Marvel auf Netflix: Daredevil, Jessica Jones, Luke Cage

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    • Daredevil & Jessica Jones: Neue Staffeln wohl nicht vor 2018!

      Das hat nun Netflix-Chef Ted Sarandos auf der TCA-Press Tour (Television Critics Association) bekannt gegeben. Demnach wolle man bei Netflix weiterhin seinem Konzept von zwei Marvel Serien pro Jahr treu bleiben, womit Luke Cage, Iron Fist und The Defenders die noch verbliebenen Serienplätze für 2016/2017 einnehmen werden.
      Auch steht noch das Daredevil Spin-Off zum Punisher aus, das unlängst von Netflix bestätigt wurde. Es wäre dadurch also auch durchaus denkbar, dass sich eine der beiden Serienfortsetzungen sogar erst für 2019 einen Startplatz sichern können wird. Das gilt erst mal noch abzuwarten. Zumindest in The Defenders werden wir alle bis dato bestätigten Netflix-Helden wiedersehen. Vielleicht sogar Frank Castle für einen Gastauftritt. Auf die Frage hin, ob man diesen sehen würde, sagte Sarandos nur "Stay tuned", statt ein klares Dementi zu geben. Würde mich auf jeden Fall freuen, da er für mich der eigentliche Star der letzten Daredevil Staffel war.

      So oder so bin ich zum einen froh, dass man dem bisherigen Konzept treu bleiben möchte, da ich mir so das dauernde Geheule über eine "Übersättigung" nicht geben muss, auf der anderen Seite ist es allerdings auch recht schade, da ich nur zu gerne wissen möchte, wie es bei Matt und Jessica denn nun weitergeht. Beide Staffeln hatten ein recht offenes Ende und auf deren Auflösung nun zwei, bei Jessica Jones eventuell sogar gute drei, Jahre warten zu müssen, find ich alles andere als erfreulich. Bei Blockbuster Filmen ist man eine solche Wartezeit ja gewohnt, aber nicht bei Serien, die für gewöhnlich jährlich fortgesetzt werden.

      Wie auch immer, ich freu mich auf jeden Fall darüber das MCU, in diesem Fall speziell das Serienformat auf Netflix, weiterhin wachsen zu sehen und hoffe, dass die nächsten, neuen Helden ebenfalls so zu überzeugen wissen werden, wie Matt und Jessica vor ihnen. Zumindest bei Luke Cage bin ich da - trotz des gelungenen Trailers - bisher noch etwas skeptisch, da er für mich bei Jessica Jones einer der wenigen Schwachpunkte war.
    • Finde das ehrlich gesagt etwas schade, da JJ wahrscheinlich meine Lieblingsserie aller Zeiten ist, auch besser als Daredevil bin aber erst am Anfang von Staffel 2 und selbst da ist der Punisher der definitive Star.

      Iron Fist und Defenders sieht gut aus und ich vertraue den Leuten da, dass sie wieder diesen realistischen, dunklen Ton beibehalten, der diese Serien so verdammt gut macht.

      Luke Cage fand ich in JJ extrem langweilig und nichtssagend (wobei N.U.K.E. definitiv der schlechteste Handlungsstrang war), aber der Trailer hat mir gut gefallen.

      Musik - Check
      Humor - Check
      Action - Check.
      Style - Check
      Einzigartigkeit - Check
      Diese "Come at me !" - Pose wirkte auch verdammt lässig.

      Und ich bin ganz froh, dass sie sich sehr viel Zeit lassen und das ganze langsam erweitern. Zu viele Spin-Offs und Serien in einem Universum nebeneinander können sehr zerstörerisch wirken *hust Arrow Season 3 und vor allem 4 hust*
    • Luke Cage | Official Trailer


      Ich muss ja sagen, dass ich zu denjenigen gehöre, die der Serie zu Luke Cage ein wenig skeptisch gegenüber stehen, da ich ihn für einen der wenigen Schwachpunkte in Jessica Jones gesehen habe, was dort aber wohl auch seiner recht eindimensionalen Rolle geschuldet war. Dieser Trailer jedoch gefällt mir schon mal extrem gut und macht durchaus Bock auf mehr! Und, auch wenn es bisher erst drei Marvel/Netflix Kooperationen zu bestaunen gibt (neben Jessica Jones noch die ersten zwei Staffeln Daredevil), so gab es darunter bisher noch nichts, was schlechter als hervorragend gewertet werden kann. Auch wenn ich meine Skepis noch nicht ganz ablegen konnte, so glaube ich schon, dass auch Luke Cage ein ähnliches Niveau besitzen wird. An die zweite Staffel von Daredevil wird's für mich aber wohl kaum heranreichen, weil ich dazu einfach noch immer zu begeistert von Jon Bernthal als Frank Castle alias The Punisher bin!

      So oder so ... Nach diesem Trailer freu ich mich nun auch auf Luke Cage bei Netflix! Dürfte wieder was sehr Großes bei herum kommen!
    • Kommen wir einmal kurz zu Luke Cage


      Nun was soll man gross sagen ausser das diese 1. Staffel ausgezeichnet war? Luke, der ein typischer Antiheld ist und ein Staffelende das solch einem Typen entgegen kommt? Nebst Daredevil und Jessica Jones die 3. richtig gute Marvel Serie die von Netflix kommt und ich bin einfach begeistert. Ich selbst war schon in Harlem und die Charakteristik der Schwarzen dort kommt wirklich gut rüber und das teils bis in die kleinste Details, nähmlich jenes das die Leute oft einfach mal klartext reden sollten als um den Brei herum.

      Harlem wurde wirklich gut dargestellt und auch Luke der nicht wirklich ein Held sein möchte, der nicht um diese Kräfte gebeten hat usw.

      Auch die Wendungen um den Antagonisten etc. waren gut und habe ich so nicht kommen sehen.

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      Auch sein Tot hatte ich nicht kommen sehen, denn selbst nachdem er aus dem Fenster flog dachte ich immer noch der erholt sich. Erst nachdem sie ca. schon 10x auf ihn einschlug merkte ich fuuuuuuuuuuuuuuck der stirbst ja richtig. - fuck :D

      Das man natürlich den Hauptantagonisten dann noch unter diesen Religiösen kram stopfte gehört nunmal zu Harlem


      Das Ende war ja dann doch ziemlich offen wobei sich vieles schon zeigte für Staffel 2 und ich denke da kommen nicht wirklich mehr Leute dazu oder sieht das jemand anders?

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      • Wir haben den älteren Typ in Pops Laden welcher die Akte von Luke hat und dank dem super Anwalt von Claire in Staffel 2 denk ich diesem aus dem Knast holt
      • Wir haben unseren Verrückten Arzt welcher den Halbbruder von Luke wieder aufpolieren wird.
      • Wir haben Misty die am System und sich selbst zweifelt und wieder zu sich selbst finden muss
      • Wir haben Mariah die nun das sagen hat in Harlem
      Alles iin allem ist eine Staffel 2 ja schon fertig und mit dem Ende der Staffel auch schon vieles vorbereitet, denn die Schlacht ist noch nicht zu ende. Es ist lediglich ein Kampf ausgetragen der - man kann sagen - unentschieden endet den gewonnen hat eigentlich niemand so richtig.


      Kommen wir noch zu ein wenig kritik.

      Kritisch erachte ich die Trailer die man sieht:

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      Ich meine Luke wird angeschossen gleich 2x und trotzdem hatte ich nie angst um ihn. Es war eher ein "kommt schon leute - da geht doch schneller,.......los, wir wissen ihr pimpt den wieder. gogogo ogogogo 111elf los macht schon - himmel nochmals warum dauert das so lange...........und warum war das so?

      Das war wegen 1 Stelle im Trailer, nähmlich jener wo er in den Laden geht, die 2 Typen k.o. schlägt und dann den Hoodie tauscht. Bis zum Zeitpunkt x. an welchem er den Schuss kassiert hatte kam die Stelle nicht, will heissen, das diese noch kommen muss und es ist garantier KEINE Rückblende weil die Leute Luke erkannt haben, ergo muss die Stelle noch kommen und weil er da wieder Fit wie ein Pudel war heisst das so viel wie, die schussverletzung und die gefühlt 2 Folgen sind so fürn Eimer und sämtliche Spannung ist weg weil man aus dem Trailer einfach wusste.......Luke wird wieder ganz der alte.

      So was nervt mich extremst aber da muss die schuld beim Typen gesucht werden der umbedingt diesen Joke in den Trailer bringen wollte, denn schliesslich haben sie den Hauptantagonisten hinter Cottonmouth auch aus dem Trailer geschnitten sowie Seegate etc. - Warum nicht also nur mit Material arbeiten bevor das Drama eintritt?


      Aber ansontsen - Coole 1. staffel.
    • Marvel's Luke Cage

      Nachdem ich die erste Staffel von Luke Cage auch gesehen habe, möchte ich auch mal eine kleine Rezension dazu schreiben. Ich halte mich dabei möglichst spoilerfrei.

      Insgesamt hat mir die Serie gefallen, wie auch schon Daredevil und Jessica Jones. Trotzdem muss ich sagen, dass Luke Cage bisher die schwächste Serie aus dem Netflix MCU gewesen ist, was vor allem daran liegt, dass die Serie in der zweiten Hälfte so einige Inkonsistenzen und Schwächen vorzuweisen hat. Aber erst mal das Positive.

      Der allgemeine Stil der Serie ist richtig gut. Es ist bei Weitem nicht so düster und trüb wie in Daredevil oder Jessica Jones und allgemein wirkt alles lebendiger. Harlem wird als ein symphatisches Stadtviertel gezeigt, wo die Menschen sich auch so verhalten als wären sie von dort, wodurch der Schauplatz des Geschehens mehr Persönlichkeit bekommt als etwa Hell's Kitchen. Wir sehen wichtige Orte, die immer wieder wichtig für die Handlung werden, wie Pop's Barber Shop, Harlem's Paradise und sogar den United Palace. Wir erfahren von Charakteren, die legendär in Harlem waren, wenn auch nur im Marvel Universum, und erfahren vieles zu ihrem Erbe. Es wird einfach Harlem als ein großes und komplexes Viertel präsentiert und wirkt deshalb sehr lebhaft.

      Vor allem die Musik ist on point, genau das, was man von einer Serie die in Harlem spielt, erwarten sollte. Die Livemusik Performances im Harlem's Paradise Club, die oft auch mit anderen Szenen gemischt wurden, gehören zu den großartigsten Szenen in Luke Cage. Von Raphael Saadiq, Wu-Tang Clan und Jidenna bis zu Delphonics und Dusty Springfield und sogar Namedropping mit unter anderem A$ap Rocky, musikalisch ist die Serie meiner Meinung nach unantastbar.

      Von der Stilistik abgesehen, haben mir auch viele der Charaktere gefallen. Mike Colter spielt einen sehr symphatischen Luke Cage, Frankie Faison ist perfekt für die Rolle des Ex-Gangsters und Mentors von Luke als "Pop" und vor allem Mahershala Ali (den viele als Remy Danton aus House of Cards kennen sollten) als Cornell "Cottenmouth" Stokes ist exzellent in seiner Antagonistenrolle. War definitiv mein Lieblingscharakter in der Serie. Allgemein gab es kaum einen Charakter, der mir nicht gefallen hat. Mariah Dillard als korrupte Politikerin, Misty Knight als Detective, die gleich zu Beginn mit Luke einen "Kaffee" trinken geht, Shades als Harlem's "Littlefinger", selbst Diamondback, der erst ziemlich spät wichtig wird, alles wirklich tolle Charaktere.

      Die Kampfszenen dagegen sind nicht besonders interessant abgesehen von wenigen Ausnahmen. Allerdings ist das nicht wirklich etwas Negatives. Luke Cage ist eben jemand der kugelsicher ist und übermenschliche Stärke besitzt. Die Kriminellen in Harlem sind diesmal jetzt auch keine Ninjas und haben auch wirklich nichts drauf außer draufballern, da sollte man jetzt auch nicht mehr erwarten als einen Luke, der seine Gegner kurz gegen eine Wand klatscht und weiter marschiert.

      Das Negative an der Serie liegt eher am Script. Ab einem bestimmten Punkt wurde mir die Serie etwas sehr zäh und es wirkte teilweise so, als würde man nur versuchen Zeit zu schinden. Wie auch bei Daredevil und Jessica Jones hätte Luke Cage auch mit weniger Episoden auskommen können. Anstelle von 13 wäre ich wahrscheinlich mit etwa 10 Folgen zufriedener gewesen, weil man locker die Handlung von 3 Folgen rausschneiden kann, um das Pacing der Serie ertragbarer zu machen. Ich will nicht sagen, dass die Serie ab der zweiten Hälfte schlechter wird, da ich finde, dass die Serie genauso stark endet wie sie beginnt. Es gibt lediglich einen Part in der zweiten Hälfte, den ich als schwächsten Teil von Luke Cage bezeichnen würde.
      Das Problem ist aber nicht nur das Pacing, sondern auch die Inkonsistenzen, die gerade während dem erwähnten Part am stärksten auftreten. Mal wird etwas versucht wissenschaftlich zu erklären und es klingt total bescheuert, mal wird diese "Wissenschaft" angewendet und es sieht so aus, als würde ein Fünftklässler mit seinem Chemie Starterkit spielen. Dazu werden Plotelemente einfach vergessen oder nicht gezeigt, was aber hauptsächlich daran liegt, dass einige Szenen plötzlich merkwürdig geschnitten sind. Der ganze angesprochene Part kam mir einfach sehr merkwürdig vor und ich habe keine Ahnung ob es an den Drehbüchern, an der Produktion oder an der Regie lag, aber irgendwas hat mich komplett aus der Serie genommen.

      Die letzten drei Folgen waren aber wieder richtig stark und konnten die Serie wie ich finde noch retten, auch wenn ich erst meine Zweifel hatte, nachdem ich dachte die Immersion wär weg. Wie gesagt, weniger ist mehr. Netflix Shows mit 13 Folgen können ja wirklich schön und gut sein, wenn sie auch gut genutzt werden, wie in House of Cards, aber gerade bei den Marvel Serien kommt es mir oft so vor, als würden ein paar Folgen eher dem Pacing schaden.

      Vielleicht klingt meine Kritik jetzt übertriebener als sie ist, denn insgesamt hat mir die Serie schon ziemlich gefallen. Die positiven Aspekte überwiegen die Negativen deutlich und sowohl Luke Cage selbst, als auch einige der tollen Nebencharaktere und Antagonisten in dieser Serie, würde ich als meine Favoriten im MCU bezeichnen. Allgemein würde ich trotzdem bisher sagen: Daredevil > Jessica Jones > Luke Cage - wenn auch die Qualität nicht zu weit voneinander entfernt ist. Abgesehen davon freue ich mich jetzt auch auf Iron Fist, der mit seinem Kung-Fu Stil etwas mehr in Richtung Daredevil mitbringen sollte.

      Zu guter Letzt hier mein persönlicher Lieblingssong aus der Serie, der von Method Man als Charakter in der Serie extra für Luke Cage geschrieben wurde. Mega cooler Moment in der Serie.

    • Der finale Trailer von Iron Fist ist da!


      Man ist das mal ein Hype-Trailer. :D Auch wenn die Musik ein wenig gewöhnungsbedürftig ist. Zum Cast und welche Charaktere neben Danny Rand/Iron Fist noch auftreten werden, habe ich ja hier und im Marvel-Thread schon genug geschrieben. Ich hatte schon fast vergessen, dass es am 17. März schon losgeht, da kam der Trailer genau richtig. Iron Fist wurde ja schon leicht in der ersten Staffel von Daredevil mit Madame Gao angeteasert, die ja sehr wahrscheinlich aus K'un L'un kommt. Genauso wie das auftreten von Hogarth in Jessica Jones, welche die Familienanwältin der Rands ist. Wenn sie sich an die Vorlage halten, dann werden wir noch beeindruckendere Martial-Arts Kämpfe sehen als wir es schon bei Daredevil gesehen haben und der Trailer war ja auch schon sehr vielversprechend. Dank der Iron Fist dürfte diese Serie wohl die Marvel-Netflixserie mit dem meisten CGI sein, wie man ganz am Ende vom Trailer ganz gut sieht. Wer weiß vielleicht ist dann auch der Drache drin, gegen den Danny in K'un L'un kämpft um die Iron Fist zu erlangen. ^^

      Übrigens Netflix bricht mit der Regel zwei Marvel Staffeln pro Jahr zu bringen, denn dieses Jahr kommen nicht nur Iron Fist und Defenders, sondern Ende des Jahres kommt auch noch die Punisher-Serie! Vermutlich, weil Defenders nur 8 Folgen haben wird. Zu Defenders gibt es seit einiger Zeit auch noch ein paar Neuigkeiten. und zwar wird die eigens für die Serie neu geschriebene Gegenspielerin von Sigourney Weaver gespielt, welche ja schon eine große Hausnummer ist. Es gibt auch erste Bilder zu der Serie wie zum Beispiel folgendes Gruppenbild:




      Aber es gibt noch mehr Bilder. Mit der Castingliste und den Bildern kann man schon ein wenig die Handlung abschätzen. Deswegen werde ich folgendes in einen Spoiler packen.

      Spoiler anzeigen
      Und zwar werden die Handlungen der jeweils vier Serien wohl exakt dort fortgesetzt wo diese aufgehört haben. Luka Cage ist im Gefängnis und wird wahrscheinlich dann von Murdok rausgeholt. JJ ist in Haft und trifft dort auf Misty. Auch das Elektra in der Castliste auftaucht bedeutet wohl, dass das Ende von der zweiten Staffel Daredevil mit der Wiederbelebung von Elektra fortgesetzt wird. Deswegen vermute ich mal, dass Weaver wahrscheinlich ein Mitglied der Hand spielt oder so und Elektra anfangs gegen die Defenders kämpfen wird.
    • Iron Fist - Feedback

      Hab die neue Marvel Serie auf Netflix nun mal innerhalb der letzten drei Tage komplett durchgesuchtet und ja: Ich kann die negativen Kritiken, die ja schon seit Längerem kursieren, mal wieder überhaupt nicht nachvollziehen. Marvel's Iron Fist wird in der Presse derweil als erster Fehlschlag seitens Netflix - bzgl. der Marvel Serien - betitelt. Kurioser Weise gefällt sie mir allerdings um Längen besser, als Luke Cage, die ca. ab der zweiten Staffelhälfte doch unglaublich abgeflacht ist. Hier sehe ich dieses Problem keineswegs entstehen.
      Die Story find ich allgemein sehr gut gescriptet, wenn auch an einigen Stellen extrem vorhersehbar, ebenso wie mir die meisten Charaktere - und deren Entwicklungen - hervorragend gefallen haben. Das gilt insbesondere für die drei Meachum's. Deren unterschiedliche Ziele, Vorgehensweisen, Persönlichkeiten und Interessen haben nicht selten zu extrem dichten Handlungsbögen geführt, die an einem gewissen Punkt immer wieder kollidiert sind. Dadurch hat sich eine recht interessante Dynamik, abseits der Handlung rundum Danny Rands, entwickelt, die mich fast die gesamte Staffel hinweg zu unterhalten wusste. Dagegen wirkte Danny selbst, hier und dort, sogar verhältnismäßig flach, was aber auch nie von langer Dauer war und spätestens, wenn es für ihn um persönliche Angelegenheiten ging, auch wieder schnell revidiert wurde.
      Auch die Kämpfe fand ich größenteils wirklich gut gemacht. Persönlich hab ich mich sehr darauf gefreut, nach den eher "stumpfen" Kämpfen des Übermenschen Luke Cage, wieder ordentlich choreographierte Martial-Arts-Einlagen zu bekommen. Und die gab es auch in Hülle und Fülle, auch wenn sie nicht mit denen der ersten beiden Staffeln von Daredevil mithalten konnten. Wovon ich aber auch von vornherein nicht ausgegangen bin.

      Perfekt ist die Serie aber natürlich nicht. Was mir persönlich an Iron Fist ein wenig sauer aufgestoßen ist, sind dagegen mehrere vereinzelte Kleinigkeiten. Darunter fallen einige Dialoge, die nicht nur hölzern wirken, sondern manchmal auch unfreiwillig komisch daher kommen. Aber auch manche (abschließende) Charakterentwicklung empfand ich als äußerst unpassend. Um nichts vorweg zu nehmen packe ich das Folgende daher mal vorsichtshalber in einen Spoiler:

      Lesen auf eigene Gefahr
      Gen Ende, nachdem Harold tot ist und Danny nicht nur bemerkt hat, dass er die Hand nicht nur nicht besiegt hat, sondern alles nur noch viel schlimmer gemacht hat, unterhält sich der wütende und rachsüchtige Davos mit der gekränkten und verletzten Joy. Dabei redet er davon, dass alles, was in ihrem Leben nun schief gelaufen ist, Dannys Schuld sei und dass er ihr helfen könnte ihr altes Leben zurück zu bekommen, in dem sie Danny töten ... Und sie scheint einzuwilligen. Obwohl Danny es kurz zuvor noch war, der ihr das Leben gerettet hat.

      Prinzipiell empfinde ich diese Entwicklung jetzt nicht als schlecht - denn sie eröffnet neue Möglichkeiten für eine zweite Staffel, die es wohl geben wird, egal wie vernichtend die Kritiken nun auch waren - allerdings hätte man diese im Vorfeld besser aufziehen können. So wirkte es aber wie ein klassischer "Asspull", den es an diesem Punkt der Serie einfach nicht gebraucht hätte.

      Doch von diesen zwei Kritikpunkten mal ganz abgesehen, wusste mich Iron Fist wirklich ausgesprochen gut zu unterhalten. Wesentlich besser, als Luke Cage, für die ich mehrere Anläufe gebraucht habe. An die beiden Daredevil Staffeln und an Jessica Jones reicht aber auch Iron Fist nicht heran, womit ich aber auch nicht gerechnet habe.
      Jetzt freue ich mich aber erst mal auf The Defenders, die ja wesentlich kürzer ausfallen soll, wobei ich mich da imo echt noch frage, wie man so viel Stoff in gerade einmal acht Episoden pressen will. Alleine um die vier Helden zusammen zu führen (insbesondere Luke Cage und Danny Rand) könnte man mindestens zwei einzelne Folgen aufbringen. Ich für meinen Teil bin also schon sehr auf die Umsetzung dessen gespannt, muss aber auch ganz ehrlich zugeben, dass mich die Serie The Punisher, die ja Ende des Jahres auch noch kommen soll, doch viel viel mehr reizt. Dafür hat Jon Bernthal in der zweiten Daredevil Staffel doch eindrucksvoll gesorgt!



      Um jetzt vielleicht noch mal einen Abschluss zu Iron Fist zu ziehen: Wer die bisherigen Netflix Produktionen von Marvel gemocht hat, der wird auch Iron Fist mögen!
    • OneBrunou schrieb:

      Perfekt ist die Serie aber natürlich nicht. Was mir persönlich an Iron Fist ein wenig sauer aufgestoßen ist, sind dagegen mehrere vereinzelte Kleinigkeiten. Darunter fallen einige Dialoge, die nicht nur hölzern wirken, sondern manchmal auch unfreiwillig komisch daher kommen. Aber auch manche (abschließende) Charakterentwicklung empfand ich als äußerst unpassend. Um nichts vorweg zu nehmen packe ich das Folgende daher mal vorsichtshalber in einen Spoiler:
      Also ich fand da einiges mehr nicht ok. Mich haben vor allem die ersten 2 Folgen unglaublich nerven gekostet weil es gefühlt nicht vorwärts geht. Ich muss aber auch gestehen das ich die Iron Fist auf Comic Ebene nicht kannte aber meine Vorstellung war an den Typ eine andere.

      Für mich war Iron Fist in der Vorstellung ein Typ der grosses Selbstvertrauen hat und sich zum Ziel setzte nicht nur die Tore von K'un-Lun zu beschützen sondern auch in die Welt geht und die Hand besiegen will. Das wäre insofern gerechtfertigt weil er als aussenstehender eine andere Vorstellung von der Aufgabe als Iron Fist hat gegenüber eigengewächs des Klosters.

      Aber über die ganze Serie hinweg sieht man ein in sich zweifelnder Mensch der ein rationales Denkvermögen hat das in den Kinderschuhen stecken geblieben ist. Mich hat das so genervt das man einen Typ als Iron Fist hat der sich seines Jobs überhaupt nicht im klaren ist und auch das Kloster scheint hier keine grosse Hilfe gewesen zu sein. Es scheint fast so,. als würden die nix tun ausser den Kampf trainieren aber nicht mit den Leuten zu reden.

      Das Kloster resp. K'un-Lun selbst war mir schlecht dargestellt. Ausser einen Aussenriss + kammern wo man Leuten den Rücken blutig schlägt gab es nicht. Ich hätte da mehr erwartet und weniger komische Dialoge wo man sich ein Facepalm gibt weil sie so Mühsam sind.


      Wie gesagt gerade die ersten beiden Folgen waren da sau dumm für mich. Ich meine es ist New York. Es ist die Stadt mit der grössten Heldenquote und Geschehnisse. Es ist die Stadt die gefühlt schon 100x in Schutt und Asche gelegt wurde.

      • Die Avengers
      • Iron Man
      • Thor
      • Hulk
      • Spider Mann
      • Daredevil
      • Jessica Jones
      • Luke Cage


      Es ist die Stadt die erleben durfte das es Aliens gibt die ein grosses Portal eröffnet haben. Es ist die Stadt wo jeder einen grünen Man herumspringen sahen. etc. etc.

      Und dann kommt in der ersten Folge ein Typ der augenscheinlich tot sein müsste zurück und die Kinder die jetzt im Vorstand sitzen reagieren als gäbe es keine Möglichkeit das es wirklich Dany Rant ist. Entschuldigt aber für mich ist das mehr als pure Naivität. Klar, selbst wäre es sicherlich nicht leicht zu verstehen. Aber diese absolute totalblockade hat mich dann schon stark gestört.

      Vor allem weil ihre Sichtweise nur auf das Geld war und das Menschliche komplette daneben gelassen wurde. Ich fand das nicht gut.
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      Aber auch das Ende der Staffel hat mich hinsichtlich von The defenders gestört. Iron Fist geht zurück, findet den Schaden vor und was jetzt? Worin liegt sein ziel? Das wiederfinden von K'un-Lun oder die Aufgaben als the defenders in New York? Wie will Marvel hier jetzt die Brücke schlagen?

      In meinen Augen war Iron Fist nicht die beste Umsetzung gemessen an meinen Vorstellungen die ich zum Charakter hatte und wie die Trailer aufgezogen wurde. Gemessen an den Trailer, dem Hype dahinter und gesehen was umgesetzt wurde war das für mich die schlechteste Serie die Marvel bisher gemacht hat.

      Hatte einfach eine andere Vorstellung.
    • Áyu schrieb:

      Für mich war Iron Fist in der Vorstellung ein Typ der grosses Selbstvertrauen hat und sich zum Ziel setzte nicht nur die Tore von K'un-Lun zu beschützen sondern auch in die Welt geht und die Hand besiegen will. Das wäre insofern gerechtfertigt weil er als aussenstehender eine andere Vorstellung von der Aufgabe als Iron Fist hat gegenüber eigengewächs des Klosters.
      Mir persönlich hat die grob umrissene, elitäre Haltung der Mönche von K'un-Lun dafür eigentlich ziemlich gut gefallen, ebenso wie Dannys Charakterisierung, weil es für mich aufgezeigt hat, dass wir es hier mit zwei Gruppierungen zu tun haben, die absolut keine Grautöne kennen: Die Mönche leben und trainieren einzig und alleine für den Zweck die Hand zu zerstören, dürfen ihr Land dafür aber auch nicht verlassen, sondern müssen - speziell die Iron Fist - die Tore bewachen und im Grunde darauf warten, dass die Hand sie angreift. Und für die Zerstörung der Hand würden sie jedes Opfer in Kauf nehmen. Selbst den Tod von Unschuldigen.
      Die Hand selbst ist eine extrem radikale Gruppierung, der es dagegen - insbesondere in dieser Staffel - eigentlich nur ums Geld und dem damit einhergehenden Einfluss geht. Danny stand hier jetzt stark zwischen den Parteien und hat für sich selbst einfach herausgefunden, und das eigentlich auch schon relativ schnell in der Serie, dass der Weg der Mönche nicht der Richtige ist. Jedenfalls nicht für ihn.
      Nicht umsonst sprach er immer wieder davon, dass er nicht nur die Iron Fist, sondern auch Danny Rand sei. Er ist ein Mann mit zwei Identitäten, allerdings nur mit einem Charakter. Dass er da letztlich seinen eigenen Weg gegangen ist, fand ich jedenfalls nur folgerichtig. Und anhand der Entwicklung von Davos wird auch deutlich, dass die Mönche mit seiner Einstellung alles andere als einverstanden sind.

      Áyu schrieb:

      Und dann kommt in der ersten Folge ein Typ der augenscheinlich tot sein müsste zurück und die Kinder die jetzt im Vorstand sitzen reagieren als gäbe es keine Möglichkeit das es wirklich Dany Rant ist. Entschuldigt aber für mich ist das mehr als pure Naivität. Klar, selbst wäre es sicherlich nicht leicht zu verstehen. Aber diese absolute totalblockade hat mich dann schon stark gestört.
      Wenn jemand nach 15 Jahren plötzlich auftaucht und behauptet jemand zu sein, der damals augenscheinlich durch einen Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist, dann würde wohl jeder an der Echtheit dieser Aussagen zweifeln. Da ist es doch völlig irrelevant, ob die Stadt nun schon zwei oder zehn Mal in Schutt und Asche gelegt wurde - u.a. durch Aliens - das ist einfach eine durch und durch menschliche Reaktion.
      Insbesondere die von Joy, die zwar auch zunächst abblockte, aber doch bedeutend schneller ins Grübeln kam, als Ward. Denn zu Anfang war es doch maßgeblich er, der wirklich vollkommen abblockte und einfach nicht wahr haben wollte, dass dieser Kerl tatsächlich Danny war. Und das eben hauptsächlich wegen der Firma, die er und seine Schwester zu leiten hatten und die er auch künftig alleine leiten wollte. Joy selbst änderte ihren Blickwinkel da doch vergleichsweise schnell und wie gesagt, mich persönlich hat das überhaupt nicht gestört, weil ich diese Art der Reaktion - zumindest anfänglich - voll und ganz nachvollziehen kann und auch erst mal skeptisch wäre, wenn vor mir plötzlich jemand steht, der behauptet er wäre ein Kindheitsfreund von mir, der aber schon seit über einem Jahrzehnt für tot gehalten wurde. Und dass sämtliche Unterlagen, die die Echtheit seiner Identität bestätigt hätten, im Vorfeld und währenddessen vernichtet wurden, hat die Sache da auch nicht wirklich besser gemacht. Gestört hat mich zu Anfang daher tatsächlich nur Ward, aber nicht Joy. Die hat mich eher am Ende der Staffel ganz schön auf die Palme gebracht.

      Áyu schrieb:

      Aber auch das Ende der Staffel hat mich hinsichtlich von The defenders gestört. Iron Fist geht zurück, findet den Schaden vor und was jetzt? Worin liegt sein ziel? Das wiederfinden von K'un-Lun oder die Aufgaben als the defenders in New York? Wie will Marvel hier jetzt die Brücke schlagen?
      Viele Möglichkeiten sehe ich hier imo auch nicht wirklich. Stören tut mich das allerdings nicht, immerhin muss ja auch bei Luke Cage noch die Brücke zu The Defenders geschlagen werden, dessen Ende ja ebenso offen war. Stören tut mich das nicht, es macht mich eher neugierig darauf zu sehen, wie Marvel die Ereignisse letztlich miteinander verknüpfen will, um alle vier Netflix-Helden auf dem Bildschirm zu vereinen.

      Ich muss grundsätzlich allerdings auch sagen, dass ich von der Serie im Vorfeld nicht vielmehr gesehen habe, als einen kurzen Teaser. Persönlich hatte ich daher auch überhaupt keine konkrete Vorstellung dessen, was mich dabei erwarten würde, weswegen sich meine Enttäuschung womöglich auch eher im Rahmen hält, als deine.
    • So, habe jetzt auch binnen weniger Tage "Iron Fist" geschaut und kann mich den vernichtenden Kritiken nicht unbedingt anschließen. Vollkommen aus der Luft gegriffen waren die Nörgeleien der Kritiker sicherlich nicht, aber den Zerriss kann ich nicht gutheißen.

      Zuerst, da ich mich hier bisher noch nicht zu Wort gemeldet habe: Die bisherigen Marvel-Serien fand ich allesamt gelungen, natürlich mit Abstufungen und aus verschiedenen Gründen. Daredevil, der für mich den komplexesten Vertreter bisher stellt, punktet durch die grandiose Aufmachung und den differenzierten Plot, Jessica Jones wartete mit den exzentrischsten, interessantesten und sympathischsten Charakteren auf, und Luke Cage überzeugte mich aufgrund der dichten und authentischen Harlem-Athmosphäre. Die exzellenten Casts und Schauspielleistungen muss man bei Marvel-Produktionen eigentlich gar nicht mehr erwähnen, oder? Allein die Tatsache, dass Charlie Cox mir nach dem Fiasko mit Ben Affleck Daredevil noch einmal schmackhaft machen konnte, spricht Bände. Brillante Besetzungen wie David Tennant als Kilgrave oder Vincent D'Onofrio als Fisk tun ihr übriges.

      So habe ich auch sofort gewusst, dass ich die Kritiken nicht allzu ernst nehmen muss. Solche Rezensionen basieren oft ohnehin zu einem Großteil auf dem Ego des Rezensenten, weshalb mir diese Zerrisse auf Grundlage von sechs Folgen herzlich egal waren. Und ich behielt recht: Während Iron Fist für meinen Geschmack zu langsam anläuft und nur sehr träge vorwärts kommt, nimmt die Handlung ab der 7. Episode richtig Fahrt auf. Irgendwie die verkehrte Version von Luke Cage, welche nach dem Tod von Cottonmouth arg an Ermüdungserscheinungen krankte. Iron Fist legt dann aber erst richtig los, wenn wir tiefer in die dunklen Strukturen von Rand und der Hand eintauchen. An dieser Stelle mag man vielleicht durch verbrannte Asche waten und ab und an beschlich auch mich das Gefühl, diesen oder jenen Plot schon einmal irgendwann und irgendwo gesehen zu haben - aber das ist auch die vierte Einführungsstaffel eines Comic-Helden bei Netflix. Mehr noch, zählt man das MCU mit ein. Danny Rand ist zudem weder der originellste, noch der sympathischste der Defenders, was die Sache nicht besser macht. Unter diesen Umständen fand ich die Handlung ziemlich unterhaltsam, die Entwicklungen waren ab Episode 7 spannend und am Ende hatte ich das Gefühl eine runde - wenngleich mitnichten perfekte oder einmalige - Geschichte verfolgt zu haben.

      Die Meachums und ihr Familienstreit - da stimme ich OB zu - fungierten hier nicht nur als willkommene Abwechslung zum dauerwütenden Danny, sondern konstruierten auch immer spannende Nebenstränge, die die Haupthandlung oft schnitten, bis alles am Ende zusammenführte. Dementsprechend muss ich die Kritiker an dieser Stelle kritisieren: Weder Ward noch sein Vater sind flache Widersacher. Gerade Ward macht im Laufe der Serie eine sehr emotionale Wandlung durch, die ich wirklich gern verfolgt habe. Immer wieder rutscht er in den Wahnsinn und ich für meinen Teil hoffte stets, dass er sich über seinen Vater erheben und mehr sein würde als dessen "Vermächtnis". War daher auch froh über das Ende, wenngleich seine Schwester den positiven Gesamteindruck wieder trübt. Ergibt natürlich nicht wirklich Sinn, dass sie Danny jetzt die Schuld für die Lügen und die Veränderungen gibt, obwohl sie um die Wiederauferstehung ihres Vater und dessen Spielchen im Hintergrund weiß. Nichtsdestotrotz halte ich die Meachums für gelungene Figuren, entgegen der Meinungen in den Rezensionen - aber das kommt halt davon, wenn man nur 6 von 13 Folgen vorab sehen kann und sich trotzdem beweisen will, cleverer als die Autoren zu sein. Einer der Gründe, wieso ich den meisten Kritiken nichts abgewinnen kann.

      Selbstverständlich taten die Kritiker der Serie aber nicht komplett unrecht. Der Anfang ist unglaublich zäh, träge und frustrierend, zumal Danny sich wie ein kleiner Junge verhält, der nicht versteht, warum seine Kindheitsfreunde nach 15 Jahren nicht sofort wieder Monopoly mit ihm spielen wollen. Sein Verhalten sollte wahrscheinlich die isolierten Jahre im Kloster verdeutlichen, dafür wurde er mir dann jedoch zu schnell der charmante Milliardär, der sich augenblicklich und clever Informationen beschafft und komplexe Komplotte binnen weniger Episoden durchschaut. Oder auch die "Entführung" von Ward in dem hochmodernen Auto, welches Danny trotz mangelnder Fahrerfahrung wie ein ausgebildeter Stunt-Fahrer durch ein enges Parkhaus jagt. Solche Kleinigkeiten zerkratzen das Bild etwas. Auch fehlt mir Dannys Antrieb, die Meachums um jeden Preis zu beschützen. Selbstverständlich verstehe ich, wieso er ihnen vertrauen und helfen will - insbesondere Harold nutzte die gemeinsamen Interessen gegen die Hand effektiv aus - aber es fehlte mir doch dieses finale Gefühl, dass die Meachums Danny wirklich etwas bedeuten. Als Joy etwa ihren Bruder fragte, wann sie das letzte Mal nicht über die Arbeit gesprochen hätten, stellte ich mir die selbe Frage bezogen auf Danny. 90% der Dialoge zwischen Danny und den Geschwistern sind sterile Geschäftseinzeiler über Rand. Danny soll zum Meeting erscheinen, Danny soll den Vorstand nicht verärgern, Danny soll diese Mitteilung vorlesen usw.
      Das Zwischenmenschliche blieb dabei auf der Strecke, sodass ich zwar die Beziehung zwischen Danny, Coleen und Claire sowie Joy und Ward nachvollziehen, jedoch nicht beide Stränge wirklich als Einheit betrachten konnte. Danny wirkte im Rand-Plot wie ein Fremdkörper, wodurch ich wenig mit Danny und den Meachums als gemeinsames Konstrukt anzufangen wusste. Ein paar winzige Szenen, und sei es ein gemeinsames Essen in der Mittagspause oder ein paar mehr Flashbacks, dann hätte die Sache wesentlich runder gewirkt.

      Auch bezüglich der Kampfszenen kann ich die Kritiken nur bedingt nachvollziehen. Was hat man denn erwartet? Kung Fu ist längst nicht so wild und ungezähmt wie der akrobatisch-getriebene Kampfstil von Matt Murdock. Iron Fist wurde trainiert, hat fernöstliche Kampflehren seit seiner Kindheit annehmen und perfektionieren können. Selbstverständlich wirken Dannys Kämpfe kontrollierter und ein stückweit ruhiger als das enthemmte Prügeln eines Daredevils. Anders habe ich es gar nicht erwartet. Daredevils Stil macht vielleicht mehr her, ist aber auch ineffizienter als Kung Fu. Bin daher absolut zufrieden mit den Choreographien und Inszenierungen. Die schnellen Schnitte sind teilweise zwar recht krude, haben mich aber nur selten wirklich gestört. Tatsächliche Probleme beim Mitverfolgen, wie einige Kritiker moserten, hatte ich nicht.

      Insgesamt ist Iron Fist für mich eine gelungene Marvel-Serie. Sie fing schwach an, steigerte sich bis zuletzt jedoch und überzeugte mich deswegen auch etwas mehr als Luke Cage. Mir ist ein gelungenes Finale in der Regel wichtiger als ein perfekter Einstieg, was mir hier wieder vor Augen geführt wurde. An Daredevil oder Jessica Jones reicht Iron Fist zwar sicher nicht heran, aber den übergreifenden Zerriss finde ich definitiv überzogen. Marvel-Fans kommen mMn voll auf ihre Kosten. Die Besetzung ist stimmig, die Charaktere haben Potenzial und die Fähigkeiten der Iron Fist machen Lust auf mehr. Ich freue mich schon auf Defenders, allein um Murdock und Jessica wieder in Aktion zu erleben.
    • Ich habe die Staffel von Iron Fist nun auch durch und mir gefiel sie auch überhaupt nicht. Natürlich waren ein paar Szenen und Episoden dabei, die ganz gut waren, aber im Großen und Ganzen war es echt enttäuschend.

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      Angefangen mit dem mehr als schwachen Hauptdarsteller und den immer gleichen Dialogen: Danny du sollst ihn nicht töten -> Doch ich werde ihn töten...
      Dazu wirkte seine Darstellung bei den Kampfszenen mehr als Hölzern...man hat immer gemerkt, wenn ein Stuntman am Werk war und wenn er sich am Kämpfen versucht hat. Insbesondere die Methoden und Bewegungen um sein Chi aufzuladen, waren irgendwie immer etwas seltsam.
      Die Bösewichte empfand ich auch als größtenteils lahm. Gao war noch am besten, aber ich hätte mir mehr Hintergrundinfos gewünscht, also wieso weiß sie so viel über die Iron Fist und wieso lebt sie schon so lang usw. . Außerdem hätte man mal etwas erklären können, wie dieses Wiederbeleben genau funktioniert. In der letzten Daredevil-Staffel gab es schon Andeutungen, aber wieso das genau klappt und was das alles bedeutet, wissen wir bisher nicht.
      Harold wurde mMn die ganze Staffel hindurch immer wieder als der Superböse aufgebaut, um dann im nächsten Moment von der Hand wieder geschlagen zu werden.
      Die Rolle von Joy und Walt gefiel mir auch nicht...beide tauschen im Laufe der Staffel die Rolle und das obwohl Danny Joy nichts wirklich angetan hat, ganz im Gegenteil beim letzten Aufeinandertreffen rettet er ihr nochmal das Leben.


      Wenn ich die ganzen Serien/Staffeln beurteilen müsste, würde das wohl so aussehen:
      10 - Daredevil Staffel 1
      8,5 - Daredevil Staffel 2 + Luke Cage erster Teil der 1. Staffel
      7 - Luke Cage zweiter Teil der 1. Staffel + Jessica Jones
      5 - Iron First
      Der Geist, der nur Logik ist, gleicht dem Messer, was nichts ist als Klinge!
    • Dank @OneX bin ich dann auch mal auf den neuen Trailer gesehen...und was soll ich sagen? Get your shit togehter!


      Tja was soll ich sagen? Der Trailer halt wohl so wirklich alles zu bieten, was man aus den bisherigen Serien zu schätzen gewusst hat. Coole Sprüche, knallharte Action und ein paar wirklich spannende Antagonisten.
      Am meisten hat es mich einfach gefreut Krysten Ritter in ihrer Rolle als Jessica Jones wiederzusehen, nachdem man so lange auf sie verzichten musste.
      Aber auch Luke Cage und Danny machen sich bisher wirklich gut in ihrer Rolle und wirken stimmender in der Komposition als so manchmal in ihrer eigenen Serie.

      Highlight war für mich aber schon jetzt Sigourney Weaver. Ja der Sommer kann nicht schnell genug kommen! :)
    • Kann mich dem Hype nur ohnmächtig ergeben. Holy Shit.

      Um mich war es schon geschehen, als Matt Murdock durch die Tür kam. Charlie Cox als Daredevil gehört für mich einfach zu einer der besten Casts auf der langen Liste genialer Casts, die Marvel mittlerweile vorzuweisen hat. Seine Interaktion mit Jessica war dann das i-Tüpfelchen. Zwei so unterschiedliche Charaktere werden für einige unterhaltsame Szenen und Dialoge sorgen, da bin ich mir sicher. :D

      Sehr beruhigt war ich auch, dass man Cage und Danny anscheinend relativ zügig zueinander führt und beide wohl schnell merken, dass sie der selben Seite angehören. Ein ewiges Hin und Her würde einer Serie, die vier starke Leads und zahlreiche wichtige Nebencharaktere unter einen Hut bringen muss, einfach nicht gut tun. Man sollte schnell zur Sache kommen, um am Ende nichts überhasten zu müssen.
      Zugegeben habe ich nicht damit gerechnet, dass wir die Hand und Electra als Gegner so schnell wiedersehen. Ich bin gespannt, welche Gründe man einer Jessica zurechtlegt, um gegen die Hand vorzugehen. Bisher war sie von der ganzen Helden-Nummer schließlich nicht begeistert. Wobei, wer kann es ihr verübeln. Als sie es das letzte Mal versucht hat, geriet sie an Kilgrave. Anyway.
      Mit der Hand läuft man Gefahr, Danny und Murdock stärker in den Vordergrund zu stellen, was Gift für die Serie wäre. Daher braucht es eine logische und nachvollziehbare Motivation für Jessica und Luke, sich dem Kampf anzuschließen. Natürlich wird diese niemals so stark sein wie Dannys oder Murdocks, aber der Anfang muss gemacht werden.

      Zu guter Letzt: Sigourney Weaver. Die Frau macht sich klasse inmitten von Ninjas und wirkt bereits im Trailer wie eine Mischung aus Lady, Bitch und Biest. Mal sehen, ob wir es hier mit einer verschlagenen Puppenspielerin zu tun haben, oder ob sie nicht vielleicht selbst spezielle Kräfte hat? Nun nichts, das großartige Stunts zur Folge hätte. ich denke eher an leichte Gedankenkontrolle, Telekinese, Schwellen oder sowas. Die Hand macht ja vieles möglich, wie Madam Gao beweist. Muss natürlich nicht sein, aber ich bin einfach so gespannt auf den Charakter. Muss auch ehrlich sagen, dass mir das Serienformat allein aus diesem Grund zusagt: Charaktere können viel besser beleuchtet werden und besonders die Bösewichte, die in den Filmen fast immer der Kürze des Mediums zum Opfer fallen, profitieren von den einzelnen Episoden. Mehr Zeit, mehr Raum zur Entfaltung. Gerade jetzt, da man sämtliche Figuren aus den Einzelserien schon kennt, gesteht man den Antagonisten hoffentlich einen entsprechenden Spielraum zu. Schauspieler wie Sigourney Weaver haben auf jeden Fall das Potenzial, diesen Raum zu nutzen.

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    • Neuer Teaser-Trailer mit kleiner Sahnekirsche, in die man vielleicht nicht zu viel hineininterpretieren darf.


      Auf jeden Fall wieder sehr, sehr stimmig gemacht und dem guten Stan Lee kann man ja sowieso länger und immer zuhören. Da braucht es ja nicht viel. Ich hoffe wirklich, dass der Mann noch hundert Jahre weiterleben und die Adaption seiner Werke begutachten darf.

      Der Trailer zeigt uns - bis auf den Schluss - zwar keine neuen Aspekte, aber ich nehme jeden Teaser zu der Serie mit Kusshand, wobei mir auffällt, dass es ja weniger als ein Monat ist, dass wir uns gedulden müssen.
      Ebenso schön waren die vielen kleinen Hinweise auf das MCU - bspw. Stark Industries-Plakat, etc..

      Wie das Ende mit dem Punisher nun zu werten ist, weiß ich nicht. Ich hab die Synopsis für The Defenders nicht mehr im Kopf, aber war ein Auftritt des Punishers dort schon geplant?
      Freut mich auf jeden Fall sehr :)

      - V.
    • Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man den Punisher tatsächlich als kleine Kirsche auf die süße Sahnetorte namens The Defenders packen wird. Einerseits, um noch mehr Fans ins Boot zu holen bzw. auch die letzten Skeptiker zu überzeugen, andererseits, um auf die kommende Solo-Serie von Frank Castle heiß zu machen. Schließlich darf man nicht vergessen, dass diese auch irgendwann ansteht und man vielleicht noch mehr vom Punisher zeigen will, um diese entsprechend zu promoten. Vom eigentlichen Punisher in voller Montur hat man in Daredevil immerhin ziemlich wenig gesehen, hat man sich doch eher auf Frank Castle als Mensch, Ex-Soldat und trauenden Vater konzentriert. Natürlich alles wichtige Punkte, die auch wesentlich besser zu Daredevil gepasst haben, jedoch nicht unbedingt alle Fans abgeholt haben dürften. Ein brachialer Auftritt in Defenders könnte da Abhilfe schaffen. Castle sieht im Trailer ja wieder mal herrlich demoliert aus.

      Ansonsten ist der Trailer wieder super. Stan Lee geht immer, die Szenen aus den alten Serien mit Defender-Garnitur machem Lust auf die Serie. Mit 8 Folgen könnte diese auch ausmerzen, woran insbesondere Luke Cage und Iron Fist krankten - unnötige Längen angesichts einer schnell erzählten, wenig komplexen Story. Zwar hat man mit der Hand einen wichtige und handlungsrelevanten Feind, jedoch handelt es sich hier auch um die erste Staffel der Defenders und könnte im Zweifelsfall längst nicht so kompliziert werden, wie man vielleicht vermuten könnte. Ich hätte jedenfalls nichts dagegen, wenn man sich erst einmal auf die vier Helden als Team fokussiert, die dann Elektra aufhalten/zurückholen und Alexandrias Plan vereiteln müssen. Eine geradlinige Geschichte, in der alle Charaktere im Zusammenspiel glänzen dürfen, erscheint mir als guter Weg für eine erste Staffel. Die großen Twists, Geheimnisse und Verwicklungen dürfen dann gerne in der zweiten Staffel kommen, wenn die Defenders als Team etabliert sind.
    • Nach dem Teaser ist vor dem Trailer: Ein neuer Trailer zu Marvel's The Defenders ist mittlerweile ebenfalls erschienen, der aber mal so richtig Bock auf die Serie macht!


      Man merkt sofort, wie eng doch alles miteinander verwoben ist. Die Beziehung zwischen Luke Cage und Jessica Jones oder auch die Beziehung zwischen Daredevil und Electra dürften hier wieder aufgegriffen und neu aufgerollt werden. Vor allem auf Letztere freue ich mich schon sehr, dürfte Electra doch - nach ihrer Wiederbelebung - eine zentrale Rolle innerhalb der Geschichte der Serie einnehmen, womit auch Matt Murdock, unter den Defenders, wohl noch mal eine übergeordnete Rolle einnehmen dürfte. Was ich nur begrüßen kann, da ich seine Standalone-Serie bisher - im Gesamtpaket - auch mit am Fesselnsten fand.

      Nichtsdestotrotz freut es mich auch, dass viele Nebencharaktere der einzelnen Serien hier wohl auch Einzug erhalten. Dürfte vom Umfang allgemein alles deutlich geringer ausfallen, denn immerhin haben wir hier nun den Cast von vier Serien in einer Einzelnen - die darüber hinaus auch keine 13 Folgen mehr umfasst - aber dennoch finde ich es schön, wie hier anscheinend diverse Handlungsstränge zusammenlaufen und nun miteinander verwoben werden, was doch schon sehr Marvel's Vorgehensweise bei den Filmen des MCU's gleicht. Was ich letztlich aber auch nur begrüßen kann, weil es die Figuren einfach in einen größeren Kontext setzt.

      Wie dem auch sei, ich freu mich jetzt echt massiv auf den nächsten Monat, wenn die Defenders endlich in Aktion treten!
    • Während meine wohl noch mit den Defenders beschäftigt sind, haut Netflix allerdings schon wieder den nächsten Trailer für den mittlerweile fünften Superhelden, den sie für ihre Plattform auf die Leinwand gezaubert haben, raus. Die Rede ist natürlich vom Punisher.

      Zugegeben, der Trailer ist ein wenig nichtssagend, aber macht dennoch Stimmung, weswegen ich ihn euch gar nicht länger vorenthalten möchte.


      - V.
    • Bin gespannt was der "Punisher" auf Netflix bringt. Der Trailer ist aus Daredevil zusammen geschnitten, mit einigen noch unbekannten Szenen. Jedoch finde ich, dass der Punisher aktuell von dem richtigen Schauspieler abgegeben wird. Mal sehen mit was uns Netflix hier so überraschen wird und wie man seine Story begründen wird. Gab ja doch einige Änderungen zu den vorherigen Filmen, sowie auch zum Comic.


      Greetz,
      D
    • Marvel's The Punisher

      Um das Datum der Veröffentlichung macht Netflix zwar noch ein Geheimnis, aber heute bedachten sie uns wenigstens mit einem neuen temporeichen Trailer zu The Punisher:



      Ich war auch gerade wegen ihm sehr begeistert von der zweiten Daredevil-Staffel und bin gespannt, wie Marvel/Netflix ihn in seiner eigenen Serie in Szene setzen werden. Nach einem (für mich) miserablen Iron Fist und den spannend bis durchschnittlichen Defenders hoffe ich nur auf das Beste.
    • Neu

      Daredevil war stark, Jessica Jones knüpfte an das hohe Niveau an, Luke Cage war immer noch gut, aber nicht mehr großartig, Iron Fist war insgesamt eine mittelschwere Katastrophe und The Defenders hatte zwar so seine Momente, hatte aber mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, wie die beiden vorangegangenen Serien. Normalerweise dämpfe ich meine Erwartungen auch immer etwas, wenn aufeinanderfolgende Produktionen eine derartige Abwärtsspirale - in Sachen Qualität - aufweisen. Doch nicht so bei The Punisher. Meine Erwartungen hätten kaum größer sein können, weil er für mich einfach auch das absolute Highlight der - ansonsten eher mittelprächtigen - zweiten Staffel Daredevil war. Er war der eigentliche Star dieser Staffel, weswegen ihm ja überhaupt erst seine eigene Mini-Serie gewidmet wurde. Es ist ein ganz ähnliches Phänomen, wie bspw. mit den nun sehr erfolgreichen Deadpool-Adaptionen: Die Fans wollen etwas, die Produzenten hören es und setzen es letztlich in die Tat um.

      Jetzt ist es jedenfalls soweit und Frank Castle darf sich endlich voll seinem Rachefeldzug widmen. Bis an die Zähne bewaffnet, mit der ikonischen Schutzweste, die mit dem weißen Totenkopf verziert ist, zieht er auf ein Neues in die Schlacht, um den Krieg fortzuführen, den er - parallel zu Daredevils Kampf gegen die Hand - vor gut 1,5 Jahren begonnen hatte. Und ich muss sagen, meine Erwartungen wurden bei Weitem übertroffen. Diese Serie ist genau das, was ich mir erhofft hatte. Sie ist extrem bodenständig, eben weil hier niemand mit übernatürlichen Kräften oder einem roten Ganzkörperkostüm im Fokus steht. Würde die Serie nicht mit einem Marvel-Schriftzug versehen sein und würde der Protagonist nicht als Punisher bezeichnet werden, würde man nie auf die Idee kommen, dass wir es hier mit einer Comic-Adaption zu tun haben. Dafür ist sie einfach viel zu realistisch angesetzt, behandelt dabei eben auch aktuelle Thematiken, wie etwa den Waffenmissbrauch und mögliche, schärfere Waffengesetze in den USA. Auch die vielen, gezeigten Veteranen-Treffen von Ex-Marines, Navy Seals etc. pp. waren kleine Highlights für mich, da sie einfach überdeutlich die Schattenseiten dessen aufzeigen, wie junge Männer und Frauen psychisch belastet werden, die einen Krieg im Namen anderer Männer und Frauen führen sollen. Auch zeigt es dem Zuschauer, anhand eines sehr konkreten Beispiels, wozu ein solcher Mensch letztlich fähig sein kann, weil er es nicht mehr schafft sich ordnungsgemäß in die Gesellschaft einzufinden. Es sind realistische Gegebenheiten, die allgegenwärtig sind und immer wieder auch für Diskussionen sorgen.

      Letztlich haben wir es bei Frank Castle "nur" mit einem Ex-Marine zu tun, der extrem versiert, versessen und zielstrebig vorgeht. Der keinerlei Gnade kennt und wirklich bereit ist absolut alles zu tun, um diejenigen zu töten, die verantwortlich für den Tod seiner Familie sind. Ich sage hier bewusst töten, und nicht etwa zur Rechenschaft ziehen, weil er eben genau das will. Er will sie töten. Nicht vors Gericht zerren, wo man sie am Ende in eine Zelle steckt, aus der sie sich sofort wieder freikaufen können. Er will sie gnadenlos abschlachten. Alle. Jeden Einzelnen, der irgendwie an der Sache beteiligt war. Es muss endgültig sein.
      Und daran sieht man auch den wohl größten Unterschied zwischen ihm und den anderen Marvel-Figuren, die sonst so auf Netflix herumtoben. Diese haben es sich eigentlich alle zur Aufgabe gemacht Dinge, Ideale oder Menschen zu beschützen. Und sie töten - im Normalfall - niemanden. Frank Castle jedoch ist kein Defender, kein Beschützer. In erster Linie will er nicht beschützen (auch wenn er da nicht ganz drum herum kommt). Er will Blut sehen. Er will Blut vergießen.

      Ich liebe den Punisher - speziell die Interpretation von Jon Bernthal, der in derartigen brutalen Rollen einfach komplett aufgeht - eben für genau das. Er war immer nur Soldat, nahm Befehle entgegen und befolgte sie. Er ist ein Mann gewesen, wie es ihn - jetzt mal ungeachtet seiner Fähigkeiten - wirklich millionenfach gibt. Ihm sind Dinge widerfahren, die so auch jedem anderen Soldaten hätten passieren können. Das macht ihn für mich zu einer greifbaren Figur. Und, wenngleich ich seine Taten im realen Leben natürlich niemals gut heißen könnte, so muss ich einfach nur sagen ... Verdammt, ich liebe es einfach, wenn Jon Bernthal in den Berserkermodus wechselt, komplett rot sieht und einfach nur alles niedermäht, was ihm vor die Flinte gerät!
      Dieser Zorn steht ihm einfach, das hat der Kerl drauf wie ich es selten bei einem Schauspieler erlebt hab. Und genau das braucht dieser Charakter eben auch. Einen Darsteller, der diese blinde Wut, diesen Wunsch nach Krieg und Vergeltung, auch entsprechend einzufangen und zu transportieren weiß. Und das tut er.

      Doch hat er nun noch mal deutlich gezeigt, dass er auch weit mehr kann. Und dass die Figur auch weit mehr braucht, um sie glaubhaft vermitteln zu können. Es schimmerte in seinen ersten Auftritten in der zweiten Daredevil Staffel zwar schon manchmal ein wenig durch, hier wurde es aber deutlich umfassender behandelt: Frank Castle ist nicht nur ein Mann, der von seinem Zorn angetrieben wird, sondern hat dieser Zorn, dieser Hass, natürlich auch einen nachvollziehbaren Ursprung. Und diesem gehen die Macher hier gleich auf zweifache Weise auf den Grund. Jon Bernthal versteht es dabei sehr eindrucksvoll nicht nur das Monster, für das alle den Punisher halten, überzeugend darzustellen, sondern ebenso den gebrochenen Mann, der um seine Familie trauert, zu porträtieren. Er schafft hier eine gute Balance in seine Performance einfließen zu lassen, was aber wohl auch dem guten Skript der einzelnen Folgen zu verdanken ist.

      Dabei hat auch The Punisher - grundsätzlich - mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, wie die restlichen Marvel / Netflix Produktionen. Es gibt recht viele Subplots, die Haupthandlung entwickelt sich teils eher etwas schleppend, ehe es dann ab Folge 9 / 10 erst so richtig zur Sache geht. Doch anders als bspw. bei Luke Cage oder Iron Fist gefallen mir hier die meisten Subplots und Längen wirklich ungemein gut. Fast jeder Charakter, der stark in die Geschehnisse involviert ist, braucht diese Zeit, um sich richtig zu entwickeln und sich damit auf den Höhepunkt der Serie vorzubereiten. Zwar stellte ich mir mittendrin manchmal die Frage, was dieser oder jener Subplot denn nun eigentlich genau soll, allerdings erschloss es sich mir meist schon mit der darauffolgenden Folge.

      Alles in allem kann ich nur sagen: Das Warten hat sich gelohnt! Ich hab die Staffel jetzt heute / gestern in einem Durchrutsch durchgesuchtet, weil ich spätestens ab Folge 6 komplett addicted war! Die Serie entwickelt sich stetig, hat einige tolle, wenn auch nicht allzu überraschende, Twists auf Lager und weiß vor allem mit einem Jon Bernthal zu überzeugen, der den Punisher in etwa so hervorragend verkörpert, wie es Ryan Reynolds mit Deadpool tut.

      PS: Die letzten vier Folgen seien abschließend noch mal besonders hervorgehoben ... Aus allen bisherigen Marvel / Netflix Produktionen dürften das die bis dato genialsten Folgen überhaupt sein!