Was es gibt noch keinen Thread zu dieser hervorragenden Serie? Gleich einmal Ablinderung verschaffen! Stranger Things ist eine Netflix-Originals-Produktion, die im Juli 2016 veröffentlicht wurde und dem Science-Ficition-Mystery-Genre zugeordnet werden kann. Die achtteilige erste Staffel, deren Folgen um die 40 Minuten dauern, wurde dabei jüngst um eine zweite Staffel verlängert.
- Doch worum geht es? [Spoilerfrei]
Eigentlich denken sich die vier Jungs - Mike, Dustin, Lukas und Will - nichts dabei, als sie im Jahre 1983 in Hawkins, Indiana, eine Partie Dungeons & Dragons spielen und auf den bedrohlichen Demogorgon treffen. Während Will vor die Wahl gestellt wird, ob er sich lieber für einen Feuerball oder einen Schutzzauber entscheiden soll, wird die Partie von Mikes Mutter beendet und die Jungs trennen sich. Ohne zu wissen, ob Will den Demogorgon besiegen kann. Ohne zu wissen, dass sie an diesem Abend vielleicht zum letzten Mal zu viert an diesem Tisch gesessen sind, denn Will Byers verschwindet auf dem Weg nach Hause spurlos. Doch wie ist er verschwunden? Oder besser gesagt, was hat ihn entführt?
Die ganze Stadt, angeführt vom Polizeichef Jim Hopper (David Harbour) versucht Joyces (Winona Ryder) kleinen Jungen zu finden, ohne dabei zu wissen, in welch übernatürlichen Machenschaften sie dabei verwickelt werden könnten; denn die absonderliche Gefahr scheint allgegenwärtig zu sein.
Doch welche Rolle spielt dabei die Regierung und das kleine Mädchen, welches urplötzlich in Hawkins auftaucht?
- Persönliche Wertung [Spoiler]
Schnell zum Kritikerliebling avanciert, schien diese Serie in aller Munde zu sein und da ich letztens ein paar Tage frei hatte und die 8-Folgen sich eigentlich sehr gut anbieten, um eine Serie schnell zu bringen, hab ich mich entschieden, mich an das kleine Serienprojekt zu wagen. Und was soll ich sagen? Netflix hat mich nicht enttäuscht. Gute Produktionen war ich ja bereits durch Daredevil, Jessica Jones oder Narcos gewohnt, aber dass mich die Serie derart in ihren Bann ziehen wollte, hätte ich nicht gedacht. Vielleicht hat Stranger Things aber auch genau meinen Nerv getroffen. Die Musik der 80-er und Serien/Themen der Zeit haben mich schon immer begeistert. Hinzu kommt wohl die Tatsache, dass ich als Alf oder Akte X-Fan dem Genre generell positiv aufgeschlossen bin; dass man mich dann noch mit sonstigen Herdthemen der Zeit - Star Wars, Herr der Ringe, etc. - befriedigen kann, sollte ich definitiv als großen Pluspunkt der Serie anrechnen.
Die Serie schafft es konsequent und narrativ konsistent den Spannungsbogen hochzuhalten und dabei fast die gesamte Palette menschlicher Emotionen innerhalb der acht straff erzählten Folgen aufzuzeigen. Von tief gehender Verzweiflung, herrlichen Humor, kindlicher Freundschaft, jugendlichen Schmetterlingen im Bauch, bis hin zu psychedelischen Misstönen der Angst, Verunsicherung und Verzweiflung, ist alles dabei. Die Suche nach Will und den anderen Personen, die von den übernatürlichen Wesen entführt wurden, die Geschichte um Eleven und die starken Charakterentwicklungen vermischen sich schnell zu einem wahren Feuerwerk der Spannungen, die auch gut ohne zehnfachen Twist oder gar menschlichen Gegenspieler auskommt. Zweifelsohne bedient Stranger Things hier einige Genretropen, aber schafft es meines Erachtens nach diese genau auf die richtige Art und Weise zu vermitteln. Sei es nun Nancy, Mikes brave Schwester, die ihre Grenzen erkundigt, und wohl einer der spannendsten Charakterentwicklungen zur "badass" Monsterjägerin, Steves Läuterung oder auch Joyces emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle und Geisteszustände. Und dennoch wirkt es selten bis gar nicht überzogen, lächerlich oder inkonsistent.
Dies liegt wohl auch Großteils an der hervorragenden Arbeit der beiden Duffer-Brüder, welche die Serie produziert und konzipiert und einen wirklich tollen Cast zusammengestellt haben. Gerade die schon angesprochene Natalia Dyer (Nancy), die alteingesessenen Hasen (Winona Ryder und David Harbour) sowieso, aber auch die fünf Kinderdarsteller; allen voran Millie Bobby Brown, die Eleven verkörpert und mit ihrem ausdrucksstarken Gesicht wohl noch eine ganz große Karriere in Hollywood vor sich hat. Heimlicher Star war für mich allerdings Gaten Matarazzo, der den lispelnden Dustin gespielt hat und stets für den passenden Comic relief zu haben war.
Ebenso überrascht hat mich dann doch die Auflösung, dass keine Aliens per se war, sondern an eine kafkaeske Schattenwelt à la Pans Labyrinth von Guilmero del Toro erinnert hat. Vielleicht führte das dann auch zum weiteren Charme der Serie, die sich für mich auf jeden Fall zu einer der Highlights dieses Jahres gemacht hat.
- Zweite Staffel bereits bestellt [Spoiler]
Nach dem großen (inter-)nationalen Erfolg, den die Serie erfahren hat, war es zwar keine große Überraschung, dass Stranger Things eine zweite Stafel spendiert bekommen hat, aber die Frage, die sich bis vor kurzem gestellt hat, war immer noch, ob es sich dabei um eine Fortsetzung der Serie oder um eine Anthology-Serie (vgl. American Horror Story oder True Detective) handeln wird. Jüngste Neuigkeiten ließen aber darauf schließen, dass die zweite Staffel rund ein Jahr nach den Ereignissen von 1983 spielen wird und damit ein Großteil des Casts wieder mit von der Partie sein wird.
Angesetzt ist die Staffel sogar schon für 2017 und wird dieses Mal 9 Folgen enthalten. Persönlich freut mich das - auf Grund meiner Begeisterung - auf jeden Fall wahnsinnig
- Eure Einschätzung?
Ich hoffe einfach mal, dass ich nicht der einzige Fan hier bin, der die Serie angesehen hat oder, dass es vielleicht zumindest ein paar Leute gibt, die sich die Serie (vielleicht auf Grund meines Threads) die Serie einmal ansehen möchten.
Was sagt ihr zu der Serie? Hat sie euch ähnlich gut gefallen wie mir? Was sagt ihr zu dem Ende, dem ich als einziges immer noch ein wenig zwiespältig gegenüber stehe? etc.
Grüße Vexor





