Anonyme Autoren Selbsthilfegruppe

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    • Anonyme Autoren Selbsthilfegruppe

      Erfahrungsberichte der FanFiction-Autoren des Pirateboards


      Hier möchte ich euch anregen, eure Eigenheiten beim Schreiben mit den anderen zu teilen, Fragen und Probleme anzusprechen und Lösungsmöglichkeiten zu geben.

      -Bo- schrieb:

      Vielleicht kann der Thread dann wirklich in Zukunft als kleine Ideenschmiede, als Austauschort oder auch "Selbsthilfegruppe" genutzt werden. Über manche Schreibblockade können einen die Eingebungen und Hinweise anderer Autoren bestimmt besser hinweghelfen. Oder wenn man beim Schreiben einer Szene nicht weiterkommt, einen Schubs in die richtige Richtung braucht oder sich unsicher ist, ob eine Idee wirklich schon reif für das virtuelle Papier ist. Eine angenehme Konversation oder Diskussion über das Schreiben selbst, nicht nur im Bezug auf die eigenen Fanfictions, könnte ich mir auch vorstellen.



      Wie ich mir das im Eigentlichen vorstelle, seht ihr durch mein Beispiel/die Aufstellung meiner Eigenheiten :)






      Wie fange ich meine Geschichten an?
      Zuerst suche ich mir einen Oberbegriff aus, über den ich schreiben möchte. Beispielsweise Grusel. Dann überlege ich, welche Figuren dazu passen würden und spinne mir grob meine Story zurecht. Notiere mir kurze Stichwörter und schaue, ob das so interessant werden könnte. Wenn dem so ist, baue ich die Stichworte aus und schreibe in wenigen Worten die ganze Geschichte, meist stichwortartig, auf eine Din A 5 Seite. Und dann geht’s ans schreiben.
      Ist es eine längere FF mit mehreren Kapiteln, so wie meine neuste, unterteile ich die Stichworte auf ein neues Blatt in Abschnitte, wie es für die einzelnen Kapitel passen könnte. Auf die Weise kann ich die Stichworte so einteilen, dass am Ende eines Kapitels ein eventueller Cliffhanger steht und ich genug Platz im Kapitel habe, um die Story schön auszuschmücken. Zumindest bei Kapitel 1 von „Grauen bei Nacht“ hat das auch wunderbar geklappt.


      Schwierigkeiten
      Grammatik – welches sich aber ein klein wenig gebessert hat, da ich nun wieder eine vernünftige Rechtschreib- und Grammatikprüfung habe (Word sei Dank; Open Office war leider nix in der Hinsicht). Dennoch werde ich mir noch mal die Regeln zur Kommasetzung zu Gemüte führen müssen. Was dies betrifft – Grammatik – bin ich denn FFlern bereits sehr dankbar, da man mich wunderbar auf meine Fehler hinweist und ich so an ihnen arbeiten kann. Hat sich die Veröffentlichung meiner Geschichten also schon gelohnt.

      Weiter habe ich Schwierigkeiten mit den diversen Genre die existieren und was nun was ist. Nach Recherche im Internet kam zumindest bei mir raus, dass er gar keine einheitliche Liste zu den literarischen Genres gibt und sie mitunter unterschiedlich interpretiert und beschrieben werden.
      Falls da jemand eine ‚feste‘ Definitionsliste zu den Genres hat (Horror, Krimi, Fantasy, etc.) wäre das eine gute Hilfe – oder man bespricht und bildet hier eine Definierung (was an sich keine schlechte Idee wäre. Würde vielleicht auch anderen Neulingen helfen, sich leichter für eine Sparte zu entscheiden zu der er etwas schreiben möchte), quasi als Überblick vor Ort. Gleichzeitig kann man Missverständnisse ausräumen, oder tatsächlich falsche Vorstellungen eines Genres ausmerzen.


      Ideenfindung
      Ich tue mich mit Ideenfindung immer etwas schwer, daher habe ich mir überlegt, wie ich es mir denn einfacher machen könnte und bin auf die Idee gekommen, es doch einfach mal mit ‚auswürfeln‘ zu versuchen. Ich besorgte mir also diverse Würfel (D4, D6, D8, D10, D12, D20; gibt die Anzahl der Würfelseiten an) und schrieb Listen dazu. Genre, Charaktere (Marine, Piraten, etc), und weitere Infos aus denen man dann eine Geschichte zusammen würfeln kann – im wahrsten Sinne des Wortes. Man hat also bestimmte Vorgaben aus denen man sich dann eine Geschichte ersinnen kann. Ähnlich wie beim FF, wo man ja auch eine Vorgabe hat, die erfüllt werden muss. Meine Testwürfe waren schon nicht schlecht und nach meiner kleinen längeren FF werde ich die gewürfelten Vorgaben mal versuchen umzusetzen. Meine ersten Würfe waren jedenfalls vielversprechend und könnten sich ganz gut umsetzen lassen.
      Ansonsten gibt es auch noch die Spontaneinfälle, aber die gibt es ja leider nicht immer – vor allem meist dann nicht, wenn man sie mal braucht.


      Schreiben
      Am Schreiben bin ich wenn ich Lust dazu habe. Ich kann mich irgendwie nicht hinsetzen und sagen »jetzt schreibe ich«. Mich muss immer erst die Muse küssen – leider. Da würde mich sehr interessieren wie es bei den anderen generell so aussieht.
      Bei den Kurzgeschichten war es bisher immer so, dass ich sie in einem Rutsch geschrieben habe. Also zwischendrin nicht groß was anderes angefangen habe (putzen, essen und ähnliches).




      Genre nach cinnamon

      Slice of Life
      Beschreiben einer alltäglichen Situation. Ausschnitt aus dem Leben des Protagonisten. Eher langweilig, keine große Action. Ruhig. Friedlich.

      Horror
      Grusel, sterben, Blut, seelische Ängste, Verzweiflung, Panik. Der Protagonist ist in einer gefährlichen Situation, die schnell das Leben kosten kann, wenn man nicht höllisch aufpasst.
      (Ist bei mir wohl mit Thriller vermischt, ich weiß es nicht. Wie gesagt hab ich ein Problem damit, die Genre richtig beschreiben und trennen zu können.)

      Abenteuer
      Spannung, Suche, Lachen, Kämpfen – das typische One Piece’sche Abenteuer. Keine Todesfälle unter den Protagonisten – zumindest bei mir.




      Das soll es für den Anfang gewesen sein. Ich hoffe ihr versteht, wie ich diesen Thread meine und antwortet darauf mit euren eigenen Erfahrungen und Einschätzungen.

      lieben Gruß

      cinnamon

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Shirahoshi ()

    • Sehr interessantes Thema, dem ich doch gerne meinen Beitrag Nummer 2600 im Forum widmen möchte. Ich bediene mich dabei einfach mal deinem Schema, das sich da einfach anbietet.

      Ideenfindung/Wie fange ich meine Geschichten an?
      Es beginnt alles in meinem Kopf. Oft sind es persönliche Themen, die in meinem Privatleben gerade aktuell sind und die ich dann für meine Geschichten - in groben Zügen - adaptiere. So hat bspw. auch mein eigenes Fantasy-Universum seinen Ursprung gefunden. Bein Fanfictions zu bestehenden Werken - wie etwa One Piece - sind es oft aber auch einfach Fragen, die mich schon länger quälen und denen ich damit versuche auf den Grund zu gehen. War es bei meiner alten FF noch die Frage nach der Entstehung der Revolutionsarmee, so ist es in meiner neuen und viel kleineren FF nun die Frage, ob die Revolutionären wirklich so gut sind, wie sie gerne gesehen werden oder ob da noch viel mehr hinter stecken (könnte). Im Grunde sind es Alternativszenarien, die ich mir persönlich gut ins One Piece Universum integriert vorstellen könnte, die so aber wohl niemals Einzug im Manga erhalten werden. Deswegen gehe ich diesen Dingen selbst auf den Grund.
      Es beginnt somit in der Regel mit der Grundidee. Dem Hauptaugenmerk der Geschichte. Und dann geht es an die Planung. Welche Charaktere sollen vorkommen? Welche Eigenheiten sollen sie haben? Wie sehen sie aus? Was für Ansichten haben sie? Welche Motivationen haben sie? Und welche Orte sollen vorkommen? Solche Dinge eben. Steckbriefe werden angefertigt. Dann kommt Schritt 3 der Planung. Die Festlegung des Handlungsverlaufs. Bei kleineren Projekten ist es kein Problem dies schneller fest zu halten, so stand der Plan meiner neuen FF binnen eines Tages fest, bei großangelegten Projekten wie meiner Fantasy-Geschichte sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Da habe ich bspw. mit dem Schreiben des ersten Kapitels begonnen, nachdem der erste Teil der Geschichte soweit durchgeplant war, musste dann jedoch feststellen, dass einige Ereignisse aus späteren Kapiteln ebenfalls bereits in Kapitel 1 angeteasert werden müssen. Dadurch war ich gezwungen den Schreibprozess des ersten Kapitels vorübergehend zu unterbrechen und mich stattdessen der vollständigen Durchplanung meiner Geschichte zu widmen - Und diese Planung beschäftigt mich jetzt schon fast ein ganzes Jahr lang.
      Zwischen einer kleineren FF und einer großangelegten Geschichte - noch dazu ohne bestehendes Universum - liegen einfach Welten der Planungsschritte. Deswegen verläuft dieser Prozess von mir auch bei den einen Geschichten schneller, bei den anderen langsamer.

      Schwierigkeiten
      Meine Schwierigkeiten liegen maßgeblich in ausufernden Beschreibungen und dem Integrieren von Metaphern. Deswegen habe ich mich unlängst auf einen Stil fokussiert, zu dem mich der Autor Andrzej Sapkowski inspiriert hat. Viele kurze, abgehakte Sätze. Umfassende Beschreibungen der Szenarien, ohne jedoch zu stark abzudriften und eine intensive Auseinandersetzung mit den Gedanken und Emotionen der einzelnen Charakteren in jeweiligen Situationen. Denn ab einem bestimmten Punkt ist mir einfach klar geworden, dass ich niemand bin, der großen Wert auf besonders ausschmückende Beschreibungen legt. Weder beim Schreiben, noch beim Lesen. Ich bin jemand, der das Schlichte bevorzugt. Und das auch nicht nur beim Schreiben, sondern auch bei vielen anderen Dingen im Leben. Man muss sich anpassen.

      Schreiben
      Nun, wann ich schreibe ist eigentlich immer ziemlich relativ, will ich's mal nennen. Ich schreibe, wenn ich einen besonderen Gedanken habe, den ich sofort zu Papier bringen möchte. Ich schreibe, wenn es meine Zeit zulässt. Ich schreibe, wenn ich Bock drauf habe. Man könnte eigentlich sagen: Ich schreibe, wenn ich halt schreibe ^^

      Themen(vorlieben)
      Ich bin mal so frei und ändere den letzten Punkt etwas ab, damit er besser auf das zugeschnitten ist, was ich noch ansprechen wollte: Ich denke wir alle haben bestimmte Themen und Genres, für die wir uns besonders begeistern können und andere, die uns eher kalt lassen. Mich treffen Romanzen bspw. überhaupt nicht, ebenso wenig Horror und Gruselgeschichten, da vor allem Letztere oft einfach viel zu schnell trashig werden. Was ich besonders mag sind Geschichten, die den Leser mit Fragen aus dem echten Leben konfrontieren, die Geschichte jedoch in einer alternativen Welt spielt. Gesellschaftskritische Themen, wie es Oda aktuell wohl bei der Germa 66 mit den künstlich hergestellten und konditionierten Soldaten tut (pawlowscher Hund anyone?) und vor allem auch Verschwörungen, Intrigen, Komplotte und Verstrickungen sprechen mich immer wieder an, da ich nichts spannender finde, als zu beobachten wie sich die Charaktere gegenseitig ausspielen, um sich selbst zu bereichern. Aber auch klassische Dramen gefallen mir sehr gut, Tragödien teilweise auch, sofern nicht zu dick aufgetragen. Es gibt eigentlich vieles, was ich gerne sehe und lese, doch nur an wenigem davon würde ich mich auch selbst als Autor versuchen. Wenn, dann geschieht dies nur wohldosiert, um in einer Geschichte, die gesellschaftskritisch gestrickt ist oder in der Loyalität und Verrat im Vordergrund stehen, etwas Dramatik und Tragik zu verleihen. Leitende Themen sind das aber meist nicht bei mir, wenn, dann lediglich innerhalb der Rahmen-, nie aber der Binnenhandlung.

      Tolles Thema jedenfalls und ich hoffe, dass sich hier noch weitere Autoren zu Wort melden werden, um ihre Vorlieben mit uns zu teilen!
    • Schönes Thema. Der Mensch wird schließlich niemals müde, über sich selbst zu reden. Bin da keine Ausnahme. xD

      Nein, aber die Idee ist wirklich nett. Die Gedanken und Erfahrungen anderer Autoren so zu bündeln, eventuell auch austauschen zu können, ist einfach eine ganz tolle Sache. Vielleicht kann der Thread dann wirklich in Zukunft als kleine Ideenschmiede, als Austauschort oder auch "Selbsthilfegruppe" genutzt werden. Über manche Schreibblockade können einen die Eingebungen und Hinweise anderer Autoren bestimmt besser hinweghelfen. Oder wenn man beim Schreiben einer Szene nicht weiterkommt, einen Schubs in die richtige Richtung braucht oder sich unsicher ist, ob eine Idee wirklich schon reif für das virtuelle Papier ist. Eine angenehme Konversation oder Diskussion über das Schreiben selbst, nicht nur im Bezug auf die eigenen Fanfictions, könnte ich mir auch vorstellen.
      So kann der Thread am Leben erhalten werden, sobald alle Board-Literaten ihre Selbsteinschätzung abgegeben haben. So einen allgemeinen Autoren-Thread abseits von "Wie schreibe ich eine FF" gibt es halt nicht. :)


      Aber zu mir. Wenn sich hier alle vorstellen, wird das sicher interessant und man hat eine schöne Übersicht.

      Die Idee Oder: Wie zum Teufel fange ich an?!
      Das wichtigste an einer Geschichte, vor allem anderen, ist meiner Meinung nach die Atmosphäre. Jedes Buch, jeder Text und auch jede FF hier im Board verströmt für mich eine ganz eigene Atmosphäre, die man mit Worten nur schwer beschreiben könnte. Es ist eher sublim und intuitiv. Und so läuft es bei mir auch, wenn ich selbst schreibe. Ich muss ein Gefühl für die Handlung entwickeln. Denn nur so kann ich eine konsequente, in sich geschlossene Geschichte entwickeln.

      Gleich danach kommen dann auch schon die Charaktere. Mit guten Figuren steht und fällt eine Geschichte, das ist wohl Fakt. Nur wer seine Figuren interessant und lesenswert gestaltet, wird auf Dauer Leser halten. Ob die Figuren nun gut oder böse, sympathisch oder unsympathisch, Heilige oder Monster sind - man muss mehr über sie erfahren wollen. Das gilt natürlich insbesondere für die Protagonisten und Antagonisten und wichtigere Nebenfiguren. Aber auch vermeintlich unwichtigere Charaktere müssen einigermaßen in Szene gesetzt werden, da sie -siehe oben- fast immer zur Atmosphäre beitragen oder ihren Teil zur Handlung.

      Der dritte Aspekt ist für mich immer das Setting, wobei sich das natürlich mit Atmosphäre und Figuren bedingt. Schneebedeckte Wipfel? Eine staubübersättigte Mesa? Das tropische Paradies, unter dessen schattigen Palmen die Dunkelheit ihre Bahnen zieht? Alles ist wichtig, Details machen oft den Unterschied. In diesem Punkt geht es halt um das Visuelle, die Aufmachung. Ich sage nur "Casablanca". ;)

      Wenn ich diese Punkte alle zusammen habe, ein Grundgerüst steht, dann fange ich einfach an zu schreiben. Das läuft dann eher im geordneten Chaos, denn im besten Fall plane ich alle paar Jubeljahre max. 10 Kapitel voraus, in der Regel habe ich nur den groben Handlungsverlauf im Kopf. Wichtige Eckdaten und Szenen, die fest integriert sind, dienen dann als Fackeln im Schneesturm. Bildlich gesprochen.^^

      Schwierigkeiten
      Meine größte Schwierigkeit ist -wie es so oft der Fall ist- die Kehrseite meiner größten Stärke: Bildgewalt.
      Ich verliere mich öfters in meinem Schreibstil, sodass die Handlung auf der Strecke bleibt oder der Leser nur schwer oder gar nicht mehr folgen kann. Und das ist dann scheiße, ganz klar. Im Grunde bin ich ein Anti-OneBrunou: Ich liebe Metaphern, Adjektive, Adverbien, ausschweifende Bilder im Kopf und lange, verschachtelte Sätze. Es soll bildgewaltig und wortstark sein; mit kolossalen Vergleichen und Allegorien. Und oft bis meist gelingt mir das, zumindest laut den Attesten meiner Kommentatoren. Umso ärgerlicher ist es dann, wenn ich wieder besseren Wissens den Fehler mache, es schlichtweg zu übertreiben. Speziell im dritten Arc meiner FF war jeder Satz gefühlt zu lang, im Nachhinein betrachtet. Hier wollte ich besonders viel - und irgendwann war es dann zu viel. Das habe ich mittlerweile begriffen. Aber ich denke, ich befinde mich zurzeit auf dem richtigen Weg. Gerade der brillante F. Scott Fitzgerald hat mir in seinen Werken gezeigt, dass Wortgewalt nicht immer viele Worte braucht. Mein aktueller Arc stellt mMn einen guten Mittelweg dar und ich denke, in Zukunft meine ausschweifende Sprache mit etwas mehr Leserfreundlichkeit vereinen zu können. :)

      Außerdem tue ich mich etwas schwer mit Humor. Besonders Situationskomik. Hier bewundere ich wirklich Autoren wie Terry Pratchett oder Douglas Adams. Wenn ich Humor hinbekomme, dann nur durch ironische Ausstaffierungen des Erzählers oder zynische Kommentare der Figuren selbst. Aber Komik aus der aktiven Handlung heraus? Liegt mir gar nicht, konnte ich noch nie, kann ich immer noch nicht. xD

      Schreiben
      Persönlich kann ich mich nicht zum Schreiben zwingen. Das sieht man sicherlich auch am zuweilen unregelmäßigen Erscheinungsrhythmus meiner Kapitel. Wichtig ist für mich, in der richtigen Stimmung zu sein. Dann sprudeln die Worte meist von allein, ansonsten fühlt sich mein Kopf wie ein stickiger Sumpf an. Brodelnd und feucht und zäh und träge, Mücken und Fliegen schwirren surrend herum. Kurzum: unbrauchbar.
      Und ähnlich ist es auch mit dem Thema. Ein Thema muss sich anbieten, gleichzeitig aber auch zu meiner Stimmung passen. Ich würde niemals eine Geschichte nur um der Idee Willen schreiben, wohlwissend, sie nicht ordentlich zu Papier bringen zu können. Für solche Situationen gibt es schließlich Notizblöcke.^^
      Zeit spielt natürlich auch eine Rolle, wobei ich mir diese einfach nehme - Schreiben ist schließlich meine Leidenschaft und mein wichtigstes Hobby. Problem ist halt bloß, dass man seine Stimmung nicht immer mit dem Alltag vereinen kann. Aber das geht ja allen bei vielen Dingen so.^^

      Persönliche Vorlieben und Themenwahl
      Wie schon angemerkt, bin ich nicht unbedingt der lustigste Autor hier im Board. Was aber auch kein Problem ist, da mein Steckenpferd das Grimmige und Düstere ist. Menschliche Abgründe, Zynismus, Korruption und Gewalt. Das sind die Themen, aus denen ich mit beiden Händen schöpfe. Ich liebe gebrochene Figuren, verkommene Orte mit Korruption und Filz; meine Texte sind bitter, dunkel und geizen nicht mit Körperflüssigkeiten. Darauf muss man sich auch erst einmal einlassen, wenn man meine Texte liest. Viel Blut und Gore, auch mal sehr drastische und unschöne Bilder, die ich gerne bis ins Kleinste zelebriere. Wer die »Ästhetik des Hässlichen« oder die »Dunkle Romantik« kennt, dürfte ungefähr wissen, was ich meine. Allerdings forciere ich das Negative und Abstoßende nicht. Es ergibt sich einfach aus der Art und Gestaltung meiner Handlung und den Figuren. Das kann dann natürlich mal etwas Tarantino-mäßig werden, »trashig« und pervers, aber darauf bin ich dann auch ein bisschen stolz. Denn am Ende ist der Mensch eh ein Werk der Triebe. Ich bezeichne meinen Stil und die Art des Erzählens daher oft scherzhalber als "Hurenromantik" - genau wie eine solche bieten meine Geschichten nämlich fast alles, von normalem Sex zu Gore, Snuff, Trash und Fetisch und alles dazwischen; sie können aber auch sanftere Töne anschlagen und beinahe wirklich romantisch werden. Auch wenn mir letzteres nicht so liegt, da bin ich ganz ehrlich.^^

      Ansonsten sind mir meine Figuren wichtig. Ihre Emotionen, Gedanken, Einstellungen; Ihr Inneres. Jedes meiner Themen wird immer auf den Figuren fußen, nicht andersherum. Seichte Geschichten liegen mir nicht, es geht permanent in die Tiefe. Seien es Einzelschicksale oder die Leben ganzer Völker.


      Ja, das war's von mir. Ein wirklich tolles Thema, zu dem sich hoffentlich noch viele Akteure aus dem FF-Bereich äußern. Auch die fleißigen Kommentatoren können ja mal ihre Gedanken kundtun. Was reizt sie an einer Geschichte? Warum kommentieren sie? Was sind ihre persönlichen Vorlieben und Abneigungen? Würde mich ebenso interessieren. Schließlich sind sie ein unentbehrlicher Teil der hiesigen FF-Community. :)


    • Super Idee, cinnamon! Ich finde es sehr spannend, einen Einblick in Bezug auf diese Dinge zu bekommen. Also kann ich ja hier auch schon meine reichhaltige ;) Erfahrung teilen.

      Ideenfindung

      Schwierige Frage, denn für mich ist das keine klare Sache. Ich gehe üblicherweise von einem einzelnen Charakter aus, der mir zwischendurch (vielleicht beim Musik hören in der Bahn) in den Kopf kommt. Der hat vielleicht eine bestimmte Eigenart, eine gewisse Richtung (siehe Gordan als Dieb) oder im Allgemeinen irgendetwas spezielles. Da das natürlich wenig Sinn ergibt, kommen da noch ein paar mehr Gedanken zu einer möglichen Story hinzu. Eine Story ohne Charaktere macht ebenfalls wenig her, also kommen noch weitere Charaktere, die zu dem entsprechenden Miniuniversum passen. Das geschieht bei mir oft in Schüben, sprich ich habe eine Phase, in der mir Charaktere, Handlungsstränge oder auch einzelne Szenen einfallen. So erweitert sich eine vorerst kleinere Idee immer weiter.
      So geschehen mit meiner des öfteren angekündigten längeren FF, bei der im Prinzip zuerst ausschließlich die Idee des Protagonisten und seiner speziellen Lebensumstände vorhanden waren. Im Verlaufe des letzten Jahres (ca., keine Ahnung, wie lange wirklich), kamen immer wieder neue Ideen auf, weswegen jetzt der umfang immer weiter zunimmt. Auch muss ich sagen, dass bei mir die wenigsten Ideen wirklich in Stein gemeißelt sind, also kommt es auch mal vor, dass ich Ideen wieder verwerfe oder austausche.
      Letztlich ist es bei mir aber so, dass ich gefühlte 90% meiner Ideen verwerfe, da sie zu nichts passen und mir das Interesse an einer weiteren Ausarbeitung des entsprechenden Universums fehlt. Insbesondere, wenn es sich um Gestalten aus einem komplett fiktiven Universum handeln, welches mir einfach nicht zutrauen würde, aufbauen zu können.

      Genaue Ausarbeitung ist dabei eher selten, sprich das Setting der Ereignisse ist oft noch gar nicht vorhanden.

      Schwierigkeiten

      Meine Probleme sind - zumindestens kommt es mir so vor - zahlreich. Am bedeutendsten finde ich da eigentlich meine Faulheit. Eine der größten Hürden für mich besteht im Anfangen. Ist die Hürde genommen, dann läuft es meistens ziemlich flüssig und gut. Ansonsten was das Schreiben selbst angeht, so kann ich da wenig überraschend noch nichts zu genaues sagen, da ich dafür noch viel zu wenig geschrieben habe.

      Allerdings kann ich bisher festhalten, dass meine bislang größte Schwierigkeit darin liegt, von meiner doch recht starken Nüchternheit weg zu kommen. Die sorgt oftmals für mangelnde Atmosphäre und erschwert auch die genauere Porträtierung der Charaktere. Irgendwie werde ich auch das Gefühl nicht los, dass es in meinen Texten oft an Leben mangelt. Da erkennt man wohl auch schon eine weitere Schwierigkeit. Ich habe große Probleme mit etwas zufrieden zu sein. Ich habe hin und wieder einzelne Sätze oder auch mal eine Passage, die mir zusagt, aber oft gefällt mir ein Großteil des Textes/Kapitels nicht. Allerdings kriege ich es dann auch nur selten hin, es wirklich zu verbessern.


      Schreiben

      Das ist bei mir ziemlich zeit- und launenabhängig. Im Wesentlichen denke ich, dass ich nicht unbedingt so die Phase habe, in der ich gerade unbedingt schreiben muss, sondern dass ich einfach nur anfangen muss, dann kommt die motivation und der Flow von alleine. Üblicherweise schreibe ich in so einer Phase ein komplettes Kapitel durch, eventuell auch noch weiter. Im Nachhinein gehe ich dann nochmal darüber, um Fehler zu finden und Dinge noch schöner zu formulieren. Das ist, wie oben bereits angesprochen, oft wenig von Erfolg gekrönt.


      Themen

      Finde ich schwer, mich auf so etwas festzulegen, aber grundsätzlich bin ich ein großer Freund von Abenteuer. Dazu sollte auch immer noch in gewissem Maße Action dazugehören, so ungefähr OP entsprechend. Ich finde auch so verknüpfte Dinge interessant, die erst langsam aufgelöst werden, also auch größere Zusammenhänge. Dennoch wird es für mich wohl eher so auf eine Art Arcaufbau hinauslaufen, mit eher geringeren Verbindungen. Dabei sind die Themen die ich ansprechen will bzw. würde, eher zufällig, denn darauf word erstmal nicht so drauf abgezielt. Dennoch bin ich jemand, der sich auch hin und wieder gewisse philosophischere Gedanken macht (insbesondere auch über die Vorstellung von Gut/Böse). Dies würde ich an sich gerne unterbringen. Was dabei am problematischsten ist, dürfte mein eigener Anspruch sein, der Einbindung von gesellschaftlich relevanten Themen und einer gewissen Tiefgründigkeit fordert.

      Okay, ich sollte langsam mal mit meiner Selbstherabsetzung aufhören, es muss ja nicht auch noch ständig in solchen Kommentaren enthalten sein...


      Nun, hoffe, ich konnte ein gewisses Maß an Einblick gewähren, auch wenn ich, wie üblich und bereits im obigen Text diagnostiziert, wenig zufrieden damit bin. Wieso habe ich immer so große Schwierigkeiten mich vernünftig auszudrücken?
      "The chains of fear are easily broken with the blade of courage."
      Meine FF: Erlebnisse eines Meisterdiebes (abgeschlossen)
      Chainbreaker (laufend)
    • Ein interessantes Thema, das ich schonmal in internen Kreisen diskutiere.

      Wie fange ich meine Geschichten an?
      Meist mit einem Konzept, das es noch nicht gibt. ^^

      In One Piece gibt es viele Ansätze für moralisch fragwürdiges Handeln, Gradmesser und Abstufungen von Prinzipien, Vorurteile, Kurzsichtigkeit, etc. Dazu nehme man einen bereits existierenden Charakter, der im FF-Hauptwerk lediglich in Rückblenden und erst im Epilog quasi in den letzten Absätzen erstmals aktiv auftrat und schon steht das Konzept für ein spin-off. Mit einem Psychiater als Protagonisten können die Themen, die in One Piece aufgegriffen werden, anders thematisiert werden, als durch die Augen eines Ruffy, bei dem es unweigerliche Konsequenzen seines Freiheitsbestrebens sind, nicht aber sein primärer Antrieb. In seinen eigenen Augen ist er eben kein Held, der alles schlechte bekämpft. Die Sichtweise ist eben von einem anderen "einfacheren" Standpunkt aus einhergehend.

      Bei mir spielen daher keine Piraten, Revolutionäre oder sonst irgendwer eine Hauptrolle, sondern ein Mensch, der sich als Direktor des Impel Down aus nächster Nähe anschauen kann, weshalb Verbrechen begangen wurden. Getreu dem Credo: Verstehen ermöglicht Veränderung, geht er den entgegengesetzten Weg des künftigen Piratenkönig. Dieses Gedankenpaket verbinde ich mit meinem Protagonisten - und dann geht es einfach los.

      Arbeitsweise
      Ich bin ein intuitiver Schreiber und überrasche mich gerne selbst mit spontanen Einfällen und Wendungen, die ich gar nicht geplant hatte. Gern mit Assoziationen, wie sie OneBrunou oben am pawlow'schen Hund gezeigt hat - mutmaßlich von Gabratans heutigem Beitrag inspiriert. ;)
      Ich habe für keine Geschichte, keinen FF-Beitrag oder eine Parodie irgendwas notiert. Das wird Kapitel für Kapitel in einem Guss geschrieben - oder im Falle des FFT auf 100% der zulässigen Worte heruntergekürzt bzw. ergänzt. Wenn ich nur einen Teil schreibe und dann unterbrechen muss - daraus ergeben sich im Prinzip alle ungewollten Schreibpausen - lösche ich hinterher alles, anstatt es wann anders einfach fortzusetzen.

      Jedes Kapitel kommt mit dem Flow zu Papier, den ich beim schreiben empfinde. Manchmal kann es dann sein, dass ich bereits (für mich) gute Ansätze drinnen hatte und aufgrund von Zeit/Müdigkeit/Ablenkung das weiterschreiben unterbrechen muss. Dann gehen eben auch solche aufgeschriebenen Ideen verloren und ich baue eventuell solche Ansätze nach grober Erinnerung in das neue Konzept mit ein, sofern ich das Gefühl habe, dass es nachwievor reinpasst bzw. nicht fehlen darf.

      Wenn ich also mal sage, dass das Kapitel fast fertig ist, heißt es im Prinzip: Kein Wort wurde geschrieben, aber vereinzelte (gelöschte) Konzepte werden nach Gutdünken in die neu geschriebene Endfassung mit einfließen. Das geht natürlich wesentlich schneller, da das leere Blatt bereits einige Denkprozesse durchlief, welche entsprechend zügig zu Papier gebracht werden können.

      Ideen
      Meine Kernidee ist, dass ein sich veränderndes, reflektierendes charakterliches Konstrukt die Handlung schreibt. Ich beschreibe nichts, um jemandem ein Bild zu zeichnen und ich erkläre auch nichts, um die aktuelle Situation begreifbar zu machen. Die Charaktere beschreiben sich und ihre Umgebung durch ihr Handeln.

      Beispiel: Der Psychiater trägt keinen weißen Arztkittel, braune Socken, eine Brille und einen Vollbart. Wenn ich etwas beschreibe, dann (im Regelfall) nicht des Beschreibens willen, sondern weil es gerade irgendwas mit einer Handlung des Charakters zutun hat, einem anderen Charakter auffällt - sowas eignet sich immer gut für einen ersten vermittelten Eindruck (als Wegzeig für die vorgestellte Beziehung zweier Charaktere) - ich merke mir zB nie, wenn jemand explizit die Kleidung eines Charakters beschreibt, nur um zu beschreiben wie er aussieht.

      Für mich ist das ein Bild, das man sich in dem Moment machen muss, so etwas lässt mich beim lesen immer stocken. Entweder male ich mir den Charakter nach der Beschreibung aus oder ich lese weiter und vergesse dann alles zuvor informierende. Ein Stop-Schild bremst einen - oder man überfährt es. Hier beim lesen sind beide Wege ein holpriger Pfad, weshalb ich es bei mir möglichst sein lasse und es Stück für Stück mache - die Charaktere laufen ja nicht weg und kehren ggf. nochmal wieder.

      Ein paar kleine Punkte als Merkmal reichen vollkommen, als Leser will ich auch meine eigene Phantasie nutzen können, um mir das mir vorgelegte Bild ergänzen zu können. Meine Schreibidee ist ganz simpel: Jeder Satz soll möglichst einen Sinn haben - und sei es, einen vorherigen zu bestärken bzw. Teil einer übergreifenden Konstruktion zu sein.

      Ich habe einen Protagonisten und dessen Vorstellung vom Direktorposten - alles weitere ergibt sich durch die Beziehungen zu anderen Figuren, die direkt, indirekt oder über Umwege mit ihm interagieren bzw. in Konkurrenz zu seinem Denken stehen. Ideen kommen mir dann ganz automatisch, weshalb sich schwer sagen lässt, was bereits da ist und was ich bereits weiß, jedoch noch zurückhalte, da es sich später besser zu integrieren eignet.
      Indem ich beim Arbeitsprozess bereits Ideen aussiebe, zeige ich mir selber, dass nichts in Stein gemeißelt ist. Wenn ich von einer Idee überzeugt bin, bringe ich sie auch in Gänze zu Papier. Falls nicht, kann ich ja nicht vollständig überzeugt davon gewesen sein, sonst hätte ich mir konsequenter die nötige Zeit dafür genommen. Da habe ich auch kein schlechtes Gewissen, mal was eigentlich gescheites zu verwerfen und neu anzufangen.

      Schwächen
      Meine Geschichte bedient einige Kernfragen nicht. Beispielsweise: Darauf läuft es hinaus und an dem Zeitpunkt ist ein Ende absehbar.
      Das gibt es so nicht, da es sich mit der Erzählung der einzelnen Kapitel nach und nach erst herausbildet. Der Gedanke ist, dass Leser und Autor zusammen dran teilhaben, zu sehen, dass etwas mehr Licht ins Dunkel gebracht wird. Der einzige Schritt, den ich als Autor voraus bin. Ich weiß, wie es endet und warum. Vom Ende her gedacht impliziert es allerdings, dass ich die Charaktere im Kopf habe, deren Handlungen Konsequenzen haben, aus denen sich wiederum Konsequenzen ergeben, etc., die zum Finale führen.

      Ergo: Kernschwäche ist die Unsicherheit, die ich den Lesern vermittle, in der sie nicht immer wissen, woran sie eigentlich sind - und das einiges an Geduld und Willen erfordert, die gegebenen Puzzleteile zusammenzusetzen. Manchmal sind es bereits einzelne Formulierungen, die mir ein Schlupfloch für weitere Handlungsstränge bieten - und wo es dann sehr plötzlich kommt, dass etwas Neues passiert bzw. etwas bekanntes völlig anders verläuft. Das ist dann ziemlich egoistisch, diese Winkelzüge zu nutzen, da es dann wie ein Schlag ins Gesicht ist. Doch mir macht das (auch mal) Spaß, da es selten was ist, dass ich mir völlig aus dem schüttle. Irgendwo ist immer eine Saat gesät, nur sieht man sie halt nicht, denn wer sieht schon, wo genau etwas eingesät wurde, hehe.

      "Stärken"
      Dieses "was anderen womöglich schwerer fällt" ziehe ich aus den FF-Rezensionen. Ich glaube, dass es mir oftmals gut gelingt, OP-typischen Humor einzubauen, entsprechend Ernst und Komik nebeneinander zu stellen, ohne dem Humor das lustige Element bzw. dem Ernst die eigentliche Brisanz zu entziehen. Es passt wohl oft dosiert nebeneinander und begrenzt nicht den Einfallsreichtum, den ich manchen Situationen einfach wie Süßigkeiten vom Kölner Paradewagen schmeißen möchte. :D

      Persönliche Vorlieben und Themenwahl
      Ist mir ziemlich egal. Wenn es sich ergibt, ergibt es sich. Führt dann auch dazu, dass manches, was ich gern mal ausprobieren würde, nicht ausprobiere, da ich mir sage: Jetzt sind es genug Handlungsstränge, bleib erstmal dabei und arbeite die erstmal ab. In meiner ersten FF waren es gegen Ende um die 20 Handlungsstränge, die nebeneinander liefen und es war ein Kraftakt, die alle einigermaßen ineinander übergehen zu lassen. Daraus zieht sich mit die größte Schreibmotivation, hinterher sagen zu dürfen: Dieses Werk ist nicht eingestellt bzw. abgebrochen, sondern mit 263 Kapiteln abgeschlossen worden.
      Danach war es dann auch nicht so schlimm, eine zweite FF aus zeitlichen Gründen einzustellen. Das wohlige Gefühl, etwas zu Ende gebracht zu haben, ist einfach ein immenser Antrieb und eine Belohnung zugleich! :)

      Schreiben
      Kann ich gut in der Uni. Da gibt es extra Arbeitsräume, in denen man einerseits Menschen um sich herum hat, sodass man sich nicht alleine fühlt, dennoch nicht abgelenkt wird, da man Wände zwischen sich hat. Ich weiß allerdings, dass wenige Meter weiter jemand anderes arbeitet. Das hilft mir bereits, mich nicht alleine zu fühlen und folglich von mutmaßlicher Produktivität, um einen herum, motiviert zu werden. Alleine Zuhause ist es wie im Münchhause'schen Sumpf, in dem ich mich selber allerdings nicht an den eigenen Haaren heraus befreien kann!

      Gibt sicher noch etwas zu sagen, doch das ergibt sich vielleicht in einem hier stattfindenden Austausch. Habe langsam Hunger bekommen und schließe an der Stelle.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von blink ()

    • Uh, ich will auch, ich will auch!
      Ich geselle mich mal ganz frech zu den ganzen Threadbesitzern die hier schon ihr Werk/ihre Werke ausstellen. Immerhin liegen im Forenkeller auch noch irgendwo Texte von mir rum~

      Ich finde das Thema sehr interessant und gerade momentan, wo ich mich in der aktiven Ideenfindungs-Phase befinde und das Schreiben noch relativ "neu" für mich ist, interessiert mich sowas natürlich umso mehr. Zwischen blink, Hugo (Strohhütchen wenn er da ist) und mir ist das sowieso immer ein gegenwärtiges Thema.

      Ideen für eine Geschichte
      Bei mir ist das Genre meist das letzte, das ich bestimme. Zu aller erst kommt mir normalerweise irgendeine Szene in den Kopf die mich irgendwie reizt. Nehmen wir mal als Beispiel: Ruffy kämpft gegen Zorro auf Leben und Tod. Als Nächstes überlege ich dann, wie man zu dieser Szene gelangen könnte. Was hat die Charaktere dazu getrieben oder welche Dinge sind in meiner FF anders als in OP, welche dann letztendlich dazu geführt haben. Im Beispiel wäre das dann etwa, dass Ruffy seine Freunde nie getroffen hat, mit anderen Leuten eine Bande gegründet hat und nun auf Zorro trifft der Kopfgeldjäger geblieben ist und sich so einen Namen gemacht hat.
      Bin ich dann mal so weit, ist das Genre eigentlich auch schon klar: Action, vielleicht Drama, aber natürlich auf keinen Fall sowas wie Comedy. Das Beispiel war jetzt kein sonderlich schillerndes, aber auf die Schnelle ist mir nichts anderes eingefallen. Auf jeden Fall habe ich über den Tag verteilt immer dutzende Ideen, meistens wenn ich gerade wieder am Tagträumen bin~

      Schreiben
      Und dann kommt der Punkt der mir am meisten Probleme bereitet.
      Nehmen wir mal an ich habe eine Idee gefunden die ich umsetzen möchte und aus der auch mehrere Kapitel entstehen können. Meine nächste Tätigkeit ist dann, die Protagonisten zu charakterisieren. Dabei schreibe ich ihre Verhaltensweisen und ihre Persönlichkeit auf, soweit ich mir sie schon vorstellen kann.
      Was dann als nächstes passiert, beschreibe ich gerne als "kreatives Chaos". Sobald die Charas feststehen und ich den Prolog fertig habe, strömen tausend Ideen auf mich ein. Da will ich an der einen Stelle noch Blackbeard einbauen, auf der fünften Insel die besucht wird soll der weibliche Hauptcharakter eine Teufelsfrucht bekommen (wohlgemerkt, zu dem Zeitpunkt habe ich nur beschlossen, dass überhaupt Inseln besucht werden sollen), etc.. Und irgendwann verwirre ich mich damit so sehr, dass ich selbst gar nicht mehr weiß wo oben und unten ist :pinch:

      Aber so geht es mir nur bei langen Geschichten und deshalb bekomme ich auch nie eine fertig. Bei Kurzgeschichten ist es zwar auch schwer sich auf eine Idee festzulegen, aber wenn ich die erstmal habe, schreibe ich die Geschichte einfach so runter. Deshalb war das FFT auch so angenehm für mich. Da hatte man seine Vorgaben und konnte so innerhalb von diesen ein bisschen rumprobieren. Da ist man keine Gefahr gelaufen auf der FF-Wiese über den Ideen-Zaun zu stolpern und so lange Zick-Zack-Linien zu laufen bis man qualvoll im Moor des Perfektionismus ertrunken ist.

      Schwächen
      Neben den ganzen Erklärung weiter oben, mag ich Metaphern viel zu sehr. Da muss ich mich immer zurückhalten.
      Außerdem passiert es mir manchmal, dass ich einige Dinge zu sehr ins Lächerliche abdriften lasse. Bestes Beispiel ist hier wieder das FFT und mein Jackass-Text (der Text mit Laws Tod zählt übrigens nicht. Hugo fand den auch grandios :D ).
      Achja, außerdem habe ich Probleme Ideen wieder zu verwerfen. Besonders bei Kurzgeschichten missfällt es mir, ganze Passagen zu streichen. Da komme ich dann immer aus dem Dreh.

      Stärken
      Das ist wohl die Ideenfindung. Fällt mir unglaublich leicht, wie schon gesagt.
      Und ich denke, damit sollte eigentlich keiner Probleme haben. Jeder hat mit Sicherheit schon mal im Zug gesessen, aus dem Fenster gestarrt und seinen Gedanken freien Lauf gelassen. Und dabei fällt einem alles mögliche ein, auch Ideen für eine Story.

      Themen
      Ich mag lustige Themen am liebsten. Also das Genre Humor fällt mir unglaublich leicht. Aus sicherer Quelle weiß ich, dass ich eigentlich nicht witzig bin und auch einen ziemlich verqueren Humor habe, aber mir macht es trotzdem Spaß und das ist alles was zählt =D
      Slice of Life ist dann auch noch ein ziemliches beliebtes Genre bei mir. Ich kann nicht gut Kampfszenen schreiben und die fallen bei sowas oft weg, also ist das genau meins.
      Ernstere Themen dagegen hab ich nicht so drauf, allerdings würde ich so etwas gerne mal ausprobieren.

      Ist jetzt im Nachhinein doch kürzer geworden als ich dachte. Ich war der Meinung, ich könnte mehr zum Thema Schreiben wiedergeben. Aber ich fange ja quasi auch erst an.
      Also Leute, wir sehen uns in euren Threads :D
    • Na, da hast du mal ein interessantes Thema erstellt. Praktisch unsere eigene Selbsthilfegruppe.
      Bevor ich jetzt anfange, meine bescheidenen Ansichten preiszugeben, will ich vorwarnen, dass meine derzeitige FF die erste ist, die ich je geschrieben hab (streicht bitte bitte bitte Project Reset aus meiner Vita). Ich hab also herzlich wenig Ahnung davon, wie ich Dinge normalerweise angehe. Ich habe Dinge jetzt einmal irgendwie angegangen und ob sich mein Vorgehen bewährt, liegt im Auge des Betrachters, bzw. am Ende von Das Duell um die Grandline. Auf, auf!

      Wie fange ich meine Geschichten an?
      Mit einer Idee, die es wert ist, ausformuliert zu werden und gegebenenfalls wochen- oder jahrelang wieder ausgerollt zu werden. So würde ich es jetzt idealisiert formulieren, in Wahrheit habe ich mit dem Duell Buggy vs. Shanks angefangen, weil ich es lustig fand und der Meinung war, mal schriftstellerisch tätig zu werden.
      Da gab es keine Überlegungen a la 'worauf hast du längerfristig Lust?', 'Ah, diesen Typen, über den will ich eine GEschichte schreiben' oder was auch immer. Mehr oder weniger hab ich das in dem Moment entschieden, als ich im FFT die Texte zum Jackass-Thema gelesen habe. Eine One Piece-Adaption von einer realen Idee? Ja! Und dann kam das eine zum anderen, ich fand das Format Das Duell um die Welt immer unterhaltsam und das OP-Universum gibt genug her, um minimal 25 Staffeln abzudrehen.
      An dieser Stell sei noch erwähnt, dass ich das Medium Buch immer als Unterhaltungsmedium verstanden habe. Lehrbücher, Schullektüren oder sowas sind zum Kotzen, die Bücher, die ich lese, sollen mich unterhalten, mehr nicht. Meistens läufts dann auf Fantasylektüre hinaus, also nichts Anspruchvolles. Wobei ich auch feststelle, da nicht mehr dieselbe Meinung zu vertreten wie noch vor 2, 3 Jahren. Im Westen nichts Neues beispielsweise fand ich großartig, auch wenn es mit den Büchern, die mir sonst immer gefielen, nichts gemeinsam hat. Womöglich wird sich das mit den kommenden Jahren noch weiter wandeln, stehe ja noch am Anfang des Lebens. ^^
      Ehrlich gesagt finde ich es sogar beneidenswert, wenn Leute richtig Ahnung von Literatur haben, weil Bücher verschiedener Genres/Autoren/Epochen eine unglaubliche Wissens- und Inspirationsquelle sind. Trotzdem kann ich mich nicht zwingen, mehr und vielseitiger zu lesen.

      Wo war ich? Achja, wie fange ich an...
      Also nach dem Duell Buggy vs. Shanks fiel mir auf: Das macht ja schon Spaß. Und dann habe ich eben angefangen, Ideen zu sammeln -bin leider richtig unkreativ, deshalb gibt's auch so viele Stereotypen bei mir-, einen groben, vielleicht zu groben Plot auszuarbeiten und einfach loszulegen. Meine Protagonisten habe ich mittlerweile recht gerne und ich freue mich darauf,
      ihr Schicksal aufzuschreiben.
      Was Arcdetails angeht, habe ich nur das allerwenigste bereits im Kopf. Auf Interlude Island wollte ich den Charakter des Sir Redgrave ins Spiel bringen und zeigen, in welche Richtung Das Duell um die Grandline gehen soll. In eine andere, als ihr momentan denken dürftet. Das war alles, danach habe ich einfach von Kapitel zu Kapitel die nächsten Schritte erdacht und so geht's seit Wochen. Das birgt leider das Problem, das man flott Fehler macht und jede Woche neue Ideen braucht. Der Grund, weshalb das nächste Kapitel mal wieder zu spät kommen wird :kopf:

      Schwierigkeiten
      Motivation. Theoretisch könnte ich den Absatz hier beenden, aber etwas ausführlicher sollte es wohl schon sein. Meistens schreibe ich spät nachts, erstaunlich oft aber auch nach [überschaubaren] Mengen Alkohol. Er regt die Kreativität einfach ungemein an, ich habe sogar bemerkt, dass er das auch tut, wenn er gerade am Verschwinden aus den Blutbahnen ist. Kein Spaß, mit Restalkohol kann man richtig gut schreiben!
      Eigentlich ist das sehr traurig, für jemanden, der sich hier Hobbyautor schimpft, aber ich habe in letzter Zeit so selten Lust auf kreatives Schreiben, es ist unglaublich.
      Wo ich hier schon dabei bin: Außerdem habe ich immer so einen Teufel auf der Schulter, der mir einflüstert: 'Du machst einen Fehler, haha! Und deine Kommentatoren werden ihn enttarnen, du Versager.' Oder meinen Plot erraten, das wäre so die größtmögliche Demotivierung, die ich mir diesbezüglich vorstellen könnte.
      Man kling ich weinerlich. Die letzten beiden Sachen sind halb so wild, bin aber schon immer Pessimist gewesen, das lässt sich nun mal nicht so leicht ablegen.

      Themen
      So ganz klare Präferenzen habe ich da nicht. Nicht todernst, nicht zu kitschig, bloß nicht in Richtung Romance.
      Ich beschreibe gerne Orte, was mir meine Leser auch des Öfteren als Stärke auslegen. Außerdem mag ich Szenen, in denen ich mehr weiß als der Leser. Das Hervorrufen von so nem dezenten Hä? ist immer eine Freude.
      Ein richtiges Lieblingsthema kann ich gar nicht benennen, fällt mir gerade auf. Abenteuerliches, Atmosphärisches, Unheimliches, Beeindruckendes, Schockierendes, Verblüffendes, Lustiges, Unterhaltsames - sowas eben.

      So viel dazu, vielleicht kann man sich jetzt der ein oder andere ein besseres Bild von mir machen. Ich lehne mich jetzt zurück und hoffe auf zwei Dinge: Erstens, dass dieser Thread noch ein bisschen länger genutzt wird und nicht in der Versenkung verschwindet, nachdem jeder Mitteilungsbedürftige sich hier ausgeschüttet hat, und zweitens, dass qoii den umfassenden Vergleich sämtlicher FFs/Autoren postet. ^^
    • Zwischenfazit zu meiner ersten FF - 'Grauen bei Nacht' + Hilferuf

      Ein Zwischenfazit nach was? 3 Kapiteln? Muss das denn sein? Ja, muss es, denn ich bin nervös, viel zu nervös.

      Und vllt kann mir der ein oder andere von euch ne Beruhigungspille geben :')


      Also, was ist denn los, cinnamon?

      Nunja, ich muss ein wenig ausholen. ich bin ein Mensch, der sich, grade im Kunstbereich, bisher und immer noch, viel zu leicht beeinflussen lässt. Das war und ist teils immer noch beim malen auch so. Ich mach was, beginne was, jemand schreibt was dazu, muss nicht mal was böses oder schlechtes sein, das kann auch konstruktive Kritik sein, und mein Hirn fängt an, sich darüber den Kopf zu zermartern. Ich halte viel von euren Kommentaren, und ich will keinesfalls das sie weniger werden! Sie helfen mir ungemein, mehr übers Schreiben zu lernen, Punkte zu finden, die ich verbessern kann, die es zu verbessern gilt. Was also will ich jetzt hier? Naja, hat einer von euch ne Idee, wie man diese doofe Stimme im Kopf abstellt, die einem sagt das man doch andauernd nur Fehler machen würde?

      Ich bin beim 3ten Kapitel und anstatt darüber nachzudenken, was ins neue Kapitel soll, denk ich nur darüber nach "wie setz ich das Pacing besser, damit es ihnen gefällt?", "hab ich die Stelle jetzt verhunzt, so wie Xyz es gesagt hat?", "das kommt halt davon, wenn man so unerfahren in eine FF geht, du stolperst über dein eigenes Schreiben und fällst auf die Nase".
      Vexor hatte es schonmal gesagt, in eine Konversation, das ich mein Ding durchziehen soll. Aber, wenn dass dann so ganz anders wird, wie meine Kommentatoren es "eventuell mögen oder lieber sehen würden"? Ich bin hin und her gerissen. Sollte ich stur an meinem vorgeschlagenen Kapitelinhalt bleiben, den ich mir zurecht gestellt habe, oder lieber doch einfach beim Schreiben selbst schauen, wie sich die Kapitel entfalten und danach neu entscheiden?

      Ich steh irgendwie neben mir, an der Grenze zwischem "meinem Ding" und "Schreiben für die Leser". Habt ihr irgendwelche Tipps, um bei sich selbst zu bleiben?



      Zum eigentlichen Schreiben einer ersten längeren FF:

      Macht deutlich mehr Spaß als erwartet, auch wenn es derzeit, wie oben beschrieben, einige Schwierigkeiten mit sich bringt. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass es meine erste FF ist, wenn man von den Short Stories absieht. Wie bei einem Kind ist die erste FF vielleicht auch einfach eine "schwere Geburt" und danach wird es ein wenig einfacher. Oder man findet in seinen eigenen Stil - und es wird einfacher. ich hoffe zumindest, das es leichter wird xD
      Wenn sie gut ausgehen sollte, kann ich mir gut vorstellen, dass vllt noch mal ein/mehrere längere FFs kommen. Wobei ich mir gedacht habe, nach 'Grauen bei Nacht' erstmal wieder ein, zwei Kurzgeschichten zu bringen. Aber ich denke, dass ich euch erhalten bleibe :3



      lg cinnamon
    • Ich kann Vexor nur recht geben. Zieh dein Ding durch. Was du nämlich immer im Kopf behalten musst, ist folgendes: Wir als Leser kennen nur den IST-Zudtand, können also nur bewerten, was du veröffentlichst. Du als Autor kennst aber das große Ganze, in Ermangelung eines besseren Wortes nenne ich es mal den "Wird-Zustand".
      Wir Kommentatoren geben zeitnahe Meinungen, ohne deinen Plan zu kennen.

      Das ist mir selbst mal bei Vexors FF passiert. Da habe ich einen ziemlich kritikreichen Kommentar abgegeben und Vexor hat sämtliche meiner Kritikpunkte schon in seinem nächsten Kapitel relativiert. Und das ist nur normal, denn in der Regel können die Leser nicht in die Zukunft schauen (auch wenn qoii das ab und an so wirken lässt^^).
      Wichtig ist, dass man sich selbst treu bleibt. Wer seinen eigenen Plan auf halber Strecke über Bord wirft, hat am Ende sicher kaum noch ein einheitliches Ganzes.

      Das heißt natürlich nicht, dass du die Gedanken der Kommentatoren ignorieren solltest. Aber solange es keinen Shitstorm gibt oder dir selbst auffällt, dass du einen Fehler gemacht hast (Unstimmigkeiten in der Handlung usw.), würde ich persönlich erst einmal meinen Kurs weiterfahren. Es ist deine Geschichte und nur du weißt, was am besten für sie ist. Schließlich bist du die einzige, die sie in Gänze kennt. Mehr oder weniger. :)


    • cinnamon schrieb:

      Ich steh irgendwie neben mir, an der Grenze zwischem "meinem Ding" und "Schreiben für die Leser". Habt ihr irgendwelche Tipps, um bei sich selbst zu bleiben?
      Tipps? Nun ja, nicht direkt, nur den folgenden Rat: Bleib dir selbst treu und zieh dein Ding durch!
      Nicht falsch verstehen, konstruktive Kritiken sind natürlich immer wichtig, um sich persönlich auch weiter entwickeln zu können, du solltest deine Geschichte jedoch nicht abhängig von den Präferenzen deiner Leser machen. Denn am Ende des Tages muss dir gefallen, was du geschrieben hast. Ist dem nicht so, dann kannst du drauf wetten, dass du binnen kürzester Zeit das Handtuch werfen wirst, weil dir einfach die Lust fehlt. Eben weil du die Dinge nicht so anpackst, wie du es am liebsten würdest.
      Abgesehen davon sieh es doch mal so: Irgendwas an deiner Geschichte muss den Leuten doch gefallen, sonst würden sie sie ja nicht weiterhin lesen und kommentieren ;)

      PS: Allen kann man's sowieso nie recht machen. Also belaste dich weniger mit dem, was den anderen am besten gefallen würde und befasse dich lieber damit, was dir am besten gefällt!
    • cinnamon schrieb:

      Ich steh irgendwie neben mir, an der Grenze zwischem "meinem Ding" und "Schreiben für die Leser". Habt ihr irgendwelche Tipps, um bei sich selbst zu bleiben?
      Dazu bemühe ich ein abstrakteres Bild:

      Ich stell es mir so vor, dass deine Leser mit verbundenen Augen in einem Raum sind und durch deine Stimme geführt werden. Wie kannst du sichergehen, dass sie gegen kein Hindernis laufen und dir im wahrsten Sinne blind vertrauen? Indem du klar machst, dass sie unter deiner Führung ans Ziel gelangen und zuvor jene Eindrücke sammeln können, mit denen sie ihre Umgebung besser wahrnehmen können.

      Dann wird nämlich irgendwann klar, in was für einem Raum sie sich befinden, in welchen sie als nächstes gehen und was sie letztlich bei dir erwarten wird. Eine böse Überraschung in Form eines offenen Endes? Wer weiß.

      Wenn man sich als Leser darauf einlässt, kann man Freude daran entwickeln und dir dahingehend vertrauen, dass du mit der Koordination keine Probleme findest.
      Stellt sich die Frage, welcher Typ Koordinator du bist: Schaust du, dass sich niemand stößt, dass man letztlich alles wahrgenommen haben soll, dass man etwas blind ertasten, jedoch nicht identifizieren soll?

      Da du die Einzige bist, die alles sieht und vor allem auch erkennt, in welche Richtung die Leser laufen, weißt du, wie weit dein Raum, der die Geschichte mit ihrer Handlung ist, bereits erfasst wurde. Du bist der Koordinator und diese Rolle kann man dir auch nicht streitig machen.
      Bei einer geskripteten Geschichte ist eben die Frage, inwieweit die Folgen deiner Koordination erwartbar bzw. für dich hinnehmbar sind. Wenn du weißt, wohin die Reise geht und dass sich deine Leserführung dabei nicht widerspricht - das ist eigentlich das wichtigste! - dann ist alles gut.

      Um das Bild zu verlassen: Wenn ein Charakter, den die Leser mögen, sterben soll, dann wird er auch sterben! Das gibt zwar jedesmal frustrierte Antworten oder Schläge ans Schlüsselbein, sobald man den Leser privat trifft, doch manche Elemente gehören zu deinem Führungsstil dazu. Und die Schreibart einer Geschichte beinhaltet ja im Prinzip die Eindrücke, die du den Lesern vermitteln willst und bei denen du dich bestätigt fühlst - und entsprechend freust! - sofern eben jene Eindrücke auch so aufgenommen/wahrgenommen wurden!

      Wenn dir Fragen bleiben, versuch dich in die Sicht des nicht-wissenden und blinden Lesers zu versetzen. Wenn es dich nerven würde, ständig gegen Kommoden zu laufen oder in den offenen Keller hineinzufallen, spätestens dann kann man überlegen, ob man nicht doch mal den Stift ansetzt. Solange du selbst weißt, was du beschreiben willst, dann beschreib das. Was dich nicht überzeugt, streich es!

      Nichts ist schlimmer als etwas schreiben zu müssen, nur weil man es als festes Bestandteil von etwas ansehen muss. Muss es nicht, da es genügend Gründe gibt, es anders zu machen. Wenn du von der neuen Lösung überzeugt bist, fällt es dir auch viel leichter dies zu vermitteln. Und letztlich weiß doch keiner, was du vorhattest. Immerhin bist du die Einzige, die alles sieht. ;)

      Hab auf jeden Fall den Mut, Dinge über den Haufen zu werfen. Solange es dich nicht vollständig überzeugt, wirst du mit diesen fehlenden Prozenten weiterarbeiten. Und irgendwann wird es mehr, entsprechende Handlungsstränge eine Tortur zu schreiben. Solange sich dein Raum nicht verändert, kannst du die Leute auch woanders hinschicken.

      Wenn es zehn Blinde in einer Kneipe sind, dann bleibt es die Kneipe. Ob du sie dort aufs Herren-WC oder in den ersten Stock schickst, ganz gleich. Solange sie nicht plötzlich in einer Kirche sind, ist alles unbedenklich. Denn jeder Mensch ist lieber in der Kneipe - habe ich mir sagen lassen. ^^
    • blink schrieb:

      Was dich nicht überzeugt, streich es!

      Nichts ist schlimmer als etwas schreiben zu müssen, nur weil man es als festes Bestandteil von etwas ansehen muss. Muss es nicht, da es genügend Gründe gibt, es anders zu machen. Wenn du von der neuen Lösung überzeugt bist, fällt es dir auch viel leichter dies zu vermitteln. Und letztlich weiß doch keiner, was du vorhattest. Immerhin bist du die Einzige, die alles sieht. ;)

      Hab auf jeden Fall den Mut, Dinge über den Haufen zu werfen. Solange es dich nicht vollständig überzeugt, wirst du mit diesen fehlenden Prozenten weiterarbeiten. Und irgendwann wird es mehr, entsprechende Handlungsstränge eine Tortur zu schreiben. Solange sich dein Raum nicht verändert, kannst du die Leute auch woanders hinschicken.
      Hier möchte ich mal kurz einschwenken. ich weiß zwar, wie Blink das meint und stimme dem im Grunde auch zu, möchte aber trotzdem die Kehrseite der Medaille noch einmal kur aufzeigen.

      Es wird nämlich nicht immer möglich sein, von jeder Zeile geschriebenen Textes überzeugt zu sein. Als Autor ist man ohnehin mit dem Problem konfrontiert, immer dieses Gefühl der Imperfektion zu verspüren, welches man auch nach ellenlangem Umschreiben nicht ausmerzen kann. Und das ist eigentlich vollkommen legitim. Selbstkritik lässt uns immer nach mehr streben, als möglich ist. Aber allein aus diesem Grund muss bzw. darf man nicht alles über den Haufen werfen. Gerade in einer längeren Geschichte ist es so, dass bestimmte Szenen einfach erscheinen müssen. Sei es, weil lange auf sie hingearbeitet wurde, weil eine neue wichtige Figur eingeführt werden muss oder einfach, weil diese Szene längst ein fester Bestandteil der Planung geworden ist, auf dem weitere Szenen aufbauen. Oft kommt es dann vor, dass einem gerade diese -längst vorausgeplante und so oft gedanklich durchgespielte- Szene unmöglich zu schreiben vorkommt. Vielleicht handelt in ihr eine Figur, mit der man selbst nicht ganz grün ist. Oder man ist vom Setting nicht überzeugt. Oder man hat einfach das Gefühl, nicht in der richtigen Stimmung zu sein. Oder sie wirkt nie so gut auf dem Papier, wie sie im Kopf war, obwohl sie eigentlich gut ist. Oder weiß der Fuchs.
      Der Punkt ist nun, dass man derartige Szenen in der Regel nicht einfach über den Haufen werfen kann. Sicher sind spontane Änderungen immer möglich und manchmal auch nötig, aber in gegebenen Fällen kosten diese eventuell mehr, als sie am Ende geben.

      Auch als Autor kann man nicht jeden Charakter oder jeden Handlungsstrang mögen. Klar, man hat seine Lieblingsfiguren, -orte und -plots. Von manchen ist man überzeugter als von anderen. Das heißt aber nicht, dass diese im Gesamtgefüge weniger wichtig sein müssen. Das hat der Autor dann allein zu entscheiden. Persönlich denke ich aber, dass man niemals zu leichtfertig mit dem Rotstift oder sonstigen Werkzeugen umgehen sollte. Eine fixe Idee einzufügen, kann gefährlich sein, da man am Ende womöglich keine logische Auflösung der Situation hinbekommt. An dieser Stelle muss man sich dann erst weiterführende Gedanken machen. Und ähnlich verhält es sich bei Kürzungen, Auslassungen oder umgestellten Passagen.
      Zumal man auch knallhart sagen sollte, dass man sich zuweilen einfach durchbeißen muss. Spätestens im fortgeschrittenen Mittelteil oder dem Finale einer Geschichte/eines Arcs/einer Saga gibt es in der Regel kein zurück mehr. Wenn einem der Antagonist dann nicht gefällt bzw. er einen nicht überzeugt, muss man trotzdem mit ihm weiterarbeiten. Sonst wird's unbefriedigend für die Leser. Auch das ist das Los des Autors. Wenn der Charakter in der Praxis ganz anders wird, als in der Theorie ausgearbeitet, kann man ihn bekanntlich nicht so leicht streichen, nachdem man ihn vorher groß aufgebaut hat. Aber dem Leser werden deine Leiden mit Sicherheit nicht wirklich auffallen, solange du weiterhin halbwegs ordentlich schreibst.

      Lange Rede, kurzer Sinn: Auch ich habe schon ganze Handlungsstränge gestrichen, spontane Rückblenden und Figurenauftritte und sonstige Sprünge eingefügt, um mich vor eher unliebsamen Szenen noch eine Woche drücken zu können. Aber das funktioniert halt nur bedingt. In kleineren FFs ist es noch eher eine Option, da man weniger Stoff auf Logik und Konsistenz überprüfen muss, aber nach etwa 100 Kapiteln ist zumeist der Punkt erreicht, an dem es kaum noch ein zurück gibt. Zumindest was das Einstanzen von Orten, Personen oder Plots betrifft. Hier kann dann nur noch weg, was noch nicht erwähnt, benannt oder angeteasert wurde - und selbst dann sollte man den Rattenschwanz niemals unterschätzen, der da dranhängen könnte. Und plötzlich sieht man sich Planungen gegenüber, die man niemals anstellen wollte - nur, weil man von einer einzigen Figur oder Szene nicht überzeugt war.^^


    • Vielen Dank für eure bereits wunderbaren Beiträge und Hilfen :3

      Eure Sichtweisen sorgen auf jeden Fall schon mal wieder für ein wenig mehr Entspannung bei mir *whew*
      Ich hab gestern nach den ersten Antworten noch mal über mein Problem nachgedacht und heute morgen kam es mir dann, was mich genau aus der Bahn warf, und zwar folgendes (Fett markiert):


      Moxie schrieb:

      In Kapitel 2 beschäftigen wir uns mit den ersten Schritten der Ermittler, namentlich dem Verhör des nervlich gemarterten Bürgermeisters und der Autopsie eines Mordopfers. Dabei hast du dir erzählerisch alle Zeit der Welt genommen, was dir selbstverständlich freisteht, nichtsdestotrotz in diesem frühen Stadium einer für 8 Kapitel angesetzten FF doch außergewöhnlich ist. Gut, du hast mir ja schon verraten, dass es wohl mehr als 8 werden.
      Was ich sagen will: Setze das Pacing nicht zu langsam an. Im aktuellen Kapitel ist es nachvollziehbar, da du so früh die Ausgangslage eindrücklich klar machen konntest, aber auf lange Sicht fände ich einen Tick mehr Tempo und Prägnanz noch wünschenswert.


      Ich weiß ja, dass er es in keinster Weise böse meinte, und dass dies konstruktive Kritik ist, vielleicht hab ich es auch falsch aufgenommen und missverstanden, aber wie gesagt - mein Kopf ist halt manchmal doof und frisst sich an Sachen fest, die gar nicht so hart gemeint wurden.
      Jedenfalls, ich hab darüber nachgedacht, und kam zu dem Ergebnis, das mir Kap.2 viel mehr Spaß gemacht hat als Kap.3, eben wegen der Szene mit dem Bürgermeister und dem derart ausführlichen Beschreiben seiner geistigen Verfassung, und wie sie während des Gesprächs immer weiter den Bach runtergeht. Ja, es wurde sehr ausführlich, aber, es machte mir unglaublichen Spaß.

      Dann kam der Kommi und mein Hirn dachte "Oh Gott, das war also nicht gut?! Ich muss es ändern, ich darf es nicht weiter und so tief beschreiben!". Gesagt, getan - bei Kap.3. Und .. das Kapitel machte deutlich weniger Spaß.
      Das meinte ich bei meinem Eintrag gestern mit dem Grübeln über das Pacing. Und ob ich es schneller schreiben soll, schneller von Ort zu Ort wechseln. Nicht zu lange bei einer Sache bleiben. Nicht so tief ausschmückend wie den Bürgermeister. Ja.. :/

      Moxie hat ja am Ende seines Kommentares sogar selbst gesagt, dass sich ein derartiges Pacing wie beim Bürgermeister dann eben bezahlt macht, was den Charakter betrifft. Nur .. da hing es schon in meinem Kopf. Und Tage später hab ich immer noch dran rum gegrübelt und wusste schon nicht mehr, woher das Grübeln kam. Nun weiß ich es wieder, und gemäß euren Kommentaren, müsste ich bei dem bleiben, was ich mag, also das Aufzeigen des geistigen Zustandes der Person, der Emotionen, etc., auch wenn es dadurch etwas langsamer voran gehen würde, hmm...





      PS: @Moxie
      Bitte, bitte, bitte nimm das nicht als Affront! Ich schätze deine Kommentare zu meiner Geschichte sehr! Mein Kopf ist doof, dass er sich so negativ daran festgefressen hat, nicht Du! Also bitte hör nicht auf bei mir zu kommentieren, ich würde es vermissen ;___;

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    • Dann erwartet man jetzt wohl doch ne Stellungnahme vom Täter, wa? ^^

      Was soll ich sagen, Bo und blink haben eigentlich alles gesagt, trotzdem will ich deren Beiträge noch mal recyclen, damit du beruhigt mit deiner Geschichte fortfahren kannst.

      Zuerst: Falsch verstanden hast du schon mal nichts, ich meinte, was ich sagte. Als Kommentator sehe ich mich auch in der Pflicht, ehrlich zu sein, andernfalls könnten wir die Kommentarfunktion hier deaktivieren und unseren Autorenschwanzvergleich anhand der Likes festmachen. Ok, das war unglücklich formuliert, aber du verstehst sicher, worauf ich hinaus will.

      Nichtsdestotrotz stimme ich zu, die anderen dir dazu raten, eher auf dich zu hören und zu tun, worauf du am meisten Bock hast. Man muss nicht jede Kritik widerlegen oder nachbessern, solange man sie nicht wissentlich ignoriert. Denn sonst säße jeder Autor hier auf der Bühne eines Wunschkonzertes und könnte sich vor lauter Songwünschen gar nicht retten. (Denselben Song noch mal und los!)

      Du wirst das bestmögliche Ergebnis erzielen, wenn du es so angehst, wie es dir am meisten Spaß macht. Bei Dingen, die in den Bereich der Hobbys fallen, kann man das wohl tatsächlich so sehen, obwohl ich normalerweise eher so eine 'Das Leben ist kein Ponyhof'-Mentalität vertreten würde.
      Aber hier schreibst du in erster Linie um des Schreibens willen, nicht weil du den den Zwang verspürst, jemanden zufriedenstellen zu müssen. Zumindest sollte das nicht der Fall sein, wenn es dir manchmal anders geht, weiß ich da aber auch keinen sicheren Ausweg. Vielleicht kennt Dr. Krueger einen.

      Meiner Meinung nach solltest du mit Kritik lockerer umgehen. Ich zum Beispiel -und ich wage zu behaupten, dass ich damit für alle hier spreche- habe überhaupt kein Problem damit, wenn ein Autor hier sein Ding macht, selbst wenn dadurch Kritik stellenweise nicht angenommen wird. Eben dann, wenns um Geschmackssachen geht.
      Man sollte da keinen Zwang sehen, hier irgendjemandem etwas recht machen zu müssen. Hier kennt niemand den anderen und hat keine Konsequenzen zu befürchten xD

      Und mal ganz abgesehen davon, hast du ja selbst noch erwähnt, dass ich deine Geschichte an keiner Stelle wirklich schlecht fand. Soll heißen, so schlimm kann es nicht gewesen sein. Aber nur loben wäre doch langweilig.

      Also, Kopp hoch und vor allem frei mach und weiterschreiben.
    • Was tun gegen Schreibblockaden?

      Ich mach grad alles mögliche - nur nich an meinem neuen Kapitel schreiben ... meh, wieso klappt das nicht? ;__;

      Hoffe, es ist okay, wenn ich das hier aufgreife und meine Erfahrungen dazu schildere:
      Wichtig und vorallem schwer ist es, einen Eisbrecher zu finden um anzufangen. Doch weshalb fängt man nicht an bzw. weshalb bedarf es dort einer Überwindung, obwohl man das Schreiben als solches mag? Allein diesen Widerspruch durchzudenken, bremst einen zusätzlich!

      Ich mache mir immer Gedanken darüber, dass ich beim schreiben alleine bin, was mich ziemlich blockiert. Einerseits kann ich nicht schreiben, schlafen oder lesen, wenn ich gefühlt alleine bin, andererseits muss ich die Konzentration dafür aufbringen, mich nicht von meiner Umgebung ablenken zu lassen. Braucht man ein Umfeld, das einen in irgendeiner Form anleitet oder aber doch ein stilles Kämmerlein? Für letzteres empfehle ich das Programm Darkroom, das einen völlig auf den Bildschirm und den Text fokussiert. Zum Teil schreib ich da um ein vielfaches schneller, da ich nicht einmal mehr genau einschätzen kann, ob es viel oder wenig ist, während ich bei office immer weiß, wie viel von meinen [bei mir zwei] Seiten bereits mit Text gefüllt sind. (Und dann damit hadert, wie wenig bzw. viel es ist!)
      In einem richtigen Flow malt man sich mit jedem Satz die Handlung vor dem inneren Auge immer genauer aus und versetzt sich in die Gedanken der Charaktere hinein, entsprechend ist man - ohne Skript - gespannt darauf, wie er letztlich handeln wird.

      Ein wenig eigen wären dahingehend folgende einleitende Sätze, die man als Eisbrecher zu Papier bringt - einfach, um irgendetwas zu schreiben! - wie zum Beispiel:

      Psst, folgt mir leise und unauffällig...Denn ich glaube, dass ich euch endlich den schlafenden Riesen zeigen kann!

      Schreib das mal, ganz unabhängig vom Inhalt, denn diese Aussage beinhaltet in seiner Kürze sehr viel Spielraum für Spekulationen:
      - Wer spricht zu den Leuten? Wer folgt/vertraut dem Sprecher? Wie sicher/riskant ist dieses Unterfangen? Wieso scheint es gerade jetzt sicher zu sein? Was passiert, wenn man den schlafenden Riesen weckt? Welches Bild steht für den "schlafenden Riesen", der als solcher ja nicht einmal ein schlafender Riese im eigentlichen Sinne sein muss?

      Diese Fragen lassen sich auf so viele mögliche eigene Handlungen und Interaktionen ummünzen, dass es bereits ein Anker für die Gedanken sein kann, die man letztlich zu Papier bringen will. Als Eisbrecher sollte es funktionieren, da du zum einen etwas schreibst, zum anderen bereits unzählige Assoziationen kreierst, mit denen du weiter an deiner Story arbeiten kannst.
    • Vielen Dank für deine Antwort, blink :)

      Deine Vorschläge sind auf jeden Fall hilfreich für den Fall, dass ich mal wieder gar nicht voran komme, wenn ich die aktuelle FF durch hab. Mein Problem bei Kapitel 4 war im Konkreten allerdings, dass ich nicht wusste, wie ich weiterschreiben sollte. Also Plotmäßig. Ich habe mir die Geschichte ja schon ziemlich zurechtgelegt, auf Kapitel verteilt und so jedes Kapitel stichpunktartig beschrieben, was darin vorkommen soll. Ich hatte also Stand Ende Kapitel 3, und hätte also eigentlich einfach nur bei Kap.4 weitermachen müssen. Aber genau das war mein Problem. Es wollte einfach nicht. Es ging Plotmäßig einfach nicht so voran, wie ich es geplant hatte. Als ich dann, nach zwei Wochen, endlich auf die glorreiche Idee kam, doch vllt den Plot etwas zu ändern und nicht allzusehr auf meiner Ursprungsidee zu beharren, ging das Kapitel dann doch ganz gut. Vllt war es auch die Frische, die der neue Plot reinbringt. Oder die Tatsache, das ich nun mit einer Figur besser in die Richtung komme, die ich anstrebe. Jedenfalls ist es nun wieder besser :)




      Aus dem Hänger also gelernt:

      Mach dich nicht zu sehr an der ursprünglichen Plotidee fest, sonst fährst du dich schnell fest und kommst mit deiner Story nicht mehr voran. Flexibilität ist gefragt!
    • Ich bin mir grade nicht sicher, ob das überhaupt hier hingehört, aber ich wusste auch nicht wirklich, wo ich sonst meine Fragen stellen sollte. Da dass hier scheinbar die Selbsthilfegruppe für anonyme Autoren ist, schien es mir einfach passend. Oder ist das nur ein Deckmantel und über PN redet ihr eigentlich nur über Alkohol und andere Drogen?
      Nein, also als angehender "Autor" und eher stiller Mitleser des Fanfiction Bereichs, versuche ich mich schon seit mehreren Monaten an einer eigenen Fanfiction. Ideen für einen Plot habe ich schon, nur mangelt es mir manchmal an Zeit alles aus Papier zu bringen bzw auch meine Gedanken richtig zu ordnen. Dennoch dank eurer Tipps hier kam ich in den letzten paar Wochen wesentlich besser voran, danke dafür. :)

      Was mir allerdings immernoch besonders schwer fällt, ist es eine gewisse Atmosphäre in meiner Handlung aufzubauen bzw einfach mehr ins Detail zu gehen. Also die große Kunst liegt ja darin auch mal die Umgebung, das äußere Erscheinungsbild der Charaktere sowie eben auch deren Gefühlszustande detaillierter zu beschreiben. Damit der Leser sich das Ganze auch bildlich vorstellen kann und versteht, was die jeweiligen Charaktere grade denken. Bei mir wirkt das Ganze jedoch recht oft gehetzt, zwar versuche ich natürlich auch zB meine Protagonisten und Nebencharaktere besser zu beschreiben, aber so recht gelingen will mir das nicht. Also ist meine simple Frage jetzt, wie kann ich sowas verbessern bzw kann man das überhaupt gezielt üben ? Oder muss ich einfach nur mein Vokabular erweitern und das kommt von alleine? Also reine Übungssache sozusagen.

      Bin mir natürlich bewusst, dass ich einfach mal mehr freie Zeit darin investieren muss, welche allerdings doch recht beschnitten ist und ich dann lieber in andere Hobbys wie Gaming investiere. Da bin ich ehrlich, in meiner Prioritätenliste steht das hier nicht so weit oben. Trotzdem möchte ich versuchen besser zu werden und hoffte daher auf paar Tipps, vielleicht kennt jemand das Problem aus seiner Anfängerzeit und kann mir hier helfen. Spaßhalber habe ich mal paar Bilder genommen und angefangen diese zu beschreiben. Danach hatte ich vorgehabt meine Beschreibungen einem Außenstehenden zum Lesen zu geben, und er soll mir dann sagen, ob er sich das in seiner Fantasie so vorstellen kann. Weiß jetzt allerdings nicht, ob mir dieser Ansatz großartig was bringt.


      @-Bo- Das kann ich gerne mal machen. :) Allerdings muss ich dafür am Wochenende mal einen kleinen Textauszug auf meinen Rechner abtippen. Ich bringe halt meine Texte/Ideen ganz normal noch auf Papier, was erstmal komisch klingt. Aber ich muss schon Studium/Arbeiten bedingt viel am Monitor was abtippen, da möchte ich einfach mal was für meine Handschrift tun. ^^

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    • Also ich würde dir raten, uns hier einfach mal einen kleinen Einblick in deine bisherige Arbeit zu geben. Wir können dir jetzt tausend Tipps geben, wie man beschreibt und einen Text mit Leben füllt, aber das alles bringt dir im schlimmsten Fall gar nichts, wenn unsere Ratschläge nicht mit deinem Stil übereinstimmen. Da wir nicht wissen, wie gut bzw. weit du schon bist, könnte wir dir eher nur allgemeinere Phrase liefern, die aber den Kern der Sache wohl mehr verfehlen oder streifen als treffen würden.

      Poste doch hier einfach mal einen deiner Texte oder Textauszüge, dann können wir dir direkt und am Beispiel Verbesserungsvorschläge unterbreiten. Das macht sich meiner Erfahrung nach immer wesentlich besser. :)


    • So etwas verspätet sry Leute, also hier wäre mal ein kleiner Textauszug von meinem Geschreibsel. Ich hoffe, das Ganze bringt etwas und wie gesagt bin leider noch ein ziemlicher Anfänger. Freue mich auf Kritik und Verbesserungsvorschläge. ^^

      Spoiler anzeigen

      Knacks. Die junge Mei fluchte leise vor sich hin, nachdem sie unbeabsichtigt auf einen kleinen Astzweig getreten war. Sofort kniete sie sich nieder und versuchte angespannt herausfinden, ob sich jemand ihr beziehungsweise dem dicken Baumstamm, hinter dem sie versteckt saß, näherte. Ihr Herz raste dabei, einen Fehltritt konnte sie sich nicht mehr erlauben.
      Unter gewöhnlichen Bedingungen wäre dieses kleine Missgeschick kein großes Problem gewesen, dennoch ihre Lage war alles andere als gewöhnlich. Sie befand sich nämlich inmitten eines dicht bewachsenen Waldes und um sie herum herrschte absolute Dunkelheit. Mit Ausnahme von dem schwachen Mondschein durchdrang kein Licht die Finsternis. Dies hatte zur Folge, dass ihre Verfolger sich mehr denn je auf ihr Gehör verlassen würden. Sie musste sich also mit äußerster Vorsicht fortbewegen, denn auf Unterstützung von außen konnte sie sich nicht verlassen. Erschwerend kam noch hinzu, dass sie erst vor wenigen Minuten von einem Pfeil an der linken Schulter getroffen wurde. Ihre Verletzung war zwar nicht sonderlich tief, dennoch lief ihrBlut den Arm herunter und die Wunde schmerzte. Sie musste die Blutung bald mal stillen und das Ganze verarzten , doch dazu war aktuell einfach keine Zeit. Sie musste noch etwas durchhalten.
      Plötzlich vernahm Mei diverse Stimmen. Erst waren diese kaum zu hören, dann wurden sie deutlicher und lauter. „ Hört zu ihr stinkenden Maden, irgendwo hier muss sie noch sein..... “, ließ jemand mit einer eisigen Stimme durchblicken. Er hielt kurz inne, schnüffelte und fuhr dann aufgeregt fort. „Ja ich kann es riechen, sie war erst vor Kurzem hier. Und da ist noch was.... Blut, ohja das ist wirklich Blut. Sie muss verletzt sein. Hört mir gut zu …...“
      Mei schloss die Augen und biss sich auf die rechte Wange. Die Information, dass der Anführer ihrer Verfolger über einen derartig guten Geruchssinn verfügte, war ihr neu und gefiel ihr gar nicht. Damit hatte sie nicht gerechnet. Ewig konnte sie sich hier nicht mehr verstecken. Sie richtete sich langsam auf und überlegte, ob sie einen Blick auf ihren Verfolgertrupp wagen konnte. Wenn sie das richtig abschätzte, war sie sowieso noch weit genug entfernt, sodass die Männer sie nicht sehen konnten. Hilfreich war dabei ihr dunkeler Kampfanzug, welche sie mit der Umgebung verschmelzen ließ und sie praktisch unsichtbar machte. Langsam lugte sie hinter dem Baumstamm hervor und erblickte ihre Feinde, welche sie eindringlich analysierte. Glücklicherweise war Mei anders als die meisten Menschen die Dunkelheit und Stille der Nacht absolut gewohnt, war sie schon immer ein sehr nachtaktives Wesen.
      Die Soldatentruppe bestand aus grade mal 5 Mann, diese geringe Anzahl überraschte sie ziemlich. Bei genaueren Hinsehen fiel ihr jedoch auf, dass keiner ihrer Verfolger normal war.
      Denn die Männer waren zwar wie die meisten Soldaten mit schweren Brustpanzern, Schulterplatten sowie großen Anderthalbhändern bewaffnet. Was jedoch an ihnen besonders auffällig war, waren die 2 knorrigen großen, schwarzen Hörner, welche seitlich aus ihren Köpfen wuchsen sowie die mit mit Flecken überzogene, merkwürdige Haut. Menschlich war das nicht, aber auch so hätten diese Männer definitiv keinen Schönheitswettbewerb gewonnen.
      Doch wer Mei wirklich etwas Sorgen bereitete, war der Anführer dieser Mistgestalten. Ein breitschultriger, muskelbepackter Hüne, welcher mit über 2 Metern einfach nur riesig war und ihr wohl mit seinen bloßen Händen das Genick brechen könnte. Anders als seine Untergebenen trug er lediglich nur ein dünnes, ärmelloses Oberteil. Verrückt, wenn man bedenkt welche Jahreszeit grade herrschte. Sie erkannte dabei deutlich die unzählige Narben an seinem Körper, was ein Beweis dafür war, wie viele Schlachten und Kämpfe dieser Barbar schon hinter sich hatte. Sein Gesicht konnte Mei allerdings nicht sehen, da er mit dem Rücken zu ihr stand.
      „Also schön, ihr teilt euch auf Männer! Wenn irgendjemand sie findet, möchte ich, dass ihr sofort unseren einheitlichen Signalruf verwendet!“, befahl er mit kalter Stimme. „Ich werde auch sofort da sein, und diese Hure wird es dann bereuen unser Lager angegriffen zu haben. Sie gibt bestimmt eine gute Sklavin, nachdem ich ihr erst mal paar Manieren beigebracht habe.“ Er lachte kurz auf und ergänzte dann: „Also noch irgendwelche Fragen?“
      Seine Männer schrien im Chor „Nein Hauptmann!“, wobei deutlich die Angst aus ihren Stimmen zu hören war. Sie befürchteten, wenn sie die Frau nicht finden würden, dass ihr Hauptmann seine Wut an ihnen auslassen würde. Doch dann trat er ein recht jung aussehender Kerl zögerlich hervor, und stammelte: „ V-V- Verzeihung... ähm mein Herr... haltet ihr es wirklich für eine gute Idee, wenn wir uns aufteilen? U-U-Und sollten wir nicht vielleicht lieber einen Verstärkungstrupp für die Suche anfordern?“
      Während er sprach, schluckten die Männer schwer. Sie alle dachten das Gleiche, dieser Typ hatte grade eine wichtige Regel gebrochen. Der Hauptmann schaute seinen Untergebenen kurz an, und bat diesen mit einer Handbewegung näher zu kommen. Der junge Soldat trat aus der Truppe langsam und mit paar zögerlichen Schritten hervor. Er spürte wohl, dass er irgendwas Falsches gesagt hatte, daher rannen ihm Schweißperlen von seinem Gesicht. Nachdem er sich 2-3 Schritte genäherte hatte, schoss ohne jegliche Vorwarnung der rechte Arm des Hauptmanns hervor und seine Hand umschloss fest den Hals des Jungen. Letzterer hatte keine Zeit gehabt zu reagieren, da wurde er mit einer schnellen Bewegung in die Luft gerissen.
      „ Männer, was ist die wichtigste Regeln in meiner Einheit?“, fragte der Hauptmann mit ruhiger, und doch bedrohlicher Stimme. „Keine Frage stellen, nur Befehle befolgen!“, antworteten seine Männer mit ängstlicher Stimme. „Ganz genau. Und du kleiner Wurm wagst es dann noch mir irgendwelche Vorschläge zu nennen? Meinst du etwa ich überschätze mich?! Dieses Weibsstück hat nicht den Hauch einer Chance gegen uns!“, spie er seinem Opfer ins Gesicht. Doch sein Opfer hörte ihn schon längst nicht mehr zu, dieser versuchte mit beiden Armen sich aus dem Würgegriff seines Peinigers zu befreien. Doch vergeblich, er war zu stark. Zwar versuchte er noch mit verzweifelten Tritten sich aus seiner Lage zu befreien, doch die Tritte gingen ins Leere. Langsam wurde er schwächer, seine Armen baumelten nur noch schlaff nach unten bis er schließlich tot war.
      Mit einer einfachen Bewegung, fast so als würde er ein Stein werfen, schmiss dieses Monster von Hauptmann die Leiche gegen einen Baum . Mit voller Wucht knallte dieser dagegen und blieb schließlich reglos auf dem Boden liegen. Angewiderte wischte sich der Hauptmann seine rechte Hand an seiner Hose ab, und wiederholte seine erste Frage noch einmal in aller Ruhe: „Also wer hat noch irgendwelche Fragen?“ Die Männer schüttelten den Kopf, zu groß war ihre Angst, um noch irgendwas zu sagen und mit einer Handbewegung entließ ihr Befehlshaber sie.
      Mei zog sich langsam zurück und schüttelte den Kopf. Mitleid hatte sie mit diesen Soldaten nicht im Geringsten, immerhin hatten viele von ihnen mit purem Vergnügen ganze Dörfer verbrannt, Frauen misshandelt, Männer gefoltert und sogar Kinder getötet. Dennoch diese sinnlose Gewalt und Grausamkeit machte sie wütend. „Nun damit sind es eben nur noch vier. Was für erbärmliche Trottel.“, dachte sich Mei im Stillen.
      Sich aufzuteilen und so laut ihren Plan zu verkünden, war wirklich alles andere als klug. Einerseits freute sich Mei, das würde die ganze Sache vereinfachen. So konnte sie nämlich ihre Feinde gezielt ausschalten ohne dabei zu riskieren noch mehr von der Sorte anzulocken. Dennoch war sie auf der anderen Seite etwas verärgert, dass man sie derartig unterschätzte. Aber das war schon immer so, sie war halt eine Frau und Frauen waren in ihrem Land für gewöhnlich keine richtigen Kämpferinnen. Aber Mei war schon immer anders, sie hatte schon von klein auf an trainiert und war von der Physis her vielen Männern weit überlegen. Auch diese Männer sollten trotz ihrer Größe kein Problem darstellen, nur bei dem Hünen war sie sich nicht sicher.
      Schließlich seufzte Mei vor Erschöpfung, sie war eigentlich schon viel zu lange unterwegs und ihre Mission war immer noch nicht erfüllt. Zudem hatte sie seit Tagen nichts mehr gegessen und hoffte bald mal wieder was zwischen die Zähne zu bekommen. Und ganz besonders wünschte sie sich mal wieder ein schönes, langes Bad. So langsam hatte sowieso sie keine Lust mehr auf diese Versteckspielchen. Das war einfach nicht ihr Kampfstil. Ihr Meister und Ziehvater hatte sie in der Vergangenheit oft dafür getadelt, dass sie zu ungeduldig seie und ständig die offene Konfrontation suchen würde. Doch Mei besaß nicht die Geduld, welche zum Schleichen benötigt wurde.
      "Also gut, beenden wir es ihr Schweine. Kommt her, wenn ihr euch traut", flüsterte Mai mit kampfeslustige Stimme. Und wie auf Befehl vernahm sie ein Rascheln, da näherte sich jemand. Jetzt muss es schnell gehen, dachte sich Mai. Sie zog die schwarze Kapuze ihres Kampfanzugs über den Kopf und kletterte mit spielenden Leichtigkeit den Baum hoch, die Schmerzen in ihrer Schulter versuchte sie dabei so gut es geht zu ignorieren. Oben an der Baumkrone angekommen, blickte sie auf einem Ast sitzend nach unten. Da war tatsächlich einer von den gehörnten Soldaten, der sich sehr langsam und mit äußerster Vorsicht durch den Wald bewegte. Bei jedem kleinsten Geräusch wie zum Beispiel einem Windhauch drehte er sich panisch um, kam allerdings nie auf die Idee nach oben zu schauen. Wobei selbst wenn, übersehen würde er sie wohl trotzdem. Die Orientierungslosigkeit dieser Männer amüsierte sie, wie hilflos und schwach sie einfach wirkten. Und der gute Hauptmann, nun der würde seine Entscheidung schon sehr bald bereuen.
      Mit einer schnellen Bewegung zog sie eine keilförmige, kleine Klinge aus der Seitentasche. Auch Kunai genannt, welches Meis favorisierte Waffe darstellte. "In Ordnung, dann drehen wir mal das Spiel um. Die Jäger werden nun zum Gejagten." Ihr Hunger, ihre Schmerzen sowie die Müdigkeit durch die Strapazen der letzte Tage waren wie weggeblasen. Mei war nämlich fest entschlossen, ihre Verfolger endgültig zu beseitigen und ihre Mission zu beenden.

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    • Abend ^^ Eine kurze Frage und zwar,
      War mein Text jetzt einfach so schlecht, dass euch die Worte gefehlt haben oder war es schlicht und ergreifend langweilig zu lesen?
      Würde schon gerne wissen, wo ich mich dran setzen soll und wie ich meinen "eigenen" Schreibstil finde. Sehr gerne auch über PN, und ich störe mich überhaupt nicht an Kritik. Darf also ruhig gnadenlos sein. Kenne auch sonst niemanden in meinem Kreis mit dem ich über sowas reden kann. Und wäre daher für jede Hilfe dankbar. Ansonsten kann ich auch gerne noch paar andere Textauszüge hochladen.
    • Du hast um ein paar Wochen den absoluten Höhepunkt des FF-Bereichs verpasst. Im September/Oktober hättest du noch zahlreiche Antworten bekommen, aber inzwischen sieht es hier leider wieder etwas grauer aus.
      Ich bin zwar nicht mal annähernd auf dem Level eines Vexors, Bos oder blinks, aber so ein bisschen Ahnung habe ich auch vom Schreiben, also werde ich mal ne kleine Einschätzung zu deinem Text abgeben, da eigentlich niemand so lange auf eine Antwort warten sollte ^^

      Vom Stil her finde ich ihn schon ganz in Ordnung. Allerdings kann man den individuellen Stil sowieso schlecht bewerten, da es hier immer irgendwo um den eigenen Geschmack geht. Solange man also keine ständigen Wortwiederholungen macht und sämtliche Regeln der Grammatik und Rechtschreibung missachtet, kann man da nicht viel falsch machen. Der ganz eigene Stil entwickelt sich dann mit der Zeit und anfangs kopiert man automatisch schon den Schreibstil anderer Autoren, weil man deren Geschichten häufig gelesen hat. So ist es zumindest bei mir, welche sich vorallem humoristisch, stark an Terry Pratchett orientiert. Erst jetzt, nach einem knappen Jahr merke ich wie ich allmählich meinen eigenen Stil entwickle.

      Aber zurück zu deinem Text. Er war wie gesagt ziemlich flüssig zu lesen und auch der Inhalt war interessant genug um mich bei der Stange zu halten. Mich würde mal interessieren ob du den so aus dem Blauen heraus geschrieben hast oder ob er Teil einer Geschichte ist?
      Was mich dabei am meisten gestört hat, war noch die Aufteilung. Das ist etwas, dass ich auch erst mit der Zeit gemerkt habe, aber eine Leerzeile ab und zu kann nicht schaden. Obwohl das sicherlich auch wieder diskutbabel ist, meiner Meinung nach ist ein Text aber wesentlich leichter zu lesen, wenn er etwas aufgeteilt ist und nicht so blockartig daher kommt, mit nur fünf Wörtern in jeder fünften Zeile.
      Was mich direkt zum nächsten Punkt bringt: Zahlen sollten auf jeden Fall ausgeschrieben werden. Ich selbst habe das früher auch nie gemacht, bis mal ein gewisser User mit langer Nase mich beim Fanfiction Turnier darauf aufmerksam gemacht hat mit der Begründung, dass das einfach nicht schön aussieht und im Nachhinein muss ich ihm da definitiv zustimmen.

      Die Wahl deiner Worte finde ich dann aber wieder hervorragend. Du verwendest weder eine zu hoch gestochene Sprache, die mit tausenden von Fremdworten daher kommt und sich schmückt wie eine Millionärsgattin, noch ist sie zu simpel und unterfordert den Leser. Auch hast du keine Rechtschreibfehler gemacht, was ich so gesehen habe und falls doch, dann war das sicher nur ein Tippfehler, was ja immer mal passieren kann und nur menschlich ist.
      Zu deiner Kommasetzung kann ich leider nicht viel sagen, wie man vielleicht bereits erkennt. Egal wie sehr ich mich bemühe, ich kann die meisten dieser kleinen Mistvieher einfach nicht richtig setzen =D

      Im Endeffekt bleibt also zu sagen, dass dein Schreibstil für einen Anfänger schon ein ziemlich hohes Niveau aufweist und du das auf jeden Fall fördern solltest, wenn du Spaß am Schreiben hast. Ich würde da ja ganz spontan mal vorschlagen, dass du einfach eine FF anfängst und hier jede Woche ein Kapitel hochlädst. Damit hättest du dann zumindest mal blink, qoii und mich als feste Leser, die dir auch Tipps geben können wie du dich verbessern könntest.
      Und falls dir eine fortlaufende FF zu anstregend ist, dann ist ja auch eine Kurzgeschichtensammlung denkbar.
    • Wenn ich mehr als sieben neue Beiträge angezeigt bekomme, markiere ich fast immer alles als gelesen. Da ist mir auch dein Beitrag hier durch die Hosenträger gerutscht. Insofern einfach neu markieren, ehe ein aufmerksamer Moderator deinen Doppelpost löscht und dein Weckruf ungehört bleibt. Hat jetzt geklappt, insofern reih ich mich mal als nicht mehr #1-Rezensent ein. Ich hab gestern alles noch auf dem Handy lesen müssen, da ich Tor bereits um 22 Uhr meinen Laptop ausgemacht hatte. ^^

      Einige Sachen sind mir dabei aufgefallen:

      a) Schreibstil: Er ist sehr präzise, für meinen Geschmack zu präzise. Es ist Geschmackssache, ob der Autor einem wirklich sehr bildhaft und detailliert an die Hand nimmt, damit man wirklich gar nichts falsch verstehen kann oder ob er ein paar Sachen einbaut, aber auch vieles auslässt, was man sich selber denken kann bzw. sogar soll. Beides birgt seine Tücken, wobei ich hier einmal sehe, dass du die völlige Dunkelheit abseits des Mondlichts beschreibst, es deiner Protagonistin allerdings ermöglichst Details anhand der Kleidung und Aussehen ihrer Feinde zu erkennen. Der Anführer der Schurken trägt Kleidung am Oberkörper, der zugleich von Narben übersät ist.
      Für mich hat es sich so gelesen, dass dies alles Meis Beobachtungen sind. Andernfalls wärst du doch recht häufig zwischen Erzähler und Erzählender (Denkender) hin- und her gesprungen. Sobald man diese Details etwas weiter verteilt, stellt sich (mir) nicht während des Lesens die Frage, woher sie das alles weiß. Mittendrin wirkte es mit zu vielen Leerzeichen ein wenig wirr - über die Text-/Handlungsabschnitte mag ich Lemon nicht ergänzen. Gehört einfach rein. ^^

      b) Formulierungen: An manchem habe ich mich gerieben, der Vergleich mit dem Schönheitswettbewerb (Auflockerung passte bislang eigentlich nicht so recht in die angespannte Situation) - die Pfeilwunde, deren Blutung "bald mal gestillt" werden müsse, las sich vergleichsweise flapsig. Auch dass sowas blutet und ein Handicap darstellt, ist für einen Leser so selbstverständlich, dass die Information anders angegangen werden kann. Wenn ein Charakter von einem Pfeil getroffen wird, assoziiere ich als Leser jedenfalls nicht mehr, dass das schmerzhaft ist und einen durchaus beeinträchtigt, sondern viel mehr interessieren mich die Hintergründe dazu: Wie geht der Charakter damit um - ist es eine Schramme oder ein todbringendes Erlebnis? - je nachdem sieht der Leser, aus welchem Holz der Charakter geschnitzt ist. Gemeint ist hier, wie Informationen in den Text eingebaut werden können. Verstecke ich das in solchen an sich selbsterklärenden Aussagen, stelle ich es genauso offensichtlich daneben?
      Mathematisch könnte man sagen, dass Text-Informationen einzelne Variablen sind, die je nach Rechenschritt näher an einer eindeutigen Lösung bzw. mehreren Lösungsmöglichkeiten liegen. Als Autor ist eben die Frage, ob man jeden Schritt aufzeichnet, oder doch einige Sachen überspringt/zusammenfasst/umstellt, etc. Es ist natürlich klar verständlich, wenn man es step by step macht, allerdings - hehe - berechenbar zu wissen, wann einem welche Lösung (bzw. im Text Wendungen, Überraschungen) offenbart wird - und vor allem in welchem Tempo; Schlag auf Schlag jedenfalls nicht. (Was mir weniger gut gefiel: Mal schriebst du Mei, am Ende Mai. Sofern da keine Intention hinter stand, ist das bei der einzigen Person mit Namen kein gutes Zeichen, hehe.)

      c) Handlung: Frau versteckt sich im Wald vor "Unholden", bangt um ihre Entdeckung, hört ein Gespräch mit Autoritätsnachweis, fasst (neuen?) Mut - und sieht sich letztlich überlegen und dazu imstande, ihren Auftrag zu erfüllen. So vieles mag ich dazu nicht sagen, da es mir erstmal wichtiger war, die vorherigen Punkte anzusprechen, um die Gestaltung der Handlung besser einordnen zu können. Eine Neuerfindung des Rads ist es nicht, jedoch ist es als Einstiegssetting durchaus gebräuchlich, sich in so einer mulmigen Situation zu üben, die Umgebung zu beschreiben und allgemein ein "Klima" zu schaffen.
      War es anfangs kurz der Eindruck, dass Mei hier um hr Leben bangen muss, hat sich dies zum Ende hin gelegt, als sie erfuhr, dass die Zahl der Gegner erst einmal überschaubar bleibt. Aus einem traurigen Geschöpf wandelte sich das Bild äußerst zügig zu einer selbstbewussten Frau. So richtig wusste ich nicht einzuordnen, ob ich das als übermütig einordnen sollte. Dies beschreibende, von ihr aus gesehen analytische Vorgehen war dann doch so weit zu bewerten, dass eine Überraschung ziemlich ausgeschlossen erschien.
      Anfangs war es so, dass man jederzeit mit ihrer Ergreifung zu rechnen hatte, doch dieses Gefühl legte sich immer mehr, bis am Ende die Gewissheit stand: Da brennt mal gar nichts an. Die Spannung wich eher der Realisierung, dass uns demnächst eine dominante Mei gezeigt wird, bis sie zum Schluss gegen den Anführer der gehörnten Unschönen ein wenig mehr ausholen muss, um ihren Assassinen-Kampfstil durchsetzen zu können.

      Bin gespannt, wie es die anderen sehen und was du daraus für dich ziehen kannst. Ich bin dann zu Tisch, tschüss. : D