Chainbreaker (Eldrail)

    • Mal wieder ein Kommentar von mir, wenn auch etwas uninspiriert und wenig motiviert. Die Semesterferien saugen mir irgendwie mehr Energie aus drei thailändische Nutten in einer Liebesschaukel.

      Ich will ehrlich sein: Die ganze Geschichte um Sengchou hat mich nur bedingt angesprochen. Also, die Art und Weise, wie Galayn ihn wieder einigermaßen zur Vernunft und auf einen Weg abseits der schmierigen Kneipen des Hinterlandes gebracht hat, sagt mir durchaus zu. Galayn profiliert sich immerhin als Mann, der durchaus Einsicht in die Herzen und Köpfe seiner Mitmenschen hat und nicht nur der rationale Mitarbeiter-des-Monats-Agent ist, der seine Agenda durchzieht und dabei im Vorbeigehen ganz Dörfer rettet. Dennoch empfand ich Sengchou selbst, ebenso wie seinen Hintergrund, als unbefriedigend. Wie qoii vielleicht schon sagte, ging das alles recht zügig vonstatten und der Offscreen-Tod seines Clans lief zu sehr nebenbei ab, als dass man sich hätte emotional darauf einlassen können. Natürlich ist verständlich, wo Sengchous Probleme liegen. Sein Clan ist tot, er ist zwischen Pflichtgefühl und Moral hin und her gerissen, Tradition vs. Überzeugung. Das war okay und von dir auch herausgearbeitet, aber die Umsetzung missfiel mir irgendwie. Viel spielte sich im Kopf von Sengchou ab, was zwar konsequent, aber letztlich auch sehr mühsam zu lesen war. Es würde mich freuen, wenn du noch mehr daran arbeitest, äußere Handlungen mit inneren Vorgängen zu verknüpfen. Gerade Sengchous Konflikt war deutlich, aber irgendwo auch recht träge inszeniert. Daher war ich auch sehr dankbar für den kurzen Flashback und hoffe, dass du solche Tricks in Zukunft öfters benutzt. Du musst dem Leser nicht ständig haarklein erklären, was deine Figur gerade wie und warum denkt, fühlt, meint, annimmt, schlussfolgert. Manchmal reichen auch die Taten einer Figur, ihr Verhalten; die Art und Weise, wie sie etwas tut. Gewiss gibt es immer Situationen und Szenen, in denen man die Gefühls- und Gedankenwelt einer Figur offenlegen muss - aber in den meisten Fällen schadet dies mehr einer dynamischen Inszenierung und sollte nur für Schlüsselmomente benutzt werden. Ich will jetzt nicht sagen, dass Sengchous Sinneswandel kein Schlüsselmoment war. Ich will dir nur raten, es mit solchen Offenlegungen nicht zu übertreiben. Manchmal kann man die Gedanken und Gedankengänge einer Figur ruhig impliziert offenlegen. Das Thema hatten wir ja bei Galayn schon einmal.^^

      Sengchou ist jedenfalls an Bord, und ich muss ganz dreist nachfragen: War das der Plan? Ist Galayn deshalb zum Archipel gereist, um den abtrünnigen Sengchou anzuheuern? Ich habe da irgendwie den Faden verloren. Bisher wirkt Galayns Reise nämlich so ziellos und durch passende Zufälle bestimmt, dass ich einfach nachfragen muss. :D

      Alatea wird nun also gesucht. Das war irgendwo abzusehen, auch wenn ich durchaus überrascht bin, dass der Direktor die ganze Geschichte nicht erstmal zu vertuschen versucht hat. Der Steckbrief kam erstaunlich schnell. Auch ich habe eher erwartet, dass man die Sache nicht Publik machen will und erst ein Kopfgeld nachliefert, sobald irgendwas an die Öffentlichkeit dringt. Aber wer weiß, welchen Plan der Direktor verfolgt. Möchte er Alatea, die an ein Leben auf der Flucht nicht gewöhnt ist, zermürben? Will er sie brechen, bis sie wieder zu ihm angekrochen kommt? Oder will er sie wirklich tot sehen?
      Das Kopfgeld gibt dir nun natürlich zahlreiche Möglichkeiten. Entweder du führst eine Drittpartei (Kopfgeldjäger, Marine) ein oder aber Galayn wird auf die ehemalige Regierungsagentin angesetzt. Sodass man nach außen durch das Kopfgeld eine harte Linie zeigt, die Angelegenheit aber dennoch in den eigenen Reihen zu lösen versucht. Wäre wohl auch nicht von Vorteil, wenn eine Frau mit Alateas Wissen einfach an irgendeinen dahergelaufenen Verbrecher gerät. Emotional gefestigt ist die Gesuchte immerhin nicht und Freunde, so gefährlich und gerissen sie auch sein mögen, bräuchte sie durchaus.
    • Wie schon bei blink, werde ich mich nun auch über deinen Prolog hermachen. Denn wie heißt es so schön: Der Anfang eines Buches ist schon die halbe Miete! (wenn ich meine Miete nur damit bezahlen könnte ...)


      Die Atmosphäre

      Deine größte Stärke ist glaube ich der Aufbau der Atmosphäre. Mir gefällt dein Schreibstil sehr gut und ich hoffe, dass die fast schon altertümliche Sprache in den kommenden Kapiteln beibehalten wird. Einzelne Wörter haben mich zwar gestört (z.B. geräuschlich oder Ungewitter), aber das mag ebenfalls der alten Sprache geschuldet sein.

      Desweiteren stellen sich folgende Fragen:

      1. Was ist in dieser "einstmals friedlichen Stadt" vorgefallen, dass sie jetzt verwüstet wird?
      2. Wer verwüstet diese Stadt?
      3. Und wer ist der namenlose Schwertkämpfer?

      Gerade die dritte Frage hast du sehr gut ausgearbeitet, da bereits im Prolog Anspielungen auf die Vergangenheit des Protagonisten gemacht werden. Ich persönlich mag Rückblenden sehr gerne und hoffe, dass wir auf diese Weise etwas über den Protagonisten erfahren werden.

      Die Handlung

      Über die Handlung lässt sich noch nicht allzu viel sagen, weswegen ich versuchen werde, sie in einem Satz zusammenzufassen:

      "Ein einsamer Held steigt aus der Asche seiner Stadt empor, um grausame Rache an denen zu tun, die ihn an seine Vergangenheit erinnert haben."
      (hat irgendwie was von Batman^^)

      An sich ein interessanter Pitch, aber bisher fehlt mir noch ein gewisses Alleinstellungsmerkmal, wobei du das wahrscheinlich durch deinen sprachlichen Stil erreichst. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es weitergeht, schließlich baut ein Prolog allein noch keine Handlung auf. Ich befürchte aber schon fast, dass das erste Kapitel nicht direkt auf den Prolog folgen wird? Naja, wir werden sehen :D

      Fazit

      Auch hier sehe ich - wie bei blink - viel Potenzial. Ich freue mich, dass eure Geschichten so verschieden sind und bin gespannt, wie sie sich entwickeln werden. Ich bin mir nur noch nicht ganz sicher, ob ich wirklich chronologisch vorgehen werde, da es ja doch eine Menge zu lesen ist. Kann man mit dem zweiten Arc beginnen, ohne den ersten zu kennen? Jedenfalls ein großes Lob für deine lange Geschichte!

      P.S.: Da hab ich doch glatt vergessen, den Titel zu erwähnen. "Chainbreaker" (zu deutsch: "Kettenbrecher") sagt mir so erstmal gar nichts ... Ich vermute, dass es mit der Vergangenheit des Protagonisten zu tun hat bzw. dass es sich auf den Vorgang bezieht, dass er jetzt sein altes Ich wieder freisetzen muss. Ich bin gespannt, wie sich Titel und Geschichte zusammenfügen werden!
      Mord, Totschlag, Intrigen und Hass. Samael war ein ganz normaler Junge, bis seine Mutter starb und sein Vater untertauchen musste. Die Welt veränderte ihn. Nun kennt er keine Gnade mehr!

      Misericordia - Die sieben Werke der Barmherzigkeit
      (Erscheint jede Woche Dienstag!)

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