Made in Abyss

    • Made in Abyss



      Made in Aybss (jap. メイドインアビス) ist ein Seinenmanga von Akihito Tsukushi, das im relativ unbekannten Online-Magazin Web Comic Gamma erscheint. Der Manga läuft bereits seit 2012, hatte bis 2016 jedoch noch keine Scanlations online und bekommt erst ab Januar 2018 eine englischsprachige Veröffentlichung als Tankobon. Dennoch hat der Manga binnen kürzester Zeit, seitdem die Scanlations im Umlauf kamen, für sehr viel Aufmerksamkeit in der Online-Mangacommunity gesorgt. Gründe dafür sind eine interessante Idee und die sehr gut gestaltete Handlung, welche für das kindisch aussehende Artstyle teilweise sehr düster und erwachsen ist.

      In Japan sind bisher sechs Sammelbände von Made in Abyss erschienen mit insgesamt 42 Kapiteln, was selbst für einen monatlichen Zyklus wenige Kapitel sind. Das liegt größtenteils daran, dass Tsukushi an den Kapiteln so lange arbeitet wie er möchte, was für einen unregelmäßige Veröffentlichungen der Kapitel sorgt, die von 4 bis zu 10 Wochen dauern können.

      Der Manga war erfolgreich genug, dass seit Juli 2017 auch eine Animeserie mit insgesamt 13 Episoden zu Made in Abyss ausgestrahlt wird.


      Über den Autor



      Der kreative Kopf hinter dieser Geschichte ist ein Mann namens Akihito Tsukishi. Es ist schwierig viel zu ihm zu schreiben, einfach weil so gut wie nichts über ihn bekannt ist. Er ist Mangaka, er arbeitet an Mady in Abyss, seinem ersten und einzigem Werk und war einmal als Charakter Designer für einen eher unbekannten Anime in Japan beteiligt. Mehr ist nicht bekannt. Er besitzt jedoch sowohl einen Twitter- als auch ein Pixiv-Account, auf denen er gerne mal Artwork zu hauptsächlich Made in Abyss veröffentlicht. Ein Blick rein könnte sich lohnen.


      Allgemeine Informationen
      • Serie: Made in Abyss
      • Mangaka: Akihito Tsukishi
      • Genre: Adventure, Fantasy, Sci-Fi
      • Magazin: Web Comic Gamma
      • Status: 42 Kapitel erschienen [Japan: 6 Sammelbände]
      • Scans: aktuell 42 Kapitel
      Story
      Der einzige nicht erforschte Ort auf der ganzen Welt ist der sogenannte Abyss, ein gigantisches Loch auf einer Insel im Meer von Beoluska, welches vor 1900 Jahren entdeckt wurde. Niemand weiß genau wie tief der Abyss ist, das von außergewöhnlichen und wundersamen Kreaturen bewohnt wird und worin unzählbare mysteriöse und antike Relikte gefunden werden, deren Zwecke den Menschen heutzutage unbekannt sind. Seit Generation fühlen werden unzählige Abenteurer vom Abyss angezogen, um die kryptischen Tiefen zu erforschen und das Geheimnis des Abyss zu lüften. Die, die sich in die Tiefen des Abyss wagen, sind auch bekannt als "Cave Raiders".

      Am Rande des Abgrunds wurde die Stadt Orth gebaut, in der das kleine Waisenmädchen Riko lebt und davon träumt ein großartiger Forscher des Abgrunds zu werden nach dem Vorbild ihrer Mutter, die vor vielen Jahren in den Tiefen des Abyss verschwunden ist. Eines Tages trifft sie im obersten Level des Abyss auf einen kleinen Jungen mit mechanischen Armen, welcher sich als ein Roboter aus dem Abgrund herausstellt. Zusammen planen sie die Tiefen zu erforschen.


      Über die Welt von Made in Abyss
      Hier punktet Made in Abyss am meisten. Zwar ist über die eigentliche Welt außerhalb des Abyss oder der Insel nichts wirkliches bekannt, aber dafür ist der Abyss selbst sehr ausgearbeitet und gefüllt. Die Welt der Cave Raider ist unglaublich interessant und die Mysterien, die vom Abyss kommen schier endlos. Schon von anfang an wird verdeutlicht, dass niemand weiß dieses riesige Loch mitten im Ozean entstanden ist und was es sich mit den seltsamen Artefakten darin auf sich hat. Viele dieser Artefakte besitzen Effekte, welche für Menschen selbst kaum vorstellbar sind. Riko liest beispielsweise schon zu Beginn von einem Artefakt, das scheinbar in einem der untersten Leveln gefunden wurde, welches die Zeit anhalten kann.

      Aber es sind nicht nur Artefakte, auch die Skelette von Menschen, alle in einer betenden Pose werden ständig auf den verschiedensten Leveln des Abyss gefunden. Niemand an der Oberfläche weiß was vor über 1900 Jahren passiert ist und wie der Abyss entstanden ist und überhaupt wie Tief dieser ist. Noch ist kein Mensch vom Abgrund des untersten Levels zurückgekehrt, wo vermutet wird, dass sich die Antworten zu allen Fragen befinden.

      Es sind sieben Level des Abyss bekannt und je tiefer einer absteigen will, desto höher muss sein Rang als Cave Raider sein. Diese benutzen unterschiedliche Farben von Pfeiffen, die sie um den Hals tragen um ihren Rang zu demonstrieren. Rote Pfeiffen sind die niedrigsten Ränge und dürfen nur die erste, oberste Ebene erkunden. Blaue Pfeiffen dürfen bis zur zweiten Ebene, Mond Pfeiffen (violett) bis zu dritten und Schwarze Pfeiffen bis zu vierten Ebene im normalfall.

      Den oberste Rang haben die legendären Weißen Pfeiffen, von denen es nur sehr wenige gibt. Diese dürfen den gesamten Abyss erkunden, limitieren sich jedoch meistens auf die fünfte Ebene. Der Grund dafür ist, dass es nicht möglich ist einen Aufstieg von der sechsten Ebene zu überleben, weshalb eine Reise die tiefer als die fünfte Ebene geht als "Letzte Reise" bekannt ist. Ein Grund dafür ist der Fluch des Abyss, ein Phänomen, das den Körper eines Menschen beim Aufsteigen im Abyss beschädigt. Die Schäden sind stärker je tiefer sich die Person im Abyss befindet.

      Karte vom Abyss


      Artwork
      Die Karte vom Abyss dient auch wunderbar als Übergang zum fantastischen Artwork von Made in Abyss. Das Artwork ist insgesamt sehr detailliert. Swowhl die verschiedenen Ebenen im Abyss als auch die Vielzahl an Kreaturen, die darin leben, sind sehr abwechslungsreich und auch einfach meistens sehr schön gestaltet.

      Die meisten Charaktere sind Kinder, die zwar ein eher kleines und kindliches Aussehen haben, aber sehr kreatives Charakterdesign vorweisen können. Der Manga hat auch auf dem ersten Blick daher keinen klassischen Seinenstil, aber dennoch schafft es Tsukishi einigen Charakteren eine sehr unheimliche Aura zu geben und düstere Atmospheren entstehen zu lassen. Oft ändert sich der Zeichenstil komplett um die Atmosphere von eigenartigen Charakteren oder Kreaturen einzufangen und sorgt insgesamt für ein sehr abwechslungsreiches Artwork, trotz des kindlichen Looks zu Beginn. Aber seht selbst:






      Als Fan von Abenteuer Manga mit vielen Mysterien wie Blame!, Hunter x Hunter und sogar One Piece, konnte ich mich mit Made in Abyss sofort anfreunden, weshalb ich persönlich diesen großartigen Manga, das schnell zu einem Favoriten von mir wurde, jedem nur ans Herz legen kann. Dazu muss man aber auch sagen, dass der Manga sehr düster sein kann und absolut nicht für jeden leichte Kost ist, da einige Szenen schwer zu verdauen sind. Wer sehr empfindlich ist und ein leichtherziges Abenteuer wie One Piece erwartet, sollte vielleicht lieber die Finger von Made in Abyss lassen, aber jeder andere der etwas mit Abenteuer Manga anfangen kann: Lesen!

      Ich bin sehr auf die Antworten hier gespannt, da ich von einigen hier weiß, dass sie den Manga auch verfolgen. Aber auch wer nur den Anime verfolgt ist erstmal willkommen hier etwas zu schreiben, sollte sich jedoch vor möglichen Spoilern von Mangalesern hüten. Wer aber auch den Anime gesehen hat und mit den Gedanken spielt den Manga zu lesen, so kann ich das auch nur empfehlen. Das war's auch schon von meiner Seite aus.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Rain ()

    • Auf Empfehlung aus dem Discord hatte ich mir zunächst den Anime von Made in Abyss angeschaut. Sofort war ich von der Welt und der ihr eigenen Lore fasziniert. Der Zeichenstil ist wie Rain schon beschrieb recht kindlich und fantastisch, kreiert aber sofort eine wunderbare Abenteueratmosphäre. Mir kam auch sofort die Idee und der Wunsch nach einem Made in Abyss RPG, die Welt und das Artwork bieten da genug Potenzial.
      Als sich dann gegen Ende der aktuell schaubaren Animefolgen schon einige Wendungen und ein düsterer Ton andeuteten, war ich dann zu angefixt und musste sofort in den Manga springen. Ich würde hier auch empfehlen noch mal von Kapitel 1 an zu lesen, da hier und da etwas abgeändert wurde und es generell hilfreich sein kann auch noch mal auf Details zu achten die man vielleicht zunächst übersehen hat. Ab Kapitel 18 ca. sind wir dann beim momentanen Stand vom Anime angelangt.

      Ich kann euch eines sagen, wem die letzten Anime Folgen schon recht düster vorkamen, der wird sich noch auf einiges einstellen müssen. Das Aussehen der Charaktere und der Welt täuscht massiv. Der Manga hat einige absolute Schockmomente und ich würde sogar soweit gehen und behaupten, es ist stellenweise einer der düstersten Manga die ich je gelesen habe. Dabei bleiben die Charaktere nicht blass, sondern werden weiter ausdefiniert und auch die vermeintlichen Feinde haben ihre Momente wo man fast mit ihnen mitfühlen kann.
      Je weiter der Manga voranschreitet, desto mehr Worldbuilding wird betrieben und die Komplexität der Welt nimmt immer mehr zu. Ich bin mir zwar noch nicht sicher wie lange dieser Manga noch laufen wird, es fühlt sich eigentlich nicht nach einem endlos Manga an, das Potenzial für viele weitere Kapitel ist aber definitiv dar.
      Vor allem in den letzten paar Kapiteln wurden noch mal einige neue - für mich unerwartete - Aspekte mit in die Geschichte gebracht, auf die ich erstmal nicht eingehen werde um den Post erstmal spoilerfrei zu halten.

      Um aber auch etwas Kritik anzubringen: Made in Abyss hat für mich teilweise sehr merkwürdige Stellen in denen es vor allem in Anbetracht des Alters der Protagonisten etwas unangemessen wird. Bspw. ist eine Strafe im Waisenheim wo Riko erzogen wird das "nackte aufhängen", weitere solche Situation folgen dann noch. Für mich irgendwie unangenehm und vor allem vollkommen unnötig für die Geschichte. Ich weiß nicht was genau der Autor hiermit bezwecken oder vielleicht sogar verarbeiten will, allerdings stößt mir das schon sauer auf. Naja noch ist es erträglich und man kann es ausblenden. Aufgrund der mitreißenden Geschichte und den liebevollen Charakteren werde ich definitiv weiter bei der Stange bleiben. Außerdem bietet der Manga gigantisches Diskussionspotenzial, da noch so viele Mysterien ungelöst sind und die Welt so viel Tiefgang besitzt.
      'To protect the Sheep you gotta catch the wolf, and it takes a wolf to catch a wolf.'
    • Und wenn du lange in einen Abgrund blickst,

      Nachdem ich gestern MiA beendet habe und eine Nacht drüber schlafen konnte, möchte ich meine Meinung spoilerfrei(!!) zum Manga offenbaren (die tl;dr Fassung findest du unten).
      Das aktuellste Kapitel ist 42- heißt, dass man relativ schnell aufholen kann und dieses Werk ist durchaus empfehlenswert, weil

      • ich, meinen Vorposter gleich, den Zeichenstil und das Artwork loben muss. Rein optisch ein richtiger Hingucker, der einen Leser sofort in den Bann ziehen kann. Die Bilder, die Rain gepostet hat, dienen als Vorgeschmack für das, was einen noch so alles erwartet- mir gefallen sowohl die Kampfszenen, die dynamisch wild sind, als auch die Landschaftsbilder, welche detailorientiert sind und im Leser die Lust auf noch mehr Sightseeing mit den Kindern entfacht. Schöne Welt
      • Ein weiterer Grund sind die Charaktere selbst. Normalerweise bin ich abgeneigt, wenn man Kinder in die Rolle der Protagonisten zwängt, weil es in vielen Situationen (beispielsweise bei Gefahr) doch recht schnell unrealistisch wird. (Hier werfe ich einen schnellen Blick zu The Promised Neverland). Kinder sind schwächer, haben weniger Erfahrung und können(sollten!) mit vielen Problemen überfordert sein, und das ist ja nur verständlich. In einer brenzligen Situation erwarte ich normalerweise nicht, dass ein kindlicher Akteur souverän agiert, seine Gegner vollkommen outsmartet und alle rettet. Bei MiA hingegen stört es mich nicht, da zum einen nicht viele tatsächliche Kinder involviert sind und zum anderen, weil es glücklicherweise noch nicht unrealistisch wegen des Alters und der Einschätzungsgabe wurde. Weiterhin schafft es der Macher, verschiedene Facetten und wesentliche Wesenszüge seiner Charaktere nach einer kurzen Einführung zu zeigen, was dem Leser leichter macht, einen Bezug zu den Figuren herzustellen, sie zu verstehen, sie anzufeuern. Die Charaktere fühlen sich lebendig an. Akihito geht auch sehr sorgfältig mit ihnen um. Jedenfalls scheint es so, wenn man sich die FBs, Gedanken und ihre Handlungen beobachtet und den Platz für (künftige) persönliche Entfaltung, den er ihnen einräumt. MiA ist, was man wahrscheinlich auf den ersten Blick nicht erwarten würde, ein sehr düsteres Werk (siehe Vorposter), was zum einen an der gefährlichen Umwelt und zum anderen den interessanten Antagonisten, von denen wir bisher noch nicht viel gesehen haben, liegt. Mit Humor(-->Erwartungsbruch) schafft es der Autor immer wieder mal, die Stimmung zu lockern und die Charaktere lieblicher. Zugegeben, manch einer möchte Kinder nicht über Penisse, Nacktheit und dergleichen reden hören, doch wer damit Probleme hat, sollte nochmal überdenken, ob der Manga was für ihn ist. Später dazu mehr.
      • Wir sind 42 Kapitel tief. Mir persönlich hat es sehr gefallen, dass sich der Manga so flüssig lesen lässt, was an Faktoren wie Story und Entfaltung der Geschichte, das dazugehörige Pacing und die Panelverwertung liegt. An sich ist es keine komplizierte Geschichte, da es lediglich von Kindern handelt, die sich in einen Abgrund stürzen. Aber die Erlebnisse auf ihrer abenteuerlichen Reise stehen im Mittelpunkt. Wahrscheinlich ist es aus diesem Grund sogar gut, dass Kinder die Protagonisten dieses Werks sind (-->kindliche Neugier, lernen fantastische Umwelt kennen, Abenteuerlust). Das sich der Autor auch noch viel Mühe gibt und sich viele Gedanken um seine konstruierte Abysswelt macht, sieht man an Hand all der Karten und an allen Erklärungen von Wesen, die im Abrung leben, oder den dort zu findenden Artefakten und ihren Wirkungen.



      blickt der Abgrund auch in dich hinein
      • Jedoch gibt es auch negative Aspekte dieses Werks, die genannt werden sollten. Der erste ist ein recht harmloser Grund und mir wurde im Discord-Server eine befriedigende Lösung zu diesem Problem geliefert, weshalb der Punkt mehr oder weniger zu vernachlässigen ist: Einige Zeichnungen (hauptsächlich Karten) sind bis zur Unerkennbarkeit gequetscht, was schade ist, da offensichtlich sehr viele Mühe in die Zeichnungen einfloss. Wie gesagt, vernachlässigbar.
      • Das weitaus schlimmere Problem mit MiA sind wahrscheinlich vier Panel im Gesamtwerk, die die Nacktheit von Kindern thematisiert. Zugegeben, vier Panel sind nicht viel, jedoch sind sie (siehe Vorposter) vollkommen unnötig und hätten rausgestrichen beziehungsweise mit Leichtigkeit ersetzt werden können. Man kann drüber hinwegsehen- oder auch nicht, wenn man auf sowas stehen sollte :smirk: (Ist wohl ein guter Zeitpunkt, mit dem Schreiben aufzuhören, bevor es noch erbärmlicher wird)
      Tl;dr: Ein starker Manga, dessen einzige tatsächliche Schwächen bisher 4 Panel beinahe ganz nackter Kinder als auch der unregelmäßige Uploadrhythmus sind. Letzteren kann man wenigstens nutzen, um schnell in die solide Geschichte hineinzukommen. Es wird düster, was nicht nur daran liegt, dass wir uns kilometerweit unter der Erdoberfläche befinden. Die fantastische Welt um einen herum mit all den durchdachten Lebewesen und den interessanten Artefakten, dazu noch die mysteriösen White Whistles, die Abenteuer der Kinder- dies alles zieht einen förmlich in den Bann des Abyss. Dabei wird man visuell als Leser befriedigt (und nein, ich meine nicht diese Panel), die Panel werden gut zur Darstellung von Charakterentfaltung oder zum Voranbringen der Geschichte genutzt. Ein Kapitel reiht sich hierbei überraschenderweise nahtlos an das nächste und als Leser kann man daher in einem Lesefluss versinken. Ich empfehle diesen Manga weiter. Top

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von C. /s ()

    • Dann will ich mich hier auch mal einreihen und spoilerfrei ein paar Worte zu diesem tollen Manga verlieren. Ich bin ursprünglich durch den in der aktuellen Saison laufenden Anime auf Made in Abyss aufmerksam geworden und hatte geplant, bis zu dessen Ende zu warten, bis ich mich an den Manga heranwage. Durch Discord wurde es mir dann allerdings ziemlich schwer gemacht, so lange zu warten, weshalb ich mich nun doch bereits auf den aktuellen Stand gelesen habe. Und ich bin bisher wirklich begeistert von diesem Manga.

      Was mich von Beginn an enorm an der Geschichte gereizt hat, ist die so detailliert ausgearbeitete, faszinierende Welt des Abyss voller Mysterien und Gefahren, die darauf warten, erkundet zu werden und die einfach ein gigantisches Potenzial besitzt. Allein die Karte, die im Startpost zu sehen ist, zeigt das schon sehr eindrucksvoll. Es ist einfach unheimlich interessant, die dem Abyss eigene Flora und Fauna zu erkunden (über die oft noch Notizen und Hintergrundinfos angefügt sind) und mehr über die mächtigen Artefakte zu erfahren, die er beherbergt. Wie wertvoll diese für ein Land sein können, wird beispielsweise auch sehr glaubhaft dargelegt. Überhaupt ist der Ursprung des Abyss und der uralten Skelette in Gebetshaltung, die dort immer wieder gefunden werden, ein einziges, spannendes Mysterium. @Zeonoms Idee eines RPG zu dieser Welt finde ich genial, das würde ich mir auf jeden Fall kaufen. ^^ Das ließe sich wunderbar umsetzen, zumal man dabei dann auch nach und nach in den Rängen der Delver aufsteigen könnte.

      Zu Beginn mag die Story noch relativ leichtherzig wirken, gerade auch da die Protagonisten noch Kinder sind, die einem schnell sympathisch werden, insbesondere Riko mit ihrem unbändigen Enthusiasmus für alles, was mit dem Abyss zu tun hat. Aber es folgen schon ziemlich schnell Andeutungen darüber, wie unglaublich gefährlich der Abyss ist, die früh deutlich machen, dass das keine friedliche Vergnügungsreise wird.
      Selbst in Anbetracht dieser Andeutungen und der Tatsache, dass es eigentlich immer düsterer wird, je tiefer die Protagonisten in die Schichten des Abyss vordringen, ist es jedoch überraschend, wie düster der Manga wird. Spätestens mit dem Eingreifen eines, wie ich finde, großartigen Antagonisten, wird das Ganze ziemlich heavy und einige Schockmomente haben es wirklich in sich. Auch ich würde diesen Manga daher als einen der düstersten bezeichnen, den ich bisher gelesen habe. Wer also eher zartbesaiteter Natur ist, sollte von diesem Titel womöglich besser die Finger lassen.

      Das Artwork muss ich natürlich auch noch einmal gesondert hervorheben. Es ist eigentlich alles in verschiedenen Grautönen gehalten, was dazu führt, dass man bisweilen nicht alles perfekt erkennen kann (wobei das zum Teil auch der Scanqualität geschuldet sein kann), aber insgesamt ist es von hoher Qualität und großem Detailreichtum. Gerade auch Stimmungswechsel werden hervorragend eingefangen, etwa bei besonders düsteren Szenen. Zudem beweist Tsukushi auch bei seinen dynamischen Kampfszenen großes Geschick.

      Der hier bereits mehrfach angesprochene Kritikpunkt um ein paar hinsichtlich des Alters der Protagonisten fragwürdige Szenen teile ich jedoch auch. Umso ärgerlicher, da es wirklich nur wenige Szenen sind, die im Gesamtkontext so störend auffallen, zumal sie auch völlig unnötig waren. Hier frage ich mich wirklich, was sich der Autor dabei gedacht hat.

      Insgesamt ein wirklich guter Manga, der einen mit seiner faszinierenden Lore und dem guten Pacing sehr schnell in seinen Bann zieht und genügend Mysterien bietet, um noch eine ganze Weile zu laufen.