Tokyo Ghoul / RE: / JACK

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen zum Einsatz von Cookies
    Beachten Sie zudem unsere Datenschutzerklärung: Pirateboard.net - Datenschutzerklärung

    • Enttäuschung und Akzeptanz

      Ich stehe den aktuellen Kapiteln bekanntlich recht zweigespalten gegenüber, was primär an ganz bestimmten Charakteren und Handlungsverläufen liegt. Kritik am Werk aus dem Mund eines TG-Sektenmitglieds? Unmöglich!

      Kulmination und Enttäuschung:

      Nach dem Einsatz auf Rue Island, wo Mutsuki von Torso gefoltert wurde, begann ihr Aufstieg zu dem Monster, welches sie noch bis vor paar Kapiteln war. Denn nach dieser Mission stellten wir eine leichte, aber alarmierende Änderung in der Verhaltensweise der Kaulquappe fest. So merkte Saiko beispielweise an, dass der Geruch von frischem Blut an ihr heftete. Mutsuki fing an, massenhaft zu morden und stärker zu werden, sich gleichzeitig von ihrer Gruppe zu distanzieren und dies alles tat sie schlussendlich nur, um ihren geliebten Haise Sasaki, der indessen den Quinx Trupp verlassen hatte, zurückzuholen. Im weiteren Verlauf des Manga hielt sie stur an der Vorstellung eines Ideals und dessen Verwirklichung fest, was sie schlussendlich zu einer Gefahr machte, da sie mit allen Mitteln ihren Traum zu realisieren drohte. Es schien demnach nur logisch, dass sie einen Kaneki-Klon vergewaltigte und das Gesicht bis zur Unkenntlichkeit entstellte (weil Liebe halt), die Führung über die soziopathischen Oggai übernahm und auf einem üblen Psychotrip war, der sie zur Gefahr für jeden machte. Die Kulmination des Disasters, welches bei der Ermordung ihrer eigenen Eltern anfing, fand dann in Kapitel 155 statt, wo sie auf ihre eigenen Freunde angriff.

      Doch die große Enttäuschung folgte gleich im nächsten Kapitel, als Mutsuki alles über Bord warf, was sie in den letzten 40 bis 50 Kapiteln ausgemacht hatte. Ishida hat sie mit all den Gräueltaten über den gesamten Part hinweg zu einem wunderbaren Kandidaten für eine Antagonistenrolle aufgebaut und innerhalb eines Kapitels all die Arbeit zugrunde gerichtet (zwar kann noch ein potentieller Verrat von Mutsuki noch kommen, was ich aber ausschließe). Nach so einem langwierigen, intensiven Build-Up erwartete man mMn zurecht mehr als ein einziges Kapitel voller Freundschaft und einem plötzlichem Sinneswandel.
      Meiner Einschätzung nach gibt es einige Charaktere, bei denen eine Rehabilitierung schier unmöglich oder aber mit sehr viel Arbeit und Zeit einhergehen müsste-dieser Prozess kann bei einer Person wie Mutsuki nicht einfach so übersprungen werden.
      Und ich finde auch, dass man Charaktere wie Shuu, Takizawa und Mutsuki nicht in einen Korb werfen kann, was ein derzeitiger Trend im Internet zu sein scheint. Meiner Meinung nach sollten Beweggründe und Intentionen von den einzelnen Charakteren ebenfalls bewertet werden - denn wenn dem nicht so ist, dann sollte man mir erklären, aus welchem Grund Shitsanpei so viel Shit in letzter Zeit abbekommt. Seine Absichten/Gefühle hinten vorgelassen, verrichtete er doch bloß Mutsukis Werk. Mord ist nicht gleich Mord. Warum ekeln wir uns vor Charakteren wie Kijima, während wir gleichzeitig Personen wie Amon (Prime-Zeit) regelrecht anhimmeln?
      Außerdem kann man eine Entwicklung in positiver Richtung bei Charakteren wie Shuu und Takizawa bemerken (wenn sie mal dann auftauchen), während bei der Kaulquappe genau das Gegenteil erkenntlich wurde, da, wie oben beschrieben, sie bei jede ihrer Auftritte mehr und mehr Unfrieden stiftete. Ich kann verstehen, dass viele Mutsuki gern haben und sich daher auch wünschen, dass sie wieder zurück zu ihrer ursprünglichen Form findet, wo die schlimmsten Vergehen ihrerseits die Verstümmelung armer Katzenmünder und die totale Abschlachtung ihrer Familie waren (inwiefern ihre Mutter, die sich nicht traute gegen den gewaltaffinen Vater vorzugehen, und der Bruder Mutsuki aktiv Leid zugefügt haben, ist fraglich. Werden jedoch mit dem Vater in einem Atemzug genannt, weshalb Mutsuki scheinbar alle zusammenlumpt?).
      Ich sage nicht, dass sie sterben soll. Ich sage nicht, dass sie auf ewig psychisch labil sein soll. Hätte man nur mehr Zeit in diesen Aspekt der Geschichte gesteckt, so hätte man den Fokus wunderbar auf die Freundschaft der Quinx und die günstige Weichen für ein Umdenken seitens Mutsuki legen können. Dieser Konflikt wäre wahrscheinlich um einiges ansehnlicher geworden als der, den wir schlussendlich bekommen haben. (Dies soll nicht als "Angriff" auf den Charakter oder die Fanbase um sie gewertet werden).

      tl;dr: Viel zu viel Build-Up seitens Ishida, viel zu viel Screentime an den Psychotrip von Mutsuki und Potential verschwendet, als das die Konklusion in einem einzigen Chapter rechtfertigbar ist. Fader Beigeschmack der Enttäuschung macht ich auf meiner Zunge breit.

      Aber ich muss gestehen, dass man Ishida in solchen Situationen dennoch vertrauen kann. Es gab oft Situationen, wo es düster aussah und er sich trotzdem geschickt aus ungünstigen Lagen herausmanövrieren konnte. Er hat sich das verdient.
      So sehr mir die Mutsuki-Geschichte und auch die Dragoneki-Angelegenheit missfallen, liefert TG unterm Strich ab. Und das wöchentlich (was zu oft unterschlagen wird)!
      Artwork und Stimmung waren perfekt im aktuellen Kapitel und ich liebe diesen Dynamikwechsel. Auf der einen Seite verbünden sich Ghoule und Ermittler, um gegen die bedrohliche Kreatur vorzugehen, die die Stadt zu zerstören droht und auf der anderen Seite erhalten wir einen Kaneki, der abermals in einer atmosphärischen Gedankenwelt versinkt und wieder steht im Rize zur Seite.


      Was mich damals seit dem Gespräch mit Amon gewurmt hat, ist die Tatsache, dass Ken nicht an dem Wohlergehen der Ghoule interessiert ist. Zwar gefiel mir seine Denkweise und dies bedeutete auch, dass er kein simpler Kämpfer für die Schwachen und Unterdrückten ist, aber dies sah ich gleichzeitig als Zeichen, dass er seine Ghoulseite noch nicht vollwertig akzeptiert hat. Ghoule und ihre schlechte soziale Stellung interessierten ihn bekanntlich nicht. Dies deutet auf fehlende Empathie für Ghoule seinerseits hin, was es bedingt durch die Tatsache, dass er selbst einer von denen ist, etwas unverständlich und merkwürdig macht.
      Aus diesem Grund freue ich mich schon auf das nahende Gespräch mit Rize, welche im ersten Teil des Manga während der Folterszene mit Big Bro Yamori Kanekis Verwandlung und die damit einhergehenden ersten Schritte der Akzeptanz ("ich bin ein Ghoul") begünstigte. Hier bietet sich eine optimale Möglichkeit den ersten Part wieder zu parallelisieren, indem Kanekis Ghoulseite thematisiert wird und es womöglich zu einer vollwertigen Akzeptanz kommt. Rize nannte ihn bereits "Mörder", weshalb ich mir eine solchartige Entwicklung des Gesprächsverlaufs sehr gut vorstellen kann.
      Zudem wünsch ich mehr Screentime seiner namenlosen Mutter (und seines Vaters) und wer ist da besser als Rize, seine Ghoulmutter, um dieses Thema anzuschneiden?
      Auch wenn es nicht so kommt, wie gewollt (weil Ishida halt), Interaktion zwischen Rize und Kaneki war schon immer spannend und die Umgebung und Atmosphäre sind wunderbar.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Callico ()



    • So die erste Folge von Tokyo Ghoul:re ist jetzt draußen. Das Opening gefällt mir schon ziemlich gut und bestätigt wohl, dass die ersten 58 Kapitel adaptiert werden. Ansonsten will ich gar nicht viel zu der Folge sagen, meine nicht allzu hohen Erwartungen wurden weder enttäuscht noch übertroffen. Erfreulich finde ich es außerdem, dass Root A komplett ignoriert wird.
    • Kapitel 171

      Lang ist es her, seitdem hier Meinungen zu dem aktuellen verlauf des Manga kundgetan wurden. deshalb nutze ich mal die aktuellen Konflikte zwischen den einzelnen Parteien als Aufhänger und fange gleich beim Problemkind des dieswöchigen Kapitels an: der Zusammenprall von Uta und Yomo.

      Vorweg gesagt bin ich mit dem Kapitel an sich mehr als zufrieden, jedoch ist mir der Zeitpunkt der Ereignisse ein massiver Dorn im Auge. Vor der einwöchigen Pause gehörte ich nämlich noch dem Lager der "Da kommt noch was, wenigstens ein 4th Ward thematisierender Flashback"- Verfechter. Entsprechend verdutzt war ich vom vorzeitigen Resultat. Was mir derzeit öfters aufgefallen ist, ist Ishidas Griff zu Entwicklungssprüngen statt Entwicklungsflüssen, und dies wird ein weiteres Mal im Falle Utas deutlich. Vor einem Kapitel wurde er im Manga noch gänzlich anders porträtiert, fiel anschließend vom Dach und warf dabei gefühlt seine ganze Person über Bord. Natürlich wünscht man sich als Leser, und unweigerlich als Uta-Fan, dass der Charakter am Ende seines Character Arcs einer Katharsis unterläuft, aber dann doch lieber mit anderen Mitteln. Wie vom Blitz getroffen ändert auch Uta in diesem Fall sein Gemüt und hinterlässt bei uns Lesern das Gefühl der Unvollständigkeit aufkeimen, weil entsprechende Zwischenschritte der Darstellung fehlten. Und dies meine ich mit Sprüngen statt Flüssen.
      Das Schlimmste, an diesem Problem ist, dass es leicht zu umgehen ist, indem man den Akteuren mehr Zeit gibt, Einsichten zu liefern. Und dies versäumte Ishida mMn mit dem heutigen Kapitel. Natürlich haben wir Utas Gedankengänge zu hören bekommen, aber die erschienen mir eher wie ein forciertes Ende, um zum nächsten Projekt - in dem Fall der Konflikt zwischen Amon und Donato- springen zu können. Hätte Ishida aber stattdessen noch ein weiteres Kapitel veröffentlicht, mit dem Hauptfokus auf dem Konflikt dieser beiden TG-Urgesteine, in welchem beide gleichermaßen Wörter wie auch Hiebe austauschten, dann hätte mir das deutlich besser gefallen. Das Build-Up vom Kampf zwischen den Renji und Uta fing bereits mit der Erwähnung des 4ten Distrikts an. Wieso auf der Zielgeraden sprinten?
      Zumal dies, wie bereits erwähnt, nicht das erste Mal ist, dass Ishida eine Entwicklung durchzupressen versucht. Wir erinnern uns an eine weitere Person, die von Yomos Blitzschlägen getroffen und kurze Zeit später wie ausgewechselt schien. Mutsuki.

      Es ist unendlich schade, so viel Build-Up dermaßen verpuffen zu lassen. In Utas Fall ist es sogar eine doppelte Schande, weil er stärketechnisch sehr viel herzugeben schien. Wieso also nicht diese potentielle Stärke, die in vorigen Konflikten mit Hirako, Suzuya, ... angedeutet wurde, nutzen, um den Kampf in die Länge zu ziehen und beider Männer Ideologien aufeinandertreffen zu lassen? Gefällt mir deutlich besser, als diesen Clown, den wir schon so verdammt lang kennen (und gleichzeitig nicht, weil er so viele Schatten wirft) zu tatarern.
      Wir haben den aufreißenden Anfang, wie haben das läuternde Ende. uns fehlt das nährende Mittelteil.
      Und es ist ja auch nicht so, als ob dieses Werk dieses nicht abliefern könnte, jedoch scheint es derzeit häufig aus dem Fokus zu rücken. Ich traue mich nicht zu fragen, aber wie soll Itori jetzt noch eingebunden werden? Wird die blutrünstige Kampflaune sie genau in dem moment packen, in welchem ihre beiden Freunde verwundet nach Hause humpeln? Ich wage zu bezweifeln, dass sie als größerer Akteur noch mitmischen wird, was ich ihr als Fan massiv gönnen würd. Ihre bisherige Rolle als in ihrem Informationsnetz verharrende Spinne sprechen ihr weiterhin noch größeren Handlungswichtigkeit aus, weil sie, wenn ich mich nicht irre, keine offenstehenden Rechnungen mit anderen Charakteren zu begleichen hat.

      An sich ein gutes Kapitel, mit herausragenden Paneln und starken Botschaften (Amon-Donato spar ich mir vorerst für später auf). Mir persönlich fehlte hier ein einfaches Übergangskapitel, das mehr Beleuchtungszeit geliefert hätte. Mache mir ein bisschen Sorgen um das sich herannahende Ende dieses Werks. Aber Kopf hoch, Ishida wird's schon richtigen, richtig?

      P.S. Ich kann doch nicht der Einzige sein, den Amon an Guts erinnert- besonders jetzt mit diesem (Dragonslayer) Schwert???

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Callico ()

    • Puhh, ich weiss noch wie ich wollte, dass jeder TG liest und sich dann mit mir darueber unterhaelt. 2012 habe ich TG entdeckt und bin seitdem ein absoluter Fan. 6 Jahre sind jetzt vergangen und ein fantastischer Manga findet nun ein nicht so ganz fantastisches Ende. Ich will gar nicht viel dazu schreiben, jedoch habe ich mir ein anderes Ende gewuenscht und habe das Gefuehl es wurde einiges Ueberstuerzt was Anfangs noch so wunderbar inszeniert war. TG Part I ist fuer mich mein persoenliches kleines Baby, noch nie zuvor habe ich mich so intensiv mit einem Manga beschaeftigt, mitgefuehlt und sogar eigene Theorien ausgearbeitet.

      Ich werde gerade etwas emotional also, Danke Ishida! (Was auch immer dich gegen Ende von :Re geritten hat)
      Und auch danke an euch alle, fuer die schoenen Beitraege und die Gespraeche bezueglich dieses Manga.
      Hatte euch (fast) alle hier auf dem Board irgendwie doch lieb, bis irgendwann oder nie ♥
    • Die Reise von Ken Kaneki ist also zu Ende und ich wollte auch noch einmal ein paar Worte zu TG verlieren, nachdem ich nun den Dragon War Arc in einem Rutsch gelesen und das Ganze verdaut hatte. Also erstmal war ich beim Lesen doch irgendwie über das Ende überrascht. Zwar gab es schon vorher die Ankündigung mit den fünf verbleibenden Kapiteln, nur im Discord sowie in einigen anderen Foren wurde ja noch über einen weiteren, neuen Handlungsabschnitt spekuliert, auch weil man sich nicht so recht vorstellen konnte, dass Ishida wirklich die verbleibenden Handlungsstränge und Fragen in dieser kurzen Zeit vernünftig zu Ende führen könnte.

      Jetzt ist es jedoch komplett vorbei, und obwohl der letzte Arc in seiner Ausführung doch teilweise enttäuschend gewesen ist, so fällt es mir doch schwer wirklich enttäuscht zu sein. Ja es ist schade, ohne Frage, aber Ishida hat wirklich lange mit TG sowie TG Re geliefert. Die Figuren, ihre Beziehungen sowie Konflikte, ihre Entwicklungen und natürlich die Welt selbst - all das hat mir viele äußerst schöne Stunden beschert. Der Werdegang von Kaneki übte dabei auf mich eine besonders immense Sogwirkung aus, und ich fand es immer faszinierend wie viele Details die Fanbase in Ishidas Werk erkannten und daraus Theorien gesponnen haben, die wirklich genial zu lesen gewesen sind.

      Natürlich möchte ich nicht so tun als ob TG (Re) immer frei von jeglicher Kritik gewesen wäre. Siehe Tartara oder Toukas Entwicklung (in Teilen). Und wie bereits genannt, besonders der finalen Arc fühlte sich doch sehr überhastet an: Uta, die Spieldosen, Kaiko/V, Itori, Rize ... So wirklich wusste Ishida wohl doch nicht, wie er sein Werk vernünftig zu Ende bringen kann. Auf der anderen Seite war natürlich nicht alles schlecht. Einzelne Plotpunkte wie die Konversation zwischen den verschiedenen Kanekis wurde unheimlich atmosphärisch inszeniert, die Verwandlung in Dragoneki visuell recht beeindruckend, genauso wie die Unterhaltung mit Rize in Kanekis Gedankenwelt und auch der Endkampf selbst zwischen Furuta machte durchaus was her. Und besonders schön fand ich die abschließenden Panels mit Kaneki, Touka sowie ihrer gemeinsamen Tochter. Ja die letzten Meter vor der Zielgeraden hätten besser sein könne, ich gönne es allerdings Kaneki wirklich sehr, dass er noch sein persönliches Happy End bekommen hat. :)

      Und um damit auf den Punkt zu kommen: Ishida, vielen Dank! Und mach bitte weiter mit den (Aquarell) Artworks, die sind vom Stil her eine richtige Augenweide. :D