Kingdom Come: Deliverance

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    • Kingdom Come: Deliverance


      Ich bin gestern zufällig über dieses kommende RPG gestolpert und, nach ein paar Stunden des Einlesens, bin ich doch ziemlich gehyped auf den Titel. Was maßgeblich daran liegt, dass wir es hier mit einem Spiel zu tun bekommen, das A) sehr stark auf Realismus zu setzen scheint und B) in keiner fiktiven Fantasy-Welt mit Drachen u.Ä. übernatürlichen Wesen und Kräften spielt, sondern stattdessen im Europa des 15. Jahrhunderts - und damit im Mittelalter - angesiedelt ist. Das Ganze findet nicht aus der Third-Person, sondern aus der Ego-Perspektive statt. Produziert wird der Titel vom Warhorse Studio mit Sitz in Prag, was damit auch ihr erstes Spiel überhaupt veröffentlichen wird, das von Deep Silver vertrieben wird.

      Der Spieler schlüpft dabei in die Rolle des Schmiedesohns Henry, der gerade zu Beginn des Spiels in einem böhmischen Dorf - für den Spieler - langweiligen Besorgungen nachgehen muss. So gibt es hier nicht nur einen Skill-Tree fürs Kämpfen, für die Alchemie o.Ä., sondern auch für so läppische Dinge wie Essen, Palieren, Lesen und sogar fürs Saufen. Geht man sich mit ihm zu häufig einen hinter die Birne kippen, wird Henry zum Alkoholiker. Liest er nicht regelmäßig, kann auch der Spieler die Bücher und Schriften nur mit Mühe und Not entschlüsseln, weil sie für den Spieler völlig wild zusammen gewürfelt werden.
      Das Spiel fokussiert sich dadurch extrem auf die Atmosphäre, will dem Spieler eine realistische Welt und einen ebenso realistischen Protagonisten servieren, die weniger durch Spektakel, dafür mehr durch Immersion glänzt. Die Story selbst dürfte dabei nicht außer Acht gelassen werden, scheint aber auf einen typischen Racheplot hinauszulaufen, wie man ihn schon gefühlt millionenfach in unterschiedlichen Medien erlebt habt. Andauern soll die Hauptkampagne etwa 50-60 Stunden.

      Auch im Kampfsystem wird dieser Hang zum Realismus spürbar. Weder Henry, noch die Gegner können ihre Lebensenergie auf magische Weise im- oder außerhalb des Kampfes erhöhen, wenn sie im Level aufsteigen. Verletzungen können gravierend ausfallen, so kann Henry im Extremfall auch an einem hohen Blutverlust sterben. Diese Detailtreue kommt auch in der Trefferberechnung zum Einsatz. Wer beispielsweise mit dem Schwert auf Plattenpanzer einprügelt, erreicht damit überhaupt nichts. Ein gezielter Stich zwischen die Rüstungsglieder ist dagegen schon wesentlich effektiver. Dennoch scheint man - im Bezug auf den Realismus - um einige, spielerische Zugeständnisse nie ganz herum zu kommen.

      Die Quests selber bauen dabei auf einen ähnlichen Ansatz, sind daher bei Weitem nicht so spektakulär wie die eines The Witcher 3 oder Horizon: Zero Dawn, sondern deutlich bodenständiger und damit für manchen womöglich auch "banaler". Das trifft nicht auf alle zu, aber wohl auf einige. Gerade zu Beginn des Spiels, da sich wohl vor allem die Story reichlich Zeit zur Entfaltung lässt. Die Entwickler jedoch scheinen dabei besonders großen Wert darauf zu legen, dass jede Aktion des Spielers auch entsprechende Konsequenzen auf die jeweilige Quest hat. Versagt der ursprüngliche Weg, eröffnen sich dem Spieler neue Möglichkeiten die Quest abzuschließen, die aus dem vorangegangenen Versagen resultieren.

      Kingdom Come: Deliverance bietet dabei ebenfalls eine offene Welt, die weitestgehend originalgetreu nachgebaut wurde. Dabei bietet sie vor allem eine interessante Architektur, die es zu begutachten gilt. Die Map selber wird jedoch nicht mal ansatzweise so vollgestopft sein, wie man es bspw. von der Assassin's Creed Reihe gewohnt ist. Man kann spezielle Jagdgründe, Dörfer, Ruinen, Burgen etc. pp. entdecken und erforschen. Insgesamt sollen es, bei einer Mapgröße von ca. 16 Kilometer, ca. 1.000 Hotspots sein, die der Spieler entdecken kann. Inwiefern diese auch mit interessanten Nebenquests gefüllt werden könnten, kann ich nicht sagen. Dazu habe ich bisher keine Informationen finden können.

      Das Spiel soll am 13.02.2018 für PS4, Xbox One und den PC erscheinen. Erhältlich ist es zurzeit als normale Version, sowie als Special- und Collector Edition. Letztere kostet dabei übrigens "nur" 79,99€, was im Vergleich zu manch anderer CE in jüngerer Vergangenheit (I'm looking at you, EA) schon beinahe einem Schnäppchen gleichkommt.

      Ich persönlich bin auf jeden Fall ziemlich gespannt auf diesen Titel, der sich doch arg vielversprechend anhört. Vor allem auf das Mittelalterfeeling, das hier mal komplett ohne Magie, Drachen und Werwölfen auskommt, fasziniert mich schon jetzt und ich bin echt gespannt, wie das Endprodukt das Ganze letztlich transportieren wird.



      Falls ihr mal Bock auf ein zwangloses Treffen mit mir und anderen Verrückten des Boards habt, schaut doch mal hier vorbei! ;)

      #FT18
    • Danke für den Tipp. Der Trailer ist auf jeden Fall sehr schick und versetzt einen schon gut in die Stimmung, für eine epische Reise.
      Mir gefällt das Setting während des 100-jährigen Kriegs sehr. Da gibt es einfach sehr viel Stoff, auf den man zurück greifen kann. Evtl. kann man die Schlacht von Agincourt (25. Oktober 1415), bekannt aus Shakespears Heinrich der Fünfte oder die Belagerung von Orleans (1428) nachspielen. Ich fänds super.

      Da ich mir zum Launch von Monster Hunter World eine neue Konsole holen wollte und gerade mein Wissen zum 100-jährigen Krieg wieder aufpoliere, kommt das Spiel hier auch mit auf meine Wunschliste.

      @OB: Ist schon was zu dem Gebiet bekannt, das bespielt werden kann? Frankreich hat natürlich die bekannteren Orte und Schlachten, in Böhmen würde ich mich aber auch heimisch fühlen.
      lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit.
      ~ Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, kein Mensch, wenn man sich nicht kennt.