Darts

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    • Da dieser Sport gerade im Aufwind ist, will ich mal auch hier den Präzisionssport Darts näher bringen.


      Zuerst einmal, Was ist Darts?
      Wie in meinem Einleitungssatz schon geschrieben, handelt es sich hierbei um ein Präzisionssport, ist aber mMn mehr als nur das. Es geht nicht nur um Zielen, Werfen und Treffen, sondern auch darum sich bei seiner Sache zu Konzentrieren und den Gegner unter Druck zu setzen. Die Mentalität muss stimmen und man darf sich nicht vom Publikum ablenken lassen, was ziemlich schwierig ist, da man sich konzentrieren muss und wenn einer dazwischenruft oder pfeift, geht die Konzentration dahin. Auch muss man sich auf den Gegner einstellen, denn jeder hat einen anderen Rhythmus und der kann seinen eigenen Rhythmus stören.


      Wie wird Darts gespielt?
      Das Dartboard ist von der Mitte zum Boden 173cm entfernt und geworfen wird aus 237cm. Es gibt die schwarzen bzw. weißen (Bei Softdarts sind diese Blau und Rot) Felder, was die jeweiligen Singlezahlen (die Punkte 1 - 20) darstellen. Der äußerste Ring stellt die Doppelzahlen dar (die Singlezahlen mal zwei). Dann gibt es noch den inneren Ring, das sind die Triplezahlen (Singlezahlen mal 3), das Bull´s eye (50 Punkte) ist der rote Knopf in der Mitte und um das Bull´s eye ist das (Single-) Bull und zählt nur 25 Punkte.

      Die Dartpfeile beim Stelldarts dürfen nicht länger als 30,5cm sein und nicht schwerer als 50g sein. Beim Softdarts dürfen die Darts nicht länger als 16,8cm sein und dürfen nicht schwerer als 20g wiegen.

      Die Regeln sind einfach. Man startet mit 501 Punkten und diese versucht man möglichst schnell auf Null zu bringen. Geworfen wird mit drei Dartpfeilen und immer abwechselnd. Der Erste, der die 501 Punkte auf Null gebracht hat gewinnt ein sogenanntes Leg. Meistens gewinnt der, der das Leg angefangen hat, weil er den Vorteil hat, zuerst zu werfen. Aber das ist kein Problem, weil man mehrere Legs spielt und es wird immer abwechselnd geworfen (Leg 1 beginnt Spieler A, Leg 2 beginnt Spieler B, Leg 3 A, Leg 4 B usw.). Das Spiel ist gewonnen, wenn man eine gewisse Anzahl an Legs gewonnen hat, was bei jedem Turnier unterschiedlich ist.
      Beispiel bei der Premier League sind es "Best of 12" und wer zuerst 7 Legs hat, gewinnt. Jedoch gibt es NUR bei der Premier League die Möglichkeit auf ein Unentschieden, da es Best of 12 ist und somit ein 6 zu 6 geben kann. Bei der Weltmeisterschaft hingegen gibt es den sogenannten "Setmodus". Man muss beim Finale 7 Sets gewinnen, um Weltmeister zu werden. Ein Set gewinnt man, wenn man 3 Legs für sich entscheidet.
      Hinzu kommt, dass es in vielen Turnieren die "2-Clear-Legs"- Regeln gelten, somit wird gewährleistet, dass der der das Spiel anfängt nicht ein all zu großen Vorteil hat, was bedeutet, dass ein Sieger nur ermittelt werden kann, wenn einer ein Leg gewinnt, was er selbst nicht begonnen hat. Damit aber das Spiel nicht ewig weiter geht, weil jeder Spieler sein Leg gewinnt, dass er angefangen hat, sog gibt es auch das "Sudden Death" Leg. Es wird zuerst ermittelt, wer das Sudden Death Leg beginnt und wer dieses Leg gewinnt, gewinnt das ganze Spiel.
      Wie wird der Spieler ermittelt, der anfangen darf? Am Anfang wird auf das Bull´s eye geworfen und der Schiedsrichter entscheidet, wer näher am Bull´s eye war und dieser darf beginnen bzw. entscheiden, wer beginnen darf. Beim Sudden Death ist es das Gleiche.
      Die höchste geworfene Punktzahl die man erreichen kann sind 180 (Triple 20, Triple 20, Triple 20). Das Leg wird immer mit einem Doppel Beendet oder mit dem Bull´s Eye, das bedeutet, dass man auf dem äußeren Ring werfen muss oder auf dem Roten Knopf in der Mitte. Dabei darf man sich nicht überwerfen, denn sonst zählt es nicht und der Gegner ist dran.
      Beispiel: Ich habe 35 Punkte Rest, dann sollte ich nicht auf das Bull´s eye oder auf die Triple 20 werfen, weil ich sonst zu viel Punkte geworfen habe. Um das Spiel zu beenden, werfe ich eine ungerade Singlezahl, wie die 3, somit habe ich noch 32 übrig und werfe dann auf die Doppel 16. Wenn ich diese treffe, gewinne ich das Leg. Treffe ich diese nicht und werfe die normale 16, kann ich auf die Doppel 8 gehen, sofern ich noch ein Dartpfeil in der Hand habe oder der Gegner das Leg nicht für sich entscheiden konnte. Wenn ich mich überwerfe oder Null werfe, dann darf ich noch mal, jedoch hat erst einmal der Gegner nochmal die Möglichkeit das Leg zu gewinnen.


      Average/Doppelquote und die "Order of Merit"

      Achter Samurai schrieb:

      Bilbroxx schrieb:

      Herbert S. Mendoza schrieb:

      (Der Average gibt an, wieviele Darts im Durchschnitt für ein oder mehrere Legs benötigt werden. Dabei werden verfehlte Doppel mitgerechnet.)
      Ich will nicht lügen und auch nicht behaupten, dass ich mich damit besser auskenne als du, aber ich glaube, dass die verfehlten Doppel in einer eigenen Quote unterkommen und nicht im Average.
      Das stimmt so auch nicht ganz. Ja, die Doppel werden seperat in der Doppelquote erfasst, um zu sehen, wie effizient der Spieler beim Auschecken des Legs ist (gute Werte beginnen ab 30/35 %), aber die Würfe auf die Doppel fließen trotzdem in den Average ein. Ein Beispiel: Ich kann im Schnitt 120 Punkte spielen, wenn ich aber dutzende Darts am Doppel vorbeiwerfe, werden diese als 0 Punkte-Würfe in den Average eingerechnet. Das heißt, ich habe am Ende z. B. einen 95 Punkte-Average, obwohl ich im Schnitt 120 score, weil mir meine miese Doppelquote den Average runterzieht.

      Beim Rekord von MVG, also die 123,40, hätten deutlich höher ausfallen können, wenn seine Doppelquote zum Schluss besser gewesen wäre. van Gerwen hatte im Stande von 6:0 in der Premier League 3 (?) mal das Doppel verfehlt und somit sank der Average von mehr als 130 auf die besagten 123,4. Michael van Gerwen hatte insgesamt eine Doppelquote von 58,33% (7/12) gehabt.
      Die "Order of Merit" ist sowas wie eine Rangliste. Bei jedem Turnier gibt es ein Preisgeld und die Preisgelder werden zusammengezählt und ausgewertet. Wer das meiste Preisgeld hat, ist die Nummer Eins. Dabei wird nur das Preisgeld der letzten 2 Jahre gewertet und nur die Preisgelder zusammengezählt, bei der jeder Spieler die Chance hat mit zu machen bzw. sich zu qualifizieren. Die Doppel-WM oder die Premier League zum Beispiel sind Turniere, bei der eben nicht jeder mit machen kann und somit fließt das Preisgeld nicht in die Order of Merit mit ein.


      Check outs, Boogey Numbers, High Finish, Shanghai Finish und das Perfekte Spiel

      Check outs sind die Zahlen, die man mit höchstens 3 Darts beenden kann, d.h. dass man mit 3 Darts die Punkte auf Null bringen kann. Der Höchste Check out ist die 170 (Triple 20, Triple 20 und Bull´s Eye).
      Boogey Numbers sind Zahlen, die zwar unter 170 sind, jedoch nicht mit 3 Darts auf Null gebracht werden können. Es gibt insgesamt 7 (169, 168, 166, 165. 163, 162 und 159). Bei diesen Zahlen gibt es keine Kombination, mit der ich sie mit 3 Darts auf Null bringen kann, als Beispiel die 169: Triple 20 (60) und noch eine Triple 20 (60) machen zusammen 120, aber es bleiben 49 übrig und es gibt kein Doppel, das 49 Punkte bringt. Das Bull´s Eye wäre zu viel, da es 50 Punkte bringt.
      High Finish sind die Restpunkte über Hundert, die man mit 3 Darts auf Null reduzieren kann.
      Als Shanghai Finish werden alle Check outs bezeichent, bei der man die Single-, Triple- und Doppelzahlen der jeweiligen Zahlensegement treffe.
      Beispiel: 120 Punkte Rest. Single 20, Tripple 20 und zum Schluss die Doppel 20. Oder bei 108 Rest sind es eben 18, Triple 18 und Doppel 18. Auch die 6 ist ein Shanghai Finish, 1, Triple 1 und Doppel 1, allerdings würde man da eher auf Doppel 3 gehen.
      Das Perfekte Spiel ist der "Neun Darter", weil die 501 mit 9 Darts beendet werden kann. Mit weniger geht es nicht. Es gibt insgesamt 71 Wege um die 501 Punkte mit 9 Darts auf Null zu bekommen. Die Bekannteste und meist gespielte Weg ist:
      Triple 20, Triple 20, Triple 20, Triple 20, Triple 20, Triple 20, Triple 20, Triple 19 und Doppel 12.
      Da es nicht oft gespielt wird, weil es so extrem schwer ist, gibt es ein Bonus Preisgeld, das je nach Turnier auf mehre Tausend Pfund belaufen kann.

      (ein paar) Erfolgreiche Dartspieler
      Der Erfolgreichste aller Zeiten ist Philip "Phil" Douglas Taylor, genannt "The Power" und hat vor kurzem die Profikarriere beendet. Sein letztes Spiel als Profi war am 01.01.2018 bei der Weltmeisterschaftsfinale 2018 gegen Rob Cross, dass er mit 7:2 verlor. Phil hatte 16 WM-Titel gewonnen und ist damit mit großem Abstand der mit dem meisten Titel. Zum Vergleich, Raymond van Barneveld ist mit 5 WM-Titel am "Nähestesn" dran. Phil Taylor hat die meisten TV-Turnier-Siege und die Meisten Turniersiege überhaupt. Durch Phil Taylor wurde Dart erst wirklich zu einem riesen Event, da er der Erste war, der Dart wirklich als Profisport interpretiert hatte und somit sehr viel Preisgeld gewonnen hat und Teilinhaber der PDC (Professional Darts Cooperation) ist, die seit 1992 gibt. Durch die PDC und Taylor gewann der Dartsport immer mehr Zuschauer und Interessenten. Mit 57 Jahren ist Taylor einer der Alten und hat Anfang 2017 bekannt gegeben, dass die Weltmeisterschaft 2018 sein letztes Turnier als Profi sein wird und das war es auch, Taylor gab seine "Tour-Card" auf, die es ermöglich überhaupt an solchen Turnieren der PDC teilnehmen zu dürfen, jedoch wird Taylor weiterhin auf bei kleineren Events, den sogenannten Exhibition, teilnehmen.
      Zu ehren Phil Taylors wurde sein Lieblingstournier das "World Matchplay", dass er 16 mal gewinnen konnte, die Trophäe zu "Phil Taylor Trophy" umbenannt.
      Der aktuell beste Dartspieler (laut PDC order of Merit) ist Michal van Gerwen. Er ist aktuell 28 Jahre alt und hat 2 mal die Weltmeisterschaft für sich entscheiden können. Überhaupt ist MVG sehr erfolgreich, so hat er den besten Average vor TV geworfen mit über 123,40. (Der Average gibt an, wieviele Darts im Durchschnitt für ein oder mehrere Legs benötigt werden. Dabei werden verfehlte Doppel mitgerechnet.) Auch hat MVG die letzten Jahre die meisten Turniersiege errungen, das meiste Preisgeld gewonnen und die meisten Siege errungen.
      Der aktuelle Weltmeister in Darts ist aber ein Neuling, Rob Cross. Dieser hat erst seit diesem Jahr die Tour-Card und schaffte es von einem Niemand zum Weltmeister. In der PDC order of Merit wird Rob Cross die Nummer 3 hinter Peter Wright und Michael van Gerwen sein. Rob Cross war zuvor "nur" ein Elektriker, aber sein Traum war es immer auf die große Bühne des Dartsports zu stehen. Auch wenn Cross erfolgreich ist, so bleibt er sehr Bodenständig und Respektvoll, wie im Finale zu hören und sehen war. So feierte er sich nicht selbst, sondern Phil Taylor, der seine Karriere beendete.
      Der Erfolgreichste deutsche Spieler ist Max "Maximiser" Hopp, der aktuell auf dem 50 Rang der PDC oder of Merit belegt. Er hat zwar noch nicht viele Erfolge und Turniersiege einheimsen könne, aber mit 21 Jahren, ist er schon sehr erfolgreich und schon 5 Weltmeisterschaften absolviert und das Jugend WM-Turnier der PDC gewonnen.


      Was macht Darts so interessant?

      Es ist ein ehrlicher Sport. Man kann nicht wie im Fußball zum Beispiel die Schuld auf andere schieben. Den dort heißt es "entweder du triffst, oder eben nicht". Auch wenn das Publikum oft rein ruft oder es auch Spieler gibt, die unfaire Mittel nutzen, so bleibt dieser Sport zu 99 Prozent extrem fair und sportlich.
      Darts kann jeder spielen, ob Dick oder Dünn, ob Groß oder Klein, als Links- oder Rechtshänder, jeder kann Darts spielen. Es gibt sogar blinde Dartspieler, so unglaublich das auch klingt. Kevin Barth ist zum Beispiel einer, der Blind ist, aber anhand der Geräusche erkennt, was geworfen wird. Das Alter spielt auch keine Rolle. Es gibt junge Spieler, aber auch alte. Phil Taylor war mit 57 immer noch einer der Besten. Für Peter Whright oder Garry Anderson begann die Karriere erst als sie 40 Jahre alt waren erst richtig bzw. erst als sie über 40 waren, konnten sie große Turniersiege einfahren. Das Wichtigste ist, dass man wirklich hart an sich arbeitet und trainiert, wenn man oben bei den "Big Boys" sein möchte.
      Hi :)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Herbert S. Mendoza () aus folgendem Grund: Danke Serrato, habe es geändert :)

    • Ich muss gestehen, es hat mich schon gewundert, dass es einen solchen Thread hier nicht gibt.
      Mir persönlich sagt deine Erklärung zu, allerdings aber ich einmal eine Anmerkung.

      Herbert S. Mendoza schrieb:

      (Der Average gibt an, wieviele Darts im Durchschnitt für ein oder mehrere Legs benötigt werden. Dabei werden verfehlte Doppel mitgerechnet.)
      Ich will nicht lügen und auch nicht behaupten, dass ich mich damit besser auskenne als du, aber ich glaube, dass die verfehlten Doppel in einer eigenen Quote unterkommen und nicht im Average.

      Sag mal Vivi, kennst du nicht das Sprichwort: Wer Hunger hat soll mächtig was Futtern!

      - Ruffy
    • Darts wohl eine der Sportarten mit denen ich überhaupt nichts anfangen kann.
      Bin nie und werde wohl auch nie mit diesem Sport warm werden.
      Mir ist diese ganze Hype im Fernsehen immer fremd, wenn ich sehe wie die Zuschauer ausflippen.
      Avengers
      Infinity War
    • Bilbroxx schrieb:

      Herbert S. Mendoza schrieb:

      (Der Average gibt an, wieviele Darts im Durchschnitt für ein oder mehrere Legs benötigt werden. Dabei werden verfehlte Doppel mitgerechnet.)
      Ich will nicht lügen und auch nicht behaupten, dass ich mich damit besser auskenne als du, aber ich glaube, dass die verfehlten Doppel in einer eigenen Quote unterkommen und nicht im Average.
      Das stimmt so auch nicht ganz. Ja, die Doppel werden seperat in der Doppelquote erfasst, um zu sehen, wie effizient der Spieler beim Auschecken des Legs ist (gute Werte beginnen ab 30/35 %), aber die Würfe auf die Doppel fließen trotzdem in den Average ein. Ein Beispiel: Ich kann im Schnitt 120 Punkte spielen, wenn ich aber dutzende Darts am Doppel vorbeiwerfe, werden diese als 0 Punkte-Würfe in den Average eingerechnet. Das heißt, ich habe am Ende z. B. einen 95 Punkte-Average, obwohl ich im Schnitt 120 score, weil mir meine miese Doppelquote den Average runterzieht.

      Fire Lady schrieb:

      Darts wohl eine der Sportarten mit denen ich überhaupt nichts anfangen kann.
      Bin nie und werde wohl auch nie mit diesem Sport warm werden.
      Mir ist diese ganze Hype im Fernsehen immer fremd, wenn ich sehe wie die Zuschauer ausflippen.
      Das ist doch kein Problem. Jeder hat Sportarten mit denen er/sie warm wird und solche mit denen das halt nicht der Fall ist. Ich selbst bin seit zehn Jahren Darts-Fan und spiele auch selbst seit 2012 leidenschaftlich gerne Darts. Ich denke, dass man auch eher einen Bezug zum Sport findet, wenn man diesen selbst einmal ausgeübt hat. Das ist genauso wie beim Fußball. Die meisten Fußball-Fans kicken auch privat ganz gern mit Freunden oder im Verein.

      Mit dem Hype hast du allerdings vollkommen recht. Der ist hierzulande in den letzten Jahren immer größer geworden. Und gerade mit der WM im TV zum Jahreswechsel bekommt das nochmal eine eigene Dimension. Deutschland ist da auch eben ein Spätstarter und hier konnte der Sport halt immer noch weiter aus der Nische herauswachsen, während er auf der Insel ja schon seit Ewigkeiten ein Volkssport ist.

      Das mit dem ganzen Drumherum ist auch so eine Geschmackssache. Obwohl ich Fan bin und selbst gerne spiele, war ich noch nie live bei einem Turnier als Zuschauer dabei oder flippe bei tollen Würfen oder Checkouts völlig aus. Man muss sich halt klar machen, dass hier bei den TV-Turnieren und gerade bei der WM jede Menge Partyvolk unterwegs ist, das jede Menge Bier intus hat und halt bisweilen demnach auch grölt und ausflippt. Und manche Spieler und Kommentatoren lassen sich halt auch von tollen Momenten oder Leg-Gewinnen in den Emotionen mitreißen. Zugleich muss man bei den Spielern aber auch festhalten, dass es mit dem Weltmeister Rob Cross und dem Halbfinalisten Jamie Lewis dieses Jahr auch zwei Spieler unter die letzten Vier geschafft haben, die relativ ruhige Vertreter auf der Bühne sind.

      Wie gesagt, wer die Faszination verstehen möchte, sollte einfach einmal selbst ein paar Darts werfen. Denn was die Leute in der Weltspitze vor allem auf längere Distanz für eine Qualität spielen, ist einfach unfassbar und vor allem unfassbar schwierig. Deswegen flippen Fans und Spieler auch bei einem Neun-Darter (perfektes Spiel) so unfassbar aus, weil eben auf der Bühne mit Fernsehkameras noch ein ganz anderer Druck herrscht. Man muss sich klar machen, dass die Spieler bei den Turnieren ohne Fernsehübertragungen und Zuschauer teilweise im Schnitt nochmal zehn Punkte besser unterwegs sind. Wie gesagt, ich spiele seit sechs Jahren regelmäßig Darts und bin bisher nie über einen 75/80er Average hinausgekommen und mein bestes Leg waren 16 Darts. Da ist es schon beeindruckend wenn der Weltrekord-Average bei 123 (TV)/138 (Turnier) Punkten im Schnitt liegt und die Spieler auf der Bühne praktisch jedes Leg mit 12 bis 15 Darts ausmachen.
      "Tja, ich bin eine Berümtheit, mein Junge!" :saint:
    • Bilbroxx schrieb:

      Ich muss gestehen, es hat mich schon gewundert, dass es einen solchen Thread hier nicht gibt.
      Mir persönlich sagt deine Erklärung zu, allerdings aber ich einmal eine Anmerkung.

      Herbert S. Mendoza schrieb:

      (Der Average gibt an, wieviele Darts im Durchschnitt für ein oder mehrere Legs benötigt werden. Dabei werden verfehlte Doppel mitgerechnet.)
      Ich will nicht lügen und auch nicht behaupten, dass ich mich damit besser auskenne als du, aber ich glaube, dass die verfehlten Doppel in einer eigenen Quote unterkommen und nicht im Average.
      Erst ein mal Danke :)
      @Achter Samurai hat es ja schon erklärt und ich habe es oben auch schon eingefügt. Danke an @Achter Samurai :)


      Ich spiele selbst auch Darts, habe noch kein Turnier bestritten, weil ich noch lange nicht so gut bin, um überhaupt mitmachen zu können. Mein Average liegt gerade mal bei 55-60 Punkte und Doppelquote ist teilweise katastrophal, allerdings habe ich auch aktuell wenig Zeit um zu trainieren. Was mir persönlich am Sport gefällt ist, dass es einfach aussieht, aber es ist verdammt schwer auch nur die großen Singlezahlen zu treffen. Auch wenn ich auf ein Doppel stellen will mit einer kleinen Singlezahl, rutscht mir manchmal der Dart in die große Zahl und ich stehe wieder Dumm da. Manchmal überwerfe ich mich mit einer Triple 20, obwohl ich nur eine einfache 1 benötige. Es ist manchmal echt eine verflixte Sache und deswegen muss man auch hart trainieren.

      Was den Hype angeht, so muss ich sagen, dass mir die verrückten Fans sehr gefallen. Es sind lustige Verkleidungen dabei und die Stimmung ist großartig. Wenn man es mit anderen großen Sportarten vergleicht, so muss man sagen, dass bei Darts teilweise die Stimmung deutlich besser ist. Es sind halt größtenteils eben nur Fangesänge und Pfiffe gibt es echt nur selten.
      Es wäre aber auch langweilig, wenn sie nicht bei jeder tollen Aufnahme, hohen Check out oder bei einem Neundarter ausrasten würden. Die Fangesänge sind auch teilweise verdammt gut, vor allem das Taylor Wonderland gefällt mir sehr. Was mir immer Missfällt sind diese Fußballgesänge wie "Ohne Holland, fahren wir zur WM", das gehört einfach nicht hierher, vor allem dann nicht, wenn Holland den Darts dominiert und die Deutschen noch nicht einmal annähernd irgendetwas reisen konnten.
      Hi :)
    • Herbert S. Mendoza schrieb:



      1) ... Bei Softdarts wird aus 244cm geworfen, die Höhe bleibt gleich.


      2) ... Beim Softdarts dürfen die Darts nicht länger als 16,8cm sein und dürfen nicht schwerer als 18g wiegen.
      1) Dazu muss ich sagen, dass dies so nicht mehr stimmt. Sofern ich mich richtig erinnern kann, wurden mit 244cm hauptsächlich in Deutschland, durch den DSAB - Deutscher Sportautomatenbund e. V, gespielt. Seit 2015 ist dies jedoch nicht mehr so, sondern wie bei Steel-Darts 237 cm. In Österreich zum Beispiel, wurde schon immer, auch bei Soft Darts, mit 237 cm Abstand gespielt. (Behaupte ich mal als Österreicher ;) ) siehe z.B. : twl-dart.de/files/twl/downloads/dsab-liga-regel.pdf

      2) Die 18g müssten sich auf das maximale Barrel-Gewicht beziehen! Das maximale Gesamtgewicht (bei maximaler Bestückung des Darts) müsste bei 20g sein.

      Allgemein muss man sagen, dass man diesbezüglich immer in den individuellen Ligaregeln nachlesen sollte. Im Internet muss man (sofern man nachlesen will) die Suche bei Google, vom Datum her, eingrenzen, um aktuelle Regeln der diversen Ligen/Verbände zu finden. (mind. von 2016 weg) Grenzt man die Suche nicht ein, findet man sehr viele alte Regeln zu diesem Thema!


      Ansonsten muss ich sagen: Toll geschrieben! :thumbup:
    • Herbert S. Mendoza schrieb:

      Was mir persönlich am Sport gefällt ist, dass es einfach aussieht, aber es ist verdammt schwer auch nur die großen Singlezahlen zu treffen. [...] Es ist manchmal echt eine verflixte Sache und deswegen muss man auch hart trainieren.
      Immer gerne. Und hier triffst du genau ins Schwarze, pardon ins Bull. Es ist die große Diskrepanz zwischen dem, was man selbst im heimischen Keller leistet und dem, was ein Profi auf der Bühne leisten kann, die den Reiz des Ganzen ausmacht. Selbst bei regelmäßigem Training unterlaufen einem bisweilen haarsträubende, einfache Fehler. Aber ein Van Gerwen hämmert beim Stand von 341 Punkten scheinbar mühelos seine drei Darts in die Triple 19. Bum, bum, bum. 171 Punkte und schon hat der Gute 170 Punkte Rest und ein Finish fürs Leg. Oder auch Rob Cross im WM-Finale 2018: Drei Treffer in die Triple 18 und schon bleiben nach ehemals 302 Punkten, 140 übrig. Da kann man bisweilen nur staunen...

      Herbert S. Mendoza schrieb:

      Was den Hype angeht, so muss ich sagen, dass mir die verrückten Fans sehr gefallen. Es sind lustige Verkleidungen dabei und die Stimmung ist großartig. [...]Was mir immer Missfällt sind diese Fußballgesänge wie "Ohne Holland, fahren wir zur WM", das gehört einfach nicht hierher, vor allem dann nicht, wenn Holland den Darts dominiert und die Deutschen noch nicht einmal annähernd irgendetwas reisen konnten.
      Ja, das stimmt. Ich habe auch kein Problem damit, dass die Leute voll abgehen und ne kleine Party feiern. Darts ist ja auch ein britischer Volkssport für die Arbeiterklasse mit Kneipen/Pub-Hintergrund und nicht so etwas Elitäres wie Snooker oder Golf. Insofern passt das schon. Ich bin halt jemand, den das Spiel mehr interessiert und fasziniert, als das Ganze drumherum. Viele lieben Peter Wright z. B. nur weil er ein bunter Paradiesvogel ist und eine tolle Stimmung auf der Bühne verbreitet; ich sehe in ihm eher "nur" einen exzellenten Darts-Spieler. Will sagen: Die bunten Haare und Hosen machen für mich keinen zusätzlichen Reiz aus, stören mich aber auch nicht. Genauso ist es auch mit der ganzen Event- & Party-Kultur um die Turniere herum. Die gehört zum Darts geschichtsmäßig einfach dazu und bescheren den Verantwortlichen ja auch gute Einnahmen.

      Diese Holland-Gesänge nerven wirklich, weil es einfach die falsche Sportart und auch respektlos gegenüber den niederländischen Profis ist. Kurioserweise sind das ja teilweise diesselben Fans, die "Bar-ne-veld" oder "Ohh Michael van Gerwen" minutenlang mitgrölen und dann mit dem "Ohne..."-Gedöns anfangen. Muss man nicht verstehen. Vielleicht ist es auch einfach ein etablierter Gute Laune-Gesang. Die deutschen Dartsprofis brauchen halt noch Zeit. Auch hier kann die ältere Generation mittlerweile kaum mehr mithalten und die Jüngeren (Hopp, Münch, Schindler, Eidams) brauchen halt Zeit, um sich zu entwicklen. Ein Van Gerwen hat - trotz seines Riesentalents - auch sieben, acht Jahre gebraucht, um sich in der Weltspitze fest zu etablieren. Und ja ansonsten ist die Stimmung gut und ausgelassen. Es sei denn Mr. Pipe müsste mal wieder husten...
      "Tja, ich bin eine Berümtheit, mein Junge!" :saint:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Achter Samurai ()

    • Oh Mann, ich habe total vergessen, die Liste der Teilnehmer für die Premier League sind ja schon längst draußen! Wie immer ist die Top 4 der Welt dabei und es gibt auch Überraschungen UND es wird ein Spieltag in Deutschland stattfinden, nämlich in Berlin.

      Hier, die Teilnehmer:
      Michael van Gerwen, Nr. 1 der Welt, 2 maliger Weltmeister und Sieger des letztjährigen Premier League
      Peter Wright, Nr. 2 der Welt
      Rob Cross, Nr. 3 der Welt und aktueller Weltmeister
      Gary Anderson, Nr. 4* der Welt, Premier League Sieger und 2 facher Weltmeister
      Daryl Gurny, Nr. 5* der Welt
      Mesnur Suljovic, Nr. 6* der Welt
      Simon Whitlock, Nr. 8* der Welt
      Raymond van Barneveld, Nr. 10* der Welt, Premier League Sieger und 5 maliger Weltmeister
      Michael Smith, Nr. 11* der Welt
      Gerwyn Price, Nr. 12* der Welt

      *Phil Taylor ist die eigentliche Nr. 4 der Welt, aber da er seine Tour Card abgegeben hat, rutschen alle einen Platz nach vorne.


      Die negativen Überraschungen:
      James Wade, Adrian Lewis und Dave Chisnall sind nicht mit dabei. James Wade ist nur noch die 10 der Welt, Lewis ist sogar nur noch die 20. Sowohl Wade als auch Lewis haben schon sehr oft in der Premier League gespielt. Somit ist neben Taylor noch mal 2 große Namen aus der diesjährigen Premier League Teilnehmer verschwunden.
      Chisnall hat es auch nicht geschafft, weil es nicht sein bestes Jahr war, trotzdem ist es eine kleine Überraschung, das statt Dave nun Gerwyn Price spielt.

      Die positiven Überraschungen:
      Für mich ganz klar Gerwyn Price! Ich habe eher mit Jamie Lewis gerechnet oder mit Dave Chisnall, aber das der Iceman das macht? Respekt, ich kann jetzt nicht viel zu ihm sagen, weil ich ihn nie so oft gesehen habe und wenn, dann meistens wie er verloren hat. Da er aber nun die 13 bzw. 12 der Welt ist, muss er schon was geleistet haben.
      Es war zwar abzusehen, dass Cross mit in der Premier League ist, aber als Nr. 3? Damit hatte ich am Anfang nicht gerechnet. Ich wusste nicht, dass er so viel Preisgeld in 2017 gewonnen hat. Ich dachte die Top 4 der Welt besteht aus van Gerwen, Wright, Anderson und Gurney. Rob Cross beeindruckt mich jedes mal aufs Neue.
      Suljovic ist für mich auch eine kleine Überraschung, denn die Weltmeisterschaft war zum wiederholtem Male eine Katastrophe. Aber, ich freue mich wirklich sehr, dass "The Gentle" mit von Partie ist.

      Ansonsten haben wir mit Whitlock und Smith zwei Rückkehrer in der Premier League. Zu Whitlock kann ich auch nicht viel schreiben, denn ich verfolge Darts erst seit ein paar Jahren und da ging es gerade Berg ab mit Whitlock, aber zu Smith kann ich sagen, toll, dass der wieder dabei ist. Die letzte Premier League hat ihn zwar hart erwischt, aber er kam zurück in die Spur. Es hat zwar ein klein wenig gedauert, jedoch konnte er mich sehr überzeugen, vor allem sein Auftritt gegen Rob Cross bei der WM. Zwar hat er verloren, dennoch beweiste dieser, dass er ein ganz Großer werden kann.


      Dieses Jahr kann es ganz Spannend werden, neben van Gerwen, Wright und Anderson gibt es noch Gurney und Cross, die sehr große Chancen auf den Titel haben, vor allem eben Cross. Die Anderen 5 sind zwar auch nicht Übel, aber denen traue ich den Sieg nicht zu.

      Am 01.02.2018 beginnt der Erste Spieltag in Dublin und ich freue mich schon darauf. Ich wünsche mir, dass Peter Wright endlich mal einen ganz großen Titel gewinnt, deswegen drücke ich am Meisten die Daumen. Aber auch Mensur Suljovic soll weit kommen.
      Hi :)
    • Herbert S. Mendoza schrieb:

      Ansonsten haben wir mit Whitlock und Smith zwei Rückkehrer in der Premier League. Zu Whitlock kann ich auch nicht viel schreiben, denn ich verfolge Darts erst seit ein paar Jahren und da ging es gerade Berg ab mit Whitlock, aber zu Smith kann ich sagen, toll, dass der wieder dabei ist. Die letzte Premier League hat ihn zwar hart erwischt, aber er kam zurück in die Spur. Es hat zwar ein klein wenig gedauert, jedoch konnte er mich sehr überzeugen, vor allem sein Auftritt gegen Rob Cross bei der WM. Zwar hat er verloren, dennoch beweiste dieser, dass er ein ganz Großer werden kann.
      Whitlock war als "Wizard" optisch und vom Image her für einige Jahre der coole, beliebte und große Publikumsliebling der PDC, bevor Peter Wrights große Zeit ab 2013/14 anbrach. Das verlief irgendwie parallel. Erst war Whitlock der starke Spieler und als "Gandalf" überall beliebt, dann wurde Wright mit der WM 2014 superstark und ihm flogen mit seinem bunten Irokesenoutfit die Herzen der Fans und Zuschauer zu. Zeitgleich verlor Whitlock vom Niveau her den Anschluss und auch an Popularität. Das soll keine Bewertung sein, sondern ist nur mein persönlicher Eindruck der Entwicklung.

      Whitlock ist natürlich immer noch sehr beliebt, hat aber ingesamt kein so gutes standing bei den Fans/Zuschauern mehr wie damals bzw. ein Wright heute. Sportlich hat sich der Australier einigermaßen bekrabbelt, hat immer noch nicht die Stärke wieder erreicht, die ihn 2008-2013 herum so ausgezeichnet hat. Von daher sehe ich seine PL-Nominierung mit gemischten Gefühlen. Einerseits gönne ich es ihm von Herzen, andererseits habe ich die Befürchtung, dass er bei der bockstarken Konkurrenz gnadenlos unter die Räder geraten könnte. Das wäre wiederum seinem Spiel möglicherweise abträglich. Dennoch schön zu sehen, dass Whitlock zumindest der Anschluss zur Spitze wieder gelungen ist.

      Smith ist ein unfassbar talentierter Spieler, der mit seinem besten Spiel JEDEN schlagen kann, aber seine Nerven sind oft das Problem. Wenn bei ihm das gute Gefühl nicht mehr stimmt, ist Smith völlig raus und auch seine Konstanz ist arg verbesserungswürdig. Gerade bei langen Partien geht ihm doch zum Ende hin immer häufig komplett die Puste aus. Mittlerweile scheint er mit diesen Dingen aber etwas besser klar zu kommen, sodass die Hoffnung besteht, dass er diesmal in der PL mehr reißen kann.

      Die restlichen Kandidaten gehen so auch in Ordnung. Gurney & Suljovic ziehen mit ihren Leistungen vollkommen verdient ins Darts-Oberhaus ein, wobei ich allerdings nicht glaube, dass einer von ihnen es in die Playoffs schaffen wird. Gerwyn Price hat sich wirklich gesteigert, aber die Konkurrenz in der PL ist eigentlich zu brutal stark für ihn (im Normalfall). Aber er ist ein guter Entertainer und kann das Publikum mit sich reißen. Völlig zu Recht nicht mehr mit dabei sind Lewis, Wade und Chisnall, und das sage ich, obwohl ich sie alle drei gerne sehe! Ich denke und hoffe, dass diese Pause ihnen gut tun wird.

      Bei Chizzy habe ich ehrlicherweise die Befürchtung, dass seine besten Tage für immer vorbei sein könnten. Er war mental noch nie der stabilste Spieler und seine nun schon recht lang anhaltende Schwächephase könnte ihn auf Dauer aus den Top16 rutschen lassen, wenn er nicht gegensteuern kann. Bei Lewis & Wade bin ich da optimistischer. Beide haben einfach ein sehr schwaches Jahr hinter sich, aber sie gehören für mich einfach in die Top10 oder zumindest Top16. Ihre Ranglistenpositionen resultieren natürlich auch aus den Super-Ergebnissen, die andere, frischere Spieler (Cross, Gurney, Suljovic) eingefahren haben.

      Gerade in Lewis steckt so viel Potenzial, das er aber seit rund zwei/drei Jahren nicht mehr sehr gut abrufen kann. Vor vier Jahren hätte ich noch gesagt, dass er Van Gerwens Erzrivale in der Zukunft sein wird. Heute nutzen andere die Gunst der Stunde. Wade hatte immer mal wieder auf und abs und gerade die WM war irgendwie noch nie sein Turnier. Ich glaube, gefühlt hat er von allen Top-Spielern hier die meisten 1./2. Runden-Niederlagen hinnehmen müssen und war auch noch nie im Finale. Sein Nachteil ist halt das Scoring, an dem er weiter arbeiten müsste. Seine HighFinish-/Doppel-Stärke in allen Ehren, aber viele junge Spieler sind im Scoring und dem Auschecken heute sehr, sehr gut. Da bleiben einfach nicht mehr so viele Möglichkeiten offen, Legs oder Sets zu "stehlen".

      Aber wie gesagt, ich bin bei den Beiden optimistisch. Ich schaue Darts seit 2007 und wenn ich bedenke, wie viele Top-Stars und etablierte Top32-Spieler seitdem schon wieder in der Versenkung verschwunden sind, halten sich Lewis und Wade (beide seit 14 Jahren in der Weltspitze) doch recht wacker.
      "Tja, ich bin eine Berümtheit, mein Junge!" :saint:
    • So, lange wurde hier nichts mehr geschrieben, dass muss sich ändern. :P (Sagt der, der den Thread eröffnet hat)


      Starten wir mal mit einer kleinen Review für 2018, das erste ohne The Power.
      Ehrlich gesagt vermisse ich Phil in den ein oder anderen Moment schon einmal, jedoch ist es nicht ganz so schlimm. Der Dartsport lebt auch ohne ihn weiter und was da alles nachkommt ist einfach grandios unterhaltsam.



      So, jetzt mal zu den Spielern.

      MvG wie immer sehr Dominant, da brauchen wir eigentlich nix dazu sagen, aber letztes Jahr, war ein relativ "schwaches" Jahr für seine Verhältnisse. Er gewann von den wichtigsten Turnieren lediglich 4 Dinger, die Jahre zuvor hat er immer mindestens 7 Majortitel holen können. Aber MvG ist eben der MVP und holt sich halt als Entschädigung die WM 19 dafür. Sagen tut er es ja selbst immer wieder: "Ich würde alle Titel für die WM-Trophäe hergeben!" oder so ähnlich und er hat es getan. Weniger Majortitel, dafür sein dritter WM Erfolg. Glückwunsch kann man nur sagen. Das Jahr 19 fängt mit dem größtem Erfolg gleich mal an, macht auch bei der Premier League da weiter. In den letzten Wochen stagniert er etwas. Erst die Niederlage gegen Wade, dann das Aus in der 3 Runde bei der UK Open gegen King und dann das Phämomenale Unentschieden gegen Henderson letzten Donnerstag. Puh, aber wir sprechen immer noch von der Nr. 1 der Welt.

      Rob Cross war in dem Jahr für mein Empfinden nach nicht so stark wie bei seinem Ersten Anlauf. Er wirkte für oftmals ein bisschen versteift und erzwungen, wahrscheinlich weil er nicht mehr ein Underdog bzw. Neuling ist, sondern ein Weltmeister, die Nr. 3 bzw. jetzt Nr. 2 der Welt und somit bei den meisten Duellen der Favorit. Sein Jahr war nicht sonderlich viel bestückt mit Highlights, er konnte sich kein Majortitel angeln, dennoch ein Super Spieler, weil er dieses Jahr gar nicht mal so übel spielt. Lediglich die Spiele gegen Reyes und Aspinal waren katastrophal. Gegen letzterem war es echt verhext. Er versucht und versucht, nichts ändert sich. Der Tiefpunkt war, als er Aspinal schon vorzeitig gratuliert hat, weil es eben nicht besser wurde. Dennoch bin ich überzeugt, dass er sich dieses Jahr nach der WM wieder einen großen Titel holen wird.

      Peter Wright, der Fanliebling, musste herbe Rückschläge hinter sich lassen. Seit seinem Nierenstein OP läuft es nicht ganz so glatt wie im Jahr 2017. Teilweise extreme Ausreise in den Spielen, wo er weit weit weg ist von einer hohen Aufnahme. Er steckt in einer kleinen Krise. Bei der WM 18 und 19 scheidet er schon extrem früh aus und auch generell ist schon früher Schluss als ihm lieb ist. Dieses Jahr fängt auch wieder etwas holprig für ihn an, aber er steigert sich von Match zu Match und auch seine Ausreiser in die kleinen Zahlen wird immer weniger. Vielleicht schnappt sich Snakebit dieses Jahr wieder ein paar Highlights.

      Gary Anderson, anders in den Jahren zuvor konnte er mal ein paar Titel einheimsen, welche nicht Premier League oder WM heißt. Allerdings kämpft er immer wieder mit Rückenproblemen, was man auch ein klein wenig bemerkbar ist. Er manchmal extrem gut an, lässt aber schnell wieder nach. Auch dieses Jahr ist nicht so schön für alle Gary Anderson Fans, er musste die Premier League absagen wegen Rückenproblemen. Für ihn sind die 9 Anwärter Luke Huphries, Chris Dobey, Nathan Aspinall, John Herson, Steve Lennon, Jeffrey de Zwaan, Glen Durrant, Dimitri Van den Bergh und -die deutsche Hoffnung- Max Hopp im Rennen. Bei den UK Open hat man Gary wieder gesehen, aber nur kurz, den sein erstes Match hat er gleich verloren. Mal schauen ob er wieder angreifen kann. Wir können nur hoffen, den ein Gary Anderson in Top-Form ist Unterhaltung pur.

      Michael Smith spielt sich immer weiter nach vorne. Nach einem gutem Jahr 18 kommt fast die Krönung bei der WM. Nur MvG stand noch im Weg, der aber zu gut für Smith war. Michael Smith hat sich enorm gesteigert, seine Auftreten wurde deutlich besser und stärker. Wir werden sehen, ob er das Niveau was er gerade spielt auch halten kann bzw. sogar steigern wird. Zurzeit hat er Probleme in seinem linken Fuß, welches auch operiert wurde. Seine volle Stärke besitzt er jetzt zwar nicht, dennoch spielt er sehr gute Darts.

      Jetzt zur wichtigsten Personalie, Raymond van Barneveld, dieser möchte seine Karriere beenden. Nach Phil Taylor möchte jetzt eine weitere Legende den PDC-Circuit verlassen. Ähnlich wie Phil, will Barny mit einem großen Knall bei der WM abtreten, aber anders als bei The Power, hat Barny große Probleme, denn er ist nur noch die Nr. 33 der Welt. Das heißt, er muss die "Umwege" gehen, um an der WM teilnehmen zu können, weil nur die ersten 32 direkt qualifiziert sind und somit muss Raymond die anderen Wege gehen, die nicht ganz einfach sind. Denn, eine Niederlage bedeutet das Aus, auch wenn es mehrere Chancen gibt, es ist unheimlich schwierig, da jeder mit zum größten Darttunier der Welt kommen möchte. Vereinfacht gesagt, Barny muss ein Qualifikationsturnier gewinnen. Auch wenn es mehrere gibt, ein Turniersieg ist immer sehr sehr schwer. Ich hoffe dennoch, dass er das packt, entweder über die Order of Merit oder über die Qualifier, Hauptsache er bekommt ein würdevolles Abschiedsspiel bei der WM. Am Besten im Finale gegen MvG, denn wer ist jetzt wirklich die Nr. 1 der Holländer?



      Es wird wieder ein spannendes Dartjahr werden, mal schauen was sich so ergibt.
      Hi :)
    • So, nach rund einer Woche nach dem Finale, kann ich mal was dazu schreiben.

      Fangen wir mal mit den Verlierern an der letzten Wochen.

      Ganz klar, Peter Wright und Michael Smith und der ganz große Verlierer Gerwyn Price.

      Peter kam sehr schwer in dieses Jahr rein, viele Matches auch hoch verloren und keine guten Scores erzielt. In den letzten 2,5 Monate, kam er zwar immer besser ins Spiel, letztendlich war es aber nicht genug. Die positiven Momente konnten leider nicht die negativen übermannen, so war er trotz teilweise guten Spielen am Ende doch noch der Verlierer. Nichts desto trotz lässt seine Formkurve auf einen wieder erstarkten Snakebite hoffen. Seine Entwicklung wird noch spannend. In der Order of Merit ist er schon etwas zurück gefallen, weil er vor zwei Jahren schon ordentlich Kohle gescheffelt hat.

      Michael Smith war diese Saison nicht so hervorragend wie letztes Jahr oder wie bei der WM, dennoch muss man sagen, dass er ordentlich gespielt hat. Leider schaffte er es nicht konstant genug zu spielen, vergab wichtige Doppelwürfe und sein Score war nicht so hoch, wie man es von ihm im letzten Jahr gewohnt war. Aber seine Formkurve zeigte für mich dass es wieder bergauf geht. Wir dürfen gespannt sein, wie er in den nächsten Turnieren so abschneidet, bin sehr zuversichtlich bei ihm.

      Der große Verlierer ist Gerwyn Price, nicht weil er scheiße spielt, nicht weil er nur knapp die Play-Offs verpasst hat, sondern sein verhalten. Ich habe persönlich kein Problem, wenn er sich aufpumpt und rumschreit, auch nicht wenn er streit mit den Mitspielern hat. Alles kein Ding, bloß gefällt mir nicht, wie er anscheinend jetzt Probleme mit dem Publikum hat. Er hat sich nun mal mit ihnen angelegt, und nachdem es sich etwas beruhigt hat wird auch noch öffentlich, dass Gerwyn Price seine Strafe wegen dem Spiel gegen Gary Anderson nicht akzeptiert. Ganz ehrlich, da ist er selbst schuld, wenn er dann wieder ordentlich ausgepfiffen wird, die Leute lieben eben Anderson. Und dabei bleibt es nicht, fängt er an "rum zu heulen", sagt, dass die Buh-Rufe nicht so geil sind, legt sich dann mit den Mitspielern an (Wade und Gurney). Mein Mitleid hält sich aktuell in Grenzen, dennoch hoffe ich auf seine Stärke, weil er eben ein sehr guter Spieler ist.



      Nun zu den Gewinnern, Wade, Cross und (wie kann es nicht anders sein) MvG.

      Wade zeigt dieses Jahr wieder, was er kann. Unglaublich gute Checkouts und auch viel höhere Scores als man es von ihm je gesehen hat und das Wichtigste, er ist wieder sehr sehr konstant unterwegs. Wirklich klasse Jahr von ihm mit tollen Matches. Hat auch MvG regelmäßig geärgert, auch Cross den ersten Platz in der PL gekostet und wirklich tolle Highlights gesetzt mit seinem unfassbar gutem Timing. Leider dann doch gegen Cross im Halbfinale verloren. Sein Jahr ist bis jetzt verdammt gut, schon paar Kröten eingesackt. Ich denke, so kann man weiter machen.

      The Voltage ist nach einem mäßigem Jahr 18 wieder in der Spur zurück, zeigt tolle Leistungen: hohe Scores und eine gute Doppelquote. Seine Konstanz ist auch zurück, und was mir letztes Jahr gefehlt hat, sein Feuer ist wieder da. Er kämpft jetzt wieder für den Sieg, "pumpt" sich nach einer gelungenen Aufnahme bzw. geglückten hohen Checkout auch mal wieder richtig auf. Leider verliert der aktuell viel zu häufig gegen den anderen Glatzkopf. Und das auch noch viel zu hoch.

      Wo wir gerade von dem Glatzkopf sprechen, MvG ist DER Glatzkopf, so wie seine Birne glänzt, so ist auch seine PL Statistik am glänzen. Holt sich zum (glaube ich) siebten mal den Ersten Platz und gewinnt zum dritten mal nacheinander den Titel. Aber nicht genug, im Finale hat er einfach mal den 2 der PL, der auch gleichzeitig der 2 in der Order of Merit ist, nach MvG die besten Werte hat, im vorbei gehen geplättet. Was soll man noch dazu sagen? Außer vielleicht, wann ist der Kerl mal satt? Wenn er in einem Jahr alles gewinnt, was es zu gewinnen gibt? Wenn er alle wichtigen Trophäen holt in einem Jahr? Wenn er alle Gegner zu Null nach Hause schickt? Mal abwarten.


      FAZIT: Tolle und spannende PL und bald geht es weiter: Nächsten Donnerstag meine Lieben, beginnt World Cup of Darts. Die Doppel WM. Ich freue mich schon :D
      Hi :)
    • So, die WM ist vorbei und das neue Darts Jahr verspricht vieles.

      Zur WM:
      Es gab so viele Überraschungen in der ersten bzw. zweiten Runde. Die Topspieler haben oft mals Probleme in ihren Ersten Spielen, dennoch waren es dieses Jahr sehr viele, die es erwischt haben. MMn liegt es auch daran, daß dass Niveau insgesamt gestiegen ist. Spieler außerhalb der Top 32 oder gar außerhalb der Top 50 können so ein geiles Spiel abrufen.
      Erwähnt sei da vorallem Fallon Sherrock und aus deutscher Sicht Nico Kurz.
      Sie haben absolute Top Spiele abgeliefert. Sherrock haut sogar Mensur aus der WM raus, was vor allen Dingen an ihrer toller Check Out Quote lag.

      Nun zum Sieger: Peter Wright.
      Das war sein Turnier. Er startet ebenfalls nicht so gut, liefert dann aber in den weiteren Partien sehr gut ab. Mit einem hohen Average, guten Doppel quote und einem super Timing steigerte er sich von Match zu Match. Das Finale war dann das Sahnehäubchen auf der Torte und der Sieg die Kirsche auf dem Sahnehäubchen.
      MvG hatte wenig zu melden gehabt. Wobei ich ehrlich gesagt schon ein wenig gezittert habe als er Set 3 und 4 holte und ausglich. Aber MvG hatte Doppelprobleme bei den wichtigen Legs und Wright spielte es souverän runter. Auch im Finale hat Snakebite krasse Werte aufgewiesen: Average von 102,79 und eine Doppel quote von 53,33%. MvG hat aber auch nicht schlecht gespielt. Mit einem Average von 102,88 hatte er zwar den leicht höheren Score, aber mit "nur" 40% Check out, war die Nr. 1 der Welt einen schlechteren Wert als Peter.
      Letztendlich wurde Peter Wright zurecht der Sieger und wie mich für ihn gefreut habe. Endlich hat er gegen MvG in einem großem Finale gewonnen. Glückwunsch an Peter. Das war sein erster WM Titel.


      Für die kommende Premiere League hat die PDC bekannt gegeben, wer alles mit dabei ist. Dabei wird es wieder einmal die 9 Contender geben. Zwei sind schon bekannt. Henderson spielt am ersten Spieltag und Sherrock ist ebenfalls mit dabei.
      Neben der Top 4 der Welt (MvG, Peter Wright, Gerwyn Price und Rob Cross) sind auch Michael Smith, Garry Anderson, Daryl Gurney, Nathan Aspinall und Glen Durant mit dabei.
      Ich freue mich vor allem auf The Asp. Seit der WM 19 blüht der Kerl voll auf und liefert. Dann bin auch gespannt wie Cross und Smith mit der Schmach den sie bei der WM erlitten haben umgehen werden.

      Auf ein spannendes Dart Jahr 2020!
      Hi :)
    • @Herbert S. Mendoza

      Van Gerwen fand ich persönlich die meiste Zeit nicht so stark wie sonst, auch wenn der Average was anderes sagt. Gerade die großen, Van Gerwen, aber allen voran Cross und Anderson waren komplett neben der Spur und nie so wirklich in Form.

      Erwähnen sollte man wohl noch den Abschied von Raymond, welcher aber wohl kaum rühmlich sein dürfte.

      Scheint einen großen Wechsel in der Szene zu geben. Nicht nur Taylor und Van Barnefeld, auch ist die Frage ob frühere Klassespieler wie Wade oder vor allem Lewis und Anderson nochmal auf das Niveu kommen können, Anderson hat ja durchaus viele auf und abs.

      Alles in allem war die WM für mich gefühlt eher eine der Underdogs und gerade die Games der Underdog Sieger gegen die großen waren die richtig Spannenden
      "Hätte ich das gewusst, hätte ich einen anderen Beruf gelernt."
      "Hast Du gelernt diese Scheisse ?"
    • Naja, komplett neben der Spur würde ich jetzt nicht sagen bei MvG. Wir sind größtenteils schon verwöhnt. Das habe ich bei mir selbst in diesem Jahr gemerkt. Wenn die Top Leute "nur" einen Average von 95 Punkten spielen, empfinden wir es schon als nicht stark oder gar schwache Leistung. Besonders bei MvG ist es so. Ich glaube in der letzten WM hat er nur Averages über 100 gespielt. Spielt der einmal nicht über 100, wirkt er nicht mehr so Weltklasse, obwohl es trotzdem Weltklasse Werte sind.
      Bei Rob Cross muss ich dir da zustimmen, das war absolut nix. Auch Miachel Smith, Mensur oder Ian White, waren sehr schwach. Sie hatten überall Probleme. Wie gesagt, die meisten Top Spieler haben in ihren ersten Spiel Probleme und diese WM war schon auffällig viele und die Underdogs haben das perfekt ausgenutzt, weil sie selbst auch ein absolutes Top Niveau spielen können. Vielleicht nicht so konstant und lange wie die Gesetzten, aber es reicht.
      Die Underdogs haben mir deswegen sehr gefallen. Es zeigt einfach wie groß der Dartsport in den letzten Jahren gewachsen ist.

      Raymond van Barneveld habe ich ehrlich gesagt bewusst ausgelassen, weil ich nicht wusste wie und vor allem was ich dazu schreiben soll. Ich war bei diesem Spiel tatsächlich geschockt und auch jetzt noch ein wenig Sprachlos. Mir war nicht wichtig wie viele Spiele er gewinnt. Mir war auch nicht wichtig wie gut er spielt. Mir war nur wichtig, dass er mit sich selbst zu frieden war und sich mit einem Lächeln verabschieden kann. Das war leider nicht der Fall. Leider. Er hat einfach zu wenig gezeigt und deswegen war er so unzufrieden gar unglücklich würde ich fast sagen.
      Ich wünsche ihm alles Gute und ich werde ihn ein bisschen vermissen.
      Hi :)
    • Herbert S. Mendoza schrieb:

      Letztendlich wurde Peter Wright zurecht der Sieger und wie mich für ihn gefreut habe. Endlich hat er gegen MvG in einem großem Finale gewonnen. Glückwunsch an Peter. Das war sein erster WM Titel.
      [...]Auf ein spannendes Dart Jahr 2020!
      So sei es! :)

      Peter Wright ist wirklich der verdiente Sieger dieser WM gewesen. Wenn man bedenkt, dass er bereits 1995 sein WM-Debüt gab (damals noch jung und unscheinbar) und seinen ganzen Weg bis zum jetzigen Triumph verfolgt, muss man sagen: Harte Arbeit zahlt sich wirklich irgendwann aus. Und er war eben auch der stärkste und stabilste Spieler bei dieser WM-Auflage. Zwar sind viele Favoriten früh raus, aber das will nicht viel heißen. Die Ungesetzten können einem etablierten Top32-Spieler bisweilen mehr Probleme machen als die bekannte Konkurrenz aus der Weltspitze. Man muss so oder so alle seine Spiele gewinnen, um Weltmeister zu werden. Und die Coolheit mit der Wright den wuchtigen Waliser im Halbfinale niedergerungen hat, hat mich dann auch in meinem Gefühl bestätigt, dass "Snakebite"
      im Finale nun auch noch den Grünen besiegt. Und so kam es dann auch. Glückwunsch an Peter Wright!

      Helios schrieb:

      @Herbert S. Mendoza

      Van Gerwen fand ich persönlich die meiste Zeit nicht so stark wie sonst, auch wenn der Average was anderes sagt. [...]
      Erwähnen sollte man wohl noch den Abschied von Raymond, welcher aber wohl kaum rühmlich sein dürfte.

      Scheint einen großen Wechsel in der Szene zu geben. Nicht nur Taylor und Van Barnefeld, auch ist die Frage ob frühere Klassespieler wie Wade oder vor allem Lewis und Anderson nochmal auf das Niveu kommen können, Anderson hat ja durchaus viele auf und abs.
      Schlecht war Van Gerwen sicher nicht, auch wenn er selbst das wahrscheinlich anders einordnen würde. ;) Ich finde aber auch, dass er schlagbarer ist als in den vergangenen Jahren. Sein Scoring ist momentan nicht mehr ganz so stark und konstant und auf die Doppel lässt er deutlich mehr Darts bei den wichtigen Legs liegen. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Ich würde wetten, dass er bei seinem Ehrgeiz die PL wieder voll und ganz dominieren wird.

      Ob es einen großen Wechsel in der Szene geben wird, weiß ich nicht. Ich glaube, dass täuscht. Die Top32 sind seit jeher mal mehr mal weniger stark in Bewegung und es kamen immer neue/junge Spieler hinzu. Ich verfolge Darts seit über 12 Jahren und heute kann sich sicher kein jüngerer Fan mehr so recht vorstellen, dass Leute wie Hamilton, Jenkins, Newton und Pipe damals Top10-Spieler waren. Da sind die genannten Spieler schon sehr konstant und auch Chisnall & Whitlock halten dem Druck der Konkurrenz hier noch gut stand. Andersons große Tage könnten wirklich vorbei sein, weil seine gesundheitlichen Probleme zunehmen. Aber abschreiben würde ich ihn noch lange nicht. Gerade im Match gegen Searle hat er gezeigt, dass er Spiele noch immer an sich reißen kann.

      Lewis hat sich gut erholt dafür, dass er zwei Jahre fast völlig von der Rolle war. Die Tendenz ist positiv und wenn er sein altes A-Game komplett wiederfindet, kommt er auch wieder unter die ersten Zehn. Auch Wade sehe ich sehr konstant. Er ist vielleicht der Spieler schlechthin, bei dem man anhand seiner WM-Form überhaupt nichts ableiten kann, denn hier war er einfach immer glücklos. Seit diesem Halbfinale gegen Lewis, das er nach Zwischenstand 5:1 noch 5:6 verlor, kommt er kaum mehr über die 2. Runde hinaus. Die WM ist einfach nicht sein Turnier. Die Kommentatoren haben mal nicht ganz zu Unrecht gemeint, dass er der beste Spieler sei, der noch nie in einem WM-Finale stand. Man weiß eben auch nicht, ob Leute wie Aspinall & Humphries dauerhaft oben bleiben werden. Auch bei Fallon Sherrock bin ich mir da noch nicht sicher...

      Time will tell...
      "Tja, ich bin eine Berümtheit, mein Junge!" :saint: