Menschenjagd (Bo)

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    • Kapitel 160 - ???

      Kapitel 160 - Nachtarbeit


      Das Hämmern des Hammers wich dem Bersten spröden Holzes, als eine der blutrünstigen Jagdkolonnen durch die notdürftigen Bretterscheite in die Bar brach. Mit der Hand ihrer Mutter vor dem wimmernden Mund musste die kleine Tochter des Wirts das brutale Treiben im Erdgeschoss mitanhören, versteckt hinter den billigen Lumpen des einzigen Kleiderschranks.
      »Wir müssen uns verstecken!, hatte ihre Mutter gefleht, »Sie werden bald hier sein!«
      »Ab in den Schrank! Ich verrammele die Bar! Geht!«
      »Das schaffst du nicht mehr!«
      »Geht schon!«
      Nun lag er geschlagen in einer Lache seines eigenen Blutes nieder, Splitter und Scherben in der aufgeschnittenen Haut. Keine Minute hatte seine improvisierte Absicherung dem grollenden Ansturm der Wilden Jagd standgehalten, der nun seinen Pub verwüstete. Diese Männer waren weder Polizisten noch Soldaten, wie sie Tischte umwarfen, Stühle zertraten und das Hochprozentige leerten; vermutlich waren sie es nie gewesen. Längst hatten sich Möchtegern-Rächer, nationalistische Eiferer und Alltagssezessionisten in die Schwadronen der Krone geschmuggelt oder just eigene Milizen ins Leben gerufen, um ihren Durst nach lairischem Blut und fountischer Rassehoheit zu stillen. So soffen sie und traten — auf ihn, die leeren Flaschen, Möbel und die Treppenstufen. Unter den Schuhsohlen der krakeelenden Säufer zerfaserten seine Schreie zu einem gurgelnden Wimmern. Wie ein Wolfsrudel stimmte die wilde Horde in seine Schmerzenslaute ein, als seine Familie entdeckt und an ihren aufreißenden Nachthemden die Treppen hinabgeschleift wurde. Ihr Flehen und Ächzen verhallte im allumfassenden Gezeter und Weinen der Straßen Mac Brónachs zu einem Orchester des Albtraums.
      Der augenscheinliche Rädelsführer des Packs betrachtete die zum Abschuss aneinandergereihte Familie mit animalischem Appetit. Fette, rußverklebte Haarsträhnen schlabberten wie schwarze Speichelfäden vor seiner Stirn, wenn er die verzerrte Fratze spastisch neigte oder tollwütig zu einer Seite warf. Niemand, nicht einmal diese Nachkommenschaft altfountischer Geschwisterehen, erwartete die Anführer der Lairish Independence Army in einer unscheinbaren Spelunke im lairischen Gossenbezirk vorzufinden. Diese Nacht würde keiner Menschenseele Frieden spenden, weder ihnen noch Gott noch der Königin in ihrem roten Palast. Blut allein fächerte die dürstenden Flammen.
      Berauscht von der eigenen Macht schlug der Fount dem Wirt direkt ins Gesicht. Speichel, Blut und Rotze spritzten aus seinem knackenden Schädel auf das ergraute Nachthemd seiner Frau, und wieder jaulten die Angreifer ihre gutturalen Laute wie hämische Hyänen. Vom Whiskey geküsst mäanderte die schlabbrige Mähne des Rädelsführers zwischen Mutter, Vater und Tochter hin und her. Die grauen Augen des Kindes starrten teilnahmslos auf die löchrigen Dielen, durch deren Ritzen und Rillen das schwarze Blut ihres Vaters in den Kriechkeller sickerte.
      Das Grinsen des Anführers glich einem Blitzschlag bei Nacht und ebenso rasch griff er sich das Mädchen, presste es mit Gewalt vor seine Schuhe in den Dreck. Sofort stürzte ihre Mutter auf Knien zu ihrem Kind, doch ein hinabsausender Gewehrlauf zertrümmerte ihren Scheitel. Leblos schlug sie auf dem Holz auf, die krampfenden Finger nur mickrige Millimeter entfernt nach ihrer Tochter ausgestreckt. Diese ausblutenden Schemen waren alles, was das Mädchen noch von ihren Eltern sah, bevor ihr Peiniger ihren hilflosen Körper mit dem Stiefelabsatz auf den Rücken rollte. Ihr mattbraunes Haar klebte an den nassen Lippen wie das Nachthemd an ihrer flachen Brust. Ein verlorener Blick traf den seinen — und gab nicht nach.
      »Der Bastardkönig wird euch alle töten…«, wisperte sie benebelt. Auf dem Rücken liegend, weinend, aber voller Überzeugung. Beseelt von einem unerschütterlichen Vertrauen in die Kinder des Grüns und die Lilie von Og MacLarr, die sie aus dem Joch fountischer Knechtschaft befreien würde, steigerte sich das Mädchen in diese utopische Fantasie. »Er wird kommen und euch töten…!«
      »Der Bastardkönig wird hängen!«, blaffte der Rädelsführer widerlich betrunken, den Flaschenhals noch an der blasigen Unterlippe. »Typisch Laire. Wir geben euch Obdach und Fressen, wir schenken euch Ziv—zivlisa…zion. Und ihr?«
      Mit einer ausladenden Geste befahl er seinen Schlägern, die ohnehin dahinsiechenden Eltern zu fixieren. Der verkrüppelte Wirt kämpfte mit der Kraft eines Löwen, der von Bären zerfleischt wird, und musste doch hilflos mitansehen, wie seine kleine Tochter an den Haaren gepackt und über den Tresen geworfen wurde. Die Hände des Schlägers wanderten über den kindlichen Körper wie über die Rundungen einer bezahlten Frau. Dieses zarte Geschöpf mochte bislang nicht geblutet haben, doch an diesem Abend würde es so weit sein. Mit einem grässlichen Grinsen schob er den Stoff über ihr Gesäß und öffnete sich den Hosenbund. In seinem Rücken kulminierte das betrunkene Grölen seiner Lakaien mit dem Flehen und Kämpfen des Vaters zu einem manischen Applaus, der die Schreie des Mädchens übertönte. Soeben wollte der Jäger ihre bloßliegende Scham durchstoßen, als ein Schuss die Stimmung und seine Erektion abtötete. Die Kugel durchschlug seinen Schädel, ohne auf massiven Widerstand zu stoßen, und unlängst nach dem seinen fielen auch die Körper seines besoffenen Rudels in sich zusammen.

      Kerker des Red Apple Palace, Nickleby

      Im Hauptmann der Palastwachen fand Ulysses einen Fount, der lairischen Blutes würdig gewesen wäre, hätte es das Schicksal, Gott oder die Schwärze des Universums besser mit ihm gemeint. Hochgewachsen, breitschultrig und rotbehaart loderte das rosige Mannsbild der Kerkerdecke wie ein frischentflammter Kerzendocht entgegen.
      »Da habt Ihr dem armen Beecham aber einen gehörigen Bären aufgebunden«, knurrte er nicht unsympathisch, nachdem seine Muskelarme den unbequemen Hocker in Stellung geschubst hatten. Etwas an der Art seiner Gebärden, seiner Bestimmtheit und zackigen Zielgerichtetheit gemahnte Ulysses an einen älteren, verlebteren Cathal Donoghue — abseits des geschmacklosen Schauzbarts, der Ulysses an das zerfetzte Tuch an den Hörnern eines siegreichen Stieres erinnerte.
      »Ist es wahr?«, fragte der Hauptmann, nun sitzend. Er schien das Gewicht der Frage auf die angespannten Schenkel zu stützen. »Abgesehen von der Arschsache, meine ich.«
      Ulysses nickte schwach, worauf er ehrliches Mitgefühl im übermüdeten Wachsgesichts ausmachte. Wie erwartet. Tief im Inneren dieses Kolosses zersprangen Gläser, jede Sekunde jeden Tages, und die Scherben zerschnitten ihm das Herz. Genau deshalb hatte der scheue Hund ihn auserkoren.
      »Akutes Orléanisches Syndrom«, erklärte Ulysses nüchtern und der Hauptmann, für einen Augenblick gelähmt, rückte sich lautstark den Stuhl zurecht. Nicht, um seinen Aufenthalt im Kerker bequemer zu gestalten, sondern, um die zittrigen Finger abzulenken.
      »Das ist scheiße«, murmelte er schließlich — mit einem unaussprechlichen Schmerz in der dröhnenden Stimme, »Kann aber nicht sagen, dass Ich's Euch nicht gönne. ›Hoheit‹, oder was auch immer.«
      Schwallartiges Gelächter brach durch Ulysses' verlotterte Zähne, Karies wie Schrotkugeln verschießend, und verwandelte das bedrückende Verlies in einen belebten Pub auf dem Main Drag.
      »Geschenkt«, grinste er breit und finster und gelb wie der Teufel, »Ich hab die Scheiße schon zwei Jahrzehnte länger überlebt als die meisten armen Bastarde, die bei ihrem ersten Anfall am Zungenblut ersaufen. Seit damals schachere ich mit geborgter Zeit.«
      Plötzlich bedeutungsschwanger neigte der Bastardkönig das goldgelockte Haupt vor, als breche sich eine Engelsstatue aus der Fassade ihrer Kathedrale frei. »Sehen Sie, Captain Haywood…Peter. Ich halte hier ein paar gute Jahrzehnte in meinen Händen, die ich nicht werde einlösen können. Sie kennen nicht zufällig jemanden, der sie gebrauchen könnte?«
      Weißer Wachs rann in Strömen über Peter Haywoods flambiertes Kerzengesicht. Fiebernd und fröstelnd zugleich lüftete er den Stehkragen seiner Uniform, die enger und steifer kratzte, desto heftiger sich die Lungen des Hauptmannes verweigerten. Die einsetzende Erleuchtung entriss ihm beinahe die Eingeweide.
      »Ihr…Ihr wolltet, dass ich—!«
      »Ja«, unterbrach Ulysses ihn weicher als Lammwolle.
      »Was…was wisst Ihr?!«, platzte Peter heraus — brüllend, ohne zu grollen, und fragend, obwohl er die Antwort an dem unbehaglichen Zucken der hündisch verzerrten Lefzen ablesen konnte.
      »Alles.« Im unsteten Schein der Wandleuchter mäanderte Ulysses' hässliche Fratze zwischen den Sphären des Himmels und der Hölle. Engel, Dämon; Wolf oder Schaf im fremden Pelz. Mit unbeschreiblicher Tiefe raunte er:
      »Ich weiß um Ihre Überstunden und Sonderaufträge, Ihre verzweifelten Bittgesuche und abgelehnten Anträge. Die Schulden und die Sendschreiben. Sie sind ein eifriger Mann, Peter, doch Ihr Sohn ist dem Tod geweiht — und Sie wissen es.«
      Dicke Tränen quollen über die Augenringe des Hauptmannes, dessen zusammensackenden Körper jede Stärke verlassen hatte. Nicht länger war er das knisternd-lodernde Feuer; er war das sinkende Schiff, das in den Flammen unterging.
      »Sie haben alles getan«, setzte Ulysses mitleidslos nach, »und sind gescheitert. Selbst der hochdekorierte Kapitän der königlichen Grenadiere besitzt nicht genug Geld oder Einfluss, um das Leben des eigenen Kindes zu retten. Ziemlich kranker Witz, finden Sie nicht?«
      Zorn, Schuld, Trauer, Entsetzen, Scham, Verzweiflung — Angst. Peter Haywoods Gesicht zerfiel vor Ulysses' giftgrünen Augen zu menschlichem Schutt. »Was…was wollt Ihr von mir?«
      »Wie ich sagte: Ich hab ein paar Jahrzehnte zu vergeben.« Vielsagend hob Ulysses die aneinandergeschmiedeten Hände. »Und ich denke, Sie kennen meinen Preis.«
      »Ihr könnt nicht helfen«, wimmerte Haywood kopfschüttelnd, sein Schnauzer wehend wie eine brennende Flagge über eroberten Ländereien.
      »Wieso nicht?«, fragte der Bastardkönig schnodderig, »Weil ich nicht über die Mittel, den Einfluss oder das Netzwerk verfüge, um einem kleinen Jungen ein neues Herz zu beschaffen? Oder weil ich nichts über diese sonderbare Mutation weiß, die Ihre desidheratische Ehegattin in ihre lupenreine fountische Blutlinie eingeschleppt hat?«
      Getrieben riss Haywood Augen, Nase und Schnauzer aufwärts. Endlich schien er süßes Blut geleckt zu haben. Getrieben, jedoch noch immer ungläubig, stotterte er:
      »Wie habt Ihr…? Wem…wem gehört das Herz?«
      »Einem verurteilten Kinderschänder im Todestrakt«, nuschelte Ulysses halbherzig, »Oder dem großen roten Shanks. Oder einem sündigen Priester, der sich so sein Ticket zum Himmel erschwindeln will. Fragen Sie keine bedeutungslosen Dinge, Peter. Alles, was zählt, ist, dass dieses Herz dieselbe Tanduri-Tikka-Masala-Anomalie wie ihr Sohn in sich trägt und ein Schiff im Hafen von Aycester vor Anker liegt, das Sie zu ihm bringen wird. Sie, Ihre Frau und den kleinen Davy.«
      »Unmöglich!«
      Zornentbrannt schnellte der Hauptmann auf, und nicht einmal Gott hätte ermessen können, ob dieser Zorn dem Bastardkönig oder ihm selbst galt. Gebrochen und doch wacker wischte sich Haywood Tränen und Rotze aus dem Bart und zupfte sich die rote Uniform zurecht, als könnten seine ausgerichteten Paradeorden die Zerrissenheit in seiner Brust überstrahlen. Der scheue Hund aber hatte sich festgebissen und würde nicht ohne sein Stück Fleisch von Peter Haywood ablassen. Mit geschlossenen Augen lehnte Ulysses die Bürde dieser Entscheidung, die nicht die seine war, gegen die modrige Zellenmauer und murmelte mit psychedelischer Geruhsamkeit:
      »Davy verdient den Rest meines Lebens, Peter. Warum wollen Sie ihm diese Chance verwehren? Warum soll Ihre Frau über dem Grab ihres Kindes den Verstand verlieren? Sein Tod, ihr Leid. Wofür? Für eine Königin, die nicht einmal einen kleinen Finger für das Leben des Sohnes Ihres treuesten Beschützers gerührt hat? Für eine Nation, die Banken und Maschinen rettet, aber todkranke Kinder jämmerlich krepieren lässt? Sagen Sie mir, was einem Vater mehr bedeuten könnte als der eigene Sohn.«
      Nichts, dachte Peter Haywood ohne zu Zögern. »Nichts…«
      Ein schiefes Lächeln flimmerte über die halbverdunkelte Visage des Bastardkönigs. Skrupellos, aufrichtig, abscheulich.
      »Was muss ich tun?«, fragte der Hauptmann mit düsterem Schaudern.
      »Den Schlüssel zu meiner Zelle gegen ein langes, glückliches Leben mit ihrem Kind eintauschen. Sie nehmen jeden Mann mit, der Ihnen zu folgen bereit ist, und verschwinden aus dem Palast. Dann bringen Sie Ihre Familie nach Colter Lane, besteigen die Kutsche und blicken nie wieder zurück. Am anderen Ende des Meeres warten das neue, Eins-zu-Eine-Millionen-Herz Ihres Sohnes und eine kleine Altersvorsorge für Sie und Ihre Frau.«
      »Ich…« Haywoods Stimme zitterte vor Aufregung, Freude, marternder Skepsis. »Ich kann Euch nicht vertrauen.«
      »Stimmt«, gab Ulysses unumwunden zu, »Aber Davy wird nicht lange genug leben, damit ich mir Ihr vertrauen verdienen kann. Riskieren Sie ein Fünkchen Hoffnung oder sehen Sie Ihrem Sohn beim Sterben zu. Es gibt keinen Versuch.«
      Peter Haywood führte nicht länger die ehrwürdige Leibgarde ihrer Majestät an, als er an seinen gusseisernen Schlüsselbund griff und dem Bastardkönig die Freiheit vor die Füße warf.
      »Jetzt bin ich ein Verräter…«
      »Sie sind ein guter Vater«, korrigierte Ulysses, »und ein schlechter Fount. Beides macht Sie zu einem ganz passablen Menschen, zumindest in meinem Buch.«
      Der Verräter lächelte müde und matt, zum Gehen gewandt und doch noch einmal kehrtmachend. »Gestattet mir eine Frage…«
      Ulysses hatte keinen Finger nach dem Schlüssel krumm gemacht. Selbst jetzt regte sich in den gleißend-grünen Augen kaum träges Leben. »Ja?«
      »Was geschieht mit Catherine? Wird Sie…?«
      »Spielt es noch eine Rolle?«
      »Nein, aber…«, druckste Haywood, »Sie ist ein...nettes Mädchen, wisst Ihr. Nur ein wenig…weltfremd.«
      »Catherine ist nicht mein Feind. Sie sitzt nur zur falschen Zeit auf dem falschen Thron.«
      Haywood nickte fahrig, obschon ihm die Antwort keinerlei Trost spendete. Ulysses verstand sich nicht auf's Händchenhalten und ohnehin — die dunkle Tat war getan.
      »Gehen Sie zu Ihrer Familie«, sprach der Bastardkönig halb weisend, halb drohend, und ohne einen Funken Gnade in den toxischen grünen Augen, »Leben Sie.«

      Copperfield

      Leichenfledderer und Totengräber gleichermaßen wühlten sich in den ausgebrannten Massengräbern des zerstörten Copperfields durch die Asche und den Schutt und die Erinnerungen. Längst hatten die überforderten Rettungskräfte — hauptsächlich verzweifelte Einheimische, Marinerekruten und auszubildende Sanitäter aus dem Umland Baskervilles — die Suche nach Überlebenden aufgegeben und ihren Posten für die Leichenspürhunde geräumt. Das aufgeregte Bellen ritt auf dem Sturm und schlug Mercedes mit dem Gestank verkohlter Maschinen ins Gesicht, als sie durch das Epizentrum der Katastrophe hinkte. Die versprengten Gesetzeshüter, die ihren Weg hätten ausbremsen sollen, umging sie geschickt oder lehrte ihnen mit einem gekonnten Aufstampfen ihrer Kanonenprothese das Fürchten. Schwarz und formlos rollten die Überreste der zusammengekrachten Hallenanlagen im Schutz der Nacht auf sie zu. Selbst jetzt noch, da sie an den Ort des Geschehens zurückgekehrt war, erschien ihr der Kampf gegen die wahnsinnige Vogelmaske kaum realer als ein Traum im Tagebuch eines Fremden. Vereinzelt traf sie auf zerlumpte Schatten, Schrottsammler und Aasfresser auf der Suche nach einer Gelegenheit, Profit aus dem Chaos zu scheffeln. Doch alle kuschten sie vor dem gellenden Donnern ihres falschen Beines und huschten wie Schaben in die Ritzen zurück, aus denen sie gekrochen waren. Mercedes bemerkte sie alle, ohne auch nur einen von ihnen zu beachten. Ihre Aufmerksamkeit hing düsteren Gedanken nach, die um Callaghan und Ondine kreisten und die Frage, wie viele Geheimnisse eine ehrliche Seele erträgt, bevor sie zerbricht. Eine Antwort lieferte ihr Gewaltmarsch nicht, wohl aber den gesuchten alten Bahnhofs am Westrand.
      Wie der Schwanz eines umtriebigen Welpen hatte die blutverschmierte Stadtkarte Copperfields in der Hand des Grauen Spions gewackelt, ehe er Mercedes unter Zuhilfenahme sämtlicher Muskeln und Gebärden seinen Geistesblitz hatte begreiflich machen können. Zuvor musste er, so zumindest die Theorie der Kopfgeldjägerin, zufälligen Gesprächsfetzen über die Explosionsschneise gelauscht und eine innere Blaupause des neuen, angeschlagenen Copperfields entworfen haben. Seine Idee, die Bombe nicht als bloße Maßnahme zur Beweismittelvernichtung abzutun, war Mercedes erstaunlich stimmig erschienen. Kein Taschenspielertrick der Schwarzen Witwe verzichtete auf einen doppelten Boden oder die Genugtuung, jedermann an der Nase herumgeführt zu haben. Was also, wenn die Vernichtung der halben Stadt lediglich als perfide Ablenkung fungieren sollte? Eine Art kontrolliertes Feuer, um ahnungslose Tiere aus ihrem Unterschlupf zu treiben. Alsbald hatten Mercedes und der Agent den verlassenen Bahnhof der Stadt als Objekt von Interesse lokalisiert. Nicht zuletzt, da jener eine Verbindung zum Bahnangestellten Michele de Luca bot, dessen aufgeknüpfter Leichnam gemeinsam mit seiner Familie, Caesar Milano und den Trifles in die Luft gesprengt worden war. Eine kurze, nonverbale Diskussion später hatte sich Mercedes den bronzebraunen Mantel übergeworfen und dem trotzigen Grauen Agenten, nicht gänzlich gewaltlos, strikte Bettruhe verordnet — zu seinem und ihrem Besten.

      Callaghans martialische Lehren begleiteten sie unter dem unheilvoll klappernden Bahnhofsschild hindurch in das Reich des Unbekannten. Zufälle existieren nur in Büchern und Lügen. Über die Jahre war Mercedes zu derselben Einsicht gelangt. Das heruntergewirtschaftete Gebäude bibberte in einem fragilen Dämmerzustand zwischen verwaistem Denkmal und abrissreifer Ruine, in der Vögel nisteten und Ratten Vogeleier stibitzten. Im Gegensatz zur knochenfarbenen Kapelle des neuen Bahnhofs gemahnte Copperfields einstige Lebensader an eine desolate Brennerei, vollgepumpt mit Backsteinen und einer stechenden Alkoholfahne. Die Kleinstadtjugend musste so manche feuchtfröhliche Stunde in der Abgeschiedenheit dieser Baracken verlebt haben. In dieser Nacht hingegen tastete sich das emsige Echo fleißiger Arbeiter durch die reglose Einsamkeit der Trümmerhalde. Sofern keine Ratte in diesen verwahrlosten Gängen die nächste Stufe der evolutionären Leiter erklommen hatte, schien der Agent den richtigen Riecher bewiesen zu haben. Behutsam setzte Mercedes ihre schallende Prothese im Takt des Lärms auf, um Spuren im Staubfilm unbemerkt bis unter ein rostiges Vordach zu einer Art gasbeleuchteter Ausgrabungsstätte folgen zu können.
      »Was genau is'n das eigentlich für'n Zeug?«, hörte sie eine prustende Männerstimme. Zwischen den milchweißen Orbs aus Laternenschein schleppten zweibeinige Mulis schwere Kisten hinter einen monumentalen Schatten.
      »Irgendnen Sprengstoff oder so. Was Scheißgefährliches jedenfalls.«
      Ein dritter Mann, hörbar jünger als seine Kollegen, quäkte aufgebracht:
      »Was'n das für 'ne Scheiße! Dafür werd ich nich gut genug bezahlt!«
      »Mach dir nicht ins Hemd!«, blaffte der Erste gegen den donnerrollenden Herbststurm, »Milano meinte, das Pulver hier so ganz allein is harmlos! Du brauchst das Flüssige dazu, damit's hochgeht!«
      Verfolgt von den Erinnerungen an Gavroche und das grüne Feuer horchte Mercedes auf, schaudernd.
      »Was woll'n die in Nickleby damit hochjagen? 'Ne abgeranzte Fabrik?«
      »Was weiß ich. Hab nich gefragt, is nich mein Bier.« Gewissenhaft hievten die Männer die schweren Kisten hinter das dunkle Gebilde. »Ich weiß nur, dass Nachtarbeit besser bezahlt wird und ich die Berry gebrauchen kann. War's das?«
      Zustimmendes Grunzen, bis Mercedes ihre Prothese lautstark auf einen Mauervorsprung wuchtete und ihnen den Feierabend verhagelte. Die Arbeiter, allesamt so hässlich und trantütig, wie ihre Stimmen vermuten ließen, rissen vor Schreck die schwieligen Hände in die Höhe.
      »Sachte, Lady!«, kläffte der fetteste unter ihnen hochfrequent, »W-wir arbeiten hier nu—«
      Plötzlich verglühte Mercedes im Bannstrahl eines zyklopischen Auges, das direkt neben ihrem Körper die eisernen Lider aufschlug und die rostigen Schienen entblößte, auf denen die Kopfgeldjägerin stand. Sobald der Lindwurm sie erblickte, entfachte ein Feuer in seinen Gedärmen und heiße Rußschwaden entfalteten sich über seinem langen Wanst zu giftigen Schwingen. Der Überraschungsmoment langte den Arbeitern zur Flucht und der Nachtzug setzte sich paffend in Bewegung. Unter behäbigem Rattern schälte er sich aus dem Bahnhofsportal, schnaubend wie ein kranker Büffel. Mercedes dachte gar nicht daran, ihn passieren zu lassen. Siegesgewiss stemmte sie Fuß und Prothese gegen die Schienenbohlen und ließ das gewaltige Ungetüm heranrollen — nicht ahnend, dass die feuerfressende Dampflok nicht das monströseste Monster in diesem Hort des Unrats darstellte. Grauenerregende Laute, wie sie Mercedes nie zuvor vernommen hatte, rumorten durch die düstere Ruine, gefolgt von einem schaurigen, unbeschreiblichen Klackern. Mit reptilienhafter Kaltblütigkeit stapfte eine dinosaurierartige Silhouette aus dem Finstern in den Lichtkegel des walzenden Güterzuges. Bipedal, hochragend, raubtierschlank.
      Instinktiv wich Mercedes vor dieser befremdlichen Kreatur zurück, welche sich alsbald als urzeitliches Vogelwesen zu erkennen gab. Mit schillernden silbergrauen Federn, gekrönt von einem beachtlichen weißglänzenden Warbonnet und einem Schnabel, der sich bleiern und drohend wie eine geschliffene Sense gegen das Licht abzeichnete. Erneut sah sich Mercedes schwarzen Vogelaugen gegenüber, aus diesen jedoch blitzte blutdürstende Vorfreude. In einer Rasanz, die Mercedes' Haki spielend ausstach, stürzte sich der schreiende Terrorvogel auf die Kopfgeldjägerin und versetzte ihr einen klauenbesetzten Tritt gegen die Brust, der ihre Lungen zerquetschte. Als bestünde er nicht aus geschmiedeten Apparaturen, sauste ihr halbstählerner Körper von der ausfahrenden Lokomotive weg — ungebremst durch eine Wand ins Innere des Bahnhofsgebäudes. Wimpernschläge, die sich wie Tage des Wachkomas anfühlten, zogen vorüber. Und erst das Schreien des Vogelmonsters untermalt vom pfeifenden Zug weckte Mercedes aus ihrem steinernen Bett. Reaktionsschnell rollte sie herum, dass der pfeilschnelle Schnabel des Ungetüms neben ihr in den Fliesenboden einschlug und ein hämmerndes Beben durch die Erde jagte. Sofort standen beide wieder aufrecht, der Terrorvogel mit schabenden Krallen. Flüchtig streifte der Scheinwerfer des Zuges die ungleichen Kontrahenten und entblößte einen Schimmer menschlicher Intelligenz in den bohrenden Augen, der Mercedes würgen ließ. Als der Lichtkegel weiterzog, begann das Monster zu keifen und ein Schuss aus Mercedes' Prothese zerfetzte das Dunkel. Das schwere Kaliber sprengte ein Loch in die Wand hinter dem geschmeidig ausweichenden Untier. Sogleich flog Mercedes Greifarm durch die Öffnung den entkommenden Lastwaggons hinterher, doch eine Kraft jenseits industrieller Leistungsstärke schlug ihre Hand aus der Bahn. Erneut hatten die staksenden Beine des Terrorvogels ihren Plan vereitelt und visierten nun Mercedes selbst an. Gerade rechtzeitig schnellte die rasselnde Seilwinde des Greifhakens zurück, um den heranpreschenden Schatten zu peitschen. Krakeelend drehte der Laufvogel ab, schlug einen erratischen Haken — und verlor sich in der Dunkelheit. Der Zug war in die Nacht entschwunden, die still und schwer auf die fountische Marsch drückte. Dann plötzlich: Eine rasante Flanke, derer sich Mercedes kaum zu erwehren imstande sah. Zwischen beiden Händen verkeilte sie den massiven Schnabel, just bevor er ihre Stirn spalten konnte; die Gewalt der Kreatur aber schleuderte beide hinaus auf die Schienen. Wieder und wieder entging die Kopfgeldjägerin dem einprasselnden Schädel nur um Haaresbreite, versuchte verzweifelt, ihre Pistole zu zücken oder auch nur die Hand auszustrecken. Die kreischenden Salven jedoch stießen ihre Gliedmaßen fort und durchlöcherten den Erdboden um ihren ausweichenden Schopf. In dieser aussichtslosen Lage fixiert sah sich Mercedes mit einem letzten Ausweg konfrontiert. Jede Logik musste sich der physischen Übermacht der Vogelbestie geschlagen geben und so bekämpfte die Maschinenfrau Feuer mit Feuer; der Schnabel des Terrorvogels donnerte gegen die Stahlplatte unter Mercedes' hakischwarzer Stirn. Blitzende Vibrationen durchzuckten sie bis in die empfindsamen Nervenspitzen im Rückenmark, und der Schmerz, der auf diese dumpf-dröhnende Taubheit folgte, überstrahlte jeden klaren Gedanken. Wackelnd wie eine galoppierende Giraffe taumelte auch der große Vogel rücklings, vor Ohrenklingeln nicht bemerkend, wie sich eine monumentale Macht hinter ihm durch das Dunkel pflügte. Mercedes hingegen spürte den Schemen herannahen und flüchtete torkelnd von den Schienen. Es handelte sich um eine unbeleuchtete Tenderlokomotive, die sich kräftig schlotternd ihren Weg durch das nächtliche Dickicht des Horizonts wühlte — Volle Fahrt voraus! Just als Mercedes die altbekannte graue Schiebermütze seitlich des Führerstandes im Fahrtwind wehend entdeckte, geriet der orientierungslose Terrorvogel unter die malmenden Radsätze und ward von den gefräßigen Achsen begierig verschlungen. Mercedes erkannte rasch, dass dieses Gefährt weder für sie noch für Gott abbremsen würde und triezte ihre schwerfällige Prothese vorwärts. Gerade genug beschleunigend, um sich wenig elegant auf die vorbeischrammende Eisenbahn zu schmeißen.

      Mac Brónach, Nickleby

      Zusammengedrängt in der Kälte kauerte sich die traumatisierte Familie in den Ruinen ihrer Existenz aufeinander. Ihre Augen, hohl und zertrümmert wie geschändete Gräber, folgten Felicia Zhangs Hundertschaft in geistesferner Trance. An Haaren und Beinen schleppten die Gesetzeshüter die erschossenen Banditen aus dem demolierten Lokal. Der Chief Inspector selbst verscheuchte allzu neugierige Blicke mit dem Lauf ihres Gewehres. Erst, als die toten Leiber aufgebahrt im Straßenschlamm versumpften, löste sie sich aus der Dunkelheit und trat ins gedimmte Licht des Pubs.
      »Ein Sanitätstrupp patrouilliert die Straßen. Sie werden bald vorbeigekommen«, gab sie sich tröstend — wohlwissend, dass keine Mullbinde die tiefen seelischen Wunden der Familie flicken könnte.
      Der versprengte Leichenberg vor der Tür gehörte lediglich zur ersten Welle der wilden Armeen, welche sich in dieser Sekunde ihren Weg durch das Jaggers und Cattle's Corridor marodierten. Mac Brónach war dem Untergang geweiht, und weder Zhang noch das berühmte Glück der Lairen könnten seine Bewohner noch retten.
      »Ist…es wahr?«
      Die Polizistin hatte das Zupfen an ihrem Mantelsaum kaum bemerkt, weshalb die Kleine ihr brüchiges Stimmchen gebrauchen musste. Ihr zerfledertes Nachthemd knitterte wie ein mottenzerfressenes Leichentuch vor den blauen Hämatomen, die den zitternden Körper pflasterten.
      »Was ist wahr?«, fragte Zhang harscher, als es der angeknacksten Psyche des Mädchens bekömmlich war. Untröstlich löste sie sich daher aus dem martialischen Befehlsgestus, der ihr im fountischen Polizeidienst die Karriereleiter gehalten hatte, und ging beinahe mütterlich vor dem traumatisierten Kind in die Hocke. »Was ist wahr?«
      »Der Bastardkönig…«, stammelte die Kleine aufgeregt, »Ist es wahr? Ist er—«
      Die Verwunderung der Inspektorin wich grauenvollstem Verständnis, als der fauchende Sturm ein zischendes Hitzegewitter durch die eingeschlagenen Fenster peitschte und einen geflügelten Dämonin aus seinem erstickenden Wanst gebar. Diane Rovira, berüchtigte Vasallin der Penny Dreadful, hüllte sich in einen Kokon aus goldgelber Seide, der in mannigfachen Schmetterlingsschleppen um ihr nachtschwarzes Haar wallte und samtige Schlieren in die staubverpestete Luft malte. Rücksichtslos wie der Loch Llyr höchstselbst pulverisierte Lorcas brachialer Auftritt alles, was von den Schlägern verschont geblieben war — Gläser, Vitrinen, Wandbilder — und warf einige Polizisten von den Beinen. Zuletzt fiel gar Felicia Zhangs als unverwüstlich geltender Zopfgummi der Macht der Staubfrau zum Opfer, sodass glattes dunkles Haar wie Teer vor die sichelförmigen Augen der Inspektorin rutschte. Dann, auf einen beherzten Ruck, versiegte der Wind, die Hitze, das krustige Inferno. Lorca alias Rovira hatte ihre Machtdemonstration beendet und visierte das kleine Mädchen hinter Zhang an, als wolle sie es fressen.
      »Sind hier noch mehr?«, fragte sie ungeduldig und wiederholte die Frage, nachdem weder Kind noch Wirtsleute reagiert hatten. Statt einer Antwort warf sich Zhang dazwischen:
      »Was zum Teufel treiben Sie hier?! Diese Leute sind unschuldige Zivilisten!«
      »Bei diesen unschuldigen Zivilisten habe ich den Bastardkönig aufgegabelt«, erklärte Lorca mit der Sensibilität einer beidseitig brennenden Zündschnur, »Wer weiß, welche subversiven Subjekte wir hier noch finden werden?«
      »Dies ist ein lairischer Pub im lairischen Viertel«, konstatierte Zhang streng und furchtlos, »Wie fahrlässig stünde es der LIA zu Gesicht, solch ein denkbar offensichtliches Versteck nicht nur zu wählen, sondern gar öffentlich zu frequentieren? Das einzige subversive Subjekt, das ich hier ausmache, Miss Rovira, sind Sie!«
      Lorcas linkes Auge zuckte unmerklich. Eine unbeschreibliche Feuersbrunst kochte in der Staubfrau Busen hoch und steckte ihr Fleisch in Brand. Das hochexplosive Gemisch brach sich schließlich über die feuerroten Stresspusteln auf ihrer sonnengegerbten Haut frei; ein aktiver Vulkan voller Krater, der Zhang nur allzu gern glühende Lava über die Brüste gespuckt hätte.
      »Felicia, nicht wahr?«, brodelte Lorca lippenleckend. Beinahe erwartete die Inspektorin, der schillernde Speichel würde gemeinsam mit dem blassen Lippenstift verdampfen.
      »Für Sie, Chief Inspector Zhang.«
      »Von mir aus!« Lorcas Zischen spie unverhohlene Verachtung in die Gesichter der Umstehenden. Das kleine Mädchen, ihre Eltern und die schweißgebadete Polizeidevision verdammte sie mit einem einzigen staubspeienden Augenaufschlag zum Tode durch Zorn, während Zhang ein weitaus weniger genehmes Schicksal erwarten sollte. Lorcas Haut glich einem ausgedörrten Flussbett, auf dem Krähenfüße wie staubende Landgräben um ihre zu Reißzwecken verengten Lider aufbrachen, und aus ihren bröckelnden Fäusten emanierte aschgoldener Puder. Ein einziges Flaumhärchen auf Zhangs Wange, welches sich im Sturm der falschen Richtung zuwandte, hätte die alles verzehrende Rage der falschen Rovira entfesseln und jede Erinnerung an Leben im lairischen Bezirk auslöschen können. Entsprechend greifbar schien die unausgesprochene Erleichterung, als das Bibbern einer Teleschnecke Lorcas Aufmerksamkeit umlenkte.
      In dem mattbleiernen Geschöpf, welches sie aus den gelben Untiefen ihrer Robe barg, erkannte Zhang eine spezielle Züchtung der Weltregierung mit unabhängiger Frequenz, um Abhörschnecken oder Störsignale zu umgehen.
      »Auf wessen Seite stehen Sie?«, fragte Lorca über das penetrante Blubbern des Tieres hinweg, worauf Zhang stolz erwiderte:
      »Mein Schwur lautet, das Gesetz des Commonwealth zu hüten und sein Volk vor Schaden zu bewahren.«
      »Und die Königin?«
      Zhangs steinerne Miene verrückte um keinen Millimeter. »Geben wir nicht vor, derselben Herrin zu dienen, Rovira.«
      Wenige Momente, die dem zitternden Mädchen an Zhangs Rockzipfel wie das Warten auf den nächsten Geburtstag vorkamen, hielten Lorca und die Inspektorin noch todbringenden Blickkontakt. Dann verpuffte die gespenstische Dame mit einem herablassenden Schnauben — nichts zurücklassend als Angst, Herzrasen und wütend wirbelnde Staubflöckchen.

      Tender

      Ohne Unterlass rackerte sich die tapfere Tenderlokomotive auf den feucht-schillernden Gleisen ab, begierig die hereinrollenden Schienen mampfend und giftigen Rauch rülpsend. Obwohl von Copperfield bereits kaum mehr als schwache Lichtflecke am düsteren Horizont übrig waren, schien sich die arme Maschine durch zähesten Teer zu buddeln. Zu tief und gleichförmig wogten die Nacht und die Marsch und die dünne Linie, die beide trennte.
      »Sie transportieren Sprengstoff«, erklärte Mercedes dem Grauen Spion, dessen vom Kohlenschaufeln ausgelaugte Lungen die rasselnden Geräusche ihres Gefährts imitierten. Sie erwartete Entsetzen, Überraschung. Stattdessen fand sie nur ihre eigene Erschöpfung auf dem schweißgebadeten Bubengesicht des atemlosen Agenten reflektiert.
      »Was auch sonst«, schien er sagen zu wollen — natürlich, was auch sonst. Beide ahnten sie, dass das, was auch immer der vorausrasende Güterzug nach Nickleby verfrachtete, auch die Explosionen in Gavroche und Copperfield verursacht hatte. Die Vorstellung eines untergehenden Nickleby befeuerte Mercedes, die sie der Tenderlokomotive unentwegt Kohle in den Rachen schaufelte. Für keine Sekunde hegte sie einen Zweifel an ihrer Fähigkeit, die Waggons zu stoppen oder die gesamte Bahn von den Schienen zu reißen; der Agent beim Anblick ihrer glänzenden Muskelstränge ebensowenig. Seit sie ihren bronzebraunen Mantel abgestreift hatte, teilte sich seine Sorge um das Wohl der fountischen Hauptstadt die Aufmerksamkeit mit den lustvollen Anwallungen, die der trainierte Körper dieser wunderschönen Frau in ihm auslöste. Nicht sonderlich professionell, wie er sich eingestehen musste, aber dieser Zug war seit seiner desaströsen Niederlage gegen Myzete Beelzebub ohnehin abgefahren. Immerhin schien er nun die Chance zu erhalten, einen anderen einzuholen und seine Versäumnisse damit irgendwie wieder gut zu machen.
      »Danke, übrigens.« Todernst lehnte die schweißglänzende Mercedes auf der rußverkrusteten Schaufel, Wind im Haar und Diamanten auf der Haut. »Du hättest nicht kommen sollen, aber ich bin froh, dass du es trotzdem getan hast. Wäre ich nur schneller gewesen, hätte ich—«
      Das vehemente Kopfschütteln bereitete dem schwerverwundeten Spion Höllenqualen, doch das war es ihm wert. Wie gern wollte er ihre Selbstvorwürfe zurückweisen, ihr verständlich machen, welch Leistung sie im Kampf gegen diesen Teufelsvogel vollbracht hatte. Immerhin hatte sie im Überraschungsmoment abwehren können, was über ihn sehenden Auges hereingebrochen war. Hereinbrechen würde. Auf seinen langen Stelzen hetzte der Terrorvogel über die Schienen, um Rache an der Lok zu nehmen, deren hinterhältige Attacke er nahezu unversehrt überlebt hatte. Weder Kälte noch Nässe hemmten seinen blitzartigen Marathon, gleich einer polierten Klinge glitt sein Schnabel durch die Finsternis. Endlich erspähte das Urtier seine Beute. Nahezu zeitgleich verspürten Mercedes und der Agent diesen Jäger im Dunkeln, welcher seine Klauen nach einem unendlich langen Sprung bereits in das Heck der Lokomotive geschlagen hatte und sich nun mit unvorstellbaren Leibeskräften auf das Kohlelager schwang. Die kleine Tender ruckelte bedrohlich, als könnte jede neuerliche Erschütterung ihren Heldentod bedeuten. Und so fasste der Graue Spion einen folgenschweren Entschluss. Alle großen Reden, die jemals von großen Menschen der Geschichte gehalten wurden, kondensierten in seinen graubraunen Augen zu einer einzigen weggeblinzelten Träne, bevor er mit dem unsteten Düstern der vorbeiziehenden Nacht verschmolz. Ehe der Terrorvogel zu reagieren wusste, packte ihn die zum Leben erwachte Dunkelheit bei seinem langen Hals und zog ihn mit sich in das schwarze Loch jenseits der ratternden Lok.

      Betäubt starrte Mercedes in die vorbeiziehende Leere, driftete verlassen auf einem schwarzen Meer. Zumindest beinahe. Wo der Spion zuvor gekeucht hatte, wartete eine mattbleierne Teleschnecke geduldig auf einen neuen Meister. Wutschluckend nahm die Kopfgeldjägerin das kleine Tierchen an sich, welches sogleich schleimige Spuren ihren nackten Arm hinaufzog und sich, über Schulter und Hals, hinter ihrer Ohrmuschel festsaugte. Sie ertrug diese widerwärtige Tortur, so es ihre schneckenfressenden Urahnen ermöglichten, mit Fassung. Der Graue Spion hatte seine Entscheidung getroffen, als er sich selbst zu ihrem Beschützer erkor, damit sie zu Nicklebys Retterin werden könnte. Nun war es an ihr, seinem Opfer Bedeutung zu verleihen. Ohne noch einmal zurückzublicken ergriff sie die Schaufel und fütterte der hungrigen Dampflok neues schwarzes Gestein; eins werdend mit dem Feuer und dem Stahl, der sie einem blutigen Morgen entgegentrug.
      Kapitel 161 - Und die Hölle folgte ihnen

      Auf der lauen Salzlake trieb der leblose Körper des Grauen Spions wie ein verwundeter Fisch, der mit abgerissenen Finnen auf den hungrigen Reiher wartet. Der Sturz hatte die Wunde an seinem Hals nicht nur neuerlich aufgerissen, sondern bis auf den hintersten Zipfel seiner Kehle zerfetzt und entblößte sein wundes Fleisch nun für die brennenden Sümpfe der meernahen Marsch. Der Schmerz zerrte unerträglich an jeder Faser seines zerschellten Körpers, stechend und siedend wie kochendes Wasser auf nackter Haut, und doch lächelte der graue Blick des Agenten den schwarzen Gestirnen mit unerschütterlicher Seelenruhe zu. In dieser gottverlassenen fountischen Einöde wurde die Nacht noch nicht vom nordwärts einfallenden Sturm beherrscht. Schwebende Nebelbrocken klebten an der stehenden Herbstluft und spendeten seinen glühenden Gliedern lindernde Kälte. Die Welt schien friedlich, vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben. Erst, als sich das trübe Schlammbett den Klauen des Terrorvogels beugte, regten sich seine blaugrauen Augen. Patschende, knirschende Vogelzinken im flachen Morast. Die Kreatur fand den Agenten in einer Lache seiner Selbst vor. Mit ausgestreckten Armen verschwamm er im Grau der Marsch. Wie angetrocknete Farbreste blätterte ihm die nachtschwarze Tarnung von der aschfahlen Haut und verdampfte im Salzsud des schwappenden Tümpels. Instinktiv senkte der prähistorische Raubvogel den sensenartigen Schnabel und neigte das silbergraue Haupt, um den seelenlosen schwarzen Glubschern einen besseren Blick auf seinen sterbenden Leib zu gewähren. Ein gierendes Klicken in dem gefiederten Schlund verriet sadistischste Befriedigung. Beide wussten sie, dass die kleine Tenderlokomotive dem Laufvogel niemals entkommen könnte. Schon bald hätte das Monster die ratternde Bahn eingeholt. So blieb dem Tier Zeit, sich an dem sinnlosen Opfer des Spions zu laben. Sardonisch gurrend stellte der Vogel seine monströse Kralle auf die Brust des Sterbenden und pumpte einen Schwall Blut durch seinen Körper, der in einer gurgelnden Fontäne aus der zerrissenen Schlagader sprudelte. Mit diabolischer Schadenfreude verringerte das Ungetüm den Druck, als wollte es die Übung wiederholen, just bevor ein stechender Schmerz seine knorpelige Ferse durchzuckte. Mit letzter Kraft hatte der Graue Spion eine finale, haki-schwarze Fingerpistole durch den riesigen Laufknochen gebohrt. Kreischend wirbelte der Terrorvogel um die eigene Achse, hysterisch mit den verkümmerten Flügeln flatternd und beim Versuch, den durchbrochenen Lauf zu belasten, tragikomisch in die schlammige Suppe platschend. Wie ein kämpfender Alligator rotierte der einbeinige Vogel orientierungslos im Matsch. Wie gerne hätte sich der Agent an diesem Anblick ergötzt. Doch seine Zeit war gekommen. Längst nahm er das Zetern des wütenden Ungeheuers kaum lauter war als das Geschnatter gen Süden ziehender Gänse. In seinen letzten Augenblicken dachte er an Mercedes…Nickleby…Lorelei — und vorsichtige Hoffnung erfüllte ihn, wo das Leben seine Brust verließ. Als sich der humpelnde Vogel in nunmehr menschlicher Gestalt rachsüchtig über seinen Körper bäumte, war der Graue Spion bereits gegangen; im Nebelschleier der Nacht kaum zu unterscheiden von den Marschwiesen, dem Wasser und dem Blut.

      Rosary Hill, nahe Nickleby

      Hauptmann Haywood fühlte sich ehrloser als ein gemeiner Dieb, der in der Verstohlenheit der Nacht aus einem leergeräumten Anwesen huscht. Keiner Menschenseele hatte er seinen Verrat gebeichtet, aus Angst, die loyalsten seiner Männer stellten sich zwischen ihn, seinen Sohn und das versprochene Eins-zu-Eine-Millionen-Herz. Obwohl er wenig Vertrauen in die Versprechungen des Bastardkönigs setzte, trieb ihn der bloße Gedanke an seinen kleinen Davy durch die unliebsamen Rosenbüsche des Rosary Hill. Die spitzen Dornen zerstachen seine Uniform und die eingeflochtenen Perlenstränge schnürten sich in sein Fleisch. Im jaulenden Herbststurm kulminierte das Rasseln der Rosenkränze zu einer kakophonischen Litanei zischender, zungenloser Münder aus den endlosen Tiefen des Kosmos. Ganz gleich, wie verbissen er sich durch das dornige Dickicht schlug, die tosende Kaskade rächte sich mit jedem niedergemähten Rosenblatt. Dann sah er es: Nickleby, oder was davon übrig war. Ein vom Himmel gestürzter Phönix, der am Fuße des Hügels eitrige Flammenflüsse in die undurchdringliche Düsternis des fountischen Marschlandes blutete. Lodernde Scheiterhaufen bleckten an den schwarzen Zinnen und die garstigen Feuertürme des Union Black pulsierten wie Portale der Hölle. Unwillkürlich bekreuzigte sich Haywood, der sich dem brennenden Auge Gottes nackt und schutzlos in der Finsternis ausgeliefert sah. Wie paralysiert knickten seine Beine unter der Bürde des Verrats ein; auf allen Vieren schürfte er sich die Hände an dem roten Rosenstrauch auf, der ihn gefällt hatte. Doch als er sich wieder aufraffte, hatte der Wind plötzlich gedreht und trudelte mit dem marternden Crescendo der rasselnden Rosenbüsche den Hang hinab. Befreit von den geisterhaften Schreien des Himmels löste der Anblick der untergehenden Hauptstadt plötzlich eine unheimliche Erleichterung in Haywood aus. Mit der Klarheit eines Novizen, der zum ersten Mal das reinigende Gewicht des Skapuliers auf seinen Schultern spürt, betrachtete er das schwelende Menschenfeuer im Tal mit erneuerter Glaubensstärke. All das unaussprechliche Leid in den Straßen, auf den Feldern und Inseln jenseits des Meeres lastete nämlich nicht auf ihm — sondern auf Catherine. Auf der Königin, die das Herz ihres eigenen Landes in Brand gesteckt hatte und nun, unberührt von den Höllenqualen ihres Volkes, die Nacht der Jagd in den maltesischen Seidenlaken ihres Himmelbettes verschlief. Achtlos hatte die Puppenregentin die teuflische Hatz im Commonwealth entfesselt. Die Flammen, den Hass, den Wahnsinn. Ihrer tölpelhaften Ignoranz entsprangen die wilden Horden und sie allein müsse nun die verdienten Konsequenzen tragen. Ertragen. Mit gestärkter Entschlossenheit zur Flucht bahnte sich Haywood seinen Weg ins Tal. Hatte er schließlich nichts weiter getan, als der verdienten Strafe Gottes den Weg zu bereiten? War es nicht wohlmöglich die letzte Bestimmung des todgeweihten Bastardkönigs, Founts Founts und Lairen Lairen sein und die junge Catherine büßen zu lassen für ihre Fahrlässigkeit, ihre Willkür und ihre Dummheit? Selbst die selbstvergessenste Regentin müsste sich am Ende aller Zeit vor dem Einen Richter verantworten, von dessen Gnaden sie einst ward berufen — und soweit Haywood dies beurteilen konnte, zeugte dieser Stunde wenig von der Vergebung des Schöpfers.

      Bentleys Versteck, irgendwo in Ncklebey

      Noch immer vermochte Ondine nicht zu bestimmen, ob die randalierenden Wesen jenseits der Zimmermauern lachten oder weinten, ob sie schrieen oder tobten, ausgelassen feierten oder unaussprechlicher Folter frönten. Da sie die hohen Fenstersimse selbst auf Zehenspitze nicht erreichte, beschwor ihre kindliche Fantasie grauenerregende Quellen des psychotischen Lärms herauf. Abartige Homunkuli mit unzähligen tollwütigen Köpfen, die sich in widerstrebenden Stimmungen stritten, ausschlugen und einander bissen, die die diesigen Gassen wie blinde Wachhunde abtrotteten oder jenen eisweißen Mond anbellten, den ihr schlummernder Wärter in seinen Augen gefangen hielt. Verlassen von der Freiheit, welche Monsieur LePoulpe ihr geschenkt hatte, und derart alleingelassen mit ihren Gedanken, wurde Ondine allzu rasch von den Erinnerungen an Saint Cosette eingeholt. Sie mochte das saphirschwarze Kloster hinter sich gelassen haben, doch das Echo in seinen dumpfen Hallen dröhnte wie das Scheppern eiserner Ketten in ihren Ohren nach. Unsere Dame wohnt im Haus unserer Seele, ihre Liebe aber wirkt durch die Tat unserer Hände. So leise wie irgend möglich und doch vollkommen vergeblich hatte das Mädchen bereits sämtliche Schränke, Schubläden, Kommoden, Regale, die Küchenspüle und sogar das stinkende Spülklo nach dem Schlüssel abgesucht, der ihre Fußfessel aufsperren und Zauberkräfte freigeben würde. Obschon Müßiggang aller Höllenfeuer Zunder war, schien der Heiligen Dame wenig daran gelegen, den Fleiß ihrer Schäfchen zu entlohnen. Noch immer versauerte Ondine ohne Schlüssel oder gar Zauber in der winzigen Stube. Wozu denn all die eingeprügelten Geschichten vom Anfang und Ende und dem ganzen Dazwischen? Wozu denn beten, bitten und Amen rufen, wozu entkleidet und mit Blüten gesalbt durch eisige Keller schreiten, wenn ihr die Dame nicht einmal für einen vermaledeiten Abend ein offenes Ohr lieh? Sichtlich erzürnt auf die Frau da oben wandte sich Ondine zum Mann dahinten um. Das einzige Versteck, welches ihr noch einfiel, schnarchte auf seinem Stuhl wie ein Bär im Winterschlaf. Könnte ihr die Dame derart übel mitspielen? Aufgewühlt warf Ondine dem großen vergilbten Standspiegel ratlose Blicke zu. Ihr geflochtenes Haar implodierte zusehends; das rosenbestickte weiße Kleidchen, welches ihr zuvor noch so kostbar erschienen war, franste an den billig vernähten Enden; mehrere Blütenblätter verwelkten bereits an baumelnden Fäden; und die Wunde auf ihrer Stirn pochte derart heftig, dass sie das unentwegte Bum-Bum, Bum-Bum im Spiegel zu erkennen glaubte. Wer war dieses desolate Geschöpf, welches da barfüßig auf den klebrigen Holzdielen ausharrte? Nichts wollte sie mit ihm zu tun haben — und noch weniger mit ihm gemein. In ihrer Vorstellung verband diese armselige Kreatur mehr mit den vielköpfigen Monstren in den dunklen Straßen als mit ihr, die sie über den dreckigen Dingen schwebte.
      »Tête de nègre…?«, erinnerte sich Ondine an das Gespräch mit dem netten Dädalus.
      »Ja?«
      »Ich…ich möchte keine Angst mehr vor ihr haben.«
      »Das verstehe ich…Komm, ich zeige dir einen Trick…«
      Sich aufbäumend gegen ihre eigene Unvollkommenheit und die Grenzen des kleinbürgerlichen Kerkers zeigte Ondine der ganzen verdammten gespiegelten Welt den Mittelfinger - sich selbst, den tanzenden Einhörnern an der Zimmerdecke, vielleicht sogar der holden Dame; und natürlich dem dunklen Herren, dessen Stuhl jedoch plötzlich verwaist dastand. Erschrocken fuhr Ondine herum, wo ihr das halbseidene Grinsen ihres Entführers bereits auflauerte.
      »Du warst fleißig«, flachste er mit Blick auf jene eine verflixte Schublade, die Ondine in ihrer Hast nicht gänzlich zurückgeschoben hatte. Ihrem Fluchtversuch zum Trotz hockte Bentley eigentümlich tiefenentspannt vor dem kreidebleichen Mädchen, auf den Schuhspitzen balancierend und die Hände in den Hosentaschen vergraben.
      »Hörst du nicht?« Gemeinsam lauschten sie den archaischen Schreien der umherziehenden Lairenjäger. »Die ganze Stadt ist trunken vor Blut. Diese Bestien würden dich zerfleischen, bekämen sie dich zu fassen.«
      »Mach mir den Ring ab«, schlug sie vor, »Dann bekommt mich niemand zu fassen.«
      Darüber lachte er ein schurkisches, vampirisches Lachen, wie es aus einer dunklen Krypta bei Sonnenuntergang entweicht. »Du machst dir keine Vorstellungen von den Monstern, die zwischen den Ritzen der hohen Häuser lauern. Du fürchtest mich, weil du niemals wahre Schrecken erlebt hast.«
      »Ich fürchte dich nicht«, erwiderte sie platt. »Ich kenne dich. Du bist ein Habicht.«
      »Ein Habicht?«
      »Oder eine Krähe. Ein Rabe. Ein Bussard.«
      Ähnlich der Vögel, die Ondine mit ihm assoziierte, schwang sich Bentley empor und wanderte beschwingt zum Bett. Dort angekommen, fläzte er sich nieder und gab dem Platz neben sich einen anrüchigen Klaps. »Komm, setz dich. Und sprich weiter.« Murrend tat Ondine, wie ihr geheißen.

      Doubletrouble Manor, Anne-The-Splendid

      In der Stadt des Stahls zirkulierten Feuerfunken statt Herbstlaub in den Ausläufern des Loch Llyr und graue Asche rieselte, wo die Winde verschnauften. Unaufhaltsam hatte sich die Welle der Gewalt an das noble Heiress Borough herangewagt. Selbst die sagenhaften Reichtümer des One Piece hätten nicht die Schrecken ausbezahlen können, denen sich das Sanktuarium der Reichen und Gepuderten nunmehr ausgeliefert sah. Fette, brennende Menschenschlangen glitten durch die pittoresken Alleen und stachen mit eisernen Zungen durch Fenster, Türen und Menschen. Die Rechtlosen lynchten die Entrechteten und ein beachtlicher Teil lachte, während es geschah.
      »Was tun wir?«, fragte O'Mara sicher verwahrt hinter den halbdurchschimmernden Blumenvorhängen seines großbürgerlichen Lazaretts. Cassiopeia, die sich schurkenrot in seinen verwaisten Rollstuhl geflegelt hatte, zückte ihr Lächeln zusammen mit ihrem Feuerzeug und sagte doppelbödig:
      »Lorelei taktiert zurückhaltend. Was wollen Sie tun, Brian?«
      »Das willst du nicht wissen«, erwiderte er kalt.
      »Wohin Sie auch gehen, der Untergang folgt Ihnen. Schauen Sie nach links, nach rechts — der Tod ist schon da. Und kein Engel weit und breit.«
      »Trägt der Tod zufällig schwarzen Lippenstift?«
      Glucksend drehte die Agentin eine verspielte Runde auf dem rücklings gekippten Rollstuhl. »Carla ist Ihnen ähnlicher, als Sie meinen.«
      Perplex wandte O'Mara die blutunterlaufenden Augen von den gesetzlosen Straßen ab und ihr zu. Im Dämmerdüstern des verdunkelten Gemachs und der aufflackernden Zigarettenglut zerfiel Cassiopeias Gesicht in ein Schattenspiel herumirrender, rastloser Schemen. Qualm formte ihre Lippen und das rote Haar wehte vor den bernsteingoldenen Luchsaugen. Wütend bestand O'Mara:
      »Ich bin nicht wie Carla.«
      »Aber natürlich sind Sie das«, hielt die Rothaarige ohne Kraftanstrengung dagegen, mit geschickter Zunge Rauchkringel paffend. »Sagen Sie mir, Brian…Was treibt Carla Ihrer Meinung nach an?«
      »Rattengift und Krähenblut.«
      »Angst.«
      Vor diesem kurzen, dumpfen Lachen vermochte sich der Kopfgeldjäger nicht zu drücken. Zunächst amüsiert, dann irritiert und schließlich agitiert wog er Cassiopeias mutige These ab. Angst? Über die Selbstsicherheit, in der dieses Wort schwelgte und sich wälzte, geriet O'Maras festgesetzte Meinung über die Frau in Schwarz ins Wanken — was Cassiopeia begrüßte.
      »Ihr Scheitern im Bordell und Marys Tod fußen auf ihrer Unfähigkeit, mehr in Carla zu sehen als die dunkle Fee von Roßkosch. Sie versuchen, dem schwarzen Lippenstift ihre Meinung überzustülpen und übersehen dabei, was darunter liegt. Das ist der eine Vorteil, den Carla Ihnen voraus hat. Eine unausgesprochene Verbindung, die Sie nicht anzuzapfen imstande sind. Carla versteht Sie, Brian, jedoch nicht umgekehrt.«
      »All das hier…« O'Maras wunde Handfläche bedeutete einen Bogen über die Asche, die Brände und das Schlachten. »Wirkt das auf sie wie die Tat einer verängstigten Frau?«
      »Konnte sie es sich im Angesicht ihrer Situation denn leisten, in weniger großen Maßstäben zu denken? Sie sehen in Carla allein die Entführerin ihrer kleinen Freundin, die Mörderin der Huren und die machthungrige Intrigantin im apfelroten Palast. Sie sehen eine Frau, die von Gier und opportunistischem Anspruchsdenken getrieben wird und verkennen dabei die Gefahr, in der sie schwebt. Seit Roßkosch über ihr zusammengestürzt ist, treibt Carla der unbedingte Wille zu überleben. Nicht nach den Regeln ihrer Häscher, Brian, sondern ihren eigenen. So schlug sie in die Hand ein, die sie zu erschlagen gedachte — Ulysses', oder seiner Gefährten — und nahm Luca als Geisel, um Ihnen zu entfliehen. Carla und ihre Abtrünnigen fielen aus dem Himmel — und die Hölle folgte ihnen. Was ich sehe, ist ein Reh. Gejagt von Wölfen. Sie sind Carlas Hölle, Brian, nicht umgekehrt.«
      Mit der Unentschlossenheit eines gebrochenen Wesens wog O'Mara die Worte der Agentin ab. Vor seinen moosgrünen Augen zogen das Inferno und das Gemetzel langsam vorüber und berührten ihn doch kaum mehr als ein Schiff, welches weit draußen den Horizont passiert.
      »Helfen Sie mir«, sagte er ohne sich umzuwenden, um Cassiopeias blutglänzendes Lächeln nicht ertragen zu müssen. Tatsächlich aber zeigte die Rothaarige keine Regung, als sie erwiderte:
      »Carlas…Karriere steht unter Verschluss.«
      O'Mara grunzte herablassend. »Eure schmutzigen Geheimnisse interessieren mich nicht, Triagast. Mir ist egal, was die Weltregierung von ihr verlangte. Ich möchte verstehen, wer Carla ist, nicht, was sie tat.« Todmüde legte er die Stirn an das feurig illuminierte Fensterglas. »Die meisten Menschen erschaffen sich ihre eigene Hölle. Ich will wissen, wie Carla zu der ihren kam.«

      Red Apple Palace, Rosary Hill

      Ein Blick auf die schlafende Monarchin genügte, um den Reiz jener märchenhaften Schönheiten zu ergründen, die einzig der wahren Liebe Kuss aus ihrer Tristesse erretten könnte. Gleich der heldenhaften Königssöhne in den alten Geschichten trat Carla ungefragt an das Bett der schlummernden Catherine heran, eindringend in das Innerste ihres Gemachs und ihrer intimsten, sinnlichsten Verletzlichkeit. Jedes Mädchen habe von ihrem Prinzen träumen, diesem großen Heros, der durch Dornen und Drachengekröse watet und für seine Umstände kaum mehr verlangt als bedingungslose, grenzenlose, hirnlose Dankbarkeit. Selig ist die Schlafende, denn einmal erweckt, gehörte ihr Leben nicht länger ihr. Verpflichtung gäbe sich als Liebe aus, Liebe als Glück, Glück als Bestimmung. Das gute Märchen endet mit der Ehe, doch eine gute Ehe beginnt mit einer hingebungsvollen Frau — und welche Frau könnte sich williger hingeben als ein naseweises Dummchen frisch aus dem Winterschlaf? Gedankenversunken ließ sich Carla an der Bettkante nieder und beobachtete die ahnungslose Catherine mit der voyeuristischen Süffisanz einer Viper im Mauseloch. Schleichend, wie sich dunkle Wolken vor die Sonne drängen, schoben sich ihre schwarzen Nägel durch das karamellfarbene Haar der Puppenkönigin. Schwerlich genügte ein Kuss, um das zugedröhnte Geschöpf aus seinen Träumen zu reißen. In den aufgebauschten, rüschenbeladenen Seidenbezügen erinnerte das Antlitz der Monarchin an eine diffizile Kreation aus Marzipan, deren Verzehr zu gleichen Teilen befriedigte und befremdete. Im Moment war sie unangetastet und rein, schon der erste süße Bissen aber ließe das Kunstwerk verderben und die Illusion — wäre dahin.

      30 Jahre zuvor

      Pure Glückseligkeit keimt, wo ein Mensch aus dem Schlafe tritt. Zwischen geträumten Träumen und der wachen Welt blitzt ein flüchtiger Moment purer Unwissenheit, der weder fühlt noch denkt und allein dem Atmen gilt. Leben ohne Bürden, ohne Sorgen. Eine Existenz um der Existenz Willen, bevor die ertränkende Realität uns alle in den Alltag reißt. In diesem Traum nach dem Traum, der kaum einen Wimpernschlag anhält und jedem Gedächtnis trotzt, fühlte Carla die Schwerelosigkeit einer behüteten Kindheit. Doch wie all die kostbaren Momente, verflog auch dieser viel zu schnell. Die Sensation völliger Geborgenheit wich blanker Furcht, als Carla die dunkle Silhouette am Türspalt vorbeiziehen sah. Ein ächzender, schlurfender, hinkender Schatten im aufgeheizten Dunst des großen leeren Hauses. Ängstlich verkroch sich Carla unter ihre dünne Leinendecke, den armen Elefanten Fridolin eng an ihre Brust gepresst. Ob ihr die Panik den Schweiß auf die Stirn trieb oder Fridolins dichtes Vlies, war unmöglich zu sagen. Durch ihre Decke horchte das Mädchen nach dem Rumpeln in der Küche, aus der die stöhnenden Leidenslaute des Scheusals wie geknebelte Schreie drangen. Scheinbar fündig geworden kehrte es auf die knarzenden Dielen des Flures zurück, bis vor Carlas angelehnter Zimmertür plötzlich jeder Laut erstarb. Es beobachtete sie.
      »Ich weiß, dass du wach bist.«
      Untröstlich angesichts einer Tat, die ihr noch vollkommen unbekannt war, krabbelte Carla aus ihrem Kokon und knipste die Nachttischlampe an. Das gedimmte Licht gab der aufgedunsenen Visage ihrer Mutter eine grauenvolle Bühne, die sie fluchend und schleppend bespielte. Tiefschwarzer Mascara zerrann unter ihren verquollenen, rotentzündeten Augen und ihr braunes Haar triefte in Krausen Lumpen auf ihre zitternden Schultern. Carla bemerkte den rotbraunen Faden, der sich am Bein ihrer Mutter gen Boden schlängelte, sagte jedoch nichts. Selbst als sie die hübschen weißen Laken befleckte, tat das Mädchen keinen Mucks.
      »Lach doch«, blökte ihre Mutter atemlos, bevor sie die eisgekühlte Flasche Tequila direkt an die aufgeplatzten Lippen setzte und eins, zwei, drei, vier kräftige Schluck nahm. Stinkende Rinnsale rauschten ihr angeschwollenes Kinn hinab und tropften auf die roten Fingermale, die sich unter dem zerfetzten Nachthemd abzeichneten.
      »Ich lache nicht«, beteuerte Carla zur Ungnade ihrer Mutter.
      »Aber du genießt es. Du genießt es, dabei zuzuhören. Ich weiß es.«
      »Nein, Mama. Ich—«
      »Du!«, blaffte ihre Mutter dreckig. Ihre Schenkel zitterten vor Schmerz und Wut und Ekel. »Immer dreht sich alles nur um dich. Carla hier, Carla da. Bei ihm wie bei dir.«
      Instinktiv schreckte das Mädchen an das Kopfende ihres Bettes zurück und zog die Decke bis übers Kinn, als der Arm ihrer Mutter gefährlich ausholte. Doch statt der vertrauten Ohrfeige nutzte jene lediglich den Schwung, um ihren derangierten Körper tiefer in das Kinderbett zu hieven; direkt neben ihre verstörte Tochter. Mit manischen Augen glotzte ihre Mutter in die Leere des stehenden Flures, Carla mit dem Tequila-Arm wie eine Boa umschlingend. Mit jedem rücksichtslosen Schluck würgte sie das arme Kind und fühlte sich fantastischer als zuvor.
      »Du weißt, was ich deinetwegen opfere?«, begann ihre Mutter das übliche Spiel. Wie stets antwortete Clara:
      »Ja, Mama…«
      »Ich war eine Schönheit, bevor du und dein Vater mich ruiniert haben. Das weißt du, oder?«
      »Ja, Mama…«
      »Denkst du an mich, manchmal?«, fragte sie nun und Carla kam nicht umhin zu wundern, dass sie fast ausschließlich an ihre Mutter dachte — von der Sekunde, in der ihr Vater das Haus verließ, bis zu seiner herbeigesehnten Rückkehr.
      »Ja, Mama…«
      »Und denkst du dann, was für ein Dummchen ich doch bin? Ein Dummchen, das deine gehässigen Blicke nicht sieht? Das Strahlen in deinen Augen, wenn er kommt, um mich zu quälen?«
      Carla wusste nichts zu sagen und war ohnehin nicht dazu imstande, da sich der stinkende Flaschenhals gegen ihre Wange presste. »Ich…nein, ich—«
      »Und wieder!«, fauchte ihre Mutter volltrunken, »Du! Du! Du! Du redest wie er, die gehst wie er, die peinigst mich wie er. Du weidest dich an den Qualen, die ich für dich erleide…erlitten habe. Elf Stunden lang habe ich dich aus meinem Körper gepresst…habe meine Jugend an dich vergeudet.«
      Carla begann zu weinen, doch ihre Tränen riefen nichts als Verachtung in der verschmierten Fratze ihrer Mutter hervor. »Du hast mich ausgesaugt, Carla. Alles Gute hast du aus mir herausgesaugt. Und er vergeht sich noch an der leeren Hülle, die du übrig gelassen hast.«
      »Es tut mir leid, ich—«
      »Tut es nicht«, rotzte ihre Mutter ungehalten. Schlagartig versagte ihre Stimme, nur um alsbald mit nie gekannter Giftigkeit zurückzuschlagen:
      »Ich bin nicht dumm, Carla. Ganz gleich, was dein Vater dir auch erzählen mag. Ich sehe dich. Ich durchschaue dich. Ich lese es in deinen Augen. Seinen Augen. Die ganze verdammte Nacht starren mich diese Augen an und ficken mich blutig und dann kommt der Morgen und dieselben verdammten Augen sitzen am Tisch und wollen Frühstück und nennen mich Mama.«
      Ruckartig entzog sie sich dem Bett, sodass sich das Mädchen böse den Hinterkopf anstieß. Erst jetzt bemerkte Carla, dass ihre Mutter nicht nur vorne zwischen den Beinen blutete, sondern auch hinten aus ihrem…
      »Vergiss niemals, wie schwer es mir fällt, dich zu lieben. Hörst du mich, Carla?«
      »Ja, Mama…Tut mir leid, Mama…«
      Seltsam zufrieden drehte ihre Mutter ab, auf dem Weg zur Tür gegen eine Kommode torkelnd und Carlas Puppen niederreißend.
      »Du bist ein undankbares Kind«, polterte sie im Türrahmen, Tequila verplempernd. »Aber eine verdammt gute Lügnerin.«

      Zurück in der Gegenwart

      Mit baumelnden Beinen und wippenden Haaren begann Ondine zu erzählen:
      »Notre Dame Des Fleurs hat alle Kreaturen am Himmel, auf der Erde und in den Meeren gemacht. Trotzdem mögen die Menschen nur die Tiere, die ihnen Geschenke machen. Bienen pusten Leben in die Blumen, Glühwürmer spenden Licht. Die Schnecken geben Fleisch zum Essen und Schleim für Arzneien oder Klebstoffe.« Bentley rülpste leicht vor Ekel, was sie nicht kümmerte. »Die Menschen sitzen gerne im Gras und lauschen den Singvögelchen, aber schimpfen über das Gezeter der Krähen. Der heilige Lazarus bemerkte das, ging auf einen Friedhof und sang mit den Raben und den Krähen. Die das sahen, die schalten ihn dafür oder nannten ihn verrückt. Aber der weise Lazarus wusste, dass unserer Dame Scharfsinn die Raubvögel gemacht hatte, damit sie Schädlinge picken und die Welt vom Aas befreien.«
      Eine stille Weile saß Bentley mit versteinerter Miene da, leicht auf den hinteren Stuhlbeinen kippelnd und am Nietnagel seines Daumens nagend. Unfähig, sich von ihrem Anblick loszureißen, verfiel sein nachdenklicher Blick in ein geiferndes Glotzen, während sich die Fleischeslust in seiner Kehle zusammenbraute. Ein Grollen, ein Knurren, ein urtümlicher Trieb des Fressens und Verzehrens sammelte sich hinter seinen juckenden Zähnen wie ein Schwarm der prophezeiten Raubvögel; und bei Gott, was es ihm abverlangte, die krakeelenden Monster wieder herunterzuwürgen!
      »Du…«, räusperte er sich mit einem hörbaren Kratzen im Hals, »Du kennst deine Katechismen…«
      »Lerne alles auswendig, sonst straft die Dame durch den Stock!«, äffte Ondine den fetten Bruder Jacque mit aufgeblähten Backen und bauchiger Stimme nach.
      »Du bist ein liebes Mädchen«, raunte Bentley verkniffen; abwägend, ihr königsblaues Haar zu liebkosen oder ihre bloßlegende Schulter zu streicheln. Die provozierende Unschuld in ihren Augen bedeutete ihm die Welt und ihre unter dem Saum hervorlugenden Knie ließen ihn lüstern brummen. Leise, aber gerade laut genug für Ondines aufzuckende Ohren. Nervös zerrieb sie eine blaue Strähne zwischen ihren winzigen Fingerchen.
      »Alles okay, meine Kleine?«
      Ihr flehendes Kopfschütteln brach ihm das Herz — und seine pochende Erektion gleich mit dazu.
      »L’enfer, c’est les autres. Lass mich doch gehen. Ich will zu Mademoiselle de Fer…«

      Colter Lane, The Jaggers

      So Gott wollte, würde sich an diese schlimmste aller Nächte der schönste aller Morgen anschließen. So Gott wollte, würde hinter der nächsten Biegung die Kutsche des Bastardkönigs auf seine Familie warten. Peter Haywood war durch die Hölle gegangen, um seine geliebte Shanti und den armen Davy durch die aufgeputschten Horden zu schleusen. Die ganze verfluchte Stadt schien dem Blutrausch verfallen. Wer nicht selbst mit Fackeln und Knüppeln bewaffnet gegen die angeblichen Lairen zur Jagd blies, fand sich unentrinnbar dem Zorn der patrouillierenden Rudel ausgeliefert.
      Im Schutz der Markise eines geplünderten Büchsenmachers drängte sich Familie Haywood in die Colter Lane, eine zugige Liefergasse für die ansässigen Gewerbe. Klimpernde Ketten hingen von aus den Backsteinen ragenden Hebewinden und der metallische Gestank ölschmierigen Rostes nagte an ihren Nasen.
      »Hier muss es sein!«, keuchte Peter, »Er sagte—«
      »Hat er gelogen?«
      Shanti setzte sogar noch weniger Vertrauen in den Bastardkönig als ihr Ehemann und hatte die trügerische Sicherheit ihrer Dachwohnung nur unter größtem Unbehagen gegen dieses verzweifelte Glücksspiel eingetauscht. In ihrem Rücken sammelten sich bereits verirrte Funken, die knisternden Vorbote der fackelschwingenden Banden. Ohne Ausweg sondierte Haywood die Umgebung, bevor er den schwächlichen Davy auf die Schulter hievte und seine Frau tiefer in die lichtlose Gasse zog.
      »Verfluchte Irre«, schimpfte er lautlos — in seinem Inneren aber wusste er, wem sein Fluchen galt. Die Wilde Jagd bot den Enttäuschten und Gepeinigten lediglich ein grausiges Ventil für ihre alltäglichen Entbehrungen. Jene geschundenen Seelen, die den Maschinen zum Fraß vorgeworfen wurden und die ohnmächtig dabei zusehen mussten, wie ihren Kindern dasselbe jammervolle Dasein blühte, durchkämmten nun die Straßen nach einem bereitwilligen Sündenbock. Die Wilde Jagd war weder rechtens noch fair — aber kathartisch und zutiefst durststillend. Noch immer jagte das ekstatische Jaulen der Jäger die Schreie ihrer Opfer durch die finsteren Gassen, schien sich aber zumindest von der Colter Lane entfernt zu haben. Verschnaufend stützte sich Shanti gegen eine der rußweinenden Fassaden, jäh den Lauf eines Gewehres an ihrer Schläfe spürend.
      »Peter…«, schluchzte sie. Ihr Mann fand sie einem schlaksigen Halbstarken mit vernarbter Fratze und gefletschten Fischzähnen hilflos ausgeliefert. Weißblondes Haar hing ihm wie ein mottenzerfressener Schleier vor den lüsternen Augen und spaltete sich über einer verrenkten Knollnase.
      »Bitte, Junge. Wir sind nur—«
      »Die Haywoods?«
      Peter und Shanti nickten verdutzt im Gleichtakt.
      »Wird auch Zeit!«, griente der Fremde hässlich, bevor er den Lauf seines Gewehres nutzte, um ein scheinbar klemmendes Garagentor aufzustemmen. Zum Vorschein kam eine Art modifizierte Postkutsche mit eingedunkelten Scheiben und schwarzer Stahlpanzerung, die hinter vier bedrohlich gehörnte Windhunde von der Größe ausgewachsener Wildpferde gespannt worden war.
      »Lairische Hundämonen!«, platzte es aus Haywood hervor, der diese sagenumwobenen Geschöpfe niemals zuvor mit eigenen Augen gesehen hatte.
      »So sieht's aus. Und jetzt alles einsteigen! Heller wird's hier erstmal nich.«
      Shanti bemannte das massive Gefährt als Erste, ihrem Mann den kränkelnden Davy abnehmend. Wie ein Page hielt ihnen ihr dubioser Kutscher die eisenverkleidete Tür auf.
      »Passen Sie gut auf. Halten Sie Ihre Familie«, flüsterte er Peter beim Einsteigen zu. Sein Atem stank bestialisch, die Worte aber klangen ehrlich. »Das wird eine ungemütliche Fahrt und ich werde für nichts und niemanden anhalten. Capeesh?«
      Haywood nickte todernst und betrat die hinter ihm zuschlagende Kutsche mit einem fokussierten Seufzen.

      Doubletrouble Manor, Anne-The-Splendid

      Cassiopeias Vortrag ward jäh unterbrochen, als eine schreckensbleiche Luca in O'Maras Krankenzimmer stürzte. Ihre stahlblauen Augen fixierten das große Balkonfenster, hinter dem nun auch O'Mara und die Agentin das Herannahen einer unheilvollen Präsenz wahrnahmen. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren erhob sich die Rothaarige aus dem Rollstuhl, riss die Glastür auf und befahl den anderen die Flucht.
      »Geht!«, forderte sie unnachgiebig — nicht an Luca oder O'Mara gerichtet, sondern Lorelei, die neben der Blonden im Türrahmen erschienen war.
      »Was ist hier los?«, fragte Shrimati hinter ihrer Chefin, doch jene befand sich längst im Krisenmodus. In schwindelerregender Geschwindigkeit hatte sie O'Mara in seinen Rollstuhl geschubst und aus dem Raum gekarrt, Luca am Arm mitziehend.
      »In die Tunnel…«, wisperte sie atemlos.
      »Was?«
      »In die Tunnel!«
      Wie in Erwartung eines Bombeneinschlags scheuchte Lorelei ihre Schützlinge aus dem Raum gen Salon. Im letzten Moment nahm Shrimati noch Notiz von Cassiopeia, welche mit animalischem Fokus auf den Balkon hinaustrat. Erst marschierend, schließlich rennend schoss die Rothaarige durch die Nacht und tauchte mit einem gewaltigen Sprung von der Balustrade in den brennenden Nachthimmel ein.

      Red Apple Palace, Rosary Hill

      Das Fenster der Puppenkönigin führte zur Stadt hinaus; nicht etwa, weil der Ausblick auf das dauerdüstere Nickleby mit seinen labyrinthischen Straßenschluchten, kathedralischen Türmen und gotischen Fassaden genehme Träume anregte, sondern als drohende Mahnung an die Krone, niemals das verlorene Volk im Tal außer Acht zu lassen. Als weltliche Hirten der Heilenden Kirche sollte sich die Regentschaft verstehen und ihren Schäfchen körperliches Heil spenden, wo der Klerus die Seele reinigte. Aber weder der ersten Catherine, welche sich allein am industriellen Fortschritt ergötzt hatte, noch der Usurpatorin im schwarzen Lederrock bedeutete der Pöbel auf den Straßen mehr als das Schlachtvieh im Fleischerviertel. Selten hatten Carlas Rabenlippen eine wohlgeformtere, glänzendere Sichel gebildet als im flammenden Schein dieser dunkelsten aller Nächte. Vor ihr errichtete Nickleby seinen eigenen Scheiterhaufen aus dem Holz seiner Hütten und dem Fett seiner Bewohner, während in ihrem Rücken das Schicksal der einzigen Person, die diese Stadt hätte retten können, in Carlas schwarzlackierten Händen ruhte. Die schlangengrünen Augen der Schwarzen Witwe glühten wie schadenfrohe Kinder, als sie die urgewaltige Staubwolke über das Heiress Borough hinwegfegen sahen. Bald schon würde ihre treue Vasallin niederschnellen — und zerschlagen, was ihrer Herrin den Sieg missgönnte.

      Während Lorelei die Evakuierung leitete, hechtete Cassiopeia mittels Moonwalk durch die Lüfte. Ihre schwarze Lederjacke flatterte, ihr rostrotes Haar peitschte und der Sturm — nervte. Heiser fluchend entdeckte Cassiopeia das fauchende Chaos, welches mang der zerfaserten Rauchschwaden auf Doubletrouble Manor zuraste. Mit der Macht eines Wüstensturms überflog Dionisia Lorca Nicklebys Häuserschluchten, einen wallenden Reifrock brodelnder Dürrewolken hinter sich herziehend. Cassiopeia zögerte keine Sekunde, warf sich selbstlos in die Einflugschneise der Staubfrau. Aus ihren schnappenden Haaren und herumwirbelnden Beinen sprudelte eine rote Woge, die sich zu einem zähflüssigen Fangnetz gegen Lorcas Ansturm manifestierte. Lorelei hatte ihre invalide Truppe eben die Treppe hinunter bugsiert, da prallte die naturgewaltige Front aus Staub und Verwüstung auf Cassiopeias rauschendes Blut. Für einen Moment betäubte das entstehende Donnerrollen die enthemmten Exzesse in den Straßen und sprengte Fenster, Hölzer und rußige Gaslaternen.
      »Schneller!«, rief Shrimati unter Todesangst.
      »Keine Chance«, gluckste Carla in ihrem Palast.
      Wie ein brennender Meteor schlug Cassiopeia wenige Meter vor dem Stadthaus ein. Lorca indes schwebte gleich eines aus der Flasche entwichenen Dschinns vor dem ächzenden Körper der Rothaarigen nieder.
      »Mir scheint«, hustete die sich aufrappelnde Agentin sarkastisch, »unser erarbeitetes Aggressionsbewältigungskonzept hat noch nicht die gewünschten Erfolge erzielt. Machen Sie denn regelmäßig Ihre Atemübungen, Dionisia?«
      »Nur, wenn ich an deinen Tod denke«, zischte Lorca pfeffrig.
      »Immerhin denken Sie an mich.«
      »Schlampe!«
      Mit fegender Hand entfesselte Lorca eine staubige Druckwelle, der Cassiopeias blutroter Wall nicht widerstand. Doubletrouble Manor ward aus der Existenz gerissen, noch ehe der letzte Blutstropfen ihre Finger verlassen hatte. Das Vermächtnis unzähliger Generationen tanzte in Spänen durch den tiefschwarzen Himmel und roter Regen prasselte auf die Trümmer.

      »Miss…Dreadful?«
      Sichtlich überrascht stolzierte Carla zum Bett der erwachten Puppenkönigin, die aus verklebten Augen richtungslos blinzelte. Der schockende Zusammenprall der Logia-Mächte mochte das Mädchen aufgeweckt haben, doch die eingeflößten Beruhigungsmittel ketteten sie an den Schlaf.
      »Es ist alles gut, meine Königin«, flüsterte Carla maliziös, »Schlaft weiter.«
      »Könnt ihr…könnt ihr die Königin holen?« Scheinbar halluzinierte das arme Püppchen gefangen im Halbschlaf. »Ich vermisse sie so…«
      »Ich fürchte, diesen Wunsch kann ich Ihrer Hoheit unmöglich erfüllen«, hauchte Carla.
      »Oh. Wieso…nicht?«
      »Nun…«

      »Mama hat mich nicht lieb.«
      »Unsinn!« Flugs nahm er ihr das leere Milchglas ab und bettete sie in die von bunten Stofftieren überschwemmten Laken. »Mama liebt dich, sie…« Die Wärme seines Odems lullte Carla in sanfte Halbträume. »Sie weiß nur nicht recht, wohin mit ihrer ganzen Liebe für dich. Weißt du noch, wie du den kleinen Welpen der Winslows zu fest gedrückt hast und zur Vorsicht ermahnt werden musstest?«
      »Er war so klein und süß«, stammelte die kleine Carla schuldbewusst, »Ich wollte das nicht, aber—«
      »Ja, siehst du. Wenn wir etwas so doll lieb haben, dann wissen wir oft nicht recht, wie wir diese Liebe ausdrücken sollen. Genau so geht es deiner Mutter jeden Tag, wenn Sie in dein zuckerhübsches Gesichtchen schaut.«
      »Wirklich?«, strahlte Carla bis über beide Ohren.
      »Aber ja doch.«
      »Geht dir das auch so?«
      »Schlimmer«, gestand ihr Vater todernst, sich ganz nah an ihr grinsendes Köpfchen vorlehnend, »Ich möchte dich…AUFFRESSEN!«
      Gackernd und quiekend erwehrte sich Carla seiner heißhungrigen Attacke, im fröhlichen Spiel mit Kissen und Plüschtieren nach den nagenden Beißern schlagend.

      »Ihr seid die Königin, Catherine. Drum schlaft weiter. Sammelt Eure Kräfte.«
      »Ich bin die Königin?«, lallte die schlaftrunkene Catherine mit einem dümmlichen Lächeln, »Bin ich…eine gute Königin? Oder bin ich wie meine…?«

      »Verfickte Muttergottes!«, fluchte der Kutscher auf seiner rasanten Selbstmordfahrt durch die gesetzlosen Straßenlabyrinthe. Von allen Seiten strömten die fountischen Verrückten zur Kutsche, schossen und bewarfen die Fenster, hinter denen Familie Haywood um ihr Leben bangte. Steine, Flaschen, Holzlatten und gar Schuhe zischten am Kopf des Fahrers vorbei. Ganz Jaggers schien es sich zur Lebensaufgabe gemacht zu haben, die rettende Fahrt nach Ayecester zu vereiteln. »Was denkt ihr, wen ich hier kutschiere!?«, brüllte der Kutscher den heranstürmenden Horden entgegen, »Die verfluchte letzte Lilie von Og MacLarr?!«
      Bellend und hechelnd galoppierten die riesenhafte Windhunde über den blutgetränkten Pflasterstein. Einer schnappte nach den umstehenden Jägern und riss einem den Arm ab, ein anderer packte eine kreischende Frau und schleifte sie bis über die nächste Straßenkreuzung, wo sie schließlich unter die Räder der Kutsche geriet.
      »Gott im Himmel!« Haywood bekreuzigte sich quasi am laufenden Band, während Shanti ihrem verängstigten Sohn Augen und Ohren zuhielt.

      »Jetzt wird aber geschlafen!«, sagte ihr Vater, »Fridolin!«
      Carlas Plüschelefant sah sich dem drohenden väterlichen Zeigefinger ausgesetzt. »Du passt auf.«
      »Aber, Papa!« Atemlos hob und senkte sich Carlas flache Kinderbrust im Einklang mit ihren klimpernden Äuglein. »Das Lied!«

      Erst leise, wie für sich selbst, begann Carla zu summen. Beinahe mütterlich strichen ihre milchweißen Finger über Catherines witternden Nasenrücken und benetzten ihre Wangen mit sachtem Kribbeln. Gemächlich schwoll Carlas Lied an, formte Melodien und schließlich Worte aus den schwarzen Windungen ihres verwundeten Herzens.
      »Der Rabe auf See singt sein einsames Lied…weit weg von Zuhaus…«

      Der Schuss erschütterte die gesamte Karosserie. Niemals zuvor hatte Haywood ein Gewehr erlebt, wie es ihr Kutscher in dieser Sekunde gegen die Bewohner Nicklebys richtete. Leiber mit aufgesprengten Brustkörben und zerplatzten Schädeln säumten die Bordsteine oder wurden von der enormen Durchschlagskraft der Waffe gegen die Häuserwände geklatscht.

      ~Die See, sie stürmt, und der Rabe hat Angst…weit weg von Zuhaus~

      Sie schienen das Jaggers hinter sich gelassen zu haben, rumpelten stattdessen über die Seitenstraßen Anne-The-Splendids den Randgebieten der Hauptstadt entgegen. Plärrende Menschenmassen mit Flicken in der Kleidung warfen sich gegen die vergoldeten Schlösser prachtvoller Stadtvillen. Shanti entdeckte eine tobsüchtige Verrückte, die schreiend und keifend wie eine räudige Kojotin in den Überresten eines zusammengestürzten Anwesens buddelte.

      ~Sein Flügel schlägt tapfer gegen den Sturm…er will nur nach Haus~

      Endlich unterquerten die bellenden Hunde jene kupfernen Streben, welche die Randbezirke Nicklebys zusammenschmiedeten. Haywood spürte eine unermessliche Erleichterung, bis er die herabhängenden Leiber entdeckte. An Rohren und gespannten Stahlseilen hatte man die Unglücklichen mit aufgerissenen Wänsten aufgeknüpft. Unter ihren baumelnden Füßen labten sich Raben und Krähen an ihren heraustropfenden Gedärmen.

      ~Und der Himmel brennt und er brüllt wie die See…weit weg von Zuhaus…~

      »Wir sind draußen«, verkündete der Kutscher feierlich — Nickleby lag hinter ihnen. Selbst die dämonischen Hunde schienen sich über die frostig-frische Marschluft zu freuen.
      »Bald ist es geschafft«, schniefte Haywood mit einer Hoffnung, die er längst verloren glaubte. Unter Tränen drückte Shanti ihm einen Kuss auf, presste den einschlummernden Davy an sich und betrachtete das stille Schwarz des Horizonts, während Dionisia vor Zorn explodierte und Catherine abermals wegdämmerte.
      »Doch dann kommt die Nacht und es ist vollbracht…er findet nach Haus…
      Träumt süß, Hoheit«, hauchten die rabenschwarzen Lippen, »Morgen schon sieht die Welt ganz anders aus.«
      Kapitel 162 - Morrígan

      Die Balken über ihren Köpfen gaben berstend nach, noch ehe das Donnerollen gänzlich versiegt war. Binnen Augenblicken füllte sich der geheime Tunnel wie eine Sanduhr mit Dreck und Schlick und Schotter. Ihre Zeit lief ab, rapide. Shrimati spürte, was getan werden musste. Festentschlossen warf sie sich der hereinbrechenden Gerölllawine als zerfließender Schwall Lehm entgegen und verklebte mit notdürftiger Mühe die Ritzen des kollabierenden Schachts.
      »Lauft!«, schrie der unförmige Klumpen, aus dem der glänzende Stirnsaphir der Agentin wie ein drittes Auge glänzte.
      »Ich lasse dich nicht zurück!«, behaarte Lorelei — zu spät. Der angetrocknete Lehm barst, die Erde flutete den Tunnel und Luca nutzte die wenigen Sekunden, die Shrimati ihnen verschafft hatte, um Lorelei in Sicherheit zu ziehen.

      Zurück in der Gegenwart

      »Ich…ich wollte danke sagen«, stammelte Kevin Quoll mit belegter Stimme. Perspektivs kauerte sein wundgeprügelter Körper in der trüben Abraumhalde, in die sich die versprengten Flüchtlinge gerettet hatten. Wie sie alle fror er jämmerlich, überschüttet von Dreck, Unrat und dem tauben Gestein, das der eisige Sturm in schwarzen Wehen über die tote Erde fegte.
      »Dass ihr mich gerettet habt, meine ich. Ihr hättet mich zum Sterben zurücklassen können. Ich hatte euch alles gesagt, was ich weiß. Aber ihr habt—«
      O'Mara hörte nicht hin. Aus dem tristen Schwarz des nächtlichen Tagebaus leuchtete die nicht länger weiße Gestalt der Lorelei Greenaway wie ein aschebefleckter Hirsch inmitten seines niedergebrannten Hains. Ebenso verloren, wie er sie anstarrte, starrte Lorelei in das flammengeküsste Firmament. Neben ihr drückte Luca im Schneidersitz den Schutt platt, das für gewöhnlich so stolz erhobene Kinn gen Brust gesenkt. Würde ein Maler das Bild vor seinen Augen auf eine Leinwand bannen, so könnte die schiere Verzweiflung und Düsternis der Szenerie nicht einmal mit menschlichem Blut eingefangen werden. Wie nur hatte Dionisia Lorca ihr Versteck finden können? Zielgerichtet war die Staubdämonin auf Doubletrouble Manor zugerast, frei von Zweifeln und beseelt von der Gewissheit eines bevorstehenden Sieges. Was tat Carla in diesem Augenblick? Taktierte sie, lachte sie, pickte sie Schlotze aus toten Augenhöhlen wie die aasfressende Krähe, die sie war? Wo war Krill, wie ging es ihm? Und Mercedes? Tausende Fragen durchlöcherten O'Maras Verstand und doch war alles, wonach sich sein Herz in den tiefsten Tiefen sehnte…ein verdammtes Glas Whiskey.

      Vorratskeller des Red Apple Palace, Rosary Hill

      Durch einen trüben, roten Film folgte die niedergeschlagene Palastwache dem manischen Wachschlaf des Bastardkönigs, der auf dem Boden sitzend, an Weinfässer gelehnt, ins Leere starrend einen sündhaften Whiskey direkt aus der Flasche süffelte. Was hinter den gleißenden giftgrünen Augen vorging, wagte der Soldat nicht einmal zu mutmaßen. Zu real pochte der Schmerz in seinen Schläfen, zu heiß rann das Blut über sein Auge. Alsbald überkam ihn eine unendliche Müdigkeit, die ihm die Lider schloss.
      »Es gibt nichts zu debattieren«, pflaumte Gráinne Mayread Bloom patzig, »Sie hat dich in Ketten legen lassen, den Almanag-Kontrakt aufgelöst, die Wilde Jagd losgetreten, unserem Land faktisch den Krieg erklärt und…sie ist die Tochter ihrer Mutter, verflucht. Das allein sollte Grund genug sein, dieser gepuderten Triene die Nase in den Schädel zu treiben.«
      »Ich bitte dich, Bloom«, protestierte Moira Graham reserviert, »Sie ist kaum älter als wir es damals waren und ebensowenig die Herrin ihrer Sinne. Kein Bannschwert fuhr nieder, um unser Verbrechen zu strafen, warum also verdient Catherine nicht dieselbe Nachsicht?«
      Kompromisslos verschränkten sich Blooms feiste Arme zu einer sich selbst erbrechenden Schlange, breitbeinig neben dem trinkenden Ulysses auf den Kellerboden gefläzt und mürrisch schnaubend:
      »Weil sie es alle verdient haben.«
      »Ein wehrloses Mädchen zu töten darf nicht das Vermächtnis unserer Generation sein«
      »Wehrlos? Wir reden von der fountischen Königin, nicht irgendeiner Nonne im Main Drag
      Seufzend, einer übermüdeten Mutter ähnlich, ließ sich Moira gegen die Barriques sinken. Zu beiden Seiten des schweigenden Bastardkönigs positionierten sich die Frauen wie Engelchen und Teufelchen, zwischen deren divergierenden Einflüsterungen er zu wählen hatte.

      Bentleys Versteck, irgendwo in Nickleby

      Ein Teil von Heathcliff Bentley störte sich an der unnatürlichen Gefühlsarmut des kleinen Mädchens, deren markerschütterndem Geständnis weder Schreie noch Tränen gefolgt waren; ein anderer Teil hingegen dankte Gott dafür, da er fürchtete, die smaragdgrünen Augen würden statt salziger Tränen zorniges Gift verspritzen. Wann immer Bentley von seiner Lektüre aufsah, was er zu vermeiden wusste, erdolchte ihn Ondine mit todwünschenden Blicken oder zerquetschte ihn in den tiefen Falten ihrer erbost gewölbten Puppenstirn. Vorgebend, die staubigen Buchseiten tatsächlich zu lesen, schüttelte er ihre Vorwürfe ab und durchforstete sein Gehirn nach einer Lösung, einem Ausweg, einer Zukunft — die er nicht fand. Mit seinem Verrat im Bordell hatte er einen lebenslangen Pakt gebrochen, ein milliardenschweres Syndikat gegen sich aufgebracht und ganze Nationen in apokalyptische Tristesse gestürzt — und alles aus Liebe zu einer Königin, die ihn nun auf Geheiß einer ruchlosen Psychopathin neben Verrätern und Terroristen am Galgen aufknüpfen wollte. In einer entlarvenden Stressgeste, die Ondine keineswegs entging, wischte er sich Schweiß und Sorgenfalten in die ergrauenden schwarzen Locken. Wenn ihn die Häscher der Krone oder die Inquisitoren der Heilenden Kirche nicht aufspürten, so täten es Carlas Dämonin, Ulysses' Hunde oder die Meuchelmörder Almanags. Jahrzehntelang hatte er unter falschem Namen, unter falscher Flagge unaussprechliche Dinge getan und sich am Leid der Männer und Frauen bereichert, die von ihm hintergangen wurden. Wenn Lügen also tatsächlich kurze Beine haben — oder machen? — wie weit könnte ein Heathcliff Bentley alias Benedict Hearst dann schon kommen, bevor ihn seine Vergangenheit einholt?
      »Was liest du?«, fragte Ondine plötzlich, ohne ihre mordlustige Fratze zu lockern. Seufzend schlug er das Buch zu, da er die Antwort beim besten Willen nicht zusammenbekam, und las halbherzig ab:
      »Das Spiel der Göttinnen
      Endlich lockerte sich die Weltuntergangsmiene des Kindes zu einem verstimmten Brauenrunzeln. »Die Mönche sagten immer, es gibt nur eine Göttin. Und sie beherrscht die Welt, nicht die Menschen.«
      »Glaubst du das?«
      Vor einigen Monaten noch hätte sie diese Frage mit einem frommen »Oui« beantwortete. Nun allerdings, da sie Mademoiselle de Fer kennengelernt hatte, büßte die Dame im Himmel für das Mädchen auf Erden zusehends an Strahlkraft ein. Entsprechend schulterzuckend hüpfte Ondine vom Bett und tippelte auf den nackten Füßchen behutsam zu Bentley. Wortlos streckte sie die Hand nach dem voluminösen Roman aus, den er ihr mit einem schmallippigen Lächeln widerstandslos überreichte.
      »Es ist schwer«, bemerkte sie überrascht, schwebten ihr für gewöhnlich doch selbst die klobigsten Fundstücke wie Seifenblasen vor die Augen.
      »Viele Seiten«, nickte Bentley, »Hartklappeneinband.«
      Als wollte sie seine Behauptung verifizieren, klopfte Ondine auf dem Buch herum, dann nestelte sie an einer der Kanten. »Sehr spitz.«
      »Ja…«, grunzte Bentley beim Anblick ihrer fummelnden Fingerchen mit neuentfachter Glut, »Ich kann dir vorlesen, wenn du mag—!?«
      Mit einer Wucht und einer Rasanz, die den brünstigen Uhrmacher vollkommen übertölpelte, rammten ihm die kleinen weißen Arme den massiven Schinken ins Gesicht. Nicht frontal, um ihn bewusstlos zu schlagen, sondern mit der scharfkantigen Ecke voran, um ihn zu blenden. Zielgerichtet stach Ondine ihrem Entführer mit der Kante ins Auge, dass jener quiekend vom Stuhl kippte. Festentschlossen warf sie sich hinterher, kreischend, plärrend und zuhauend. Wieder und wieder trieb sie die Buchecke in die blutspritzende Augenhöhle, bis ihr der weißrosa Schleim gegen die gefletschten Zähnchen spritzte. Im Affekt schlug der wimmernde Bentley nach ihr aus. Ein dumpfes Poltern rumpelte durch den Raum, dann war alles still. Schmerzgeschüttelt raffte sich Bentley auf die Knie, eine zittrige Hand vor das zerquetschte Auge gespannt. Blut und Glibber rannen durch die behaarten Finger und saugten sich in die zerflederten Ränder des derangierten Buches, zwischen dessen Seiten Ondines leblose Mädchenhand nun wie eine getrocknete Blume lag.

      Tender

      Mercedes fühlte sich wie eine antike Heroine, die auf einem kohlenfressenden Esel einem Drachen nachjagte. So nah, dass das dröhnende Donnern des vorauseilenden Zuges bereits das asthmatische Paffen ihres armseligen Gefährts übertönte, war sie dem Ungetüm bereits auf den Fersen. Doch selbst alle Kohle des North Blue konnte der kleinen Tenderlok nicht genug Schubkraft einflößen, um zum ratternden Lindwurm aufzuschließen. Mercedes hatte keine andere Wahl, als den Sprung zu riskieren — zentnerschwere Prothese hin oder her. Ein letztes Mal schaufelten ihre schweißglänzenden Arme Kohlenstücke in den höllischen Schlund, dann warf sie sich ihren bronzebraunen Mantel über und hievte sich auf das Dach der mickrigen Maschine. Der Gegenwind schnitt mörderisch und eisig gegen ihre verschwitzten Wangen und schmerzte in den zweifarbigen Augen. Dennoch machte Mercedes die aneinandergereihten Güterwaggons in der Dunkelheit aus. Schwarz und lang wie ein eisenbeschuppter Tausendfüßler rumpelte des Ungeheuer über die Marsch. Ein letztes Mal blickte Mercedes hinter sich in die spektrale Schwärze, bevor sie ihren Greifhaken ausrichtete. Wie eine Harpune schoss die metallene Hand durch die Luft und punktierte zielgenau die Flosse des Wals — ohne seine Haut auch nur anzukratzen. Kaum effektiver als ein Löffel auf Felsbrocken prallte der Greifarm vom Heck des letzten Waggons ab, die Drahtwinde gefährlich in Richtung der malmenden Tender zurückschleudernd. Im letzten Moment wendete Mercedes die Havarie ab. Woraus nur bestand dieser Zug? Bisher hatte kein Metall der Blues oder des gespaltenen Weltmeeres ihren Waffen widerstehen können. Zu gleichen Teilen entmutigt und besorgt lotete sie ihre letzte verbliebene Möglichkeit aus: den perfekten Sprung. Zu kurz, und die Tenderlok würde in ihren Rücken krachen; zu schief, und ihre Rettungsmission sollte im Schlick der Marsch enden. Keineswegs überzeugt atmete sie ein, aus und ließ die Zunge über das Weiß ihrer Zähne gleiten. Ein, aus. Ihre linke Hand packte die rechte und verdrehte sie gegen den Uhrzeigersinn. Ein letzter Atemzug, bevor sich das prickelnde Feuer in ihrem Innern entfachte, der schwarze Dampf aus ihren Nüstern quoll und ihr gesamter biomechanischer Körper zu rattern begann wie die urgewaltige Lokomotive, der sie nachsetzte. Schlagartig bremste ihre zentnerschwere Kanone Mercedes nicht länger aus, sondern diente ihr als Bein wie jedes andere. Zurücktretend, Anlauf nehmend, losstürzend — abspringend.
      Von einer Sekunde zur nächsten hing Mercedes zwischen Erfolg und Versagen in der Falle, ungelenk mit den Armen kraulend und ausgerechnet die klobige Prothese vorangestellt. Hinter sich die Tender, vor sich die explosiven Frachtwaggons ertrank Mercedes am Fahrtwind, bis sie auftrat. Ein Hammerschlag zerschmetterte das Firmament, als ihre Prothese das Dach des Waggons erreichte, jedoch auf der feuchten Oberfläche abrutschte. Hilflos kippte Mercedes vornüber, mit der blanken Stirn auf den schwarzen Waggon donnernd. Ihr Hirn erlitt einen Kurzschluss, der Rest ihres Körper aber handelte instinktiv und klammerte sich an den hervorstehenden Überhang des Wagens. Wie eine wehende Fahne flatterte Mercedes am Heck der Lok. Etwas in ihr wollte einfach loslassen. Doch aller Widerstände zum Trotz, schreiend und einhändig, zerrte sie sich auf den Güterzug. Die kalte, steinharte Unterlage wiegte sie wie die Arme einer Mutter. Ihr war nach feiern zumute, oder lachen oder weinen, doch stattdessen justierte sie lediglich ihr Handgelenk zurück in seine angestammte Position und genoss das Abschwellen der rasselnden Maschinerien. Was auch immer da unter ihr rumorte, war allerdings kein handelsübliches Geschöpf aus Stahl oder Eisen. Mit böser Vorahnung raffte sich Mercedes auf und, da sie sich im Finstern der Nacht nicht anders zu behelfen wusste, schlug auf den Waggon ein. Der Zündstoff bereitete ihr wenig Sorgen, schien er doch eine zweite Chemikalie zur Explosion zu benötigen. Einmal, zweimal, dreimal empfing die Lok daher die volle Liebe ihrer krachenden Linken…ohne nachzugeben. Besorgt pulte Mercedes den Handschuh, der ihr Maschinenskelett verbarg, von der rechten Hand und wuchtete die schwarzblauen Knöchel gegen das Dach. Dieses Mal durchzuckte ein dumpfer Impuls das mysteriöse Material, ähnlich einer ins Wasser abgefeuerten Kugel. Um ein Haar hätte Mercedes aufgelacht. Die Waggons waren aus Seestein.

      Vorratskeller des Red Apple Palace, Rosary Hill

      Ohne zu schmecken stopfte sich Ulysses eine Handvoll Oliven direkt aus dem Glas zwischen die desolaten Zähne, biss ein Stück Käse aus dem Rad und kaute den fetten Klumpen mit sichtlicher Gleichgültigkeit. Bloom und Graham waren verschwunden, um sich in den Gedärmen seines Geistes weiterzuzanken, und er war nicht schlauer als zuvor. Vielleicht spielte es ohnehin keine Rolle mehr. Seit er denken konnte, bescherte ihm sein Verstand entweder fantastische Bilder, grausige Wachträume oder schlechte Ideen. Eine glorreiche Epiphanias, wie sie O'Maras Riesenhirn am laufenden Band auszuspucken pflegte, hatte Ulysses nie beehrt. Am Ende des Tages traf er seine Entscheidung wie die Hunde, mit denen er lebte, oder der Schafbock auf dem unheilvollen Trilithen im Síd al Mag — aus dem Bauch heraus. Fressen oder nicht fressen, grasen oder glotzen. Wie zur Zustimmung grummelte sein gesättigter Magen unter den gespannten Hemdsknöpfen, woraufhin sich Ulysses sauertöpfisch auf die Beine flegelte. Des Bastardkönigs Backen waren noch randvoll, als er zur bewusstlosen Palastwache schlurfte und die Zeit von dessen blutbespritzter Taschenuhr ablas. Mit etwas Geduld nähme ihm Morrígan die Entscheidung ab, dachte Ulysses kauend, und griff sich im Gehen ein Glas Zuckerbonbons für den Weg.

      Nachtzug nach Nickleby

      Zielstrebig kraxelte Mercedes zwischen zwei Güterwagen, wo sich ihre schlimmsten Befürchtungen bewahrheiteten: Nicht nur die Waggons selbst, sondern auch die Kupplung zwischen ihnen sowie sämtliche empfindsamen Gebeine der Lok schienen aus undurchdringlichstem Seestein gemeißelt oder wurden von ebensolchem geschützt. Radsätze, Ausgleichshebel, Blasrohrköpfe - Seestein, Seestein, Seestein. Diese absurde Maschinerie entpuppte sich damit um ein vielfaches widerstandsfähiger als Mercedes' filigraner Fingermechanismus und mutete brachial genug an, um selbst dem Kaiser der Bestien ein Kräftemessen abzutrotzen. Um dem hereinbrechenden Gefühl der Ohnmacht zu entkommen, quälte sich Mercedes auf den nächsten Waggon. Der Graue Spion hatte sich nicht in den Magen des Monsters geworfen, damit sie nun die Hoffnung verlor. Ächzend, keuchend, und über den Gegenwind schimpfend trieb sie ihren schwerfälligen Maschinenkörper von Waggon zu Waggon, bis sie endlich — endlich! — den Führerstand erreichte. Ihre Erleichterung ward jedoch jäh überschattet von einer unbeschreiblichen, unverhofft hereinbrechenden Übelkeit. Konvulsiv spie sie rauchschwarzen Speichel und undefinierbare Brocken aus, als wölbe sich ihr gesamtes Inneres nach außen. Selbst die Luft schien zu pulsieren wie ein krankes, verfettetes Herz. Mit Kopfschmerzen aus der Hölle stützte sie sich im Führerstand ab, verwirrt bemerkend: Auf ihrer Klettertour hatte sie weder den kohlenlagernden Schlepptender passiert noch fand sie nun den Bremshebel, Heizofen oder eine Steuerstange vor — geschweige denn jemanden, der sie bediente. Vielmehr schien sie selbst das einzige quasi-menschliche Wesen auf dem gesamten Gütertransport darzustellen. Der Führerstand, in Ermangelung eines treffenden Begriffs, bestand vollends aus einer fahrerlosen seesteinernen Armatur, deren drei Seiten von grobschlächtigen bronzebraunen Lettern zusammengehalten wurden.

      MOR RÍ GAN

      las sie in der Bewegung, am R abgestützt und düster mutmaßend: Keine Bremsen, kein Fahrer. Dieser Zug transportierte keine Bombe. Das verdammte Ding war die Bombe. Eine mobile Massenvernichtungswaffe, die ungebremst und unabbremsbar auf das Herz des Commonwealth zusteuerte. Irgendwo in Nickleby wartete vermutlich eine seesteinerne Vorrichtung, die die Waggons wie ein Dosenöffner knacken würde und—
      Dieselbe eigentümliche Übelkeit, welche Mercedes zuvor den Magen umgedreht hatte, kehrte plötzlich als treibende Migräne zurück. Dieses Mal okkupierte sie sogar den vorbeizischenden Fahrtwind. Der gesamte Himmel schien zu beben, zu erzittern, und der heiße Schweiß auf Mercedes's Stirn gefror zu Eis. Aber nicht nur ihr Körper wurde in Mitleidenschaft gezogen. Unter ihren kreidebleichen Fingern klafften sublime Risse in den bronzenen Lettern des Führerstandes auf. M, R und G bröckelten auseinander, just bevor das gesamte Wort von der unsichtbaren Macht in Klüfte geschlagen wurde. Inmitten dieses Spuks geschah es, dass Mercedes' Radar heftiger ausschlug als jemals zuvor in ihrem Leben. Der brausende Sturm und das Pumpen des Zuges hatten die aufklappende Dachluke noch übertönt, doch die ausströmende Aura hätte selbst ein Monsun nicht fortspülen können.
      Ein gehörnter Schatten entstieg dem ersten der Waggons, groß wie Callaghan und ebenso bedrohlich spaltete sein kraftvoller Rücken den sausenden Fahrtwind. Noch nie hatte Mercedes eine derartige Furcht vor dem Unbekannten verspürt. Sogar ihr Fuß gab sich so bleiern und störrisch wie ihre Prothese, als sie mit flatternden Nerven den Wagen erklomm und in den Dunstkreis der unheilverheißenden Kreatur eintrat. Ihr Unbehagen hinter der altbekannten Maske aus Schönheit und Stolz verbergend, stellte sich Mercedes der Gefahr mit geballter Maschinenfaust. Selbst jetzt noch, da sie zu beiden Enden desselben Waggons dem Sturm trotzten, überragte der Schatten die Kopfgeldjägerin um eine ganze Kopfhöhe. Obschon ein wilder Pelzumhang seine wahre Kontur verbarg, erahnte Mercedes unter den aufpeitschenden Schleppen muskulöse Schulterblätter, die wie das Rückgrat eines pirschenden Tigers mahlten. Immerhin erkannte sie nun das monströse Hirschgeweih, welches, in die Kapuze eingearbeitet, den Fremden zum Wendigo entmenschlichte. Noch immer verharrte er abgewandt, scheinbar unschlüssig über seine Rolle im Spiel dieser bitterkalten Nacht. Eben wollte Mercedes das Schweigen brechen, als im Schlag einer drehenden Böe ganze Urwälder wildgewachsener Lockenstrudel unter dem Geweih hervorpurzelten.
      »Scheiße, ist das kalt!«, brüllte eine helle Frauenstimme den Sturm nieder, »Pissiges fountisches Wetter!«
      »Wer bist du?«, rief Mercedes mit unüberhörbarer Überraschung. Zweifellos hatte sie den tiefen Bariton eines hünenhaften Banditen erwartet statt verschmitzter Kusslippen hinter wallenden Lockenbergen.
      »Wer ich bin?«, wiederholte die Stimme neckisch, »Nur eine Reisende im Nachtzug nach Nickleby, wie du.«
      Unzufrieden mit dieser Antwort hinkte Mercedes voran, doch die aufschnellende Hand der Reisenden im Nachtzug nach Nickleby ließ sie innehalten. Narbenüberzogene Finger stellten sich lang und muskulös gegen Mercedes und den Wirbelsturm, eindringlich warnend:
      »Wenn du das tust…Wenn du hier und jetzt eine Entscheidung zum Wohle der Anderen triffst, statt an dich selbst zu denken, dann wird dies dein Untergang sein.«
      »Bezweifle ich«, erwiderte Mercedes kämpferisch, worüber ein kurzes, rauschendes Lachen der Fremden gen Firmament entrückte.
      »Ja…Ich kann mich auch nie entscheiden, ob mir Entscheidungen für andere Menschen leichter oder schwerer fallen sollten.«
      »Wer…wer bist du?«, fragte die Kopfgeldjägerin zunehmend irritiert — denn das Timbre der Unbekannten hallte in ihren Ohren nach wie das leise Klopfen einer vor langer Zeit weggeschlossenen Erinnerung. Als könnte sie Mercedes' Gedanken lesen, schlug die selbsternannte Reisende nun tatsächlich den sonderbar vertraulichen Umgangston eines allsonntägigen Kaffeekränzchens an:
      »Hast du eigentlich noch den Eid geleistet? Du weißt schon…Leben retten, Menschen vor Schaden bewahren und so weiter?« Die bloße Idee schien sie zu erheitern. »Vermutlich nicht. Ich auch nicht. Wäre schlecht für's Geschäft. Würde uns jetzt aber einiges ersparen, huh?«
      Des sinnlosen Plauderns und ihrer eigenen Verzagtheit überdrüssig, ließ Mercedes die eherne Prothese ungeduldig aufstampfen — einen gellenden Paukenschlag lostretend, der die Fremde endlich zum Umwenden ermunterte. Splitter ihrer butterweichen Wangen schimmerten weiß und rund wie der herbstliche Vollmond durch die voluminös hervorsprießenden Lockenhorden und den Fellkragen ihrer Kapuze, ohne sich zu einem identifizierbaren Mosaik zusammenzusetzen. Umgekehrt hingegen erweckte die Fremde den Eindruck, Mercedes' sturmgeflutetes Antlitz mit der ausdauernden Leidenschaft eines passionierten Menschensammlers zu begutachten.
      »Du bist unfassbar schön«, bemerkte sie ungeniert, »Noch schöner als damals. Wie auch immer das möglich ist.«
      »Wer du auch bist und woher du mich zu kennen meinst…«, rief Mercedes weder berührt noch geschmeichelt, »Du tust es nicht. Also lass die Spielchen und sag mir, wer du bist!«
      »Und ob ich dich kenne«, bekräftige die Fremde kryptisch, »Du bist die Tochter deiner Mutter.«
      Verächtlich schnaubte Mercedes auf, sich eine haselnussbraune Strähne aus dem Mundwinkel kämmend, »Meine Mutter verkaufte Genitalwarzen und starb an Gebärmutterhalskrebs, lange bevor ich alt genug war, die Verbindung zu ziehen. Ich habe nichts mit ihr gemein. Versuch's nochmal.«
      Schon wieder dieses Lachen. Poltrig, temperamentvoll, überquellend. Mercedes hatte es schon einmal vernommen, vielleicht sogar erwidert. Aber wo? Wann? Während es im jaulenden Wind zerschellte, sauste die Morrígan durch die ersten grimmen Vorboten Nicklebys. Rußende Fackeln säumten wandernde Dörfer aus Blechdächern und provisorischen Zeltbahnen, in denen die nächste Generation todgeweihter Arbeiter auf den Fabrikunfall ihrer Vorgänger spekulierte. Weder Zugluft noch Sturmwind vermochten das das Schreien erfrierender Babies und hoffnungsloser Eltern von den beiden Frauen abzuschirmen, die auf der vorbeidonnernden Maschine einen grandiosen Ausblick auf dieses Jammertal des vielgelobten fountischen Fortschritts erhaschten. Wie Ratten hatten sich Familien und Fremde gleichermaßen zu dicken Knäueln entlang der verdreckten Trampelpfade zusammengerauft oder knieten mit flehenden Händen um die vereinzelt glimmenden Feuerschalen, als beteten sie zu sterbenden Göttern. Loser Unrat und löchrige Wäsche vollführten akrobatische Manöver im nächtlichen Himmel, gejagt von räudigen Menschen und winselnden Hunden. Wessen schmuddeliger Unterschlupf den Sturmböen des Loch Llyr bislang standgehalten hatte, schimpfte nun lautstark über den vorbeirasenden Gütertransport, in dessen fauchendem Kielwasser Stofffetzen und Regenplanen fortgespült wurden.
      »Erbärmliche Wiedergänger«, spuckte die Reisende beim Anblick des elenden Trecks aus, »Schlurfen in der Hoffnung auf Leben durch das Reich des Todes.«
      Die versprengten Lichtquellen, die auf dem Meer der Heimatlosen trieben, ließen blitzende Blasen auf ihrem verhüllten Haupt platzen. In diesem psychedelischen Lichterspiel richtete sich wieder an Mercedes:
      »Ich weiß genau, wer und was du bist. Du und ich, wir sind nicht wie diese armen Schweine da unten, die sich bereitwillig unter das tropfende Schlachtbeil legen und dabei noch im Blut suhlen, nur weil es warm ist.« Behutsam lüftete sie ihre geweihgekrönte Kapuze. »Du glaubst, ich kenne dich nicht? Du irrst. Ich weiß, dass du eine Kriegerin bist…dass du dir unendliches Leid aufbürdest und einsame Schlachten schlägst für die Menschen, die du liebst…Und ich weiß, dass du die Welt in Brand stecken würdest, könntest du den armen Émile aus ihrer Asche bergen.«
      »Genug!«, forderte Mercedes unter dröhnenden Kopfschmerzen, sich zornentbrannt auf die Unbekannte stürzend und ihre Kehle mit den seesteinernen Fingern abdrückend. Nicht länger verfälscht von Haaren, Pelz und Nacht blickte das gute Auge der Enthüllten auf Mercedes herab — erregt beobachtend, wie sich der verschiedenfarbige Blick der schönen Kopfgeldjägerin zunächst katzenhaft verengte, nur um alsbald in einem erkennenden, glasigen Glotzen aufzugehen.

      Missmutig setzte sich Mercedes an ihren kleinen Schreibtisch, schluckte ihren Kaffee wie Getriebeöl und begann unkonzentriert ab dem Punkt zu lesen, an dem ein dunkler Speichelfleck das Ende ihrer spätnächtlichen Lektüre markierte. Ein Blick auf ihre Uhr verhöhnte sie eben mit der Aussicht, noch fünf weitere Stunden mit »Toxizität und Aggressivität humanpathogener Bakterien« verbringen zu dürfen, als plötzlich das runde, strahlende Gesicht der lebensfrohen Dr. Coulomb durch die Tür rauschte und noch blendender und aufdringlicher als sonst seine eigene Sonne war. Mercedes wollte ihre Mentorin gerade gebührend formell informell begrüßen, als eine weitere Frau zur Tür hineinlugte und kurz darauf mit der selben Leichtfertigkeit hereinbrauste wie die blonde Ärztin zuvor. Das Gesicht der mannshohen Fremden glich in seiner rundlichen, aber nicht dicken Fülle etwas dem der Doktorin, doch versprühte es keine warme, sonnige Schwere, sondern schien jederzeit von einem frischen und luftigen Herbstwind umspielt zu sein, der die gewaltige walnussbraune Lockenmähne ständig wehend wippen und wallen ließ. Clementine Coulomb stellte die junge Frau als Beatrix vor, den Nachnamen nannte sie nicht und Mercedes versuchte auch nicht, ihn zu erfragen. Zu fasziniert war sie von der eigentümlichen Rhetorik, Mimik und Gestik dieser natürlichen, blassen Ausländerin…

      Fassungslos wich Mercedes vor der Frau zurück, deren illustre Gesellschaft sie einst am ihr liebsten Ort der Welt mit der ihr liebsten Freundin geteilt hatte. »Beatrix…?«
      »Ist eine ganze Weile her«, grinste ebenjene dasselbe berauschende Grinsen wie schon vor 15 Jahren — nun jedoch entstellt von einer abscheulichen Narbe, die ihr linkes Auge zu einem schaurigen lidlosen Orb verzerrte. Ihr verbliebenes Auge, dessen würziges Zimtrot sich deutlich gegen das Weiß abzeichnete, blitzte Mercedes herausfordernd an. Beatrix schien nichts geringeres als die unmittelbare Lösung des Falles von Mercedes zu erwarten.
      Wie im Zeitraffer rekonstruierte die Kopfgeldjägerin die umwälzenden Geschehnisse der letzten Monate bis hin zum schicksalhaften Treffen auf Schloss Roßkosch und verknüpfte es mit der Frau vor sich. Clementine im Palast des Hermelins, Beatrix auf McKennas mörderischer Morrígan…
      Die Absurdität der sich entspinnenden Narration ließ Mercedes' Hirn trudeln. Konnte es sich bei der unverfänglichen Beatrix, mit der sie einst in der Praxis ihrer Mentorin Kaffee geschlürft und Belanglosigkeiten ausgetauscht hatte, tatsächlich um die sagenumwobene Beatrix de Barra handeln, die legendäre lairische Lilie und berüchtigte Geißel des fountischen Empires?
      »Damals schon sah ich es an dir…und ich sehe es noch«, psalmodierte Beatrix de Barra in den verqueren Rätseln, für die ihre Ahnen berühmt waren. »Ich habe es Clementine damals schon gesagt, doch sie wollte nicht hören.«
      »Halt den Mund«, zischte Mercedes kalt, verknotete doch Beatrix allein das traurige Schicksal ihrer einstigen Lehrerin mit den Gräueltaten der vergangenen Monate und dem nur allzu gegenwärtigen Albtraum, in dessen brennenden Abgründen das Commonwealth in diesen Stunden dem Wahnsinn anheim fiel.
      »Du hast ihr das angetan«, schlussfolgerte Mercedes angewidert, »Du hast Sie in Roßkosch gefangen gehalten…«
      »Ich habe sie beschützt«, erklärte Beatrix, »und hoffe inständig, dass sie mir eines Tages dafür vergeben kann. Sie besitzt diese Schwäche. Nachsicht. Wir hingegen…«
      Just in dieser Sekunde bretterte der Nachtzug durch einen der ersten Vorposten der Hauptstadt, in dem tumbe Gaslaternen diffuse weiße Fächer auf die Backsteine der umliegenden Gewerbe projizierten — und das entstellte Gesicht der lairischen Lilie zum Mondschein dieser mondlosen Nacht erkoren. Unter dem archaischen Pelzumhang, der aus Füchsen, Bären, Hirschen und anderen Waldbewohnern zusammengeflickt schien, trug Beatrix einen taillierten Gehrock aus einem feinen Zwirn, unter dem sich die erotischen Rundungen ihres Körpers ebenso markant hervortaten wie die bedrohlich spannenden Muskelstränge. In dieser surrealen Verschmelzung aus Urzeitlichkeit und Moderne, barfüßig und physisch überwältigend wie sie war, bäumte sich Beatrix de Barra wie ein kultisches Totem über Mercedes auf und sprach:
      »Clementine war nie die richtige Lehrerin für dich. Sie hielt dich für eine unschuldige Seele, gefangen im Pandämonium. Aber ich durchschaue deine Wahrheit.«
      »Dann solltest du dich fürchten.«
      Beatrix lachte nur; nicht länger in anregender Geselligkeit, sondern hässlich verschroben unter dem weißtrüben Schimmern des entblößten Augapfels.
      »Sei nicht albern, Mercedes Hurentochter. Ich sehe dich, weil ich meinesgleichen erkenne. Wir sind die wilden Töchter unserer Mütter, die leben, wie sie uns geboren haben: In Blut, und Schweiß und Schmerzen. Die furchtlos durch das Feuer schreiten, während andere panisch nach Wasser schreien; die des Morgens lieber barfuß aus dem Haus stürzen und über spitze Steine fluchen, als auch nur einen kostbaren Sonnenstrahl zu vergeuden… Und die mit geballten Fäusten den ersten Schlag erwarten, weil sie wissen, dass ihr Kampf jedes Opfer rechtfertigt.« Ein freudloses Lächeln blitzte über ihre vernarbte Seite. »Es war wirklich schön, dich wiederzusehen. Nur schade um die Umstände.«
      »Ja«, erwiderte Mercedes — längst im Jagdmodus. »Wirklich schade.«
      Der tosende Loch Llyr höchstselbst flüchtete sich mit eingezogenem Schwanz in die Alkoven des Himmelsgewölbes, als Beatrix de Barra die narbenversehrten Knöchel auf Mercedes niederfahren ließ. Den einseitigen Schwerpunkt ihrer Prothese nutzend, schwang sich die Kopfgeldjägerin geistesgegenwärtig in die entgegengesetzte Richtung und ließ die Faust der Lairin ins Dach des Waggons laufen; was ein ohrenbetäubendes Schlottern durch die gesamte Länge der Lok jagte. Unbeirrt nutzte Mercedes ihren Schwung und die Chance auf einen ungezügelten rechten Haken gegen das entstellte Gesicht ihrer Gegnerin. Schickte zuvor der Zusammenprall menschlicher Knochen auf Seestein ein Trommelfeuer durch die Finsternis, so krachte nun massiver Seestein auf menschliches Gewebe — ohne der Lilie von Og Maclarr mehr abzuringen als einen winzigen Blutstropfen im zuckenden Mundwinkel. Blankes Entsetzen vereinnahmte Mercedes, ehe sie im Führerstand zu sich kam. Ihr ganzer Körper schmerzte und Krümel des bronzenen Morrígan-Schriftzuges rieselten von ihren Schultern. Vage erinnerte sie sich an das hervorschnellende Knie der hünenhaften Beatrix, welche sich in diesem Moment vom Waggon in ihre Richtung schwang.
      »Zwei Kriegerinnen, deren Entscheidungen zum Wohle der Anderen sie zu Erzfeinden machen«, sülzte sie im Stile mittelalterlicher Ritterepik, »Poetisch, findest du nicht?«
      Schnappatmend zog sich Mercedes an der zerschlissenen Armatur empor. In der Bewegung knirschte ihr gesamter Brustkorb wie eine zusammengeknüllte Blechdose.
      »Wieso…?!«, hustete sie anklagend, »All das…die Bombe…«
      »Du kennst die Antwort.«
      Den abgefeuerten Greifhaken der Kopfgeldjägerin fing Beatrix spielend im Flug. Zwar wickelte sich die der Draht um ihren Unterarm und zerschnitt den Ärmel, durchdrang aber nicht ihr weißes Fleisch. Vermutlich hätte Mercedes ihr gesamtes eisernes Gewicht aufbringen können und ihre Widersacherin dennoch um keinen Millimeter zu verrücken vermocht. Erst einmal war ihr solch eine unbändige Stärke begegnet — worauf sie nun spekulierte. Die Seilwinde surrte und eine überraschte Beatrix fand sich der herangezurrten Mercedes ausgeliefert. Endlich brachte der Cyborg genug Durchschlagskraft auf, um das Ziel empfindsam zu treffen. Die seesteinerne Faust prügelte das wildgelockte Haupt gegen die Außenwand des Waggons, von der es unter einem dröhnenden Gong! abprallte und gegen den Ellbogen der Kopfgeldjägerin krachte. Siegeshungrig ließ Mercedes zwei weitere demontierende Breitseiten gegen das wulstige Narbengeflecht folgen, bevor Beatrix ihren Leichtsinn verheerend bestrafte. In ihrer freien Handfläche verpuffte der dritte Schlag, ehe sie Mercedes in einer schwindelerregenden Bewegung den Arm verrenkte. Zunächst spürte die Kopfgeldjägerin nur den üppigen Busen der Lilie gegen ihren Rücken pressen, als ihr das Stahlseil ihres Greifhakens plötzlich die Luft abschnürte. Wie ein Assassine aus dem Gebüsch erdrosselte Beatrix ihr Opfer hinterrücks und ohne Gnade mit der eigenen Waffe. Die armseligen, krächzenden Misstöne eines abgeschossenen Vogels untermalten Mercedes' Todeskampf. Als wollte Beatrix diesem Leiden schneller ein Ende setzen, hievte sie ihre zentnerschwere Beute vom Boden. Eine Leistung, die bislang niemand vollbracht hatte außer…
      Erst das Grün, dann das Blau in den Augen der Kopfgeldjägerin rollte in ihren Schädel zurück, bis das blutunterlaufende Weiß vom blinden Fleck im Gesicht ihrer Mörderin kaum zu unterscheiden war.
      »Wir alle müssen mit unseren Entscheidungen leben«, flüsterte Beatrix ihr von hinten ins Ohr, »und manche von uns sterben sogar mit ihnen. Leb wohl.«
      Mercedes erhob keine Einwände. Ein spitzes Klicken ertönte, das ihre Hand von der Seilwinde löste und sie zu Boden rutschen ließ — mit der schweren Prothese Beatrix' nackten Fuß zerquetschend. Aufjaulend verlor jene das Gleichgewicht und taumelte gegen den Waggon, wo sie die schwingende Kanone erst bemerkte, als jene ihr die Schläfe aufriss und sie vom Zug kickte. In einer turmhoch berstenden Fontäne schlug die Lilie von Og MacLarr im fountischen Marschland auf, ein eklig besudelter Klumpen Salzschlamm, der sich im Windschatten der davonratternden Morrígan rasch verlor.

      Mercedes fühlte sich eher tot als lebendig und auf unbehaglichste Weise begnadigt. Sie atmete, doch diese Tatsache bezeugte weder den Verdienst ihrer Stärke noch die Nachlässigkeit der lairischen Lilie. Mit Tränen in den rotunterlaufenen Augen erbrach sie einen Schwall ölig-schwarzen Gallerts quer über die Armatur, zu der sie sich zurückgeschleppt hatte, und schluchzte vor Schmerz. Wer auch immer meinte, Sterben sei leichter als Leben, hatte keine gottverfluchte Ahnung. Eben wollte sich Mercedes in ihrer eigenen Kotze zu einem mutterlosen Häufchen zusammenkauern, als die winzige Teleschnecke des Grauen Spions aus ihrem Gehörgang lugte und zu brabbeln begann. Zunächst kaum verständlicher als das Rauschen im Inneren einer Strandmuschel, verdichtete sich das Murmeln zu rudimentären Lauten und artikulierte schließlich umso menschlicher, je grauenhafter sich Nicklebys gotische Turmspitzen gegen den flammengeküssten Horizont abzeichneten.
      »Hallo…?«, fiepte Mercedes nahezu unhörbar. Die blauschwarzen Schnürmale hielten ihre Kehle noch immer im Würgegriff, »Hört…hört mich jemand…? Bitte…«
      »Mercedes? Bist du's?«
      O'Maras vertraute Stimme ließ die letzten Dämme brechen, welche Mercedes' Starrsinn so hartnäckig zu kitten versuchte. Heiße Tränen strömten über ihr sonst so stoisches Antlitz und tropften auf die dankbar gefalteten Maschinenhände.
      »O'Mara«, keuchte sie, »Bist du allein?«
      »Nein«, erwiderte er vielsagend, »Sie hört zu.«
      »Mercedes!«, skandierte eine ihr unbekannte Frauenstimme, »CP0 Greenaway am Hörer. Ist mein Agent bei Ihnen?«
      Derart schwachsinnig schüttelte Mercedes das leer starrende Haupt, dass ihr ihre wüsten haselnussbraunen Strähnen die Augen verklebten. Das lähmende Schweigen folgerichtig deutend, räusperte sich Lorelei in einem brüchigen Atemzug:
      »…Lagebericht?«
      »Es ist ein Zug. Und der Zug ist eine Bombe und…er lässt sich nicht aufhalten. Seestein…alles ist Seestein. Ich kann Nickleby bereits sehen…«
      Mercedes konnte beinahe hören, wie sich O'Maras geistiges Getriebe in Bewegung setzte. Stets stellte sie sich vor, sein Hirn sähe aus wie der Rest ihres Körpers.
      »Was ist mit der Sache auf ›Van Hoord‹?«, kombinierte er rasiermesserscharf. Vage erinnerte sich Mercedes an diese Jagd und vereinte:
      »Ich kann den Zug nicht stoppen, ich…ich bin nicht stark genug.«
      »Dann überlass das uns. Auf deiner Strecke kommt ihr am Cluster Park vorbei. Viel Platz.« Woher auch immer er das wusste. »Dort lassen wir ihn entgleisen. Wenn du Bäume siehst, mach dich bereit. Wir bereiten dir einen gebührenden Empfang…«
      »Das will ich hoffen«, hüstelte Mercedes galgenironisch. Ein Schmunzeln jedoch brachte sie nicht über sich.


      Carla hingegen bleckte ihr gewohntes Rabenlächeln perfider als ein grausames Kind mit einem spitzen Stock, bevor sie ihre Abhörschnecke fortlegte und sich wohlig streckend aus ihrem rabenschwarzen Ohrensessel schälte.
      »Nun kannst du es beenden«, gähnte sie über ihre Schulter hinweg gen Lorca, welche mit leeren Händen und einer marsroten Kraterlandschaft an Stresspusteln in den königlichen Palast zurückgekehrt war und seither mit schweigend-schwelender Glut durch den rothölzernen Teesalon tigerte. Carla spürte das reißende Verlangen in ihrer Vasallin aufkochen, einen unbändigen Löwenhunger nach Gewalt, Zerstörung und Verzweiflung. Mit jeder tatenlosen Minute loderte die Zündschnur in Lorcas Innerem weiter und rasanter und Carla war keineswegs gewillt, der Detonation aus nächster Nähe beizuwohnen. Dieses zweifelhafte Vergnügen behielt sie den ahnungslosen Kopfgeldjägern vor.


      Im tumben Leuchtkreis der Laternen gebar die Marsch vor ihren Augen ein Fohlen der Erde und des Wassers, mit einer Mähne aus Marschschlamm und der Kruste eines Sumpffisches. Seit der ohrenzerschmetternde Knall sie aus dem Schlaf gerissen und schmutzigen Salzregen über ihr kleines Lager ausgegossen hatte, herrschte zwischen den durchnässten Zelten wildes Getuschel. Manche beteten, andere fluchten — zum selben Gott. Einzig die Kinder schienen erpicht, die Kreatur im Krater von Nahem zu bestaunen. Zum Leidwesen der Eltern, hatten sie doch ihr Lager in der verödeten Salzwiese aufgeschlagen, um diese grässliche Nacht unbeschadet zu überstehen. Aus ihrer Mitte wagte sich schließlich eine junge Frau namens Mabel an das grauliche Ding heran, aufatmend. Denn was zunächst mit einem neugeborenen Kelpie assoziiert worden war, jenen gottlosen Wesen also, die im carnischen Teufelssee Loch Llyr den gleichnamigen Sturm durch brünstiges Wiehern entfesseln, ward im Lichtkegel ihrer Lampe jäh entmystifiziert:
      Es handelte sich um ein Menschengeschöpf, groß und stämmig zwar, aber doch zweifellos weiblich, welches sich zunächst auf allen Vieren aus dem Schlick gestützt hatte und nun schleppend aufrichtete. Niemand unter den Kampierenden erkannte in der besudelten Fremden die gefürchtete Heldenschlächterin, zumindest am Ausbleiben der Schreie gemessen. Auf Knien streckte Beatrix den Rücken durch, dass ihr Schlick und Matsch von den breiten Schultern platschten. Zaghaft fasste Mabel sie am Arm und erschrak bitterlich. Das blinde, lidlose Narbenauge der Lilie waberte wie ein Irrlicht in dem moordreckigen Gesicht und funkelte, als wollte es ihrer aller Seelen saugen.
      Tatsächlich verspürte Beatrix beim Anblick dieser langen, dummen fountischen Pferdegesichter nichts als Hass und Verachtung. Wie eines der Wolfskinder aus den Schlagzeilen knurrte sie durch gefletschte Zähne wilde Worte, die den Umstehenden wie gutturale Tierrufe vorkamen. In Wahrheit handelte es sich um handelsübliches Lairisch. Doch erst Mabels unverhoffter Aufschrei sollte das gesamte Lager bis ins Mark erschüttern. Denn an der Fingerspitze, die zuvor die Schulter der Lilie gestreift hatte, fraß sich eine schimmelartige Verflechtung in Mabels Nagelbett. Fasrige Adern entfleuchten in ihren Handrücken und bildeten filigrane, verkapselnde Netzwerke den Arm hinauf. Panisch kämpfte sich Mabel aus ihrer Jacke frei. Sofort spiegelte sich in den angstverzerrten Augen ihres Lagers das volle Ausmaß des grausamen Fluches: Wie ein aggressiver Insektenschwarm nagte die schaurige Substanz an ihrer Haut, auf die Schulter übergreifend und modrige Labyrinthe zwischen den Poren spannend. Ekelhafte, schwammige Gebilde sprossen aus dem absterbenden Gewebe und züchteten heran, was nur als bluteiternder Fungus beschrieben werden konnte. Dem tumorartigen Rumpf entsprangen wiederum neue Myzelien, die sich bis über die zuckende Schlagader der kreischenden jungen Frau ausbreiteten. Auf ihren Wangen rissen Wunden auf, die Pilzköpfe wie Maden gebaren, und korallenähnliche Blattern brachen durch ihre Haut. Korkartige Wucherungen stülpten sich aus Rachen, Nase und Ohren, bis die parasitären Geschwüre ihr sogar die Augäpfel aus dem Schädel pressten. Unter einem unaussprechlichen Gurgeln sackte Mabel schließlich in sich zusammen, noch immer atmend, aber nimmermehr lebendig. Ein gärender Wirt für giftige Pilze. Über dieses abscheuliche Bildnis menschlichen Komposts fielen die verstörten Augenpaare des verbliebenen Zeltlagers unversehens auf Beatrix, welche eben ihren pitschnassen Gehrock abstreifte und den Fellüberwurf aus dem Sumpf fischte. Halbnackt wie eine pagane Göttin und ebenso grausam erwiderte sie das Starren. Dann stieß sie einen schrillen Schrei aus, der wie das Heulen einer Banshee durch die Lüfte schnitt und die ihr verhassten Founts von den Beinen riss. Für einen Moment schien sie abzuwägen, die schaumsprudelnden Leiber einfach im Marschwasser zu ersäufen. Sie tat es nicht, warf sich stattdessen den sumpfnassen Umhang über die Schultern und krönte sich mit dem tropfenden Hirschgeweih. Über Mabels Überreste und die krampfenden Leiber hinweg stampfte die Lilie von Og MacLarr den lodernden Kathedralen am Horizont entgegen, um geschehen zu lassen, was die arme Mercedes zu verhindern glaubte.


    • Wie war das noch mit dem Entschluss einfach direkt meine Rückmeldung zu verfassen? Okay, ich schiebe gute Gründe vor, da meine Weisheitszähne entfernt wurden^^
      Aber dann wollen wir mal Tagarbeit leisten (geht ja gut los) und schauen, was ich so mit dem Kapitel anfangen kann.

      Bar:
      Der Anfang war schon ziemlich hart und eigentlich bin ich schon echt überrascht, dass es sogar zu einer Art Happy End kommt. Zuerst dachte ich mir, dass es sich einfach nur um einen Beispielauszug handelt, um zu verdeutlichen, was die wilde Jagd bedeutet, aber dann wurde es doch der Schauplatz von ...mehr. Stolpere gerade über das Wort, denn mindestens für die arme Familie wiurd es wohl kaum "mehr" Wichtigeres geben, als ihre Rettung. Sagen wir mal mehr Handlung für uns Leser.
      Jedenfalls ist es wieder ziemlich schwierig zu lesen und das ist für mich ein Zeichen, dass es gut gemacht ist. Das Traurigste ist ja wohl, dass man gerne Fiktion! schreien würde, aber wenn man sieht, was heute so durch die Weltgeschichte läuft, dann scheint es nicht mehr so fern, wie man es eigentlich nach WW2 erwarten würde.
      Auch wenn sich der Abschaum der Gesellschaft ins Licht gewagt hat, so gibt es wie überall auch noch Leute mit Integrität und Gewissen. Hier tauchen rechtzeitig Retter auf, etwas was bei vielen anderen Familien wohl eher nicht passiert sein dürfte und nach den Gedanken Zhangs wird die wilde Jagd auch in den nächsten Stunden nicht aufhören. Die Beziehung zwischen Founts und Lairen ist ja sowieso schon mindestens sehr angespannt und nach dieser Nacht ist es schwierig, sich vorzustellen, wie anschließend normal weitergelebt werden kann. Letztlich ist der Stein ins Rollen gekommen und da lässt sich schwerlich was retten oder kitten. Ich bin mir noch nicht sicher, wie das enden mag. Letztlich folgen wir ja nicht unbedingt nur Personen, die Lairen sind und eigentlich sehe ich hauptsächlich eine Chance für die Lairen darin, dass Carla einige Leute gegen sich aufgebracht hat, die dann trotz aller Vorbereitungen und Pläne ihrerseits sie ausschalten werden.
      Wie auch immer es ausgeht, sowas im Griff zu haben ist eine Herausforderung, aber bislang kommst du damit ja ganz gut klar bzw. man merkt auch, dass du dich da ziemlich mit auseinandergesetzt hast.

      Abgesehen von der wilden Jagd ist der Handlungsstrang hier eine Fast-Konfrontation zwischen Zhang und Lorca. Allein schon ihre Auftritte sprechen Bände. Zhang ist menschlich und dient offensichtlich weniger der Krone und schon gar nicht Carla, während Lorca unmenschlich ist und für das Commonwealth nichts empfindet. Das kulminiert dann sogar in der gewissen Herausforderung von Zhang an Lorca, in der sie ja ziemlich deutlich macht, dass sie Carla nicht akzeptiert. Mutig von Zhang, aber so gefühlt lebt sie jetzt nur noch, weil Lorca abgezogen wurde. So recht erschließt sich mir gerade nicht, wieso Lorca überhaupt dort war und wo sie jetzt hin will. Im Zweifel habe ich was übersehen^^

      Kerker:
      Jemand kompetentes! Und er ist schon so weit getrieben, dass er am Ende mit Ulysses paktiert xD Lektion: Personen in wichtigen Positionen sollten überprüft werden auf solche "Kleinigkeiten", denn sonst wird es einem irgendwann mal leid tun. Aber so allgemein interessantes Thema mit Käuflichkeit/Erpressung. Man muss jetzt sagen, dass wir Peter nicht gerade lange kennen, aber wie würde man in so einer Situation reagieren? Und das noch ganz unabhängig vom Dilemma, ob es hier überhaupt eine richtige Antwort gibt. Jedenfalls tut er mir leid und Ulysses kann sich mal positiv darstellen. Woher weiß er das eigentlich alles? Schon mal vorsorglich Informationen über diverse Leute in leitenden Positionen erhoben, für den Fall, dass man sie braucht? Im Kerker per Teleschnecke angefragt? Letzteres wäre schon extra beeindruckend und kommt mir unwahrscheinlich vor. Dann bin ich von der prophylaktischen Art einerseits beeindruckt, andererseits ist es noch peinlicher, wie sehr ihnen andere Situationen entglitten sind.
      Aber im Ergebnis ist Ulysses jetzt raus und der Palast noch weiter geschwächt. Damit kann Ulysses jetzt gleich vor Ort zum Gegenschlag ausholen, wie auch immer der aussehen mag. Vielleicht latscht er Richtung Carla und darf sich mit Lorca prügeln? Ich bin sehr gespannt, inwiefern wir ihn jetzt in Aktion erleben dürfen. Verkneifen kann ich mir auch nicht, dass ich mir weitere Informationen über seine Teufelskraft erhoffe^^

      Mercedes:
      Also Mercedes könnte ja auch fast ein Ort sein :D Okay, aber hier haben wir zwei Orte und in gewisser Hinsicht auch zwei Perspektiven.
      Gut, hier haben wir zwei, die haben es auch im Kopf. Aber ja, jetzt klingt es mehr wie Carla mit den Explosionen xD
      Jedenfalls machen sich die beiden auf den Weg (also der eine gegen äztliche Empfehlung, da sieht man mal wieder wozu das noch führen wird) und tada, sie haben Recht gehabt. Ein Zug mit Sprengstoff ist keine nette Überraschung, aber ein urzeitlicher Vogel ist es noch weniger. Mercedes schmeckt bestimmt nicht, was den Vogel aber nicht abhält. Mercedes ist jetzt nicht gerade schwach, trotzdem macht sich ihr Geschwindigkeitsproblem bemerkbar. Aber andererseits: Geschwindigkeit ist hier weniger vonnöten, sie wird ja angegriffen und muss nur ihren Dickschädel beweisen, im wahrsten Sinne des Wortes. Der vorübergehende Triumph wird auch unterstützt durch unseren grauen Spion, der den Vogel eiskalt überfährt.
      Die Welt könnte so schön sein, aber a) wir sind in OP wo vom Zug überrollt werden nicht so schlimm ist und b) wir sind in Menschenjagd. Also kommt der Terrorvogel zurück um Terror zu verbreiten. Der graue Spion opfert sich, und nun ja, ich würde gerne sagen, dass mich das mehr berührt hat, als es tat, aber irgendwie ist er bei mir ziemlich ...grau geblieben. Kann jetzt nicht genau festlegen woran es liegt. Vielleicht war es zu abrupt, vielleicht konnte ich ihm einfach nichts abgewinnen, eventuell wurde er auch ein Opfer der langen Zeiten zwischen den Kapiteln, aber hat bei mir kam jetzt keine Trauer um ihn auf.
      Mercedes hingegen ist sicherlich mehr berührt und wird sich der Aufgabe widmen. Allerdings kann man sich durchaus fragen, wie lange sich der Urvogel hier aufhalten lassen wird, denn ein bereits schwer verletzter Spion wirkt nicht wie jemand, der mehr als ein paar Sekunden herausholen kann. Unter der vorigen Voraussetzung, dass der Vogel auch den Zug einholen kann wirkt das nach ziemlich wenig für den ganzen Weg. Aber mal schauen.
      Unklar ist hier jetzt auch, wer sich eigentlich hinter dem Viech verbirgt. Bei mir macht nichts Klick und somit tappe ich damit ziemlich im Dunkeln. Unter der Annahme, dass der gute Vogel ja wohl eher nicht sofort wieder von der Bildfläche verschwindet kann da ja noch Aufklärung erfolgen.

      Ultimativ wird hier ein Comeback der Lairen bzw. der Gruppe um Ulysses eingeleitet, da dieser jetzt wieder frei von Kerker und Seestein ist. Ansonsten haben wir noch den Bombentimer, der erstmal Mercedes herausnimmt und vage Konflikte zwischen Carla und der Exekutive mit Gewissen. Fortschritt noch überschaubar abseits von Ulysses, aber es läuft an! Ich muss schon sagen, aktuell bin ich am gespanntesten auf Ulysses und darauf, wann mal jemand Lorca die Fresse poliert. Bei ersterem kann ich ja vermutlich Hoffnung hegen, beim letzteren Punkt muss ich mich wohl noch gedulden^^

      Das war es soweit von mir, bis zum nächsten Kapitel!
      "Well, let's begin"
      Meine FF: Erlebnisse eines Meisterdiebes (abgeschlossen)
      Langeweile? Lust auf etwas Neues? Komm nach Düsterwald in unsere Gemeinschaft! Wir freuen uns immer über neue Mitspieler!
    • Kapitel 160 Nachtarbeit

      In guter oder auch schlechter Tradition ist der letzte Tag des Jahrs für mich ein Punkt, wo ich noch die übriggebliebenen FF-Kapitel aus dem alten Jahr kommentiere. In guter oder eher schlechter Sache ist es dieses Jahr nur eins.^^
      Aber wenigstens sitzt mir diesmal kein neues Kapitel im Nacken ;)

      Ich weiß nicht, was mich mehr erschrecken soll, die Brutalität des Mobs bzw die Situation in der Bar, wie (wahrscheinlich) realistisch du es geschrieben hast, bzw dass es sicher wirklich so laufen würde, dass du es so realistisch schreiben kannst oder wie wenig es mich mittlerweile schockiert/überrascht/stört in deinem FF auf solche Dinge zu treffen. Mehr gibt es eigentlich zum ersten Abschnitt nicht zu sagen.

      Im Kerker winkst du gleich nochmal mit dem Zaunpfahl, dass man sich die ganzen Stereotype/ Zuschreibungen in die Haare schmieren kann oder halt der Hauptmann der Palastwache lairisches Blut hat.
      Die Szene im Kerker hat mir wieder sehr gut gefallen, da sie einfach zeigt, dass (fast) jeder irgendeineSchwachstelle hat, an der man ihn Notfalls kriegen kann. Das Ulysses so viel über Peter Haywoodweiß, wundert mich eher weniger. Immerhin scheint er zu den höherrangigen Mitgliedern des Militärs bzw der (Palast-)Wache zu gehören. Zwar sicher nicht zu den wichtigsten, denn sonnst hätte er sicher mehr Unterstützung erfahren, aber hoch genug, um wichtig genug zu sein, ihn genauer zu betrachten. Zumindest, wenn man irgendwann mal in den Palast rein oder halt raus muss. Leider fällt mir gerade kein wirklich guter Vergleich ein, aber… man muss nur den mit den richtigen Schlüsseln kennen um überall reinzukommen und diese Person muss nicht der oberste Chef des Gebäudes sein. Wie er an die Informationen gekommen ist, wundert mich auch eher wenig, immerhin hatten sie mit Hearst einen, über dessen Tisch sicher die eine oder andere Information bzw. Antrag gegangen ist oder die Putzfrau gehört zu Ulysses, wenn sich nicht sogar Carlas Befürchtungen wegen dem Diener bestätigen. ^^
      Mehr zweifeln würde ich dagegen an der Aussage, dass alles schon für den Jungen vorberietet ist, denn das wäre dann doch zu viel der Vorausplanung. Also wenn Ulyssesihn hier nicht zu hundertprozentig belogen hat, wovon ich aufgrund seiner Art eher nicht ausgehe, ist diese Flucht zwar noch nicht final vorbereitet, lässt sich aber Schritt für Schritt schnell in die Wege leiten. Ein Anruf dürfte für das Schiff genügen und das Herz lässt sich dann auch noch später besorgen. Wobei Ulysses und Co sicher einfacher an ein solches kommen als die Königin, wenn sie sich dafür interessieren würde bzw wohl eher, wenn sie überhaupt darüber informiert worden wäre, denn ich denke der Antrag ist nie persönlich bei ihr gelandet. Jedenfalls kann Ulysses Organisation sicher ohne Probleme jemanden mit dem richtenHerz verschwinden lassen.
      Das Peter Haywood nach diesem Strohhalmgreift ist ihm nicht vorzuwerfen, auch wenn er sicher ganz genau weiß, auf was für einen Deal er sich da letztendlich eingelassen hat, aber das eigne Kind ist wohl den meisten näher als alles andere.

      Mercedes Kampf gegen Myzete hast du auch wieder sehr gut hinbekommen, besonders den Terror dem Terrorvogel im Dunkeln zu begegnen. Zwar könnte man sagen, jedes (wilde) Tier was im Dunkeln auf dich jagt macht ist gruselig, aber… sagen wir es mal so, den Angriff einer Raubkatze oder anderen Säugetiers erzeugt gefühlt schon eine andere Stimmung und wenn es nur daran liegt, dass wir (in Europa) große freilaufende Vogeltiere nicht gewohnt sind.
      Zusätzlich stellst du auch nochmal sehr gut heraus wie stark Myzete ist, da sie den Kampf mehr oder weniger vollkommen dominiert. Zumindest wird Mercedes ziemlich in die defensive gedrängt, auch wenn dies wie der Graue Spion richtig bemerkt hat auch schon eine Leistung von ihr ist sich überhaupt verteidigen zu können. Andererseits ist Mercedes durch die anderen Kämpfe und die gesamte Situation nach der Explosion auch schon ziemlich angeschlagen.

      Wo wir schon bei Explosion sind, schon im letzten Kapitel hat Carla angedeutet, dass es noch etwas geben wird, was noch mehr Menschen und besonders die Königin gegen die Lairen aufbringen soll und eine weitere Explosion war da schon sehr wahrscheinlich. Allerdings frage ich mich jetzt, in wieweit gehörte bzw. gehört das Geschehene noch zu Ulysses Plan, denn…
      Anders, ich frage mich gerade, welchen Plan Ulysseshatte, denn zumindest schien er bisher den Gedanken zu haben Catherinezumindest teilweise auf ihrer Seite zu haben bzw. mit ihr Verhandeln zu können. Wollte er mit der Explosion in Copperfield zeigen was er kann und ihr dann drohen dies auch in Nicklebyeinzusetzen, wenn sie die Laren nicht freigibt oder ging es ihm nur um eine allgemeine Drohung oder ist die Bombe bzw. der Sprengstoff gar nicht für Nickleby bzw. die Founds bestimmt…
      Irgendwie gibt es da gerade wieder mehrere Möglichkeiten und wenn es nur daran liegt, dass erwähnt wurde das die Bombe nicht nur dafür da war, um die Verbrechen vom Pest Doktors zu verschleier, (sein Name fällt mir gerade nicht ein).
      Zwar würde eine Explosion bzw. Anschlag in Nicklebysehr gut zu Ulysses bzw der ganzen IRA Thematik passen, aber dafür… wie gesagt schien Ulysses zu sehr auf ein gutes bzw. nicht zu schlechtes Verhältnis mit Catherinezu setzten.
      Deswegen frage ich mich einfach in wieweit Carla hier (Teile) des Plans gekapert und in ihrem Sinne verändert hat, bzw. ob nicht vielleicht sogar eines auf dem Mist von Behemoth gewachsen ist, denn immerhin verteidigt Myzete den Transport.

      Um es einfach auszudrücken, derzeit gibt es einfach zu viele Verschiedene beteiligte Interessensgruppen um genau sagen zu können, welche der (geplanten) Ereignisse final welche Gruppe zuzuordnen sind.

      Damit komme ich nun wieder zurück nach Nicklebyund der Situation Rund um Zhang, welche sich nicht von Lorca beeindrucken lässt, auch wenn es wohl eher der Zufall ist, der sie und die anderen Anwesendenrettet. Viel mehr fällt mir zu dieser Situation leider auch nicht ein, außer, dass sie sehr gut zeigt, dass Zhang wohl einiges durchschaut hat oder zumindest ahnt was im Palast derzeit vor sich geht und vor allem nicht zu denken scheint, dass die Lairen alle verschwinden müssen/an allem schuld sind. Sprich, sie denkt nicht so nationalistisch wie viele ihrer Landleute.

      Damit bin ich wieder am Ende meines Kommentars von einem sehr interessanten Kapitel angekommen und wir alle fast am Ende des Jahres oder schon darüber hinaus je nachdem wann ihr es Lest. ^^
      Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch (gehabt zu haben) und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2021.
      :thumbsup: Nicht nur in One Piece die reine Wahrheit: :thumbsup:
      Pirates are evil?!!... ...The Marines are Justice?!!
      These labels have been passed around Heaven knows how many times...!!!
      Kids who have never known peace... ...and kids who have never known war... ...Their values are too different!!!
      Whoever stands at the top can define right and wrong as they see fit!!!
      Right now, we stand in neutral territory!!!
      "Justice will prevail"?!... ...Well, sure it will!
      Whoever prevails... ...is Justice!!!! (Doflamingo)

      So kann man es aber auch sehen
      "THERE IS NO JUSTICE, THERE IS ONLY ME!"
      Death, Discworld, Terry Pratchett

    • Kapitel 160

      endlich hab ich geschafft dein kapitel zu lesen ,

      ich finde das kapitel ist dir mal wieder sehr gelungen und hat echt spaß gemacht zu lesen , nach dem es bei one piece ja auch super voran geht , macht deine geschichte auch wieder ein kleinen sprung aber fangen wir von vorne an

      wir sehen die wilde jagt von nahen und wie sie so von statten geht in den vierteln der lairen
      nicht gerade frendlich würde ich behaupten aber du schaffst das echt einen da so richtig zu fesseln und den leser richtig ein zu tauchen in die geschichte und das liebe ich so an deiner FF
      auch merke ich hier wieder das ich nie im leben so gut werde im schreiben dafür fehlt mir das talent haha

      die szene in der taverne endet mit schüsse als erstes dachte ich das andere lairen zurück schlagen aber das wir da unsere zhang am abzug haben hatte ich zu dem zeitpunkt noch nicht auf den schirm
      war aber gut gemacht

      das lorca da wieder ein austand macht war auch sehr gut beschrieben , mir hat das gespräch der beiden damen sehr gefallen


      nun kommen wir zum gefängis
      also respekt wie uylsses seine reden und informationen nutzten kann um seinen willen zu bekomen ist der hammer
      auch wenn es nicht immer klappt siehe carla , hat es hier gereicht unserer bastard könig ist so gut wie frei erst mal und der gegenschlag kann so langsam beginnen
      bin gespannt wie es da weiter geht


      mercdes sieht die auswirkungen der bombe und wie sie schön gelernt hat gibt es keine zufälle
      schön das sie das alles in diesem chaos bedacht haben , nur so kannst du gegen carla gewinnen , versuchen herrauszufinden was los ist und wie alles zusammen passt und gegen maßnahmen ergreifen auch wenn carla immer gut vorbeitet ist , aber wenn man sich zu viele feinde macht wird es einen zum verhägnis



      zum ende haben wir nochmal die lok
      ich fands genial als ich tender gelesen habe , so heisst unsere kneipe im dorf auch ^^


      das sich der spion opfert find ich richtig gut geschrieben und wird mercdes enorm puschen


      bin echt gespannt wie es weiter geht und wer den nächsten schritt machen wird

      qoii schrieb:



      Mercedes Kampf gegen Myzete hast du auch wieder sehr gut hinbekommen, besonders den Terror dem Terrorvogel im Dunkeln zu begegnen. Zwar könnte man sagen, jedes (wilde) Tier was im Dunkeln auf dich jagt macht ist gruselig, aber… sagen wir es mal so, den Angriff einer Raubkatze oder anderen Säugetiers erzeugt gefühlt schon eine andere Stimmung und wenn es nur daran liegt, dass wir (in Europa) große freilaufende Vogeltiere nicht gewohnt sind.

      Deswegen frage ich mich einfach in wieweit Carla hier (Teile) des Plans gekapert und in ihrem Sinne verändert hat, bzw. ob nicht vielleicht sogar eines auf dem Mist von Behemoth gewachsen ist, denn immerhin verteidigt Myzete den Transport.
      gut das man hier einen sehr aufmerksamen leser hat , ich habs das schon wieder ganz vergessen das es myzete ist , ich dahcte mir nur cool terrovogel mal sehen wer dahinter steckt ^^

      naja ob sie den tranport verteidigt ist so ne sache ich glaub weniger dran , ich denke da steckt was anderes hinter , aber mal sehen was bei rum kommt
      vllt will sie auch einfach nur mercdes behindern oder wollte das der spion am ende sein leben verliert

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Monkey D. David ()

    • Long time no see.

      Ich habe gelesen. Ich habe verarbeitet. Ich quäle mich durch den Kommentar. Ich werde hauptsächlich auf das "neue" Kapitel eingehen, weil zum alten schon viel gesagt wurde, ich jetzt aber nicht mehr die Muse hatte mich durch du die Kommentare und deine Antworten zu fräsen, um am Ende nur dasselbe widerzukauen.

      Generell ist es mir überhaupt nicht schwer gefallen, in deine Geschichte einzusteigen, weil ich zum einem recht "günstigen" Moment ausgestiegen bin, aber ich tue mich generell schwer damit, deiner Handlung noch mit derselben Aufmerksamkeit zu folgen. Der Arc begann im Sommer 2017 und seitdem ist so viel passiert und ich hab so unkontiuierlich die Handlung aufgenommen und wieder fallen gelassen, dass es mir echt wahnsinnig leid tut, dass ich aktuell bei vielem einfach nur da sitze und versuche freundlich zu lächeln, weil ich mir wie ein Demenzkranker Opa vorkomme, der irgendwie weiß, dass er das alles schon einmal gehört oder erlebt hat, aber es leider nicht mehr richtig einordnen kann. Aber ich werde ja den Arc noch einmal von vorne lesen, um mich hier sukzessive noch einmal vorzuarbeiten. Wo stehst du eigentlich prozentual gerade so im Arc? Also Hälfte? Letztes Drittel? etc. Das würde mich gerade einfach mal interessieren.

      Das neueste Kapitel setzt ja mit schöner fesselnder Tragik ein und ich war ja tatsächlich positiv überrascht, dass du das Kind nicht den fleischlichen Gelüsten der randalierenden fanatischen Founts überlassen hast. Felicia Zhang löst die Lage auf und avanciert schleichend zu einer meiner Lieblingsfiguren aus dem Arc. Mir gefallen Menschen, die prinzipientreu und dabei dennoch erstaunlich unberechenbar sind. Dass sie sich dem tobenden Wirblewind in Form von Lorca entgegenstellt, trägt natürlich maßgeblich zu meiner Bewunderung bei.

      Copperfield, Nickelby...ganz schön viele Städte, die in deinem blutigen Bürgerkrieg das zeitliche segnen müssen bzw. segnen sollen. Gefällt mir einerseits gut, dass du auch die Tragik eines Bürgerkrieges in Gänze wiederzugeben versuchst. Generell gefällt mir das Spiel, welches Carla inszeniert hat, wie sie Catherine für ihre Zwecke manipuliert und wie armselig das Volk auf die Hassreden ansprengt. Das kommt davon, wenn Konflikte vermeintlich nicht ausgesöhnt sind und als Pulverkraft in einer Gesellschaft verharren bleiben. Schöner Wink in die reale (Zeit-)Geschichte und wir haben in Deutschland mit Wiedervereinigung, rechtem und linken Terror etc. genug solcher Themen, die ähnlich unter der Oberfläche brodeln und nur den richtigen Agitator und die passende Initialzündung brauchen, um entflammt zu werden.
      Ich weiß im übrigen nicht, ob es Zufall oder sogar beabsichtigt war, oder ob du dich überhaupt noch an das Detail erinnerst, aber die Herzkönigin hat ja für den Verrat von Liberty Bourbon damals auch das "Höllenfeuer" geschickt und Duchess Court war ja mal Kolonie der Founts. War vermutlich nur Zufall bzw. ohnehin nicht die originellste Idee, aber ich fand diese (zufällige) Verbindung irgendwie nett.

      Ob die Lairen den Sturm überleben werden? Wäre das hier One Piece, würde ich zweifelsohne zustimmen und sagen, dass am Ende sich die Schatzjäger am Ende als Helden aufschwingen werden, Carla gestürzt, Catherine bekehrt, Beatrix aus dem Exil zurückkehrt etc. Aber das ist (glücklicherweise) nicht OP und irgendwas sagt mir, dass du trotz deiner Hibernophilie den Lairen kein Happy End gönnen wirst. Vielleicht wird nicht die ganze grüne Insel am Ende brennen, aber da wird sich noch ein bisschen Asche die Meerenge hinabwehen.

      Kommen wir noch in einem kleinen Absatz zu Ondine. Ja. Gut. Also an ihrer Situation hat sich nicht viel verändert und manchmal hab ich das Gefühl, dass du nicht ganz genau weißt, was du mit ihr anstellen sollst. Also das ist keine Kritik, sondern nur so ein Eindruck. Der kann natürlich auch jetzt aus der blöden Situation entstehen, die im letzten Kapitel sozusagen den "Abschlusspunkt" für meinen Kommentar liefert. Ich bin gespannt, wohin der Ondineplot noch führt, aber gerade sehe ich da noch nicht wirklich das Licht, zu dem er am Ende führen kann. Mal abgesehen davon, dass ich hoffe, dass sie Hearst am Ende auf martialische Weise sterben lässt xD

      Ähnliche Probleme hatte/habe ich mit dem ganzen Handlungsstrang um Kevin. Die Figur hat mich irgendwie nie wirklich abgeholt. Das möchte ich aber tatsächlich auf mein zerhacktes Leseerlebnis schieben und bin gespannt, ob ich das anders bewerte, wenn ich den Arc in einem Guss lesen kann, aber ich bin froh, dass er jetzt (hoffentlich) das zeitliche gesegnet hat und wir ihn losgeworden sind.

      Die Verwunderung in den Kommentaren, wer hinter Myzete stecken könnte, fand ich dann doch erstaunlich amüsant, weil ihr Name doch sogar im Kapitel erwähnt wird :D Ihr Auftritt hat mir allerdings sehr gut gefallen. ich wusste ja schon länger, dass irgendwann mal ein Terrorvogel auftauchen wird und hab mich schon immer gefragt, wer denn diese Teufelsfrucht erhalten wird. Am Ende hat es also sogar Myzete getroffen. Sehr schön. Der "Kampf" von ihr und Mercedes sowie die ganze Szenerie haben mir äußerst gut gefallen. Mercedes tut aktuell sowie das, was sie am besten kann: Badass sein.

      Zum Schluss noch um unsere lairische Fraktion: Uylsses und Moira vor allem. Mir gefällt Moria in den aktuellen Kapiteln auch sehr. Ich mag ihre staatsmännische Ausstrahlung, die am Ende dennoch wie bei allen Politikern, doch nur eine gewisse Fassade ist. Hat mir sehr gut gefallen, wie du sie dargestellt hast. Vor allem ihr Gespräch mit Carla. Licht und Schatten. Ulysses' Parts gefielen mir auch sehr gut, auch wenn ich dazu jetzt nicht mehr sagen kann irgendwie.

      So. Ich glaube, dass ich auf viele wichtige Punkte eingegangen bin, die mir jetzt noch auf der Seele gebrannt haben. Insgesamt sehr gute Kapitel, der Plot schreitet voran, auch wenn ich absolut noch nicht ausmachen kann, wohin du uns führen wirst.

      Weiter so.

    • So! Neues Jahr, neues Kapitel, neues Glück. Meine Bachelor-Arbeit ist abgegeben, mein Semester neigt sich dem Ende und meine Motivation, diesen Arc zu beenden, ist größer als jemals zuvor. Das neue Kapitel trägt den Titel "Und die Hölle folgte ihnen", kann an alter Stelle gelesen werden und wirbelt ordentlich Staub auf. Viel Spaß wünsche ich. :)

      PS.: Wer mir sagen kann, was es mit diesem Titel besonderes auf sich hat, darf sich auf sein Gedächtnis etwas einbilden. xD

      Eldrail

      Eldrail schrieb:

      Der Anfang war schon ziemlich hart und eigentlich bin ich schon echt überrascht, dass es sogar zu einer Art Happy End kommt. Zuerst dachte ich mir, dass es sich einfach nur um einen Beispielauszug handelt, um zu verdeutlichen, was die wilde Jagd bedeutet, aber dann wurde es doch der Schauplatz von ...mehr. Stolpere gerade über das Wort, denn mindestens für die arme Familie wiurd es wohl kaum "mehr" Wichtigeres geben, als ihre Rettung. Sagen wir mal mehr Handlung für uns Leser.
      Jedenfalls ist es wieder ziemlich schwierig zu lesen und das ist für mich ein Zeichen, dass es gut gemacht ist. Das Traurigste ist ja wohl, dass man gerne Fiktion! schreien würde, aber wenn man sieht, was heute so durch die Weltgeschichte läuft, dann scheint es nicht mehr so fern, wie man es eigentlich nach WW2 erwarten würde.
      Ja. Mir war es wichtig, das persönliche Elend der Wilden Jagd noch einmal genau herauszustellen. Man kann viel von Feuer und Verwüstung schreiben, aber erst mit einem richtigen Beispiel lässt sich so ein Horrorszenario wirklich fassen. Es war auch nicht leicht zu schreiben, aber notwendig.

      Eldrail schrieb:

      Auch wenn sich der Abschaum der Gesellschaft ins Licht gewagt hat, so gibt es wie überall auch noch Leute mit Integrität und Gewissen. Hier tauchen rechtzeitig Retter auf, etwas was bei vielen anderen Familien wohl eher nicht passiert sein dürfte und nach den Gedanken Zhangs wird die wilde Jagd auch in den nächsten Stunden nicht aufhören. Die Beziehung zwischen Founts und Lairen ist ja sowieso schon mindestens sehr angespannt und nach dieser Nacht ist es schwierig, sich vorzustellen, wie anschließend normal weitergelebt werden kann. Letztlich ist der Stein ins Rollen gekommen und da lässt sich schwerlich was retten oder kitten. Ich bin mir noch nicht sicher, wie das enden mag. Letztlich folgen wir ja nicht unbedingt nur Personen, die Lairen sind und eigentlich sehe ich hauptsächlich eine Chance für die Lairen darin, dass Carla einige Leute gegen sich aufgebracht hat, die dann trotz aller Vorbereitungen und Pläne ihrerseits sie ausschalten werden.
      Die Frage ist: Wer weiß um Carlas Rolle bei der Wilden Jagd? Wie das neue Kapitel zeigt, ist nicht Carla das Gesicht dieser Politik. Denn bisher hat sich die Frau in Schwarz ja sehr geschickt im Hintergrund gehalten; trotz ihrer gewonnenen Macht am Hofe.

      Eldrail schrieb:

      Wie auch immer es ausgeht, sowas im Griff zu haben ist eine Herausforderung, aber bislang kommst du damit ja ganz gut klar bzw. man merkt auch, dass du dich da ziemlich mit auseinandergesetzt hast.
      Sagen wir einfach, dass ich einen Plan für die Beziehung beider Nationen habe. Und diesen finde ich logisch. Allerdings kann man bei solchen umwälzenden und großangelegten Themen nicht immer alle Details abdecken und vielleicht entgehen mir Dinge, egal wie intensiv man sich mit realen historischen Begebenheiten befasst. Irgendein Schlaumeier kann immer eine Lücke entdecken. Aber darum kümmere ich mich dann, wenn es soweit ist. Momentan habe ich alles im Griff, schätze/denke/glaube/hoffe ich. :D

      Eldrail schrieb:

      Abgesehen von der wilden Jagd ist der Handlungsstrang hier eine Fast-Konfrontation zwischen Zhang und Lorca. Allein schon ihre Auftritte sprechen Bände. Zhang ist menschlich und dient offensichtlich weniger der Krone und schon gar nicht Carla, während Lorca unmenschlich ist und für das Commonwealth nichts empfindet. Das kulminiert dann sogar in der gewissen Herausforderung von Zhang an Lorca, in der sie ja ziemlich deutlich macht, dass sie Carla nicht akzeptiert. Mutig von Zhang, aber so gefühlt lebt sie jetzt nur noch, weil Lorca abgezogen wurde. So recht erschließt sich mir gerade nicht, wieso Lorca überhaupt dort war und wo sie jetzt hin will. Im Zweifel habe ich was übersehen^^
      Nö. Lorca hat nach O'Mara und Co. gesucht, oder nach Ulysses' Verbündeten. Dazu kehrte sie erstmal an den Ort zurück, an dem sie auch den Bastardkönig gefunden hat. Das sagte sie auch genau so. Also manchmal sagen die Figuren schon die Wahrheit. Wie clever das jetzt war? Ka. Es ist Lorca, die wird nicht für's Denken bezahlt.^^

      Und ja, Zhang hatte großes Glück. Die Szene zeigte lediglich ihre Willensstärke und ihren Mut, selbst im Angesicht des Todes. Oder im Angesicht von Lorca, aber das läuft wohl aufs Selbe hinaus bei der Frau.

      Eldrail schrieb:

      Jemand kompetentes! Und er ist schon so weit getrieben, dass er am Ende mit Ulysses paktiert xD Lektion: Personen in wichtigen Positionen sollten überprüft werden auf solche "Kleinigkeiten", denn sonst wird es einem irgendwann mal leid tun. Aber so allgemein interessantes Thema mit Käuflichkeit/Erpressung. Man muss jetzt sagen, dass wir Peter nicht gerade lange kennen, aber wie würde man in so einer Situation reagieren? Und das noch ganz unabhängig vom Dilemma, ob es hier überhaupt eine richtige Antwort gibt. Jedenfalls tut er mir leid und Ulysses kann sich mal positiv darstellen. Woher weiß er das eigentlich alles? Schon mal vorsorglich Informationen über diverse Leute in leitenden Positionen erhoben, für den Fall, dass man sie braucht? Im Kerker per Teleschnecke angefragt? Letzteres wäre schon extra beeindruckend und kommt mir unwahrscheinlich vor. Dann bin ich von der prophylaktischen Art einerseits beeindruckt, andererseits ist es noch peinlicher, wie sehr ihnen andere Situationen entglitten sind.
      Also ich schicke voraus, dass Ulysses die Info zu Haywood bereits im Vorfeld wusste und genau deshalb auch den ursprünglichen Wachmann verscheucht hat. Er wollte von Haywood bewacht werden, da dieser das schwächste Glied der Kette darstellt. Ironischerweise, sollte er doch als Hauptmann das stärkste sein. Nachdem Ulysses gegen Carla eine schlechte Figur gemacht hat, zeigt sich hier also wieder eine gewisse Kompetenz seinerseits. Obwohl er nicht damit gerechnet hat, im Knast zu landen, hat er doch für den Fall der Fälle vorgesorgt.

      Eldrail schrieb:

      Aber im Ergebnis ist Ulysses jetzt raus und der Palast noch weiter geschwächt. Damit kann Ulysses jetzt gleich vor Ort zum Gegenschlag ausholen, wie auch immer der aussehen mag. Vielleicht latscht er Richtung Carla und darf sich mit Lorca prügeln? Ich bin sehr gespannt, inwiefern wir ihn jetzt in Aktion erleben dürfen. Verkneifen kann ich mir auch nicht, dass ich mir weitere Informationen über seine Teufelskraft erhoffe^^
      Sei unbesorgt, seine Teufelskraft wird noch in diesem Arc enthüllt werden. Ich freue mich auch schon.^^

      Eldrail schrieb:

      Jedenfalls machen sich die beiden auf den Weg (also der eine gegen äztliche Empfehlung, da sieht man mal wieder wozu das noch führen wird) und tada, sie haben Recht gehabt. Ein Zug mit Sprengstoff ist keine nette Überraschung, aber ein urzeitlicher Vogel ist es noch weniger. Mercedes schmeckt bestimmt nicht, was den Vogel aber nicht abhält. Mercedes ist jetzt nicht gerade schwach, trotzdem macht sich ihr Geschwindigkeitsproblem bemerkbar. Aber andererseits: Geschwindigkeit ist hier weniger vonnöten, sie wird ja angegriffen und muss nur ihren Dickschädel beweisen, im wahrsten Sinne des Wortes. Der vorübergehende Triumph wird auch unterstützt durch unseren grauen Spion, der den Vogel eiskalt überfährt.
      Ja, Mercedes' "Gewicht" macht ihr an dieser Stelle schwer zu schaffen. Höhö. Der Nachteil ihres biomechanischen Körpers macht sich spätestens dann bemerkbar, wenn sie auf einen derart schnellen Widersacher wie den Terrorvogel trifft. Wobei dieser ja sogar so schnell ist, dass selbst Mercedes' Haki nicht hinterherkommt. Dies war beim Pestdoktor ja noch kein Problem. Man sieht also, der Terrorvogel ist eine ziemliche Hausnummer. Wäre definitiv ein interessanter Kampf geworden.

      Eldrail schrieb:

      Die Welt könnte so schön sein, aber a) wir sind in OP wo vom Zug überrollt werden nicht so schlimm ist und b) wir sind in Menschenjagd. Also kommt der Terrorvogel zurück um Terror zu verbreiten. Der graue Spion opfert sich, und nun ja, ich würde gerne sagen, dass mich das mehr berührt hat, als es tat, aber irgendwie ist er bei mir ziemlich ...grau geblieben. Kann jetzt nicht genau festlegen woran es liegt. Vielleicht war es zu abrupt, vielleicht konnte ich ihm einfach nichts abgewinnen, eventuell wurde er auch ein Opfer der langen Zeiten zwischen den Kapiteln, aber hat bei mir kam jetzt keine Trauer um ihn auf.
      Schwierig. Der Graue Spion war ein namenloser Charakter, der erst im Zusammenspiel mit Mercedes Konturen gewonnen hat. Austauschbar zu sein war ja gewissermaßen sein täglich Brot und ich hatte das auch forciert. Also ist nicht schlimm, dass du jetzt nicht in Tränen ausgebrochen bist, zumal die Abstände zwischen den Kapiteln das auch echt nicht leichter machen. Ich kann gut mit leben, zumal ich beim Schreiben auch nicht super traurig über seinen Abgang war. Ich mochte ihn, aber man sollte solche Sachen auch nicht überstrapazieren. Es reicht mir, dass er als Figur in Erinnerung bleibt, die sich für das höhere Wohl geopfert hat.

      Eldrail schrieb:

      Mercedes hingegen ist sicherlich mehr berührt und wird sich der Aufgabe widmen. Allerdings kann man sich durchaus fragen, wie lange sich der Urvogel hier aufhalten lassen wird, denn ein bereits schwer verletzter Spion wirkt nicht wie jemand, der mehr als ein paar Sekunden herausholen kann. Unter der vorigen Voraussetzung, dass der Vogel auch den Zug einholen kann wirkt das nach ziemlich wenig für den ganzen Weg. Aber mal schauen.
      Gute Einwand.^^

      Eldrail schrieb:

      Unklar ist hier jetzt auch, wer sich eigentlich hinter dem Viech verbirgt. Bei mir macht nichts Klick und somit tappe ich damit ziemlich im Dunkeln. Unter der Annahme, dass der gute Vogel ja wohl eher nicht sofort wieder von der Bildfläche verschwindet kann da ja noch Aufklärung erfolgen.
      Im Zweifelsfall weiß qoii die Antwort. :D

      Eldrail schrieb:

      Ultimativ wird hier ein Comeback der Lairen bzw. der Gruppe um Ulysses eingeleitet, da dieser jetzt wieder frei von Kerker und Seestein ist. Ansonsten haben wir noch den Bombentimer, der erstmal Mercedes herausnimmt und vage Konflikte zwischen Carla und der Exekutive mit Gewissen. Fortschritt noch überschaubar abseits von Ulysses, aber es läuft an! Ich muss schon sagen, aktuell bin ich am gespanntesten auf Ulysses und darauf, wann mal jemand Lorca die Fresse poliert. Bei ersterem kann ich ja vermutlich Hoffnung hegen, beim letzteren Punkt muss ich mich wohl noch gedulden^^
      Also ich sage mal so: Das Finale (Showdown!!) ist nur noch ein, zwei Kapitel entfernt. Je nachdem, wie man das definieren möchte. Wir befinden uns in der Endphase des Arcs, dessen Ereignisse sich nun komplett überschlagen werden. Und dann wollen wir mal sehen, welche deiner Wünsche noch wahr werden.
      qoii

      qoii schrieb:

      Ich weiß nicht, was mich mehr erschrecken soll, die Brutalität des Mobs bzw die Situation in der Bar, wie (wahrscheinlich) realistisch du es geschrieben hast, bzw dass es sicher wirklich so laufen würde, dass du es so realistisch schreiben kannst oder wie wenig es mich mittlerweile schockiert/überrascht/stört in deinem FF auf solche Dinge zu treffen. Mehr gibt es eigentlich zum ersten Abschnitt nicht zu sagen.
      Solange ich trotz der Vielzahl der Grausamkeiten in meiner FF noch immer Szenen schreiben kann, die euch treffen und mitfiebern lassen, bin ich sehr beruhigt.^^
      Die Szene zeigt die Auswirkungen der Wilden Jagd am Beispiel einer einzelnen Familie, aber die beschriebenen Schrecken erstrecken sich natürlich über die ganze Stadt, wie sich im neuen Kapitel zeigen wird.

      qoii schrieb:

      Im Kerker winkst du gleich nochmal mit dem Zaunpfahl, dass man sich die ganzen Stereotype/ Zuschreibungen in die Haare schmieren kann oder halt der Hauptmann der Palastwache lairisches Blut hat.
      Glaube, was du glauben willst. Beides ist möglich und nichts davon spielt eine Rolle. :D

      qoii schrieb:

      Die Szene im Kerker hat mir wieder sehr gut gefallen, da sie einfach zeigt, dass (fast) jeder irgendeineSchwachstelle hat, an der man ihn Notfalls kriegen kann. Das Ulysses so viel über Peter Haywoodweiß, wundert mich eher weniger. Immerhin scheint er zu den höherrangigen Mitgliedern des Militärs bzw der (Palast-)Wache zu gehören. Zwar sicher nicht zu den wichtigsten, denn sonnst hätte er sicher mehr Unterstützung erfahren, aber hoch genug, um wichtig genug zu sein, ihn genauer zu betrachten. Zumindest, wenn man irgendwann mal in den Palast rein oder halt raus muss. Leider fällt mir gerade kein wirklich guter Vergleich ein, aber… man muss nur den mit den richtigen Schlüsseln kennen um überall reinzukommen und diese Person muss nicht der oberste Chef des Gebäudes sein. Wie er an die Informationen gekommen ist, wundert mich auch eher wenig, immerhin hatten sie mit Hearst einen, über dessen Tisch sicher die eine oder andere Information bzw. Antrag gegangen ist oder die Putzfrau gehört zu Ulysses, wenn sich nicht sogar Carlas Befürchtungen wegen dem Diener bestätigen. ^^
      Ich denke, im Zweifelsfall weiß Ulysses auch über die dritte Magd von links Bescheid, die im Ostflügel der Speisekammer die Vorratsschränke entstaubt. Letzten Endes ist es diese vorausschauende und umsichtige Herangehensweise, die Ulysses seine Machtposition erhalten ließ. Er ging schließlich auch das "Bündnis" mit Mary in dem Bestreben ein, eine mehr oder weniger einvernehmliche Partnerschaft auf die Beine zu stellen. Hier sieht man auch den Unterschied zu Carla: Während Carla sämtliche möglichen Konkurrenten aus dem Weg räumt und sich in ihrer Macht isoliert, versucht Ulysses diese an sich zu binden und über beiderseitigen Nutzen zu arbeiten. Beide vertrauen sie niemandem, aber sie haben diametrale Herangehensweise zur Lösung dieses Problems.

      qoii schrieb:

      Mehr zweifeln würde ich dagegen an der Aussage, dass alles schon für den Jungen vorberietet ist, denn das wäre dann doch zu viel der Vorausplanung. Also wenn Ulyssesihn hier nicht zu hundertprozentig belogen hat, wovon ich aufgrund seiner Art eher nicht ausgehe, ist diese Flucht zwar noch nicht final vorbereitet, lässt sich aber Schritt für Schritt schnell in die Wege leiten. Ein Anruf dürfte für das Schiff genügen und das Herz lässt sich dann auch noch später besorgen. Wobei Ulysses und Co sicher einfacher an ein solches kommen als die Königin, wenn sie sich dafür interessieren würde bzw wohl eher, wenn sie überhaupt darüber informiert worden wäre, denn ich denke der Antrag ist nie persönlich bei ihr gelandet. Jedenfalls kann Ulysses Organisation sicher ohne Probleme jemanden mit dem richtenHerz verschwinden lassen.
      Wer weiß. Haywood hat keine Wahl als zu vertrauen. Wie hättest du entschieden?^^

      qoii schrieb:

      Das Peter Haywood nach diesem Strohhalmgreift ist ihm nicht vorzuwerfen, auch wenn er sicher ganz genau weiß, auf was für einen Deal er sich da letztendlich eingelassen hat, aber das eigne Kind ist wohl den meisten näher als alles andere.
      Ich denke auch, dass man Haywood keinen Vorwurf machen kann. Er sieht die letzte Option, um das Leben seines Sohnes zu retten, zumal Ulysses dieses Versprechen noch mit der Aussicht auf den vorzeitigen Ruhestand und sicheres Geleit garniert. Da wäre wohl jeder schwach geworden, egal wie loyal oder pflichtbewusst. Haywood hat sich gegen sein Pflicht und für seine Familie entschieden. Wer kann es ihm verübeln?

      qoii schrieb:

      Mercedes Kampf gegen Myzete hast du auch wieder sehr gut hinbekommen, besonders den Terror dem Terrorvogel im Dunkeln zu begegnen. Zwar könnte man sagen, jedes (wilde) Tier was im Dunkeln auf dich jagt macht ist gruselig, aber… sagen wir es mal so, den Angriff einer Raubkatze oder anderen Säugetiers erzeugt gefühlt schon eine andere Stimmung und wenn es nur daran liegt, dass wir (in Europa) große freilaufende Vogeltiere nicht gewohnt sind.
      Ich weiß, was du meinst. Der Terrorvogel ist einfach eine andere Art von Bedrohung, welche es logischerweise viel seltener in unsere moderne Unterhaltungskultur schafft als so manch anderes Tier. Dadurch wirkt die ganze Szene befremdlicher und surrealer als, sagen wir mal, der Angriff eines Bären oder Wolfes.

      qoii schrieb:

      Zusätzlich stellst du auch nochmal sehr gut heraus wie stark Myzete ist, da sie den Kampf mehr oder weniger vollkommen dominiert. Zumindest wird Mercedes ziemlich in die defensive gedrängt, auch wenn dies wie der Graue Spion richtig bemerkt hat auch schon eine Leistung von ihr ist sich überhaupt verteidigen zu können. Andererseits ist Mercedes durch die anderen Kämpfe und die gesamte Situation nach der Explosion auch schon ziemlich angeschlagen.
      Ja, Mercedes ist nicht mehr topfit und traf an dieser Stelle auf einen Gegner, der ihre große Schwäche ausnutzt: Geschwindigkeit. Mercedes ist nicht schnell genug, um gegen einen so flinken Kämpfer zu bestehen und ihr OH scheint nicht ausgeprägt genug, um ihm auszuweichen. Heißt nicht, dass Mercedes grundsätzlich verloren hätte -- aber es wäre ein schwerer und brutaler Kampf geworden, ohne Frage.

      qoii schrieb:

      Wo wir schon bei Explosion sind, schon im letzten Kapitel hat Carla angedeutet, dass es noch etwas geben wird, was noch mehr Menschen und besonders die Königin gegen die Lairen aufbringen soll und eine weitere Explosion war da schon sehr wahrscheinlich. Allerdings frage ich mich jetzt, in wieweit gehörte bzw. gehört das Geschehene noch zu Ulysses Plan, denn…
      Anders, ich frage mich gerade, welchen Plan Ulysseshatte, denn zumindest schien er bisher den Gedanken zu haben Catherinezumindest teilweise auf ihrer Seite zu haben bzw. mit ihr Verhandeln zu können. Wollte er mit der Explosion in Copperfield zeigen was er kann und ihr dann drohen dies auch in Nicklebyeinzusetzen, wenn sie die Laren nicht freigibt oder ging es ihm nur um eine allgemeine Drohung oder ist die Bombe bzw. der Sprengstoff gar nicht für Nickleby bzw. die Founds bestimmt…
      Irgendwie gibt es da gerade wieder mehrere Möglichkeiten und wenn es nur daran liegt, dass erwähnt wurde das die Bombe nicht nur dafür da war, um die Verbrechen vom Pest Doktors zu verschleier, (sein Name fällt mir gerade nicht ein).
      Zwar würde eine Explosion bzw. Anschlag in Nicklebysehr gut zu Ulysses bzw der ganzen IRA Thematik passen, aber dafür… wie gesagt schien Ulysses zu sehr auf ein gutes bzw. nicht zu schlechtes Verhältnis mit Catherinezu setzten.
      Deswegen frage ich mich einfach in wieweit Carla hier (Teile) des Plans gekapert und in ihrem Sinne verändert hat, bzw. ob nicht vielleicht sogar eines auf dem Mist von Behemoth gewachsen ist, denn immerhin verteidigt Myzete den Transport.
      Es ist ein bissel kompliziert, aber soviel für den Moment: Der Zug war schon in Planung, bevor Carla die Macht an sich riss. Deswegen war Moira so verwundert, dass Carla an diesem Plan festhält, obwohl sie Ulysses' Befehle ja nicht länger ausführen muss. Aber Carla hat erkannt, dass ein Angriff auf die Hauptstadt der ideale Vorwand ist, um den Lairen endgültig den Krieg zu erklären. Also rast jetzt eine mobile Bombe auf Nickleby zu. Bleibt zu klären, was Ulysses bzw. die LIA in die Luft jagen wollte und zu welchem Zweck.

      qoii schrieb:

      Um es einfach auszudrücken, derzeit gibt es einfach zu viele Verschiedene beteiligte Interessensgruppen um genau sagen zu können, welche der (geplanten) Ereignisse final welche Gruppe zuzuordnen sind.
      Ja, das zu entwirren wird noch eine Mammutaufgabe. Aber das hebe ich mir für den nächsten Arc auf, glaube ich. Gibt schon genug umwälzende Enthüllungen in den kommenden Kapiteln.^^

      qoii schrieb:

      Damit komme ich nun wieder zurück nach Nicklebyund der Situation Rund um Zhang, welche sich nicht von Lorca beeindrucken lässt, auch wenn es wohl eher der Zufall ist, der sie und die anderen Anwesendenrettet. Viel mehr fällt mir zu dieser Situation leider auch nicht ein, außer, dass sie sehr gut zeigt, dass Zhang wohl einiges durchschaut hat oder zumindest ahnt was im Palast derzeit vor sich geht und vor allem nicht zu denken scheint, dass die Lairen alle verschwinden müssen/an allem schuld sind. Sprich, sie denkt nicht so nationalistisch wie viele ihrer Landleute.
      Richtig. Zhang ist vielleicht die einzige fountische Person in der Stadt, die Carla weder traut noch bedingungslos folgt. Auch wenn sie gegen Lorca chancenlos wäre, zeigt ihr Engagement doch, dass Carlas kollektiver Knebelgriff nicht so fest ist, wie sie vielleicht meint.
      David


      Monkey D. David schrieb:

      wir sehen die wilde jagt von nahen und wie sie so von statten geht in den vierteln der lairen
      nicht gerade frendlich würde ich behaupten aber du schaffst das echt einen da so richtig zu fesseln und den leser richtig ein zu tauchen in die geschichte und das liebe ich so an deiner FF
      auch merke ich hier wieder das ich nie im leben so gut werde im schreiben dafür fehlt mir das talent haha
      Ach, alles eine Frage der Übung. Viel lesen, mit kleinen Geschichten anfangen und sich dann langsam hocharbeiten. Man muss eh seinen eigenen Stil finden und schauen, was einem liegt und was nicht.

      Monkey D. David schrieb:

      die szene in der taverne endet mit schüsse als erstes dachte ich das andere lairen zurück schlagen aber das wir da unsere zhang am abzug haben hatte ich zu dem zeitpunkt noch nicht auf den schirm
      war aber gut gemacht
      Zhang flog in diesem Arc ohnehin weitestgehend unter dem Radar, was von mir durchaus gewollt war. Dass sie nun aber aktiv werden muss, zeigt sich schon an ihrer Abneigung gegenüber der Wilden Jagd und Carla. Immerhin wurde ihre Polizeigewalt und Autorität quasi über Nacht außer Kraft gesetzt und ihre Polizisten zu besseren Söldnern degradiert.

      Monkey D. David schrieb:

      das lorca da wieder ein austand macht war auch sehr gut beschrieben , mir hat das gespräch der beiden damen sehr gefallen
      Danke. Es ist nur ein Wunder, dass Lorca nicht auf der Stelle Zhangs Schädel gesprengt hat.^^

      Monkey D. David schrieb:

      nun kommen wir zum gefängis
      also respekt wie uylsses seine reden und informationen nutzten kann um seinen willen zu bekomen ist der hammer
      auch wenn es nicht immer klappt siehe carla , hat es hier gereicht unserer bastard könig ist so gut wie frei erst mal und der gegenschlag kann so langsam beginnen
      bin gespannt wie es da weiter geht
      Ja, Ulysses ist nicht der dumme Holzkopf, für den man ihn nach seiner Gefangennahme halten könnte. Was Carla ihn an durchtriebener Bosheit und Berechnung voraus hat, holt Ulysses durch seine Empathie und sein Wissen um die Menschen in seinem Umfeld wieder auf. Ich würde sagen, dass er eine soziale und emotionale Kompetenz besitzt, die Carla fehlt. Hätte Carla sich z.B. die Mühe gemacht, ihre neuen Untergebenen auf mögliche Schwachstellen zu untersuchen, dann wäre ihr Haywoods Dilemma aufgefallen und sie hätte ihn entfernen lassen. Aber für Carla war Haywood nicht wichtig genug, um ihn zu durchleuchten. Und das war der Fehler.

      Monkey D. David schrieb:

      mercdes sieht die auswirkungen der bombe und wie sie schön gelernt hat gibt es keine zufälle
      schön das sie das alles in diesem chaos bedacht haben , nur so kannst du gegen carla gewinnen , versuchen herrauszufinden was los ist und wie alles zusammen passt und gegen maßnahmen ergreifen auch wenn carla immer gut vorbeitet ist , aber wenn man sich zu viele feinde macht wird es einen zum verhägnis
      Richtig. Um gegen Carla zu gewinnen, muss man genauso verschachtelt und verschlagen denken wie sie; man muss versuchen, Carlas nächsten Schritt vorauszusehen, denn mit bloßer Gewalt kommt man bei ihr nicht weiter. Das hat das Fiasko im Bordell mehr als deutlich gezeigt.

      Monkey D. David schrieb:

      zum ende haben wir nochmal die lok
      ich fands genial als ich tender gelesen habe , so heisst unsere kneipe im dorf auch ^^
      Schöner Zufall.^^

      Monkey D. David schrieb:

      das sich der spion opfert find ich richtig gut geschrieben und wird mercdes enorm puschen
      Ja, das Opfer des Spions erkauft Mercedes wertvolle Zeit und verdeutlich noch einmal seine Bereitschaft, für die gute Sache zu sterben. Natürlich war Mercedes bereits mehr als motiviert, gegen Carla vorzugehen und ihre Pläne zu vereiteln, aber mittlerweile gehen so viele Tode und Verletzte auf das Konto der Schwarzen Witwe, dass unsere Kopfgeldjägerin wütender nicht sein könnte. Und das wird sie auch sein müssen, wenn man bedenkt, was ich noch mit ihr vorhabe.^^

      Monkey D. David schrieb:

      gut das man hier einen sehr aufmerksamen leser hat , ich habs das schon wieder ganz vergessen das es myzete ist , ich dahcte mir nur cool terrovogel mal sehen wer dahinter steckt ^^
      Hehe, ja. Ich hab persönlich gar nicht damit gerechnet, dass jemand die Verbindung zu Myzete nicht zieht. Bis mir einfiel, wie lange ihr Auftritt schon wieder her ist. Die Zeit macht mir echt zu schaffen. Aber auf qoii ist so gut wie immer Verlass. :D

      Monkey D. David schrieb:

      naja ob sie den tranport verteidigt ist so ne sache ich glaub weniger dran , ich denke da steckt was anderes hinter , aber mal sehen was bei rum kommt
      vllt will sie auch einfach nur mercdes behindern oder wollte das der spion am ende sein leben verliert
      Sagen wir so: Die Hände, die an diesem Projekt zusammenarbeiten, wissen teilweise nicht, was die Köpfe wollen. Myzete bewacht/verfolgt den Transport des Sprengstoffes, aber weiß sie auch, was damit bezweckt werden soll? Die Frage ist also, inwiefern sich die vermeintlichen Verbündeten vertrauen können und ahnen, was hinter den Plänen steckt. Und ja, das ist verwirrend. xD
      Vexor

      Vexor schrieb:

      Long time no see.
      Welcome back.

      Vexor schrieb:

      Generell ist es mir überhaupt nicht schwer gefallen, in deine Geschichte einzusteigen, weil ich zum einem recht "günstigen" Moment ausgestiegen bin, aber ich tue mich generell schwer damit, deiner Handlung noch mit derselben Aufmerksamkeit zu folgen. Der Arc begann im Sommer 2017 und seitdem ist so viel passiert und ich hab so unkontiuierlich die Handlung aufgenommen und wieder fallen gelassen, dass es mir echt wahnsinnig leid tut, dass ich aktuell bei vielem einfach nur da sitze und versuche freundlich zu lächeln, weil ich mir wie ein Demenzkranker Opa vorkomme, der irgendwie weiß, dass er das alles schon einmal gehört oder erlebt hat, aber es leider nicht mehr richtig einordnen kann. Aber ich werde ja den Arc noch einmal von vorne lesen, um mich hier sukzessive noch einmal vorzuarbeiten. Wo stehst du eigentlich prozentual gerade so im Arc? Also Hälfte? Letztes Drittel? etc. Das würde mich gerade einfach mal interessieren.
      Das mit 2017 ist krank. Und gruselig. Und generell. Es wird Zeit, diesen Arc hinter uns zu lassen und ich freue mich schon darauf. Hoffentlich kann ich jetzt wieder regelmäßiger schreiben. Wobei "können" in diesem Fall wohl eher die Motivation als die Tätigkeit betrifft.

      Und wir befinden uns im...letzten Letztel des Arcs. Keine Ahnung, bin schlecht mit Brüchen. Aber ich möchte den Arc gerne mit Kapitel 170 ausklingen lassen. Etwa in dem Dreh. Also ist es bald vollbracht.

      Vexor schrieb:

      Das neueste Kapitel setzt ja mit schöner fesselnder Tragik ein und ich war ja tatsächlich positiv überrascht, dass du das Kind nicht den fleischlichen Gelüsten der randalierenden fanatischen Founts überlassen hast. Felicia Zhang löst die Lage auf und avanciert schleichend zu einer meiner Lieblingsfiguren aus dem Arc. Mir gefallen Menschen, die prinzipientreu und dabei dennoch erstaunlich unberechenbar sind. Dass sie sich dem tobenden Wirblewind in Form von Lorca entgegenstellt, trägt natürlich maßgeblich zu meiner Bewunderung bei.
      Das freut mich. Zhang habe ich ja eher stiefmütterlich in die Handlung geworfen, weshalb ich froh bin, dass der Charakter allmählich Anklang findet. Ihre Rolle wird noch eine entscheidende sein. Wenn vielleicht auch nicht so unberechenbar-komplex, wie du es dir vielleicht wünschst(?).

      Vexor schrieb:

      Copperfield, Nickelby...ganz schön viele Städte, die in deinem blutigen Bürgerkrieg das zeitliche segnen müssen bzw. segnen sollen. Gefällt mir einerseits gut, dass du auch die Tragik eines Bürgerkrieges in Gänze wiederzugeben versuchst. Generell gefällt mir das Spiel, welches Carla inszeniert hat, wie sie Catherine für ihre Zwecke manipuliert und wie armselig das Volk auf die Hassreden ansprengt. Das kommt davon, wenn Konflikte vermeintlich nicht ausgesöhnt sind und als Pulverkraft in einer Gesellschaft verharren bleiben. Schöner Wink in die reale (Zeit-)Geschichte und wir haben in Deutschland mit Wiedervereinigung, rechtem und linken Terror etc. genug solcher Themen, die ähnlich unter der Oberfläche brodeln und nur den richtigen Agitator und die passende Initialzündung brauchen, um entflammt zu werden.
      Ja, danke. Genau das war auch eine große Vision beim Konzipieren des Arcs. Ich wollte diese Tragweite, die zwei Völker und deren Geschichte umfasst, und das ganze quasi in die Gegenwart werfen. Im Grunde haben O'Mara & Co. nicht nur mit Carla zu kämpfen, sondern mit den alten Fehden ganzer Generationen. Insofern zeigt sich auch die Gerissenheit von Carla, die als "Außenstehende" binnen weniger Wochen den Finger in die Wunde legen und erneut aufreißen konnte.

      Vexor schrieb:

      Ich weiß im übrigen nicht, ob es Zufall oder sogar beabsichtigt war, oder ob du dich überhaupt noch an das Detail erinnerst, aber die Herzkönigin hat ja für den Verrat von Liberty Bourbon damals auch das "Höllenfeuer" geschickt und Duchess Court war ja mal Kolonie der Founts. War vermutlich nur Zufall bzw. ohnehin nicht die originellste Idee, aber ich fand diese (zufällige) Verbindung irgendwie nett.
      Zufall ist es definitiv nicht, da ich ja von der Verbindung wusste. Ich hatte die Courtesen sogar einmal erwähnt, glaube ich. Auch wenn das vermutlich nicht die offizielle Bezeichnung sein dürfte. xD
      Aber das Inferno fügt sich gut in diesen Fundus aus Aberglauben und Religion ein, denke ich. Also das Höllenfeuer, die Wilde Jagd. All das beruht im Grunde auf den Konflikten zwischen den Ländern und ihren Religionen. Und gerade dass sich eine ehem. fountische Kolonie hier dieser christlichen Allegorien bedient fügt sich perfekt in die Tradition ein. Ich hatte ja die Founts zu Jüngern der Heilenden Kirche erklärt, weil es perfekt gepasst hat.

      Vexor schrieb:

      Ob die Lairen den Sturm überleben werden? Wäre das hier One Piece, würde ich zweifelsohne zustimmen und sagen, dass am Ende sich die Schatzjäger am Ende als Helden aufschwingen werden, Carla gestürzt, Catherine bekehrt, Beatrix aus dem Exil zurückkehrt etc. Aber das ist (glücklicherweise) nicht OP und irgendwas sagt mir, dass du trotz deiner Hibernophilie den Lairen kein Happy End gönnen wirst. Vielleicht wird nicht die ganze grüne Insel am Ende brennen, aber da wird sich noch ein bisschen Asche die Meerenge hinabwehen.
      Dazu kann ich natürlich nicht viel sagen, aber weder die Lairen noch die Founts werden am Ende der Geschichte noch dieselben sein. Carla hat gewissermaßen die Büchse der Pandora wiedergeöffnet und den brodelnden Groll, den beide Länder über die letzten Jahrzehnte unterdrücken konnten, auf die Welt losgelassen. Noch ein Grund, warum ich Carla so liebe. Die denkt voraus und ebnet den kommenden Arcs den Weg. :D

      Vexor schrieb:

      Kommen wir noch in einem kleinen Absatz zu Ondine. Ja. Gut. Also an ihrer Situation hat sich nicht viel verändert und manchmal hab ich das Gefühl, dass du nicht ganz genau weißt, was du mit ihr anstellen sollst. Also das ist keine Kritik, sondern nur so ein Eindruck. Der kann natürlich auch jetzt aus der blöden Situation entstehen, die im letzten Kapitel sozusagen den "Abschlusspunkt" für meinen Kommentar liefert. Ich bin gespannt, wohin der Ondineplot noch führt, aber gerade sehe ich da noch nicht wirklich das Licht, zu dem er am Ende führen kann. Mal abgesehen davon, dass ich hoffe, dass sie Hearst am Ende auf martialische Weise sterben lässt xD
      Puh. Jain. :D
      Ja, es fällt mir deutlich schwerer, Ondine in Szene zu setzen als z.B. die anderen Protagonisten. Nein, ich weiß genau, was ich mit ihr anstellen soll. Ich kann verstehen, woher dieser Eindruck rührt und muss leider zugeben, dass Ondines Handlungsstrang in diesem Arc nicht unbedingt plotrelevant ist. Das ist eine Kritik, die ich mir gefallen lassen muss und die mich im nächsten Arc auch leiten soll. Aber für diesen Arc habe ich eine klare Mission mit Ondine und ich hoffe, diese erfüllen zu können. Ist jetzt wahrscheinlich keine zufriedenstellende Antwort, aber vielleicht eine etwas optimistische.^^

      Vexor schrieb:

      Ähnliche Probleme hatte/habe ich mit dem ganzen Handlungsstrang um Kevin. Die Figur hat mich irgendwie nie wirklich abgeholt. Das möchte ich aber tatsächlich auf mein zerhacktes Leseerlebnis schieben und bin gespannt, ob ich das anders bewerte, wenn ich den Arc in einem Guss lesen kann, aber ich bin froh, dass er jetzt (hoffentlich) das zeitliche gesegnet hat und wir ihn losgeworden sind.
      Wir haben ja schon privat geschrieben, dass du hier zwei Figuren durcheinandergebracht oder zusammengeworfen hast. Und zum Thema Grauer Spion kann ich eigentlich nur auf meine Antwort an Eldrail verweisen. Ich finde es absolut nicht schlimm, dass diesem namenlosen Charakter nicht groß hinterher geweint wird. Und ich müsste lügen, würde ich sagen, nicht selbst erleichtert gewesen zu sein. Ab einem gewissen Punkt ist jede Figur weniger auf dem Feld ein kleiner Sieg.^^
      Ansonsten: Vielleicht bessert sich das Bild bei einem Reread. Der Spion hatte schon ein paar charakterisierende Szenen, aber ob diese ausreichen? Keine Ahnung. Wie gesagt, ich wäre nicht betrübt, würde sich deine Meinung nicht ändern. Manche Figuren existieren, um zu sterben -- so hart es auch klingen mag.

      Vexor schrieb:

      Die Verwunderung in den Kommentaren, wer hinter Myzete stecken könnte, fand ich dann doch erstaunlich amüsant, weil ihr Name doch sogar im Kapitel erwähnt wird :D Ihr Auftritt hat mir allerdings sehr gut gefallen. ich wusste ja schon länger, dass irgendwann mal ein Terrorvogel auftauchen wird und hab mich schon immer gefragt, wer denn diese Teufelsfrucht erhalten wird. Am Ende hat es also sogar Myzete getroffen. Sehr schön. Der "Kampf" von ihr und Mercedes sowie die ganze Szenerie haben mir äußerst gut gefallen. Mercedes tut aktuell sowie das, was sie am besten kann: Badass sein.
      Das hat mich auch gewundert, aber warum nicht. :D
      Ich hatte dir ja versprochen, dass Mercedes in diesem Arc hauptsächlich physisch glänzen darf und denke, mein Versprechen bislang ganz gut gehalten zu haben. Auf Myzete und ihre TF habe ich mich schon sehr, sehr lange gefreut -- wie du weißt :D -- und entsprechend glücklich bin ich über die Szene, die herausgekommen ist. Das war tatsächlich mal so ein Moment, wo meine Hände meine Idee für mich zufriedenstellend umgesetzt haben. Wir wissen ja beide, dass gerade solche Sequenzen riesiges Frustpotenzial bergen.^^

      Vexor schrieb:

      Zum Schluss noch um unsere lairische Fraktion: Uylsses und Moira vor allem. Mir gefällt Moria in den aktuellen Kapiteln auch sehr. Ich mag ihre staatsmännische Ausstrahlung, die am Ende dennoch wie bei allen Politikern, doch nur eine gewisse Fassade ist. Hat mir sehr gut gefallen, wie du sie dargestellt hast. Vor allem ihr Gespräch mit Carla. Licht und Schatten. Ulysses' Parts gefielen mir auch sehr gut, auch wenn ich dazu jetzt nicht mehr sagen kann irgendwie.
      Moira ist sowieso eine meiner liebsten Figuren dieser Fraktion. Vielleicht, weil sie in dieser Schar gewalttätiger Individuen beinahe normal wirkt. Daraus schöpft die Figur ihren Reiz und wird auch im kommenden Arc eine tragende Rolle erfahren. Zu Ulysses gibt es im Grunde auch nur zu sagen, dass er nicht ganz so blöd ist, wie er im "Duell" mit Carla wirkte. xD

      Vexor schrieb:

      So. Ich glaube, dass ich auf viele wichtige Punkte eingegangen bin, die mir jetzt noch auf der Seele gebrannt haben. Insgesamt sehr gute Kapitel, der Plot schreitet voran, auch wenn ich absolut noch nicht ausmachen kann, wohin du uns führen wirst.
      Gute Frage. Das neue Kapitel gibt dahingehend vielleicht noch nicht ganz so viel Aufschluss, aber das Ende ist nah und das Finale steht kurz bevor.^^


    • so dann bin ich mal erster für da neue kapitel ^^

      passt auch wieder zu meiner Nachtschicht so muss das sein ^^ aber lange rede garkein sinn legen wir mal los xd


      Part um den spion

      Ich finde du du hast seine letzten momente super geschriebenauch wenn er jetzt die die wichtigste figur war ( hat er überhaupt ein nameaußer grauer spion^^)
      Aber wie du uns sein ableben vermittelt hast wer sehr gutumschrieben und auch seine letzte gute tat kam perfekt
      Er wusste das myzete sehr schnell die lok wieder eingeholthätte so hat er es gut verhindert , so ein loch im fuss wird sich erst mal kurzausbremsen
      Je nach de ob sie die frucht erweckt hat oder nicht wird dasunsere zeitspanne sein die jetzt mercedes hat für die flucht und um selbstbisschen zu kraft zu kommen

      Part um hauptmann haywood

      Er sieht was zur zeit im land los ist und was diepuppenkönigin angerichtet hat mit der wilden jagt
      Er macht aber find ich das richtige und denkt jetzt an seinkind , den hier kann er nix mehr ausrichten dafür ist es schon zu spät seineletzte chance ist auf den bastardkönig zu vertrauen

      Part um odine

      Tja odine will den schlüssel und hat so gut wie alles auf den kopfgestellt
      Hat anscheind nix gebracht außer die erkenntnis das der schlüssel nur bei bentley sein kann
      Dann errinert sich odine an ein gespräch mit dädalus da frag ich mich gerade ist damit dädalus aus horizon von Vexor gemeint oder hab ich da was verpasst
      Ich weis ja das ihr beide gerne eure FFs verbindet und so eine große welt erschaffen könnt

      Part im doubletrouble manor

      Puh da hast du aber mal wieder so richtig abgeliefert , ich liebe eine die szenen mit cassiopeia oder den anderen beiden in zusammenhang mit o’mara . ich finde diese szenen bringst du immer so genial rüber das ich oft da sitze und sogar gänsehaut bekomme , ich tauche da immer so richtig ein , ich weis nicht wie du das immer wieder hinbekommst das ich da so reagiere aber ist auch scheiß egal du machst es anscheind nur richtig ^^
      Zu dem namen ,, und die hölle folgte ihnen“ könnest du einen roman meinen von tremanye meinender ganz gut sein soll ^^



      Part um red apple place +FB

      Also Carla macht einen auf krassen stalker,nicht mal in ruhe schlafen kann man ^^
      Puh der FB hat es in sich wir haben wieder einteil aus carla´s vergangenheit auch wenn wir nicht viele infos bekommen hat sie es bei ihrer mutter nicht leicht , auch wenn die mutter es bei dem vater anscheind auch
      nicht leicht hat ist das echt ne chaotische familie kein wunder das carla so abgedreht ist , aber genie und wahrnsinn lag shcon immer nah beieinander

      Wieder bei odine und bentley

      Zurück in der gegenwart zeigst du uns wieder ein kleines bisschen aus der höhle der löwen
      Also bentley muss sich echt zusammenreißen das er die kontrolle nicht verliert , das könnte echt noch spannend werden



      Part um colter lane
      Wer hätte es gedacht aber uylsess hat sein wort gehalten , naja du hast ja auch erwähnt das er anders tickt als carla und ich hatte auch das gefühl das er bisschen mehr emapthie aufbringen kann und so auch sein wort halten wird wenn er was verspricht

      Part doubletrouble manor und Part red apple place

      Jetzt geht es schlag auf schlag , rückzug der kopfgeldjäger ist nur sinnvoll den der todessturm namens lorca fliegt auf sie zu , aber cassiopeia stellt sich ihr in den weg
      Wie der kampf jetzt erst mal ausgegangen ist wage ich nicht zu prohezeihen aber da lorca wütend ist würde ich sagen es ist noch nicht vorbei
      Unser hauptmann hat es geschafft zu entkommen das ist doch mal was gutes ^^
      Dann bekommen wir noch einen kleinen einblick in carlas vergangenheit mit ihren vater , er scheint auf den ersten blick ein lieber vater und ein schrecklicher ehemann zu sein mal sehen was wir da noch erfahren werden
      So doch mehr geworden als gedacht , vllt hab ich auch was vergessen aber ich hab zwischen 3-5 uhr morgens geschrieben ^^ denke mal eldrail oder qoii werden das schon ergänzen ^^
      Das kapitel war aujedenfall mega gut
    • Stellt euch meinen üblichen Einleitungssatz vor^^

      Das Kapitel referenziert mit dem Titel den Namen des Arcs, ob es darüber hinaus noch etwas zu bemerken gibt wäre mir jetzt nicht bewusst (außer direkt im Kapitel selbst). Zugegeben, ich habe dafür einen kleinen Tipp und die Word Suchfunktion benötigt, aber immerhin^^ Die Erklärung liefert ja Cassiopeia; auch nett, wenn sich da im Kapitel gleich die Aufklärung ergibt.

      Grauer Spion:
      Der Kampf David gegen Goliath kann sogar bei dir zum Erfolg für David führen, in gewisser Weise passiert das auch hier. Es liegt nur im Auge des Betrachters bzw. auch der beteiligten Parteien, was denn als Sieg zählt. Für Myzete bestand der Sieg offenbar in mehr als nur dem Tod vom grauen Spion, während der graue Spion schon zufrieden damit wäre, einfach nur Myzete lange genug aufzuhalten. Sein Ziel erreicht er durch die Hybris des Terrorvogels, der eben noch den Terror nötig hat und sich sowieso so überlegen fühlt, dass man sich Zeit lassen kann. Ich denke mal, dass in Abhängigkeit des Charakters auch diese Lösung gut funktioniert und ich gehe davon aus, dass Myzete nicht erst jetzt gerade diesen Charakterzug bekommen hat (ja, die Freuden der Vergesslichkeit...). Dann ergibt es Sinn und ist wohlverdient.
      Ich fand die Szene sehr schön geschrieben, gerade wie der graue Spion seinen Frieden findet, mit Hoffnung und einem Lächeln stirbt, im WIssen um seinen Sieg. Da verbelibt mir nur noch zu sagen:
      RIP Grauer Spion. Möge dein Opfer nicht vergeblich sein!

      Haywood:
      Der Abschnitt erweitert nicht nur den Einblick in die Schrecken der wilden Jagd, sondern etabliert auch eine Aussage, die ich glaube ich mal abseits gehört habe: Carla ist eigentlich ziemlich unbekannt und am Ende wird sich aller Hass gegen die Puppenkönigin richten. Die ist zwar einerseits ziemlich arm dran mit Carla am Hacken, andererseits in ihrer unglaublichen Naivität und Ignoranz auch durchaus mitschuldig. Inwiefern die später erwähnten Beruhigungsmittel einen Einfluss haben? Spannende Frage, könnten sie doch auch nur für diese Nacht gedacht sein und sie sonst geistig voll anwesend war. Jedenfalls hilft Haywood diese Überlegung, seine Entscheidung auch noch zu rechtfertigen, neben der Tatsache, dass er sowieso alles versuchen würde für sein Kind.
      Familie Haywood schafft es durch die Stadt und trotz vorübergehendem Schrecken (das wirkte jetzt schon wie recht unnötig aufgebaute Spannung, die man sonst so von allen möglichen sonstigen Werken kennt, wobei es ja kein Cliffhänger war und sofort aufgelöst wurde) zeigt sich, dass Ulysses Wort hält. So habe ich ihn auch kennen gelernt, jetzt weiß ich gar nicht, was ich von der ganzen Sache halten soll. Kollege Haywood befreit einen hochgefährlichen Gefangenen, der nun wahrlich nicht unschuldig ist und der ist dann auch noch so korrekt und hält sein Wort. Ich glaube, ich versuche lieber nicht nach Botschaften Ausschau zu halten ;)

      Bentley/Ondine:
      Ondine kriegt ja eine frühe Lebenskrise^^ Also irgendwie erscheint sie vor allem dann so ...unnatürlich, wenn sie im Besitze ihrer Teufelskraft ist. Davon getrennt erscheint sie wie ein etwas merkwürdiges Kind. Bentley ist auch merkwürdig, was wohl eine nette Umschreibung ist. Dumm ist er jedenfalls nicht, selbst wenn ihm sein Leben gerade ziemlich entglitten ist. Den Schlüssel findet Ondine nicht, dafür findet Bentley a) eine Unterhaltung in Form von Religionskunde und b) zu viel Gefallen an Ondine, bis es ihm schon wieder gar keine Freude macht. Die tat mir am Ende echt schon leid, so einen fast schon Zusammenbruch erwartet man von ihr eigentlich gar nicht. Sieht so aus, als ob sie nach wie vor nicht in der Lage ist zu entkommen, sofern Bentley nicht plötzlich sein Herz wiederfindet. Was da jetzt wohl noch passieren wird?

      Doubletrouble Manor:
      Cassiopeia fungiert hier für mich schon gefühlt wie die Instanz des Autors, der dem unverständigen Eldrail die Geschichte erklärt^^ Danke dafür! Jedenfalls ist sogar Brian mit seinem Superhirn in gewissen Vorstellungen verhaftet und da finde ich mich ebenfalls wieder. Schön formuliert: ...und die Hölle folgte ihnen. Diese Perspektive ist mir irgendwie gar nicht in den Sinn gekommen bisher. Manchmal merkt man einfach, wieso eine gewisse quasi geschenkte Exposition mir so zusagt: von alleine komme ich auf sowas gar nicht.
      Wenn man es sich genau überlegt würde ich die Kopfgeldjäger auch ungerne irgendwo im Radius von ungefähr so drei Inseln weiter sehen wollen. Noch dazu sind die ja wirklich hinter ihr her, da ist man nicht einmal nur der Kollateralschaden, der irgendwie überall auftritt, wo sie auftauchen. Brian will verstehen, wie Carla zu der Person geworden ist, sicherlich nicht nur aus reinem Interesse. Wir kriegen da jetzt einen Einblick, die Frage ist: entspricht das so ziemlich exakt dem, was O'Mara erzählt wird?
      Was auch immer sie da sonst noch so tun wollen, eine gewisse Person hat andere Vorstellungen^^

      Carla:
      Die sonstigen Betrachtungen in ihren Abschnitten, gerade im Hinblick auf Catherine II, kann ich noch nicht so recht einordnen, außer das Carla ...interessante Vorstellungen hat.
      Wichtig dürfte da vor allem die Vergangenheit sein. Da stllt sich die ewige Frage: gab es nicht irgendwann schon einmal etwas zu ihrer Kindheit? Kommt mir vage so vor, erinnern kann ich mich aber nicht. Wie dem auch sei, lustig wird es in dieser Rückblende nicht.
      Ihre Mutter ist nun nicht gerade eine gute Mutter, ganz im Gegenteil. Sie schaffte es offenbar recht schnell ihr ein lebenslanges Trauma zu verschaffen. Irgendwie fällt es mir schwer, da länger zu verweilen, doch ich bin mir sicher, dass wir nicht das einizge Mal in einer Rückblende zu Carla sein werden... Die Mutter hat es sicherlich auch nicht leicht, entschuldigen tut dies aber gar nichts. In gewisser Hinsicht tut einem Carla schon leid, aber ich denke, dass es keine Garantie ist, dass eine schlimme Kindheit ein Monster aus einem machen muss. Carla darf bitte immer noch ihren tiefen Fall bekommen.

      Finale:
      Da geht es wieder durcheinander, diesmal war ich auch ziemlich zufrieden mit dem Effekt, der daraus entstanden ist. Es beginnt mit dem Angriff von Lorca auf Doubletrouble Manor (übrigens ein cooler Name), den aus irgendwelchen Gründen ausgerechnet Cassiopeia zum Anlass nimmt, sich dieser in den Weg zu stellen. Na gut, O'Mara wird nichts tun, Luca ebensowenig, Shrimati ist keine gute Wahl und schon bleiben nur noch Lorelei und Cassiopeia. Keinen Widerstand leisten ist vermutlich eine schlechte Option und Lorelei ist entweder nicht in der lage dazu oder man schickt ja aus Prinzip erstmal die Untergebenen vor. Frage mich gerade, ob ich irgendwann schon mal in irgendeiner Form was zu Loreleis Fähigkeiten nachgefragt oder mitbekommen habe. Sie kann sicherlich viel, aber was ist im direkten Kampf? Dafür wären ja wohl andere Abteilungen geeigneter, könnte also sein, dass sie einfach schnell tot wäre, wenn sie von Lorca gestellt wird. Die ist ja immerhin ziemlich weit oben in der Liste der absoluten Monster^^
      Jedenfalls ist Lorca nicht so mächtig, dass sie Cassiopeia sofort vernichten kann, da geht es gewohnt dynamisch und passend für Lorca spitzzüngig zur Sache. Gefällt mir gut, ist auch eine interessante Paarung mit der flüssigen Teufelskraft von Cassiopeia gegen die staubtrockene Kraft von Lorca. Dazwischen eingewoben sind so ein paar weitere Szenen von Carlas Kindheit, übrigens fällt mir gerade jetzt erst so richtig auf, dass die Puppenkönigin sich nach ihrer Mutter sehnt, was für Carla ja nun keine erfreuliche Assoziation darstellt.
      Ich vermute jedenfalls, dass die eingeschobenen kursiven Passagen zeitlich vor dem ersten Flashback im Kapitel spielen. Die Art und Weise, wie hier ihr Vater mit ihr interagiert passt für mich nicht in das Bild des unbekannten Mannes aus dem ersten Flashback, der ja nur durch Carlas Wahrnehmung und physische Auswirkung auf ihre Mutter auftritt, dennoch keineswegs liebevoll daherkommt.
      Kann noch nicht so recht einordnen, wieso Carla jetzt für Catherine das Lied ihres Vaters singt, aber wie das sich mit der äußerst brutalen und blutigen Kutschfahrt abwechselt, noch dazu mit dem Wissen um die wilde Jagd und Lorcas Angriff im Hinterkopf, ist schon beeindruckend. Habe in letzter Zeit öfter mal das Gefühl, dass es schon teils wie so eine Art Drehbuch wirkt bzw. schon sehr gut passen würde für eine visuelle Darstellung. Ganz großes Kino :)


      Die heiße Phase des Arcs mit dem angekündigten näher kommendem Ende ist auf jeden Fall heiß und macht Lust auf mehr. Der morgige Tag wird wirklich eine andere Welt zeigen und ich bin schon extrem gespannt, wie du da weitermachen wirst. Tolles Kapitel!
      "Well, let's begin"
      Meine FF: Erlebnisse eines Meisterdiebes (abgeschlossen)
      Langeweile? Lust auf etwas Neues? Komm nach Düsterwald in unsere Gemeinschaft! Wir freuen uns immer über neue Mitspieler!
    • Kapitel 161 Und die Hölle folgte ihnen

      Wer konnte denn damit rechnen, dass du wieder in deinen zwei Wochenrhythmus einsteigst!
      OK, seien wir ehrlich, die Chance, dass ich den Kommentar ohne Erinnerung für einen vier Wochenrhythmus fettig bekommen hätte gehen auch gegen null XD

      Myzete Schicksal ist mal wieder ein Beweis für mich, dass Antagonisten keine Romane lesen (oder Filme schauen), den dann hätte sie gewusst, was für eine schlechte Idee es ist mit ihrem (vermeintlich) geschlagenen Gegner zu spielten.^^
      Trotzdem oder gerade deshalb hat mir dieser Absatz sehr gut gefallen. Der Graue Spion wird auf eine sehr gute Weise gleichzeitig sichtbar und noch mehr Teil seiner Umgebung. Hoffe es wird einigermaßen Klar wird, was ich damit meine… Während die Kraft bzw Fähigkeit seiner TF nachlässt, wird er durch sein ausbluten und den langsam herankriechenden Tod doch wieder Teil dieser grauen Umgebung der Marsch… er diffundiert gewissermaßen noch besser in seine Umgebung, wenn ich es mal so ausdrücken darf.^^
      Aufgrund dessen ist sich MyzeteihresGesamtsieges zu sicher und kostet diesen Teilerfolg zu sehr aus, bzw will dem Grauen Spion in seinen letzten Momenten nochmal deutlich zeigen, wie sehr sie ihm (und Mercedes) überlegen ist. Zu ihrem Pech sind halt verwundete Gegner besonders gefährlich und solange ein Terrorvogel nicht zufällig auch noch über sehr gute Selbstheilung verfügt ist sie bis auf weiteres aus dem Spiel. Letzte Mission ziemlich gut geglückt wurde ich sagen.

      Etwasirritiertwar ich darüber, dass Haywood sich durch die (Rosen-) Büscheschlagen muss, aber das dürfte zum Teil sicher daran liegen, dass ich nicht mehr weiß, wo diese im Vergleich zum Palast und seiner Wohnstädte befinden. Seien wir ehrlich, ich weiß garnicht mehr wie die Stadt aufgebaut ist. Die einzelnen Orte/ Ortsnamensagen mir zum größten Teil noch was, sie schweben allerdingsjeweils ziemlich einzeln im luftleeren Raum vonNickleby.^^
      Wie auch immer es wird einen Grund geben, warum er diesen Weg wählt, den unauffälligsten um aus dem Palast zu kommen, der schnellste trotz der ganzen Dornen(hecken), der sicherste oder einfach der symbolistische, im Sinne der Geschichte. Jedenfalls kämpft er beim Durchqueren mit seinen Schuldgefühlen, bis er (zum ersten Mal) das ganze Ausmaß der Wilden Jagt in Nickleby sieht. Ab diesem Zeitpunkt kann er sich selbst einreden/zugestehen/wünschen das Richtige getan zu haben, da seine Königin (Teile) ihr(es) Volk(es) mit der Ausrufung der Jagt verraten und dem Untergang preisgegeben hat. Nun kann sie durch den Bastard König ihre Strafe dafür erhalten, wobei letzterer auch nicht mehr langeLeben sollte und damit auch wieder seine "Strafe" erhält.
      InalleRichtungen ein glaubhafter Schritt, zwar ist es zum Teil eine "Ausrede" die seinen Verrat vor ihm weniger schlimm erscheinen lässt, andererseits wird es noch eine Menge andere Leute geben, die diese Aktion der Königin ebenfalls als eine Art Verrat sehen werden. Zhang wird zwar wahrscheinlich nicht so weit gehen sich direktvon der Königin abzuwenden, aber ihretreue zu ihr wird sicher nicht sehr gefördert worden sein. Wobei Zhang zumindest weiß /ahnt, dass mehr Carla dahinter steckt.

      Ondine hat derweil alles erfolglos nach dem Schlüssel durchsucht und so langsam knabbert die ganze Situation an… ihrer Selbstsicherheit. Auch weil sie die Situation (unbewusst) immer mehr an ihr altes Leben erinnert. Ich weiß nicht, wo ich es herhabe und ich habe auch nicht das original finden können, aber ich meine es gibt den Spruch/Satz >>Du kannst den x(meist Person) aus dem y(Meist Ort/Situation) bekommen, aber nicht das y aus dem x< da du dies in gewisser Weise auch selber geschrieben hast, kannst du mir vielleicht verraten, wo es her sein könnte.^^
      Wie auch immer die beiden Teile mit Ondiene zeigen sehr gut, wie viel… nennen wir es mal psychische Kraft, Ondine ihre Magie/Teufelskräfte gegeben haben. Immerhin ist sie sich sicher mit diesen dem wütenden Tier (Mob) draußen ohne Probleme entkommen zu können, um zu den KGJ zurückzukehren, welche ihr auch Sicherheit gegeben haben.Wobei ich es am auffälligsten Finde, dass sie hier Final am liebsten zu Mercedes zurückmöchte, obwohl Krill ihre Hauptperson ist. Vielleicht etwas der Wunsch nach einer Mutter oder etwas in die Richtung.

      Der Tatsache, dass Ondine mit ihren TK vor dem Mob nichts zu befürchten hat, könnte man so weit zustimmen, wobei ich nicht weiß in wieweit du die Veränderten Aerodynamischen nein falscher Begriff….. die Veränderungen der … Winde…. Luftströmungen mit einbeziehen würdest, welche sich in Nickleby mittlerweile durch den… nennen wir es mal Feuersturm ergeben haben. Immerhin habe ich ihre TK mehr schwebend, wie ein Ballon, in Erinnerung und weniger zielgerichtet, wie ein z.B. ein Flugzeug. Sagen wir einfach ich habe bei ihr bis jetzt zwar schon etwas Steuerung der Flug/Schweberichtung wahrgenommen, aber nicht einen direkten Zielflug.

      Aber zurück zum eigentlichen Gedanken, denn soweit ich es Verstanden habe, beschränkt sich die Wilde Jagt bzwjetzt wohl besser der Mob nicht mehr nur auf das lairische Ghetto bzw die Armenviertel der Stadt, sondern tobt auch durch die Straßen der Reichen, wo es definitiv auch noch mehr zu holen gibt.Zumindest wenn man in eines der Häuser reinkommt, was schon etwas schwierigerist,als in die bisherigen Bruchbuden oder normalen Geschäfte. Den das Haus, indem sich Leviatan und Co aufhält, scheint anfangs zumindest noch sicher zu sein, auch wenn der Mob auf der Straße tobt.

      Leider hat Lorca sie aberirgendwie ausfindig gemacht, wobei ich mir gerade nicht erklären kann wie. Zwar ist eine Cassiopeiadie sich von einem Balkon aus in die Luft erhebtein sehr guter Hinweis, aber ich würde nicht davon ausgehen, dasCassiopeiadies tun würde, wenn sie sich nicht sicher wäre schon aufgeflogen zu sein. Dabei finde ich es besonders auffällig, dass es Luca gewesen zu sein scheint der die Gefahr als erstes Aufgefallen ist.

      Das Carlas Aktionen wie Cassiopeiaserklärt eine Flucht nach vorne sind, weil sie die KG-Jäger fürchtet, ist ein interessanter und durchaus stimmiger Gedanke, immerhin lassen sie kaum einen lebend zurück, sobald er mal gegen sie gestanden hat. Weiterhin dürfe Carla auch Angst vor der WR bzw den CPs haben, immerhin gilt sie als Verräterin und auch Ulysses dürfte ihr trotz der Zusammenarbeit nicht ein Gefühl von Sicherheit oder besser nicht Bedrohung gegeben haben. Sprich, sie braucht eine Stellung, in der sie sich selber Schützen kann, nicht mehr von jemandem Abhängig ist und in der sie ihre Feinde möglichst vernichten kann. Zwar scheint Lorca alleine auszureichen, um jeden Feind zu beseitigen, aber auch diese wird ihre schwächen haben. Allerdings liegen sie nicht beim Blut bzw Flüssigkeit, da LorcaCassiopeiaohne große Probleme beiseitepusten kann.

      Derzeit würde ich zwar noch nicht davon ausgehen, dass Cassiopeiavernichtet ist, allein weil es dann für sie doch etwas zu unspektakulär/nebenbei wäre. Aber auch Cassiopeiaist erst mal aus dem Spiel.Vielleicht konnte sie in die Kanalisation flüchten, immerhin ist sie schon einmal in Sicherheit getropft. Trotzdem war es eine schöne Aktion von ihr, da sie so derzeit die einzige ist, welche zumindest die paar entscheidenden Augenblicke gegen Lorca bestehen und sie dabei auch noch schön aus der Fassung bringen kann. >>unser erarbeitetes Aggressionsbewältigungskonzept hat noch nicht die gewünschten Erfolge erzielt. <<^^
      Auch wenn Lorca Cassiopeiasehr gerne endgültig loswerden würde, scheintsiesicherstmalnicht mehr für sie zu interessieren, denn >>>Shanti entdeckte eine tobsüchtige Verrückte, die schreiend und keifend wie eine räudige Kojotin in den Überresten eines zusammengestürzten Anwesens buddelte. <<<Dies würde für mich eher darauf hindeuten, dass Luca und Co es sehr doch noch in den Tunnel geschafft haben (neben Plot). Wobei mich diese nebensächliche leicht zu überlesende Art wieder köstlich amüsiert hat bzw eher wie unterschiedlich man die Situation wahrnehmen kann.
      Auch sonst war die Flucht der Familie Haywooddurch die tobende Stadt sehr gut dargestellt, wobei es ihnen sicher nicht geholfenhabendürfte, dass ihre Kutsche ausgerechnet von Lairische Hundämonen gezogen wurde. Aber auch sonst wäre der Mob sicher auf jede Kutsche losgegangen, die er zu sehen bekommen hätte. So konnten die "Pferde" bei der beseitigen der Hindernisse wenigstens helfen. Übrigens müssen wir den Fischmenschen Kutscher kennen und Hut ab an Ulysses, dass er es geschafft/gemacht hat seinen Untergebenen darüber zu informieren, dass er die Haywoodaus der Stadt bringen soll.

      Damit bleiben noch ein paar Worte zu Carla, von der wir ein paar weitere kleine Einblicke in ihre Vergangenheit bekommen, welche zumindest auf der Seite der Mutter nur wenig neues Hinzufügen, außer nochmal zu verdeutlichen, wie schlimm es war. Neu sind dagegen glaube ich die Dinge zu ihrem Vater bzw, dass dieser gut mit ihr Umgegangen ist.
      Im Gegensatz zu ihrer in weiten Teilen grausamen Kindheit steht das vermeintlich behütete Leben von Catherine, welches du hier über die Metapher der Prinzessin einbringst. Wobei dieses in Carlas Augen im gewissen Sinne auch nicht wirklich positive ist… Mal wieder schwer auszudrücken was ich genau meine…
      Carlas Kindheit war durch die Mutter sicher die Hölle, ein Leben als Prinzessin ist da besser, aber nur wenn man dem Klischee der (Märchen) Prinzessin entspricht, was auch nicht Positiv ist, zumindest wenn man einen eigenen Charakter haben möchte. Was ich sehr geil in diesem Satz ausgedrückt finde >>>Jedes Mädchen habe von ihrem Prinzen träumen, diesem großen Heros, der durch Dornen und Drachengekröse watet und für seine Umstände kaum mehr verlangt als bedingungslose, grenzenlose, hirnlose Dankbarkeit.<<<

      Das gesamte Kapitel hat mir mal wieder unglaublich gut gefallen. Besonders die Idee wie du den Schluss gestaltet hast, bei dem in Film die ganzen letzten Szenen durchgehend mit dem Gesang,vom Raben unterlegt gewesen wären, während die Szenenzwischen den verschiedenen Orten gesprungen wären.
      :thumbsup: Nicht nur in One Piece die reine Wahrheit: :thumbsup:
      Pirates are evil?!!... ...The Marines are Justice?!!
      These labels have been passed around Heaven knows how many times...!!!
      Kids who have never known peace... ...and kids who have never known war... ...Their values are too different!!!
      Whoever stands at the top can define right and wrong as they see fit!!!
      Right now, we stand in neutral territory!!!
      "Justice will prevail"?!... ...Well, sure it will!
      Whoever prevails... ...is Justice!!!! (Doflamingo)

      So kann man es aber auch sehen
      "THERE IS NO JUSTICE, THERE IS ONLY ME!"
      Death, Discworld, Terry Pratchett

    • Neu

      Möchte ich auch noch ein paar Worte zum Kapitel verlieren, welches mich stellenweise mit gemischten Gefühlen zurückgelassen hat.
      Prinzipiell mochte ich die Inszenierung des Endes auch sehr, aber generell wirkte das Kapitel für mich etwas...chaotisch? Nein. Das ist nicht das richtige Ort, aber ich fand, dass mir zu viele Handlungs- und Zeitsprünge drinnen waren, die am Ende - und das ist jetzt nur eine rein ästhetische Kritik - so ein bisschen die Kunstfertigkeit des Kapitels geschmälert haben. Myzete und der Spion, Ondine und Bentley, Cassiopeia und O'Mara, Cassiopeia vs. Lorca, die Flucht der Haywoods, Flashbacks von Carla, Carla und Catherine. Ziemlich viele Baustellen, die allesamt gut waren, aber ich hätte mir hier vielleicht etwas mehr Fokus(?) gewünscht? Wie gesagt. Das ist jetzt tatsächlich nur eine ästhetische Kritik, da ich auch verstehe, dass du mit der Handlung vorankommen willst.

      Zu Myzete und dem Grauen Spion möchte ich mich auch nur kurz äußern, da ich prinzipiell den letzten Triumph würdige, aber nicht glaube, dass Myzete hier langfristig oder dauerhaft aufgehalten werden kann. Zoan-Nutzern traue ich generell eine höhere Regenerationszeit zu und ja vielleicht verschafft es der Situation mehr Zeit, aber ist vielleicht auch eher einer Pyrrhus-Sieg. Aber schön, dass wir hier endlich eine Art Abschluss bekommen haben.

      Ondines Aktionismus gefällt mir ganz gut, da sie ja oft durch eher zur Passivität gezwungen wird und ich hier schon eine gewisse Entwicklung sehe. Dass sie als "menschliches" Wesen seltsam ist, ist ja nichts neues und passt auch einfach zu ihrer Figur. Viel Neues ergibt sich aus den Szenen aber nicht, auch wenn ich den kleinen Nick zu Dädalus wohlwollend aufnehme.

      Die Sicht, dass Carla eigentlich diejenige ist, die vor den Kopfgeldjägern flieht und generell von Angst getrieben ist, klingt plausibel und passt sicherlich zu der Figur, die halt die Flucht nach vorne sucht, anstatt sich defensiv zu verkriechen. Ob ich Cassiopeias Eindruck da so gänzlich teilen würde, weiß ich aber gerade noch nicht. (Schön, dass sie hier übrigens wieder bisschen in ihrer Psychater-Alter-Ego schlüpft). Ich denke, dass Carlas Intentionen und Ambitionen sicherlich vielschichtiger sind und es nicht nur die Angst vor den Kopfgeldjägern ist, die sie antreibt und sicherlich nicht nur Angst allein. Sicherlich die Flashbacks suggerieren sicherlich ein ähnliches Bild, aber ich weiß nicht: Mir wäre das als Erklärung für Carla zu einfach(?). Bisher wurde sie mir als viel zu komplexer Charakter eingeführt, um sie auf das verängstigte Mädchen zurückzuführen, dass eine schlimme Kindheit hatte und deshalb so geworden ist, wie sie geworden ist. Wenn du verstehst, was ich meine. Aber vielleicht schaue ich da gerade auch zu analytisch-professionell drauf.
      Die Flashbacks fügen sich wie gesagt gut in das Bild ein, welches Cassiopeia aufwirft, auch wenn ich einem der Kommentatoren hier widersprechen muss. Die unterschiedliche Wahrnehmung/Verhalten des Vaters ist absolut authentisch. Jemand kein absolut liebender und abgöttisch in seine Kinder vernarrte Mensch sein und dennoch ein Monster gegenüber seinem Partner. Das ist sogar eher die Regel als die Ausnahme. Ich kaufe Carlas Vater seine Zuneigung auf jeden Fall absolut ab und hoffe natürlich, dass die Assoziation mit einer vielleicht sogar pädophilen Zuneigung seitens ihres Vaters nur eine Assoziation meinerseits bleibt. Ich fände gerade schön/passend, wenn Carlas Vater die liebevolle Identifikationsfigur für sie bleibt, die er gerade ist. (Wenn ich hier gerade schon durch eine Andeutung oder einen Flashback aus der Vergangenheit widerlegt wurde, habe ich nichts gesagt). Damit meine ich übrigens nicht, dass sie ihn nicht noch als Monster im Umgang mit ihrer Mutter etc. enttarnt, aber eben nicht, dass er die buchstäbliche und metaphorische Hand an sie gelegt hat.
      Zumindest erklärt Carlas krude Beziehung zu ihrer Mutter auf jeden Fall auch, weshalb sie vielleicht auch schon die ein oder andere Auseinandersetzung mit starken Frauen (Mercedes, Luca) hatte und ihre perfide Freude daran, Luca gebrochen zu sehen.

      Was ihre Beziehung zu Catherine angeht, würde ich einem Kommentar hier auch widersprechen. Einerseits schon Catherines Mutter selbst ja keine Heilige gewesen zu sein und ich glaube, dass Carla hier mehr Parallelen als Unterschiede sieht, auch wenn beide natürlich gänzlich andere Personen mit unterschiedlichen Motiven und Erfahrungen sind. Aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Carla abseits ihrer eigentlichen Pläne, tatsächlich so etwas wie eine Art Zuneigung zu Catherine empfindet, auch wenn sie nur Mittel zum Zweck ist. Am Ende wird sie Catherine so manipulieren und brechen, wie das Leben (bzw. ihre Mutter, Vater oder Dritte) Carla gebrochen haben.

      Die Geschichte der Haywoods an der anderen Stelle geht weiter und nehme ich einfach zur Kenntnis. Auf die ansprechende künstlerische Darstellung habe ich ja schon zu Beginn Bezug genommen und ich denke, dass die Flucht der Familie vor allem als dramaturgisches Mittel gedient hat, um die ganzen Schrecken der Wilden Jagd zu porträtieren. Da du ja auch gesagt hast, dass du dich in den finalen Zügen des Arcs befindest, hoffe ich einfach, dass die Familie einfach nicht mehr allzu viel Raum einnehmen wird, auch wenn der Pessimist in mir, ihnen kein glückliches Ende voraussagt.

      Zum Abschluss trifft dann Cassiopeia noch auf Lorca und ich glaube keineswegs, dass hier der Kampf schon zu irgendeinem Ende gekommen ist. Wir stehen hier noch am Anfang und bin auch froh, dass du nicht irgendeinen der verbliebenen Schatzjäger in den Kampf geschickt hast. Die sind ja allesamt immer noch ziemlich lädiert bzw. sollten es sein.

    • Neu

      Fix für meine Verhältnisse geht es weiter, nun, da ich frei habe und den Arc zügig beenden will. Mal schauen, wie mein Plan aufgeht, aber der Anfang ist gemacht.^^
      Kapitel 162 ist unter dem Titel "Morrígan" an alter Stelle zu finden. Viel Spaß wünsche ich.

      David


      Monkey D. David schrieb:

      ch finde du du hast seine letzten momente super geschriebenauch wenn er jetzt die die wichtigste figur war ( hat er überhaupt ein nameaußer grauer spion^^)
      Aber wie du uns sein ableben vermittelt hast wer sehr gutumschrieben und auch seine letzte gute tat kam perfekt
      Er wusste das myzete sehr schnell die lok wieder eingeholthätte so hat er es gut verhindert , so ein loch im fuss wird sich erst mal kurzausbremsen
      Je nach de ob sie die frucht erweckt hat oder nicht wird dasunsere zeitspanne sein die jetzt mercedes hat für die flucht und um selbstbisschen zu kraft zu kommen
      Nein, er hatte keinen Namen. Also im Charakterbogen wird er als "John Doe" geführt, was aber nur der Statthalter für Männer ohne bekannte Identität ist. Die Namenlosigkeit der Figur fügt sich in seine tarnende Teufelsfrucht und eher unauffällige Natur zusammen. Er war ein Spion, ein Schatten. Jemand, der nicht auffiel und wohl niemandem in Erinnerung bleiben dürfte. Weder seinen Mitmenschen, noch dem Leser.

      Monkey D. David schrieb:

      Er sieht was zur zeit im land los ist und was diepuppenkönigin angerichtet hat mit der wilden jagt
      Er macht aber find ich das richtige und denkt jetzt an seinkind , den hier kann er nix mehr ausrichten dafür ist es schon zu spät seineletzte chance ist auf den bastardkönig zu vertrauen
      Genau, Haywood hatte die Wahl zwischen einer fallenden Nation und dem Leben seines Sohnes. Auf wenn ich nicht mutmaßen möchte, ob seine Entscheidung richtig oder falsch war, so glaube ich zumindest, dass sie nachvollziehbar ist. Ulysses hat ihm eine Chance auf ein gutes Leben mit seinem Sohn in Aussicht gestellt und Haywood ist auf den Handel eingegangen. Kann man es ihm verübeln? Ich denke nicht.

      Monkey D. David schrieb:

      Tja odine will den schlüssel und hat so gut wie alles auf den kopfgestellt
      Hat anscheind nix gebracht außer die erkenntnis das der schlüssel nur bei bentley sein kann
      Dann errinert sich odine an ein gespräch mit dädalus da frag ich mich gerade ist damit dädalus aus horizon von Vexor gemeint oder hab ich da was verpasst
      Ich weis ja das ihr beide gerne eure FFs verbindet und so eine große welt erschaffen könnt
      Dädalus tauchte im Laufe des Arcs in einem kleine Cameo-Auftritt auf. Er war der Gelehrte, den Cassiopeia zusammen mit Krill und Ondine in der Universität aufgesucht hat, um mehr über Ondines Kräfte zu erfahren. Dort wurde Ondine dann als "Alraune" bezeichnet etc.

      Monkey D. David schrieb:

      Puh da hast du aber mal wieder so richtig abgeliefert , ich liebe eine die szenen mit cassiopeia oder den anderen beiden in zusammenhang mit o’mara . ich finde diese szenen bringst du immer so genial rüber das ich oft da sitze und sogar gänsehaut bekomme , ich tauche da immer so richtig ein , ich weis nicht wie du das immer wieder hinbekommst das ich da so reagiere aber ist auch scheiß egal du machst es anscheind nur richtig ^^
      Zu dem namen ,, und die hölle folgte ihnen“ könnest du einen roman meinen von tremanye meinender ganz gut sein soll ^^
      Vielen Dank, Cassiopeia macht es einem dahingehend recht einfach.^^
      Wie Eldrail schon sagte, handelt es sich bei dem Titel des Kapitels einfach um den Titel des Arcs. Es ist mittlerweile eine Tradition meiner FF, dass die Namen des Arcs dann ein oder mehrere Kapitel in ihm schmücken.

      Monkey D. David schrieb:

      Also Carla macht einen auf krassen stalker,nicht mal in ruhe schlafen kann man ^^
      Puh der FB hat es in sich wir haben wieder einteil aus carla´s vergangenheit auch wenn wir nicht viele infos bekommen hat sie es bei ihrer mutter nicht leicht , auch wenn die mutter es bei dem vater anscheind auch
      nicht leicht hat ist das echt ne chaotische familie kein wunder das carla so abgedreht ist , aber genie und wahrnsinn lag shcon immer nah beieinander
      Zumindest lässt sich allmählich nachvollziehen, wieso Carla zu einer solch intriganten und gerissenen Person heranwuchs, die niemandem traut und überall Feinde sieht. Ihr Elternhaus war zerrüttet und hasszerfressen. Aber das allein reicht (noch) nicht, um Carla gänzlich zu entwirren. Die Geschichte ist noch nicht vorbei.

      Monkey D. David schrieb:

      Zurück in der gegenwart zeigst du uns wieder ein kleines bisschen aus der höhle der löwen
      Also bentley muss sich echt zusammenreißen das er die kontrolle nicht verliert , das könnte echt noch spannend werden
      Wird es. Hoffe ich. xD

      Monkey D. David schrieb:

      Wer hätte es gedacht aber uylsess hat sein wort gehalten , naja du hast ja auch erwähnt das er anders tickt als carla und ich hatte auch das gefühl das er bisschen mehr emapthie aufbringen kann und so auch sein wort halten wird wenn er was verspricht
      Empathie ist ein interessantes Wort bei Ulysses. Er besitzt definitiv ein Gespür für die Gefühle anderer Menschen und ist sensibler als Carla. Zudem baut er auf gegenseitigen Nutzen, nicht einseitigen Missbrauch. Das dürfte der gravierendste Unterschied zwischen den beiden Antagonisten sein.

      Monkey D. David schrieb:

      Jetzt geht es schlag auf schlag , rückzug der kopfgeldjäger ist nur sinnvoll den der todessturm namens lorca fliegt auf sie zu , aber cassiopeia stellt sich ihr in den weg
      Wie der kampf jetzt erst mal ausgegangen ist wage ich nicht zu prohezeihen aber da lorca wütend ist würde ich sagen es ist noch nicht vorbei
      Unser hauptmann hat es geschafft zu entkommen das ist doch mal was gutes ^^
      Dann bekommen wir noch einen kleinen einblick in carlas vergangenheit mit ihren vater , er scheint auf den ersten blick ein lieber vater und ein schrecklicher ehemann zu sein mal sehen was wir da noch erfahren werden
      Zu Carlas gab es bereits eine kleine Szene (Kapitel 134) und wird es auch noch mehr geben. Er ist eine zentrale Figur für Carla (gewesen) und ist von großer Bedeutung, wenn es darum geht, sie besser zu verstehen.

      Monkey D. David schrieb:

      Das kapitel war aujedenfall mega gut
      Danke.
      Eldrail


      Eldrail schrieb:

      Das Kapitel referenziert mit dem Titel den Namen des Arcs, ob es darüber hinaus noch etwas zu bemerken gibt wäre mir jetzt nicht bewusst (außer direkt im Kapitel selbst). Zugegeben, ich habe dafür einen kleinen Tipp und die Word Suchfunktion benötigt, aber immerhin^^ Die Erklärung liefert ja Cassiopeia; auch nett, wenn sich da im Kapitel gleich die Aufklärung ergibt.
      Ich bin ein gnädiger Gott. :D

      Eldrail schrieb:

      Der Kampf David gegen Goliath kann sogar bei dir zum Erfolg für David führen, in gewisser Weise passiert das auch hier. Es liegt nur im Auge des Betrachters bzw. auch der beteiligten Parteien, was denn als Sieg zählt. Für Myzete bestand der Sieg offenbar in mehr als nur dem Tod vom grauen Spion, während der graue Spion schon zufrieden damit wäre, einfach nur Myzete lange genug aufzuhalten. Sein Ziel erreicht er durch die Hybris des Terrorvogels, der eben noch den Terror nötig hat und sich sowieso so überlegen fühlt, dass man sich Zeit lassen kann. Ich denke mal, dass in Abhängigkeit des Charakters auch diese Lösung gut funktioniert und ich gehe davon aus, dass Myzete nicht erst jetzt gerade diesen Charakterzug bekommen hat (ja, die Freuden der Vergesslichkeit...). Dann ergibt es Sinn und ist wohlverdient.
      Myzete wurde bisher als perfide und zutiefst sadistische Person vorgestellt, die weder über große Empathie noch ein Interesse an anderen Menschen verfügt. Ihr Spiel mit dem Agenten passt daher sehr gut ins Bild. Ihre Hybris tat ihr Übriges.

      Eldrail schrieb:

      Ich fand die Szene sehr schön geschrieben, gerade wie der graue Spion seinen Frieden findet, mit Hoffnung und einem Lächeln stirbt, im WIssen um seinen Sieg. Da verbelibt mir nur noch zu sagen:
      RIP Grauer Spion. Möge dein Opfer nicht vergeblich sein!
      Empfand ich auch als sehr angenehmen Abschluss für eine Figur, die bewusst ohne großes Aufsehen durch meine Geschichte tauchte und bis zum Schluss unter dem Radar flog; sowohl narrativ als auch in der Wahrnehmung der Leser. Am Ende leistet er seinen wichtigen Beitrag zum großen ganzen wie so viele graue Beamte einsam, ungesehen und ohne Dank.

      Eldrail schrieb:

      Der Abschnitt erweitert nicht nur den Einblick in die Schrecken der wilden Jagd, sondern etabliert auch eine Aussage, die ich glaube ich mal abseits gehört habe: Carla ist eigentlich ziemlich unbekannt und am Ende wird sich aller Hass gegen die Puppenkönigin richten. Die ist zwar einerseits ziemlich arm dran mit Carla am Hacken, andererseits in ihrer unglaublichen Naivität und Ignoranz auch durchaus mitschuldig. Inwiefern die später erwähnten Beruhigungsmittel einen Einfluss haben? Spannende Frage, könnten sie doch auch nur für diese Nacht gedacht sein und sie sonst geistig voll anwesend war. Jedenfalls hilft Haywood diese Überlegung, seine Entscheidung auch noch zu rechtfertigen, neben der Tatsache, dass er sowieso alles versuchen würde für sein Kind.
      Richtig. Catherine hat die Wilde Jagd verkündet. Sie ist die Königin und damit oberste Repräsentantin der Schrecken dieser Nacht. Eingeweihte wie die Kopfgeldjäger, Bentley oder Zhang wissen natürlich um Carlas Rolle. Aber der gemeine Bürger auf den Straßen, der gerade sein Hab und Gut oder gar sein Leben verliert? Der kann niemandem die Schuld geben als Catherine.

      Die Beruhigungsmittel haben Catherine nur schläfrig gemacht, damit Carla ungestört ihrem Tun nachgehen kann. Den Rest der Zeit über war Catherine im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte. Ob das nun gut oder schlecht ist, vermag ich allerdings nicht zu sagen. xD

      Eldrail schrieb:

      Familie Haywood schafft es durch die Stadt und trotz vorübergehendem Schrecken (das wirkte jetzt schon wie recht unnötig aufgebaute Spannung, die man sonst so von allen möglichen sonstigen Werken kennt, wobei es ja kein Cliffhänger war und sofort aufgelöst wurde) zeigt sich, dass Ulysses Wort hält. So habe ich ihn auch kennen gelernt, jetzt weiß ich gar nicht, was ich von der ganzen Sache halten soll. Kollege Haywood befreit einen hochgefährlichen Gefangenen, der nun wahrlich nicht unschuldig ist und der ist dann auch noch so korrekt und hält sein Wort. Ich glaube, ich versuche lieber nicht nach Botschaften Ausschau zu halten
      Es ist wie in Ondines Geschichte: Selbst die Raubvögel erfüllen ihre Aufgabe, um die Welt am Laufen zu halten. Manchmal gibt es kein Richtig oder Falsch, sondern nur die Entscheidung eines Menschen. Haywood hat sich entschieden, Ulysses zu glauben; und Ulysses hat sich entschieden, sein Versprechen zu halten. Selbst die Bösen sind manchmal die Guten -- und umgekehrt.

      Eldrail schrieb:

      Ondine kriegt ja eine frühe Lebenskrise^^ Also irgendwie erscheint sie vor allem dann so ...unnatürlich, wenn sie im Besitze ihrer Teufelskraft ist. Davon getrennt erscheint sie wie ein etwas merkwürdiges Kind. Bentley ist auch merkwürdig, was wohl eine nette Umschreibung ist. Dumm ist er jedenfalls nicht, selbst wenn ihm sein Leben gerade ziemlich entglitten ist. Den Schlüssel findet Ondine nicht, dafür findet Bentley a) eine Unterhaltung in Form von Religionskunde und b) zu viel Gefallen an Ondine, bis es ihm schon wieder gar keine Freude macht. Die tat mir am Ende echt schon leid, so einen fast schon Zusammenbruch erwartet man von ihr eigentlich gar nicht. Sieht so aus, als ob sie nach wie vor nicht in der Lage ist zu entkommen, sofern Bentley nicht plötzlich sein Herz wiederfindet. Was da jetzt wohl noch passieren wird?
      Seien wir fair: Jedes Kind, das verträumt durch die Luft schwebt, wäre unnatürlich.^^
      Aber klar. Ohne ihre Teufelsfrüchte ist Ondine buchstäblich auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt und sieht sich in einer ausweglosen Lage. Sie ist nicht besser als andere Kinder in den Fängen eines Erwachsenen. Mit dieser neuen Realität muss sie nun zurechtkommen, was ihr so semi-gut gelingt. Weiterhin haben sie die Kopfgeldjäger mitgenommen und wurden in der unbekannten Welt jenseits der Klostermauern für sie zu Bezugspersonen. Momentan fühlt sie sich so verlassen uns allein, wie es jedes Kind an ihrer Stelle tun würde. Aber Ondine wäre nicht Ondine, wenn sie es dabei beließe.^^

      Eldrail schrieb:

      Cassiopeia fungiert hier für mich schon gefühlt wie die Instanz des Autors, der dem unverständigen Eldrail die Geschichte erklärt^^ Danke dafür! Jedenfalls ist sogar Brian mit seinem Superhirn in gewissen Vorstellungen verhaftet und da finde ich mich ebenfalls wieder. Schön formuliert: ...und die Hölle folgte ihnen. Diese Perspektive ist mir irgendwie gar nicht in den Sinn gekommen bisher. Manchmal merkt man einfach, wieso eine gewisse quasi geschenkte Exposition mir so zusagt: von alleine komme ich auf sowas gar nicht.
      Gern geschehen. :D
      Manchmal kann man eine promovierte Psychiaterin in der eigenen FF schonmal ausnutzen, um dem geneigten Leser Charakterstudien auf dem Silbertablett zu servieren.

      Eldrail schrieb:

      Wenn man es sich genau überlegt würde ich die Kopfgeldjäger auch ungerne irgendwo im Radius von ungefähr so drei Inseln weiter sehen wollen. Noch dazu sind die ja wirklich hinter ihr her, da ist man nicht einmal nur der Kollateralschaden, der irgendwie überall auftritt, wo sie auftauchen. Brian will verstehen, wie Carla zu der Person geworden ist, sicherlich nicht nur aus reinem Interesse. Wir kriegen da jetzt einen Einblick, die Frage ist: entspricht das so ziemlich exakt dem, was O'Mara erzählt wird?
      Das wird sich zeigen. O'Mara ist jedenfalls klüger als vorher, soviel sei gesagt.

      Eldrail schrieb:

      Die sonstigen Betrachtungen in ihren Abschnitten, gerade im Hinblick auf Catherine II, kann ich noch nicht so recht einordnen, außer das Carla ...interessante Vorstellungen hat.
      Im Grunde sehr zynische, aber nicht irreale Gedanken. Wenn man sich die kruden Vorbilder moderner Märchen anguckt, merkt man recht schnell, wieso die Moral der Geschichte nicht immer das beste für die Leser im Sinn hat.

      Eldrail schrieb:

      Wichtig dürfte da vor allem die Vergangenheit sein. Da stllt sich die ewige Frage: gab es nicht irgendwann schon einmal etwas zu ihrer Kindheit? Kommt mir vage so vor, erinnern kann ich mich aber nicht. Wie dem auch sei, lustig wird es in dieser Rückblende nicht.
      Kapitel 134, da gab es den ersten FB zu ihr und ihrem Vater.

      Eldrail schrieb:

      Ihre Mutter ist nun nicht gerade eine gute Mutter, ganz im Gegenteil. Sie schaffte es offenbar recht schnell ihr ein lebenslanges Trauma zu verschaffen. Irgendwie fällt es mir schwer, da länger zu verweilen, doch ich bin mir sicher, dass wir nicht das einizge Mal in einer Rückblende zu Carla sein werden... Die Mutter hat es sicherlich auch nicht leicht, entschuldigen tut dies aber gar nichts. In gewisser Hinsicht tut einem Carla schon leid, aber ich denke, dass es keine Garantie ist, dass eine schlimme Kindheit ein Monster aus einem machen muss. Carla darf bitte immer noch ihren tiefen Fall bekommen.
      Ich halte es so: Eine üble Vergangenheit kann und darf einen Charakter verständlicher und menschlicher machen, ihn auch ein stückweit als Opfer hinstellen; allerdings niemals rechtfertigen. Was Carla in Nickleby abgezogen hat, ist nicht wiedergutzumachen und keine schreckliche Kindheit kann entschuldigen, was sie so vielen Menschen (direkt oder indirekt) angetan hat. Eine Rehabilitation oder gar Absolution wird es definitiv nicht geben, nein.

      Eldrail schrieb:

      Da geht es wieder durcheinander, diesmal war ich auch ziemlich zufrieden mit dem Effekt, der daraus entstanden ist. Es beginnt mit dem Angriff von Lorca auf Doubletrouble Manor (übrigens ein cooler Name), den aus irgendwelchen Gründen ausgerechnet Cassiopeia zum Anlass nimmt, sich dieser in den Weg zu stellen. Na gut, O'Mara wird nichts tun, Luca ebensowenig, Shrimati ist keine gute Wahl und schon bleiben nur noch Lorelei und Cassiopeia. Keinen Widerstand leisten ist vermutlich eine schlechte Option und Lorelei ist entweder nicht in der lage dazu oder man schickt ja aus Prinzip erstmal die Untergebenen vor. Frage mich gerade, ob ich irgendwann schon mal in irgendeiner Form was zu Loreleis Fähigkeiten nachgefragt oder mitbekommen habe. Sie kann sicherlich viel, aber was ist im direkten Kampf? Dafür wären ja wohl andere Abteilungen geeigneter, könnte also sein, dass sie einfach schnell tot wäre, wenn sie von Lorca gestellt wird. Die ist ja immerhin ziemlich weit oben in der Liste der absoluten Monster^^
      Wenn Cassiopeia sofort losstürmt und niemand, inklusive Lorelei, sie aufhält...was sagt dir das?^^
      Zu Loreleis Fähigkeiten gab es noch gar nichts. Mal schauen, ob sich das bald ändern wird.

      Eldrail schrieb:

      Jedenfalls ist Lorca nicht so mächtig, dass sie Cassiopeia sofort vernichten kann, da geht es gewohnt dynamisch und passend für Lorca spitzzüngig zur Sache. Gefällt mir gut, ist auch eine interessante Paarung mit der flüssigen Teufelskraft von Cassiopeia gegen die staubtrockene Kraft von Lorca. Dazwischen eingewoben sind so ein paar weitere Szenen von Carlas Kindheit, übrigens fällt mir gerade jetzt erst so richtig auf, dass die Puppenkönigin sich nach ihrer Mutter sehnt, was für Carla ja nun keine erfreuliche Assoziation darstellt.
      Das stimmt. Wobei man dazusagen muss, dass die erste Catherine auch nicht gerade eine Bilderbuchmatriarchin war. Viel Konfliktpotenzial überall.

      Eldrail schrieb:

      Ich vermute jedenfalls, dass die eingeschobenen kursiven Passagen zeitlich vor dem ersten Flashback im Kapitel spielen. Die Art und Weise, wie hier ihr Vater mit ihr interagiert passt für mich nicht in das Bild des unbekannten Mannes aus dem ersten Flashback, der ja nur durch Carlas Wahrnehmung und physische Auswirkung auf ihre Mutter auftritt, dennoch keineswegs liebevoll daherkommt.
      Ich verweise hier auf Vexors Überlegungen. Carlas Vater erscheint hier wie zwei verschiedene Menschen, weil er aus zwei verschiedenen Perspektiven betrachtet wird. Für Carla ist er ein Beschützer und liebender Vater, für ihre Mutter jedoch ein brutales Monster.

      Eldrail schrieb:

      Kann noch nicht so recht einordnen, wieso Carla jetzt für Catherine das Lied ihres Vaters singt, aber wie das sich mit der äußerst brutalen und blutigen Kutschfahrt abwechselt, noch dazu mit dem Wissen um die wilde Jagd und Lorcas Angriff im Hinterkopf, ist schon beeindruckend. Habe in letzter Zeit öfter mal das Gefühl, dass es schon teils wie so eine Art Drehbuch wirkt bzw. schon sehr gut passen würde für eine visuelle Darstellung. Ganz großes Kino
      Carla wurde im Laufe des Arcs ja schon mit Erinnerungen geplagt und als Catherine nach ihrer Mutter fragte, setzte da vielleicht etwas aus. Vielleicht empfand Carla auch Mitleid mit Catherine? Oder wollte sich selbst mit dem Lied beruhigen? Auch ich habe nicht die definitive Antwort, dafür ist Carla zu komplex und undurchschaubar.

      qoii


      qoii schrieb:

      Wer konnte denn damit rechnen, dass du wieder in deinen zwei Wochenrhythmus einsteigst!
      Sei gewarnt: Ich will den Arc bis Anfang April beendet haben. Das heißt, dieser Rhythmus wird weiterhin angestrebt. :D

      qoii schrieb:

      Myzete Schicksal ist mal wieder ein Beweis für mich, dass Antagonisten keine Romane lesen (oder Filme schauen), den dann hätte sie gewusst, was für eine schlechte Idee es ist mit ihrem (vermeintlich) geschlagenen Gegner zu spielten.^^
      Glaube, das wäre Myzete sogar egal gewesen. Sie ist viel zu sadistisch und überheblich, um das Schicksal von Romanfiguren auf ihre eigene Person umzumünzen oder Selbstreflexion zu betreiben. Psychopathie ist eine Bitch.^^

      qoii schrieb:

      Trotzdem oder gerade deshalb hat mir dieser Absatz sehr gut gefallen. Der Graue Spion wird auf eine sehr gute Weise gleichzeitig sichtbar und noch mehr Teil seiner Umgebung. Hoffe es wird einigermaßen Klar wird, was ich damit meine… Während die Kraft bzw Fähigkeit seiner TF nachlässt, wird er durch sein ausbluten und den langsam herankriechenden Tod doch wieder Teil dieser grauen Umgebung der Marsch… er diffundiert gewissermaßen noch besser in seine Umgebung, wenn ich es mal so ausdrücken darf.^^
      Ganz genau. Einerseits stirbt er als er selbst, ohne Tarnung oder falsche Maske; andererseits wird er so buchstäblich ein Teil der Nacht und der Schatten, welche er im Gespräch mit Mercedes erwähnte. Ein passendes Ambiente für seinen letzten Akt.

      qoii schrieb:

      Aufgrund dessen ist sich MyzeteihresGesamtsieges zu sicher und kostet diesen Teilerfolg zu sehr aus, bzw will dem Grauen Spion in seinen letzten Momenten nochmal deutlich zeigen, wie sehr sie ihm (und Mercedes) überlegen ist. Zu ihrem Pech sind halt verwundete Gegner besonders gefährlich und solange ein Terrorvogel nicht zufällig auch noch über sehr gute Selbstheilung verfügt ist sie bis auf weiteres aus dem Spiel. Letzte Mission ziemlich gut geglückt wurde ich sagen.
      Ewig wird Myzete nicht nicht von dieser Verletzung ausgebremst werden (wir sehen ja aktuell bei Kaidos Leuten, wie schnell die wieder fit sind), aber es reicht für den Moment. Mehr wollte und konnte der Graue Spion auch nicht mehr tun.

      qoii schrieb:

      Etwasirritiertwar ich darüber, dass Haywood sich durch die (Rosen-) Büscheschlagen muss, aber das dürfte zum Teil sicher daran liegen, dass ich nicht mehr weiß, wo diese im Vergleich zum Palast und seiner Wohnstädte befinden. Seien wir ehrlich, ich weiß garnicht mehr wie die Stadt aufgebaut ist. Die einzelnen Orte/ Ortsnamensagen mir zum größten Teil noch was, sie schweben allerdingsjeweils ziemlich einzeln im luftleeren Raum vonNickleby.^^
      Puh, ja. Das wurde vor laaaaanger Zeit mal erwähnt: Der Red Apple Palace steht auf dem Rosary Hill, einem Hügel unweit der eigentlichen Hauptstadt. Deswegen genießt Carla auch so eine spektakuläre Aussicht auf Nickleby. Der Hügel ist umwuchert von Rosensträuchern, in die Rosenkränze eingeflochten sind. Sofern Haywood also nicht durch den offiziellen Eingang und die Zufahrtsstraße verschwinden will, was zu auffällig wäre, muss er sich durch die Rosenbüsche schlagen.

      qoii schrieb:

      Wie auch immer es wird einen Grund geben, warum er diesen Weg wählt, den unauffälligsten um aus dem Palast zu kommen, der schnellste trotz der ganzen Dornen(hecken), der sicherste oder einfach der symbolistische, im Sinne der Geschichte. Jedenfalls kämpft er beim Durchqueren mit seinen Schuldgefühlen, bis er (zum ersten Mal) das ganze Ausmaß der Wilden Jagt in Nickleby sieht. Ab diesem Zeitpunkt kann er sich selbst einreden/zugestehen/wünschen das Richtige getan zu haben, da seine Königin (Teile) ihr(es) Volk(es) mit der Ausrufung der Jagt verraten und dem Untergang preisgegeben hat. Nun kann sie durch den Bastard König ihre Strafe dafür erhalten, wobei letzterer auch nicht mehr langeLeben sollte und damit auch wieder seine "Strafe" erhält.

      qoii schrieb:

      InalleRichtungen ein glaubhafter Schritt, zwar ist es zum Teil eine "Ausrede" die seinen Verrat vor ihm weniger schlimm erscheinen lässt, andererseits wird es noch eine Menge andere Leute geben, die diese Aktion der Königin ebenfalls als eine Art Verrat sehen werden. Zhang wird zwar wahrscheinlich nicht so weit gehen sich direktvon der Königin abzuwenden, aber ihretreue zu ihr wird sicher nicht sehr gefördert worden sein. Wobei Zhang zumindest weiß /ahnt, dass mehr Carla dahinter steckt.
      Natürlich ist es eine bigotte Ausrede. Haywood ist ein frommer Mann, der soeben eine schreckliche Sünde begangen hat und durch seine Flucht im Begriff steht, noch schrecklichere Sünden zuzulassen. Hinzu ist er ein Verräter und Deserteur. An diesem Punkt kann er sich nur irgendeine Rechtfertigung für seine Taten ausdenken oder wahnsinnig werden.^^

      qoii schrieb:

      Ondine hat derweil alles erfolglos nach dem Schlüssel durchsucht und so langsam knabbert die ganze Situation an… ihrer Selbstsicherheit. Auch weil sie die Situation (unbewusst) immer mehr an ihr altes Leben erinnert. Ich weiß nicht, wo ich es herhabe und ich habe auch nicht das original finden können, aber ich meine es gibt den Spruch/Satz >>Du kannst den x(meist Person) aus dem y(Meist Ort/Situation) bekommen, aber nicht das y aus dem x< da du dies in gewisser Weise auch selber geschrieben hast, kannst du mir vielleicht verraten, wo es her sein könnte.^^
      Ist das nicht so eine Redewendung? Du kannst einen Menschen aus der Gosse holen, aber nicht die Gosse aus dem Menschen? Irgendwie so.^^

      qoii schrieb:

      Wie auch immer die beiden Teile mit Ondiene zeigen sehr gut, wie viel… nennen wir es mal psychische Kraft, Ondine ihre Magie/Teufelskräfte gegeben haben. Immerhin ist sie sich sicher mit diesen dem wütenden Tier (Mob) draußen ohne Probleme entkommen zu können, um zu den KGJ zurückzukehren, welche ihr auch Sicherheit gegeben haben.Wobei ich es am auffälligsten Finde, dass sie hier Final am liebsten zu Mercedes zurückmöchte, obwohl Krill ihre Hauptperson ist. Vielleicht etwas der Wunsch nach einer Mutter oder etwas in die Richtung.
      Krill ist vielleicht ihr maßgeblicher Umgang, aber er ist nicht warmherzig oder liebevoll. Mercedes hingegen hat eine mütterliche Rolle eingenommen, welche selbst ein sozial verkapptes Kind wie Ondine in Zeiten des Aufruhrs vermisst. Im Kern ist Ondine doch nur ein kleines Mädchen, dass zu ihrer Mami will. Hinzu kommt ein anderer Grund, der in diesem Arc noch für Gesprächsstoff sorgen dürfte.

      qoii schrieb:

      Der Tatsache, dass Ondine mit ihren TK vor dem Mob nichts zu befürchten hat, könnte man so weit zustimmen, wobei ich nicht weiß in wieweit du die Veränderten Aerodynamischen nein falscher Begriff….. die Veränderungen der … Winde…. Luftströmungen mit einbeziehen würdest, welche sich in Nickleby mittlerweile durch den… nennen wir es mal Feuersturm ergeben haben. Immerhin habe ich ihre TK mehr schwebend, wie ein Ballon, in Erinnerung und weniger zielgerichtet, wie ein z.B. ein Flugzeug. Sagen wir einfach ich habe bei ihr bis jetzt zwar schon etwas Steuerung der Flug/Schweberichtung wahrgenommen, aber nicht einen direkten Zielflug.
      Ich habe keine Ahnung, was du meinst. xD
      Der Sturm, der in Nickleby tobt, nennt sich Loch Llyr. Benannt nach einem See auf der Insel der Carnen, über dem sich diese Winde zusammenbrauen und dann zum Wintereinbruch über Fountleroy Island ziehen. Hat also nichts mit der Wilden Jagd zu tun, die Ereignisse fallen nur "zufällig" zusammen. Ondines Kräften haben derweil auch nichts mit dem Wind zutun, sondern mit kinetischer Energie. Da hast du dich richtig erinnert. Der Wind würde Ondine die Navigation im Himmel also vermutlich sogar erschweren.

      qoii schrieb:

      Aber zurück zum eigentlichen Gedanken, denn soweit ich es Verstanden habe, beschränkt sich die Wilde Jagt bzwjetzt wohl besser der Mob nicht mehr nur auf das lairische Ghetto bzw die Armenviertel der Stadt, sondern tobt auch durch die Straßen der Reichen, wo es definitiv auch noch mehr zu holen gibt.Zumindest wenn man in eines der Häuser reinkommt, was schon etwas schwierigerist,als in die bisherigen Bruchbuden oder normalen Geschäfte. Den das Haus, indem sich Leviatan und Co aufhält, scheint anfangs zumindest noch sicher zu sein, auch wenn der Mob auf der Straße tobt.
      Ja, die Villen der Reichen und Mächtigen sind natürlich wesentlich besser geschützt als die Mietshäuser und Baracken der unteren Schichten. Mittlerweile hat sich die Wilde Jagd, wie im Kapitel beschrieben, zu einem Aufstand der Unzufriedenen und Abgehängten ausgeweitet. Plünderungen, Vergewaltigungen. All diese Dinge haben längst nichts mehr mit der Jagd nach der LIA gemein.

      qoii schrieb:

      Leider hat Lorca sie aberirgendwie ausfindig gemacht, wobei ich mir gerade nicht erklären kann wie. Zwar ist eine Cassiopeiadie sich von einem Balkon aus in die Luft erhebtein sehr guter Hinweis, aber ich würde nicht davon ausgehen, dasCassiopeiadies tun würde, wenn sie sich nicht sicher wäre schon aufgeflogen zu sein. Dabei finde ich es besonders auffällig, dass es Luca gewesen zu sein scheint der die Gefahr als erstes Aufgefallen ist.
      Wie Lorca sie aufspüren konnte, wird sich in den kommenden Kapiteln erklären. Und dito zu Luca, sehr auffällig. :D

      qoii schrieb:

      Das Carlas Aktionen wie Cassiopeiaserklärt eine Flucht nach vorne sind, weil sie die KG-Jäger fürchtet, ist ein interessanter und durchaus stimmiger Gedanke, immerhin lassen sie kaum einen lebend zurück, sobald er mal gegen sie gestanden hat. Weiterhin dürfe Carla auch Angst vor der WR bzw den CPs haben, immerhin gilt sie als Verräterin und auch Ulysses dürfte ihr trotz der Zusammenarbeit nicht ein Gefühl von Sicherheit oder besser nicht Bedrohung gegeben haben. Sprich, sie braucht eine Stellung, in der sie sich selber Schützen kann, nicht mehr von jemandem Abhängig ist und in der sie ihre Feinde möglichst vernichten kann. Zwar scheint Lorca alleine auszureichen, um jeden Feind zu beseitigen, aber auch diese wird ihre schwächen haben. Allerdings liegen sie nicht beim Blut bzw Flüssigkeit, da LorcaCassiopeiaohne große Probleme beiseitepusten kann.
      Vor allem ist Lorca nur ein Mensch. Auf Dauer kann sich Carla nicht darauf verlassen, dass sie alle Feinde mit Lorca abwehren kann. So musste sie ja bereits in Nickleby Geschichte taktieren, um sich die Kopfgeldjäger vom Leib zu halten. Selbst eine Lorca könnte nicht gegen alle bestehen, oder gegen die versammelte LIA. Was Carla braucht, ist Macht im politischen, diplomatischen und wirtschaftlichen Sinne. Sie muss sich selbst in eine Position bringen, in der ihre bloße Stellung in der Welt jede gewalttätige Intervention ohne gravierende Konsequenzen unmöglich macht. Als Herrscherin einer Insel, etwa. Stichwort Lordprotektor...

      qoii schrieb:

      Derzeit würde ich zwar noch nicht davon ausgehen, dass Cassiopeiavernichtet ist, allein weil es dann für sie doch etwas zu unspektakulär/nebenbei wäre. Aber auch Cassiopeiaist erst mal aus dem Spiel.Vielleicht konnte sie in die Kanalisation flüchten, immerhin ist sie schon einmal in Sicherheit getropft. Trotzdem war es eine schöne Aktion von ihr, da sie so derzeit die einzige ist, welche zumindest die paar entscheidenden Augenblicke gegen Lorca bestehen und sie dabei auch noch schön aus der Fassung bringen kann. >>unser erarbeitetes Aggressionsbewältigungskonzept hat noch nicht die gewünschten Erfolge erzielt. <<^^
      Ich werde Cassiopeia gewiss nicht derart nebenbei sterben lassen, das stimmt. Ändert nichts daran, dass sie erstmal von den anderen getrennt ist, wodurch eine weitere starke Kämpferin ausfällt.

      qoii schrieb:

      Auch wenn Lorca Cassiopeiasehr gerne endgültig loswerden würde, scheintsiesicherstmalnicht mehr für sie zu interessieren, denn >>>Shanti entdeckte eine tobsüchtige Verrückte, die schreiend und keifend wie eine räudige Kojotin in den Überresten eines zusammengestürzten Anwesens buddelte. <<<Dies würde für mich eher darauf hindeuten, dass Luca und Co es sehr doch noch in den Tunnel geschafft haben (neben Plot). Wobei mich diese nebensächliche leicht zu überlesende Art wieder köstlich amüsiert hat bzw eher wie unterschiedlich man die Situation wahrnehmen kann.
      Hehe, schön, dass es dir aufgefallen ist. :D

      qoii schrieb:

      Auch sonst war die Flucht der Familie Haywooddurch die tobende Stadt sehr gut dargestellt, wobei es ihnen sicher nicht geholfenhabendürfte, dass ihre Kutsche ausgerechnet von Lairische Hundämonen gezogen wurde. Aber auch sonst wäre der Mob sicher auf jede Kutsche losgegangen, die er zu sehen bekommen hätte. So konnten die "Pferde" bei der beseitigen der Hindernisse wenigstens helfen. Übrigens müssen wir den Fischmenschen Kutscher kennen und Hut ab an Ulysses, dass er es geschafft/gemacht hat seinen Untergebenen darüber zu informieren, dass er die Haywoodaus der Stadt bringen soll.
      Den müsst ihr nicht kennen, das ist einfach einer von Ulysses' Handlangern. An Umanagh haben wir ja bereits gesehen, dass Ulysses sich gerne mit Fischmenschen umgibt bzw. diese in seine Dienste stellt. Und Ulysses hat ihn vermutlich schon früh in der Stadt postiert (für den Fall der Fälle) und ihn informiert, nachdem Haywood weg war. Wie gesagt, Ulysses kann vorausplanen, wenn er will. xD

      qoii schrieb:

      Damit bleiben noch ein paar Worte zu Carla, von der wir ein paar weitere kleine Einblicke in ihre Vergangenheit bekommen, welche zumindest auf der Seite der Mutter nur wenig neues Hinzufügen, außer nochmal zu verdeutlichen, wie schlimm es war. Neu sind dagegen glaube ich die Dinge zu ihrem Vater bzw, dass dieser gut mit ihr Umgegangen ist.
      Definiere "neu". In Kapitel 134 gab es bereits einen FB, der das herzliche Verhältnis zwischen Vater und Tochter zeigt. Ist aber schon eine ganze Weile her, zugegeben.^^

      qoii schrieb:

      Carlas Kindheit war durch die Mutter sicher die Hölle, ein Leben als Prinzessin ist da besser, aber nur wenn man dem Klischee der (Märchen) Prinzessin entspricht, was auch nicht Positiv ist, zumindest wenn man einen eigenen Charakter haben möchte. Was ich sehr geil in diesem Satz ausgedrückt finde >>>Jedes Mädchen habe von ihrem Prinzen träumen, diesem großen Heros, der durch Dornen und Drachengekröse watet und für seine Umstände kaum mehr verlangt als bedingungslose, grenzenlose, hirnlose Dankbarkeit.<<<
      Letztlich ist es ja so. Catherine wurde in eine Rolle hineingeboren und durfte nicht einmal diese ausfüllen, da Bentley, Sundermare & Co. sie nur als hübsche Fassade für ihre eigenen Machenschaften ausnutzten. Catherine ist nicht selbstbestimmter als die Prinzessinnen im Märchen, deren einzige Aufgabe darin besteht, am Ende den Mann ihrer Träume zu ehelichen. Was natürlich ein Schicksal ist, welchem Carla feindselig gegenübersteht.

      qoii schrieb:

      Das gesamte Kapitel hat mir mal wieder unglaublich gut gefallen. Besonders die Idee wie du den Schluss gestaltet hast, bei dem in Film die ganzen letzten Szenen durchgehend mit dem Gesang,vom Raben unterlegt gewesen wären, während die Szenenzwischen den verschiedenen Orten gesprungen wären.
      So hab ich mir das vorgestellt, genau. Schön, dass es angekommen ist. Ich versuche ja immer mal wieder, solche cineastischen Montagen in Schriftform zu bringen. Klappt nur leider nicht immer.
      Vexor


      Vexor schrieb:

      Prinzipiell mochte ich die Inszenierung des Endes auch sehr, aber generell wirkte das Kapitel für mich etwas...chaotisch? Nein. Das ist nicht das richtige Ort, aber ich fand, dass mir zu viele Handlungs- und Zeitsprünge drinnen waren, die am Ende - und das ist jetzt nur eine rein ästhetische Kritik - so ein bisschen die Kunstfertigkeit des Kapitels geschmälert haben. Myzete und der Spion, Ondine und Bentley, Cassiopeia und O'Mara, Cassiopeia vs. Lorca, die Flucht der Haywoods, Flashbacks von Carla, Carla und Catherine. Ziemlich viele Baustellen, die allesamt gut waren, aber ich hätte mir hier vielleicht etwas mehr Fokus(?) gewünscht? Wie gesagt. Das ist jetzt tatsächlich nur eine ästhetische Kritik, da ich auch verstehe, dass du mit der Handlung vorankommen willst.
      Das verstehe ich durchaus. An einem anderen Punkt des Arcs hätte sich dieses Kapitel wohl auch auf Haywood, Carla (ohne den ersten FB) und den Untergang von Doubletrouble Manor beschränkt. Aber da ich die Fäden zusammenziehen muss, waren andere Handlungsorte wie Ondine oder der Flashback leider notwendig. Perfekt mag es nicht sein, aber mit dem Endeffekt war ich dennoch zufrieden.

      Vexor schrieb:

      Zu Myzete und dem Grauen Spion möchte ich mich auch nur kurz äußern, da ich prinzipiell den letzten Triumph würdige, aber nicht glaube, dass Myzete hier langfristig oder dauerhaft aufgehalten werden kann. Zoan-Nutzern traue ich generell eine höhere Regenerationszeit zu und ja vielleicht verschafft es der Situation mehr Zeit, aber ist vielleicht auch eher einer Pyrrhus-Sieg. Aber schön, dass wir hier endlich eine Art Abschluss bekommen haben.
      Sagen wir so: Myzete wird die nächsten Wochen nicht mit einem Gips herumlaufen müssen, nein.^^

      Vexor schrieb:

      Ondines Aktionismus gefällt mir ganz gut, da sie ja oft durch eher zur Passivität gezwungen wird und ich hier schon eine gewisse Entwicklung sehe. Dass sie als "menschliches" Wesen seltsam ist, ist ja nichts neues und passt auch einfach zu ihrer Figur. Viel Neues ergibt sich aus den Szenen aber nicht, auch wenn ich den kleinen Nick zu Dädalus wohlwollend aufnehme.
      Ich glaube, am ehesten lässt sich Ondines Handlungsstrang hier mit Callaghans Aufenthalt bei dem Bischof im dritten Arc vergleichen. Es geht mir eher darum, Ondine aus ihrer Komfortzone zu nehmen und zu schauen, wie sie sich ohne ihre mythische Aura und Kräfte so schlägt. Einerseits natürlich psychologisch. Andererseits werde ich deinem Wunsch nach mehr Tatkraft vonseiten des Mädchens definitiv nachkommen. Ondine ist eine Protagonistin und als solche werde ich sie fortan auch behandeln. Was das heißt, dürfte dir bei meiner gängigen Kritik an Oda wohl klar sein. :D

      Vexor schrieb:

      Die Sicht, dass Carla eigentlich diejenige ist, die vor den Kopfgeldjägern flieht und generell von Angst getrieben ist, klingt plausibel und passt sicherlich zu der Figur, die halt die Flucht nach vorne sucht, anstatt sich defensiv zu verkriechen. Ob ich Cassiopeias Eindruck da so gänzlich teilen würde, weiß ich aber gerade noch nicht. (Schön, dass sie hier übrigens wieder bisschen in ihrer Psychater-Alter-Ego schlüpft). Ich denke, dass Carlas Intentionen und Ambitionen sicherlich vielschichtiger sind und es nicht nur die Angst vor den Kopfgeldjägern ist, die sie antreibt und sicherlich nicht nur Angst allein. Sicherlich die Flashbacks suggerieren sicherlich ein ähnliches Bild, aber ich weiß nicht: Mir wäre das als Erklärung für Carla zu einfach(?). Bisher wurde sie mir als viel zu komplexer Charakter eingeführt, um sie auf das verängstigte Mädchen zurückzuführen, dass eine schlimme Kindheit hatte und deshalb so geworden ist, wie sie geworden ist. Wenn du verstehst, was ich meine. Aber vielleicht schaue ich da gerade auch zu analytisch-professionell drauf.
      Da musst du dir keine Sorge machen. Was du da beschreibst, ist definitiv eine Facette von Carla. Ihre schwächste Seite, ihr verletzlicher Punkt. Aber das allein recht nicht, um Carla zu verstehen. Ich serviere euch ihre Geschichte ja in Scheibchen. Im kommenden wird sich ihr Werdegang deutlicher skizzieren und verständlich machen, wie aus dem misshandelten Mädchen die Frau in Schwarz werden konnte. Carla ist definitiv nicht nur das Opfer ihrer Umstände. Wie O'Mara sagte: Die meisten Menschen erschaffen sich ihre eigene Hölle.

      Vexor schrieb:

      Die Flashbacks fügen sich wie gesagt gut in das Bild ein, welches Cassiopeia aufwirft, auch wenn ich einem der Kommentatoren hier widersprechen muss. Die unterschiedliche Wahrnehmung/Verhalten des Vaters ist absolut authentisch. Jemand kein absolut liebender und abgöttisch in seine Kinder vernarrte Mensch sein und dennoch ein Monster gegenüber seinem Partner. Das ist sogar eher die Regel als die Ausnahme. Ich kaufe Carlas Vater seine Zuneigung auf jeden Fall absolut ab und hoffe natürlich, dass die Assoziation mit einer vielleicht sogar pädophilen Zuneigung seitens ihres Vaters nur eine Assoziation meinerseits bleibt. Ich fände gerade schön/passend, wenn Carlas Vater die liebevolle Identifikationsfigur für sie bleibt, die er gerade ist. (Wenn ich hier gerade schon durch eine Andeutung oder einen Flashback aus der Vergangenheit widerlegt wurde, habe ich nichts gesagt). Damit meine ich übrigens nicht, dass sie ihn nicht noch als Monster im Umgang mit ihrer Mutter etc. enttarnt, aber eben nicht, dass er die buchstäbliche und metaphorische Hand an sie gelegt hat.
      Genau das war auch mein Gedankengang. Ich habe im Laufe des Arcs schon einen FB zu ihrem Vater geschrieben (Kapitel 134), in dem die herzliche und unbeschwerte Beziehung der beiden deutlich wird. Wie sich das derweil auf die erwachsene Carla ausgewirkt hat, werden die verbleibenden Kapitel des Arcs klären. In Carlas Familie ist niemand gänzlich unschuldig, soviel sei gesagt.

      Vexor schrieb:

      Zumindest erklärt Carlas krude Beziehung zu ihrer Mutter auf jeden Fall auch, weshalb sie vielleicht auch schon die ein oder andere Auseinandersetzung mit starken Frauen (Mercedes, Luca) hatte und ihre perfide Freude daran, Luca gebrochen zu sehen.
      Rückblickend eine interessante Beobachtung. :D

      Vexor schrieb:

      Was ihre Beziehung zu Catherine angeht, würde ich einem Kommentar hier auch widersprechen. Einerseits schon Catherines Mutter selbst ja keine Heilige gewesen zu sein und ich glaube, dass Carla hier mehr Parallelen als Unterschiede sieht, auch wenn beide natürlich gänzlich andere Personen mit unterschiedlichen Motiven und Erfahrungen sind. Aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Carla abseits ihrer eigentlichen Pläne, tatsächlich so etwas wie eine Art Zuneigung zu Catherine empfindet, auch wenn sie nur Mittel zum Zweck ist. Am Ende wird sie Catherine so manipulieren und brechen, wie das Leben (bzw. ihre Mutter, Vater oder Dritte) Carla gebrochen haben.
      Wer weiß. Was auch immer Carla für Catherine empfindet, wird definitiv von ihren perfiden Plänen mit dem Mädchen überschattet. Fakt ist, dass Catherine und Carla durchaus Dinge gemeinsam haben, was auch der Grund war, warum sich Carla so schnell so eng an das Mädchen binden konnte. Carla versteht Catherine auf eine gewisse Weise. Selbst wenn die Bindung nur aus opportunistischer Machtsucht entstanden ist, eine Bindung ist es nichtsdestotrotz.

      Vexor schrieb:

      Die Geschichte der Haywoods an der anderen Stelle geht weiter und nehme ich einfach zur Kenntnis. Auf die ansprechende künstlerische Darstellung habe ich ja schon zu Beginn Bezug genommen und ich denke, dass die Flucht der Familie vor allem als dramaturgisches Mittel gedient hat, um die ganzen Schrecken der Wilden Jagd zu porträtieren. Da du ja auch gesagt hast, dass du dich in den finalen Zügen des Arcs befindest, hoffe ich einfach, dass die Familie einfach nicht mehr allzu viel Raum einnehmen wird, auch wenn der Pessimist in mir, ihnen kein glückliches Ende voraussagt.
      Ich kann dich trösten: Die Familie wird in diesem Arc "nicht mehr allzu viel Raum einnehmen".^^

      Vexor schrieb:

      Zum Abschluss trifft dann Cassiopeia noch auf Lorca und ich glaube keineswegs, dass hier der Kampf schon zu irgendeinem Ende gekommen ist. Wir stehen hier noch am Anfang und bin auch froh, dass du nicht irgendeinen der verbliebenen Schatzjäger in den Kampf geschickt hast. Die sind ja allesamt immer noch ziemlich lädiert bzw. sollten es sein.
      Das wäre auch zu unrealistisch gewesen. Im letzten Arc hab ich die Protas ja bis über die Grenze des Rationalen hinaus getriezt, was ein valider Kritikpunkt war, den ich nicht wiederholen wollte. Cassiopeia war an dieser Stelle die einzige logisch Option -- gemessen an der Tatsache, dass die Bedrohung Lorca höchstselbst war.