Attack on Titan

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    • Okay. Wow. Mega. So stell ich mir ein gutes Zusammentreffen zweier gegensätzlicher und verfeindeter Personen vor! BAM, BAM, BAM, Schlag auf Schlag geht es in diesem Kapitel, man hält einfach den Atem an beim Lesen.
      Ich freue mich, dass man Reiner in so eine Lage gebracht hat. Allein schon der Cliffhanger im letzten Kapitel ließ Großes erahnen.
      Und ich bin auch froh, dass man erkennen kann, dass er nicht gezwungen in Panel gepackt wird, nur um ihm ab und zu Screentime zu geben, so wie ich es noch zwei Kapitel zuvor beschrieben hatte.

      Zuvor dachte ich, dass Reiner etwas gefasster auf Eren reagieren würde. Dass er schon irgendwie eine Vorahnung gehabt hätte. Aber er scheint regelrecht aus der Fassung geraten zu sein. Was mich zwar überraschte, ich aber nicht als schlecht erachte. Wenn ich mich recht entsinne, hat Reiner damals am Ende nicht wirklich was mitbekommen. Er wurde besiegt, ihm wurden alle Gliedmaßen abgeschnitten und die Augen verbunden. Dann wurde er irgendwann von Zeke und Piek (als Cartman-Titan) gerettet. Er wurde besiegt, die Mission war gescheitet und der verbliebene geschlagene Rest musste aufs Festland zurückkehren.
      Die Tatsache, dass sich Eren plötzlich aus heiterem Himmel direkt vor ihm befindet, direkt im Herzen der Stadt, undercover, ohne, dass (außer Reiner und später auch Falco) jemand seine wahre Identität kennt, trifft Reiner mitten ins Gesicht. So wie umgekehrt damals Reiner, Berthold und Annie auf Paradis sich ins Herz gebohrt haben.
      Dabei hat Eren noch gar nichts gemacht, aber allein die Gedanken, die alle in dem Moment auf Reiner einprasseln, reichen für mich hier völlig aus. Es braucht einfach kein großes Tamm Tamm mehr. Man sieht hier auch wieder, dass Eren viel reifer geworden ist. Früher hätte er nicht so gefasst auf Reiner reagiert, er wäre wütend gewesen und hätte vielleicht die Fassung verloren bzw. etwas Unüberlegtes getan und eher seine Tarnung auffliegen lassen. Heute geht seine Bedrohung schon allein von seiner ruhigen Art aus und den Worten, die er wählt: „The same as you.“. Solche Drohungen sind mir in allen Formen (Film, TV-Serien, Bücher etc.) „lieber“ als solche ungestümen, laut rausgebrüllten Drohungen.

      Ich stimme Ranya in dem Punkt zu, dass Eren sich zwar entwickelt hat, aber nichtsdestotrotz Rache nehmen will und die Vergangenheit nicht vergessen kann. Aber hat sich eben die Art, wie er Rache üben will, ebenfalls entwickelt. Von, wie bereits gesagt, ungestüm/unüberlegt, zu planend und gefasst. Zwar spielen in die Planung sicherlich Armin, Levi, Hanji etc. mit hinein, aber ich könnte mir vorstellen, dass er früher vielleicht eher dazu gekommen wäre, dass Eren auf eigene Faust losgezogen wäre. Seine Gedanken um die Rache lassen ihn nun mehr nicht gleich rot sehen. Wir können zwar nicht Erens Handlungen 100% vorhersehen (so wie Ranya es mit „unberechenbar“ betitelt hat), aber es zeichnet sich trotzdem deutlich eine Tendenz ab.
      Das trifft Reiner natürlich wie ein Schlag, da er weiß, wie groß Erens Wut war, bevor sie getrennte Wege gingen. Und Tod und Zerstörung in seine Heimat und das Ghetto zu bringen, macht das ganze nur noch schlimmer. Zwar haben wir Reiner schon mehrmals erlebt, dass er nicht ganz mit der weitverbreiteten Meinung konform geht, alle Menschen auf der Insel seien teuflische Menschen, die nur Krieg und Tot im Sinn hätten (s. das Gespräch mit seiner Familie ein paar Kapitel zuvor) und er versucht, Personen zu beschützen (Gabi) oder sich gar das Leben zu nehmen, weil er nicht mehr so weiterleben will, wie die aktuelle Situation sich gerade entwickelt, dass er also vielleicht doch nach einem Umbruch sehnt…jedoch bestimmt nicht in dieser Weise.

      Der ganze Umstand, die ganze Bedrohung, die schon von Eren zu Beginn des Gespräches ausging, bekommt noch mal einen immensen Schub, als die Worte Willies erklingen, dass Eren als der neue Hauptfeind gilt, der selbst den Frieden des ehemaligen Feines König Fritz untergraben will. Selbst ich habe…nun ich will nicht sagen Angst, aber Respekt. Deshalb finde ich die Darstellung von Eren in diesem Kapitel sehr gelungen.

      Ich kann nicht ganz erkennen, wer der Soldat gewesen ist, der Piek und Galliard in die Falle gelockt hat. Entweder handelt es sich um Jean oder Connie. Von der Statur würde ich mich auch eher für Connie aussprechen. Was bedeutet, dass sich weitere, z. B. Mikasa und Armin, auf dem Festland befinden. Und dass der Brief, den Falco damals für Eren in die Post geworfen hat, doch nicht für Zeke bestimmt war, sondern für seine wahre Familie, die sich ebenfalls auf der Insel befindet.

      Insgesamt war es ein wunderbares Kapitel, mit einem Wow-Moment nach dem anderen. Wunderbar, 10 Punkte. Und das war erst das 99. Kapitel. Vielleicht setzt Isayama im 100. Kapitel noch einen drauf.

      Und aus der Erde singt das Kind.