[FFT] Runde 2 - Gruppe 4: 'Die Schlacht der fünf Tage' - [✔]

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  • [FFT] Runde 2 - Gruppe 4: 'Die Schlacht der fünf Tage' - [✔]

    Aufgabenstellung
    Aufgabenstellung:
    Jack verwüstet Zou, aber wie haben die Minks den Kampf innerhalb dieser fünf Tage dauernden Auseinandersetzungen erlebt, bis die tödliche Waffe gezündet wurde, die ihr Schicksal beinahe besiegelt hätte?
    Beschreibe eine Szene aus dem Blickwinkel eines Minks.

    Einschränkungen:
    Die Geschehnisse müssen vor bzw. bis zum Zünden der Gaswaffe stattgefunden haben.
    Wortgrenze: 900 (Überschrift zählt dazu). Zählt die Wörter bitte mit Hilfe folgender Seite.

    Bewertungskriterien:
    25%: Schreibstil (Grammatik, Rechtschreibung, Lesefluss,...)
    25% Kreativität (Welches Szenario konnte am meisten von der Idee her überzeugen?)
    50% Atmosphäre (Welche Geschichte transportiert die Atmosphäre der Schlacht auf die beste Weise?)

    Abgabe:
    Bitte schickt eure Texte per PN an alle Turnierleiter (GreenBull, Vexor, Zoot und Leonardho) pünktlich bis zum 16.03.2016, 18:00 Uhr! Bei Verspätung gibt es einen Strafpunkt.

    Euer FFT-Team



    Gefangener wider Willen


    Stille…Totenstille…wie unwirklich sich dies nach den ganzen Geschehnissen der letzten vier Tage doch anfühlte. Oh, er sollte nicht hier sein. Sein Platz war wo anders. Draußen, in der Stadt, in den Wäldern, mitten im Schlachtengetümmel. Bei seinen Kameraden, Seite an Seite mit ihnen kämpfend! Aber nicht hier, fernab von alledem. Wachehaltend. Während seine Freunde tapfer kämpften…und fielen.
    „Bind mich endlich los! Hörst du mich?!“, durchbrach sein Gegenüber flehend die Stille.
    Wie gerne er ihm doch helfen würde, aber er konnte nicht. Durfte nicht. Es war zu seinem eigenen Wohl. Ohne auf die flehende Bitte weiter einzugehen, wanderten seine Hände zum x-ten Mal über seine Ausrüstung. Mit geübten Fingern kontrollierte er den Zustand seiner geladenen, jederzeit abschussbereiten Kleinkaliberwaffe, ehe er sie zufrieden wieder in seinen Holster schob. Nicht mehr lange, dann musste Wachablösung sein. Dann würde es auch für ihn endlich weitergehen…auf dem Schlachtfeld. Wie schon die Tage zuvor. Seine Tatzen ballten sich zu Fäuste beim Gedanken an die Ereignisse der letzten Tage…


    …Staub wirbelte auf, als er sich keuchend seinen Weg durch das Schlachtengetümmel bahnte. Vorbei an sich zurückziehenden Verbündeten, verletzten Kameraden, über eingestürzte Gebäude, gefallene Freunde und Feinde hinweg, hin zum Zentrum des Geschehens. Hin zur Ursache allen Übels, zum großen Mammut…spitze, qualvolle Schreie ertönten von allen Seiten, eingebettet in einer Unmenge dumpfer, unverständlicher Laute. Das Klirren von Metall auf Metall, das Geräusch in sich zusammenfallender Gebäude, der Knall von Pistolenschüssen, die sich unaufhaltsam durch das Fleisch ihrer Opfer bohrten…Die vielen Eindrücke, die auf ihn einprasselten, raubten ihn beinahe den Verstand.
    „STIRB, du verdammter Hunde-Mink!“
    Im letzten Moment konnte er dem Hieb seines heranstürmenden Feindes mit einer Drehung um die eigene Achse ausweichen. Unbarmherzig bohrte sich sein Schwert in den Rücken des Angreifers, ehe es diesen mit einem schmatzenden Geräusch wieder verlies. Doch es blieb keine Zeit sich über diesen kleinen Sieg zu freuen. Es waren einfach zu viele! Noch in derselben Bewegung riss er sein Schwert nach oben und durchtrennte mit einem gekonnten Schnitt die Luftröhre eines weiteren Feindes. Röchelnd glitt dessen Körper zu Boden, zuckend im Takt seines aussichtslosen Todeskampfes.
    Ein Knall.
    Bereits im nächsten Moment spürte er, wie eine Kugel seine Wange streifte und ihn nur um Millimeter verfehlte. In einer fließenden Bewegung zog er mit seiner freien Hand seine Pistole aus dem Holster und betätigte den Abzug. Die Kugel bohrte sich mitten in die Stirn des Schützen. Da hatte er noch einmal Glück gehabt. Um ein Haar hätte der Mistkerl ihn erwischt. Doch das Glücksgefühl, dem Tod gerade eben noch entkommen zu sein, währte nicht ewig. Hinter ihm, mitten auf der Straße, konnte er den Körper von Rabbit erkennen, einem Freund von Kindheitstagen an. Der Körper des Hasen-Mink lag regungslos auf dem Boden. Seine Augen vor Schreck weit aufgerissen, sein Blick benommen in die Ferne blickend, während aus einem kleinen Loch in seiner Brust unaufhaltsam das Blut sickerte und sich auf den aschgrauen Steinboden ergoss. Die Kugel, die für ihn bestimmt war, hatte ihn zwar verschont, dafür aber ein anderes Opfer gefunden…
    „ACHTUNG!!!“
    Noch ehe er reagieren konnte, war es bereits zu spät. Bevor er wusste, wie ihm geschah, schlug auch schon die Kanonenkugel neben ihm ein. Ein ohrenbetäubender Knall durchbrach die Luft, Steine zerbarsten in hunderte von Stücke und wurden ihrerseits zu tödlichen Streugeschossen. Durch die Wucht der Detonation von den Beinen gerissen, landete er unsanft auf den harten Pflastersteinboden. Umherwirbelnde Holzsplitter bohrten sich durch sein Fell tief in die Haut, während sein Kopf unsanft auf dem harten Boden aufschlug. Benommen, mit schmerzverzerrtem Gesicht, versuchte er eilig wieder auf die Beine zu kommen. Doch sein Körper gab augenblicklich unter seinem Gewicht nach. Sein Blickfeld wurde immer kleiner, er spürte, wie die beginnende Ohnmacht drohend über ihm schwebte. Er durfte jetzt nicht aufgeben, musste weitermachen. Seine Kameraden verliesen sich auf ihn! Er musste ihnen helfen, musste weiterkämpfen, ihnen zur Seite stehen! Sein Blick begann sich zu trüben. So sehr er auch versuchte gegen die drohende Ohnmacht anzukämpfen, die Erschöpfung der letzten Tage und seine Verletzungen zollten nun ihren Tribut. Er spürte, wie zwei kräftige Pfoten ihn von hinten packten und bestimmt nach hinten schleiften, weg von der Schlacht.
    „Halte durch, Hilfe ist unterwegs…“, hörte er den Tiger-Mink hinter sich brüllen, während sein Blick weiterhin verklärt auf das Schlachtfeld gerichtet war. Das letzte, was er sah, bevor ihn die Dunkelheit einholte, war wie nicht unweit von ihnen entfern das riesen Mammut sein Unwesen trieb…


    …Stille…Totenstille…er hielt es nicht mehr länger aus! Wann war endlich Wachablösung?!
    „Wieso…tut ihr das nur?“, bittere Tränen kullerten dem Gefangenen über die Wangen, seine aufgequollenen Augen starr auf seinen Bewacher gerichtet, „Lass mich frei und ich beende diesen Wahnsinn…“
    Ignorieren. Er musste ihn weiter ignorieren. So schwer es ihm auch fiel. Eilig wandte er dem Ninja den Rücken zu und machte sich auf den Weg zur steinernen Treppe. Hier unten war alles in Ordnung, der Gefangene hatte sein Essen und es ging ihm soweit gut. Das musste fürs erste reichen.
    „WARTE!“, schrie die Stimme hinter ihm verzweifelt, als er bereits fast den Ausgang erreicht hatte, „WARUM?! Warum tut ihr das nur? Legt mich hier einfach in Ketten, während da draußen dutzende von euch ihr Leben aufs Spiel setzen…FÜR MICH!!!“
    Ein dumpfes Beben ging durch den Raum. Auf dem Schlachtfeld musste es wohl wieder ordentlich zugehen…
    „Tut mir Leid, Raizou…aber glaub mir…es ist das Beste für dich“, flüsterte der Mink leise, mehr zu sich selbst, ehe er den Raum verlies.


    Der letzte Weg
    Leise, um jedes Geräusch bedacht, schlich Wanda an der Mauer des Kanals entlang. Der Mond schien in dieser Nacht hell, heller als die Tage zuvor, umso mehr musste sie darauf achten, nicht entdeckt zu werden. Immerhin wäre der Plan gescheitert, wenn die Piraten von ihrem Vorhaben Wind bekämen – dann wäre alles aus. Ihr Volk würde untergehen.
    Vier Tage und drei Nächte wüteten die Kämpfe bereits, und ein Ende schien nicht in Sicht. Kurau City, die Heimstätte der Minks lag in Trümmern; die einst so prächtigen, Jahrhunderte alten Gemäuer waren nur noch unbewohnbare Ruinen. Und alles nur wegen eines Mannes, so unbarmherzig wie grauenvoll: Jack war der fleischgewordene Teufel, der größte Feind, dem Wandas Volk je gegenüber gestanden ist. Sie hasste ihn, vielleicht mehr als alle anderen.
    Und deshalb hatte sie sich gemeldet, als Meister Nekomamushi nach einem Freiwilligen für seinen Plan suchte.

    Vor ihr ragte die äußere Fassade der großen Zisterne empor. Sie war der Lebensquell des Reiches, von hier gelangte das wertvolle Wasser, das ihnen Zunisha zweimal am Tag schenkte, in jeden Winkel des Herzogtums. Was für eine Ironie, dachte sich Wanda, dass eben dieses lebenspendende Nass nun zu einer todbringenden Waffe werden sollte, zum letzten Mittel, die Katastrophe abzuwenden.
    Jack trug seinen Titel nicht zu Unrecht, er war ein wahres Desaster. Keiner der Minks war stark genug, ihn zu besiegen, auch wenn die restlichen Piraten keine Gefahr für sie waren, egal wie viele von ihnen noch kamen. Einzig Meister Nekomamushi und Herzog Inuarashi konnten gegen ihn bestehen, ihn zu besiegen waren sie jedoch nicht in der Lage. Vielleicht wäre es Ihnen gemeinsam gelungen, doch keiner von ihnen wollte über seinen Schatten springen, nicht einmal zu solch dunkler Stunde für ihr Volk.
    Deshalb ruhten nun alle Hoffnungen auf ihr, der Hundedame, die beiden Herrschern der Minks als Beraterin diente. Sie stand nun an dem Punkt der Mauer, den ihr die große Katze genannt hatte, dem Ort, an dem sie ihre Mission erfüllen sollte. Unruhig blickte sie den Berg hinab, wo sie sah, wie die Wächter, die die Schlacht aktuell bestritten, die Piraten auf den Platz trieben, der am Fuße des Hügels lag.
    Mit zittrigen Händen holte sie den Hammer und den Meißel aus ihrer Tasche, um sich auf ihre Aufgabe vorzubereiten. Sobald Pedro, der am Boden das Kommando führte, brüllte, musste alles schnell gehen. Jeden Sekunde zählte, jeder Augenblick gab ihren Feinden die Möglichkeit ihrem Schicksal zu entrinnen. Sie durfte nicht versagen, um keinen Preis der Welt.

    Da hörte Wanda das tiefe Grollen des Jaguarmannes. Noch einmal tief durchatmend drehte sie sich um, nahm den Meißel fest in ihre Hand und setzte ihn an der schmalen Lücke im Mauerwerk an. Dies war der Schwachpunkt der Anlage, von ihren Baumeistern absichtlich implementiert, genau für Notfälle wie den heutigen. Als letzte Verteidigung sollte das gespeicherte Wasser dienen, alle Feinde vom Rücken des Elefanten zu spülen, die die Minks bedrohten. Anders war Jack nicht beizukommen. Das Meerwasser war der einzige Weg.
    Als sie mit dem Hammer den Meißel traf, spürte Wanda, wie ein Beben sich durch das antike Bauwerk ausbreitete, es in seinen Grundfesten erschütterte. Ein weiterer Schlag würde ausreichen, die Mauer zum Einsturz zu bringen, dem Wasser die wortwörtlich Tür und Tor öffnen, alles zu verschlingen, was sich ihm in den Weg stellte. Auch sie selbst, das war von Anfang an klar.
    Der Hundedame war das egal gewesen, obwohl Carrot sie verzweifelt davon abzuhalten versucht und sie angefleht hatte, jemand anderem die Aufgabe zu überlassen. Ihr eigenes Leben, fand Wanda, war nur ein kleiner Preis, um ihr Volk zu retten, das gab sie dafür gerne her. Sie hoffte nur, dass ihre Freundin, die dort unten mit den Wächtern kämpfte, sich rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte. Wanda schloss die Augen und ließ den Hammer noch einmal niederfahren.
    Keine Sekunde später wurde sie mit den Wassermassen weggerissen, die sich brüllend den Weg in die Freiheit bahnten. Schon wusste die Musketier nicht mehr, wo oben und unter war, da knallte sie mit ihren Kopf gegen einen harten Gegenstand und ihr wurde Schwarz vor Augen.

    Als sie wieder zu sich kam, waren das Erste was sie sah, Carrots verweinte Augen, die in diesem Moment schlagartig aufhellten. „Du lebst“, sagte sie mit brüchiger, doch erleichterter Stimme und drückte Wanda fest an sich. „Ich dachte schon das Schlimmste, als ich dich so leblos an der Baumwurzel gefunden habe.“
    „Haben wir... Sind die Piraten weg?“ fragte Wanda erschöpft, während sie versuchte, sich aus der herzlichen Umarmung ihrer Freundin zu befreien.
    „Ja! Sie wurde fortgespült, ehe sie merkten, wie ihnen geschah. Der Plan war ein voller Erfolg!“, antwortete Carrot, ihre Freundin loslassend. „Du hättest ihre entgeisterten Gesichter sehen sollen, als der Wall brach. Und wir haben keinen einzigen verloren, alle konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Du bist eine Heldin!“
    Zufrieden atmete die Hundedame aus, da fiel ihr etwas ungewöhnliches auf. „Carrot... Wo kommt dieser Nebel her?“
    „Welcher Nebel?“, fragte die andere Beraterin irritiert, da fielen auch ihr die Schwaden auf, die langsam aus Richtung des Tores kamen. „Oh nein!“, entfuhr ihr ein Laut der Überraschung.
    Wanda wurde mit einem Schlag hellwach und sprang auf. „Schnell, wir müssen zurück und die anderen warnen. Die Piraten sind noch nicht besiegt!“ Und da lief sie schon los, weg vom Rauch, den sie schon längst eingeatmet hatte.


    Halb Mink halb Tier*

    Weit über den versprengten Soldaten kreischten die ersten Aasgeier. Sie spüren es, realisierte er. Seine Kompanie stand kurz vor der Auslöschung durch die anrückenden Piratentruppen und der erlösende Sonnenuntergang ließ unerbittlich auf sich warten. Wo sich Meister Inuarashi und dieser Jack ein denkwürdiges Duell lieferten, mochte der Kampf noch zu gewinnen sein, hier jedenfalls war er verloren. Und er wusste, wessen Schuld das war. Schließlich hatte er selbst seine Kompanie vor wenigen Stunden in einem Anfall von Raserei und Größenwahn zum Vorstoß ins Epizentrum der Schlacht geführt und dabei die entsetzliche Kraft des Feindes erfahren.

    Wenige Mink waren zurückgekehrt, viele davon verwundet, die meisten mehr oder weniger halbtot. Alle hatten sich in der Hoffnung auf Unterstützung in den umliegenden Häusern verschanzt und warteten. Entweder auf einen Helfertrupp auf der Suche nach Verletzten oder aber ihren Tod. Kaum einer konnte sagen, was ihm lieber wäre.

    Er selbst hielt es für ein Wunder, dass er noch unter den Lebenden weilte, nachdem das Mammut ihn so beiläufig weggewischt hatte, wie er den Dreck auf seiner Uniform. So zugerichtet hatte er mit letzter Kraft den Rückzug befohlen und sich selbst irgendwie in ein eingerissenen Gebäude am Rande der vormaligen Hauptstadt gerettet, wo er letztlich unter Blutverlusten zusammengebrochen war.

    Was... wie konnte ich... wer gibt mir das Recht…Er verdrängte derlei Gedanken widerwillig. Was zählte, war jetzt, soviel wusste er, die Rettung der paar Mink, die noch zu retten waren. Beflügelt durch dieses heroische Motiv stützte er sich auf den zerbrochenen Tisch zu seiner Rechten, ignorierte die höllischen Schmerzen, die seinen zerschmetterten Ellbogen durchfuhren und stand nach einigen Minuten auf zwei geschundenen, wackeligen Beinen. Mit entkräftetem Stöhnen kämpfte er sich an der Wand entlang zu dem großen Loch, durch das die hoffentlich letzten Sonnenstrahlen des Tages ein unheimliches Licht auf seine Umgebung warfen. Er musste erbärmlich aussehen, als er sich wie ein Sack Getreide über das Loch schmiss und ebenso elegant dahinter aufschlug.

    „Kommandant?“, drang es über den entfernten Schlachtlärm viel zu laut an sein Ohr. Das war nicht gut. Unklar nahm er wahr, wie sich auf der anderen Straßenseite ein Mink vom Dach eines steinernen Hauses schwang. „Ha-Hal-t“, wollte er ihn warnen, doch seiner ausgetrockneten Kehle entrang sich nur ein jämmerliches Röcheln. Es war zu spät und kam so, wie es kommen musste. Unmittelbar nach seinem Erscheinen stürmte ein widerwärtiger, im Triumph ekelhaft grölender Pirat aus seiner Lauerstellung im angrenzenden Wald in die anbrechende Nacht hinaus. Sich seiner Ohnmacht allzu schmerzlich bewusst, blieb ihm nichts, außer sich auf die Zunge zu beißen und weinend zuzusehen, wie der Schemen von einer Salve Kugeln zerfetzt wurde und leblos zu Boden fiel. Er verbarg Augen und Ohren unter seinen Pfoten, als wolle er der Realität entfliehen, doch vor dem metallischen Blutgestank gab es kein Entrinnen. Er hatte keine Ahnung, wie lange er so zusammengekauert dalag, als sich Schritte näherten. Seine Sicht verschwamm, als sich aus dem Zwielicht der mittlerweile vollkommenen Dunkelheit unheilvolle Konturen schälten. Jemand kniete sich neben ihn. Der Tod macht keine Ausnahmen, er nimmt sich, was ihm zusteht. Dann umfing ihn die Schwärze.

    Das nächste in seinen Erinnerungen war das Gesicht der Krankenschwester, die mit besorgtem Blick über ihm gebeugt stand und die Überreste seiner rechten Körperhälfte begutachtete. Er wollte nach dem Verbleib seiner Kompanie fragen, doch er brachte nicht mehr als einen elenden Keucher gefolgt von einem blutigen Hustenanfall hervor, der in jeder Faser seines Körpers wehtat. Die Schwester war so nah, aber ihr entsetztes Aufschreien registrierte er, als käme es aus einer anderen Welt. Sie verschwand aus seinem Augenwinkel.

    Wie eine Ewigkeit erschienen ihm diese Sekunden und allmählich fasste er wieder klarere Gedanken. Erst wie ein steter Tropfen, bald schon einem reißenden Strom gleich ergossen sich die Erinnerungen über ihn: Ich bin schuld. Ich habe sie alle in den Tod geführt! Alle! Wie konnten sie mir, MIR, eine Kompanie überlassen? Die Bilder zogen an ihm vorbei wie in einer endlosen Diashow und er war gezwungen hinzuschauen. Er sah, wie der Nachbarsjunge noch vor seinem Angriff von einer Bazooka getroffen und getötet wurde, er sah, wie Jack seine Unterstellten, Freunde und Bekannten wie Ungeziefer zerstampfte. Er sah auch Inuarashi, außer sich vor Wut über diese selbstmörderische Unvernunft. Und er sah auch, wie er selbst niemanden hatte beschützen können. Es hatte eine Ewigkeit gedauert, bis er sich, von der Verzweiflung beseelt, ohne rechten Plan als beinahe Letzter seiner Truppe auf Jack stürzte. Die Gefühle übermannten ihn. Die Verantwortung für all das vermeidbare Leid lag zweifelsfrei bei ihm und er wusste, dass er diesen Umstand nicht wieder würde vergessen können.

    Irgendwann erschien wieder ein Kopf über ihm. Dieser hier war aber faltiger und er ordnete ihn einem Doktor zu, der alle Hände voll zu tun hatte. Wie mit einem Kind begann er zu sprechen: „2 am Tag; eine morgens, eine abends “, sagte er belehrend und wies mit der Pfote auf eine gläserne Schüssel, die er auf ein Tablett am Kopfende des Krankenbettes stellte, „das sind starke Schmerzmittel, mit denen geht’s Ihnen bald wieder gut.“ Er wollte sich eine greifen, doch unter der Decke rührte sich nichts. Der Arzt trat unsicher von einem Fuß auf den anderen: „Achja, ähm…“, er kratzte sich verlegen am Hinterkopf, „nehmen Sie lieber, wie soll ich sagen…den linken Arm.“

    Er verschwand. Endlich. Über diese Worte machte er sich kaum Gedanken, denn er hatte das Wesentliche begriffen. Sein Leben war vorbei. Irgendwie gelangten 10 Pillen in seine linke Hand.


    Die Fährte des Krieges


    Der Angriff kam ohne Vorwarnung. Alred hatte gerade genug Zeit sein Schwert zu ziehen, um den ersten Hieb zu parieren. Wie waren so viele Piraten ungesehen bis an die Tore des Mokomo Herzogtums gekommen? „Bariete, läute die Glock und warn die anderen. Wir halten sie auf.“ Alred sah noch den Affenschwanz davonhuschen, bevor er seine ganze Aufmerksamkeit dem Gegner widmete. „Ihr werdet das hier nicht überleben, Fuchs. Lasst uns durch und wir verschonen euch. Vielleicht.“ Der Pirat grinste. „Du solltest die Minks nicht unterschätzen. Hier gibt es keine Schwächlinge.“ Ein Blitz, der Pirat taumelte. Alred nutze die Gelegenheit und versetzte ihm den tödlichen Stoß. „Sammelt euch bei der Pforte. Lasst sie nicht durch.“ Das Läuten der Glocke übertönte die Schlachtgeräusche. Jeden Augenblick müsste Verstärkung eintreffen. Auf einmal bebte der Boden, als eine riesige Gestalt sich den Weg zwischen den Kämpfern bahnte. Alred umklammerte den Griff seines Schwerts fester. Dies war kein normaler Gegner. Der Pirat baute sich vor ihm auf. „Wo ist Raizou?“ Alreds Augen weiteten sich, das war schlimmer als er angenommen hatte. Wer immer dieser Kerl war, er war gefährlich. „Mein Name ist Alred, Anführer der Torwachen. Wer bist du und warum greifst du uns an?“ Wo blieb die Verstärkung? „Das ist Jack, die Dürre.“ Ein Mann mit Bockshörner war neben den Riesen getreten. „Einer der drei Top-Leute von Kaido.“ Alreds Hand zitterte kaum merklich. „Nun, auch der Untergebene eines Kaisers darf…“ Der Schlag kam hart und unerwartet. Wo gerade noch ein Mensch stand war auf einmal ein Mammut aufgetaucht. Sein Rüssel schleuderte Alred mit voller Wucht gegen das geschlossene Tor, das unter dem Gewicht des Aufpralls aufsprang. Er konnte diesen Kampf nicht gewinnen, das wusste er, trotzdem rappelte Alred sich auf. Er dachte an seine Frau und Tochter. Er durfte dieses Monster nicht in die Stadt lassen. Und so griff er an. Der Rüssel des Mammuts sauste auf ihn herab, doch Alred wich aus, das Schwert fest in der Faust. Er sprang und wollte das Schwert Jack direkt zwischen die Augen rammen, doch dieser riss den Kopf hoch. Alred sah den Stoßzahn zu spät. Schmerz durchfuhr seinen Unterleib. Er spürte doch wie er abermals davon geschleudert wurde. Dann umfing ihn Dunkelheit.

    Die Schlacht dauerte inzwischen 3 Tage an. Welle um Welle an Piraten kamen täglich auf Zou an, doch jeder ihrer Angriffe wurde von den Minks zurückgeschlagen. Sunny ließ sich an der Hauswand herunter gleiten, gönnte sich nur einen Moment der Ruhe bevor sie sich erneut in die Schlacht stürtze. Seit 3 Tagen hatte sie kaum geschlafen, denn seit ebendiesen 3 Tagen war auch ihr Mann Alred verschwunden. Sie ahnte was passiert sein könnte als Jack das Tor durchbrach, doch sie wollte den Gedanken nicht zu Ende denken. Sie musste kämpfen, für Zou und für ihre Tochter. Irgendwo auf dem Schlachtfeld stand Nona und kämpfte tapfer. Sie musste zu ihr. Wenn sie sie auch noch verlieren würde… Sunny stand auf und spähte um die Ecke des Hauses. Dort verlief die Frontlinie, gerade hatten sich die Piraten zu einem neuen Angriff gesammelt. Sie holte tief Atem, um sich vor der Schlacht zu sammeln und stürzte dann erhobenen Schwertes um die Ecke, mitten ins Getümmel.

    Während sie sich einem Gegner nach dem nächsten stellte, versuchte sie das restliche Schlachtfeld im Auge zu behalten, um Nona in der Menge auszumachen. Nona war noch jung und unerfahren, außerdem schien der Kampf aussichtslos. Die Minks waren alle vom Kampfe erschöpft, sie erreichten langsam die Grenze ihrer Kraft. Pirat um Pirat kamen auf sie zu gerannt, Pirat um Pirat gingen durch ihre Hand zu Boden. Die Mittagssonne brannte gnadenlos auf das Schlachtfeld, der Schweiss rann Miranda durch das Fell. Neben sich sah sie ihre Kameraden zusammenbrechen, Freunde, Bekannte, langsam gingen alle zu Boden. Tränen der Verzweiflung schossen ihr in die Augen. Sie wusste, dass sie hier, im Kampf, gebraucht wurde, doch die Sorge um ihre Tochter machte sie halb wahnsinnig. Sollte sie diesen sinnlosen Kampf weiterführen, oder lieber doch die Suche nach Nona beginnen? Schweren Herzens drehte sich in einem Moment der Ruhe um und überlegte sich, wo sie Nona am ehesten finden würde. Ihr Blick schweifte über das Schlachtfeld. Trümmer, Verletzte, Kämpfende und viele Tote, ein Bild der Verwüstung. Sie schluckte. Nona hatte sie nicht finden können. Sie durfte sich nicht entmutigen lassen! Sie beschloss auf einen halb eingefallenen Turm zu klettern, da sich durch die erhöhte Position einen besseren Überblick erhoffte.

    Das Schlachtfeld lag vor ihr, ein Chaos aus Körpern und Waffen. Ihre Augen suchten nach dem vertrauten Pelz ihrer Tochter, doch in diesem Tumult war es unmöglich irgendetwas zu finden. „Sunny was machst du da? Dort oben bist du die perfekte Zielscheibe!“ Wandas Stimme erklang hinter ihr. Ohne den Blick vom Kampf zu nehmen antwortete Sunny: „Ich suche Nona.“ Wanda schwieg. Ein Schweigen, das Sunny dazu bewog sich doch um zu drehen. „Weißt du, wo sie ist?“ „Ich hab sie das letzte Mal vor einem Tag gesehen. Sie war… sie war Teil des Musketiere Ausfalls. Ich weiß nicht wo sie jetzt ist.“ Sunnys Knie wurden weich. Die Musketiere hatten versucht durch einen Gegenangriff die Linien der Piraten zu durchbrechen und sie so zum Rückzug zu bewegen. Die Operation endete in einem Desaster nicht zu Letzt dank Jack selbst. Es gab viele Tote und noch mehr Verwundete. Sunny stürmte den Schutthaufen hinunter. Sie musste Nona finden. Ihr Verstand raste.


    *Hierbei handelt es sich um keinen Fehler der Autoren, sondern um eine Schwäche der Spoilerfunktion, da dort Kommata nicht erlaubt sind. Eigentlicher Titel lautet also: Halb Mink, Halb Tier

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Zoot ()

  • Kriterium [Schreibstil] - Gruppe 4

    Welcher Schreibstil sagt euch am ehesten zu? 25
    1.  
      Gefangener wider Willen (10) 40%
    2.  
      Der letzte Weg (13) 52%
    3.  
      Halb Mink halb Tier (12) 48%
    4.  
      Die Fährte des Krieges (5) 20%
    Schreibstil [Rechtschreibfehler, Wortwahl, Satzbau, Äußere Form, Stilistik]

    Gewichtung: 25%

    Stimmen pro User: 2

    Ende der Umfragen: 18.03.2016, 17.35 Uhr
  • Kriterium [Atmosphäre] - Gruppe 4

    Welcher der Texte punktet atmosphärisch am meisten bei euch? 25
    1.  
      Gefangener wider Willen (13) 52%
    2.  
      Der letzte Weg (11) 44%
    3.  
      Halb Mink halb Tier (9) 36%
    4.  
      Die Fährte des Krieges (7) 28%
    Atmosphäre (Kamen die geschriebenen Emotionen bei euch an?)

    Gewichtung: 50%

    Stimmen pro User: 2

    Ende der Umfragen: 18.03.2016, 17.35 Uhr

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Leonardho ()

  • Die Voting-Phase von Gruppe 4 ist nun offiziell eröffnet!

    Diesmal wieder pünktlich und voller Tatendrang.
    Der Text, der in der Komplexleistung (alle drei Abstimmungsergebnisse addiert) am meisten überzeugen konnte, zieht in Runde 3 weiter.
    Der zweitplatzierte Text kommt in die Lucky-Loser-Runde, während Text 3 & Text 4 ausscheiden werden.

    Wir wünschen viel Vergnügen und hoffen, dass sich nun auch ein paar Kritiker zu Wort melden, um die Leistung der Autoren entsprechend zu würdigen.


    Grüße
    Euer FFT-Team
  • Ganz schön kuschelig hier~
    Ich bin ja mal auf nächste Woche gespannt.
    Vielleicht ist den ganzen Usern dann ob dem fehlenden Kapitel so langweilig, dass sie sogar mal was zum Turnier beitragen.

    Aber zurück zum wesentlichen.
    Diese Gruppe wartet mit einem Thema auf, das so nah am Manga liegt, dass es fast dazu einlädt mal was völlig anderes zu machen.
    Der erste Gedanke hierzu ist natürlich voll auf Dramatik zu gehen und am besten Wanda als Protagonistin zu wählen, die bis an ihre Grenzen geht und neben sich ihre Stammesmitglieder wie die Fliegen sterben sieht.
    Oder aus Sicht von Inu/Neko, der im Hinterkopf hat unbedingt Raizou beschützen zu müssen und Odens Willen weiter zu tragen.

    Gucken wir also mal, was die vier Autoren daraus gemacht haben.

    Gefangener wider Willen

    So wie ich das verstanden habe, handelt der erste Absatz von einem Mink, der auf Raizou aufpasst und der zweite von einem anderen Mink, der auf dem Schlachtfeld steht. Der letzte Absatz dann aber wieder von dem Mink im ersten Absatz.
    Ich muss hier so klar stellen wie ich das verstanden habe, weil es im Text, meiner Meinung nach, nicht eindeutig ist.
    Der Schreibstil ist hier aber durchweg gut gelungen. Es gibt zwar teilweise einige Rechtschreibfehler wie z.B. der letzte Teil des Krieger-Minks, der meiner Meinung nach aber wieder nur Flüchtigkeitsfehler darstellt, aber damit kann man schon leben.
    Allerdings war die Idee nicht so sehr kreativ. Hier wurden einfach nur zwei Minks genommen, die den fünftägigen Krieg erleben. Der eine aktiv, der andere mehr inaktiv. Daraus hätte man wesentlich mehr machen können.


    Der letzte Weg

    Ich würde lügen, würde ich behaupten, dass mich diese Geschichte kalt gelassen hat.
    Am Anfang habe ich prophezeit, dass man Wanda als Protagonistin nutzen wird und trotzdem bin ich nicht enttäuscht.
    Die Idee, Jack und seine Männer mithilfe des Wassers vom Elefanten zu spülen, gefällt mir sehr gut. Denn die Schlacht geht zu diesem Zeitpunkt schon fünf Tage und die Minks sind natürlich erschöpft. Also würde sie jeden Strohhalm ergreifen um zu siegen. Dass sie hier ihre ganzen Wasserreserven aufbrauchen ist daher zwar ein gewagter Zug, aber durchaus angebracht in dieser Situation.
    Weniger gefallen hat mir aber das Überleben von Wanda. Ihr vermeintlicher Tod hätte dem Ende mit der Gaswaffe nochmal eine extra Dramatik verliehen. Allerdings hätte man dann für den letzten Absatz zu Carrot als Protagonistin wechseln müssen, was die Leser vielleicht auch zu sehr verwirrt hätte. Eventuell hat der Autor es deshalb nicht so gemacht.
    Was bleibt noch zu sagen? Der Schreibstil ist hier durchweg gut und kann eine schöne Atmosphäre erzeugen. Da war wohl jemand am Werk, der sich auskennt.


    Halb Mink halb Tier

    Kein Komma im Titel, das gibt schon mal fette Abzüge für den Schreibstil!
    Nein, nicht dass das noch jemand ernst nimmt und dem Text deswegen wirklich keine Punkte gibt ^^
    Der Schreibstil ist hier sehr gut gelungen und kann von allen Texten die Atmosphäre der Schlacht bisher am besten transportieren.
    Dummerweise fehlt aber gerade deshalb die Kreativität. Der eigene Mink (oder ist das Pedro?) schleift sich übers Kampffeld und sieht an allen Ecken seine Kameraden sterben bis er sich letztlich Jack stellt.
    Es wurde zwar mit schönen Worten gemalt, die auch zu überzeugen wussten, aber mehr passiert in der Geschichte nicht.
    Ich gehe aber fast davon aus, dass der Autor bewusst das Kreativitäts-Kriterium hinten angestellt hat um dafür bei der Atmosphäre zu punkten, die ja auch prozentual höher zu bewerten ist.
    Ich wollte auch noch erwähnen, dass ich es süß fand wie der Autor das Wort "Pfote" benutzt hat für die Hände der Minks. Das hatte sowas knuffiges, dass es gar nicht so richtig in das Schlachtenszenario gepasst hat. War jetzt aber auch nichts, dass ich sehr negativ fand.


    Die Fährte des Krieges

    Eine Geschichte bei der ich mich sehr schwer tue, etwas zu schreiben.
    Nicht, weil sie schlecht ist. Aber sie ist sehr vorhersehbar und kann keine richtige Spannung erzeugen.
    Den Anfang mit Jack fand ich noch ganz interessant, da hier auch seine typische Art gut rüberkommt. Als er merkt, dass Alred ihm nichts wichtiges zu sagen hat, lässt er ihn auch gar nicht erst ausreden.
    Der eigene Charakter ist auch gut gelungen und man nimmt ihm die Angst ab, die er gegenüber dem riesigen Mammut verspürt.
    Danach geht es aber mit Sunny los und hier kommt bei mir irgendwie keine Spannung auf.
    Vermutlich liegt das am Schreibstil, der zwar ordentlich ist, aber nicht so wirklich zu unterhalten weiß.
    Zudem sind auch hier wieder einige Tippfehler, wie ich vermute. Da frage ich mich, genau wie bei dem Autor aus Gruppe 3, ob man hier mit dem Texteditor von Windows geschrieben hat, der keine Rechtschreibkorrektur besitzt. Denn ansonsten hätte man die bei z.B. OpenOffice, welches ich benutze, einfach nochmal drüber laufen lassen müssen und könnte solche Sachen vermeiden, die einen den Schreibstil-Punkt kosten.
    Außerdem war ich im zweiten Absatz verwirrt, als Sunny plötzlich Miranda heißt. Das war wohl ihr erster Name. Ich finde Sunny besser, übrigens =D


    Bewertung
    Heute mal wieder mit dabei, weil ich diesmal auch versucht habe die Kriterien in die Kritiken einfließen zu lassen.

    Schreibstil: Hier gehen meine Punkte an "Der letzte Weg" und "Halb Mink, halb Tier"
    Kreativität: Nur "Der letzte Weg", da einzig hier, durch die Verwendung des Wassers etwas neues erzählt wurde. Die anderen Geschichten handelten ausschließlich von Minks die in der Schlacht rum gerannt sind.
    Atmosphäre: Schwere Entscheidung. Auf jeden Fall "Halb Mink, halb Tier", aber ich denke auch "Gefangener wider Willen" hat hier einen Punkt verdient.

    Resümee
    Eine Gruppe mit einem guten Thema und vier guten Texten.
    Schwer ist hier natürlich das Kreativitäts- und das Atmosphäre-Kriterium unter einen Hut zu bringen. Das hat auch keiner der Texte so recht geschafft.
    Trotzdem bin ich zufrieden mit der 4. Gruppe. Da sieht man, dass sich die Autoren Gedanken gemacht haben und es kamen tatsächlich vier unterschiedliche Geschichten raus.
    Kann aber auch daran liegen, dass Sanji zur Zeit der Texte nicht auf Zou gewesen ist und die Schreiber ihn deshalb nicht allesamt einbauen konnten =D
    "I have written you down. Now you will live forever"

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  • Meine werte Mitkonkurrentin Lemon trifft's mit der Faust auf's Auge. Sie trifft den Nagel auf den Kopf. Sie weiß, wo der Hase lang läuft.

    Hierlang nämlich nicht. Hier ist ja sowasvon tote Hose, dass sogar ich, als anerkannter Kommentar-Legastheniker tatsächlich alle vier Texte gelesen und bewertet habe... Wahnsinn. Nach zehn Jahren Pirateboard werde ich weich.

    Gefangener wider Willen
    Der erste Text dieser Gruppe handelt meiner Einsicht nach an zwei verschiedenen Schauplätzen mit zwei verschiedenen Charakteren. Mein erster Wunsch an dieser Stelle wären ganz eindeutig Namen, zumal beide Protagonisten eine männliche Person darstellen.

    Schreibstil – Gegen Ende schlichen sich immer wieder kleinere Fehler ein, die dem Lesefluss allerdings keinen Abbruch getan haben. Einzig beim "riesen Mammut" habe ich kurz gestockt, wohl auch, weil die Textstelle bei mir genau in einem Zeilenumbruch steht. Was mir während des Lesens wirklich auf die Nerven gegangen ist, sind die "..." ohne Leerstellen dazwischen. Positiv aufgefallen ist mir, dass sich da jemand viele Gedanken rund um die Bewaffnung der Minks und einer schlachtauthentischen Wortwahl bedient hat. Das gefiel mir sehr.

    Kreativität – Im Grunde schließt mein letzter Punkt im Schreibstil hier direkt an. Die Genauigkeit der Schlachtgeschehnisse waren für mich der kreativste Part in dieser Geschichte. Ansonsten muss ich leider sagen, dass der Text jetzt keine kreativen Bäume ausreißt, da wir hier nunmal ein Schlachtgeschehen haben, wie es im Buche steht. Das widerrum dehnt sich jedoch positiv auf die Atmosphäre aus – denn es war mutig vom Autor, eine solche Schlacht zu schreiben.

    Atmosphäre – Mein größtes Problem mit diesem Text habe ich damit, dass er sowasvon gar keinen One-Piece-Flair in mir auslöst. Die Minks könnten eins-zu-eins gegen Orks, Ritter oder Elfen ausgetauscht werden. In der Aufgabenstellung war zum Glück die reine Atmosphäre einer Schlacht gefordert und somit konnte der bzw. Die Autoren hier einen mutigen Schritt machen und eine ehrliche, brutale Schlachtszene entwerfen. Dass das mit Sicherheit auf Vorlieben stoßen wird, kann ich gut nachvollziehen, denn es ist damit eine komplett andere Textart in diesem Wettbewerb. Dies lässt sich sowohl auf die Kreativität, als auch auf die Atmosphäre auswirken. Zwiegespalten lässt mich dieses Kriterium dennoch zurück, da ich mir eben noch nicht sicher bin, ob die Atmosphäre eher schlachttypisch oder mehr one-piece-typisch sein sollte. In einem Herr der Ringe-Forum wäre sie definitv mein Favorit!


    Der letzte Weg
    Der zweite Text handelt also von Wanda, die einen Kamika(t)ze-Auftrag zu erfüllen versucht. Nicht überraschend, dass ein Autor sich diesen Charakter vornimmt, aber umso gespannter bin ich auf die Umsetzung gewesen.

    Schreibstil – vorweg möchte ich einmal folgenden Satz als Beispiel nehmen: "Unruhig blickte sie den Berg hinab, wo sie sah, wie die Wächter, die die Schlacht aktuell bestritten, die Piraten auf den Platz trieben, der am Fuße des Hügels lag." Meine Güte, also manchmal hast du bzw. Habt ihr euch da richtige Gedankenbrecher von Sätzen überlegt. Besonders am Anfang musste ich aufgrund der häufigen Kommatar-Setzung mehrere Sätze öfter lesen, um auch sicher zu sein, sie verstanden zu haben, weil das manchmal, gerade in Szenen, in denen der Plan, den Wanda von Neko bekam, erläutert wird, gar nicht so einfach war. Ich glaube, ich habe es auf den Punkt gebracht. Alles Weitere – tadellos. Hat mir sehr gut gefallen von der Wortwahl, von den Beschreibungen und einfach insgesamt.

    Kreativität – Hier haben wir die Herangehensweise eines Attentäters, der mit einem Trick die Piraten ausschalten will. Eine sehr schöne Idee, die ich mir gut auch so im Manga vorstellen kann. Dass Wandas Einsatz am Ende für die Katz war, hat in meinen Augen immer noch Spannung erzeugt, obwohl man ja eigentlich von einem Scheitern ausgehen musste. Nur die Wortgrenze scheint ein ausführlicheres Ende im Weg gestanden zu haben, denn plötzlich war Jack ja wieder da. So ist das nunmal.

    Atmosphäre – Hier bin ich mir, ähnlich wie in Text 1, nicht über meine Bewertung im Klaren. Mir gefällt die stille und klammheimliche Operation von Wanda sehr, finde sie auch äußerst kreativ; aber reicht das, um die Atmosphäre einer fünftägigen Schlacht darzustellen? Zugegebenermaßen wurde gerade im Anfangsteil der Geschichte ein Bezug zum schrecklichen Jack hergestellt. Hier wird für mich einfach der Vergleich mit den anderen Geschichten entscheidend sein.


    Halb Mink halb Tier
    Auch Text 3 schmeißt sich, wie Text 1 zuvor, in das Schlachtgetümmel rein. Dieses Mal mit einem einzigen Soldaten, der sich in Anbetracht der Ereignisse, schuldig fühlt.

    Schreibstil – Wie in Text 2 stieß ich zwischendrin auf ein paar wenige ellenlange Sätze, die aber weitaus weniger auffällig waren. Das war auch schon alles "negative", was ich zu dem Text sagen kann, da hier sehr sicher und gefestigt geschrieben wurde. Die Wortwahl hat mir gefallen und auch ein dezenter Humor war in guter Relation zur Tragik erkennbar.

    Kreativität – Schwierig, schwierig. Außergewöhnlich viel geschehen ist meiner Meinung nach auch in diesem Schlachtszenario nicht. Aber irgendwie hatte es etwas, was mich gefesselt hat. Mag es an einzelnen Szenen sein, die Darstellung des Charakters oder die tödliche Szene am Ende. Das alles war kein neu erfundenes Rad, aber alles insgesamt passte stimmig zusammen und die Ideen dazu muss ein Autor bzw. Müssen die Autoren auch erstmal haben.

    Atmosphäre – Bis hierhin ist dieser Text mein Favorit in diesem Kriterium. Obwohl hier eine vergleichbare Schlacht wie in Text 1 zur Hauptthematik gewählt wurde, kommt in meinen Augen der One-Piece-Touch besser zur Geltung. Das selbstmörderische Ende des Protagonisten zähle ich da nicht zu, weil es so einfach nie vorkäme, aber wie schon weiter oben gesagt: das zählt ja auch gar nicht wirklich. Das etwas seichtere Schlachtfeeling scheint mir daher etwas besser gefallen zu haben.


    Die Fährte des Kriegers
    Der letzte Text benutzt endlich Namen für seine Minks und davon auch gleich so viele. Auf in das letzte Schlachtgeschehen.

    Schreibstil – In dieser Gruppe leider der schlechteste Text in diesem Aspekt. Nicht wegen Wortwahl, Verständnis oder etwas dergleichem. Für mich ist die Struktur einfach das Problem. Diese große Blockstruktur, in der sich innerhalb einer Zeile zwei- bis dreimal wörtliche Rede mit Erzähltext abwechselt. Tut mir Leid, aber da kommt man so schnell durcheinander. Alles andere – sehr schön. Ich konnte mir die Bilder, die du bzw. Ihr erzeugt, gut vorstellen. Es war an gerade am Anfang halt nur sehr anstrengend.

    Kreativität – Wie schon gesagt, hat auch jemand seinen Minks Namen gegeben und die auch gleich so oft genutzt, wie möglich war. Richtig warm wurde ich mit den Charakteren trotzdem nicht, da der Text (was auch mit der Blockstruktur zusammenhängen kann) sehr gehetzt wirkt und man daher schnell überliest, wer gerade wer ist. Ansonsten ist die Idee einer Familie so naheliegend, wie gut. Besonders deswegen, weil kein anderer Text diesen klassischen Ansatz verfolgt hat. In dieser Hinsicht hätte man sich vielleicht auf einen Elternteil konzentrieren sollen, der die Tochter sucht, um damit eine etwas breitere, rührendere Geschichte zu erzeugen. Alles in allem aber ein guter Einfall.

    Atmosphäre – Hier wurde die direkte Konfrontation mit Jack gesucht, was auch ein mutiger Schritt war, schließlich ist dies die offensichtlichste Idee. Legt man die Hektik, die dieser Text erzeugt, als gewollt aus, hat dieser Text eine gute Atmosphäre für eine Schlacht erzeugt. Ich war zwar noch nie in einer, aber ich stelle es mir quasi wie dieser Text vor – schnellebig, wirr und unüberlegt. Dahingehend fand ich es sehr passend.


    Nun gut, so weich werde ich anscheinend doch nicht, denn kein Text hat mich in dieser Gruppe zu 100% überzeugt, obwohl hier richtig gute Werke präsentiert wurden. Mir fehlte zu häufig die direkte Konfrontation mit Jack, in der jeder einen One Piece-Charakter in einem Kampf hätte sterben lassen können. Das wollen doch so viele immer. Ein Selbstmord und ein angedeuteter Tod durch Jack, der aber in der Hektik seines Textes irgendwie untergeht. Auch hätte ich mir gewünscht, dass vielleicht ein Text etwas mehr Risiko geht und einen etwas humorvolleren Schlachttext wagt. Dazu hätte sich Nekomamushi hervorragend angeboten – andererseits kann ich das Scheuen dieses Risikos verstehen. Haben drei Texte ein echtes Schlachtfeeling mit Tränen und so, dann hat ein humorvollerer Text einen schweren Stand.

    Das widerrum bringt mich aber zum Kern dieses mit 50%-gewichteten Kriteriums, der Atmosphäre. Atmosphäre bedeutet für mich in diesem Zusammenhang, dass man eine authentische One-Piece-Schlacht-Atmosphäre aufbaut. Wir hatten in diesen vier Texten häufig eher eine Schlacht-Schlacht und das ist leider nicht das, was ich mir zu lesen gewünscht hätte.

    Alles in allem muss man aber dennoch sagen, dass alle vier Texte gelungen sind. Für meine persönliche Vorliebe kann ja keiner der Autoren was. Es ist immer eine leichte Sache, wenn man als Mitwettbewerber an einem Thema mäkelt, das man selber nicht machen musste. Wie ich selber mit diesem Thema umgegangen wäre - keine Ahnung. Wahrscheinlich genauso, wie vier andere Leute es hier auch gemacht haben. Deswegen - gute Arbeit!

    LG, Sheppard
  • Ich muss im Vorfeld sagen, dass ich nur bedingt verstehen kann, wie sich andere Teilnehmer des FFT wünschen konnten in dieser Gruppe lieber sein zu wollen, da sie meiner Ansicht nach die Schwierigste der zweiten Runde darstellt. Dies kommt daher, dass es mit am Schwierigsten ist gewisse Gefühle durch seine Protagonisten an den Leser weiter zu tragen. Leid und Trauer beispielsweise. Insofern bin ich ganz froh darum, nicht einen der vier Texte hab schreiben müssen.

    Dennoch bin ich natürlich auch gespannt, wie es den Autoren gelungen ist die Aufgabe zu meistern. Und vor allem ob es ihnen überhaupt gelungen ist.

    Gefangener wider Willen
    Schreiberisch hat der Autor / haben die Autoren hier gute Arbeit geleistet. Ein oder zwei Fehlerchen fielen mir zwar auf, dennoch zog sich ein guter sprachlicher Stil durch den Text und wurde von einer guten Textoptik abgerundet.

    Mir persönlich war das Werk jedoch etwas zu überdramatisch. Das mag etwas seltsam klingen, ist es doch die Aufgabe dieser Gruppe das Leid der Minks während ihres Kampfes gegen Kaidous Mannen darzustellen. Dennoch wirkte das Ganze auf mich wie ein Actionfilm. Die Gefahr für den Protagonisten ist nicht spürbar und die Darstellung des Leids erfolgt nur über die links und rechts neben ihm Fallenden. Insofern der Vergleich eben zu einem Actionfilm oder meinetwegen auch einem Videospiel.

    Ein Gefühl an den Leser zu transportieren ist – wie ich eingangs bereits anmerkte – mit eine der schwierigsten Aufgaben, der man sich als Schreiber stellen kann. Ein paar Worte zu viel und man schießt über das Ziel hinaus. Ein paar zu wenig und die Situation ist ebenfalls für den Leser zu weit entfernt und nicht greifbar. Hier kommt es aber wohl auch ein wenig auf persönliches Empfinden an, insofern kann für andere es genau richtig sein, wo es für mich schon zu viel des Guten war.

    Abgesehen davon muss ich aber gestehen, dass ich nicht sonderlich viel ankreiden kann. Sicherlich gibt es einige, die gerne immer direkt auf 900 Worte perfekte Aufgabenumsetzung gepaart mit sprachlichen Wunderwerken verlangen, zu diesen gehöre ich aber nicht. Mir ist viel wichtiger, dass ein Text innerhalb seiner Limitationen ein gutes Niveau aufweist. Was wie gesagt hier der Fall ist.

    Was ich vielleicht höchstens noch etwas ankreiden würde, wäre der Aspekt der Kreativität. So ist eine Wachszene mit Raizou, mit Schwenk aufs Kampfgeschehen nicht unbedingt als kreativer Überraschungshit zu bezeichnen, doch ich gestehe dass ich auch nicht wüsste, was man als kreative Überraschung in dieser Aufgabe erwarten soll?

    Vielleicht beantwortet mir ja einer der nachfolgenden Texte diese Frage.

    Oh, huch, hopsa…
    Beinahe hätte ich die extrem gnadenlose und fast schon brutale Wortwahl vergessen zu erwähnen. Dies trägt sicherlich im Punkt Atmosphäre dazu bei, dass das Gefühl einer Schlacht und der darin herrschenden grausamen Unbarmherzigkeit an den Leser herangetragen wird. Doch wenn man schon zaghaft in solche Gefilde vorstößt, sollte man meiner Ansicht nach gerade in so einer Aufgabenstellung dann auch schonungslos vom Leder ziehen. An dieser Stelle sei Hugos Text in meiner Gruppe erwähnt. So etwas hätte hier perfekt reingepasst!


    Der letzte Weg
    Die Entscheidung einen bereits bekannten Charakter zu nehmen, erleichtert selbstverständlich dem Leser die Identifikation mit diesem und damit dem Autor / den Autoren wiederum den Transport des Leids. Ein kluger Schachzug, solange es einem gelingt die Figur auch authentisch zu treffen.

    Im ersten Punkt des Schreibstils haben wir auch hier wieder einen recht soliden Text vor uns. Vielleicht ein wenig zu sehr verliebt in Schachtelsätzen, jedoch war noch alles in einem vernünftigen Maß gehalten, so dass man sich als Leser nicht in besagten Sätzen verlor und orientierungslos darin verloren war. Außerdem sollte ich wohl die Klappe halten, mag ich die seitenlangen Satzkonstruktionen auch ganz gerne ;)

    Dafür überraschte mich der Text auf jeden Fall mit seinem kreativen Umgang mit dem Thema. Die Handlung komplett auf eine Figur zu konzentrieren und diese eine entscheidende Mission übernehmen zu lassen, mag nun auf den ersten Blick weniger kreativ anmuten. Dass aber als Zentrum der Mission die Wasserversorgung der Minks genutzt und zur „Waffe“ umfunktioniert wurde dagegen schon! Wirklich schöner Einfall.

    Bei dem Punkt Atmosphäre bin ich etwas im Dilemma. Auch hier beißen sich für mich etwas die Definitionen:
    1) „Welche Geschichte transportiert die Atmosphäre der Schlacht auf die beste Weise?“
    2) „Kamen die geschriebenen Emotionen bei euch an?“

    Denn die beiden Definitionen setzen an verschiedenen wichtigen Punkten an, die man zum Zentrum der Geschichte machen könnte. So hat der vorherige Text eher die Atmosphäre der Schlacht versucht darzustellen, wohingegen in „Der letzte Weg“ eher Wandas Emotionen im Forderung standen. Jedoch kam dann die abschließende Schilderung des Giftgaseinsatzes, mit der es diesem Werk – für meinen Geschmack zumindest – gelingt eine Brücke zwischen den Definitionen zu schlagen.

    Auch hier bleibt mir abschließend zu sagen, ein grundsolider Text.


    Halb Mink halb Tier
    AAAAARGH!!! Erst einmal eine fette Backpfeife bitte für den Autor / die Autoren dieses Textes! Ich kriege regelmäßig Schreikrämpfe, Tobsuchtsanfälle und Kotzreize, wenn ich nicht ausgeschriebene Zahlen sehe! So etwas hat in einem Text nichts zu suchen!!!
    (Anm.: Natürlich gibt es Ausnahmen für diese Regel, doch trifft hier keine zu, als BACKPFEIFE!!!)

    Aber mal abgesehen von diesem – für mich – unverzeihlichen Fauxpas, viel mir keine gravierenden Probleme auf, die nennenswert wären und den Schreibstil negativ runterziehen würden. Okay, okay, hier und da ein paar unglückliche Formulierungen und wieder das Problem mit der Darstellung wörtlicher Rede. Aber abgesehen von diesen ganzen Mängeln…
    Hmmm… auf einmal wirkt es nicht mehr so, als empfände ich bei dem Text einen guten Schreibstil, oder? Egaaaaal… passt schon. Hoffe ich…

    Äh ja, Kreativität. Hier haben wir erneut ein einfaches „Soldat in der Schlacht“-Szenario, von daher keine Rose für dich / euch an dieser Stelle. Was ich dann aber doch lobend hervorheben möchte ist die wirklich gute Darstellung des namenlosen Minks.

    Das innere Gefühlsbild wurde wirklich schön dargestellt und hat mich definitiv ergriffen. Wobei ich auch hier sagen würde, dass wir uns stellenweise im Bereich der übertriefenden Dramatik („Der Tod macht keine Ausnahmen, er nimmt sich, was ihm zusteht.“) wiederfanden. Dennoch und anders als im ersten Text, gefiel mir dann doch das Gesamtbild etwas besser. Es wirkte runder auf mich.

    Oder ich in meinen Entscheidungen nur wahlloser?
    Jedenfalls in der wichtigsten Kategorie, der für mich bisher stärkste Text.


    Die Fährte des Krieges
    Auch hier verteile ich doch direkt erst einmal Backpfeifen. In guter alter Bud Spencer und Terrence Hill Manier schön links und rechts und wieder links und rechts. (Man soll Shepp und mir nicht nachsagen können, wir hätten keine Berechtigung für unseren Allianznamen :P)
    Wer ein so grauseliges Textbild (Thema: Einbau von wörtlicher Rede!) erzeugt, hat es aber nun wahrlich nicht besser verdient. Bitte – falls der Autor / die Autoren weiterkommen – noch einmal in ein gutes Buch reinschauen! Danke…

    Gerade durch das Kuddelmuddel aus wörtlicher Rede und beschreibendem Text, hatte ich doch tatsächlich immense Schwierigkeiten dem Geschehen schon in den ersten Sätzen zu folgen. Die Sätze folgen zu plötzlich und verwirrend aufeinander, dass einem ganz schwindelig werden kann.

    In erster Linie ist es nicht schlecht, wenn man mit kurzen aussagekräftigen Sätzen arbeitet, wenn diese aber absolut lose und zusammenhangslos wirken, verfällt es vollkommen seine Wirkung. Man merkt dem Autor / den Autoren förmlich an, dass die Wortgrenze ihnen Schwierigkeiten bereiteten und sie gerne ausführlicher und detaillierter haben schreiben wollen.
    War dies doch nicht das Problem, wirkt es immerhin so. Was dann aber nicht mehr so positiv für euch wäre, wie Option Numero Uno…

    (By the way: Jacks Spitznamen auf Deutsch zu lesen, veranschaulicht wieder einmal ganz schön, wie dämlich die Beinamen einiger Piraten in unserer Sprache klingen ^^“ Da kann einem das Mammut beinahe leidtun…)

    Das Problem mit dem verwirrenden und chaotischen Schreibstil bleibt auch nach dem Protagonistenwechsel erhalten und ich musste mich echt durchbeißen, um nicht an der Stelle einfach aufzuhören zu lesen. Hierhin finde ich, sollten die Leute schauen, die literarische Meisterwerke auf 800 oder 900 Worten erwarten. Denn genau an so einem Text zeigt sich der Wert einer Geschichte, die einfach nur versucht ein gewisses Grundniveau zu halten.
    (Sorry, wenn ich dich / euch hier ein wenig als Negativbeispiel heranziehe.)

    Auf kreativer Ebene möchte ich dann aber doch ein Lob aussprechen. Das Leid einer Familie – ein ganz persönliches und kleines Motiv innerhalb dieses großen Kampfes – in den Fokus des Textes zu setzen, hat für mich im Vergleich zur Konkurrenz positiv überzeugt. Denn so simpel die Idee ist, so wenig wurde sie hier genutzt, wenn es darum geht besagtes Leid, aber auch Trauer im Kontext eines großen „Krieges“ darzustellen. Wobei ich mir fast gewünscht hätte, dass dieses private Unglück noch viel stärker im Fokus der Geschichte gewesen wäre. Etwa in Form einer nicht wehrhaften Familie, die versucht vor den Piraten zu fliehen und einer Mutter die dabei alles tut, um ihr Kind am Leben zu halten.

    Aus diesem Grund kann ich auch keinen Punkt im Bereich der Atmosphäre geben. Da die mangelnde Konsequenz im durchaus kreativen Aspekt des Textes und die schwache sprachliche Leistung dem einfach im Wege stehen. Erneut: Tut mir Leid.


    @ Lemon:
    Zu deiner Kritik von „Gefangener wider Willen“
    Ich finde es durchaus als offensichtlich, dass der beschriebene Mink im gesamten Text derselbe ist. Zum einen weil der Wechsel des Protagonisten keinen Mehrwert für den Text hat, angesichts dessen wie er geschrieben ist. Und zum anderen weil der Mitteltext für mich eine Erinnerungsrückblende sein soll. Damit wird seine Ungeduld des Wartens auf die Wachablöse geschichtlich erklärt. Auch die spezielle Nennung der Schusswaffe ist ein deutliches Indiz, dass es sich um denselben Mink handelt.

    Zu deiner Kritik zu „Der letzte Weg“
    Der Tod von Wanda wäre aber ein Widerspruch zum Manga und hätte wohl eher dazu geführt, dass mehr Kritik daran ausgesprochen worden wäre, als an der gegenwärtigen Situation, dass sie überlebt. Insofern war dies der Nachteil, den der Autor / die Autoren mit der Wahl Wandas einher ging.


    @ Sheppard:
    Nu werd aber mal hier nicht so melodramatisch, du machst den Texten sonst noch Konkurrenz :P
    Und zu „Gefangener wider Willen“ habe ich bei Lemon ja schon gesagt, dass die Darstellung durchaus eine Person sein soll. Wobei ich dir in dem Punkt Recht gebe, als dass ein Name dieses mögliche Missverständnis von vornherein ausgeschlossen hätte.


    @ An alle die Voten:
    Sheppard erwähnt es in seiner Kritik hin und wieder, dass er sich bei seiner Stimme in Bezug auf den Punkt „Atmosphäre“ schwer tut. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass das FFT Team nicht umsonst ihre Kriterien ein wenig erklärt, um zu verdeutlichen wo der Schwerpunkt bei der Wahl liegen sollte. Vielleicht hilft dieser Fingerzeig ja dem einen oder anderen etwas Sicherheit dabei zu finden, an wen er für welches Kriterium seine Stimme vergeben möchte ;)
    F*ck dich, Gott!
    Die fetteste Party des Universums feiern und wir müssen ohne all diese Helden auskommen?!
  • Wieder ein Grund meine laienhafte Meinung kundzutun.
    Das Thema hat Potenzial, vorallem aber wohl daher rührend, dass ich den Zou Arc, wie die meisten im Board, einfach liebe. Man darf gespannt sein, wie genau die Schlacht in den Augen der Schreiber abgelaufen sein könnte.

    Gefangener wider Willen

    Der Schreibstil ist auf einem höheren Niveau angesiedelt und konnte mich überzeugen. Die Geschehnisse wurden glaubhaft dargestellt. Gefallen hat mir, wie die Stille im ersten um letzten Absatz miteinander verbunden wurden und zwischendrin das turbulentere Schlachtfeld. Von den Geschehnissen hat es allerdings keine gegeben die ich als hervorstechend bezeichnen würde. Der erste Mink passt auf Raizou auf und der zweite stolpert eher über das Schlachtfeld. Zu einer richtigen Auseinandersetzung hat mir etwas gefehlt. Wohl ein Problem, wenn namenlose Minks genommen werden, die keine charakterlichen Identifikationsmöglichkeiten geben. Entsprechend schwieriger ist es, den Leser mitfühlen zu lassen. Bei einem Text mit Wortgrenze natürlich schwer zu händeln. In Sachen Kreativität nicht besonders hervorstechend, aber kann sich sehen lassen. ;)

    Der letzte Weg

    Vom Schreibstil her war der Text sehr solide. Die Schachtelsätze haben ich weniger gestört. In gewissem Maße mag ich diese sogar sehr gerne. Er hat den Leser mit eintauchen lassen. Die Idee, Wanda als Schlüsselfigur agieren zu lassen war eine offensichtliche und trotzdem gute Wahl. Ihre Gefühlswelt wurde genug beschrieben um mitfühlen zu können. Sich selbst für alle anderen zu opfern. Ein Motiv, welches ich ihr jederzeit zutrauen würde. Die Idee den Wall zu brechen, um das Volk und die Insel zu retten, war etwas womit ich nicht gerechnet hätte. In Sachen Kreativität ganz vorne im Vergleich.

    Halb Mink, halb Tier

    Der Schreibstil wirkt auf mich etwas übertrieben, wenn ich mal so frei sein darf. Die Wortwahl „heroisches Motiv“ lässt mich zwiespältig zurück, einfach weil ich das Wort in eigentlich fast jeder Situation übertrieben finde. Ist natürlich ein extrem subjektiver Gedanke, aber die Wortwahl hat mich komplett aus dem Text gerissen. ^^´ Generell war es kurzzeitig etwas „too much“. „Wiederwärtig, ekelhaft grölend“ in einem Satz. Andererseits zieht es sich durch den ganzen Text und schafft es dadurch dann doch wieder eine tolle Stimmung zu erzeugen. Die Verzweiflung des namenlosen Protagonisten wurde schön beschrieben und war auch vollkommen nachvollziehbar,. Den Schluss empfinde ich aber als sehr atypisch. Der Selbstmord(versuch) passt nicht zu One Piece. Die Idee der Schlacht war ganz nett, hebt sich aber auch nicht so sehr hervor.

    Die Fährte des Krieges

    Die Idee mit der Familie, die sich im Schlachtgetümmel verliert, hat mir gefallen. Allerdings hätte ich es besser gefunden bei einer Person zu bleiben. Denn der Wechsel hat zumindest bei mir dazu geführt, dass die Gefühlswelt der einzelnen Person bei mir nicht richtig ankam. In der Hinsicht wirkt der Text einfach viel gehetzter. Was allerdings auch ein Punkt bei Schlachten ist: Es ist nun mal gehetzt und unübersichtlich. Ich denke, der Autor hätte die Atmosphäre, bei einer höher angesetzten Wortgrenze, besser beschrieben. Gerade der erste Teil lässt jedenfalls darauf schließen. Die Konfrontation mit Jack war für mich das Highlight des Textes.
    Warum wurden Sunny eigentlich zwei Namen gegeben? Fand ich etwas überflüssig und hat mich im Text stutzen lassen.


    Abschließend kann ich sagen, dass es für mich sehr überraschend war, dass drei der Texte unabhängige Personen als Protagonisten gewählt haben. Ich hatte damit gerechnet, Neko & Inu im Kampf zu erleben. Das meine ich nicht negativ, da ich es auch so schön fand und die Texte zu überzeugen wussten. Ich hatte einfach nicht damit gerechnet. Vorallem, da es oft schwierig ist neue Personen, in einem so kurzen Text, einzubringen und gute Grundlagen für die Geschichte zu schaffen.
  • Ein Thema ganz nach meinem Geschmack! Hier geht es weniger darum, eine eigene Geschichte zu konstruieren, sondern mehr diese eben eindrucksvoll rüberzubringen. Dabei kommt es vor allem auf die Sprache an, da Schreibstil und Atmosphäre schon 75% der Punkte ausmachen. Die Autoren müssen also mehr mit gutem Handwerkszeug als mit kreativen Ideen überzeugen. Hier besteht natürlich die Gefahr, dass sich alle Geschichten inhaltlich ähneln. Hätte das Thema wohl auch selber gerne bearbeitet, dementsprechend hoch wird aber auch mein Anspruch an die Texte sein. Also los!

    Gefangener wider Willen


    Ein guter Start in die Gruppe, zweifelsohne. Der Schreibstil gefällt mir gut, ich hatte den Eindruck, dass dieser Autor des Öfteren Texte mit Kampfszenen schreibt/ liest. Das war sehr bildhaft und realistisch, ohne aber in das „Slasher“-Genre abzudriften. Was mir weniger gefällt sind die vielen „…“. An manchen Stellen finde ich sie durchaus passend, allerdings werden sie mir hier etwas zu häufig verwendet. Das sieht nicht so toll aus. Ich persönlich nutze sie jedenfalls anders, kann aber auch persönliche Präferenz sein. Hier und da tauchte auch ein paar kleinere Fehler auf, aber nichts Gravierendes.

    Die Atmosphäre war größtenteils passend und kam – auch dank des Schreibstils – gut rüber. So war Raizous Verzweiflung sehr greifbar, ebenso der Wunsch des Minks, seinen Freunden beizustehen. Auch meine ich während des Mittelteils (wohl ein Zeitsprung?) einen Wandel erkannt zu haben, zumindest erscheint der Mink hier weitaus weniger kampfesmutig. Allerdings fehlte mir im Mittelteil noch etwas. Ein kleiner Peak in der Atmosphäre. Ansonsten aber auch in dieser Kategorie gut.

    Inhaltlich ist der Text jetzt nicht wirklich was Besonderes. Es ist eines der naheliegenderen Szenarien, die man bei so einer Aufgabenstellung erwartet. Mir jedenfalls ist nichts aufgefallen, wo ich gedacht hätte „Mensch, das ist aber eine tolle Idee!“, wäre mir selbst aber wohl auch schwer gefallen bei dem Thema. Wie das zu bewerten ist müssen auch die anderen Texte zeigen.

    Der letzte Weg

    Auch der zweite Text gefällt mir gut. Den Schreibstil finde ich hier sogar noch etwas besser gelungen, da mir hier weniger Fehler aufgefallen sind und ich das Schreibbild etwas schöner finde. Weniger gut gelungen finde ich allerdings die Atmosphäre. Hier fehlt mir doch etwas die Verzweiflung, die Strapazen des Krieges, die sich im Gemüt der Charaktere widerspiegeln. Klar, Wanda ist bereit ihr Leben für die anderen zu geben, eine große Geste. Aber es reicht eben nicht, das zu benennen, es muss auch rüberkommen. Insgesamt wirkt das ganze eher wie die Mission einer Geheimagentin und nicht wie der letzte Strohhalm, um einen brutalen Krieg zu gewinnen und die Vernichtung eines Volkes zu verhindern. Abgesehen davon konnte die Szene dennoch atmosphärisch rübergebracht werden, es ist eben nur nicht ganz das, was ich in einer solchen Situation erwarte.

    Dafür punktet der Text wieder in Sachen Kreativität. Das Szenario hier ist eine gute Idee. Gerade der Punkt mit dem gespeicherten Meerwasser gefällt mir sehr gut, da der Autor hier mit nur einem Wort („Meerwasser“) eine glaubwürdige Antwort liefert, warum Jack und die anderen Teufelsfruchtnutzer von dieser Attacke besiegt werden würden.

    Halb Mink halb Tier

    Wieder ein guter Text, bisher ist diese Gruppe echt stark. Diesmal werden wir wieder mit einem unbekannten Charakter konfrontiert, der auch nicht näher benannt wird, was aber absolut kein Problem ist. Im Gegenteil, wir bekommen hier mehr oder weniger vollständig ein Einzelschicksal vorgestellt, statt des gesamten Kriegsverlaufs. Das ist gut, denn so bleibt genügend Zeit sich um die Charakterdarstellung zu kümmern. Der Kommandant wird dabei mit den typischen Schuldgefühlen belastet, die ich in einer solchen Situation eben von so einer Person erwarte. Der Schmerz und die Selbstzweifel werden gut rübergebracht. Auch sehr gut gefällt mir, wie der Mink seine Schuldgefühle im Gefecht immer wieder unterdrücken kann und erst von ihnen übermannt wird, als er wieder in Sicherheit ist. Das kommt mir zumindest sehr realistisch vor, zeigt aber auch die Grausamkeit des Krieges: selbst, wenn du ihn überlebst, bist du dein Leben lang geschädigt. Das sich der Mink also stattdessen zum Selbstmord entscheidet finde ich absolut konsequent (also vom Autor jetzt^^) und ist für mich daher genau das richtige Ende der Geschichte.

    Dieser Text macht eigentlich alles richtig. Er hat eine gute Idee, die sinnvoll aufgebaut und konsequent verfolgt wird. Dabei wird die richtige Atmosphäre mit einem wirklich guten Schreibstil rübergebracht (aber bitte schreib die Zahlen noch aus :P). Auch finde ich dieses Szenario einigermaßen kreativ, obwohl es typisch ist für einen Krieg, da wir solche Szenarien bei One Piece nicht gewohnt sind und der Text zudem komplett ohne bekannte Charaktere (von Jack mal abgesehen) auskommt. Auch wenn mich auch hier die Atmosphäre nicht flasht (habe da vielleicht auch zu hohe Erwartungen) ist das ein sehr guter Text, der in allen Bereichen überzeugen kann.

    Die Fährte des Kriegers

    Mhh… interessante Idee, den Text abrupt enden zu lassen. Stellt sich nur die Frage, ob das gewollt war oder durch die Wortgrenzen bedingt ist. Ich lege es dem Autor zuliebe einfach als gewollt aus. Der Text jedenfalls ist auch wieder ein guter, aber er überzeugt mich trotzdem nicht ganz so sehr wie seine Konkurrenz. Entscheidend sind dabei aber wirklich nur Kleinigkeiten. Bezüglich des Schreibstils gefallen mir hier einige Formulierungen nicht ganz so gut, bei denen ich den Eindruck hatte, dass Satzteile vertauscht wurden. Außerdem ist das Schriftbild nicht so schön, wörtliche Rede sollte einfach durch Absätze hervorgehoben werden.

    Inhaltlich wird auch hier wieder eine typische Szene aus einem Krieg dargestellt: die Suche nach einer geliebten Person im Schlachtgetümmel. Das Chaos wird dabei gut rübergebracht, auch der Schlachtverlauf wird spannend wiedergegeben. Langweilig war dieser Text – wie auch schon seine Vorgänger – jedenfalls nicht! Einzig an den Emotionen mangelt es mir hier, weshalb die Atmosphäre nicht so recht bei mir rüberkommt. Die Sorgen der Mutter kommen nicht ganz so stark an wie ich es mir gewünscht hätte. Gerade, als Wanda mit der schlechten Nachricht kommt, hätte ich mir mehr gewünscht als nur ein „Sunnys Knie wurden weich“. Generell würde ich raten bei einer Aufgabenstellung, die mehr auf Atmosphäre denn auf Handlung abzielt, den Fokus viel mehr auf die Emotionen und Gedanken der Charaktere zu legen.

    Das ist auch ein guter Punkt für mein Fazit. Denn insgesamt hatten wir eine sehr starke Gruppe, alle vier Texte sind gut geschrieben. Dennoch fehlt mir bei fast allen noch das gewisse Etwas. Denn obwohl der Fokus ja durch die Kriterien schon auf Atmosphäre gelegt wurde, sind die Autoren sich dem Standard-Stil, der doch eher auf Handlung abzielt, treu geblieben. Gerade hier hätte man mit einem besonderen Schreibstil nochmal voll auf die Atmosphäre setzen und sich von der Konkurrenz abheben können. Ist aber auch viel verlangt und ein Autor muss sich ja auch selber in dem Schreibstil wohlfühlen, daher trotzdem ein großes Lob an die Gruppe. Kein Text hat mich auch nur eine Sekunde gelangweilt, alle waren gut geschrieben.
  • So nachdem das Voting auch in dieser Gruppe Abgeschlossen ist, kann ich endlich meinen Senf dazugeben, ohne zu verraten, dass ich in Gruppe 3 war.

    Die Umsetzungen waren diesmal wieder alle sehr gut und es gab auch viele Todesopfer, welche wir im Manga mal wieder nicht zu Gesicht bekommen haben.

    Gefangener wider Willen
    Hier wurde ein interessantes Setting gewählt und die zwei wichtigsten Orte auf Zou aufgegriffen. Der Protagonist hat die Aufgabe Raizou in seinem unfreiwilliges Versteck zu bewachen und wünscht sich eigentlich, mit deinem Kameraden auf dem Schlachtfeld zu sein. Im Gegensatz zu der Stille seiner Wache, steht seine Erinnerung an den letzten Kampfeinsatz. Dieser wurde meiner Meinung nach schon gut dargestellt, auch wenn der Ort/ die Ereignisse sehr austauschbar sind und auch für jede andere Schlacht gelten könnten. Zumindest hatte ich jetzt keinen Moment, wo ich dachte, so etwas kann nur in One Piece vorkommen. Die Erwähnung/ Beschreibung von Teufelskräften hätte sicher einen Teil dazu beitragen können. Allerdings denke ich, dass trotzdem alle Punkte gut umgesetzt wurden.


    Der letzte Weg
    Zunächst mal eine sehr gute und interessante Idee, welche auch Erklärt, warum Jack letztendlich zu Gaswaffe gegriffen und nicht einfach noch fünf weitere Tage gekämpft hat. Allerdings stand schon von Anfang an fest, dass Wanda überleben würde und mit ist nicht ganz klar, warum die Flut aus der Zisterne so erfolgversprechend sein soll. Zunisha sorgt selbst zwei mal am Tag für eine riesige Flutwelle und die hat Jack bis jetzt auch immer überstanden. Vielleicht wäre die aus der Zisterne größer, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass dies reichen soll. Besonders da auch Wanda überleben musste und sie stand direkt davor. Hier wäre vielleicht der Einsatz eines anderen Mink, der auch draufgehen kann, sinnvoller gewesen. Aber Logik ist zum Glück kein Bewertungskriterium, da mir persönlich der Text mit am besten gefällt. Es wird auch eine austauschbare Schlachtszene verzichtet und dafür etwas genommen, was auch im Manga hätte passieren können.


    Halb Mink halb Tier
    Wie im ersten Text geht es um die Erlebnisse einen einzelnen Mink im Kriegsgeschehen. Dieser ist der Kommandant einer Einheit, welche eine verheerende Niederlage einstecken musste, bei der fast alle seine Kameraden draufgegangen sind und den Überlebenden geht es auch kaum besser. Wir sind dabei wie er sich Gedanken darüber macht, was alles schiefgegangen ist und der letztendlich seinen Selbstzweifeln und Schuldgefühlen erliegt. Wieder ein gut umgesetzt Kriegs/Schlachtszenario, welches zwar fast genauso überall spielen könnte wie im ersten Text, aber sehr gut umgesetzt wurde.


    Die Fährte des Krieges
    Wieder ein ein Text mit Schlachtgeschehen, der vierte Text zu sein, ist wirklich mehr als undankbar. Die Idee hier das Schicksal einer kompletten Familie einzubinden finde ich klasse, allerdings werde ich mit dem Personen irgendwie nicht war. Auch die Schlacht kann mich nicht wirklich fesseln, da hier das Hauptaugenmerk bei den Gefühlen von Sunny liegt. Auf keinen Fall ist es schlechter Beitrag, aber gegen die anderen zieht er leider doch den kürzeren.
    :thumbsup: Nicht nur in One Piece die reine Wahrheit: :thumbsup:
    Pirates are evil?!!... ...The Marines are Justice?!!
    These labels have been passed around Heaven knows how many times...!!!
    Kids who have never known peace... ...and kids who have never known war... ...Their values are too different!!!
    Whoever stands at the top can define right and wrong as they see fit!!!
    Right now, we stand in neutral territory!!!
    "Justice will prevail"?!... ...Well, sure it will!
    Whoever prevails... ...is Justice!!!! (Doflamingo)

    So kann man es aber auch sehen
    "THERE IS NO JUSTICE, THERE IS ONLY ME!"
    Death, Discworld, Terry Pratchett

  • Willkommen in Runde 3

    1.Platz: "Der letzte Weg" - Icedragoon- 12, 5 Punkte

    In der Lucky Loser Runde

    2.Platz: "Gefangene wider Willen" von Strohhutbande89 – 10,75 Punkte

    Ausgeschieden

    3.Platz: "Halb Mink, Halb Tier" von Baccardihutpiraten (s4pk & moondoggie) - 8,5 Punkte*
    4.Platz: "Die Fährte des Kriegs" von SMILE (Lucky & Captain-Kid) – 5,5 Punkte*
    --


    Glückwunsch an die Gewinner . Die Teamkritik folgt bald im Anschluss.

    *Allianzen werden am Ende des Votings 1 Punkt abgezogen, da zwei User für ihren eigenen Text stimmen können. Die Regeln zum nachlesen
  • Soooo, nachdem das Endergebnis nun feststeht melde ich mich auch mal zu Wort.
    Zu aller erst einmal ein riesen großes Dankeschön an alle, die gevoted haben (auch wenn es leider immer weniger werden … :( ) – vor allem natürlich an die, die für meinen Text gestimmt haben ;)
    Auch an die vielen Kritiken-Schreibern, die sich die Mühe gemacht haben die geistlichen Ergüsse von uns vier Autoren zu lesen, zu bewerten und zu kommentieren, ein großes Dankeschön! Ich bin echt froh, dass doch noch so viele Kommentare zustande gekommen sind. Als ich am Mittwoch nach dem Fußballspiel mal schnell hier vorbeigeschaut hatte und sage und schreibe 0 (!) Kommentare, sowie erst um die 3 Stimmen bei den Votes abgegeben wurden, dachte ich mir schon: OMG, das kann ja noch heiter werden … aber wie gesagt, zum Glück sind dann ja doch noch ein paar fleißige Bienchen aufgetaucht ;)


    Gut, dann mal zu meinem Text: Gefangener wider Willen

    Ich kann mich im Grunde den meisten Kritiken, die zu meinem Text abgegeben wurden, nur anschließen. Vor allem der Punkt mit der Kreativität trifft es genau und war auch schon vor Abgabe des Textes mein wunder Punkt, den ich dann aber doch in Kauf genommen habe … doch dazu später mehr. Jetzt erst einmal zu ein paar der Kritiken.

    Lemon schrieb:

    So wie ich das verstanden habe, handelt der erste Absatz von einem Mink, der auf Raizou aufpasst und der zweite von einem anderen Mink, der auf dem Schlachtfeld steht. Der letzte Absatz dann aber wieder von dem Mink im ersten Absatz.

    Sirus.0 schrieb:

    Ich finde es durchaus als offensichtlich, dass der beschriebene Mink im gesamten Text derselbe ist. Zum einen weil der Wechsel des Protagonisten keinen Mehrwert für den Text hat, angesichts dessen wie er geschrieben ist. Und zum anderen weil der Mitteltext für mich eine Erinnerungsrückblende sein soll. Damit wird seine Ungeduld des Wartens auf die Wachablöse geschichtlich erklärt. Auch die spezielle Nennung der Schusswaffe ist ein deutliches Indiz, dass es sich um denselben Mink handelt.

    Ganz genau, Sirius.0! Du hast es absolut richtig auf den Punkt gebracht! In dem Text geht es nur um einen (!) Mink. Wie du selbst schon gesagt hast würde es keinen Mehrwert für die Geschichte bringen, wenn hier zwei verschiedene Minks beschrieben werden würden. Um das zu verdeutlichen hatte ich extra ein paar Hinweise im Text hinterlegt. Zum einen inhaltlich (z.B. das mit der Pistole, die in beiden Textpassagen gezogen wird), zum anderen aber auch von der Form her (die Schlacht-Szene ist hier als Rückblick zu sehen. Eingeleitet mit dem Satz: „ Bei den Gedanken an die Ereignisse der letzten Tage …“, der schon darauf hindeuten sollte, dass hier nun einer der von Oda [und mir] geliebten Flashback´s eingestreut wird. Auch die drei kleinen Pünktchen am Ende der Einleitungsszene und dem Beginn der Schlachtszene sollten stilistisch eine Brücke zwischen den beiden Teilen darstellen und zeigen, dass diese beiden Teile ein Stück weit zusammengehören. Dasselbe dann natürlich auch mit dem Ende der Schlachtszene und dem Beginn der Endszene)

    Sheppard schrieb:

    Mein erster Wunsch an dieser Stelle wären ganz eindeutig Namen, zumal beide Protagonisten eine männliche Person darstellen.

    Da habe ich mich sogar bewusst dagegen entschieden. Ich wollte gerade diese Anonymität unbedingt einbauen in den Text. Der Mink sollte komplett austauschbar sein, ein ganz normaler Mensch/Tier unter vielen in einer gesichterlosen, grausamen Schlacht, denn genau das ist Krieg normalerweise. Die einzelnen Soldaten sind "austauschbar", egal wie sie heißen, sie erleben das selbe ...ist jetzt etwas blöd formuliert, aber ich hoffe ihr versteht, wie ich das meine ...

    Sheppard schrieb:

    Was mir während des Lesens wirklich auf die Nerven gegangen ist, sind die "..." ohne Leerstellen dazwischen.

    Hugo schrieb:

    Was mir weniger gefällt sind die vielen „…“. An manchen Stellen finde ich sie durchaus passend, allerdings werden sie mir hier etwas zu häufig verwendet. Das sieht nicht so toll aus. Ich persönlich nutze sie jedenfalls anders, kann aber auch persönliche Präferenz sein.

    Ja … diese vielen „…“ im Text … ich muss schon sagen … da ist echt was dran … aber ich steh dazu … ;)
    Ich habe die „…“ tatsächlich im Verhältnis zu anderen sehr oft verwendet, aber habe hierbei auch eine Begründung. Bzw. wie Hugo schon richtiog erahnt hat ist es einfach meine spezielle Eigenart. Für mich ist es einfach ein stilistisches Mittel, welches dem Leser verdeutlichen soll, dass hier eine „kurze Pause“ angebracht ist, dass der Protagonist etwa gerade selbst in Gedanken stockt, oder etwas verarbeiten muss … man könnte das natürlich auch mit Gedankenstrichen machen, aber hey, ich finde diese Gedankenstriche doof … ist aber nur meine Meinung, andere schwören drauf :)

    Hugo schrieb:

    Ein guter Start in die Gruppe, zweifelsohne. Der Schreibstil gefällt mir gut, ich hatte den Eindruck, dass dieser Autor des Öfteren Texte mit Kampfszenen schreibt/ liest. Das war sehr bildhaft und realistisch, ohne aber in das „Slasher“-Genre abzudriften.

    Erst einmal vielen Dank für das Kompliment! Ich muss echt sagen, ich habe mir bei der Wortwahl viele Gedanken gemacht: Ist das schon zu viel Brutalität? Oder noch zu wenig? Kann ich dies so darstellen, ohne dass gleich alle sagen " Das ist zu brutal! Das ist überhaupt nicht OP-typisch!!" ... Ich finde ich habe mit den Beschreibungen, die ich am Ende gewählt habe, einen guten Mittelweg gefunden und bin da natürlich dann sehr froh, dass andere das genauso empfinden :)

    Sheppard schrieb:

    Kreativität – Im Grunde schließt mein letzter Punkt im Schreibstil hier direkt an. Die Genauigkeit der Schlachtgeschehnisse waren für mich der kreativste Part in dieser Geschichte. Ansonsten muss ich leider sagen, dass der Text jetzt keine kreativen Bäume ausreißt, da wir hier nunmal ein Schlachtgeschehen haben, wie es im Buche steht. Das widerrum dehnt sich jedoch positiv auf die Atmosphäre aus – denn es war mutig vom Autor, eine solche Schlacht zu schreiben.

    Sirus.0 schrieb:

    Was ich vielleicht höchstens noch etwas ankreiden würde, wäre der Aspekt der Kreativität. So ist eine Wachszene mit Raizou, mit Schwenk aufs Kampfgeschehen nicht unbedingt als kreativer Überraschungshit zu bezeichnen, doch ich gestehe dass ich auch nicht wüsste, was man als kreative Überraschung in dieser Aufgabe erwarten soll?

    Hugo schrieb:

    Inhaltlich ist der Text jetzt nicht wirklich was Besonderes. Es ist eines der naheliegenderen Szenarien, die man bei so einer Aufgabenstellung erwartet. Mir jedenfalls ist nichts aufgefallen, wo ich gedacht hätte „Mensch, das ist aber eine tolle Idee!“, wäre mir selbst aber wohl auch schwer gefallen bei dem Thema. Wie das zu bewerten ist müssen auch die anderen Texte zeigen.

    Ja, die mangelnde Kreativität meines Textes … wie bereits oben erwähnt war dies auch schon mein Eindruck bevor ich den Text überhaupt abgegeben habe. Dennoch habe ich mich bewusst dagegen entschieden die Storyline nochmal umzuschreiben um irgendeinen „WTF – das hät ich ja niiiieee erwartet!!!“-Moment einzubauen. Ich weiß, ist vielleicht blöd, weil es mich wahrscheinlich viele Punkte in dieser Kategorie gekostet hat, aber da bin ich halt eigen! Selbstgeschriebene Texte sind wie persönliche Kunstwerke und ein jeder Künstler muss mit seinem eigenen Werk zufrieden sein, dahinter stehen können. Und genau das war - und ist auch jetzt noch – bei mir mit meinem Text der Fall. Krieg ist nicht kreativ, Krieg ist grausam, hektisch, unübersichtlich und schrecklich! Und genau darauf wollte ich das Hauptaugenmerk legen. Manch einer könnte das ja auch als „kreativ“ bezeichnen ;-D
    Aber ich muss schon zugeben, Text 2 hat hierbei mMn einen sehr schönen Kompromiss gefunden zwischen kreativer Storyline und gelungener Atmosphäre, wenngleich aber auch hier die Atmosphäre ein wenig wegen der Kreativität zurückstecken musste … aber insgesamt sehr schön gelöst! Großes Kompliment!


    Tja, jetzt heißt es dann wohl ab in die Lucky Loser Lounge und versuchen nocheinmal einen ordentlichen Text abzuliefern um das Halbfinale doch noch zu erreichen! Angesichts der namhaften Kunkurrenz jedoch dürfte das ein extrem schweres Unterfangen werden ... aber ich geb mein Bestes! :)
    Icedragon, dir schon mal viel Spaß im Kreise der Halbfinalisten. Vllt sieht man sich da ja dann nocheinmal ;)
    Und s4pk & moondoggie, sowie Lucky & Captain-Kid: Man, war das ein spannender Kampf um Platz 2. Ihr habt mit euren Texten echt super abgeliefert und ich hatte eig schon mit einem dritten oder vierten Platz gerechnet ... macht weiter so!
  • Zum Thema
    Ich muss sagen, dass mir schon bei der Bekanntgebung des Themas etwas unwohl war. Ich dachte zuerst, da würden jetzt 4 zum Teil sehr ähnliche Texte eintrudeln und es würde praktisch einzig und allein von der Atmosphäre abhängen, wie gut ein Beitrag abschneiden würde. Das wird durch die mit 50% meiner Meinung nach überzogene Wertung dieser noch verstärkt. Insbesondere das Kreativitätskriterium ist mit 25% zu kurz gekommen, was letztlich auch der Grund dafür war, dass moondoggie und ich ein weitestgehend unspektakuläres Setting gewählt haben. Einzig mit dem Selbstmord am Ende (+ in abgespeckter Form der geschilderten Brutalität) haben wir dann versucht, einen Text zu schaffen, der sich irgendwie von der Norm hätte abheben sollen. Das Hauptaugenmerk lag hingegen logischerweise auf der Atmosphäre, wobei moondoggie sogar meinte, man hätte die Gewichtung noch weiter polarisieren sollen, d.h. Lazarettabschnitt streichen zugunsten von weiteren Schilderungen des Innenlebens unserer Figur oder anderen einschlägig pessimistischen Elementen und negativen Bildern. Bei der Entscheidung fürs Endprodukt habe ich mich dann aber, ergänze unter Umständen "leider", durchgesetzt. Ich kann absolut nicht sagen, ob es andersrum besser gewesen wäre, vor allem, weil die Rezensionen unsere Einsendung überwiegend positiv bewertet haben. Daher kann ich auch irgendwie nur bedingt nachvollziehen, wieso wir doch relativ klar als 3. rausgeflogen sind. Die Kritikpunkte, die ich erwartet hatte, insbesondere die Überladung einer 900 Wort Geschichte mit doch ziemlich vielen einzelnen Ideen oder aber der weit im Hintergrund stehenden Haupthandlung wurden zwar in manchen Kritiken aufgezeigt, aber so gut wie nie als wirklich störend gekennzeichnet...naja, was soll man machen, hatten ja auch ne starke Konkurrenz. Ich möchte aber auch sagen, dass ich die Schwerpunktsetzung seitens der Turnierleitung und auch das Thema an sich als überdurchschnittlich schwer empfunden habe.


    Antworten & Reaktionen

    Zunächst mal freut es mich, dass unser Schreibstil überall gut ankam. Wir haben den Fokus hier stark auf Emotionen ausgelegt, und das wusste anscheinend zu gefallen.

    Sirus.0 schrieb:

    Aber mal abgesehen von diesem [Das Nichtausschreiben der Ziffern] – für mich – unverzeihlichen Fauxpas, viel mir keine gravierenden Probleme auf

    Ist angekommen, und wenn ichs mal überdenke, dann weiß ich eigentlich auch, dass man zumindest bis zwölf ausschreibt. Fand den Fehler da dann aber trotzdem relativ ironisch, soll gar nicht bösartig klingen, sowas passiert wenn man halt casual schreibt ;)
    Dass man uns die mangelnde Kreativität hier und da ankreidet, versteh ich wie gesagt voll und ganz, wir haben uns aber zumindest auf den Selbstmord als kleinen Pluspunkt verlegt, nicht zuletzt, weil Authentizität kein Kriterium war. Habt ihr ja auch so angemerkt.
    Zufriedenstellend sind auch fast alle Gesamturteile über unseren Text, da wir dann aber trotzdem rausgeflogen sind, hätte ich wirklich gerne auch jetzt noch eine Review, die uns mal ganz hart die Schwächen aufzeigt und vor allem, wieso wir im Vergleich mit den Höherplatzierten nicht mithalten konnten.
    An dieser Stelle noch ein Dankeschön an alle, die sich die Mühe gemacht haben, unsere Abgabe zu kommentieren.


    Fazit
    Mein ausdrückliches Lob gilt der Turnierleitung, die ohne weitere Zwischenfälle einen reibungslosen Ablauf garantiert hat und mit ihren Teamrezensionen stets ausführliche und gute Hinweise für die Autoren gab.Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass man uns mit diesem Thema so ein Bein gestellt hat.
    Ich freue mich auf die kommenden Endrunden und möchte mich bei meinem Partner moondoggie für diese Allianz bedanken, hat Spaß gemacht.
  • [FFT] Runde 2 - Gruppe 4: 'Die Schlacht der fünf Tage' [Rezension]

    qoii hat es richtigerweise angesprochen. Gleiches gilt hier für mich. Da ich in Gruppe 3 antrat, habe ich hier nicht kommentieren können. Im Allgemeinen: Es ist wohl zu gutes Wetter, sodass das Interesse sich nicht mehr so stark in der Stimmabgabe spiegelt. Habe ich gestern beim spazieren über den Campus gemerkt. Was ein schönes Wetter um 18 Uhr mit Kaffee in der Hand. Herrlich! Ich frage mich, wie die Autoren dieses Thema fanden. Es war schon ausgesprochen anspruchsvoll. Zwar waren alle Themen in der zweiten Runde auf ihre Art und Weise undankbar, jedoch gab es glücklicherweise keines, um das man die anderen Teilnehmer hätte beneiden müssen. ^^

    Gefangener wider Willen

    Harter Tobak, der wie Hugos Text in Gruppe 2 mehr Brutalität wagt. Diese routiniert abgewichste Vorgehensweise mit Schuß- und Stichwaffen hatte schon einen guten Eindruck hinterlassen. Das ist eine Schlacht und es ist bislang klar, weshalb im Original noch kein mehrtägiger Kampf gezeigt wurde. Was zwischen Jack und den Minks, WBB & BBB oder Sakazuki & Kuzan passierte, weiß niemand und ich gehe von aus, dass das einfach brutal war. Ob sowas noch gezeigt wird? Selbst das Duell zwischen Ace und BB wurde in letzter Konsequenz nicht zu Ende gebracht. In der Vorlage gibt es daher viele Lücken, die härtere Bandagen vermuten lassen - und insofern finde ich es ganz entgegenkommend, wenn so ein Beitrag hier versucht, uns Leser aus dieser Komformzone zu holen und in ein dreckiges Setting mit Mord und Todschlag zu stecken. Inwieweit das realistisch ist, können wir wohl erst sagen, sobald im Original einmal klare Kante gezeigt wird. Cool war, dass der Titel auf Raizou und seinen Bewacher zutrifft. Einer möchte diese Schlacht durch seine eigene Auslieferung beenden, der andere will es beenden, indem er kämpft und es auf undiplomatische Weise zu einem Abschluss bringt. Nettes Detail, das bei einem Kontrast noch stärker wirkt. Einer darf nicht gehen, weil er nicht kann, der andere kann nicht gehen, weil er nicht darf.

    Der letzte Weg

    Schön, dass der aufmerksame Manga-Leser angesprochen wird, der sich Wandas Dynamit-Szene noch vor Augen führen kann. Insoweit ist es konsequent und charakterlich zutreffend, dass sie einen Plan ausführt, der in ihrem Ableben enden müsste. Gut fand ich die Beschreibung der Zisterne, dem Plan, alles war ausgesprochen detailliert und liebevoll beschrieben. Zugleich war Wanda als handelnder Charakter meines Erachtens zu klar in ihrer Aktion. Du hast beschrieben, dass sie Jack wohl noch mehr hasste als ihre Kameraden. Weshalb dies? Woher nimmt Wanda diesen 'größeren' Hass, der sie im Prinzip nicht weiter zögern lässt? Ich vermute, dass noch ein, zwei Sätze mehr durchaus zuträglich gewesen wären. Ein bisschen erinnert es mich nämlich an Mones Aktion auf Punk Hazard, wo sie auch ohne Zögern alles in die Luft gesprengt hätte - eine Aktion, die wir bis heute nicht nachvollziehen können, da nicht erklärt wurde, woher ihre - sehr, sehr starke - Loyalität herrührt. (So war sie kein zentraler Bestandteil des hauptsächlichen Doflamingo-Flashbacks.) Das ist eine Kleinigkeit, da es, denke ich, schon einen Unterschied macht, inwieweit die Selbstverständlichkeit für diesen letzten Schritt besteht. Wort und Tat sind da schon zwei Paar Schuhe.
    Zwanzig Worte waren noch übrig, so empfand ich es zwar nicht als schade, dass Wanda überlegte - es ist immernoch One Piece - doch der Grad zwischen Vorstellung und Realität war eben nur ein paar Worte breit. In einem Satz wird sie mitgerissen, im nächsten ist sie schon wieder bei Bewusstsein. Es wäre zwar ein Risiko, dies mit einem offenem Ende zu versehen, doch dem schlauen Leser wird klar sein, dass es am Ende glimpflich ausgegangen sein muss. Nur eben dieser Zeitraum wäre undefinierbar, was durchaus ein spannendes Ende mit sich gebracht hätte. So ist es für den wissenden Leser etwas ärgerlich, dass der Misserfolg des Plans so offenkundig mit dem Ende pointiert wird. Nicht böse gemeint, so schaut es nach einem Märtyrer-Tod aus, der niemanden tötet und nichts verändert. Als wäre Jesus gestorben und keiner hats gemerkt. Dann brauch er auch nicht wiederkommen. Um es mal zu überspitzen. Doch insgesamt war der Text ganz klar im OP-verse zu verorten und das machte ihn ausgesprochen authentisch. Sehr schön!

    Halb Mink, halb Tier

    Das ist immer ärgerlich, wenn man eine gute Überschrift hat und das Spoiler-Format sie einem zerschießt.
    Gleich der erste Satz bot schon ein skurriles Bild. Auf einem Elefanten, wo hauptsächlich Tiermenschen leben, kreisen Aasgeier herum. Es ist zwar ein Schlachtfeld, jedoch immernoch ein Areal, das sich nicht so recht mit einer Wüste oder anderem Terrain verbinden ließe. Quasi mit Schütengräben und Stacheldraht. Es kämpfen immer noch alle auf einem Elefanten, was schon seltsam genug ist. Nun gut, es gibt ganz sicher einfacheres, als mit diesem Setting - egal wie man es aufzieht - keine absurden Bilder zu erzeugen. Man stelle sich vor, dass Flöhe auf einem ausgewachsenen Bernhardiner kämpfen. ^^
    Das Szenario als solches hat mir gut gefallen. Schuldgefühle und Fehler, die menschlich machen, treiben den Charakter an, soweit, bis es wehtut. So erklär ich mir die Überschrift, die den Mink, die Rasse und das Anthropomorphische, das Menschliche (im bewussten Reflektieren falscher Entscheidungen) und das Tier, in einem, welches ungezügelte Wut und im Falle der Minks den gebrochenen Kampfgeist zeigen. Daher jeweils die Hälfte, da die andere verloren ging bzw. verleugnet wird. Ein paar Formulierungen waren etwas over the top, doch dazu wurde schon einiges gesagt und ich denke, dass es Geschmackssache ist. Im Prinzip ist es eine Frage, ab wann etwas im Krieg dramatisch und endgültig oder spielerische Theater-Dramatik darstellt, die da ist, um ein bestimmtes Konzept zu etablieren. Sieh her, ich sterbe. Wirkt entweder wie ein gescriptetes Shakespeare-Stück oder wie ein letztes Aufmerksammachen, um einen Verlust im Tumult des Krieges auch wahrzunehmen.

    Die Fährte des Krieges

    Eine sehr schöne Idee, die einen Spagat zwischen Familie und Kampf zu machen versucht. Kein Familienmitglied ist untauglich für den Kampf, jeder ist dazu imstande. Jeder kann sich wehren. Dieser Vorteil wird hier mit einem Mal ins erschreckende Gegenteil umgekehrt, womit sich zeigt, dass eine Schlacht alles auf den Prüfstand stellen kann. Die Ungewissheit, was nun tatsächlich mit Alred und Nona passiert ist, ließ mich als Leser durchaus mit Sunny mitfühlen. Alles ist möglich, alles kann unlängst passiert sein. So ein Szenario ist realistisch, da es dem Manga nicht widerspricht und sich eines klugen Schachzuges bedient. In einer Rückblende, in der Bevölkerung werden im Original die Zivilisten mit dem Leid vertraut gemacht. Dressrosa ist ein passendes Beispiel: König Riku tötet seine eigenen Landsleute, Gebäude brennen und Menschen sind verzweifelt, da sie hoffnungslos unterlegen sind und der Situation vollkommen ausgeliefert sind. In der Gegenwart wiederum gibt es den Birdcage und in diesem Szenario wird vermittelt, dass kein einziger Mensch dadurch zu Tode kam. Einfach deswegen, weil der Protagonist vor Ort ist - und unter seiner Hand niemand stirbt. Nun haben wir weder einen Protagonisten, noch eine Person, die diese Schlacht aktiv verhindern kann - das Ende wird erst später eingeleitet, sodass jetzt die Zeit ist, um glaubwürdig die Hölle ausbrechen zu lassen. Das war schlau durchdacht und die Brutalität ist dadurch nicht einmal unglaubwürdig. Eine Wanda genoss in Beitrag 2 den Plot-Schutz, etwas, das es hier nicht gibt. Daher kann die ganze Familie tot sein, muss sie nicht - doch diese ungewisse Atmosphäre ist es, die einen starken Beitrag am Schluss stellt. Leider wurde die Textdarstellung durch die Form sehr in Mitleidenschaft gezogen. Die Idee als solche fand ich gut - und vom gewählten Wort war das durchaus gut!
    _________________

    Ich kann sagen, dass ich hier wirklich vieles sehr schön fand. Gute Gruppe! Ich hätte dieses Thema echt nicht gerne bearbeitet. Doch das galt allerdings auch für Gruppe 1, 2 und 3. ^^
  • Kritik Gruppe 4

    So Leute,

    mit ein wenig Verspätung erfolgt hier nun auch noch die Kritik für die vorletzte Gruppe dieser Runde! :)

    Gefangener wider Willen

    Der erste Text und schon einmal ein Einstieg, der sich sehen lassen kann für diese Runde. Das Thema bot ja vielerlei Möglichkeiten, wie man sich ihm nähern konnte. Hier wurde der Zugang durch einen unbekannten Mink gewählt, was mir persönlich sehr gut gefallen hat, da ich persönlich die Minks als homogene Volksgruppe sehr lieb gewonnen habe und daher gar keine weitere Charakterisierung des Protagonisten gebraucht habe. Mir hat ausgereicht, dass es sich um einen Mink handelt und durch die verschiedenen inneren Einschübe und die subjektive Sichtweise konnte ich genügend Bindung zu dem Charakter aufbauen, um mich in die Geschichte ziehen zu lassen.

    Das eigentliche Schlachtgeschehen wird dabei recht plastisch, aber mit einem Hang zum gemäßigten-blumigen Stil beschrieben und dabei auch relativ schonungslos vorgetragen. Vermutlich einen Weg, den ich als Autor auch gewählt hätte und der mich zumindest durchaus angesprochen hat. An mancher Stelle wäre vielleicht das Verharren im Detail noch wünschenswert gewesen. Gutes Beispiel ist für mich der Tod seines Kameraden. Entweder noch mehr emotionales Chaos oder wirklich drastische Schilderung der Verletzung/des Todes, um einen Klimax in der Geschichte zu bekommen.

    Das war in meinen Augen auch die größte "Schwäche" eines ansonsten guten Textes: Der fehlende Höhepunkt. Wir wissen zwar alle, wie die Schlacht ausgegangen ist, aber mir hat ein wenig der narrative Höhepunkt gefehlt. Pluspunkte gab es für mich dafür, dass man Raizou eingebunden hat und damit der Geschichte auch einen guten Rahmen geben konnte.

    Der letzte Weg

    Der zweite Text dieser Runde wählt Wanda und damit wohl den Mink - neben Nekomamushi und Inuarashi -, den wir am besten kennen und zu dem wir die größte Bindung aufgebaut haben. Eine Sicherheitsvariante, die aber in meinen Augen dennoch seinen Zweck nicht verfehlt, denn die beschriebenen/aufgebauten Szenen können natürlich stärker emotionalisieren, als es der unbekannte Mink aus Text 1 hätte tun können.

    Ansonsten zeigt sich der Text durch sehr schöne Beschreibungen und generell einen guten Stil, der mir vor allem im ersten Drittel des Textes aufgefallen ist. Weniger gefallen hat mir die Erläuterung des Plans durch den Erzähler. Diese Passage hat mich ein wenig aus dem Lesefluss gerissen und die explizite Erklärung, dass die Mauer mit einem Schwachpunkt versehen wurde, um für solche Vorfälle gewappnet zu sein, wirkte ein wenig wie ein Fremdkörper in diesem Teil, da er die Dramatik ungünstig entschärfte. Zumindest hätte ich persönlich diese Erklärung nicht gebraucht, denn jede Mauer/jedes Bauwerk hat eine Schwachstelle (man denke an Helms Klamm) und außerdem war diese Information für mich überflüssig.
    Ist zwar nur ein Detail am Rande, aber ich wollte es erwähnt haben, für zukünftige Texte. Da gingen vielleicht ein paar wichtige Wörter/Zeilen für eine Erklärung drauf, die dir vermutlich eh niemand "angekreidet" hätte.

    Des Weiteren fand ich aber sehr positiv, dass hier wirklich Originalität bewiesen wurde, um den Schlachtverlauf noch abwechslungsreicher zu gestalten und vielleicht eine Erklärung dafür zu finden, warum Jack sich schlussendlich doch für die Giftwaffe entschieden hat, da die Minks sich durch diese Aktion einen Vorteil verschafft hatten.

    Also toller Text, der in Punkto Schreibstil sowieso zu Recht abgesahnt hat.

    Halb Mink, halb Tier

    Mit Text 3 wird deutlich, dass diese Gruppe wirklich ein hohes Niveau hatte und ich muss sagen, dass mir an dem Text doch der Schreibstil am meisten überzeugen konnte. Hier und da gab es zwar ein paar ungünstige, etwas zu voll gestellte Satzkonstruktionen, aber gerade in der Verbindung mit Atmosphäre liefert der Text in meinen Augen am meisten.
    Die Schlacht, die Schuldgefühle und auch die relativ ruhige Schlussszene harmonieren für mich sehr stark und punkten auf jeden Fall in der Kategorie, die hier auch am höchsten angesetzt worden war.

    Schade ist wohl nur, dass die Kreativität noch zu kurz gekommen ist. Etwas, was zwar nicht so einfach zu bewerkstelligen war, aber Text 2 hat dann doch unter Beweis gestellt, dass man durchaus auch hier kreativ werden konnte. Lag vielleicht auch an der wenig schockierenden Wendung, dass der Kommandant seinen Arm verloren hatte, etwas was wir bei Nekomamushi aus dem Manga ja schon kannten.

    Ein absolut guter Text, dem wohl ein nur das Zünglein Kreativität und besonderer Flair gefehlt hat, um in die nächste Runde zu ziehen. Dennoch gute Arbeit!

    Die Fährte des Krieges

    Der letzte Text bildet einen runden Abschluss zu einer ingesamt sehr starken Runde, die mir persönlich die Abstimmung wohl auch sehr, sehr schwer gemacht hätte. Der Text besticht nicht nur durch einen guten bis sehr guten Schreibstil, der sich für mich zumindest flüssig und harmonisch lesen ließ, sondern vor allem durch einen interessanten Ansatz, um sich zu verkaufen.

    Die Idee hierbei, die Geschichte aus zwei Blickwinkeln erzählen zu lassen, hat mir sehr gut gefallen, auch wenn darin vielleicht auch ein wenig der Grund lag, warum der Text nicht so gut angekommen ist. Natürlich lässt sich das im Nachhinein leichter sagen, aber vielleicht hätte sich der Text noch stärker durchsetzen können, wenn man auf den ersten, kämpferischen Teil verzichtet und sich nur auf Sunny konzentriert hätte, die durch das Schlachtgetümmel irrt, um ihren Ehemann und ihre Tochter zu finden. Damit hätte sich der Text noch stärker von den anderen abheben können und man hätte noch stärker auf die emotionale Schiene setzen können.

    Das wäre andererseits natürlich auch sehr mutig gewesen und deswegen verstehe ich die Wahl des Autorenteams und finde, dass sie einen sehr guten Job gemacht haben. Auch das abrupte Ende hat sich in meinen Augen durchaus bezahlt gemacht, da man sich als Leser wünscht, mehr zu erfahren. Auch, wenn es der letzte Platz geworden ist, braucht man sich nicht zu verstecken, da die Konkurrenz sehr stark und das Thema bestimmt nicht einfach war.


    Insgesamt wirklich eine ganz tolle Runde, die mir sehr viel Lesespaß bereitet hat!

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  • Wuhu, geschafft^^ Damit hab ich mein Ziel Halbfinale erreicht, die Pflicht ist also getan :D Folgt nur noch die Kür, mal schauen, wie lange die geht.

    Im Gegensatz zur ersten Runde, wo ich nicht wirklich mit dem Thema warm werden wollte, habe ich es diesmal besser getroffen. Mir gefiel das Thema so gut, dass ich recht schnell drei Ideen entwickelt habe, die ich zu einem Text zusammensetzen wollte. Im Kern waren es drei Blickwinkel auf den letzten Abschnitt des Krieges, bevor Jack das Schlächtergas einsetzt. Die zentrale Idee meinerseits war es, die Zisterne im Zentrum der Stadt zu nutzen, um die Piraten, wie in meinem Text gezeigt, von Zunishas Rücken zu spülen. Neben Wanda sollte ein Blickwinkel aus der Sicht von Inuarashi erzählen, der die entscheidenden Momente aus der Entfernung verfolgt, der andere aus der Sicht eines Minks, der Mitglied der Wächter ist und direkt an de Zusammentreiben der Piraten beteiligt ist. In meiner Vorstellung sollte durch diese Darstellung eine sehr direkte Atmosphäre entstehen, dem war aber leider nicht so. Gerade der Teil des kämpfenden Minks war absolut nicht so, wie ich es gern gehabt hättet.

    Deshalb hab ich mich dann am Montag entschieden, den bis dato recht kleinen Teil aus der Sicht Wandas zum Zentrum meiner Geschichte zu machen. Das war übrigens der Teil ab der Stelle, in dem sie den Meißel zum ersten Mal in der Mauer versenkt. Damit lief's dann auch recht flott, auch wenn ich bei meinem geplanten Ende, an dem Wanda ihr Bewusstsein verliert noch weit von der Wortgrenze entfernt war. So entstand dann zum Schluss noch der Dialog mit Carrot, der der Geschichte nochmal einen runden Abschluss geben sollte. Auch wenn mir das Ende persönlich ein wenig Pfiff hatte (eigentlich wollte ich Wanda stärker realisieren lassen, dass ihr Einsatz umsonst war), bin ich mit meinem Text recht zufrieden.

    Kommen wir zu den Kommentaren:

    Vexor schrieb:

    Weniger gefallen hat mir die Erläuterung des Plans durch den Erzähler. Diese Passage hat mich ein wenig aus dem Lesefluss gerissen und die explizite Erklärung, dass die Mauer mit einem Schwachpunkt versehen wurde, um für solche Vorfälle gewappnet zu sein, wirkte ein wenig wie ein Fremdkörper in diesem Teil, da er die Dramatik ungünstig entschärfte. Zumindest hätte ich persönlich diese Erklärung nicht gebraucht, denn jede Mauer/jedes Bauwerk hat eine Schwachstelle (man denke an Helms Klamm) und außerdem war diese Information für mich überflüssig.
    Das Ding ist, ich kann ohne solche Erklärungen nicht. Mal abgesehen davon, dass ich am Ende noch rund 30 Wörter übrig hatte (und somit eigentlich keine Wörter unnötig verschenkt habe), geh ich grundsätzlich davon aus, dass ein derartiges Bauwerk, dass ja den Eruption Rain aushalten muss, doch ziemlich stabil ist. Das ist jetzt vielleicht auch ein bisschen persönliche Vorliebe. Aber ich versuche, falls ich wieder einen Erklärung brauche, diese besser in den Text einzuarbeiten, sodass es nicht allzu sehr der Dramatik abbruch tut ;)

    blink schrieb:

    Du hast beschrieben, dass sie Jack wohl noch mehr hasste als ihre Kameraden. Weshalb dies? Woher nimmt Wanda diesen 'größeren' Hass, der sie im Prinzip nicht weiter zögern lässt? Ich vermute, dass noch ein, zwei Sätze mehr durchaus zuträglich gewesen wären.
    Ah, das liegt an einem fehlenden Absatz, den ich zwecks Überlänge komplett entfernt habe. In diesem beschrieb ich noch die Zerstörung der Stadt mehr, was für Wanda mit ein Grund ist (zumal der Tod eines Minks zwecks Authentiztät ausgeschlossen ist - an keiner Stelle des Flashbacks wird dies angedeutet, ganz im Gegenteil, da scheinen ernsthafte Verletzungen eher Mangelware zu sein). Ob das dir reichen würde, keine Ahnung. Wanda scheint mir persönlich ein Mink zu sein, dem solche Ereignisse näher gehen als beispielsweise Carrot, dementsprechend auch emotionaler handelt (siehe die Dynamit-Szene, die du ja auch angeführt hast).

    blink schrieb:

    Es wäre zwar ein Risiko, dies mit einem offenem Ende zu versehen, doch dem schlauen Leser wird klar sein, dass es am Ende glimpflich ausgegangen sein muss. Nur eben dieser Zeitraum wäre undefinierbar, was durchaus ein spannendes Ende mit sich gebracht hätte.
    Nun Spannung bei einem Thema aufzubauen, dessen Ende uns allen bekannt ist, ist schwierig. Klar wäre der wissende Leser sich des Ergebnisses sicher, aber - so ist zumindest mein Eindruck - wird durch die letzte Szene nochmal klar, dass all die Anstrengungen, die die Minks erbracht haben, umsonst waren, ihr Schicksal unausweichlich ist. Das war für die Atmosphäre weitaus mehr zuträglich als ein spannendes Ende, das eigentlich keins ist.

    qoii schrieb:

    mit ist nicht ganz klar, warum die Flut aus der Zisterne so erfolgversprechend sein soll. Zunisha sorgt selbst zwei mal am Tag für eine riesige Flutwelle und die hat Jack bis jetzt auch immer überstanden
    Das Rätsel wäre in dem gelöschten Absatz gelöst worden: der Eruption Rain ist sehr vorhersehbar, dementsprechend kann sich auch ein Jack in Sicherheit bringen. Die Zisterne speichert in meiner Vorstellung dagegen weitaus mehr Wasser, die da nun in einem Rutsch freigesetzt werden. Keine Möglichkeit, sich in Sicherheit zu bringen, wenn man nicht vorher weiß, was auf einen zukommt. Das geht tatsächlich in meinem Text unter. Zwecks Wandas Tod, siehe oben. Einen Mink sterben zu lassen war für mich keine Option, da sich meine Geschichte in das OP-Universum einfügen sollte - wo kein Charakter ohne trifftigen Grund stirbt.

    Hugo schrieb:

    Weniger gut gelungen finde ich allerdings die Atmosphäre. Hier fehlt mir doch etwas die Verzweiflung, die Strapazen des Krieges, die sich im Gemüt der Charaktere widerspiegeln.
    Ich geh mit dir d'accord, was das Fehlen der Verzweiflung angeht. Allerdings bin ich der Meinung, dass auch eine solche Geschichte zum Krieg dazu gehört, verdeckte Aktionen zu Sabotage sind in Schlachten Gang und Gebe. Zumal eine reine Schlachtszene nur die Nummer 4 in dieser Gruppe gewesen wäre, womit die Gruppe doch sehr langweilig und eintönig geworden ist. In sofern ist dieser andere Aspekt eines Krieges wessentlich kreativ und, wie du auch anmerkst, durchaus atmosphärisch gelungen.

    Sheppard schrieb:

    Besonders am Anfang musste ich aufgrund der häufigen Kommatar-Setzung mehrere Sätze öfter lesen, um auch sicher zu sein, sie verstanden zu haben, weil das manchmal, gerade in Szenen, in denen der Plan, den Wanda von Neko bekam, erläutert wird, gar nicht so einfach war.
    Schön wie du das Problem in einem Satz persiflierst :D. Das ist durchaus ein kleines Problem im Text, aber glaub mir, das war noch schlimmer zu Beginn. Ich persönlich mag Schachtelsätze, um eine Stimmung aufrecht erhalten zu können, die ansonsten durch einen Punkt zerstört wird. Aber ich versuch, das Problem in der nächsten Runde zu beseitigen.

    Sirus, Lyca und Lemon, euch ebenfalls ein Dankeschön für eure Kritiken - mir fällt es gerade nur etwas schwer, auf sie was sinnvolles zu antworten :D

    So, das soll's jetzt aber gewessen sein. Wir sehen uns im Halbfinale, bis dahin viel Spaß.
    Mörderspiel

    Denn du weißt nicht, welche Figur du bist...

    Still in progress...