, zum Wässerchen, um seinen Durst zu stillen- und zur Strafe verdreschen ihn O`Mara, Krill und Co.
      Die Metapher macht zwar nicht komplett Sinn, aber bitte. Wenn es dir hilft.^^

      C. /s schrieb:

      Die Früchte des Kapitels waren eindeutig Catherine, die Puppenkönigin. Ich finde ihre kindlich sture und strenge, aufbrausende und dramatische Art herrlich und die Konversation mit Hearst hat mich, beispielsweise als sie sich über Lady Doubtdoodles mangelnde Unterrichtfähigkeiten beschwerte und einfach so nach einer neuen Mentorin verlangte, oft zum schmunzeln gebracht. ^^
      So bekommt Miss Dreadful einen Fuß in die Palasttür, während die Geschichte einen erfrischend guten Charakter reicher ist.
      Sowohl die Sprache (gilt übrigens auch für das pädophile Schwein) als auch das Verhalten machen die neuen Charaktere greifbar. Plastisch. Find ich super.
      Catherine gefällt mir als Charakter auch extrem gut, mit Hearst werde ich allmählich warm. Da fällt einem das Schreiben leichter, gerade Dialoge inszeniere ich ja immer sehr gerne und Figuren wie Catherine erleichtern mir die Arbeit zusätzlich. Gerade das Zusammenspiel der beiden klappte hervorragend, was mich selbst etwas überrascht hat.

      C. /s schrieb:

      Kritik: Über manche Formulierungen (vor allem am Anfang) bin ich gestolpert.
      Wenn du mir spezifische Beispiele nennen würdest, wäre deine Kritik hilfreicher. So für's nächste Mal.^^
      qoii


      qoii schrieb:

      Die Explosion am Ende des letzten Kapitels scheint nicht nur den "Schuppen" der Familie de Luca zerstört, sondern einen Großteil des Arbeiterviertels in Schutt gelegt zu haben. Wobei es anscheinend weniger an der Größe der Explosion gelegen hat, sondern daran, dass es durch diese zu einen Erd bzw. Gedäuderutsch gekommen ist. Slums und Arbeiterviertel zu beginn der Industriellen Revolution, sind nun mal meisten a) Übervölkert und b) nicht sehr stabil bzw gut gebaut, da kann der kleinste Funken oder eben etwas ins rutschen geratene Erde, zu einer großen Katastrophe werden.
      Genau. Das Haus zerfiel, rutschte den Hang runter und riss Häuser mit sich, welche wiederum selbst Häuser mitrissen usw.
      Eine Explosion reichte aus, um einen ganzen Bezirk zu zerstören - ein Umstand, der wieder einmal sowohl für Carlas Brillanz als auch kalte Grausamkeit spricht. Oder, nennen wir es eisige Gleichgültigkeit. Das trifft es wohl eher.^^

      qoii schrieb:

      Dank ihrer einbauten hat Mercedes das ganze aber ziemlich unbeschadet überstanden und nur einen Teil ihrer falschen und tarnenden Haut verloren. Bin ich eigentlich der einzige mit Terminator Assoziationen, wenn es um Mercedes auftauchen aus dem Schutt geht.^^
      Viel interessanter ist da aber wieder eine kleine Information, die du mehr oder weniger versteckt in einen Nebensatz fallen lässt. >>Mercedes erkannte und verstand nun die erstarrte Frau vor sich, deren Gesicht einst ihr eigenes gewesen war, als sie selbst vor vielen Jahren in ebendieser Stadt erwacht war und sich im Spiegel betrachtet hatte. << Für mich klingt dieser Satz verdächtig danach, dass Mercedes hier umgebaut... behandelt... repariert... , ja was denn eigentlich! Nach meinen Erinnerungen wurde nie genau erklärt, warum Mercedes zu dem wurde^, was ist ist. Ich meine mich zwar dunkel zu erinnern, dass sie nicht Teil irgendeines verrückten Experiments war, aber warum sie so allumfassend wieder hergestellt wurde, wissen wir noch nicht. Ich erinnere mich noch daran, dass da Vinci für ihren Umbau/Rettung mit Hauptverantwortlich war, aber bisher dachte ich, dies wäre auf seiner Heimatinsel Isolda Caligula geschehen, da er dort seine Werkstatt hat. Aber anscheinend war da Vinci viel in der Welt unterwegs und die Industriestadt Nickleby passt mit ihrem Aussehen, Wissen und Ressourcen auch irgendwie viel besser als der Ort von Mercedes "Erschaffung", als die eher ländlich und Renaissance geprägte IC . Weiterhin könnte FI auch der Ort sein, wo Mercedes auf Cal und Co getroffen ist, immerhin wissen wir auch schon, das die KGJ so einiges in Nickleby getrieben haben.
      Ja, ich möchte nichts vorwegnehmen. Ich bestätige aber, dass Mercedes auf FI umgebaut wurde und Da Vinci daran beteiligt war. Diesem Thema werden wir uns aber noch ausführlicher widmen. Ebenso wie der ganzen Geschichte um Mercedes und die anderen Kopfgeldjäger.^^

      qoii schrieb:

      Mit die wichtigste Frage im nächsten Abschnitt ist für mich, ob Waterloo wirklich Heroinabhängig ist und wenn ja seit wann. Das er sich die Einstichstellen fälschen würde, traue ich ihm zwar weniger zu, aber ich denke wir sind uns auch alle ziemlich sicher, dass er Austausch des Päckchens ebenfalls nicht seine Idee war, sonder auf Carla zurückgehen dürfte und dieser traue ich eine solche Tarnung schon zu. Allerdings passt eine jetzige oder frühere Abhängigkeit einfach zu gut zu Waterloos gesamter Situation. Sowohl als er seine Neigungen noch ganz im Geheimen hatte, als auch im Schloss und besonders nach Harley vermeintlichem Tod, alles Situationen, wo sich jemand wie er durchaus in Drogen flüchten könnte und Carla ist jemand, der so etwas herauszufinden und einzusetzen weiß. Womit sie aber sich nicht gerechnet haben dürfte ist, dass Étaín einige sehr interessante Worte entschlüpfen, welche Waterloo an ihr zweifeln lassen werden. Wie @C. /s es so schön ausgedrückt hat, die erste Säule bröckelt.
      Ich hülle mich in Schweigen. So oder so, Carla spannt Waterloo gewohnt raffiniert für ihre Zwecke ein. Wie du sagst: Die Drogensucht passt zum Verhalten des Blauhaarigen. Ist er drogensüchtig, ist es nur eine Finte? Man kann es nie mit Gewissheit sagen, alles in Carlas Welt balanciert auf einem schmalen Grad zwischen Wahrheit und Lüge. Das macht sie so gefährlich und unberechenbar.

      qoii schrieb:

      Bleibt aber auch noch die Frage, warum sie Étaín selbst in die Drogen geflüchtet hat und für mich noch viel mehr, warum Ulysses dies überhaupt zulässt, wenn sie es so offen praktiziert. Immerhin ist dies nicht gut für sein Familienmitglied und der Ausgetauschte Stoff von Waterloo dürfte noch viel ungesünder sein.
      Dazu werde ich noch kommen. Etains Geschichte ist eine ziemlich aufwühlende Sache und dürfte einiges erklären, sowohl ihr eigenes Verhalten als auch die Beziehungen innerhalb der Truppe. Es mag dir seltsam erscheinen, letztlich ist die Wahrheit aber ebenso banal wie tragisch.

      qoii schrieb:

      Die Puppenkönigin hat derweil beschlossen keine Puppe mehr zu sein, ob davon die anderen Mitglieder des Thronrates so begeistert sein werden. Benedict jedenfalls hat es ganz schnell geschafft, dass sie ihm nicht nur weiter vertrauen und auf ihn bauen will, sondern auch, dass sie die richtige Person kennenlernt, jemanden, der ohnehin schon den größten Teil des Adels unter ihrer Kontrolle hat und nun direkten Einfluss auf die gesamte Politik nehmen kann. Ulysses wird dies sicher nicht so geplant haben, aber durch sein auftauchen hat der Catherine letztendlich in die fähigen Hände seiner (vermeintlichen) Agentin getrieben. Denn sobald diese nicht nur den Adel sondern die Königin direkt kontrollieren kann, dürfte sie auch etwas bis viel weniger Angst vor Ulysses haben, denn wie Catherine es so schön aufzählt, ihr reich ist ein Empire.
      Gut gesagt. Ulysses könnte sich hier ziemlich verkalkuliert haben. Mit Harley hatte Ulysses jemanden unter sich, dem man nur genug Münzen geben musste, in denen er sich spiegeln konnte. Carla hingegen lässt sich nicht wie eine Elster durch schöne Dinge ablenken. Sie ist opportunistisch und intelligent genug, sich ihrer eigenen Möglichkeiten bewusst zu sein. Diese Chance auf einen Konflikt wird auch noch ein Thema im Arc werden.

      qoii schrieb:

      Von Catherines Vater haben wir bis jetzt wirklich noch kaum etwas gehört, aber er dürfte auf jeden Fall nicht der (eigentliche) König gewesen sein, genauso wie Philip, Duke of Edinburgh in unserer Zeit "nur" Prinzgemahle ist. Interessant dürfte aber sein, vor wem er seine Tochter mit seinem Leben beschützt hat, denn wenn ich mich recht entsinne, wissen wir auch nicht, ob Catherines Mutter eines natürlichen Todes gestorben ist. Es wird immer jemanden geben, der sich mehr macht von einer schwachen jungen Herrscherin verspricht, wenn er diese vorher schon nicht aus dem Weg räumen konnte.
      Richtig. Catherines Mutter war Königin, ihr Ehemann eher Beiwerk. Entsprechend "unbedeutend" war auch sein Tod. Zur verstorbenen Königin sage ich erstmal nichts, da sie natürlich eine zentrale Rolle im Konflikt der Lairen und Founts ist und dementsprechend noch zur Genüge im Fokus stehen wird.^^
      Vexor


      Vexor schrieb:

      Fangen wir mal chronologisch mit Mercedes an. Du erwähntest ja bereits, dass Mercedes in den Mittelpunkt der Geschehenisse rücken wird, und soweit ich mich erinnern kann, hast du dich damit auch nicht nur explizit auf die aktive Handlung bezogen. Dass du jetzt beleuchten möchtest, wie Merceds zum Dampfbetriebenen Maschinenmonstrum wurde, finde ich auf jeden Fall eine gute Gelegenheit. Diese Information ist schon lange überfällig, ebenso wie die gemeinsame Reise der Protagonisten allmählich enthüllt werden könnte.
      Ich bin mir zwar nicht sicher, ob Mercedes tatsächlich in Nickelby umgerüstet wurde, könnte mir auch vorstellen, dass dies woanders war, aber es würde natürlich gewissermaßen auch passen. (Für mich spricht lediglich gegen Nickelby, dass mir da dann einfach ein paar kleine subtile Hinweise seitens Mercedes und Co. abgegangen wären, aber vielleicht hab ich sie auch nur nicht bemerkt, oder es gibt da noch eine andere Erklärung). Einfach mal abwarten.
      Hinweise gab es, glaube ich. xD
      Also Krill erwähnte definitiv so etwas, als er O'Mara wegen seiner Entgleisungen maßregelte und ich denke, in einem der vorangegangenen Kapitel gab es auch hier und da ein paar Nebensätze. Du weißt ja, ich merke mir sowas nicht. :D

      Also ja, Mercedes wurde auf FI umgebaut und ja, dazu wird es auch noch mehr Stoff geben. Ebenso wird es in diesem Zusammenhang auch erste Einblicke in die Vergangenheit der KGJ allgemein geben, welche im kommenden Verlauf auch zunehmen werden. Die anbrennenden Konfliktherde innerhalb der Truppe bieten diese Rückblicke ja sehr gut an.

      Vexor schrieb:

      Zur Szene zwischen Waterloo und Étain möchte ich eigentlich gar nicht mehr viel sagen, da meine beiden Vorredner dies schon hervorragend abgedeckt haben. Ich persönlich bin während des Lesens gar nicht auf die Idee gekommen, dass Waterloos Sucht nur gespielt sein könnte. Es hat für mich einfach perfekt in das Bild eines jungen Mannes gepasst, der all seine (unterdrückte) sexuelle Unsicherheit auf dieses Idol, diesen Mentor und diese Vaterfigur projiziert hat. Vielleicht kam er vor oder durch Harley schon in Berührung mit Heroin, aber erst der Wegfall dieser Figur, dieser traumatische Zwischenfall hat ihn vielleicht wieder zurückgeworfen.
      Es würde Waterloos tragischen Charakter definitiv noch einmal unterstreichen. Andererseits würde eine aktivere Rolle in Carlas Unterfangen - wozu auch immer dieser eventuell bedeutsamere Austausch jetzt auch dienen mag - mir durchaus zusagen. Ist für mich das Kapitel Waterloo und das Interesse an dem Charakter doch ziemlich abgeschlossen.
      Zumindest seh ich nicht mehr viel Spannung aufkommen, aber vielleicht strafst du mich hier auch Lügen.
      Mal sehen. Viel möchte ich hier gar nicht sagen, da jedes Wort ein Wort zu viel sein könnte. Ich teile deine Befürchtungen bezüglich Waterloo und habe seine Rolle entsprechend angelegt. Mal schauen, ich drücke mir selbst einfach mal die Daumen. xD

      Vexor schrieb:

      Catherine insznierst du dabei beinahe schon so überzogen klischeehaft in der Ironie, in der sie sich gerade selbst manövriert, dass es einem missfallen könnte, aber ich mag das Motiv der Puppenkönigin und es ist einfach passend. In einem naiven Versuch sich aus dem goldenen Käfig zu befreien und selbst zu fliegen, merkt sie gar nicht, dass sie ihre Flügel erneut einem fähigem Puppenspieler oder vielmehr seiner Herrin zu verdanken hat. Catherine sagt sich von miss Doubtdoodle (eine Anspielung an Miss Doubtfire? :D) los, denkt ein Übel losgeworden zu sein und holt sich mit Carla die viel größere Gefahr ins Haus.
      Die Ambitionen sich ins Königshaus zu schleichen, waren absehbar, aber dennoch würde mich interessieren, worin Carlas Masterplan besteht. Vielleicht fiel das Große Ganze schon, oder ich vermag die Puzzleteile nicht zusammenzusetzen, aber mich fehlt trotz Carlas Gerissenheit und Brillanz immer noch das eigentliche Ziel. Sie erstand aus Harleys Asche, aber zu welchem Zweck? Mal abgesehen von der Tatsache, dass sie selbst die Zügel in der Hand halten will, fehlt mir immer noch das aktive Ziel für ihren Aufenthalt auf dieser expliziten Insel.
      (Also das ist keine Kritik...dass das noch nicht enthüllt wurde/oder ich es nicht erkenne, war nur ne Feststellung meinerseits. Der Aufbau ist bis jetzt sehr spannend).
      Ja, Anspielung an Miss Doubtfire. :D
      Du hast natürlich Recht. Bisher lässt sich noch kein spezifischer Plan erkennen, dass da aber etwas im Busch ist, wird schon im neuen Kapitel bestätigt. Lass mich aber so viel sagen: Im Grunde gibt es ja zwei Antagonisten. Carla und Ulysses. Und nur weil eine für den anderen arbeitet, müssen ihre Ziele und Pläne nicht unbedingt übereinstimmen. Carla hat ja bereits in der Vergangenheit bewiesen, sich nicht an jeden Plan zu halten. ;)

      Vexor schrieb:

      Hearst schwankt in meiner Wahrnehmung derweil ein wenig zwischen Mitleid, Belustigung und einem natürlichen Ekel, der seiner sexuellen Vorliebe pro forma geschuldet sein muss. Dennoch kann ich den Uhrmacher in seiner tatsächlichen Gefährlichkeit nicht einschätzen. Wir haben hier einen Mann, der seine niedersten und tief sitzendsten Gefühle und Triebe scheinbar immer unterdrückt hat. Gerade ist er eine ebensolche Puppe wie Catherine. Einerseits in Carlas Netz gefangen, andererseits von seinen illegalen Trieben kontrolliert. Doch was passiert, wenn man ihn in die Enge treibt? Bleibt er weiterhin leicht manipulierbares Beutegut, oder schlummert erst dann eine Bestie in ihm, die sich tief in ihm verborgen hält? Gerade in dieser absoluten Unberechenbarkeit gefällt mir Hearst sehr gut.
      Und ich erwarte hier viel im Zusammenspiel mit Ondine und aus diesem Plotstrang.
      Das freut mich. Hearst ist von mir auch als zweischneidiger Charakter angelegt. Selbstredend schwingt das Pendel zum Ekelpaket aus, er ist halt ein Pädophiler und lebt seine Gelüste auch aus, wenngleich innerhalb eines "sicheren" Rahmens. Der Charakter gehört ja mit Remington zusammen zu den neuen Figuren auf Seiten der Schurken und ich werde auch in Zukunft versuchen, ihm mehr Leben und Facetten einzuimpfen. Den Handlungsstrang mit Ondine erwarte ich dennoch eher mit gemischtengefü



      An dieser Stelle möchte ich mich nun auch noch einmal bei euch Lesern und natürlich Kommentatoren bedanken, die ihr mir immer neue Motivation, Inspiration und den Ansporn gebt, trotz beschwerlicher Schreibblockaden und längerer kreativer Ausfälle weiterzumachen. Also, ein großes Dankeschön für eure Geduld und eure Treue. Habt alle frohe Weihnachten, einen guten Rutsch ins neue Jahr und insgesamt ein paar tolle Wochen. :)

    • Kapitel 132 - ???

      Kapitel 132 - Herz & Hymen

      Die Schwärze der Nacht scheint undurchdringlich, bis der erste Sonnenstrahl durch den Horizont bricht, und eine schlechte Idee klingt vernünftig, solange sie nicht in die Tat umgesetzt wird.
      Die Zusage des königlichen Uhrmachers hatte in Stein gemeißelt, was zuvor wie Rauch im Wind gewabert war; die dunkle Vorahnung war zu einer Prophezeiung geworden und rollte bereits den Berg hinunter, an dessen Fuß die kleine Ondine Schokoladenmilch aus einem Strohhalm saugte.
      »Wir werden sie vorbereiten«, instruierte Mary die Kopfgeldjäger vom Türrahmen aus, »Wir ziehen ihr das Kleid an, das Hearst an den Mädchen sehen will. Weiß, mit roten Rosen bestickt…flechten ihre Haare in einen langen Zopf, dann schminken wir sie dezent. Rote Lippen und eine natürliche Blässe, wie Hearst es gern hat. Wir verwandeln sie in eine…kleine Puppe.«
      »Das ist krank«, entfuhr es O'Mara unwillkürlich. Seine Hände verschlossen seine Brust vor den Gefühlen, die sich in seinem Gewissen einzunisten versuchten und bauten einen Wall aus Verachtung zwischen sich selbst und das spielende Kind im Hurenzimmer. Jenes ließ das Trinkpäckchen aus den Händchen in die Schwerelosigkeit entgleiten, wo die gekräuselten Lippen dem Strohhalm verspielt nachjagten. Ein herziges Kinderlachen erfüllte den roten Salon und hinterließ ein Seufzen auf den Lippen der Erwachsenen.
      »Hearst ist ein Mann«, murmelte Mary hart, »Männer haben Gelüste und die Erlaubnis der Welt, sie einzufordern. Kinder, Frauen, Knaben. Es macht keinen Unterschied.«
      »Für dich oder für ihn?«, fragte Krill kalt, was Mary zu verunsichern wusste. In O’Mara erkannte die Hurenmutter ihre eigene Vergangenheit und mit ihr jedes Mädchen, welches sie einst bei sich aufgenommen und mit dem zynischen Versprechen gelockt hatte, ihr einen Weg aus der Erniedrigung und der Fremdbestimmung zu deuten. In Krills bleichen Augen hingegen fand Mary nur ihr Spiegelbild, welches das Unbehagen vor dem blinden Blinzeln zu verbergen versuchte.
      »Für mich, für ihn, für alle Menschen da draußen.« Ihre Nase rümpfte sich vor aufgestauter Verachtung. »Niemand schert sich um uns, außer sie wollen einen schnellen Fick oder die dreckigen kleinen Sünden ausleben, die das Dach ihrer Blümchenehe zum Einsturz bringen würden.«
      »Ein beruhigender Gedanke«, schnaufte O’Mara verächtlicher, als es seiner Position zuträglich gewesen wäre. Mary roch seine Arroganz wie Haie den metallischen Gestank von Blut und setzte ihm nach, als er Ondines improvisiertes Spielzimmer hinter sich zu lassen versuchte:
      »Probleme? Sag schon. Meine Mädchen und ich leben und sterben auf euer Geheiß, so wie damals.«
      Ein entnervter Atemstoß entfleuchte der bleichen Miene des Kopfgeldjägers und verdammte ihn zum Bleiben, Kämpfen und Fallen. Mit ruhigem Herzen, aber blitzenden Augen verwarf er seine Flucht und stellte sich der Hurenmutter, wie er sich zuvor Mercedes gestellt hatte: Getrieben.
      »Lass den Scheiß, und hör auf, der ganzen Welt die Schuld für dein beschissenes Leben zu geben. Du hast dich mit Ulysses eingelassen, du hast dich mit Carla verschwistert. Das ist nicht die Schuld von mir, oder Krill, oder Callaghan oder Mercedes. Du hättest längst aussteigen können.«
      »Aussteigen?«, empörte sich Mary vorwurfsvoll, »Aussteigen und die Mädchen im Stich lassen? Nein, O’Mara. Ich überlasse niemanden egoistisch seinem Schicksal. Ich bin nicht wie ihr!«
      »Natürlich nicht, du bist so viel besser, als wir je sein könnten. Es zeugt von großer moralischer Klasse, einem reichen Kinderficker seine Opfer zu besorgen.«
      Mary fauchte wie eine in die Ecke gedrängte Katze. »Was wäre die Alternative? Hm?«
      »Ich wüsste, was ich tun würde…tun werde«, bemerkte nun Krill in ihrem Rücken trocken, »Wir beenden, was du längst hättest beenden sollen.«
      Fassungslos ließ sich die Eisblonde zurückfallen, die Wand des sich zuschnürenden Flures als Rückhalt gegen die Angriffe der Kopfgeldjäger zweckentfremdend. Ihre Lippen bebten, ihre Nüstern krampften und in den erdbeerbraunen Augen trieben die geweiteten Pupillen wie Brocken auf erkaltender Lava. In einem ungläubigen Kopfschütteln fand sie schließlich die Kraft, sich von der rotverschnörkelten Tapete abzustoßen und zurückzuschlagen.
      »Tut nicht so, als würde euch etwas an den Mädchen liegen!«, begann sie zornig, ehrlich und stolz, »Was wollt ihr denn hören? Dass sie mir ein Vermögen einbringen? Oder das sie acht sind, oder neun oder zehn oder zwölf? Das sie zu jung sind, um sich von einem Mann befummeln zu lassen? Ihre Hände noch zu klein, um irgendwelchen Päderasten die Eier kraulen zu müssen? Ja, natürlich sind sie das! Aber was glaubt ihr denn, wo diese Mädchen herkommen? Was glaubt ihr, welche Geschichten sie mit sich herumschleppen?! Ihr wollt nicht wissen, wie es ihnen geht oder was sie durchgemacht haben. Ihr wollt euch nur besser fühlen, wenn ihr neben mir steht. Aber das könnt ihr euch sparen! Überall werden Kinder auf der Straße weggefangen und zu Tode vergewaltigt, oder verhökern ihre wundgescheuerten Körper für ein paar Berry in irgendeiner zugigen Gasse. Auf dem Kinderstrich von Moskva setzt man sie unter Drogen, damit ihre engen kleinen Körper leichter nachgeben, und auf Sklavenmärkten erhaltet ihr Rabatt, wenn ihr sie im Dutzend kauft. Hier kontrolliere ich alles. Ich sage, wie weit die Freier gehen - und nichts, gar nichts geschieht ohne die Einwilligung der Mädchen!«, schleuderte sie den Kopfgeldjägern entgegen, die vom brodelnden Atem der Bloody Mary tiefer und tiefer in die Tapete gepresst wurden, »Ihr wisst nichts. Ihr wisst nichts über die Scham und die Schuld, die ich fühle, wenn junge Mädchen zu mir kommen, damit ich aus ihnen Huren mache. Die in dieser Welt nur ihren Körper haben, weil niemand etwas anderes in ihnen sieht…Die Mädchen, die damals gestorben sind…habt ihr jemals an sie zurückgedacht? Nein, natürlich nicht. Niemand gedenkt ihrer. Sie sind bloß Dinge, nicht wahr? Auf der Matratze, im Sessel, an Bettpfosten gefesselt oder direkt auf dem Boden wie ein Tier. Aber sie waren meine Freundinnen…meine Schwestern, ihr rückgratlosen Heuchler! Und sie!« Die schwebende Ondine lugte neugierig durch ihre gen Decke wabernden Haarsträhnen, als sie Marys schmalen Finger in ihrer Luftlinie bemerkte. »Sie ist auch nur ein Ding für euch. Die einzige Person, der dieses Kind etwas bedeutet, habt ihr vor Stunden vergrault. Ihr seid genauso erbärmlich wie damals, genauso stur und herablassend und fordernd…und ich verspreche euch, sollte morgen Abend irgendetwas schiefgehen, werde ich Mercedes persönlich eure Skalps überreichen und um Vergebung bitten!«

      Cluster Park, Jaggers

      Der wolkenverhangene fountische Himmel saugte den feuchten Baumkronen und gepflegten Gräsern das satte Grün aus, um es von der rauen Herbstluft in alle Winde zerstreuen zu lassen. Hölzerne Vertikalen und horizontale Quadrate bildeten ein dreidimensionales Schachbrett aus tristen Feldern, auf dem farblose Figuren Zug um Zug dem Abend entgegen schlurften. Wie das Jaggers selbst entwuchs Benedict Hearsts Cluster Park mit seinen in Form gebundenen Bäumen und gestutzten Sträuchern dem technischen Geist eines Mannes, der keinen Sinn für das Natürliche und Imperfekte hegte, der Wege wie Schienen anlegte und die Menschen auf ihnen als Wesen auf Rädern verstand. Selbst die rußverdreckten Kinder, die sich auf den getrimmten Rasenflächen ihre Bälle zuspielten, schienen mit Kohlendampf betrieben.
      Leidenschaftslos schlug der graue Mann in seinem grauen Trenchcoat die Seite seiner Zeitung um, um eines seiner grauen Beine in grauer Routine über das andere schlagen und dabei die graue Schiebermütze beiläufig aufrichten zu können. Von den Rändern des Mützenschirms fluteten plötzlich bunte Farben und hauchten dem stählernen Park menschliche Wärme ein. Hinter seiner Zeitung verschanzt und die Schiebermütze wieder tiefer über die türkisblauen Augen zurrend, folgte sein scharfer Blick der schönsten Frau der Welt.
      Ihr haselnussbraunes Haar war in einen herrschaftlichen Zopf gebunden, der an berittene Kavaliere in Paradeuniform erinnerte und die Luft mit der mild-aromatischen Süße erlesener Pralinen glasierte. Nur zwei wilde Strähnen rebellierten, um die strahlenden zweifarbigen Augen umrahmen zu können, welche das blasse Azur eines klaren Bergsees und das saftige Grün seiner Ufer in einem markanten, feingeschliffenen Gesicht verewigten. Jedes Blinzeln der vollen Wimpern entließ Winde aus Rabenschwingen, die die gespitzten Schleppen ihres schwarzbraunen Taillenmantels aufwallten und den handgearbeiteten Lederharnisch preisgaben, der im blassen Herbstlicht wie polierte Bronze schimmerte. Wie die Gesandte der Erde und des Stahls, geschmiedet aus der Haut eines Drachen in den feurigen Öfen des höllischen Union Black, durchquerte sie unter den Augen der Neidenden und Lüsternen den tristen Park; selbst die massive Kanone, welche ihr Bein ersetzte, mit der stolzen Würde einer ehernen Brosche nachziehend.
      Der Mann in Grau musste ein verschlagenes Lächeln unterdrücken, als die bronzene Frau aus seinem Blickfeld verschwand und dem eifersüchtigen Cluster Park seine triste Macht zurückschenkte. Gewissenhaft legte er seine Zeitung zusammen, verstaute sie in der Innentasche seines Trenchcoats - und roch den Odem von Metall und Schießpulver, noch bevor er den Pistolenlauf in seinem Nacken spürte.
      »Wer bist du?«, fragte die Frau, deren Stimme er sich klarer und zarter ersonnen hatte.
      »Nicht dein Feind, Mercedes Delacroix«, wisperte er mit erhobenen Händen, die in Richtung der spielenden Kinder und ausspannenden Arbeiter deuteten. Seufzend setzte Mercedes die Waffe ab, umrundete die Parkbank und ließ sich neben ihren ertappten Schatten sinken - den Pistolenlauf verborgen und doch drohend auf seinen Schoß gerichtet.
      »Darf ich?« Er deutete auf seine Mütze, sie nickte. Mit einem dankbaren Nicken lüftete er den grauen Stoff und befreite unzählbare hellblaue Löckchen, die wie kleine Murmeln in seine hohe Stirn kullerten. Er hatte ein junges, weiches Gesicht und große türkisblaue Augen, die zum Verzeihen und Unterschätzen einluden. Diesen Fehler vorausahnend, legte sich Mercedes’ Finger fester um den Abzug.
      »Also? Wer bist du, und wieso verfolgst du mich?«
      »Ich bin ein Kollege von Cassiopeia Triagast«, antwortete er schnell und entwaffnend, »Ich wurde auf dich angesetzt, nachdem du aus dem Bordell gestürzt bist.«
      Mercedes legte das porzellanschöne Haupt schief, um sein offenherziges Grinsen mit tiefem Misstrauen zu kontern. Etwas an dem jungen Mann, seinen glanzlosen runden Augen und unscheinbaren Zügen, löste in der erfahrenen Kopfgeldjägerin einen instinktiven Argwohn aus. Mit jedem Blinzeln schien sie den lästigen Spion zu vergessen, nur um sich mit dem Augenaufschlag wieder an ihn zu erinnern. Ihre Lippen versuchten den endlosen Fluch zu durchbrechen, indem sie fragten:
      »Wie lange verfolgst du mich schon?«
      »Leider erst seit deinem kleinen Abenteuer in der Schneiderei, sonst hätte ich dich aufgehalten. Es war dumm von dir, Carla gegenüberzutreten. Jetzt wird sie noch vorsichtiger sein…und noch schwerer zu knacken.«
      »Wusstest du, dass das Gebäude explodieren würde?«
      »Ist das hier ein Verhör?«, griente der graue Spion schief. Mercedes richtete ihren Revolver aus.
      »Ja.«
      Leidenschaftslos rutschte der schlanke Oberkörper des Blauhaarigen daraufhin in seinen eigenen Schoß, die Hände in die Manteltaschen stopfend und das Grau der Luft aus seinen Lungen spülend.
      »Nein…Nun…das heißt, wir wussten, dass in dem Haus etwas vorging. Michele de Luca hat sich in krumme Geschäfte verwickeln lassen. Wir vermuteten Ulysses an der Spitze dieser Geschäfte, da er sie aber durch einen Mittelsmann ausführen ließ, konnten wir ihm wie immer nichts nachweisen. Ich glaube, ihr kennt den Strohmann. Sein Name ist-«
      »Caesar Milano«, kam Mercedes ihm zuvor.

      Sie hielten vor einem großen, pompös ausgeschmückten Zelt aus violetter Seide, die sanft gen Boden fiel. Mit höflicher Vorsicht trat Sherlock durch den Stoffvorhang, der den Eingang markierte und erst nach einigen Minuten bedeutete er Flint und Mercedes, ebenfalls einzutreten. Im Inneren der verzierten Unterkunft hatte es sich ein rundlicher, älterer Mann mit fröhlichen Gesichtszügen und rosigen Wangen hinter einem massiven, imposanten Schreibtisch aus klobigem Eichenholz bequem gemacht und betrachtete den Besuch mit vergnügten Augen.
      »Mercedes, Flint«, begann der blonde Sherlock ehrfurchtsvoll, »Darf ich vorstellen: Der Herr des Schwarzmarkts, Caesar Milano!«

      »Caesar Milano…«, bestätigte der graue Spion verdutzt, »War er etwa dort, als…?«
      »Er, die Familie«, erwiderte Mercedes bitter, »Sie waren alle tot. An den Dachbalken aufgeknüpft wie Kriegsverbrecher. Wie lange habt ihr Leute das Haus schon überwacht?«
      Seine blassblauen Locken wippten, als die gleichmütigen Schultern aufzuckten und die freundlichen Grübchen des jungen Mannes den harschen Zügen eines abgebrühten Agenten wichen:
      »Lange genug, um sie hätten retten zu können, vermutlich. Aber das hätte die Operation gefährdet.«
      Ein verächtliches Schnauben blies ihm den heißen Atem eines erwachten Drachens in die Augen, bevor sich Mercedes in ihrer Rüstung aus Leder und Zorn erhob. »Ihr seid widerlich. Wenn du mir weiterhin folgst, erstickst du an deiner Mütze.«
      »Wenn die Welt doch nur so einfach wäre…«, flötete der Agent mit einem geringschätzigen Lächeln, welches er der blutsaugenden Cassiopeia Triagast entwendet zu haben schien, und stieß sich mit einem lässigen Ruck von der Bank ab. Die Hände noch immer in den Taschen seines Trenchcoats verborgen, stellte er sich der Kopfgeldjägerin in den Weg.
      »Ich kann dich nicht gehen lassen, tut mir leid.«
      »Wie willst du mich aufhalten?«, fragte Mercedes mit einer schneidenden Ernsthaftigkeit, die dem jungen Mann bis in die Weichteile zog. Während sie ihre Pistole an ihrer bronzebraunen Weste verstaute, folgten die türkisfarbenen Augen des Spions den natürlichen Rundungen ihres malerischen Körpers, der sich unter dem dunklen Stoff ihres Mantels geheimnisvoll abzeichnete. Wie Spinnen, die sich vor dem Sonnenlicht zu verstecken versuchten, verkrochen sich seine kribbelnden Finger tiefer in den Höhlen seines grauen Mantels, bevor er bescheiden ansetzte:
      »Mercedes…ich bin natürlich nicht dumm genug zu glauben, mich dir entgegenstellen zu können. Ich bin nur ein Schatten, ein Phantom. Für die meisten Menschen…« Seine großen Augen durchleuchteten die unzählbaren Gesichter im Cluster Park, ohne einen einzigen ihrer Blicke einfangen zu können. »existiere ich gar nicht - und das ist gut so, denn ich bin nicht Teil ihrer Welt. Dass du mich jetzt siehst, liegt allein an dir und deinen Freunden. Ihr habt den Einwegspiegel eingetreten, der meine Welt von eurer trennt.«
      »Willst du mich jetzt das Fürchten lehren?«, fragte Mercedes unbeeindruckt, was ihr ins Licht getretener Schatten mit einem nüchternen Kopfschütteln verneinte. Ein galliges Glucksen tauchte seine Kehle hinab und trieb eine schelmische Miene an die Oberfläche.
      »Ich möchte nur, dass du es endlich verstehst: Ihr habt die Welt der Schatten betreten, und hier gibt es unzählige von meiner Sorte. Wir sind viele, so unendlich viele und ihr werdet uns nie kommen sehen, weil wir selbst die Schatten sind, die dieser Welt ihre Form geben.«
      Mimisch bat er Mercedes, die Hände aus den Taschen nehmen und seine Mütze greifen zu dürfen. Sie gewährte ihm sein Anliegen mit königlicher Härte und beobachtete jede seiner Regungen, als vermutete sie vergiftete Messer in seinen Ärmeln. Als der Stoff der Schiebermütze seine hellblauen Lockenkugeln wieder verbarg, verschmolz der graue Agent in seinem tristen Trenchcoat mit den farblosen Bäumen und fahlen Gräsern zu einem jener geisterhaften Wesen aus Glas und Wind, vor denen er sie so eindringlich zu warnen versuchte. Die Kopfgeldjägerin erschauerte, und das Phantom beendete seine Rede mit einem zufriedenen Lippenschürzen.
      »Ich bin keine Bedrohung, Mercedes, aber ich spreche für sie…und ich rate dir zuzuhören, wenn du unsere Welt lebend verlassen willst.«

      Forbidden Woman, Cattle’s Corridor

      Die Stimmung lag bereits winselnd am Boden, als Cassiopeia Triagasts hoher roter Absatz grausam nachtrat.
      »Ärger im Paradies?«, richtete sich ihr Tigerlächeln an die Kopfgeldjäger und Mary Kelly, welche sich in drei tiefen Lehnsesseln in drei Ecken des barocken Salons verschanzt hatten, »Was ist passiert? Ist das Gleitmittel ausgegangen?«
      »Was zur Hölle wollen Sie schon wieder?«, brummte O’Mara mürrisch und kampflos, »Die Party steigt morgen. Muss man in ihrem Alter nicht jede Sekunde nutzen?«
      »Tiefhängende Früchte, Brian.«
      Auf ihren hohen Absätzen wie auf den Pferdefüßen des Teufels tänzelnd, brannten sich die Schritte der schönen Rothaarigen durch die unsichtbaren Schützengräben und züngelten an O’Maras Hosenbeinen. Leidlich motiviert hob jener das Kinn, um ihr sein grenzenloses Desinteresse ins Gesicht spucken zu können, traf jedoch nur die glubschenden Stilaugen einer blutroten Teleschnecke.
      »Machen Sie es kurz, sie hat nicht viel Zeit.«
      »Wer-«, wollte O’Mara noch ansetzen, als Cassiopeia das Tier bereits in seine Hand fallen ließ und sich mit altbekannter Selbstverständlichkeit an der Hausbar zu schaffen machte.
      »Hallo?« O’Maras Stimme rußte wie die Schlöte im Norden der stählernen Stadt. Am anderen Ende der Leitung stritten sich hektische Straßenlaute mit dem gellenden Scheppern des falschen Beines, dessen wohlverdienten Tritt O’Mara bereits in seinem Hintereingang zu spüren glaubte. »Mer…Mercedes?«
      »Ja«, erkämpfte sich die Brünette endlich die Vorherrschaft über den urbanen Lärm des Jaggers, »Wo ist Krill?«
      »Hier, bei mir. Er hört zu. Genau wie Mary und die Menschenfresserin.«
      Schmunzelnd ließ sich Cassiopeia im vierten und letzten Ecksessel des Salons nieder - sich abwechselnd an Brandy, Tabak und der Hoffnungslosigkeit ihrer Spielfiguren nährend, während Mercedes fortfuhr:
      »Hört mir genau zu und unterbrecht mich nicht! Ich bin auf dem Weg zum Bahnhof, wo ich einen Zug nach Copperfield nehmen werde.«
      »Was?! Wies-«, unterbrach O’Mara sie unwillkürlich, »Was hast du-«
      »Was habe ich gerade gesagt?« Die blutrote Teleschnecke imitierte die mütterliche Strenge der Kopfgeldjägerin derart meisterlich, dass sich O’Mara wie ein ertappter Lausbub noch tiefer in sein Sitzpolster zu flegeln versuchte.
      »Mach weiter«, bat Krill vom anderen Ende des Salons.
      »Vertraut mir einfach. Carla plant etwas. Es geht hier nicht nur um Macht oder die Herrschaft über die Insel«, erklärte sich Mercedes gnadenlos effizient, nur mit viel Atem und Mühe das Scheppern ihrer Prothese auf dem Kopfsteinpflaster übertönend, »Sie arbeitet nicht nur daran, alles an sich zu reißen. Es geht hier um einen spezifischen Auftrag, etwas, das schon sehr lange von Ulysses McKenna geplant wird. Es muss bereits begonnen haben, als damals in Porto Galba das Chaos ausgebrochen ist. Etwas Großes wird geschehen, und wahrscheinlich werden viele Menschen sterben, wenn wir es nicht aufhalten!«
      Von Entsetzen gepackt wandte sich Mary über diese Worte an Cassiopeia Triagast, welche den angsterfüllten Blick der Hurenmutter jedoch wie ein lästiges Staubkorn von ihrer Schulter schnippte und sich in maliziöser Sittsamkeit erhob; Zigarette und Brandy wie Herrschaftsinsignien durch den Raum führend. Mit leiser Zunge flüsterte sie Krill einen verlorenen Zauber zu, der seine Glieder unter Strom setzte. Gemeinsam verließen der Kraken und die Agentin unter den argwöhnischen Augen der Bloody Mary den Raum, welche sich in dieser Sekunde jedoch gegen ihre Neugier entschied und an O’Maras Sessel trat.
      »Was meinst du damit? Was haben Carla und Ulysses vor?«, fragte sie die Teleschnecke aufgeregt.
      »Ich weiß es nicht. Aber ich werde es herausfinden.«
      »Mercedes, hör zu…«, versuchte sich O’Mara nun mäßig geschickt an jenem Etwas, welches er andere Leute eine »Entschuldigung« hatte nennen hören.
      »Nein, O’Mara. Du hörst mir zu. Jetzt ist nicht die Zeit. Ich habe…ich habe einen Fehler gemacht. Carla wird jetzt alles daran setzen, ihr Ziel zu erreichen. Wir werden verlieren, wenn wir nicht handeln.«
      »Das heißt…?«, hakte Mary nach, während O’Mara noch immer mit seinen Schuldgefühlen rang und Mercedes’ Seufzen vom rasselnden Getöse eines einfahrenden Zuges zerrissen wurde.
      »Das heißt nicht, dass ich es gutheiße. Es heißt nicht, dass ihr meinen Segen habt. Im Gegenteil. Es…es heißt nur, dass ich nicht da sein werde, um euch aufhalten zu können. Habt ihr mich verstanden?«
      »Ja!«, übertönte Mary das zweifelnde »Aber…« des sich windenden O’Maras, »Wir haben verstanden.«
      »Gut…«, wisperte Mercedes mit einer Stimme, die einen ungewissen Abschied besiegelte und nicht länger antwortete, als O’Mara auf sie einzureden versuchte.

      »Öhm…Mary?«, schlenderte plötzlich Cocky Lynn in all ihrer halbnackten, wildbrünetten Pracht in den dunkelgepolsterten Salon, »Der Meermann und die Kleine sind gerade mit diesem rothaarigen Puma verschwunden. Das geht klar, oder…?«

      Gesellschaftsclub »Sindicat« (ehemaliger Herrenclub »Dahlia«), Anne-The-Splendid

      Der schwere eiserne Wandtresor und die Frau in Schwarz starrten einander mit offenen Mündern an, als die verzierte Mahagonitür in das massive Schloss rastete und sie in dem dämmerlichten Arbeitszimmer einschloss. Ausgehöhlt und leer wie ein geschändetes Grab klaffte der geknackte Safe über dem blauen Scheitel des stoischen Thomas Waterloo, der im Schneidersitz an der Wand lehnte und Carla mit staubkauenden Kiefern erwartete. Es mühte der Schwarzhaarigen nur wenige Sekunden ab, um ihre Überraschung hinunterzuwürgen und sich zurück in ihre Rolle der eiskalten Wachsfigur zu flüchten, die niemals zuckt und jede Unvorhersehbarkeit mit einem dunklen Schmunzeln straft. Sekunden, die der gequälte Waterloo jedoch mit vampirischer Genugtuung auskostete; Sekunden, in denen er die Angst in den verlogenen schlangengrünen Augen sehen konnte.
      »Das Panzerschloss hat mich ein Vermögen gekostet«, flötete Carla schließlich schnell und beiläufig, seine Gedanken erahnend und fürchtend.
      »Was glaubst du, wer es eingebaut hat?«, murmelte er.
      Carla musste nicht erst hinsehen, um das kleine ledergebundene Notizbuch zu bemerken, welches die nervösen Hände ihres Vasallen einander wie heiße Kohlen zuschoben. In dem Chaos aus Büchern und Verträgen, welches der Blauhaarige aus dem Tresor befreit und über das dunklen Parkett entfesselt hatte, hatte er seine Wahrheit gefunden.
      »Er lebt, nicht wahr?«, brummte Waterloo brüchig und wütend.
      Carlas starkes Kinn senkte und hob sich zum Takt ihres lauernden Herzens, nachdem sie binnen eines einzigen Blinzelns jede Lüge durchgespielt und verworfen hatte. Ein Netz aus schwarzen Fäden entspann sich im Geiste der Schwarzen Witwe, doch jeder Weg führte in den Abgrund.
      »Ich bin es durchgegangen…«, durchschnitt der zitternde Waterloo ihre ersonnenen Schicksalsfäden endgültig, »Wieder. Und wieder. Dann bin ich hierher gekommen, auf der Suche nach…nach was auch immer. Ich habe gesucht, und finde…das?!«
      Als ekelte er sich plötzlich vor dem Papier und der Tinte, die Harleys Aufzeichnungen ihre Form gaben, schleuderte Waterloo das kleine Büchlein vor Carlas schwarze Schuhspitzen.
      »Du hast mich belogen!…Natürlich hast du mich belogen. Du belügst jeden. Luca Briatore hatte recht. Du bist bösartig und machtgierig und du machst vor nichts und niemandem Halt, um deine Ziele zu erreichen. Du bist falsch und widerlich…und schlecht.«
      »Aber, Waterloo…« Mit seidiger Eleganz ließ sich Carlas in Schwärze gegossener Körper auf einem gepolsterten Ärmelstuhl neben der Tür nieder, ohne die Schlangenaugen von Waterloo abzuwenden. »Natürlich bin ich schlecht. Deshalb bin ich hier, deshalb gehöre ich in diese Welt. Die Frage, die du dir hättest stellen und deren Antwort du hättest suchen müssen, wäre gewesen: Wieso bist du hier?«
      »Ich bin nicht wie du!«, barst Waterloos Stimme auf und riss seinen Körper mit sich auf die Beine, »Ich bin…! Bin…!«
      »Ein guter Mensch?«, züngelte die Schwarze Witwe gehässig, »Oder zumindest ein besserer Mensch, als ich es bin? Ist das so?«
      Ihre rabenschwarzen Lippen schnitten dem Blauhaarigen die Zunge aus dem Mund, als sie mit einem gnadenlosen Lächeln nachsetzten:
      »Du bist kein guter Mensch, Waterloo, du bist ein schwacher Mensch. Deine Makel machen dich aber nicht besser. Vielleicht wurdest du nicht für diese Welt geboren, doch du hast dich ihr mit offenen Armen und Beinen ergeben. Du bist verdammt, mein Lieber, genau wie wir.«
      »Halt den Mund, du verlogene Schlange!«
      »Wieso? Du bist doch neuerdings so versessen auf die Wahrheit«, giftete sie, wie eine Viper aus dem Stuhl aufschnellend und Harleys Manifest mit einem schallenden Schritt quer durch den Raum tretend, »Die Wahrheit ist, du kleiner schwacher erbärmlicher Wicht, dass du dich hinter einem Schleier wähnst und glaubst, wenn du dich nur naiv und unschuldig genug gibst, perle alles Böse und Schlechte an ihm ab.«
      »Sei still! Du weißt gar nichts! Ich bin nicht so verkommen wie du!«, schrie Waterloo verletzt, nur um abermals vor Carlas Konter zu erzittern:
      »Nein, du bist schlimmer, weil du dir einbildest, besser zu sein. Die arme Jungfrau im Dornenwald, geheiligt sei ihre knackige rote Kirsche. Aber du bist nicht unschuldig, Waterloo. Du hast Menschen getötet, Ulysses’ Aufpasserin den Lotosstaub untergeschoben und keinerlei Reue gefühlt. Ist es nicht so? Oh, deine Beine haben sich schon fröhlich zum Himmel gespreizt, als ich dich damals kennenlernte. Und heute? Torkelst du mit verschmiertem Mascara und ins Handtäschchen gestopftem Höschen durch die selben Straßen wie all die anderen abgelegten Schlampen, die Herz und Hymen an die perfekte Lüge vergeudet haben. Sei ehrlich zu dir selbst, lass endlich los. Dein kostbarer Schleier ist zerrissen, und du bekommst ihn nie wieder zurück. Alles, was dir jetzt noch bleibt, ist die begangene Sünde zu genießen…«

      Heiße Tränen rollten über die feuerroten Wangen des jungen Mannes, als Carlas messerscharfe Worte aus seinem Fleisch glitten, Schweiß und Tropfen seiner Seele mit sich ziehend. Von seinem eigenen Körper entfremdet, sank Thomas Waterloo gen Boden in seine Knie. Seine Augen waren die Augen eines anderen, als Carla in selbstgefälliger Eitelkeit auf ihn zuschritt und ihm die falsche Hand reichte.
      »Du hast recht…«, knurrte er wie ein getretener Hund, »Ich gehöre in diese Welt…«
      Ein gepresster Schrei prallte an Waterloos aufberstender Stirn ab, die Carlas perfekte Wachsmaske in entfesselter Rage aufbrach und die maliziösen schwarzen Lippen spaltete. Blut und Spucke rannen durch die verkrampfenden Finger der rücklings flüchtenden Frau in Schwarz, bevor jene in blanker Panik über ihre hohen Absätze stolperte, stürzte und mit dem Gesicht voran auf dem Parkettboden aufschlug. Der lähmende Schmerz strahlte über ihre gebrochenen Nase in ihren gesamten Körper aus und ließ Carla gärende Galle würgen, durch welche sie sich verzweifelt bis an die massive Tür schleppte. Unter den rachsüchtigen Augen Waterloos reckte sie sich vergebens nach der rettenden Klinke und entließ ein schmerzverzerrtes Schluchzen, als er sie an den verwüsteten Haaren vom Türrahmen wegzerrte und schnaubend an die gegenüberliegende Wand neben den offenen Safe wuchtete. Wo zuvor Thomas Waterloo auf die furchteinflößende Schwarze Witwe gewartet hatte, kauerte nun die geprügelte Carla Griswold und wimmerte wie ein Kind.
      »Bitte…Waterloo«, fiepten die aufgeplatzten, blutbefleckten Rabenlippen, »Tue das nicht…ich…ich…«
      »Wovor hatte ich nur solche Angst?«, fragte er sich zynisch, »Womit hattest du dir meinen Respekt verdient? Du hast mich ausgenutzt. Genau wie Harley. All die Jahre…«
      »Nein…Waterloo…bitte…!«
      »Es ist vorbei. Hörst du! Ich bin niemandes Spielzeug mehr!«
      In stählerner Bestimmtheit hob Waterloo die Hand und genoss den spitzen Schrei seiner Peinigerin, der vom metallischen Rasseln der rasenden Bahnschienen niedergeschrien wurde. Aus aufgerissenen, flehenden Augen sah die fassungslose Carla den Tod auf sich zurasen - und nur Millimeter vor ihrer blutgetränkten Nasenspitze, innehalten.
      Knackend und knirschend wanden sich die eisernen Streben, zuckten wie sich häutende Schlangenleiber und verschlangen sich unter ohrenbetäubendem Scheppern selbst, bis ein gewaltiger verknoteter Brocken vor den Füßen des entgeisterten Thomas Waterloo ins Parkett krachte.
      Carlas heiseres Keuchen glich einem Herzschlag in der Stille, der den gefürchteten heißen Staub durch die Luft pumpte und die glühende Furie aus seiner Mitte gebar.
      »Wie kannst du es wagen?!«, fauchte die zornrote Dionisia María Lorca mit der Gewalt eines brennenden Wüstenwindes, der Staub und Dunst in einem zornigen Strudel um ihren kochenden Körper wirbelte. Einer schallenden Ohrfeige folgte die brachiale Gewalt der Erde und riss Waterloo zusammen mit dem gesamten Mobiliar des Arbeitszimmers vom Boden. Der Blauhaarige spürte den dröhnenden Einschlag in die steinerne Wand, die bohrenden Einstiche des zerberstenden Holzes und die brennenden Staubkörner in seinen Lungen, aus denen unsichtbare Hände das Leben pressten.
      Mit einem leichtfertigen Fingerzeig zermalmte Lorca den Schutt und legte Waterloos Leib frei, um ihn in einer haki-schwarzen Staubwolke in die Luft zu hieven. Gefangen und machtlos rang er in der schwarzen Dürre nach Atem, während sich die geschundene Carla an der Wand empor auf die wackligen Beine kämpfte. Ihre markante Nase lag in blutigen Trümmern und in den schwarzen Lippen pochte ein sengender Schmerz, der jeden Anflug eines Lächelns abtötete.
      Er würde sterben, und doch war es Thomas Waterloo, der lächelte, als ihn die Schwärze umfing; der lächelte, als Carla Blut spuckte.

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    • Gelungener Jahresabschluss mit Ausblick auf gespreizte Beine

      Wie der Titel vermuten lässt, bin ich sehr angetan von Kapitel 132. Dann gehe ich mal in meinem kurzen Beitrag eklektisch vor:

      • Emotionen in der wörtlichen Rede: Den Anfang bildet das Gespräch zwischen den O'Mara und Krill und der Hurenmutter Mary Kelly. Obwohl wir darin keine neuen Informationen erhalten, (der Vorfall mit dem frühzeitigen Ableben der Huren wurde schon angeteasert) war es dennoch ein wichtiger Moment, weil er uns Einblicke in die Gefühlswelt der Schlüsselperson Mary Kelly geliefert hat. (Man könnte sagen, dass sie nach dieser Aktion plastischer wirkt.) Nach ihrem Vortrag ist jetzt ganz klar, dass sie mit reichlich Wut und Frustration herumrennt. Mit knappen, prägnanten Sätzen, die ihre Kernaussagen besonders in den Vordergrund rücken ("Hier kontrolliere ich alles." , "Ihr wisst nichts.", "Niemand gedenkt ihrer",...) hämmert sie auf die beiden ein, während sie mit dem Übermaß an Redeanteilen ihre Erfahrungen in diesem Gebiet untermalt. (Umgekehrt bezeugt das Untermaß an Redeanteilen der beiden Männer die Anschuldigung Kellys, die beiden hätten keine Ahnung). Der Inhalt, die Vortragsweise, die Redeanteile... Elemente, mit denen ihre Emotionen sehr gut herausgearbeitet wurden und die sie charakterlich um einiges beliebter bei mir machen. Du meintest mal, dass du manche Konversationen selbst laut vor dir aufsagst und mich würde es nicht wundern, wenn du es auch in diesem Fall getan hast.
      Hach, Mary Kelly. Spätestens jetzt stellt man sich die Frage, was damals tatsächlich passiert ist.
      • Verbindungspunkte/Bezüge: Ulysses hatte seit der Entführung vom blinden Pazzi durch Etaine und Grainne Berührungspunkte mit dem Caligulanischen Arc, bleibst diesem Trend demnach treu, indem du Cesar und De Luca in die Handlung integrierst. McKenna, auch wenn er nur mal kurz erwähnt wird, weiß, neugierig zu machen. Da ich mich mit Predictions nicht recht verstehe, überlasse ich diese Aufgabe der Interpretationssektion der Leserschaft und schaue mal, wie sie die Erkenntnisse bewerten. Währenddessen freue ich mich stillschweigend, all diese alten Gesichter zu sehen- apropos alte Gesichter (auch wenn er noch jung zu sein scheint): Der graue Spion, den wir zum ersten und einzigen Mal (denk ich) während der Einführung von Rhiannon erleben durften, ist zurück. Nach seinem typischen "Niemand beachtet mich"-Gerede macht er gewisse Andeutung zur Existenz einer Schattengesellschaft, die verborgen im Hintergrund operieren und womöglich auch die Zügel in der Hand halten ("die dieser Welt ihre Form geben."), deren nähere Beleuchtung ich in einem kommenden Arc sehr begrüßen würde.
      • Dynamik durch Gespräche: Im Arc der starken Frauen leiten diese die Gespräche und Männer fügen sich- jedenfalls kann man ähnliches hier beobachten. Während der schuldgeplagte O'Mara hauptsächlich Fragen stellt, übernimmt Mercedes die Dominanz im Telefonat, indem sie ihr erworbenes Wissen den Kameraden mitteilt (in letzter Zeit war sie der aktivste Kopfgeldjäger, welcher am meisten die Handlung vorangetrieben hat). Unterstreicht nochmal schön ihre Rolle in der Gruppe und die vorherrschende hierarchische Ordnung. Gleichzeitig wechseln sich "Geschriebenes" und "Gesagtes" in einem gesunden Mix ab, wodurch dem Leser ein anstrengender Wall-of-text erspart bleibt. Deine Fokussierung auf solchartige Interaktion von Charakteren untereinander haben das gesamte Kapitel äußerst angenehm zu lesen gemacht, da es sich äußerst lebendig angefühlt hat.
      • Charakterdarstellung: Aber die Konversationen lassen uns nicht nur Einblicke in die Gefühlswelt von den Akteuren erhaschen, sondern auch von ihren Eigenschaften, ihren Zielen, den Schwächen und Stärken. Der letzte Abschnitt hat mir besonders gut gefallen, da er nochmal hervorgehoben hat, wie Carlas Stärke in der Sprache und im Geist, weniger im Körper liegt, wie du im letzten Kapitel erklärt hast. Während diese kaltblütige Dame ein rhetorisch-eloquentes Projektil nach dem anderen auf Thomas, die Lokomotive, abfeuerte, unterlag sie gnadenlos der Gewalt des liebestrunkenen Voyeurs. Ein Glück, dass sie vorher noch ein freundschaftsbildendes Bad mit Dionisia genommen hat, ansonsten hätte der gesamte Arc eine merkwürdige Richtung genommen^^. Schöne Rahmenbildung mit der Thematik der gespreizten Beine am Anfang und Ende des Kapitels.

      -Bo- schrieb:

      Auf dem Kinderstrich von Moskva setzt man sie unter Drogen
      Soso. Dieses "Moskva"...
    • Kapitel 132 - Herz & Hynmen

      So neues Jahr, erster Tag, erster Kommentar. Fängt doch schon einmal gut an, oder?

      Dein Kapitel hab ich ein wenig zweigeteilt empfunden. Während ich den ersten Part der Protagonisten nicht so wirklich fesseln konnte, war die zweite Hälfte, als du zu Carla und Waterloo gewechselt bist, wirklich fesselnd.

      So wirklich in Worte fassen kann ich es auch nicht, was mir jetzt an den anderen Handlungsschauplätzen nicht gefallen hat. Sie waren weder uninteressant, noch schlecht geschrieben, aber irgendwie konnte ich mich da nicht so wirklich drauf einlassen. Ich hab drüber gelesen und mich dabei ertappt, wie ich mir gedacht habe: Joa, gut zu wissen. Aber auch nicht mehr.
      Es war jetzt zum Glück auch nicht furchtbar wichtige oder tragende Szenen, aber vielleicht spiegle ich da auch einfach nur deine eigene Unzufriedenheit mit dem Kapitel.

      Aber mal abseits der Immersion, die bei mir nicht wirklich zünden konnte, finde ich es ziemlich cool, dass du Caesar Milano noch einmal aus dem Hut gezogen hast. Ich konnte mich nicht mehr an ihm erinnern und fand den Mini-Flashback hier auch ziemlich gut gesetzt, da ich sofort wieder ein flüchtiges Bild vor Augen hatte. Generell freut es mich, dass du noch einmal zurückgehst, um ältere Fäden aufzugreifen und inwiefern Ulysses, die de Lucas und Milano jetzt genau zusammenhängen und was das mit Fountleroy Island zu tun hat, kann mich gerade doch fesseln.
      Zumindest hoffe ich, dass ich Mercedes Aussage später nicht falsch gedeutet hat, was diese Aussagen angeht. Auf noch Copperflied.
      Ich hatte irgendwie im Gefühl, dass der Ort schon einmal erwähnt wurde, aber die kurze Suche ergab dementsprechend nichts.

      Inwiefern es eine gute Idee ist, sich erneut zu trennen, ist natürlich ne ganz andere Frage. Carla scheint gerade aber mit ihren eigenen Problemen beschäftigt zu sein und vielleicht können sie so nun doch an Hearst herankommen.
      Andererseits weiß ich nicht, wozu Krill und Cassopeia jetzt mit Ondine aus dem Bordell abgehauen sind? Was könnte da vor sich gehen? Aus dem Gespräch mit O'Mara ist jetzt in meinen Augen nichts großartiges erwähnt wurden, was eine überstürzte "Abreise" rechtfertigen würden, aber mal abwarten.

      Kommen wir damit also zu dem Teil, der mich dafür gänzlich überzeugt hat. Habe ich mich über die Relevanz von Waterloo im letzten Kapitel noch etwas "beschwert", strafst du mich sofort lügen. Ich mochte die Intensität des Gespräches, auch wenn ich ehrlich überrascht bin, dass Carla sich so von Waterloo überrumpeln lassen konnte. Jede Zeile dachte ich, dass sie nur die Unterlegene spielt, aber wäre sie Waterloo ernsthaft unterlegen gewesen, wenn Lorca nicht eingegriffen hätte?
      Persönlich glaube ich nicht, dass dies Waterloos Ende sein soll, auch wenn ich zugeben muss, dass dieses wenig glorreiche Ende durchaus etwas wäre, was tragischerweise zu unserem Choochoomenschen passen würde. Dennoch sehe ich bei Waterloo noch einen wichtigen Verbündeten für die Kopfgeldjäger und vielleicht auch die Möglichkeit für Luca zu verschwinden, nachdem Mercedes und die anderen anderweitig gebunden zu sein scheinen.

      Joa...ein solides Kapitel würde ich sagen, welches ein paar Schwächen hatte, die ich aber auch nicht wirklich auf den Punkt bringen kann.
      Ich freu mich auf mehr.

      - V.
    • Kapitel 132 Herz & Hymnen

      Tja was soll ich sagen, das Kapitel ist schon fast drei Wochen alt und erst jetzt kommt mein Kommentar. Als Begründung kann ich nur viel Arbeit und die Einrichtung meines neuen PCs anbringen sowie den Verlust der Routine zeitnah zu kommentieren, was der allgemeinen Stille im FF-Bereich geschuldet ist. Wünschen wir uns allen, dass diese in diesem Jahr nicht weiter anhält.

      Den ersten Teil finde ich schon sehr interessant geschrieben, auch wenn er uns nicht mit wirklich neuen Informationen versorgt. Im eigentlichen sinne geht es darum, wer von den beiden, aufgrund seiner Taten der "schlechtere" Mensch ist, wobei jeder aufgrund seiner eigenen Geschichte, Hintergründe, Taten und Wissen argumentiert. Letztendlich sind beide keine "Engel" und haben ihre jeweiligen Tonnen zu tragen, wobei sie sich selbst immer noch als (etwas) besser ansehen als den jeweiligen Anderen. Im weiteren Sinne würde ich aber derzeit eher Mary den Sieg zusprechen, da sie immerhin vor Ort bleibt und sich um ihre Mädchen/Opfer weiter kümmert bzw sie bekommt viel mehr von den Folgen ihrer Handlungen mit, da sich die KGJ nach jeder ihrer Aktionen wieder auf dem Weg machen und die zurückgebliebene Zivilbevölkerung das Chaos, was ihre Kämpfe hinterlassen haben, beseitigen muss. Dies gilt für die völlig Zerstörte Hauptstadt von Caligula, die vielen Zerstörungen und Opfer in PS genauso wie die wenigen Überlebenden von SS ursprünglicher Bevölkerung und um etwas fair zu bleiben, die Highsociety im Schloss wird auch nicht überlebt haben, aber um die ist es wenig Schade.

      Die zusätzliche Leiche bei den >de Lucas< war als nicht der kleine Timmy, sondern Caesar Milano der Herr des Schwarzmarktes aus dem Caligula Arc. Dachte ich zunächst, du hättest den Namen de Luca nur gewählt, um uns und Mercedes nervös zu machen bzw Carla darüber eine weitere Botschaft an die KGJ senden wollte, erkenne ich nun einen viel größeren… Witz, Zusammenhang oder wie immer man es ausdrücken möchte. Wir Erinnern uns, auf Caligula hat sich Luca als Sherlock verkleidet, um nicht aufzufallen. Sherlock stellte sich damals als jemand aus dem Land der Teetrinker, also Fountleroy Island vor. Jetzt treffen wir im Fountleroy Island Arc wieder auf Caesar, im Haus der Familie de Luca… Irgendwie gefallen mir diese Übertragungen/Überschneidungen.

      Aber zurück zum eigentlichen Geschehen. Mercedes wird irgendwie auf einen der Agenten von Cassiopeia aufmerksam, der sie, zusammen mit seinen unsichtbaren Kollegen, weiter im Auge behalten sollen. Wie sie das genau geschafft hat, bleibt zwar noch offen, aber sie wird nicht umsonst in der Unterwelt überlebt haben, auch wenn sie noch keine bis kaum Erfahrungen in der Agentenwelt hat. Alles "schöne" Parallelgesellschaften, in denen so einiges passieren kann, wenn man nicht aufpasst. Jedenfalls hat Cassiopeia noch irgendetwas mit Mercedes vor, nachdem sie in Nickleby durch ihre Aktion mit Carla nicht mehr zu gebrauchen ist. Zwar hat sie eigentlich keine Lust dazu, aber der Agent zeigt ihr seine Teufelskraft vollkommen mit dem Hintergrund zu verschmelzen, um ihr klarzumachen, dass im besonderen er, immer und überall zuschlagen kann, sollte sie zu einem Problem werden. Jedenfalls fährt sie nun erst mal nach Copperfield, wo Ulysses irgendetwas geplant hat oder am vorbereiten ist. Wahrscheinlich irgendeinen „Zaubertick“ um Fountleroy Island und das ganze Commonwealth zu schwächen, damit Saoirse Láire Irland frei sein kann. Ob er dort jetzt aber eine fountloryische Armee Verschwinden lassen will oder eine larische auftaucht lassen möchte, vermag ich noch nicht zu sagen. (ich hoffe die Bezeichnungen sind so richtig gewählt.^^) Sofern es bei dem Namen nicht um den Roman von Charles Dickens geht, über dessen Existenz mich Wikipedia gerade unterrichtet hat.^^

      Das Highlight des Kapitels ist aber definitiv Waterloo, der durch Etans Andeutungen misstrauisch geworden Carlas Safe durchsucht und überraschend fündig wird. Besonders überraschend oder doch eher ungewohnt ist es , Carla jetzt zum zweitem Mal innerhalb kurzer Zeit eine solche schwäche Zeigen zu sehen. Zunächst verliert sie ihr Wortduell gegen Mercedes und jetzt wird ihre kämpferische Schwäche gnadenlos von Waterloo aufgezeigt. Wäre Dionisia nicht aufgetaucht hätten die KGJ ein riesen Problem weniger gehabt oder eins mehr, da sie ohne Carla nicht mehr "so einfach" an Ulysses ran gekommen wären, um Cassiopeias Auftrag zu erfüllen. Weiterhin wissen wir jetzt auch, dass Waterloo bei Etain, wahrscheinlich auf ihren Befehl hin gehandelt hat.

      Ähmm mir will gerade keine gute Schlussbemerkung einfallen, vielleicht Editiere ich später noch eine, wenn mir etwas eingefallen ist. Aber jetzt muss ich erst mal noch was anderes Erledigen. ^^
      :thumbsup: Nicht nur in One Piece die reine Wahrheit: :thumbsup:
      Pirates are evil?!!... ...The Marines are Justice?!!
      These labels have been passed around Heaven knows how many times...!!!
      Kids who have never known peace... ...and kids who have never known war... ...Their values are too different!!!
      Whoever stands at the top can define right and wrong as they see fit!!!
      Right now, we stand in neutral territory!!!
      "Justice will prevail"?!... ...Well, sure it will!
      Whoever prevails... ...is Justice!!!! (Doflamingo)

      So kann man es aber auch sehen
      "THERE IS NO JUSTICE, THERE IS ONLY ME!"
      Death, Discworld, Terry Pratchett