Filmrezensionen

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    • King Arthur - Legend of the sword


      Quelle: comicbook.com

      Ich traue mich auch mal, eine Rezension zu schreiben, denn eigentlich habe ich immer das Gefühl, ich könne nie ein Filmkritiker sein, weil ich nicht mit Zettel und Stift im Film sitze und mir Pro und Kontra aufschreibe, sondern am Ende des Film erstmal überlegen muss, was so alles passiert ist.

      Die Geschichte des Films möchte ich nicht noch einmal erzählen, denn die kann man überall nachlesen :)

      Eigentlich weiß man ja, sobald man den Titel King Arthur hört, um was es geht. Arthur ist der einzige, der es schafft, das legendäre Schwert Excalibur, von Merlin geschaffen, aus einem Stein zu ziehen. Das wars aber auch schon. Die Artussage und die Geschichte Arthurs im Guy-Ritchie-Film unterscheiden sich in weiten Teilen und haben nur wenig gemeinsam. Denn in der Sage hört man nichts von Magiern in diesem Ausmaß, die in großer Anzahl neben den Menschen leben oder einem machungrigen Bruder Uthers namens Vortigern, welcher der Antagonist des ganzen Films ist. Auch Mordred, der (entgegen der Sage) im Film nicht Arthurs Sohn, sondern ein böser Magier ist, bedroht gleich zu Beginn Camelot und England, wo bisher Magier und Menschen friedlich coexistierten.

      Zuerst muss ich sagen, dass der Film mit großartigen Schauspielern aufwartet, z. B. Jude Law, Charlie Hunnam und Àstrid Bergès-Frisbey. Und während man den Film sieht, denkt man sich – Hey, den kenn ich doch, das ist doch Kleinfinger aus GoT! Oder – Hey, den kenn ich doch, das ist doch Roose Bolton aus GoT! Oder – Hey, den kenn ich doch, das ist doch….DAVID BECKHAM??

      Guy Ritchie fährt also allerhand auf und macht seine ganz eigene Interpretation vom Arthur-Stoff. Dies ist allerdings nicht gänzlich negativ zu bewerten, es bringt frischen Wind in diese Saga, die bereits unzählige Male verfilmt wurde. Ich denke, eine weitere Verfilmung nah an der Saga selbst, ist heute nicht mehr ganz so zeitgemäß. Wäre es eine Saga, die noch nie verfilmt wurde, könnte man vllt. darüber reden. So schafft es Guy Ritchie, sich von anderen Verfilmungen deutlich abzugrenzen. Lediglich die heldenhafte Szene, in der Arthur das Schwert aus dem Stein zieht, geht etwas unter, das macht aber auf der anderen Seite wieder etwas Gutes aus. Denn vllt. wäre es nicht vorteilhaft gewesen, diese Szene an das Ende zu stellen. Wer weiß, ob die epische Inszenierung nicht schon so ausgelutscht ist, dass man nur noch meeh am Ende sagen möchte.

      Kennt man schon einige Filme von Guy Ritchie, z. B. die beiden Sherlock-Holmes Filme, so kennt man auch die Machart dieser. Guy Ritchie steht auf Slowmotion und die zusätzliche Fokussierung auf Details durch Close-Up-Einsatz. Dann besinnt er sich wieder und haut einen schnellen Cut nach dem nächsten raus. Die Slowmos kamen im Film an manchen Stellen wirklich gut, an manchen Stellen war es etwas störend und nahm den Fluss aus der Szene, weil es ein bisschen gezwungen wirkte.
      Ansonsten kam die Action nicht zu kurz, die Kämpfe sind gut inszeniert. Und auch die digitalen Effekte können sich sehen lassen, zusammen mit den Kostümen, den Statisten und der Gestaltung der Sets. Die Uniformen der Blacklegs oder von Vortigern finde ich wirklich toll ausgearbeitet.

      Ich muss gestehen, weswegen ich in den Film gegangen bin, bzw. was den Ausschlag gegeben hat, ihn mir anzusehen, war Jude Law als Vortigern. Ich mag Jude Law und fand, dass er seine Rolle als machtbesessener Herrscher sehr gut gespielt hat. Dabei ist er gleichzeitig doch nicht nur kaltherzig und der Tod/Mord der geliebten Menschen geht ihm nicht leicht von der Hand. Die kleinen Macken in seiner Figurdarstellung rühren daher nicht von seiner schauspielerischen Leistung, sondern vielmehr vom Skript. Man stellt ihn als Herrscher dar, der sein Volk unterdrückt. Davon spürt man jedoch nicht viel. In der Szene, als er vor das Volk tritt, die Hand ausstreckt, um das Volk auf die Knie zu zwingen, da erahnt man es. Und gegen Ende vllt. als seine Soldaten die aufkommenden Aufstände versuchen niederzuschlagen. Sonst hat man allerdings nicht wirklich den Eindruck, er unterdrücke das Volk. Auch wird er, bis auf das Ende, nicht wirklich aktiv im Umgang mit dem Schwert und dem Kampf. Das ist etwas schade, zumal
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      er anscheinend nur in Gestalt eines Dämons kämpfen kann, denn man sieht ihn nur am Ende gegen Arthur wirklich kämpfen bzw. in allerlei Rückblenden gegen seinen Bruder Uther (ebenfalls in Dämonengestalt).

      Klar, er ist König, er wird beschützt, sollen doch die anderen für ihn kämpfen. Er hat die Magie dafür. Das ist aber ein Film, der nicht nur auf Magie, sondern viel auf Kampf beruht, und Vortigern verschanzt sich hinter allem und jedem, seien es die Soldaten oder dieses komische Tentakelweib, das er zweimal um Hilfe bittet, weil er allein nicht zurechtkommt und überfordert ist.

      Kommen wir zum Soundtrack. Dieser ist, gemäß einem Blockbuster, episch inszeniert, man bekommt die Dramatik mit voller Wucht entgegengeschlagen (nicht im negativen Sinn). The Wild Wild Berry (aka Devil and the Huntsman) von Sam Lee ist da definitiv mein Lieblingsstück. Das einzige Negative sehe ich hier in dem…teilweise Aufdrängen. Man möchte denken, der Soundtrack schreit manchmal förmlich – hier, hier, ich bins, der Soundtrack, bin ich nicht toll, hör doch mal! Den Lautstärkeregler hier runterzuschrauben, hätte das Ganze ganz leicht besser gemacht.

      Insgesamt ist der Film wirklich gut gebaut, wie auch Arthur selbst. Es ist keine Meisterleistung, die in die Hall of Fame aufgenommen wird. Aber es ist ein solider, actionreicher Film mit Fantasy-Elementen, die sich sehen lassen können. Und natürlich einem tollen Jude Law ;)
      Und wenn es heißt, dass es nur der Anfang einer ganzen Reihe sein soll, bin ich gespannt, wie man es weiter aufziehen will und was für Aspekte rund um das Schwert Guy Ritchie uns noch erzählen will.

      Und aus der Erde singt das Kind.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Esper ()

    • Pirates Of The Caribbean - Salazars Rache

      Gestern hab ich den neuesten Teil nun gesehen und ich fand ihn besser als den letzten Teil (was jetzt nicht wirklich schwer ist), aber er krankt an ähnlichen Problemen wie sein Vorgänger.

      Fangen wir doch gleich bei eben diesen Problemen an.

      Die größte Änderung zwischen den ersten 3 Teilen und dem 4ten war wohl Jacks Charakter als solcher. Er war auf einmal nur noch dieser verrückte Vogel. Natürlich gab es auch vorher schon die Slapstick Momente, sein unnatürliches Glück oder seine berühmten Dialoge, die nur er verstehen konnte, wenn er das denn wirklich tat, aber unter dieser Oberfläche war mehr versteckt. Jack hatte eine ernste Seite die ihn interessant machte, menschlich machte. Das fehlt jetzt. Ich kann auf Anhieb keine Szene aus dem vierten Teil nennen in der mich dieser Charakter irgendwie beeindruckt hätte.
      Im fünften Teil ist das einen Ticken besser, aber auch nicht viel. Größtenteils wird Jack auf einen gigantischen Running Gag reduziert. Wie im Film selber erwähnt ist er nur noch ein Schatten seiner selbst. Die ersten Teile konnten den Humor sehr gut ihn die Gesamthandlung einbinden ohne störend zu wirken. Nun ist es sehr überladen und ich dachte mir bei einigen Witzen, dass man diese hätte streichen können und/oder sie nur für den Trailer produziert wurden. Hinzu kommt, dass sich einige Details nicht wirklich gut in die bisher erzählte Geschichte einfügen, Stichwort: Herkunft des Kompass.

      Die Storyline um Henry und Will Turner war so interessant und relevant, dass ich sie bis kurz vor dem Ende komplett vergessen hab. Ohne Witz, die Story hätte komplett gestrichen werden können und am Film würde man nichts merken. Und um ehrlich zu sein fände ich das auch besser, denn so hätte man mehr Fokus auf Carina legen können, die ich zigmal interessanter fand.

      Nachdem das Negative abgehakt ist nun zum Positiven.

      Wir bekamen für einen kurzen Moment den alten Jack Sparrow zu sehen. Beziehungsweise den jungen, der aber wesentlich mehr dem Jack entspricht, den ich lieben gelernt hab. Die Szene, in der Salazar dem jungen Jack begegnete und seinem vermeintlichem Ende entgegen segelte, wurde in den Trailern schon angeschnitten und gehört zu meinen Highlights des Films. Sparrow entgeht einer auswegslosen Situation indem er ein hohes Risiko eingeht. Kein Glück sondern unkonventionelles Denken und eine gesunde Portion Eier in der Hose.

      Wie oben schon erwähnt hätte ich gerne mehr von Carina gesehen. Während Henry kaum einen Charakterzug bekommt, stiehlt sie schon fast allen die Show. Sie rennt Türen ein und ihre Vorgeschichte als auch die Beziehung zu einem anderem Charakter wären für mich sehr interessant gewesen. Zusammen mit Barbossa steht sie in meiner Lieblingsszene des Fimes, die definitiv mehr Aufbau verdient hat.
      Und wo ich schon bei Barbossa bin: Geoffrey Rush als Barbossa ist immer eine fantastisch. Er strahlt so viel Charisma aus und haucht dem Charakter Leben ein.

      Der Film ist kein Muss, wenn man gerade Lust auf einen großen Blockbuster hat ohne zuviel zu erwarten auf jeden Fall einen Blick wert, aber wer darüber hinaus geht sollte sich was anderes suchen. In dem Sinne

      "Was bin ich für euch?" - "... ein Schatz"
      "I shall grieve, and I shall weep. But I shall never regret"
      - Rider
    • Pirates of the Caribbean - Dead Men Tell No Stories


      In der folgenden Rezension könnten einige inhaltliche Spoiler enthalten sein, speziell aufs Ende bezogen. Wer den Film also noch selber sehen will, der sollte am besten jetzt schon aufhören zu lesen und/oder direkt zum Fazit springen!


      Ich habe mir dann gestern auch mal den neuen Teil des Fluch der Karibik Franchise angesehen, der für mich - als begnadeter Fan der ersten Stunde - einfach absolute Pflicht war. Auch, oder wohl eher sogar gerade eben, weil der fünfte Teil nun wohl auch - so wurde er jedenfalls vermarktet - den Abschluss der Reihe darstellen soll. Und das Ende ist, an und für sich, auch durchaus in Ordnung, offenbart aber eines der derzeit größten Probleme Hollywoods so extrem, wie bisher kaum ein Film zuvor. Und dieses liegt schlichtweg darin, dass manche Reihen einfach über ihren eigenen Zenit hinauslaufen und damit eher schlecht, als recht, gestreckt werden. Nichts anderes ist auch der Fluch der Karibik Reihe widerfahren, als man nach dem dritten Teil, der die Trilogie eigentlich zu einem hervorragenden Abschluss geführt hatte, der auch - in gewissen Maßen - die gängigen Normen von Hollywoods Blockbuster-Kino gebrochen hat, da es eben kein Happy End im klassischen Sinne gegeben hat. Will war dazu "verdammt" auf ewig den Platz von Davy Jones auf der Flying Dutchmen einzunehmen, Elizabeth zog sich auf eine abgelegene Insel zurück, auf der sie ihren Liebsten alle 10 Jahre für einen Tag sehen wollte und Jack hat einmal mehr die Black Pearl verloren gehabt, wodurch sich - im Bezug auf ihn - der Kreis, der mit seinem ersten Auftritt eingeläutet wurde, hervorragend geschlossen wurde, da er das Schiff auch damals an Barbossa alias Hector verloren hatte.
      Dann jedoch erschien der vierte Teil, der die vorangegangenen Ereignisse nur mäßig mit einbeziehen konnte, weil der Cast eben - bis auf Johnny Depp und Geoffrey Rush - weitestgehend aufgelöst wurde. Ein eigenständiges Abenteuer entstand, das sich in den bestehenden Konsens der Vorgänger nicht so recht integrieren konnte. Der fünfte Teil nun ist irgendwie ein Mischmasch aus beidem geworden. Auf der einen Seite bezieht er die Ereignisse aus der "Ur"-Trilogie mit ein, auf der anderen Seite stellt er aber ebenso wieder ein - weitestgehend - eigenständiges Abenteuer dar. Denn, und damit war zu rechnen und das sollte auch jedem bewusst sein, ehe er ins Kino rennt ... Mit Orlando Bloom und Keira Knightley wurde zwar im Vorfeld geworben, mehr als ein kurzer Cameo ist bei beiden allerdings nicht herum gekommen. Dennoch sind sie elementarer Bestandteil der Handlung, allerdings nur passiv, und eben nicht aktiv.

      Und genau das ist mein großes Problem, das ich mit diesem Film habe: Er weiß nicht so recht, was er eigentlich will. Und er führt die Geschichte zweier Charaktere fort, deren Geschichte eigentlich längst beendet war. Das alles nur, um diesen beiden Figuren ein - verspätetes - Happy End zu bescheren. Was ich persönlich irgendwo doch arg schade finde, da ich das Ende von Pirates of the Caribbean: At World's End einfach nur hervorragend fand. So hinterlässt ihre erneute Einbindung bei mir doch einen recht faden Beigeschmack.
      Etwas, was von dem ersten Auftritt von Will im neuen Streifen noch untermauert wird, der auch im Trailer angerissen wurde. So konnte man bei ihm bereits beobachten, wie sein Körper sich veränderte. Wie der Fluch ihn zersetzte und drohte ihn, ähnlich wie einst Davy Jones, nachdem dieser seine Aufgabe nicht mehr so erfüllte, wie er es eigentlich sollte, nachhaltig zu verändern. Hier bestand einfach ein unglaublich großes Potenzial, um genau diesen Zerfall, der bei ihm scheinbar eingesetzt hatte, genauer zu betrachten, zu schildern und zumindest in einem Side-Plot näher zu behandeln. Leider blendet der Film dies allerdings komplett aus und beschränkt sich weitestgehend auf das angehende, und vermutlich nun auch letzte, Abenteuer von Jack Sparrow.

      Dieses ist wieder gespickt mit reichlich Action und Humor, wobei Letzterer einfach nicht mehr so zieht, wie in den Vorgängern. Was einfach stark auffällt ist, dass Jack mehr und mehr zur absoluten Witzfigur verkommt. Dies geht zwar teils auch darauf zurück, dass er seit dem Ende von At World's End eigentlich fast nur noch richtiges Pech hatte, kaschiert aber nicht darüber hinweg, dass ihm mittlerweile die Ernsthaftigkeit, die immer einen schönen Kontrast zu seiner verpeilten Art dargestellt hat, abhanden gekommen ist. An ihm hat mich immer fasziniert, dass er sich zwar über weite Strecke über alles und jeden lustig gemacht hat, sich selbst auch gerne mal zum Affen gemacht hat, in den wichtigen Momenten aber immer den entscheidenden Einfall hatte. Der sich ein offenes Gefecht mit Davy Jones auf dessem Hauptmast geliefert hat oder der ebenfalls - unbemerkt - eine Münze des Aztekengoldes stahl, um Will so ausreichend Zeit zu verschaffen den Fluch der Besatzung der Black Pearl zu brechen. Er hatte stets einen Plan, wusste immer was er tat, überdeckte dies meist allerdings mit seiner Leichtfertigkeit, wodurch auch seine Gegner sich oft schwer darin taten ihn ernst zu nehmen, wodurch er diese dazu trieb gewisse Fehler zu begehen, die ihm dann wiederum perfekt in die Karten spielten. Nun jedoch fehlt mir dieser schmale Grat, auf dem er solange balancieren konnte, eigentlich völlig.
      Persönlich find ich das gleich doppelt schade, da der kurze Flashback hin zu jenem Tag, an dem er Salazar aufs Kreuz legte und dieser fortan nach Rache sinnte, doch eindrucksvoll gezeigt hat, was Jack's größte Stärke ist. Er verhöhnt seinen Gegner, weil er genau weiß, dass nicht dieser, sondern eben er, alle Trümpfe in der Hand hält und dabei nicht nur mit reichlich Geschick, sondern ebenso durch gewieftes Handeln seinen Gegenspieler zu überrumpelt und zu bezwingen weiß. Und wo ich gerade dabei bin: Seine Hintergrundgeschichte, trotz der kleinen Diskrepanz bzgl. seines Kompass, war für mich persönlich das absolute Highlight des Films. Denn darin hat man nicht nur erfahren, wie er es zum Kapitän geschafft hat, sondern ebenso woher er eigentlich seinen Nachnamen, seinen Hut etc. pp. hat. Es war seine Herkunftsgeschichte, seine Origin, die mich noch einmal dahingehend erinnern ließ, wieso ich diesen Charakter einst so sehr geliebt habe. Und es auch jetzt noch tue, auch wenn er sich in den letzten beiden Teilen in eine Richtung hin entwickelt hat, die mir zunehmend negativ aufgefallen ist.

      Ein weiteres Problem, das sich hier - ebenso wie im vierten Teil - mal wieder gezeigt hat ist, dass der neue Cast, der zwangsweise, da Will und Elizabeth ja raus sind, erweitert werden musste, wenig Raum zur Entfaltung erhält. Henry und Carina haben genau einen Film Zeit, um sich zu etablieren, müssen sich dabei allerdings auch mit Jack Sparrow und Barbossa messen. Etwas, was Henry wenig bis gar nicht gelingt, während mich Carina dagegen von Beginn an in ihren Bann ziehen konnte. Eine starke und sture Frau, die weiß was sie will und wie sie es bekommen kann. Und das zu einer Zeit, wo in einigen Läden nicht nur Hunde, sondern auch Frauen strikt verboten waren.
      Über Geoffrey Rush als Barbossa muss ich wohl nicht mehr viel sagen ... Der Kerl ist seit dem ersten Teil eine absolute Naturgewalt in den Filmen und elektrisiert auf der Leinwand einfach wie kein anderer in diesem Franchise!

      Fazit:
      Ja, diese Rezension mag nun sehr negativ klingen, doch hört sich dies harscher an, als es eigentlich gemeint ist. Denn der Film ist nicht schlecht, er ist aber auch nicht wirklich gut. Sein größtes Problem liegt - für mein Befinden - schlichtweg darin, dass er einen bereits abgeschlossenen Handlungsstrang aus der "Ur"-Trilogie versucht neu aufzugreifen, um diesem ein neues, ein 'schöneres', Ende zu bescheren, obwohl dies eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre. Weil dieses Ende einfach zwei Filme zu spät kommt und das Franchise auch gut darauf hätte verzichten können. Ebenso wie es eigentlich auch auf den vierten und fünften Teil gänzlich hätte verzichten können. Alles in allem ... Einen sechsten Teil braucht es wirklich nicht mehr. Trotz dessen, was die Post-Credit-Scene angeschnitten hat und zu suggerieren scheint.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von OneBrunou ()

    • Fluch der Karibik 5


      Gestern hab auch ich mir den fünften Teil der Reihe angeschaut und kann meinen beiden Vorgängern im Großen und Ganzen nur zustimmen.
      Ich bin auch etwas zwiegespalten, da der Film manch richtig gute Szenen hatte, aber auch wieder Szenen die völlig, ja was eigentlich, sinnlos bzw deplatziert waren? Ich kanns nicht genau benennen, aber in dem Moment fühlten sie sich falsch an.

      Was mir wirklich gar nicht gefiel war, dass wir mit Carina und Henry wieder 2 Charaktere bekommen haben, die zumindest für mich, recht langweilig und eintönig wirkten. Henry war eigentlich nur da, um irgendwie eine Bindung für Will zu schlagen und um irgendwie Carina mit an die "Crew" zu binden. Dazu noch das ähnliche Alter und perfekt war auch schon wieder diese elendige Liebegeschichte.
      Ich kann sie nicht mehr sehen, diese ganzen Romanzen in jeglichen Filmen, erstmal sind die Paarungen meist nach 2 Minuten eindeutig und dann werden dafür immer wieder Szenen benutzt, die nur dazu dienen die Turtelei zu zeigen. Ich könnte dabei immer nur brechen.

      Auch wenn ich die Anfangsszene etwas "kitschig" fand, so konnte ich es dennoch nachvollziehen und vor allem wurde alles komplett düster gehalten, was mir richtig gut gefiel, davon gab es viel zu wenig.
      So sehr ich die Anfangsszene nachvollziehen konnte, so wenig konnte ich es bei der "Anker" Szene, ich meine, wieso muss er da unbedingt springen? Das war alles nur für die Dramatik und um direkt 2 Charaktere für eventuelle Nachfolger loszuwerden.
      Die Story um den Dreizack war mir auch viel zu wenig, bis auf 1-2 Sätze wurde darüber nicht viel verloren.
      Gerade sowas finde ich immer wichtig, Hintergrundinformationen. Wo kommen die Sachen her, wer hat sie erschaffen, wer hat damit regiert, gedient, gelebt, was auch immer? Ein vllt kurzer Flashback oder Erläuterungen wie das Teil funktioniert oder was damit schon angerichtet wurde.
      Was mich auch gestört hat, Barbossa hatte seit Teil4 das Schwert von Blackbeard, dies wurde einmal noch erwähnt und gezeigt, warum hat er nie etwas damit probiert oder andersweitig was gezeigt? Ich möchte doch sehen, wie der neue "Nutzer" sich damit schlägt und umgeht.
      Dann noch die "Pearl in der Flasche", Jack soll geköpft werden, gucken die gar nicht in die Klamotten oder Taschen oder irgendwas?
      Fand ich sehr merkwürdig und irgendwie auch schlecht gemacht. Und wo is der Sack mit all den anderen Schiffen?
      Und was ist aus der anderen Hexe geworden? Und woher kommen diese, woher haben diese ihre "Kräfte"?
      Wo wir schon beim 4. Teil sind, was wurde aus dem Priester und der Meerjungfrau? Wieso gab es da nichts mehr von zu sehen?
      Und was war mit der Voodoopuppe? Und überhaupt, zwischen Teil 3 und Teil 5 lagen ja mindestens 15-18 Jahre?
      Soviel offene Sachen...

      Über die Charaktere brauch ich eigentlich nicht viel sagen, Jack verkommt immer weiter wie Johnny Depps Karriere zu einer Witzfigur.
      Barbossa und Salazar waren eine Wucht, das kann man nicht anders sagen. Sogar Will Turner konnte mich überzeugen in der kurzen Zeit, was er in den anderen Teilen nicht so wirklich geschafft hat.
      Carina und Henry blieben eher blass, wobei Carina dagegen noch echt frisch war.

      Das Beste am Film war wirklich der Flashback von Jack. Ich weiß gar nicht, wie die Macher es geschafft haben, in diesem eher "mäßigen" Film, einen derart guten Flashback reinzupacken. Sowas kenn ich sonst nur von Oda, zB wie bei BM jetzt, wie er einem Charakter innerhalb von einem Kapitel soviel Leben einhaucht, dies haben sie hier im FB mit Jack perfekt in nur 1-2 Minuten inszeniert und dann trotzdem wiederum kriegen sie es nicht hin, den "alten" Jack wiederauferstehen zu lassen. Was mir aber immernoch fehlt, was ist dieser Kompass? Woher kommt seine "Macht" bzw "Fähigkeit" und sollte nicht auch seine "Macht" am Ende gebrochen sein? Fragen über Fragen..

      Die Effekte und die Soundkulisse haben aber wiederum überzeugt. Ebenso wie die Schiffe und die Details dieser.
      Im Film dachte ich noch, wir brauchen viel mehr geile Piratenfilme, aber mit besserem Inhalt und auch so mythisch angehaucht.

      Alles in allem, war das für mich ein Film der OK ist, aber wirklich auch nicht mehr. Für mein Empfinden gibs hier eine 6.2/10.

    • Ich werde mein Fazit direkt mal vorziehen: Wenn man nach dem Schauen von Baywatch in den Spiegel sieht und mit seinem Spiegelbild zufrieden ist, dann muss man entweder nen extrem geilen Body haben oder schlichtweg nicht die nötige Motivation, um was dran zu ändern. Oder es ist einem einfach egal. Denn um nichts anderes dreht sich dieser Film eigentlich: Um eingeölte, durchtrainierte Körper, wovon es auf der Leinwand sowohl für männliche, als auch für weibliche Zuschauer mehr als genug zu bestaunen gibt.

      Der Film selbst ist letztlich in etwa genau das geworden, was ich erwartet hatte: Ein faktisch stumpfsinniger Film, der mit der Serienvorlage nur wenig gemeinsam hat und stattdessen den modernen Casual-Kinogänger versucht anzusprechen. Zum einen mit den Körpern der Darsteller, die stets hervorragend in Szene geworfen werden, zum anderen eben mit reichlich Action und diversen Gags, die mal mehr, mal weniger zünden.
      Baywatch ist extrem seichte Kost, die gewisse Züge einer Parodie besitzt und auch gerne so manch anderen Film aufs Korn nimmt. So wurde u.a. auch Zac Efron wieder von seinem Image als Highschool-Musician eingeholt, auch wenn er dieses eigentlich unlängst ablegen konnte.

      Die Witze sind dabei oftmals relativ niveaulos, wobei ich ehrlich zugeben muss, dass dies gestern - als ich mir den Film angesehen habe - genau das war, was ich gebraucht hatte. Für mich ist dies ein Film, den man sich gut ansehen kann, wenn man einen schlechten Tag hat und einfach irgendwas braucht, um wieder gepusht zu werden. So konnte mich der Film letztlich nicht nur einmal herzhaft zum Lachen bringen, so wie auch den restlichen Kinosaal, sondern konnte mich auch weiterhin bzgl. meines eigenen Trainings motivieren.

      Im Grunde hat der Film die einzige, kleine Erwartung durchaus zu erfüllen gewusst, die ich an ihn hatte: Mich zu unterhalten. Die Story ist komplett sinnlos, die Charaktere schablonenhaft und stereotypisch und die Gags oftmals etwas over-the-top, aber was anderes hab ich auch nicht erwartet. Unterhalten konnte er mich, mehr wollte ich gar nicht. Ist aber auch wieder ein Film, der die Zuschauer gewiss spalten wird, da man den Humor eben auch mögen, oder zumindest annehmen, muss, um mit dem Film Spaß zu haben. Und das wird nicht jeder tun.

      Ob's aber wirklich noch ein Sequel geben wird, geschweige denn ob es das unbedingt braucht, darüber lässt sich wohl streiten. Nicht zuletzt auch wegen den vernichtenden Kritiken und den ausbleibenden Einnahmen auf dem US-Markt, was mich aber auch nur bedingt überrascht: Der Film zeigt schlichtweg zu viel nackte Haut für das prüde Amerika.
    • Pirates Of The Caribbean 5 – Salazars Rache
      (So ist zumindest der bescheuerte deutsche Titel)

      Captain Jack Sparrow hat Schiffbruch erlitten. Irgendwie scheint Disney vergessen zu haben, warum die ersten beiden Filme (und diskutabel auch der 3.) so gut waren. Was wir hier bekommen haben ist nicht so schlimm wie Teil 4, aber alles in allem auch nicht „viel“ besser.

      Es geht jetzt also darum das Herny Turner, der Sohn von Will Turner, seinen Vater vom Fluch der Flying Dutchman befreien möchte. Dazu sucht er den Dreizack von Neptun, welcher angeblich alle Flüche des Meeres und somit auch den seines Vaters aufheben kann. Auf dem Weg dorthin trifft er Carina Smyth, welche sich als intelligente und taffe Wissenschaftlerin entpuppt, als auch den bereits bekannt Captain Barbossa. Ach ja, und Jack Sparrow läuft da auch noch irgendwie rum.

      Gerade der letzte Satz von mir, sollte einem schon zeigen was hier schief läuft. Teil 5 erzählt eine Geschichte, die eigentlich auch vollkommen ohne Jack auskommt. Überhaupt scheint Disney hin und her gerissen zu sein zwischen „Jack Sparrow ist das Gesicht des Franchises, wir müssen weitere Storys mit ihm haben!“ und „Eigentlich ist die Geschichte von ihm erzählt. Wir brauchen einen neuen Cast!“.

      Genau das merkt man beim schauen nämlich merklich. Die Luft ist einfach raus. Auch wenn der Film die ein oder anderen lustigen und unterhaltsamen Momente hat, alles in allem hat man den gesamten Film in den vorheerigen Filmen genauso oder ähnlich eben schon einmal gesehen. Der 5. Teil fügt absolut nichts zum Franchise hinzu, was wir nicht auch schon vorher hatten.
      Natürlich muss das nichts schlechtes sein. Wenn etwas funktioniert, muss man es ja nicht zwingend ändern. In diesem Fall funktioniert es aber eben einfach nicht mehr so gut wie früher. Die Gags sind weniger lustig, die Handlung noch verwirrender, die Charaktere weniger mitreißend. Alles in allem wirkt der Film wie ein altes Schiff von dem überall die Farb abblättert.

      Es fühlt sich so an, als hätte man alle beteiligten förmlich dazu gezwungen noch einen Streifen zu drehen. Weil alle „müssen“ aber nicht „wollen“ fühlt sich das ganze dann auch so gezwungen an.
      Viele Chancen die den Ideenreichtum der Schreiber und des Regisseurs unter Beweis stellen könnten, werden hier einfach nicht genutzt. Es wird absolut nichts dafür getan, die Welt weiter auszubauen oder zumindest das, was man vorher gut gemacht hat, jetzt noch einmal besser zu machen.

      Nur so ein Hinweis: man merkt das der eigene Film ein Problem hat, wenn die einzige ansatzweise emotionale Szene zwischen den Nebencharakteren abgehandelt wird, und nicht etwa mit dem Protagonisten. Und auch diese Szene wirkt wie vieles andere einfach nur erzwungen und arg konstruiert auf mich.

      Der natürliche Spaß der frühen Teile ist hier einfach nicht vorhanden und Disney sollte sich (wenn sie denn tatsächlich noch einen 6. Teil machen) schleunigst etwas radikal neues ausdenken, oder sich stärker auf die eigenen, alten Tugenden besinnen. Ansonsten wird das nichts.

      Vom jetzigen Standpunkt her, brauche ich wirklich keinen 6. Teil mehr. Beendet die Sache lieber so lange, wie das Franchise noch ein Fünkchen Würde übrig hat.

      Die 5. Kreuzfahrt von Captain Jack Sparrow ist kein wirklich schlechter Film. Er ist eben einfach auch nicht „gut“. Er plätschert irgendwo in der Mittelmäßigkeit herum, und das ist bei dem ehemals so großen Franchise-Namen einfach traurig mit anzusehen.

      Man muss halt selber wissen wieviel Bock man auf das Thema und die Charaktere hat und ob das am Ende reicht um sich den Streifen anzusehen.

      Weiterführende Gedanken gibt’s mal wieder in der passenden Video Review.



      BDO
    • Lasst uns doch mal über zwei Nischen im Film reden.

      Einmal die 80/90er Martial Art Filme. Diese zeichnen sich durch cheesy Dialoge und mehr oder weniger wirre und wendungsreiche Storys aus. Der Ton solcher Filme ist Over The Top und sollten dementsprechend nicht allzu ernst genommen werden, denn am Ende dient die Story als Rechtfertigung und Aufbau für die Action. Action, die man so in keinem anderen Genre finden wird.

      Eine andere Nische ist der deutsche Film an sich.
      Deutscher Film hat seinen Eigengeschmack, den man abkönnen muss. Oft wird sich auf dem Komödien-Schema ausgeruht, weil man damit eine breitere Masse anspricht, aber dadurch an Qualität einbüßt. Wenn man sich von diesem Schema entfernt oder sich gar ein anderes Gerne wagt wirkt das Resultat gerne mal roh. Die Erfahrung fehlt einfach, aber es gibt doch ein paar Filme die positiv herausstechen, weil sie durch den Eigengeschmack und des Experimentellen etwas schaffen, was man sonst nicht zu Gesicht bekommt.

      Wenn man diese zwei Nischen kombiniert, dann spricht man schon ein sehr begrenztes Publikum an.



      Ich hab mir den Film gestern Abend angeschaut und bekam was ich erwartet habe. Ein trashiger Film mit cheesy Lines, einem Untergrund Boss, einen abgehalftertem Bullen, vier Protagonisten die zur falschen Zeit am falschem Ort waren und jeder Menge Action.

      Drei der vier Hauptcharaktere werden von gelernten Kampfsportlern und Stuntmen verkörpert die sich im Prinzip selber spielen. Dementsprechend sind auch ihre schauspielerischen Leistungen überschaubar, aber, sind wir ehrlich, dafür bin ich nicht ins Kino gegangen. Ich wollte gut inszenierte Action sehen und das macht der Film richtig gut. Man hat die FSK 16 in Kauf genommen (nochmal ein kleineres Publikum als so schon) um sich in der Hinsicht nicht zurückhalten zu müssen.

      Die ersten 15 Minuten waren für mich eine kleine Einfühlungsphase die sich etwas zog, aber danach wusste ich wie ich mit dem Film umgehen soll und hatte richtig Spaß daran. Wer sich also zu diesem sehr kleinen Publikum zählt, welches der Film anspricht sollte dem Ganzen eine Chance geben. Es ist eine experimentelle Nische für den deutschen Film, dann und wann braucht es so was um Würze rein zu bringen.

      Im dem Sinne
      "Du bist die Krankheit, ich die Medizin!"
      "I shall grieve, and I shall weep. But I shall never regret"
      - Rider
    • Wonder Woman


      Da soll noch einmal jemand behaupten das The Fast and the Furious Franchise hätte nichts Gutes hervorgebracht. Denn immerhin brachte es uns Gal 'Goddess' Gadot. Im wahrsten Sinne des Wortes, immerhin verkörpert sie in ihrer neuen Paraderolle, die sie seit dem umstrittenen Batman v Superman: Dawn of Justice übernommen hat, nunmehr eine Halbgöttin, die ihr ruhiges, aber auch eintöniges, Leben letztlich aufgibt, um für ein größeres Ziel einzustehen. Denn anstatt einfach wegzusehen und nichts zu tun, wenn auf der Welt Unrecht geschieht, entscheidet sie sich dafür zu handeln und etwas dagegen zu unternehmen.

      Was dabei auffällt: DC und Warner Brothers haben aus den vergangenen Rückschlägen - wohl insbesondere aus Suicide Squad - durchaus vernünftige Schlüsse und Konsequenzen gezogen. Denn schnell fällt auf, dass sich DC hier in etwa an derselben Erzählstruktur bedient hat, die auch schon die Filme des MCU so erfolgreich gemacht hat. Man erhält intensive Einblicke in Dianas Werdegang, von der kleinen Prinzessin hin zur tapferen Amazone, bis sie schließlich auf den britischen Spion Steve Trevor trifft, durch dessen Ankunft sie sich gezwungen sieht ihre Komfortzone zu verlassen und in die weite Welt hinaus zuschreiten, um für das einzustehen, woran sie glaubt: Für Courage. Für Mitgefühl.

      Doch muss sie dafür über sich selbst hinauswachsen, ihre eigenen Kräfte erforschen und letztlich auch den großen CGI-Boss in einer Prügelei von göttlichem Ausmaße besiegen.
      Das Ganze liest sich wie ein weiterer Origin Film aus der Filmschmiede von Marvel und Disney. Und er fühlt sich stellenweise auch genau so an. Insbesondere wenn ich da an den Antagonisten denke, der sich problemlos mit Charakteren wie Ronan, Red Skull, Malekith oder auch Whiplash um den Titel des eindimensionalsten Antagonisten in der Geschichte der Comic Adaptionen streiten dürfte. Auch dessen Beweggründe und Motivation sind einfach nur dermaßen stereotypisch, klischeehaft und 0815, das ich darauf gar nicht näher eingehen möchte.
      Nichtsdestotrotz war dieser Endkampf einfach notwendig um gewisse, elementare Lücken zu schließen. So erfuhr man nun, was dieses andere Ding aus einer anderen Welt war, das Diana einst getötet hat, wie sie im Kampf gegen Doomsday verlautbarte. Ebenso erfuhr der Zuschauer nun, wie sie sich zu der gottgleichen Kriegerin entwickelt hat, die sie in Batman v Superman nun mal war. Und die sie zu Beginn von Wonder Woman eben noch nicht war. Und die sie auch im kommenden Justice League Film wieder sein wird.
      Die Stärke des Films liegt aber gewiss woanders. Sie liegt bei der Protagonistin. Bei Wonder Woman.

      Eben jener Frau, deren Naivität und Güte einfach eine herrliche Kombination charakterlicher Eigenschaften darstellen, die ihr einfach einen gewissen Charme verleihen. Sie schreitet in die Welt hinaus, weil ihre Geschichte sie gelehrt hat, dass ein Individuum, eine einzige Person, letztlich der Ursprung allen Übels darstellt. Das eben jene Gestalt den Hass und die Zwietracht in den Herzen der Menschen sät, um diese gegeneinander anzustacheln, damit sie sich selbst vernichten. Mit dem Tod dieses Mannes erhofft sie sich den ersten Weltkrieg zu beenden und den Menschen wieder Frieden bringen zu können. Doch gibt es ihn überhaupt oder ist die Geschichte letztlich doch nicht mehr, als das, was sie nun mal ist: Eine Geschichte? Ein Märchen, das man kleinen Kindern als 'Gute-Nacht-Geschichte' vorliest?
      Dies ist eine elementare Frage des Films, die auch immer wieder zwischen den beiden Hauptcharakteren - Diana und Steve - mit Worten ausgefochten wird. Wenn Idealismus und Realismus aufeinander prallen.

      Der Film ist aber auch noch weitaus mehr, als nur die übliche Superhelden-Kost, wenngleich diese eben auch - wie man es von DC auch kennt - eine weitreichende Botschaft beinhaltet. Dass der Wille zum Krieg womöglich keinen mythischen Ursprung hat, sondern ganz einfach ein Teil des Menschsein ist. Dass dieser Wille, wenn auch tief in unserem Unterbewusstsein, fest in unserer eigenen Psyche verankert ist. Dass der Mensch letztlich selbst für sein Handeln verantwortlich ist. Und demzufolge auch selber die Konsequenzen zu tragen hat, die aus seinen Taten hervorgehen. Dies ist nur eine der vielen, kleinen, elementaren Botschaften, die der Film zu übermitteln weiß, wenngleich ich mir diesbezüglich aber auch hier und da eine etwas andere Entscheidung im Skript gewünscht hätte.

      Wonder Woman ist, neben dem Superhelden-Flair, nämlich ebenso ein kleiner (Anti-)Kriegsfilm, wenngleich auch in etwas abgespeckter Form und in einem geringerem Ausmaß, was die Betrachtung eben jener dunklen Stellen der Menschheitsgeschichte betrifft. Und dennoch greift Wonder Woman die Thematik des Krieges, und den Schrecken, die damit einhergehen, weitaus imposanter und intensiver auf, als es bspw. der erste Captain America Film getan hat. Dort wurde der Patriotismus derartig dick aufgetragen, dass mir persönlich schon alleine bei dem Gedanken an diesem Film schlecht wird.
      Wonder Woman dagegen zeigt auf eindrucksvolle Art und Weise auf, was der Krieg wirklich ist: Grausam, tragisch und erschütternd. Kinder, die einem Bombenschlag zum Opfer fallen. Männer und Frauen, denen ganze Gliedmaßen weggesprengt werden. Familien, die auseinander gerissen werden. Im Krieg mag es womöglich auch diese kleinen Momente geben, in denen der Patriotismus obsiegt, doch sind solche Momente eben auch extrem rar gesät. Wenn nicht gar nonexistent. Genau dies beleuchtet Wonder Woman. Wenn auch nur um Rande, um die Rahmenhandlung deutlich zu machen und bei Weitem nicht so intensiv, wie ich es mir vielleicht gewünscht hätte.
      Denn, auch wenn man in der einen Sekunde noch als Held gefeiert wird, im nächsten Moment kann doch wieder alles anders sein. Das sinnlose Töten hat erst dann ein Ende, wenn der Krieg vorbei ist. Nicht wenn die Schlacht vorbei ist.

      Gal 'Goddess' Gadot wird inzwischen allgemein bereits als neues Gesicht des DCEU gefeiert: Meiner Meinung nach durchaus zurecht. Momentane 93% bei Rotten Tomatoes sprechen eine recht deutliche Sprache. Und die kommen nicht von ungefähr. Denn der Film bietet im Grunde alles, was man sich von einem großangelegten Blockbuster aus der Comic-Riege nur erhoffen konnte: Tolle Charaktere, interessante Entwicklungen und Beziehungen, viel Witz, bombastische Action und ganz viel Herz.
      Nach dem souveränen, aber eben nicht hervorragendem, Einstieg ins DCEU mit Man of Steel und Batman v Superman: Dawn of Justice - Suicide Squad klammere ich hier jetzt mal ganz bewusst aus - ist dies nun der erste Film dieses Franchise, der so gut wie alles richtig gemacht hat. Er mag zwar das kleinste Risiko eingehen und sich hauptsächlich an bewährten Methoden orientierten, doch tut er dies mit einem gewissen Charme. Was u.A. auch dem Umstand zu verdanken ist, dass wir mit Wonder Woman nun den ersten, weiblichen Superhelden haben, der seinen eigenen Film - in einem großangelegten Filmuniversum - erhalten hat. Daran darf Marvel auch gerne schon vor der Captain Marvel Verfilmung anknüpfen, die ja noch bis 2019 auf sich warten lassen wird ... Gerne auch mit einem Black Widow Film.

      Wonder Woman macht mir persönlich einfach wieder große Lust auf weitere Filme aus dem DCEU. Er macht mich heiß auf die Justice League, die im November die Kinoleinwände erobern wird. Und er bestätigt mich in meiner Meinung, dass die Erzählweise, mit der DC ihr Filmuniversum aufzieht, nicht zwangsweise schlechter sein muss, als die von Marvel praktizierte Vorgehensweise. Denn der Film beweist, dass man die Charaktere auch durchaus zuerst als bereits gestandene Helden in das Universum einführen kann, ehe man ihnen rückwirkend ihre eigene Origin Geschichte verpasst. Vor allem bei Wonder Woman hat dies nun einwandfrei funktioniert, da sie - aufgrund ihrer Abstammung - nun mal nicht wie die Menschen altert. Ob diese Vorgehensweise daher auch bei Charakteren wie Aquaman oder The Flash funktioniert, wird sich erst noch zeigen müssen. Nach dem, was DC und Warner Brothers jedoch hier geschaffen haben, bin ich doch recht zuversichtlich, dass dieses Konzept auch bei anderen Helden funktionieren wird. In diesem Sinne ...

      "It's about what you believe. And I believe in love. Only love will truly save the world."

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    • Serkalo (Der Spiegel)



      Es fällt schwer, über Serkalo nach dessen Ende direkt Worte zu finden. Ich hätte viel dazu zu sagen, aber welcher Punkt ist es wert, dass man mit ihm beginnt? Soll ich organisatorisch anfangen und erklären, dass es sich bei dem 1975 erschienen Drama von Andrei Tarkovsky um den ersten, jedoch bestimmt nicht letzten sovjetischen Film handelt, den ich genoss? Oder wäre das ein zu langsamer Einstieg? Oder soll ich schildern, wie es war, sich während dem Genuss zu wünschen, er würde nicht enden? Und anschließend leicht depri zu sein? Auch das wäre jedoch kein guter Start für meine Rezension, wo der Leser hierfür doch erst nachvollziehen können muss, was es so zu genießen gab, dass sein Ende im Vorfeld bedauert werden muss.

      Dann sollte ich also stattdessen wiedergeben, wie sehr ich es auskostete, im Laptop-Heimkino bei Schwarztee feststellen zu dürfen, dass der Film als künstlerisches Medium eben doch der Malerei und Schriftstellerei kein Stück hinterher hinkt, ganz im Gegenteil: Kein Buch kann Momente so mit ihrer ganzen Seele einfangen und dem Leser völlig widergeben wie ein Film, der sein Potential als Medium nutzt. Dieses kleine Meisterwerk hat es wirklich geschafft! Das Problem wenn ich so anfange ist, dass ich erläutern müsste, wieso ich denke, dass sich die moderne Populärkultur anspruchstechnisch eher im Verfall befindet.

      Ich müsste erläutern, dass die allermeisten modernen Medien nur noch darauf aus sind, den Konsumenten nicht zu langweilen, sondern mit Effekten und Wow-Momenten zu verblüffen, was leider oft zu hartnäckig und mitunter verzweifelt praktiziert wird. Das ist bei Filmen so, aber ganz besonders bei Musik. Genau wie die meisten Songs entsprechend konzipiert werden, um alle wenige Sekunden ein Element zu enthalten, das den Zuhörer neu fesselt, sind auch die meisten Filme darauf aus, zu unterhalten. Man versucht teilweise nicht mal mehr, Kunst zu schaffen und wenn man von wenigen Regisseuren absieht geht leider auch der Anspruch oft flöten. Die meisten Blockbuster sind hervorragende Unterhaltung, aber von Zeit zu Zeit braucht es einfach auch mal etwas gänzlich anderes.

      Ich könnte also anfänglich feststellen, dass sich Der Spiegel wirklich voll und ganz selbst als Kunstwerk definiert, nicht als Unterhaltung, es ist ihm völlig egal, ob er den Zuseher fesselt, aber er tut es dennoch ganz nebenbei mit Bravour, während er seinen Anspruch als Kunstwerk gänzlich erfüllt.

      Sollte ich dann im Mitelteil eingestehen, dass es völlig notwendig ist, mit den richtigen Erwartungen an den Film heranzutreten? Es ist notwendig, sich wirklich darauf einzulassen und hineinzuleben, um entspannt zu genießen, wie die Szenen sich entfalten. Ich komme nicht umher, die Figuren und vorallem die nihilistische, aber auch wunderschöne Grundstimmung zu loben, nicht ausführlich, aber sie sind der wundervolle Kern. Untermalt von Musik, schönen Dialogen, Gedichten und Szenerien. Es gibt mehrmals einen wundervollen Kontrast zwischen harter Realität und Wunschvorstellung, dieser Film ist in seiner Art einfach so unglaublich russisch. Und zwar nicht woran man dank modernen Klischees hierbei heute denkt, sondern in der Art eines Dostojevskys oder Turgenevs.

      Leider (leider!) muss ich dann als Vergleich auf einen der wenigen modernen Regisseure eingehen, der es ebenfalls schafft, ähnliche Stimmungen und Erlebnisse zu erzeugen und dessen Name ich eigentlich nicht in Zusammenhang mit dieser Perle verwenden wollte. Müsste ich Serkalo mit moderneren Werken in Verbindung bringen, es wären jene von Lars von Trier. Auch wenn er verglichen hiermit ein Stümper ist. Von Trier schafft es nicht, die Realität zu zeigen. Er kann sie für gewöhnlich nur in unrealistischen Szenarien und vorallem bewusst fiktionalen Exzessen (Planet kollidiert mit Erde, gesichtslose Gestalten laufen in Epilogen durch Wälder etc.) etwas andeuten, er kann die Realität mit all ihrer Lächerlichkeit, Surrealität, Problematik aber auch undefinierbarer teilweise nahezu grenzenloser Schönheit jedoch nicht direkt vor den Zuseher stellen.

      Falls jemand hiervon nicht völlig abgeneigt ist sondern mit meinen Schilderungen etwas anfangen kann lege ich nahe, den Film erstmal nur bis einschließlich der Druckereiszene zu schauen, welche meine absoluten Lieblingsmomente erhält, die ganze Aufmachung und vorallem der Schluss sind einfach herrlich, zumindest sah ich das so. Besagte Szene ist etwa ein Drittel im Film, wenn man bis dahin schaute kann man denke ich einschätzen, ob man sich darauf einlassen kann oder nicht.

      Es gibt so viel zu sagen, so viele Kleinigkeiten die einfach schwer einzufangen sind, es passt alles so hervorragend zusammen, es ist ein echtes Kunst- und auch Meisterwerk. Ich bin natürlich geneigt, Serkalo nun kurzerhand als meinen Lieblingsfilm zu proklamieren, ob er dem standhalten wird werde ich feststellen wenn ich ein paar Nächte darüber schlief. Aber ich bin froh, dass ich zufällig darauf stieß.

      Ich genoss diesen Film in russischer Originalsprache mit englischen Untertiteln und empfehle dies ebenfalls. Schade, dass bei Übersetzungen immer so viel verloren geht, wie viele Nuancen im Gesagten in der Übersetzung wohl untergingen? Es ist schade. Aber es ist auch atlitschna und macht mich immer noch happy, dass ich diesen Film fand.
      Ich werd die Ausbildung wechseln, ein Buch schreiben, mir nen Bart wachsen lassen, mein Spiel fertigprogrammieren, mir den Bart wieder abrasieren, einen YT-Channel starten und auf deinen Beitrag antworten! Also gleich morgen! Oder gleich übermorgen! Oder mal sehen

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Alphonse ()

    • Wonder Woman



      Tja, was soll man dazu sagen? Ich hätte nie gedacht, das ich das sagen würde aber DC/WB hat mit Wonder Woman tatsächlich die Kurve gekriegt.
      Endlich ein guter Film aus dem DCEU und nicht so eine dampfende Scheiße, wie wir sie bisher bekommen haben.

      Wer hätte auch gedacht das ein Film besser wird, wenn man sich genügend Zeit nimmt die Ursprünge und Beweggründe des Charakters erst einmal richtig zu beleuchten und zu erklären, bevor man ihn dann in die Action schmeißt? So ziemlich jeder, mit Ausnahme von WB.

      Schon eine gewisse Ironie das es erst eine Frau braucht die einen Superhelden Film mit einem weiblichen Superhelden macht und damit die Fehler der Herren wieder ausbügelt. Eben genauso wie Wonder Woman das auch im Film tut. :D

      Der Film startet auf der Insel der Amazonen, Themyscira. Diese ist schön in Szene gesetzt und bleibt noch glaubwürdig ohne dabei völlig „spacig“ auszusehen, wie zB. Asgard bei Thor/Marvel.
      Der Anfang ist etwas konfus, da man zwar versucht die Ursprünge der Amazonen zu erklären und wie die griechischen Götter da mit reinspielen, trotzdem bleiben dabei viele Fragen offen.
      Das lässt sich aber verschmerzen, da so ziemlich alles was danach kommt eine volle Punktlandung hinlegt.

      Gal Gadot spielt Diana/WW mit einer Mischung aus unbeugsamen Willen und kindlicher Naivität. Das führt zum einen dazu, das es hier und da tatsächlich mal ein paar Schmunzel-Momente gibt und zum anderen dazu, dass sie einem direkt sympathisch ist. Generell symbolisiert sie in diesem Film das Idealbild eines Helden. Der Zynismus der auch bei der Marvel-Konkurrenz mittlerweile an der Tagesordnung ist findet man hier nicht.
      Stattdessen wird WW subtil zu einem tragischen Charakter ausgearbeitet, denn eigentlich ist der Ausgang des Filmes egal. Selbst wenn sie den Kriegsgott Ares ausschaltet und damit (wie sie glaubt) den Krieg beendet, selbst wenn diese sehr naive/kindliche Vorstellung zutrifft und sie am Ende des Films als Siegerin nach Hause geht, selbst dann wissen wir als Zuschauer das es nur ein kurzer Sieg ist. Ein paar Jahre tritt Hitler auf den Plan und die ganze Kacke wird wieder von vorn anfangen. Trotzdem steht WonderWoman mit unerschütterlichem Willen an der Front und kämpft gegen das alles und wie wir wissen tut sie das auch noch 2016 zur Zeit von Batman V Superman. Meiner Meinung nach ein Geniestreich wie er nicht besser sein könnte.

      Auch die generelle Kritik gegen den Krieg die Wonder Woman im Film direkt äußert würde man bei Marvel nicht finden (Tony Stark ist cool, aber erst in Avengers 1 wurde er zB. zu einem „Helden“).
      Somit wirkt der Film einfach „erdgebundener“ auf mich. Und das ist ein Detail was sich auch in den Comics und den Unterschieden zwischen Marvel und DC wiederspiegelt. Somit trifft Wonder Woman als erster Film des DCEU auch den Ton der eigentlichen DC Comics und ist keine (schlechte) Kopie eines Marvel Films.

      Die Kämpfe des ganzen Spektakels sind im übrigen auch sehr unterhaltsam. Die immer mal wieder eingesetzten Zeitlupen Effekte erinnerten mich etwas an „300“ und das kann nun wirklich nichts schlechtes sein.

      Es ist ein wirklich guter Film geworden, der jetzt sicherlich nicht der beste Film aller Zeiten ist (das muss man auch sagen) aber zumindest deutlich über der Qualität der bisherigen DCEU Filme liegt.
      Endlich ein DC Film der auch wirklich mal eine Konkurrenz zu den aktuellen Marvel Filmen darstellt. Ich war nach dem Kinobesuch richtig ekstatisch, einfach weil ich niemals geglaubt hätte, das WB endlich den Kopf aus dem Hintern zieht und einen vernünftigen Film abliefert.

      Sei des drum, ich glaube trotzdem das „Justice League“ wieder ein CGI-Kotzfest wird. Vielleicht kann Joss Whedon der hier jetzt das Steuer übernommen hat noch das Schiff rumreißen. Ich möchte mich vorab aber nicht zu sehr darauf verlassen, denn sonst bin ich am Ende nur wieder enttäuscht.

      Tl;dr
      Gut so DC! So müssen eure Filme sein! Bitte mehr davon!

      Weiterführende Gedanken gibt’s wie immer in meiner Video-Review.


      BDO
    • Wonder Woman

      Ja, auch ich habe Captain America, öhm, Wonder Woman gesehen und muss den anderen Recht geben.
      Der Film ist wirklich gelungen, allerdings, war das nicht unbedingt schwierig nach den anderen DC WB Filmen.

      Also erstmal, nimmt man den Film für sich, ist dieser wirklich gut, für eine Comicverfilmung.
      Der Einstieg war gut gemacht und schön in Szene gesetzt, das Land der Amazonen sah hervorragend aus.
      Auch vom Storytelling her, fand ich es eigentlich alles clever gelöst, ein roter Faden war absolut vorhanden und man wurde am Ende mit Ares noch überrascht, bzw die Meisten zumindest.
      Der Trupp rund um WW war super und hat gut unterhalten, nur der Indianer war mir etwas zu sehr amerikanisch, aber vielleicht als Schmuggler auch so gewollt, wer weiß.
      Ich kann den Film an sich und vor allem in Rücksicht der bisherigen DC Filmen nur überschwänglich positiv bewerten.

      Aber jetzt auch noch etwas Kritik, wenn auch das alles vllt etwas kleinkariert ist aber sind nunmal Dinge, die ich persönlich so empfunden habe.
      Den ganzen Film über, hatte ich das Gefühl, ich schaue Captain America mit weiblichem Protagonist. Ich kann es nicht anders beschreiben.
      Das zog sich durch den ganzen Film.
      Ich gebe hier nicht die Schuld an DC oder WB, nur Marvel hat da wirklich einen Film gebracht, der sowas von ähnlich aufgebaut ist und ist halt DC zuvorgekommen, weswegen das Ganze schon etwas abgekupfert wirkt, was den Film an sich aber kein Abbruch tut.
      Das Ganze Setting vom Krieg, der übergroße Flieger mit den Massenvernichtungswaffen, die Aufopferung und natürlich einfach das Reinpreschen in Gegnerhorden.
      Eine Szene hat mir ganz und gar nicht gefallen, und zwar jene, wo sie an der Grenze zum Niemandsland sind. Seit einem Jahr halten die Deutschen diese Linie, weil an jedem Meter ein MG steht. Ich weiß nicht, was die sich in der Szene gedacht haben, aber auf ca 100meter, waren vllt 10 Deutsche, klingt gar nich so schlimm, aber im Film kam das echt richtig schlecht rüber, denn die im Film besagte Übermacht war keinerzeit spürbar, auch wenn es WW war, die mittendurch ist.
      Hier direkt weiter zum nächsten Punkt, gleiche Szene. WW allein auf dem Feld. Vor einem Bluescreen, gott hasse ich solche Szenen, das sieht egal in welchen Filmen einfach immer scheiße aus, ähnlich empfand ich das bei CA: CW die Flughafenszene, wobei die nich so leer wirkte.
      Der Kampf mit Ares, hier möchte ich eigentlich keine Kritik äußern, denn Ares war es, den ich unbedingt sehen wollte seit Anbeginn der Ernennung seines Namens und ich wurde nicht enttäuscht aber wieso immer diese übelsten CGI Effekte? Ja es sind Götter ok, aber man, kann man das nicht etwas kleiner halten? ^^
      Achja, und das Liebesgeschwafel, da hätte ich brechen können. Wieso sagt man nicht einfach, für seine Freunde, Verwandten, Geliebten? Wieso spricht man direkt das Wort Liebe aus. Das klingt immer so melodramatisch, dass ich das würgen kriege.

      So genug der kleinscheißerei, der Film ist wirklich schön anzusehen, und was weitaus wichtiger ist, er hat mir wieder die Lust gegeben, das DC Universum und die Filme weiterhin zu verfolgen.
      Aber soviel Unterschied zu einem Marvelfilm war nicht mehr unbedingt da(für mein Empfinden), denn vom Storytelling her, war es alles ähnlich, einzig was ich hier als gut empfinde ist, dass DC einfach ernster und düsterer ist, was letzten Endes den Unterschied ausmacht und auch zu unfreiwilligen Witzen führt.
      Daher bekommt Wonder Woman von mir eine gute 8.2/10.


      :EDIT


      Transformers - The last Knight


      So, ich haus mal in den gleichen Post.

      Da war ich heute also doch in Transformers, obwohl ich mir das eigentlich sparen wollte, nach den letzten beiden Teilen.
      Also ich war immer ein großer Transformerfan und freue mich natürlich über jeden Transformer, der cinegrafisch dargestellt wird.
      Der erste Film war für mich echt gelungen, alles wirkte neu und irgendwie auch ganz gut erklärt.
      Beim zweiten Teil merkte man schon, das Schema ist das Gleiche, nur etwas größer aber das gefiel mir eigentlich immer noch.
      Ab dem dritten Teil fand ichs dann aber langsam schon recht ausgelutscht.
      Mit dem vierten Teil und Schauspielerneubesetzung, wollten sie dann mehr oder weniger einen Neustart wagen, welcher auch nicht so Recht rüberkam, obwohl ich Herrn Wahlberg echt gerne sehe.

      Was den fünften Teil der Reihe nun betrifft, so war er wieder ca 2,5 Std lang, und es kommt einem auch wirklich lange vor, ich glaube das erste mal habe ich nach 50 Minuten auf die Uhr geschaut, da der Film doch schon etwas zäh ist.
      Ich möchte hier auch gar nich groß auf die Story eingehen, da man sich ja denken kann was passiert, da sich das Schema einfach nicht ändert.
      Der Film war ... naja bis okay. Für mich ist er okay, weil er Transformer beinhaltet, alles andere ist echt nur mehr oder weniger zusammengewürfelter Quatsch irgendwie.

      Also ich liebe Filme, die mit Magie oder Fantasy zu tun haben, und welche versuchen, historische reale Dinge, die wirklich so ähnlich vorgekommen sind oder auch erfundene Mythen , in den Film zu integrieren. zB wie hier, die Sage um Arthus, Lancelot und Merlin.
      Es ist aber auch nur dann schön, wenn diese Dinge sinnvoll integriert werden, was hier absolut nicht der Fall ist.
      Ich fand es zwar schön, wie sie die Ritter dargestellt haben, was sie für Rüstungen hatten, ebenso wie deren Feinde, das sah großartig aus, aber die Hintergründe und dann dieser versoffene Merlin, der von Frauen, Alkohol, Geld und Lügen erzählt, wirkte so unnatürlich und deplatziert, nur damit man eine Verbindung zu den Transformers findet. Das war echt irgendwie schlecht.

      Auch der Einsatz, des TRF, dieser "geheimen" oder auch nichtgeheimen Sondereinheit, die nach Transformer sucht, hat sich für mich nicht ganz erschlossen. Für mich kam es nur so rüber, dass sie eine Einheit brauchten, um SGT Lennox wieder ins Leben zu rufen.

      Was mir auch sauer aufgestoßen ist, war dieser Handel oder das Abkommen mit Megatron. Da werden uns Decepticons vorgestellt, mit Namen und "Zeitlupenvorstellung", passend zu deren Charakter, nur um sie dann 10 Min später wieder zu schrotten.
      Also wieso baut man diese Charakterdarbietung mit ein, wenn es keinen Aufbau gibt und die Charaktere wieder direkt verschwinden.
      Ich liebe solche Namensvorstellungen und Hervorhebungen von Personen, da denkt man dann, jeah cool, interessanter Charakter etc, er wird presentiert, weil er wohl halbwegs wichtig erscheint, ähnlich dem Charakterfenster bei One Piece aber nein, hier wird es einfach so verballert, vor allem, weil es noch nie im Transformerfilm vorgekommen war. Das hätte man direkt von Anfang an machen sollen, das wäre wesentlich cooler gewesen.

      Auch dieses Amulett, oder Armreif oder was auch immer. Die ganze Zeit passiert da kaum mit was, nur dann, wenn Optimus kurz vorm verrecken ist, kann es ein Schwert erstellen für einen Menschen, welcher damit einen Transformer aufhalten kann, mit einem viel massiveren Schwert.
      Und dann diese Redemptionszene, als Optimus wieder normal wird, wegen Bumblebee, kotzwürg.

      Ich weiß nicht, also viele Punkte gefallen mir einfach nicht mehr an Transformers. Ich liebe die Viecher an sich, aber die Story die da immer drumgepackt wird, ist einfach nur zusammengewürfelte Grütze.

      In jedem Teil, gibt es eine neue Bedrohung für die Menschheit, immer wieder ein Endzeitszenario, immer wieder eine neue große Waffe oder ein neuer böser Anführer.
      Was mich hier so abgrundtief nervt, ist, dass man in keinem Teil wirklich was von den ganzen Dingen hört.
      Der Allspark, dann diese Pyramidensonnenabsaugekanone, die Stützpfeiler um Cybertron zur Erde zu teleportieren. Megatron. Die Rache. Der Oberprime. Im vierten Teil irgendein Kopfgeldjäger und jetzt Quintessa, die Schöpferin der Transformer.
      Ich mein, halloooooo, wieso wurde nie eine Verbindung von Quintessa, der Rache und Cybertron erzählt? Allen gehts immer um Cybertron, nur kennen tun sich alle scheinbar nicht und jeder versucht für sich irgendwie Cybertron selber aufzubauen.
      Und wieso bedurfte es die Stützpfeiler im dritten Teil, wo jetzt im fünften Teil, Cybertron einfach zur Erde reist?
      Dieses Storytelling, es kotzt mich einfach an. Oder alles hat eine Verbindung und ich sehe die versteckten Easter Eggs einfach nicht oder was auch immer, vielleicht checken das auch nur die richtigen Fans.
      Vielleicht sollte ich mir die Comics nochmal alle geben und mehr Hintergrundwissen erlangen, denn vielleicht und nur vielleicht, laber ich ja nur Quatsch und habe einfach keine Ahnung (habe ich auch nicht, aber ich beziehe mich hier auch bloß auf die Filmreihe).

      Alles in Allem, kriegt der Film von mir eine 7/10 für die ganzen Transformer (ich liebe besonders die Riesendinobots, Drachenbots und den Oberteufelbot der Decepticons, wovon einer einfach wieder viel zu schnell abgefertigt wurde, obwohl er nach einen richtigen Endboss aussah; auch wieder so ein Punkt, kein Kraut ist gewachsen gegen Optimus Prime)
      Und eine 2/10 für die Story. Insgesamt gibs für mich eine 3.4/10, einfach weil es langsam ausgelutscht ist und mir alles nur vorkommt, als ob es nirgendswo richtige Verknüpfungen und Verbindungen gibt.

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    • Wonder Woman

      Im Prinzip wurde alles was ich großartig zu diesem Film sagen könnte bereits von euch anderen hier geschrieben. Es gibt nur eine Sache die ich hier gerne nochmal erwähnen wollen würde, einfach weil sie mich fast den gesamten Film über begleitet hat. Und zwar den etwas unfreiwilligen Gedanken an Star Wars.

      Genau wie ein Jedi hat Wondi-Wan Wenobi extrems schnelle Reflexe mit denen sie die Gewehrkugeln zunächst aufhalten und teilweise sogar auf andere Gegner ablenken kann. Auch wenn dies natürlich nicht beabsichtigt war, kam mir einfach sofort Star Wars in den Sinn und das erste Auftreten des jungen Obi Wan in Episode 1. Vermutlich deshalb musste ich im finalen Kampf gleich noch einmal an besagten Charakter denken. Denn genauso wie Obi Wan sich nach dem tragischen Verlust von Qui Gon seiner Wut hingibt tut dies auch Diana nach Trevors Feuerwerk. Beide scheitern letztendlich dadurch und gewinnen den Kampf wiederum indem sie sich wieder auf das Besinnen was sie ursprünglich gelernt haben. Wobei hier noch zusätzlich eine schöne Referenz an Episode 6 zu finden wäre, indem man Wonder Woman kurz vor der versuchten Tötung von Dr Poison mit Luke vergleicht der Darth Vader den Gnadenstoß geben könnte. Zudem werden beide vom Ober-Antagonisten der Filme angestachelt diesen Schritt zu gehen und sich somit ihrer Sichtweise anzuschließen. Wie bekannt weigern sich aber sowohl Luke als auch Diana woraufhin sie mit Blitzen attackiert werden, die am Ende der Imperator und Ares selber zu spüren bekommen.

      Ich hoffe ihr denkt nicht, ich versuche mir krampfhaft was zusammenzureimen, um irgendwie abstruse Zusammenhänge zwischen diesen Filmen zu finde, aber diese Gedanken hatte ich tatsächlich als ich den Film gesehen habe. Vielleicht hätte ich in meiner Jugend weniger Star Wars gucken sollen... :whistling:

      Davon ab bleibt unterm Strich der wohl bis heute beste DC Film übrig, der definitiv wieder Lust auf mehr macht und mit Wonder Woman wurde ein neues Aushängeschild geschaffen, mit dem sich die etablierten Helden von DC aktuell (noch) nicht messen können.


    • Silenced

      Silenced (oder The Crucible) ist ein südkoreanischer Film, der im Jahr 2011 veröffentlicht wurde und basiert auf einem Roman mit dem gleichen Namen von Gong ji-young. Im Film spielen Gong Yoo und Jung Yu-mi mit und Hwang Dong-hyuk ist der Direktor.

      Ich kann mich nicht an das letzte Mal erinnern, wo ich mich so unwohl fühlte einen Film zu schauen. Das Südkorea einige Filme hat die einem echt alles abverlangen ist nichts neues, aber das war wirklich deprimierend. Ich habe in den letzten Monaten viele asiatische Filme gesehen und viele waren wirklich gut. Aber Silenced ist eine andere Art von Film, den ich aus verschiedenen Gründen schätze. Filme können ein mächtiges Werkzeug sein um die Gefühle der Zuschauer zu wecken. Mit Filmen kann man fantastische Welten schaffen, aber auch die harte Realität darstellen. Silenced nahm die Herausforderung, die Welt zu zeigen, was in der Gwangju Inhwa School in Südkorea passiert. Es ist wichtig zu erwähnen, dass wir nicht über eine fiktive Geschichte sprechen, sondern über eine Geschichte, die real ist. Das hilft, den Film noch besser zu verstehen und macht die Errungenschaften dieses Films noch beeindruckender. Ich werde nicht über die ganze Geschichte hinter der Schule sprechen, sondern geben nur einen kleinen Einblick. Ich kann es nur empfehlen über das Thema zu lesen, nachdem man den Film geschaut hat. Gwangju Inhwa School ist eine Schule für Hörgeschädigte in Südkorea. Zwischen 2000 und 2003 wurde berichtet, dass mindestens neun Schüler von den Lehrern sexuell belästigt oder vergewaltigt worden sind. Ein neu ernannter Lehrer hat die Menschenrechtsgruppen alarmiert, was eine große Diskussion startete.

      Es ist immer schwierig, über einen Film mit solch einem sensiblen Thema zu sprechen und ich glaube, dass Meinungen über Filme wie diese immer viel vielfältiger sein werden. Aber ich glaube auch, dass Filme wie diese existieren müssen bzw. sollten, um den Leute nochmal alles vor Augen zu führen. Der Film beginnt mit Kang In-ho (Gong Yoo) welcher als neuer Lehrer in die Schule eintritt. Er ist sehr aufgeregt, an der neuen Schule zu unterrichten bemerkt aber, dass die Schüler versuchen ihn zu meiden. Es dauert nicht lange bis Kang In-ho merkt, dass etwas mit der Schule und den Schülern nicht stimmt, was den langen und schmutzigen Kampf um das Recht der Kinder lostritt. Dies ist die längste Zusammenfassung, die ich für diesen Film geben kann, da ich glaube, dass alles andere selber gesehen werden muss. Mit Gong Yoo in der Besetzung haben wir einen der talentiertesten Schauspieler Südkoreas im Film und wie immer ist er brillant. Als der neue Lehrer, der anfällig ist, aber auch voller Emotionen handelt, macht er eine großartige Arbeit. Aber auch neben Gong Yoo hat der Film einige tolle Talente und besonders die Kinder waren sehr beeindruckend. Es klingt sehr makaber sie für diese Rolle zu loben, aber ich hoffe ernsthaft, dass wir mehr von ihnen sehen werden.

      Es ist sehr schwer, über die einzelnen Komponenten dieses Films zu sprechen, aber es gibt eine Menge Dinge zu loben in diesem Film. Abgesehen von der großartigen Schauspielern, weiß der Kameramann genau was er tut. Südkoreanische Filme bieten eigentlich immer wirklich interessante Kamerawinkel und Ästhetik und dieser Film ist nicht anders. Die Kamera fängt die dunkle und raue Umgebung ein und sorgt dafür, dass das Publikum nie die Chance hat, dieser Atmosphäre zu entfliehen. Der Betrachter ist in einem Käfig gefangen, wo er gezwungen ist alles mit zu erleben und zu fühlen. Ich kann sicher sagen, dieser Film hält sich nicht zurück. Es ist beunruhigend, es ist herzzerreißend und absolut frustrierend. Ich fühlte mich nie so wütend und hilflos bei einem Film und das ist sehr lobenswert. Denn das sind die Emotionen, die nicht nur die Zuschauer fühlten, sondern auch die Charaktere. Für den Zuschauer ist es sehr leicht, sich mit dem Lehrer zu identifizieren und seine Gefühle zu verstehen. Von Anfang an ist man in dieser Schule gefangen und ich finde es faszinierend wie schnell es passiert. Es gibt kaum einen Aufbau, um diesen Punkt zu erreichen, da er dich sofort einfängt. Aber auch wenn der Film vorbei ist, bezweifle ich, dass man den Film für den Rest des Tages aus dem Kopf bekommt. Es macht einem nachdenklich,provoziert, und das ist etwas, was nicht nur ich fühlte, sondern auch viele Leute in Südkorea.

      Als der Film in Südkorea veröffentlicht wurde, schauten 4,7 Millionen Menschen diesen Film, einschließlich den Präsidenten. Der Film schaffte es tatsächlich, einen massiven öffentlichen Aufschrei zu starten, welches die Polizei zwang, den Fall wieder zu öffnen und neu zu untersuchen. Es kam zu dem Punkt, wo zwei Monate nach der Veröffentlichung des Films die Gwangju City offiziell die Schule im November 2011 schließen musste. Nicht nur das, einige der Lehrer wurden für schuldig befunden und erhielten ihre Strafe. Es ist wirklich erstaunlich, dass der Film dies geschafft hat. Als jemand, der dieses Medium absolut liebt, fühle ich mich sehr stolz zu sehen, dass Filme so einen Einfluss haben können, um diese Welt zu einem besseren Ort zu machen. Es ist ein "kleiner Schritt", jedoch ein richtiger und wichtiger. Aber auch ohne den Impact, ist der Film ein wirklich sehenswerter und guter Film. .
    • Spiderman - Homecoming


      Nun hat es also auch das zweite Großmaul im roten Ganzkörperkondomanzug (wieder) auf die große Leinwand geschafft. Zu unser aller Glück jedoch mit konkretem Bezug zum restlichen MCU, was mehr als nur überfällig war. Auch wenn Sony sowohl beim Vorspann, als auch beim Ende nicht darauf verzichten wollte dem Zuschauer - so penetrant wie möglich - noch einmal vor Augen zu führen, dass die Rechte auch jetzt noch, maßgeblich, bei ihnen liegen. Und nicht etwa bei Disney, wie es sich mit dem Rest des MCU verhält.

      Das macht dem Film allerdings nichts aus, da dieser sich hervorragend ins MCU eingliedert. Dem Zuschauer dies deutlich zu machen war wohl auch Marvel sehr wichtig, so scheut man sich vor allem zu Beginn des Films nicht davor möglichst viele, und möglichst deutliche, Querverweise zu vorangegangenen Filmen ihres Universums zu streuen.
      Dass ausgerechnet Tony Stark aka Iron Man hier nun mit von der Partie ist, und die Rolle des egozentrischen Mentors so bravourös wie erwartet ausfüllt, unterstreicht dies natürlich noch einmal sehr deutlich, ist mit diesem das MCU doch letztlich überhaupt erst entstanden und gilt seitdem auch - durchaus zurecht - als Aushängeschild dieses filmischen Universums.

      So war die Befürchtung bei mir auch groß, dass er dem jungen Peter Parker, der sich erst noch in seine neue Heldenrolle einfinden muss, letztlich womöglich die Show stehlen würde. Diese Angst war jedoch vollkommen unbegründet, wie sie es auch schon bei Captain America: Civil War gewesen ist, wo man sich auch lange Zeit fragte, ob dieser Film überhaupt noch als wirklicher Cap Film angesehen werden kann oder nicht. Doch in beiden Fällen wusste mich Marvel - mal wieder - eines Besseren zu belehren. So gibt es in Spiderman - Homecoming tatsächlich nur sehr wenige Szenen mit Tony, dafür aber durchweg gelungene, die auch ihn selbst wieder etwas - in seiner eigenen Entwicklung - vorangebracht haben. Wenn auch nur marginal.

      Die meiste Zeit steht demnach Peter Parker im Rampenlicht, der mit dem Druck und der Verantwortung, die damit einhergehen, erst noch lernen muss richtig umzugehen. Zwar trat er im kleinen Civil War recht souverän auf, doch schon dort merkte man, dass der Knabe noch viel zu lernen hatte. Daran hat Spiderman - Homecoming nun erfolgreich angeknüpft. So klopft er zwar auch jetzt schon aufmüpfige Sprüche, wenn er sich in seinem Kostüm befindet und gerade versucht ist ein paar Verbrecher in die Mangel zu nehmen, die Souveränität, sowie die Erfahrung, fehlen ihm allerdings noch. Dies wird mehrfach deutlich, sorgt dadurch aber auch für wunderbare Gags, die vor allem das Kind in mir, das von kleinauf ein begnadeter Fan des Wandkrabblers ist, vollständig abzuholen wussten.
      Hinzu kommt eben auch noch, dass Peter der einzige Held im MCU ist, der sich noch sichtbar darum bemüht seine Identität geheim zu halten. Alle anderen gehen damit doch recht offen um, was ebenso für einige, äußerst humorvolle Szenen gesorgt hat, dem Ganzen aber gleichermaßen dasselbe Maß an Ernsthaftigkeit und Zwiespalt für ihn als Charakter mitgegeben hat, was man so auch schon aus den vorangegangenen Filmen von Spiderman gekannt hat.

      Mein erwachsenes Ich dagegen konnte sich an etwas ganz anderem erfreuen, das da heißt: Michael Keaton. Auch hier hatte ich große Angst, dass Marvel diesen - wie so gut wie alle Antagonisten in der Vergangenheit, die oft auch schon sehr hochkarätig besetzt waren (Kurt Russel -> Ego; Mads Mikkelsen -> Kaecilius; Jeff Bridges -> Iron Monger etc. pp.) - komplett verschießen würde und ihn zum nächsten 0815er Antagonisten des MCU degradieren würde, aber tatsächlich ist genau das Gegenteil passiert: Für mich ist Michael Keatons Vulture - nach Loki - definitiv der bisher beste Schurke geworden, den Marvel bisher auf die Leinwand fürs MCU gebracht hat.
      Denn, auch wenn seine Motive relativ simpel und stereotypisch sind, so sind sie für den einfachen Zuschauer doch durchaus greifbar und verständlich, da sie sich auch auf Problematiken stützen, die es in unserem realen Leben ebenfalls immer wieder gibt und die - in gewisser Weise - auch Teil unser aller Leben sind. Ihm geht es nicht darum Macht zu erlangen, er will keine Verwüstung schüren, auch sinnt er nicht auf sinnlose Rache. Ihm geht es einfach nur darum sich in die neue Welt, die durch das Auftauchen und die Etablierung der Avengers entstanden ist - und die seine eigene Welt zu zerstören drohte - einzugliedern und dort seinen Platz zu finden, um den Menschen, die er liebt, auch weiterhin so gut ernähren zu können, wie sie es gewohnt sind.

      Unter anderem wird für mich anhand der Charakterzeichnung von Vulture, die auch noch über die bedingungslose Liebe zu seiner Familie hinausgeht, deutlich, dass sich das MCU durchaus weiterentwickelt hat.
      Sicher, im Kern ist Spiderman - Homecoming noch immer ein typischer Origins-Streifen aus dem Hause Marvel, doch die einzelnen Komponenten, die die Struktur des jeweiligen Films ausmachen, befinden sich doch sichtbar im Wandel, was in Phase 3 vom MCU auch immer deutlicher wird. Dies begann bereits bei Captain America: Civil War, wenngleich dieser keine Origin-Story war, wo es zwar einen übergeordneten Antagonisten gab, die Kämpfe jedoch unter den Avengers selbst ausgetragen wurden, ging weiter mit Doctor Strange, der sich über weite Strecken zwar wie ein Iron Man 1 auf LSD angefühlt hat, doch vor allem auch durch die Charakterzeichnung des Antagonisten zu punkten wusste, die längst nicht mehr so eintönig war, wie bspw. noch bei Thor 2, aber am Ende vor allem durch den innovativen Showdown zu begeistern und überraschen wusste, und dieser Trend setzt sich nun eben bei Spiderman - Homecoming fort, wo ebenfalls der Antagonist deutlich mehr Tiefe erhalten hat, als man es von Marvel eigentlich gewohnt ist.

      Doch nicht nur das, auch dieses ständige Übergreifen auf andere Mitglieder der Avengers kommt mittlerweile auch in den Solo-Filmen immer häufiger zum Zuge (auch hier stellt Civil War wieder das Extrembeispiel dar), doch verdrängen diese dabei nie den eigentlichen Protagonisten des jeweiligen Films, was das MCU einfach - jedenfalls für mich - noch mal deutlich unterhaltsamer macht, als es das ohnehin bereits gewesen ist. Dies hatten wir kürzlich bei Ant-Man, bei Captain America: Civil War, bei Doctor Strange (zählt man die Postcredit-Szene dazu) und nun eben auch bei Spiderman - Homecoming. Thor - Ragnarok wird da bekanntlich nachziehen, in dem dort der Hulk, und bei den wenigen Szenen auf der Erde womöglich auch Doctor Strange - bedingt durch dessen Postcredit-Szene - mitmischen werden. Und die Vorzeichen stehen gut, dass Bucky/The Winter Soldier womöglich beim kommenden Black Panther Film ebenfalls nachzieht. Die Möglichkeit ist - dank Civil War - definitiv gegeben.
      Durch dieses narrative Vorgehen von Marvel ist auch das Gefühl beim Zuschauer dafür, dass in diesem filmischen Universum eigentlich alles und jeder miteinander vernetzt ist, deutlich gewachsen, da es nun nicht mehr immer nur den "einen", zentralen Helden im jeweiligen Film gibt. Sidekicks gab es zwar schon immer, wie etwa War Machine in Iron Man 2 und Iron Man 3, doch das Verständnis dafür hat sich nunmehr dahingehend gewandelt, dass es nun vermehrt Heldenfiguren sind, die zuvor bereits eigenständige Filme getragen haben und nun jene Rolle des Sidekicks einnehmen, was dem MCU an sich auch nochmals mehr Glaubwürdigkeit vermittelt, da es auch immer irgendwie seltsam war, dass die jeweiligen Helden nur zusammen kamen, wenn es hieß Avengers Assemble, sich sonst aber scheinbar nie für globale Katastrophen interessierten, die sich in den jeweiligen Solo-Filmen abgespielt haben. Diese Entwicklung begrüße ich ebenfalls sehr, weil es das MCU einfach glaubwürdiger gestaltet.

      Und, wie man es vom MCU mittlerweile ja auch gar nicht mehr anders kennt, wird auch in Spiderman - Homecoming wieder mit reichlich Easter Eggs gearbeitet, die mögliche Nachfolger - unter Umständen gar ein komplettes Spidey-Universum - bereits indirekt angekündigt haben.

      Spoiler anzeigen
      Scorpion? Sinister Six?? Miles Morales?!!

      Auch wenn diese Hoffnung vermutlich vergebens sein dürfte, so hoffe ich doch inständig, dass bei diesen potenziellen Sequels/Spin-Offs ebenfalls wieder Marvel das Zepter in der Hand halten wird. Das kann diesen Filmen letztlich eigentlich nur zugute kommen, wie Homecoming nun wirklich überdeutlich dargelegt hat. Selbiges würde ich mir demnach natürlich auch für den Venom Film wünschen. Meinetwegen darf Sony in jedem Fall auch wieder fett ihren Firmennamen im Vor- und Abspann dem Zuschauer ins Gesicht schlagen, solange die Arbeiten an den Filmen selbst bei Marvel liegen würden. Aber wie gesagt, der Hoffnungsschimmer darauf ist doch verschwindend gering ...

      Aber egal, ein Easter Egg möchte ich an dieser Stelle einfach mal besonders hervorheben, das mit dem MCU an sich aber relativ wenig zu tun hat, für mich aber einfach ein sehr amüsantes Gimmick darstellt: Und zwar betrifft dies die kleine Rolle von Donald Glover. Denn dieser ist nun schon der dritte Darsteller aus einer meiner absoluten Lieblingssitcoms - Community - der einen Auftritt im MCU spendiert bekommen hat. Neben Troy (Donald Glover) waren dies zuvor bereits Abed (Danny Pudi), der in Captain America - The Winter Soldier Cap beim Beginn des dritten Akts so freundlich war die Tür zu öffnen, sowie Dean Craig Pelton (Jim Rash), der selbige Rolle wie in der Sitcom - die des schleimenden Dekans - ebenfalls in Captain America: Civil War einnehmen durfte. Hat mit dem Film an sich zwar wenig zu tun, wusste jedoch mein Fanherz zum Jubilieren zu bringen <3

      Alles in allem bleibt mir nur zu sagen, dass der Film meine Erwartungen voll erfüllt hat. Ob's nun der bisher beste Spiderman war, den wir auf der Leinwand zu sehen bekommen haben, vermag ich gar nicht zusagen, zumal der zweite Teil der Raimi Trilogie einfach auch heute noch der Ruf des nahezu perfekten Spiderman-Films nachhallt, während die Amazing Spiderman Reihe wohl vor allem daran zu knabbern hatte, dass diese relativ zeitnah nach der Trilogie von Raimi ins Leben gerufen wurde. Was letztlich einen Shitstorm zur Folge hatte, den ich bis heute nicht so recht verstehen kann (zumal ich Garfield auch immer als den besseren Spiderman empfunden habe; über seinen Peter Parker lässt sich bekanntlich streiten).
      Tom Holland allerdings vereint beide Seiten - die des Loosers Parker, der in der Schule einfach nichts zu melden hat, und die des Wandkrabblers mit der großen Klappe, dem es aber noch an Souveränität und Erfahrung mangelt - wirklich hervorragend, wodurch ich seine Darstellung dieses Charakters bisher einfach nur genial finde. Was sich in Civil War aber bekanntlich bereits angekündigt hatte.

      Was bleibt ist also ein an sich typischer Origins-Streifen aus dem Hause Marvel, der altbekannte Mechanismen und Komponenten allerdings weiterentwickelt hat und damit auch mit dazu beiträgt, dass sich das MCU selbst ein wenig wandelt. Was in mancher Hinsicht auch bitter nötig war.
      Freue mich schon jetzt auf sein Mitwirken im bevorstehenden Infinity War, für den das Sammeln von Erfahrungen auch mehr als nur notwendig war, damit er dort nicht komplett untergeht. Zwischen all den Göttern und Muskelprotzen, die ihm ansonsten komplett zu enteilen drohen würden. Und natürlich auch auf kommende Sequels, mit denen Tom Hollands Spiderman das MCU in Zukunft bereichern wird!

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    • Spiderman - Homecoming


      Ja, auch ich habe ihn gesehen und muss sagen.. wow, also, ich hatte schon ein guten Marvelstreifen erwartet aber der Film war wirklich eine richtig gute Verfilmung.
      Ich muss dazu sagen, ich erwische mich in Filmen oft, wie ich schon früh und mittendrin viele Punkte habe, die ich kritisieren kann und hier habe ich irgendwann ca 20 min vor Ende des Films mal auf die Uhr geguckt und gedacht, what the fuck, bisher gibs noch nichts zu kritisieren. Das habe ich fast so gut wie gar nicht, was für den Film spricht.

      Der Film macht einfach fast alles richtig, nichtmal diese "Liebesstory" ist mir irgendwie groß aufgestoßen, klar, es kriegt ein paar Szenen aber die sind marginal aber dafür recht aussagekräftig und letzten Endes, ist dieses Geturtel ja auch mehr Plotbedingt.

      Ich fand es wirklich super, wie sie den Film aufgezogen haben, so richtig schön, jugendlich, nicht wie bei Tobi Maguires Spidi, ich weiß bis heute nicht, wie alt er in dem Film sein sollte, wirkte aber schon eher wie ein mitte 20 Jähriger inner Midlifecrysis.
      Amazing Spiderman fand ich eigentlich direkt besser als Maguires Spidi, alles wirkte locker und flockig, der zweite Film war dann allerdings schon eher so naja.
      Tom Hollands Parker und Spidi vereint einfach alles, was ein Spidi haben muss und wie man sich ihn auch einfach vorstellen sollte.

      Und natürlich Keaton. Der Vulture. Der Anzug und wie er einfach ist, ist eine Wucht, hat mir mächtig gut gefallen und auch fande ich das Ende gut gelöst, da es für die Storyline eigentlich nur 2 Wege gab, diese aufzulösen.

      Was ich dem Film auch wirklich richtig zu gute halten muss, er übertreibt nicht, Tom Holland würde gerne übertreiben, wird aber immer bedingt durch den Anzug im Zaum gehalten, die schlimmste Szene war eigentlich die Schiffszene aber die war noch immer in Ordnung, also es gab keine mega Invasion von Aliens, kein Endweltszenario, einfach ein normaler Bürger, der für die Kleinen kämpfen will und hier einen mehr oder weniger ebenbürtigen Gegner abgibt.

      Alles in allem, schaut ihn euch an, für mich aufjedenfall Pflichtprogramm im Marveluniversum. Auf eine Wertung verzichte ich hier nochmal, da warte ich erst auf Avengers oder einen zweiten Spidi.
    • Valerian - Die Stadt der Tausend Planeten



      Nun war auch ich mal wieder im Kino, um mir den neuesten Streich des französischen Filmemachers Luc Besson anzusehen. "Valerian" fand ich schon in der Vorschau sehr ansprechend, und allein schon aufgrund der augenscheinlich bombastischen visuellen Effekte einen Kinobesuch wert. Im Grunde ist das auch eines der wenigen Kriterien für mich, tatsächlich einmal die große Leinwand dem Heimkino vorzuziehen. Und tatsächlich: Ich habe es nicht bereut.

      Aber von vorn: Valerian ist ein Sci-Fi-Blockbuster, der auf der französischen Comic-Reihe "Valerian et Laureline" basiert ("Valerian & Laureline" hätte mMn auch den wesentlich besseren Titel abgegeben, btw).
      In mehreren Hunderten von Jahren wird es die Menschheit nicht nur geschafft haben, im Zuge der voranschreitenden Weltraumtechnologie ihre kleingeistigen Probleme hintanzustellen und eine globale Einheit zu bilden, sondern auch mit unzähligen interstellaren (und sehr exotischen) Besuchern Frieden bzw. Freundschaft zu schließen. Dabei ist die titelgebende "Stadt der Tausend Planeten" Alpha herausgekommen, ein gigantischer futuristischer Raumschiffplanet, der unzählbare Zivilisationen und deren Wissen hortet, beherbergt und vereint. Für diesen, bzw. dessen Militär, arbeiten die beiden jungen Elitesoldaten Valerian (Dane DeHaan) und dessen Partnerin Laureline (Cara Delevingne). Beide werden für eine Mission dem unterkühlten Commander Filitt (Clive Owen) als Leibwächter und Assistenten zur Seite gestellt. Denn jener wurde damit beauftragt, eine mysteriöse lebensfeindliche Zone im Inneren von Alpha zu beseitigen, welche sich wie ein Tumor ausbreitet und die Stadt der Tausend Planeten zu vernichten droht.

      Wem diese Geschichte jetzt wie ein zusammengeknüllter Ball aus allen möglichen utopisch-fiktionalen Stoffen vorkommt, die jemals zu Papier oder auf die Leinwand gebracht wurden, dem kann ich guten Gewissens sagen: Jain. Das Rad erfindet Valerian nicht neu. Aber das, was er hat und umsetzt, macht er verdammt gut. Dies beginnt schon bei den Figuren, deren unübersehbare Schwächen und Eindimensionalitäten teilweise bereits beim Cast hervorragend kaschiert werden. Valerian selbst etwa ist der Archetypus des draufgängerischen Frauenhelden, der abseits seines Jobs und seiner seichten Wochenendbeziehungen aber nur wenig vom echten Leben versteht. Figuren wie ihn hat man schon so oft gesehen, dass man sich lieber die Zunge abbeißen möchte, als noch einen Film mit ihr durchzustehen. Dane DeHaan schafft es aber, die Figur wirklich sympathisch anzulegen. Allein schon deshalb, weil er einfach absolut nicht wie der durchschnittliche Weiberheld aussieht und man nur allzu schnell vergisst, hier einen der versiertesten und wertvollsten Agenten der galaktischen Regierung vor sich zu haben. Ein mutiger, schräger und daher lohnender Cast, der eine ansonsten eher austauschbare Figur ungemein aufwertet - und eine unbeschreibliche Chemie mit Co-Star Cara Delevingne verströmt. Das Model legt ihre Laureline dabei als bemerkenswerte Frau an, die zwischen ihrem Posten als knallharte sarkastische Elitesoldatin und feinfühligem menschlichem Wesen eine Gratwanderung hinlegt, die ihresgleichen sucht. Es wirkt nicht paradox, wenn sie in einer Szene Soldaten dem Tod überlässt, um die Mission zu erfüllen, nur um sich in der nächsten rührend um ein kleines Tierchen zu kümmern. Sie ist Soldatin, aber auch ein Mensch. Und hat wesentlich weniger Probleme damit als ihr Partner - der ihr ganz salopp zwischen Tür und Angel einen Heiratsantrag macht und nicht zu checken scheint, warum sich seine Angebetete nicht von seinen gesäuselten Liebesschwüren erweichen lässt.

      Die Hauptcharaktere sind - neben der umwerfenden visuellen Inszenierung und den unglaublichen Ideen und Konzepten der Welt - ein Stützpfeiler des Films und tragen eine Handlung, die allenfalls als spannendes Popcorn-Kino mit der typischen "Peace & Love"-Botschaft gewürzt mit Umweltaktionismus bezeichnet werden kann. Luc Bessons Film ist eine Aneinanderreihung teils skurriler, teils fantastischer Situationen und wirft den Zuschauer mit einer Rasanz durch allerlei durchgeknallte Space-Welten, dass einem kaum Zeit zum Luftholen bleibt. Seltsame Aliens hier, ein flotter Spruch da, zwischendrin die klassische Geheimnistuerei des Bösewichts, welcher im Film selbst aber erstaunlich wenig zu tun hat. Alles scheint darauf ausgelegt, das grandiose Hauptduo und die furiosen Effekte unterzubringen. Und das ist vollkommen okay bzw. sogar vernünftig. Die Handlung ist charmant, mit einem schönen Tenor und einer durchaus herzlichen Story ausgestattet, in der auch die niemals wirklich klar definierte Liebe zwischen Valerian und Laureline angenehm im Hintergrund bleibt, während beide Protagonisten glänzen. Besson tat gut daran, DeHaan und Delevingne in den Vordergrund zu rücken, denn sie sind das Herz des Films. Insbesondere Laureline begeistert als gleichermaßen harte wie einfühlsame Heldin, die es daher eigentlich auf den Filmtitel hätte schaffen müssen. Vielleicht hielt man "Valerian" für prägnanter, aber der Zug ist mit dem barocken Untertitel eh wieder abgefahren. Von daher. xD

      Neben den beiden Stars sind es besonders die unglaublichen Special Effects und sonstigen Tricks, die Valerian über den sonstigen Sic-Fi-Brei erheben und mir den Kinoabend versüßt haben. Besson und sein Team haben hier Welten erschaffen, die man nur als traumhaft bezeichnen kann. Wenn man in der Third-Person mit Valerian durch die verschiedenen Stationen von Alpha jagt, in all ihrer berauschenden, bunten, abstrusen Pracht, dann fühlt man den Sog dieses Films und der Zukunft. Es ist wirklich brachial, was mit moderner Computertechnik möglich ist. Zusammen mit den genialen Konzepten und Welten des Comics, welchen ich mal just auf meine To-Read-Liste gesetzt habe, ergibt sich ein fesselndes Erlebnis für die Sinne. Der 3D-Effekt, welchem ich meistens etwas skeptisch gegenübersehe, erwies sich ebenso als Bereicherung. Man duckt sich zwar nicht vor blitzenden Laserstrahlen oder zuckt vor im Kinosaal hängenden Tentakelarmen zusammen, aber durch die dritte Dimension ist man dem Trubel einfach näher und wird mitgerissen von den Kamerafahrten, den Farben und all den großen und kleinen Details, an denen man sich nicht sattsehen kann.

      Eine finale Wertung in Zahlen möchte ich mir an diese Stelle eigentlich sparen. Der Plot des Films hat definitiv so seine Schwächen. Die tatsächliche Mission der beiden Agenten und deren verschiedene Etappen etwa bleiben irgendwo ebenso nebulös wie die nicht näher definierte Beziehung zwischen Valerian und Laureline. Dies ermöglicht zwar eine leichtfüßige Erzählweise und einige zackige Dialoge, wirkt aber auch leicht unbefriedigend. Generell erscheint der Plot eher als Vehikel für eine schöne, wenn auch seichte "Make Love, Not War"-Botschaft. Aber das stört gar nicht. Denn Besson garniert diese weniger originelle Sci-Fi-Geschichte mit so vielen witzigen, kuriosen, lustigen und spannenden Ideen, dass man die leicht inkonsistenten Stränge und Szenenabläufe gleich wieder vergisst. Der Film macht zu jeder Sekunde Spaß, ist stets spannend und hat keine übermäßigen Längen. Entweder man erfreut sich an den bestens aufgelegten Hauptdarstellern oder staunt über die virtuellen Welten, die einfach nur - Achtung - nicht von dieser Welt sind.
      Shakespeare im All sieht vielleicht anders aus, aber generische Hollywood-Pferdelasagne auch. "Valerian" ist ein wunderbar kurzweiliger Film mit überraschend herzerwärmenden Momenten, der von mir aus gerne der Auftakt einer ganzen Filmreihe sein darf. Nun, da die wichtigsten Figuren und Welten etabliert sind, könnten uns mit einer komplexeren und tieferen Story echte Sci-Fi-Hits im Blockbuster-Gewand erwarten. Ich freue mich und lege "Valerian" jedem ans Herz, der sich mal wieder von einem Film mitreißen und verzaubern lassen will.
    • Jetzt hab ich mir gestern Darren Aronofskys neuesten Film Mother! angesehen und muss den irgendwie verarbeiten.

      Wer frühere Werke von Aronofsky kennt hat eine ungefähre Ahnung auf was er sich einlässt wenn er hört, dass dieser Regisseur einen Psycho/Horror-Thriller auf die Beine stellt. Im Vorfeld hab ich mir auch die Frage gestellt ob ich mir das wirklich antun möchte. Von Requiem For A Dream, The Wrestler und Black Swan wusste ich noch, dass der Gute seine Charaktere nicht nur den absoluten Tiefpunkt erreichen lässt, sondern selber noch mit der Schaufel daneben steht um für sie ein noch tieferes Loch zu graben. Aus irgendeinem Grund ließ ich mich von meinem Bruder dazu breitschlagen.

      Und ja, dass hat er wieder geschafft. Warum auch immer er bei seinen Zuschauern ein Trauma auslösen und sämtliche Fröhlichkeit vernichten möchte, aber er hat es geschafft.

      Die erste Hälfte des Films wird damit zugebracht langsam eine unbehagliche Stimmung aufzubauen. Also wirklich sehr langsam, aber man schaffte es, zumindest bei mir, dass ich diese scheiß Hausbesetzer eigenhändig rausschmeißen wollte. Als diese dann endlich verschwanden kam, allerdings zum tragen, dass der Film kaum ein Ziel erkennen ließ. Das Geheimnis um die Eröffnungsszene wurde nur marginal aufgebaut oder gar weiter geführt. So kam es, dass ich mich dabei ertappte und auf die Uhr schaute, was für mich nie ein gutes Zeichen für einen Film ist.
      Doch dann verliert der Film die Kontrolle. Und wenn ich sage, er verliert die Kontrolle, die Hölle bricht aus. Die Hausbesetzer zu Beginn waren lediglich die Vorboten der Apokalypse. Und das ist keine Übertreibung. Wir gehen von einem Dinner für zwei, in einem Haus mitten im Nirgendwo, zu einer Versammlung von Stalkern, über die Bildung eines Kultes, einem Kriegsszenario, der Geburt des Messias, bis hin zur Opferung eines Kindes und anschließendem Kannibalismus... und das war noch nicht alles.
      So langsam der Anfang auch war, das Finale eskaliert im Sekundentakt. Schon lange hab ich im Kino nicht mehr vor Entsetzten dagesessen und meine Hände überm Kopf zusammengeschlagen, weil absolut hilflos war. Wäre ich alleine im Saal gewesen hätte ich wohl die ganze Zeit "What the fuck, Aronofsky, what the fuck?!" vor mich hin gesagt.

      Alleine war ich allerdings nicht im Kino. Mein Bruder und ein junges Pärchen waren mit im Saal und wie ich mitgekriegt habe fanden allesamt den Film ziemlich schlecht. Wie ich feststellen musste finden das wohl ziemlich viele.
      Das liegt vielleicht daran, dass man bei Aronofsky nicht mit herkömmlichen Standards herangehen sollte. Der macht keine konventionellen Filme sondern seine ganz eigene Art. Und die schmeckt nicht jedem, weil er es auch selber darauf anlegt.

      Requiem For A Dream ist dafür das Paradebeispiel: Ein Film den jeder gesehen haben sollte aufgrund der Art wie er gemacht ist und der Erfahrung die man damit macht. Einmal... und nie wieder. Es gibt keine Feel-Good-Momente, keine Hoffnung auf Besserung. Es geht immer weiter bergab. Höchst depressiv.

      Wer also einen Horrorfilm á la Conjouring erwartet, der wird enttäuscht. Die Hintergründe der Charaktere sind auf das Nötigste reduziert. Die Story besitzt nur geringen Antrieb und die Eskalation ist absolut übertrieben dargestellt.
      Aber... Die Art und Weise der Inszenierung ist eine Erfahrung, die man so nirgendwo sonst bekommt. Wer sich ein bisschen darauf einlässt, der wird irgendwann aus dem Entsetzen nicht mehr heraus kommen. Und dessen sollte man sich bewusst sein.

      In dem Sinne, überlegt es euch gut ob ihr euch den Film antun wollt
      "I shall grieve, and I shall weep. But I shall never regret"
      - Rider

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ThePrototype () aus folgendem Grund: Da ist wohl was untergegangen. Ups

    • ThePrototype schrieb:

      Wäre ich alleine im Saal gewesen hätte ich wohl die ganze Zeit "What the fuck, Aronofsky, what the fuck?!" vor mich hin gesagt.
      Ich war alleine im Saal. Tatsächlich war ich zum ersten Mal in meinem Leben alleine im Kinosaal und das sogar im größten Kinosaal von unserem Cinemaxx. Irgendwie gar nicht so angenehm wie ich es mir immer vorstellte, aber vielleicht lag es auch am Film. Der Film war nämlich alles andere als angenehm und schaffte es ständig diese unbehagliche Atmosphäre zu halten. Darren Aronofskys, keine Ahnung warum alle seine Filme so unerträglich sein müssen, aber immerhin schafft er genau das was er erreichen möchte. Aus der Sicht von Jennifer Lawrence kommen wir von einer Situation zur nächsten und da die Geschichte so ziemlich aus ihrer Sicht erzählt wird, kann man sehr gut nachvollziehen was sie durchmacht, was sie fühlt und warum. Der Film ist wirklich sehr frustrierend, voll mit Symbolik und erklärt nicht vieles. Wer aber auf solche Filme steht, wird wohl gut bedient sein.

      Besonders das Ende spaltet die Kritiken und dies ist wirklich nicht überraschen.
      Das Ende ist Wahnsinn, im wahrsten Sinne des Wortes. Ob das nun im positiven oder negativen Sinne zu sehen ist, muss jeder für sich entscheiden.

      Ich persönlich muss aber sagen, dass ich letztendlich ziemlich zufrieden bin mit dem Film. Es war eine sehr intensive Reise, aber eine Reise die man sonst so nicht im Kino zu sehen bekommt.


    • Ich war gestern Abend im Nachfolger des 2014 erschienen Films Kingsman: The Secret Service. Kleiner Tipp am Rande: wer den nicht gesehen hat, sollte das nachholen. Geiler Film. Und der zweite steht dem Vorgänger eigentlich in nichts nach!

      Kurz und möglichst spoilerfrei zum Inhalt: Der von Taaron Egerton gespielte "Eggsy", mittlerweile Special Agent Galahad, muss mit ansehen, wie eine bislang unbekannte Organisation gezielt den unabhängigen Nachrichtendienst "Kingsman", dem er angehört, ausschaltet. Über das sog. "Doomsday-Protokoll" kann er jedoch Kontakt zu dem amerikanischen Pendant seines Geheimdienstes, den "Statesman" aufnehmen und sich daran machen, seine Organisation zu rächen und gleichzeitig die Welt vor einer großen Gefahr zu retten (klingt 0815, ist es aber absolut nicht).

      Die Actionkomödie auf Geheimagentenbasis hat knallharte Actionszenen, extrem gut koordinierte/choreografierte und umgesetzte Fights (auch wenn nichts das Gemetzel in der Kirche im ersten Teil übertrifft) und nimmt sich mal wieder nicht ganz so ernst, durchaus gekonnt. Neue und alte Charaktere werden gleichermaßen gut auf- und ausgebaut, überwiegend bekannte Schauspieler zeigen, warum sie bekannt sind.

      Der Bösewicht ist für mich nicht ganz so ... speziell und einzigartig wie im ersten Teil, das ist aber auch verdammt schwer. Trotzdem sind alle Rollen sinnvoll und gut eingesetzt (obwohl ich erwartet hatte dass Frauenschwarm Channing Tatum mehr Screentime hat).

      Die innovativen Gadgets, die an eine Art extreme Version von James Bond' Agentenausrüstung erinnern, mögen nicht immer logisch nachvollziehbar sein, aber im Kontext des Films ist das nicht weiter störend und trägt zur guten Unterhaltung bei.

      Abschließend möchte ich noch zwei Sachen nennen, die mich besonders überrascht haben:
      • Sir Elton John, der sich selbst spielt und sich echt für nichts zu schade ist
      • der Präsident der USA, der erstaunliche Parallelen in seiner Denkweise zu dem tatsächlichen, seit Januar 2017 ausübenden Präsidenten aufweist
      Alles in allem ein klasse Unterhaltungsfilm, der sich selbst nicht allzu ernst nimmt und der mich in keinster Weise enttäuscht hat. Und das bei hohen Erwartungen! :thumbsup:


    • Im nachfolgenden Text befinden sich massive Spoiler für den Film ES, sowie Erwähnungen der Handlung des Buches!

      Zuerst muss gesagt werden, dass ich ein großer Fan von Stephen Kings Werken bin und auch schon einige gelesen habe; manche waren besser, manche schlechter. Aber eines hat mich immer begeistert: ES.

      Wer die Geschichte um ES nicht kennt: In einer amerikanischen Kleinstadt namens Derry passieren alle 27 Jahre eine Vielzahl an Morden und Fälle von Vermissten, bis hin zu Katastrophen mit Dutzenden Toten. Zu Beginn der Handlung wird uns gezeigt, wie der jüngere Bruder des Protagonisten – namens Georgie - beim Spielen mit seinem Papierboot im Regen von einem Clown überrascht wird, der in einem Abwassergulli sitzt und das Boot in den Händen hält, welches zuvor in den Kanal gespült wurde. Der Clown stellt sich als Pennywise vor und beißt letztendlich Georgie, bei dem Versuch das Boot vom Clown zurückzubekommen, den Arm ab. Das ist die wohl berühmteste Stelle des Werkes. Im weiteren Verlauf der Geschichte finden sieben Kinder (Bill, Georgies Bruder und Anführer der Truppe, sowie der vorlaute Richie, der kränkliche Eddie, der dicke Ben, der dunkelhäutige Mike, der jüdische Stanley, sowie Beverly als einziges Mädchen) zusammen, die zuvor oder auch erst danach allesamt ein Zusammentreffen mit Pennywise und dessen Verkörperungen hatten, da dieser nämlich die Fähigkeit besitzt sich in die Dinge zu verwandeln, vor denen man sich am meisten fürchtet. Nachdem immer weitere Morde geschehen und jedes der Kinder von dem Wesen bedrängt wurde, entscheiden sie sich letztendlich dazu, das Wesen namens Pennywise zu töten.

      Nun zum eigentlichen Film: Nachdem ich die Version von ES aus 1990 bereits einige Male gesehen habe und die Erzählweise des Films als angenehm empfand, da sie sich sehr stark an dem Buch orientiert hat, dafür aber der Angstfaktor, den Pennywise in der Geschichte darstellt, viel zu kurz kam, freute ich mich bereits auf die Neuverfilmung, da durch die Trailer bereits einige Szenen angedeutet wurden und feststand, dass es ein Film werden sollte, vor dem man sich gruseln kann. Gleichzeitig sollte aber auch die Beziehung der Kinder zueinander, die im Werk nämlich der wichtigste Faktor überhaupt ist, in den Fokus gerückt werden.

      Ich ging also mit hohen Erwartungen in den Film und ging leicht geknickt aus der Vorpremiere raus, da für mich feststand: Der Film war wirklich gut, keine Frage, aber er stellt nicht die Buchverfilmung dar, die ich mir gewünscht hatte.


      Die Charaktere der Kinder waren wirklich eines der Highlights des Films. Jeder einzelne Darsteller hat mich überzeugt und den Charakter gut rübergebracht und auch die gemeinsamen Szenen, von denen manche aus dem Buch stammten und manche neu erfunden wurden wussten zu gefallen, schließlich ist die Bildung der unerschütterlichen Freundschaft der Hauptpunkt der Geschichte. Szenen wie das gemeinsame Putzen des Badezimmers und auch die Steinschlacht am Fluss kamen gut rüber, sowie das gemeinsame Schwimmengehen in der Bucht. Erwähnenswert hierbei ist, dass der Film auch durchaus zum lachen sein kann wenn. Zum Beispiel wenn Richie Eddie irgendeinen blöden Spruch zu seiner Mutter drückt oder die Jungs mit offenem Mund die sich in Unterwäsche sonnende Beverly anglotzen. Auch Bill Skarsgard als Pennywise wusste zu gefallen, da er die Rolle des bösartigen Clowns, der sich mit viel Freude an der Angst seiner Opfer labt und diese auch gerne nachahmt, wirklich gut verkörpert hat. Die darstellerische Leistung ist auf jeden Fall ein großer Pluspunkt. Ich freue mich den Film auf Englisch zu sehen.

      Doch bereits zu Beginn des Films zeigt sich, dass sie die Handlung des Films umgeschrieben und abgeändert haben, um es dem breiten Publikum zu erleichtern in die Geschichte von King reinzufinden. Es beginnt damit, dass Georgie im Film verschwindet und sein Tod (durchaus zurecht) gemutmaßt wird. Die Kinder treffen stellenweise auf Pennywise in anderer Gestalt als im Original und auch an anderen Orten. Es bleibt aber zu sagen, dass die Gestalten von Pennywise und der Grund, weshalb sich die Kinder davor gefürchtet haben, wenigstens einleuchtend waren. Lediglich Richies Angst fiel mir zu gekünselt für den Film aus, da hätte ich die Szene aus dem alten Film bzw. Buch wirklich besser gefunden.
      Und viele dieser Kleinigkeiten ziehen sich eben durch den Film, die zwar keinen negativen Einfluss darauf haben, aber eben jemanden enttäuschen, der etwas anderes erwartet.
      Mein größter Kritikpunkt (und auch hier stört es mich wohl nur, weil ich das Buch kenne und alle anderen Kinogänger, die es nicht kennen, eben nicht stört) ist die Inszenierung des Endkampfes gegen Pennywise und dessen Ablauf. Man erkannte an der Inszenierung mMn, dass es wirklich umgeschrieben wurde, damit es die Allgemeinheit eben „leichter“ hat.
      So wird in dieser Version Beverly von Pennywise entführt und in dessen Versteck in der Kanalisation gebracht, woraufhin die Jungs losgehen um sie zu retten und auch der Endkampf sah nach einer zugegebenermaßen starken Georgie-Bill-Szene eben nach einer Klopperei und Teamwork der Kinder aus, bis diese letztendlich Pennywise besiegen können. Der Faktor, dass diese sich nicht mehr vor ihm fürchten und Pennywise daher keine Macht mehr über sie besitzt wird mMn viel zu stiefmütterlich behandelt, stattdessen springen sie auf seinen Rücken und prügeln mit Metallstäben auf ihn ein. Die Art und Weise, wie die Kinder im Original dem Monster schaden konnten war eine komplett andere, eine viel tiefgründigere, die dem, was Pennywise überhaupt für ein Wesen ist viel mehr gerecht wird als eine bloße Eisenstange ins Gesicht.

      Ich konnte dazu nur sagen: Das war im Buch nicht so und es wurde vereinfacht, um der breiten Maße zu gefallen. Und das ist auch okay, der Film war durchaus gut und war gruselig. Jump-Scares gab es welche und mitunter sogar gute und ich kann auch verstehen, weshalb der Film so gute Kritiken bekommt; nur hätte ich mir halt etwas anderes erhofft.


      Deshalb bekommt der Film 7/10 von mir, da er zu gefallen weiß und ich dem Film auch weiter empfehlen würde; nur nicht denjenigen, die das Buch kennen und eine tiefgründige Adaption erwarten. Vielmehr stellt er einen gelungenen Horrorfilm mit tollen Charakteren und einer grundsätzlich ansprechenden Handlung dar.
    • Dann will ich mich auch mal zum neuesten Kingsman äußern.

      @KingsGrampa hat es ganz gut getroffen mit der Aussage "Unterhaltungsfilm".
      Denn mehr als ein Unterhaltungsfilm ist es leider nicht geworden. Das soll nicht heißen, dass dies per se was schlechtes ist, im Angesicht des ersten Teils allerdings ein Rückschritt.

      Der erste Teil hat mich vor Jahren schwer überrascht und ich schau ihn mir immer noch gerne an. The Secret Service hat durch seinen poppigen visuellen Stil, die brachialen und überzogenen Actionszenen sowie durch einen vollkommen übertriebenen Bösewicht samt Plan überzeugen können. Letzteres wurde im Film selber thematisiert. Dieser Film stellt einen Kontrast zu den inzwischen doch sehr ernsten und düsteren Agenten-Filmen dar, allen voran die Bond-Reihe, und zollt den alten Bond-Filmen Tribut ohne die eigene Identität zu verlieren. Zusätzlich ist er mit kleinen Details gespickt, die man auch gerne mal erst nach mehrfachem Schauen entdeckt, was ihn frisch hält und bereichert.

      The Golden Circle hat seine Probleme damit das Feeling seines Vorgängers aufrecht zu erhalten und verhaspelt sich in vielen Subplots, die nicht wirklich ineinander greifen wollen und hier und da am Ende nicht ziehen wollen. Hätte man sich einen bestimmten Plot gespart würde vieles besser zusammen passen. Und nach langem Überlegen bin ich zu dem Schluss gekommen: der Sub-Plot um Harrys Rückkehr steht allem anderen im Weg.
      Mal abgesehen davon, dass ich altmodisch bin was Konsequenz beim Storytelling betrifft, bereichert Harrys Charakter den Film kein Stück.
      • Die Mentor-Rolle für Eggsy, wenn es um Familie und Beziehungen als Agent geht, hätte Whiskey einnehmen und zusätzlich seine eigene Geschichte ausbauen können, die sich geradezu anbietet.
      • Den Zweifel gegenüber eines bestimmten Statesman hätten sowohl Merlin und Eggsy glaubhaft äußern können, nachdem all ihre Kollegen umkamen.
      • Merlin hätte die Möglichkeit bekommen weiter in den Fokus zu rücken, was auch den Plot um Ginger Ale stärken würde, welcher absolut nicht zünden wollte. Zusätzlich würde sein so schon starker Moment weitere Gewichtung bekommen.
      • Chaning Tatums Charakter bekäme mehr Zeit, um mehr zu sein als Trailer-Material und Teaser auf einen eventuellen dritten Teil.
      Julianne Moores Antagonistin hatte es auch schwer zu glänzen. Einerseits weil man einer Rampensau wie Samuel L. Jackson erst mal das Wasser reichen muss und auf der anderen Seite, weil ihr Charakter selber komplett isoliert von der Außenwelt agiert.
      Im ersten Teil hatte Jacksons Bösewicht viele Gelegenheiten mit seinen Widersachern zu interagieren um Spannung zu erzeugen. Moore muss sich größtenteils mit ihren Schergen und Elton John auseinandersetzten.

      Im Großen und Ganzen zeigt sich an Kingsman: The Golden Circle was man bekommt wenn sich mehr auf Fanservice konzentriert wird als auf das eigentlich wichtige. Der Film ist nicht schlecht geworden, hebt sich aber nur schwer von der Masse ab, was bei seinem eigensinnigen Stil ein leichtes sein sollte. Ich hab mich zwar gefreut Harry wieder zu sehen, ein kurzer, zielführender Flashback hätte es jedoch auch getan.

      Hätte hätte Fahrradkette, wer einen Actionfilm in spritzigem Stil sucht wird hier fündig, aber langfristig beeindruckt wird man leider nicht.
      "I shall grieve, and I shall weep. But I shall never regret"
      - Rider
    • Thor Ragnarok


      Lange mussten wir aufs dritte „nicht-ganz-so-solo“ Abenteuer vom Donnergott des Marvel Universums warten, nun ist es endlich soweit und Thor stellt sich zum nunmehr dritten Mal den Fans und Kritikern. Beachtliche 96% bei Rotten Tomatoes sowie 8,2/10 bei IMDb sprechen da derzeit klar für sich, was auch – ausgehend von den Qualitäten des Films – durchaus gerechtfertigt ist. Denn der Streifen von Taika Waititi macht einfach nur Spaß! Gleichzeitig strotzt er nur so vor starken Charaktermomenten, überzeugt mit einem fantastischen Humor, der so gut wie immer right-on-spot ist, schließt einen narrativen Kreis, der im ersten Solo-Film des Donnergottes begonnen hatte und bringt dazu noch mit Hela, die von keiner Geringeren als Cate Blanchett verkörpert wird, die erste, weibliche Antagonistin des MCU mit sich.

      Der Film hat dabei ein fantastisches Tempo. Gute 130 Minuten dauert dieser an, doch dass man länger als zwei Stunden im Kino sitzt, bemerkt man eigentlich kaum. Das hat viele Gründe und einer davon dürfte die angenehme Erzählweise sein. Der Zuschauer kriegt hier nämlich nicht einen Hauptplot, sondern gleich zwei davon präsentiert, die simultan zueinander ablaufen. Da wäre einmal das Space-Adventure von Thor, der nach der Zerstörung von Mjölnir auf Sakaar strandet. Einem Planeten, der vom Grandmaster – verkörpert durch Jeff Goldblum – kontrolliert und beherrscht wird. Dort wird er als Gladiator in die Arena geschickt, wo er ums Überleben kämpfen muss, was es ihm deutlich erschwert sich Hela in den Weg zu stellen und sie an der Umsetzung ihrer Pläne zu hindern.
      Gleichzeitig fegt jene über Asgard hinweg. Besonders gefallen hat mir daran, dass Taika Waititi sich hier reichlich Zeit genommen hat, um die Umstände in Asgard genau zu beleuchten und damit auch zu erläutern, wie Hela an die Macht kommt. Statt diesen Handlungsbogen einfach zu ignorieren, sie in ihrem Vorhaben eindimensional und schablonenhaft zu gestalten und am Ende – im dritten Act – einfach als Gegner in den Raum zu werfen, der besiegt werden muss. Auch ihr hat man wieder eine eigene Hintergrundgeschichte gewidmet, die durchaus erklärt, wieso sie tut, was sie tut und wieso sie von ihren Taten so überzeugt ist. Zwar hatte ich mir von der Göttin des Todes dann noch etwas mehr Build-Up erhofft, aber sei's drum. Wir reden hier immer noch von einem Marvel Film. Hauptsache Thanos bekommt am Ende das Build-Up, was er braucht und verdient.

      Was mir an dem Film – wie eigentlich schon an der gesamten Phase 3 des MCU – vor allem so gut gefallen hat, sind die diversen Querverweise und Überschneidungen, die den Film einfach rund machen. Ohne jetzt zu viel vorweg nehmen zu wollen sei hierbei daran erinnert, dass vor geraumer Zeit mal die Theorie im Netz herumschwirrte, dass auch Doctor Strange in Thor: Ragnarok einen Auftritt erhalten wird. Dies ging bekanntlich aus der Mid-Credit-Scene seines eigenen Standalone-Films hervor. Und ja, er taucht tatsächlich im Film auf. Mehr sei dazu gar nicht gesagt.
      Aber es sind solche Momente, in denen sich die Wege der Helden auch abseits der Avengers Filme überschneiden, die die Phase 3 des MCU – für mich – zur mit Abstand besten Phase bisher machen. Alles hängt irgendwie zusammen, kein Held ist mehr völlig auf sich alleine gestellt und bekommt reichlich Support, falls notwendig. Seien es jetzt so gut wie alle Avengers im Civil War, Tony Stark in Homecoming oder jetzt eben Bruce Banner und Doctor Strange in Ragnarok. Dadurch wirkt das MCU in sich einfach viel stimmiger und glaubwürdiger, als es das noch über weite Strecken in der ersten und zweiten Phase war. Vor allem an der Rolle von Doctor Strange wird dies klar, da dieser seine Pflichten als neuer, oberster mystischer Wächter der Erde durchaus ernst nimmt. Was mich auch schon entsprechend heiß auf seine Rolle im Infinity War macht!

      Aber auch darüber hinaus gab es wieder vieles, was mich sehr zum Schmunzeln gebracht hat. Vor allem der Anfang war einfach super, wo u.A. auch auf das Ende von The Dark Kingdom näher eingegangen wurde, in dem Loki bekanntlich auf dem Thron in Asgard – getarnt als Odin – saß und man sich seitdem gefragt hat, was mit Odin selbst passiert ist und wie Thor mit dieser Situation letztlich umgehen wird, wenn er es herausfindet. Und die Lösung war ebenso amüsant, wie brillant!
      Darüber hinaus konnte vor allem auch – natürlich neben den üblichen Verdächtigen wie Loki und Thor selbst – Bruce Banner bzw. der Hulk, der ja bekanntlich keine Solo-Filme bekommen wird, für den aber wohl Ragnarok, sowie die beiden noch kommenden Avengers Filme als solche herhalten werden, enorm punkten. Einfach, weil der Film hier nicht nur die Persönlichkeit von Bruce weiter beleuchtet hat, sondern vor allem auch der Hulk selber an Persönlichkeit und Tiefe dazu gewonnen hat.
      Und dennoch gefiel mir ihn betreffend nicht jede kreative Entscheidung, die getroffen wurde. So z.B. sein Eingreifen in den finalen Konflikt. Das Folgende pack ich daher mal vorsichtshalber in einen Spoilerkasten, von daher: Lesen auf eigene Gefahr.

      Spoiler anzeigen
      Als Bruce aus dem Schiff springt, um sich in den Hulk zu verwandeln und am Kampf teilzunehmen – trotz seiner zuvor beleuchteten Angst, dass er sich dann womöglich nie wieder zurück in Bruce verwandeln könnte, eben weil der Hulk an Persönlichkeit gewonnen hat, nachdem er zwei Jahre am Stück aktiv war – schlägt er auf der Brücke auf und stirbt, überdeutlich dargestellt, dabei. Dies sollte wohl als Gag ziehen, funktionierte beim Publikum auch als solcher. Für mich selbst stellt sich nun allerdings die Frage: War das etwa das letzte Mal, dass wir Bruce gesehen haben? Im ersten Avengers Film sprach er noch davon, dass er einst versuchte sich selbst umzubringen, dies jedoch nicht gelang, weil „der andere die Kugel einfach wieder ausgespuckt hat“. Nun jedoch hat der Hulk nicht eingegriffen, wohl weil er nicht mehr „wie ein blanker Nerv“ war, sondern weil es inzwischen tatsächlich zwei Individuen waren, die sich einen Körper geteilt haben. Hat der Hulk seinen 'menschlichen Wirt' hier nun also sterben lassen? Für mich wird das nicht ganz deutlich, wobei ich imo schon denke, dass Bruce selbst auch wieder im Infinity War dabei sein wird. Einen solchen Tod, für einen solch wichtigen Charakter des MCU's, würde ich bestenfalls noch als fragwürdige, kreative Entscheidung bezeichnen.
      Für mich war das aber einer der wenigen Gags, die der Film nicht wirklich gebraucht hätte, weil er einfach narrative Fragen aufwirft, auf die der Film selbst keine Antworten mehr liefert. Wohl auch, weil er diese nicht hat und sich darüber auch gar keine Gedanken gemacht hat. Dafür stand der Witz allgemein dann wohl einfach zu sehr im Fokus. So jedenfalls meine Einschätzung.

      Neben Thor, Loki, Hulk und Hela begeisterten mich vor allem noch zwei weitere Akteure: Tessa Thompson als Valkyrie und Taika Waititi selbst als liebenswerter Steingolem Korg. Letzterer dürfte der wohl amüsanteste Sidekick des MCU seit (Baby-)Groot sein. Man musste diesen Kerl einfach lieben. Egal was er von sich gab, ein Lacher war immer drin. Viel mehr leistet er im Film zwar nicht, aber das soll er auch gar nicht. Für die große Action waren andere Figuren ohnehin viel prädestinierter.
      Valkyrie zum Beispiel. Jene zählte einst zu einem der stärksten Trupps von ganz Asgard, ist über die Jahre aber ebenso zu einer hervorragenden Schützin herangereift. Sie hat ihre ganz eigene Rechnung mit Hela offen, ist sich zunächst allerdings auch noch im Unklaren darüber, ob sie sich diesem Teil ihres Lebens wieder widmen soll oder lieber das Leben im Exil vorziehen soll. Ihre Geschichte im Film ist zwar – verhältnismäßig – klein geraten, fügt sich aber nahtlos in den übergeordneten Hauptplot ein. Und Tessa Thompson liefert und liefert und liefert halt einfach!
      Für mich persönlich wird es jetzt vor allem spannend zu beobachten sein, welche Rolle sie in Zukunft im MCU bekleiden wird. Kevin Feige meinte dazu einst, dass für die „erste Ära“ der Avengers immer jeweils eine Trilogie vorgesehen war. Gemeint waren damit Iron Man, Captain America und Thor. Zwar werden wir sie auch noch mindestens in Infinity War kommendes Jahr wiedersehen, ob diesen aber auch jeder von ihnen überleben wird, bleibt abzuwarten. Von daher bin ich schon sehr gespannt, wie Marvel folglich plant die unzähligen Charaktere, die als Sidekick fungierten und noch keinen eigenen Film erhalten haben – Figuren wie Vision (wobei bei ihm alle Vorzeichen auf seinen Tod hindeuten), Wanda, Falcon, Bucky oder jetzt eben auch Valkyrie – weiter in ihr filmisches Universum einzugliedern.

      Und wo ich jetzt schon mehrfach den Humor angerissen habe: Neben den beiden „GotG“ Filmen war das wohl der Marvel-Streifen, der den bis dato besten Humor bereitgehalten hat. Es gab kaum eine Szene, in der Marvel keinen Gag streute. Und es waren wirklich nur die Wenigsten davon – wie im Spoilerkasten erläutert – die eher weniger zündeten. Die meisten waren hervorragend und lockerten die eigentlich eher düstere Geschichte über Ragnarök, die Götterdämmerung, die Asgard vernichten sollte, genial auf. Jedoch ohne dem Film irgendwie seine Glaubwürdigkeit zu nehmen. Hela bleibt eine ernstzunehmende Gegnerin, die bereit ist alles zu tun, um ihre Ziele zu erreichen. Ganz egal wie viele Leute, oder wen, sie dafür abschlachten muss.
      Das Einzige, was ich dem Humor ein wenig ankreiden könnte, ist einfach der Umstand, dass er omnipräsent war. So ziemlich jeder ernsthaften oder dramatischen Szene folgte eine Humoristische, die von der Tragik ein wenig ablenkte. Ich würde zwar nicht so weit gehen und behaupten, dass dadurch die Glaubwürdigkeit des Films gelitten hat, es hat zwischendurch allerdings der Dramaturgie etwas geschadet, hat diese gar oftmals überhaupt nicht richtig entstehen lassen. Ich empfand es zwar nie als dermaßen peinlich, wie die Slap-Stick-Einlage, die den finalen Showdown von The Dark Kingdom darstellte, allerdings wäre hier weniger manchmal dann doch eben einfach mehr gewesen.

      Dass der Film, trotz des übermäßigen Humors, der den Film zu einem wahren „Space-Adventure“ gemacht hat, dennoch seine Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit nicht verliert, wird vor allem anhand dessen klar, was Thor durchmachen musste. Ohne jetzt großartig zu spoilern hat man ja bereits in den Trailern gesehen, dass er nicht nur Mjölnir, sondern auch noch seine wunderschönen Haare (!!!) verloren hat. Und das waren nicht die einzigen Verluste, die er im Film zu ertragen hatte. Von daher darf man auch gespannt bleiben, wie Thor letztlich mit all diesen Verlusten umgehen und wie dies sein Handeln im bevorstehenden Infinity War – womöglich – beeinflussen könnte.
      Und wo wir schon beim Infinity War sind: Wer sich den geleakten Trailer genau angesehen hat, der wird in Ragnarok wohl die eine oder andere Szene bemerken, bei der er oder sie sich ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen kann. Dennoch muss man Marvel an dieser Stelle einfach mal für ihre Werbung loben. Glaubten viele noch, dass der Beginn des geleakten Trailers das Ende vom dritten Abenteuer des Donnergottes spoilern würde, kann ich hiermit Entwarnung geben: Das tut er nicht. Und zwar in vielfacher Hinsicht nicht. Mehr sei dazu gar nicht mehr gesagt.

      Zum Ende des Films möchte ich nur so viel sagen: Ein besseres Ende hätte man sich wohl kaum einfallen lassen können. Mir gefällt es, dass Marvel auch beim dritten Solo-Film von Thor dem aktuellen Trend, den man auch schon in Civil War und Doctor Strange beobachten konnte, treu geblieben ist und den finalen Act mit einem innovativen Ende abgeschlossen hat, das es – in dieser Form – im MCU noch nicht gegeben hat.
      Erschwerend hinzu kommt natürlich noch, dass das Ende – ähnlich wie es der dritte Iron Man und der dritte Captain America für ihre jeweiligen Protagonisten getan haben – einen der bedeutsamsten Handlungsstränge, der die gesamte Trilogie über, und auch noch darüber hinaus, ein zentrales Thema war, zu einem zufriedenstellenden Abschluss gebracht hat.

      Alles in allem kann ich nur sagen, dass ich mit dem Film wirklich rundum zufrieden bin! Ich hatte sehr viel Spaß und kann – für mich – mit gutem Gewissen behaupten, dass dies der beste Solo-Film des Donnergottes war. Dicht gefolgt von seinem Debütauftritt.
      Jetzt fehlt nur noch der Black Panther Solo-Film, der hoffentlich eine noch bestehende Lücke zum Infinity War schließt, ehe der Krieg mit Thanos im Frühjahr nächsten Jahres endlich beginnen kann. Ich freu mich drauf!