FFT 2020: Phase 3 - Das FFT ist tot? Kranich wahr!

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    • FFT 2020: Phase 3 - Das FFT ist tot? Kranich wahr!

      Willkommen zum Anfang vom Ende der dritten Phase! Das FFT 2020 spitzt sich zu, die Luft wird dünner, hoch droben. Ein letztes Mal bekommen zwei Autoren die Gelegenheit, die Gunst der Leser mit ihren Zeilen für sich zu gewinnen und sich in das Finale 2020 zu schreiben. Wer wird obsiegen? Wer gerät unter die Räder? Oder erwartet uns ein weiteres Stechen? So viele Fragen, die nach einer Antwort verlangen. Drum lasst uns keine weitere Zeit vergeuden, die Entscheidung naht.

      In dieser Runde soll es um Vizeadmiral Kranich gehen, eine echte Powerfrau in der überalterten Altherrenrunde namens Marine. Wie immer habt ihr die Wahl, welcher Text das Wesen und die Ausstrahlung von Kranich besser einfängt und, nicht vergessen, welcher Autor dabei handwerklich die bessere Figur gemacht hat. Satzbau, Stil, Grammatik, Rechtschreibung -- bezieht all das in eure Wahl mit ein, damit auch wirklich der bessere Schreiber gewinnt.

      In diesem Sinne

      Eure FFT-Leitung

      Alte Freunde

      Wenige Tage nach dem großen Ereignis, in den Überresten von Marine Fort…

      Zielstrebig marschierte Vizeadmiral Kranich durch die Trümmer der alten Marinebasis in Richtung des ehemaligen Südflügels. Vereinzelt kamen ihr noch Nachzügler entgegen, die vollbepackt mit allerlei Krimskrams, persönlichen Erinnerungsstücken und teils halb zerstörten Arbeitsmappen und Unterlagen auf dem Weg zu den Schiffen waren. Einige -ach was, die meisten von ihnen- kannte sie. Hatte sie selbst ausgebildet in den letzten Jahrzehnten. Hatte ihnen ihr Wissen, diverse Kampftechniken, strategische Manöver und dergleichen mehr beigebracht. Beim Anblick ihrer alten Lehrmeisterin salutierten die Marinesoldaten ehrfürchtig, ehe sie sich erneut ihrer Aufgabe widmeten, ihr Gepäck auf eines der letzten Schiffe zu verladen, bevor diese die Anker lichteten und in Richtung der neuen Hauptbasis in der neuen Welt segelten. Doch sie hatte heute keine Augen für ihre alten Schüler, keine Zeit sich mit ihnen zu unterhalten. Ihr Ziel war ein anderes. Oder besser: Jemand anderes… und sie hatte schon eine Ahnung, wo sie ihn finden würde…
      Kurze Zeit später hatte sie ihr Ziel erreicht. Ein letztes Mal atmete sie tief durch, ehe sie die nur noch halb in den Angeln hängende Tür zur Küche aufstieß und den Raum betrat. Sie hatte -mal wieder- Recht gehabt. Da war er. Saß, wie so häufig in der Vergangenheit, auf einer der Arbeitsplatten und kaute auf einem Stück gebratenem Fleisch am Knochenspieß herum. Doch etwas war anders als sonst. Und damit meinte sie nicht die Tatsache, dass das halbe Gebäude in Schutt und Asche lag. Nein, es hatte vielmehr mit ihm zu tun! Die sonstige Leichtigkeit, die ihn umgab, die unbändige Lebensfreude, sie war einer angsteinflößenden Betrübtheit gewichen. Und sie wusste genau woran es lag…
      Vorsichtig näherte sie sich ihm ein paar Schritte. Noch schien er sie nicht bemerkt zu haben, war zu sehr in seinen Gedanken vertieft.
      „Garp…“
      Überrascht hob er den Kopf. Als er erkannte, wer sich dort Zutritt zur Küche verschafft hatte, entspannte sich seine Körperhaltung jedoch augenblicklich.
      „Kranich… schön dich zu sehen. Was treibt dich denn hierher?“
      „Bin auf der Suche nach dir. Dachte mir schon, dass ich dich hier finden werde. Ganz wie in alten Zeiten…“
      Ein Grinsen schlich sich auf Garps Lippen. Kranich spürte, wie ihr Bauch augenblicklich einen Satz machte, während sich ihre Beine plötzlich so schwach anfühlten, als bestünden sie aus Wackelpudding… Oh man, da war es wieder. Dieses Lächeln. Dieses verflixte, gutaussehende, schelmische Lächeln, das sie -selbst nach all den Jahren- noch immer um den Verstand brachte. Das sie schon früher das ein ums andere Mal dumme Entscheidungen hatte treffen lassen. Sie! Die Taktikerin schlechthin!
      Wie oft hatte sie sich damit überreden lassen? War -all die Alarmglocken in ihrem Kopf ignorierend- ihm und seinem „Plan“ gefolgt… was ihr nicht nur einmal einen Haufen Stress und Ärger eingebracht hatte. In was für Schlamassel sie deswegen schon alles gestolpert waren! Ein leichtes Grinsen schlich sich unweigerlich bei den Erinnerungen auf ihre Lippen.
      „Komm, setz dich zu mir“, bot Garp ihr unterdessen an und rückte einen Stuhl neben sich zurecht, auf den sich Kranich dankend niederlies.
      „Was verschafft mir denn die Ehre, Kran?“, fuhr Garp unterdessen fort und biss ein kleines Stück von der Fleischkeule in seiner Hand ab.
      „Ich wollte nur einmal nach dir sehen. Schauen, wie es dir geht… die letzten Tage waren hart. Besonders für dich! Und ich wollte nicht, dass du glaubst, dass niemand dir zur Seite steht und dich …“, Kranichs Blick wanderte zurück zu Garp, der mit geschlossenen Augen, die Fleischkeule halb zum Mund geführt, dasaß und… tief und fest schlief!
      „MONKEY D. GARP!!!“, rief Kranich aufgebracht und gab ihm einen saftigen Klapps auf den Hinterkopf.
      „Tschuldigung“, murmelte Garp, übers gesamte Gesicht breit grinsend, „Alte Angewohnheit.“
      „Du wirst dich nie ändern…“
      „Neeee… wäre doch auch langweilig, oder nicht?“
      Da hatte er auch wieder Recht! Sie kannte ihn jetzt wahrlich schon lange. Seit ihrer Grundausbildung vor mehr als 50, wenn nicht sogar 60 Jahren… ach, wie doch die Zeit verging. Es war ihr, als sei es erst gestern gewesen: Ihre ersten Tage in der Grundausbildung. Wie die anderen sie gehänselt hatten. Eine Frau bei der Marine! Das wurde damals nicht gerne gesehen. Beinahe hätte sie nach den ersten Wochen aufgegeben, wäre sie nicht Garp und Senghok begegnet. Ebenfalls beide im ersten Jahr ihrer Grundausbildung. Sie hatten zu ihr gestanden. Sie unterstützt. Sie aufgebaut. Gemeinsam waren sie ein untrennbares Trio geworden. Nicht nur irgendein Trio, nein, das Trio schlechthin. Nicht umsonst hatte man sie lange Zeit das „Goldene Trio der Marine“ genannt. Gemeinsam schien ihnen nichts unmöglich zu sein, glaubten alles erreichen zu können, was sie sich in den Kopf gesetzt hatten… doch das Leben hatte andere Pläne mit ihnen gehabt. Hatte sie, je weiter sie gemeinsam aufgestiegen waren, zusehends auseinandergebracht, waren ständig getrennt voneinander unterwegs auf diversen Einzelmissionen… es war schade… aber dennoch erinnerte sie sich immer wieder gerne zurück an die gemeinsame Zeit! In all den Jahren war ihre Freundschaft, trotz der räumlichen Trennung, weiter bestehen geblieben, hatte sich weiter gefestigt.
      Und genau deswegen hatte es sie auch so mitgenommen, als sie Garp dort oben auf dem Schafott hatte liegen sehen, auf dem Boden, niedergedrückt von Senghok, der ihn davon abhielt einen unverzeihlichen Fehler zu machen. Sie wäre in diesem Moment am liebsten sofort zu den beiden gerannt…
      „Was ist nur aus mir geworden, Kran?“, hörte sie unterdessen Garp nachdenklich neben sich aufseufzen, „Lasse einfach so meinen kleinen Jungen… sehe einfach zu, wie Sakazuki ihn …“
      Mitfühlend legte Kranich ihre Hand auf Garps Rücken. Sie konnte nur erahnen, was für Schmerzen, was für Qualen ihr langjähriger Weggefährte wohl gerade durchmachte. Es gab keine Worte, die auch nur ansatzweise ausreichten, um seine Wunden zu heilen. Sie konnte im Moment nicht viel mehr tun als für ihn da zu sein. Ihn zu stützen. Ein Halt zu sein in dieser dunklen Stunde. Eine Freundin, auf die er sich verlassen konnte, die einfach für ihn da war, wenn er sie brauchte. Und das war sie auch. War sie schon immer! Und würde es auch immer sein…
      Drei-Macht
      Ihre langen, dunkelgrünen Haare tanzten in der sanften Meeresbrise, als sie an der Reling des Marineschiffes stand und am Horizont das riesige, strahlend weiße Bauwerk ausmachte. Das Marine-Hauptquartier. Endlich war sie da. Aufregung machte sich in der sonst so ruhigen Marinesoldatin breit. Sie konnte das Kribbeln in ihrem Bauch nicht abstellen. Ein zartes Lächeln zierte ihr Gesicht.
      „Seekadett Kranich, antreten!“
      Dem Befehl folgeleistend, stellte sich Kranich salutierend vor ihren Vorgesetzten.
      „Wir werden in Kürze das Marine-Hauptquartier erreichen. Dort angekommen wird Sie ein zuständiger Marinekapitän am Hafen empfangen und zu ihrem Zielort eskortieren.“
      „Jawohl!“, Kranichs Stimme klang fest und doch konnte man ihre Aufregung heraushören.

      Sie war ihrem Ziel einen Schritt nähergekommen. Es war noch gar nicht so lange her, als sie im North Blue der Marine beitreten durfte. Wie lange hatte sie darauf gewartet? Schon als junges Mädchen hatte sie für die Marinesoldaten der Basis in ihrer Heimatstadt Meludin verschiedenste Arbeiten verrichtet. Schriftstücke verfasst, Botengänge durchgeführt, Akten archiviert. Doch jedes Mal, wenn sie als Soldatin beitreten wollte, wurde ihre Bewerbung abgelehnt. Die Arbeit als richtiger Marinesoldat wäre zu gefährlich für sie, hieß es. Das wäre eine Männerangelegenheit. Für eine Frau wäre außerhalb eines Büros kein Platz in der Marine. Doch sie hatte sich ein Ziel gesetzt: Sie wollte Marinekapitänin im Marine-Hauptquartier werden und die Weltmeere bereisen. Doch die ständigen Abweisungen und die abwertenden Kommentare der Marinesoldaten zehrten an ihr. Trotzdem ließ sie sich nicht von ihrem Vorhaben abbringen. Schließlich erfüllte sich ihr Traum, als Kapitän Waris das Kommando der Marinebasis in Meludin übernahm. Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Aufnahme Kranichs und somit der ersten weiblichen Marinesoldatin im gesamten North Blue. Dieser Tag fühlte sich wie ein Triumph für Kranich an. Sie war sich sicher, dass sie ihr Ziel erreichen würde.
      Die Aufnahme einer Frau in die Marine wurde allerdings nicht von jedem gutgeheißen. Innerhalb der Marinebasis wehte Kranich sehr schnell ein kalter Wind entgegen. Die anderen Soldaten akzeptierten sie nicht als ihresgleichen. In den Übungen wurde sie sabotiert, in der Kantine saß sie stets alleine. Dass sie sehr geschickt im Umgang mit Waffen war und die Übungen trotz Sabotage meist als Gruppenbeste absolvierte, befeuerte den Unmut gegen sie nur. Die Ablehnung der anderen Soldaten setzte Kranich zu. Sie wurde still, teilte sich den anderen kaum noch mit. Sie sah keinen Sinn darin, mit ‚Kameraden‘ zu sprechen, die sie offensichtlich ablehnten. Die Situation spitzte sich zu und ein Widerstand gegen Kapitän Waris‘ Kommando bildete sich. Der Druck gegen den Kapitän wurde schließlich so groß, dass er sein Amt zurücklegen musste. Bevor er dies tat, ließ er es sich allerdings nicht nehmen, seinen Schützling mithilfe eines Empfehlungsschreibens versetzen zu lassen. Und das nicht einfach irgendwohin, sondern direkt in das Marine-Hauptquartier.

      Als das Marineschiff im Hafen des Hauptquartiers anlegte, blickte sich Kranich um. Die imposanten, schneeweißen Wände des riesigen Gebäudes und der gigantische Schriftzug auf der Fassade ließen ihr Herz höherschlagen. Sie stieg vom Schiff, worauf sie von besagtem Kapitän empfangen und sofort in Richtung Hauptgebäude gebracht wurde. Die Gänge im Gebäude waren entgegen der strahlenden Mauern ziemlich düster, empfand Kranich. Auf ihrem Weg begegneten sie mehreren Marinesoldaten, welche die junge Kadettin teils verwundert, teils missbilligend betrachteten. Kranich ignorierte sie. Sie erreichten die Tür des Büros. Die Soldatin spürte die Aufregung in ihrem Bauch. Sie atmete tief durch, versuchte zur Ruhe zu kommen. Langsam öffnete sie die Tür. Helles Tageslicht, das durch die großen Fenster des strahlend weißen Zimmers fiel, blendete sie. Sie hielt kurz inne. Dann betrat sie den Raum.

      Zwei weitere Marinesoldaten warteten bereits. Kranich musterte die beiden Kadetten. Der eine stand kerzengerade in der Mitte des Raumes, den Blick starr nach vorne gerichtet. Seine Afrofrisur ließ seinen Kopf im Verhältnis zu seinem Körper enorm erscheinen. Kranich konnte sein Gesicht nicht erkennen, trotzdem sah sie ihm an, dass er angestrengt versuchte, sich nicht vom zweiten Marinesoldaten ablenken zu lassen. Dieser hatte es sich auf einer Sitzbank an der rechten Wand des Raumes gemütlich gemacht und vertilgte genüsslich eine Packung Reiscracker. Eine Narbe zierte sein linkes Auge.
      „Eine Frau? BWAHAHAHA! Senghok, schau! Hast du jemals eine Frau in Marinekleidung gesehen? BWAHAHAHA!“, der Junge auf der Sitzbank verschluckte sich fast an einem Cracker. Der Soldat mit dem Afro antwortete nicht.
      „Man hat dir wohl keine Manieren beigebracht?“, Kranich ließ in ihrer Stimme einen leicht verachtenden Ton mitschwingen. Selbstbewusst betrat sie den Raum und stellte sich neben dem Soldaten namens Senghok auf.
      „Oha! Eine von der strengen Sorte!“, lächelnd sprang der Marinekadett auf und gesellte sich zu den anderen beiden, „Mein Name ist Garp. Seekadett aus dem East Blue. Dieser grimmige Typ da neben dir ist Senghok. Er meinte er komme aus dem South Blue. Ebenfalls Seekadett. Wie heißt du, Schönheit?“
      Kranich schnaubte kurz, die aufdringliche Art des Marinesoldaten strapazierte ihre Nerven. „Kranich. Seekadett. North Blue. Nenn mich nicht Schönheit, du Affe!“
      Senghok entkam ein prustendes Lachen, ehe er sich sofort wieder fing und mit starrer Miene nach vorne blickte. Garp antwortete lediglich mit einem lauten „BWAHAHAHA!“

      Plötzlich krachte die Tür hinter den drei Kadetten auf. Kranich und Garp blickten erschrocken nach hinten. Senghok versuchte bemüht, sich nicht umzudrehen. Ein großer, mit Muskeln übersäter Mann stand in der Tür. Seine Haare standen stachelig nach oben, sein Bart war am Kinn zu drei Spitzen geformt. Ein Marineumhang lag auf seinen breiten Schultern, die sein Gesicht sehr schmal aussehen ließen. Er war nicht viel älter als Kranich selbst. Vielleicht fünf oder sechs Jahre. Der Mann betrat den Raum. Er musste seitlich eintreten, da sein muskulöser Oberkörper zu breit für den Türrahmen war. Er schritt an den Seekadetten vorbei, ohne sie anzublicken. Kranichs Herz pochte kräftig in ihrem Brustkorb, doch sie ließ sich nichts anmerken.
      Der Muskelprotz blieb stehen, hielt kurz inne. Die Atmosphäre im Raum war angespannt. Selbst Garp hatte sein breites Grinsen verloren. Plötzlich begann der breitschultrige Mann mit dröhnender Stimme zu sprechen: „Senghok, South Blue. Garp, East Blue. Kranich, North Blue. Ihr drei wurdet mit besonderer Empfehlung in das Marine-Hauptquartier versetzt. Mein Name ist Vizeadmiral Kong und ich bin ab heute euer Ausbildner.“


    • 1. Umfragekriterium: Authentizität

      Welcher Text konnte Vizeadmiral Kranich authentischer inszenieren? 18
      1.  
        Alte Freunde (8) 44%
      2.  
        Drei-Macht (10) 56%
      Da es sich um bekannte Figuren aus dem Manga handelt, müssen diese authentisch und glaubwürdig dargestellt werden. Bereits in ihren Sagen haben sich so manche Autoren daran versucht, nun muss das Ergebnis formvollendet werden. Entspricht das Denken, Handeln, Fühlen der Figuren dem Manga-Original? Oder kann der Autor eine neue Seite der Figur zeigen, die sich harmonisch in das Bild des Charakters einfügt? Entwicklungen und außergewöhnliche Reaktionen auf außergewöhnliche Situationen sind immer möglich und menschlich, müssen aber glaubwürdig vermittelt werden.


    • 2. Umfragekriterium: Handwerk

      Welcher Text war besser geschrieben (Stil, Wortwahl, RSF, Grammatik...)? 18
      1.  
        Alte Freunde (8) 44%
      2.  
        Drei-Macht (10) 56%
      Handwerk (Stil, Wortwahl, RSF, Kommasetzung): Ja, jetzt wird es bitterernst. Bisher sind wir relativ lapidar mit Verbrechen an der deutschen Sprache umgegangen, aber nun endlich werden derartige Vergehen geahndet. Sollten die Leser euren Text nicht für eklatant fehlende Kommata oder störende RSFs abstrafen, behalten wir uns das als Leitung vor. Gleichzeitig wird der Fokus auf euren Stil und die Wortwahl gelegt. Also kitzelt eure schönste Tinte aus der Feder.


    • Da hier ja immer mehr Flaute ist, sprenge ich die Ketten der Vernunft und Moral und schreib auch etwas nieder. Ich halt mich mal trotzdem zurück, weil es sonst irgendwie nen miesen Beigeschmack hätte.

      Alte Freunde

      Eine Geschichte aus der Gegenwart. Hier bedient sich der Autor dem Zustand nach der Zerstörung des Hauptquartiers und dem bevorstehenden Umzug. Kranich wird hier als eine mitfühlende Person dargestellt, die es sich zum Ziel Macht ihrem alten Freund Garp Trost zu spenden. Dabei liegt der Fokus hauptsächlich auf deren Beziehung, die gut getroffen ist. Eine Prise Nostalgie und gegenseitiges Necken, wie man es erwartet, wenn man sich so lange kennt. Es erscheint dabei auch, als ob von Kranichs Seite etwas mehr mitschwappt als nur freundschaftliche Gefühle, so wie es umschrieben ist. Aber das ist nicht explizit. Ich wusste es zunächst nicht einzuordnen, ob ich solche Arten von Gefühlen zu Kranich zählen würde. Garp hat sie einmal als emotional und mitfühlend beschrieben, aber eher aufgrund der Tatsache, dass sie eine Frau ist. Vielleicht hat er Recht, vielleicht ist er aber auch ein misogyner Pfosten. Trotzdem sind auch diese Gefühle legitim, denn wer weiß wie sie nun wirklich einzuordnen sind, da sie nur halb amourös erscheinen, aber mir schon für ihr Alter fast einen Ticken zuviel. Liegt vielleicht aber auch daran, dass ich der alten Schrulle sowas nicht zutraue, aber wer bin ich schon die Libido der Oma in Frage zu stellen.
      Garp kommt ebenfalls gut zur Geltung, mit seiner Narkolepsie und seinem Kampf mit Aces Tod, sowie den nachfolgenden Schuldgefühlen. Kranich kaufe ich tatsächlich als einzigen Charakter innerhalb der Marine ab hier für ihn da zu sein. Sengoku ist nicht der Typ dafür und jemand anderes mit diesem Vertrauensverhältnis fällt mir nicht ein.
      Insgesamt eine gut authentische Geschichte mit einem guten Fokus zwischen Dialog und den eigenen Gedanken von Kranich.

      Handwerklich gefällt mir auch dieser Text. Keine Schnitzer und Rechtschreibfehler, die ich jetzt auf den ersten Blick erkannt habe, bin zu faul mich da tiefer einzugraben und dafür schwirren hier auch genug andere Kandidaten rum. Manchmal erscheint mir der Satzbau, besonders zu anfangs, etwas zu komplex und ich musste mal ein zweites Mal bei manchen Sätzen ansetzen, um sie zu verstehen. Auch bin ich, was eine hart subjektive Einschätzung ist, kein großer Freund der Gedankenstriche, mich bringen sie immer etwas aus dem Konzept, aber nichts was groß negativ anlastet.

      Drei-Macht

      Eine völlig andere Situation. Eine junge Kranich, frisch aus den Blues auf das große Meer. Auch hier bin ich von ihrer Darstellung gut überzeugt. Sie wirkt wacher und quirliger, wie es sich für einen jungen Kadetten gehört, der in das mächtigste Bollwerk der Weltregierung berufen wird. Trotzdem ist sie ein Marine der Disziplin und des Respekts, lässt sich aber von einem stichelnden Garp nicht so leicht etwas einschenken, sondern teilt gut aus. Höhö, Affe sagt sie zu dem Typen der Monkey heißt. Der Fokus liegt hier zunächst auf der Ankunft und ihren ersten Gefühlen als junger Soldat vor dieser Verantwortung, auch wird die patriarchale Welt der Marine näher beleuchtet. Man könnte es als eine klischeehafte Thematik anecken, aber sie ist durch Kranich als Charakter absolut nachvollziehbar. Dann schwenkt der Text zum ersten Treffen der Drei-Macht (hab die Anspielung erkannt, ich bin so klug). Garp ist vorlaut und entspannt, Sengoku ein Marine durch und durch mit einer wehenden Möwenfahne im Popo, verliert aber auch kurz die Fassung durch das Kontra soweit so gut. Hier finde ich hätte der Fokus noch etwas mehr auf die Dynamik des Dreiergespanns liegen können. Natürlich ist Kranich und ihr Innenleben wichtig, nimmt aber sehr viel Raum ein und das Trio erst im letzten Drittel. Auch wird überraschend lange Kongs Erscheinungsbild beschrieben, wo ich mir dann kurz dachte, wir haben’s kapiert, der Dude ist ein Brocken. Ein ebenfalls gut authentischer Text, mit einer Seite von Kranich, die uns bisher unbekannt war in jungen Jahren.

      Vom Stil her taugt mir auch dieser Text. Kann auch hier keine Rechtschreibfehler erkennen. Das Wort „Ausbildner“ ließ mich kurz stocken, aber im deutschen Sprachraum sind beide Schreibweisen legitim. Gefallen hat mir auch die Bildsprache, gut lebendig. Was ich noch bemängeln kann ist der öftere Gebrauch des Wortes „sehr“, wo es eigentlich schönere Alternativen gibt wie „äußerst“ „überaus“ „volle Kanne“ oder so. Und ein paar Kommafehler gabs auch, hab aber keine Lust die aufzuzeigen.



      ich finde die Texte stark und einem Halbfinale würdig. Beide bedienen sich unterschiedlichen Lebenssituationen und es gelingt ihnen Kranich authentisch Leben einzuhauchen. Auch vom Stil her kaum etwas zu bemängeln und solide. Mein Voting mache ich natürlich nicht öffentlich, das wäre äußerst oder sehr unfair.
    • Ein letztes Mal im Halbfinale kommentieren? Könnte ja durchaus darin enden, dass wir zum Abschluss in beiden Duellen eine Stichwahl (oder was auch immer) brauchen. Aber wenn schon ein Autor sich verpflichtet fühlt was zu schreiben, dann ist Not am Mann. Vielleicht motiviere ich ja noch jemand anderen^^

      Alte Freunde
      Authentizität:
      Kranich tritt hier recht treffend auf, finde ich. Sie ist in gewisser Hinsicht ebenfalls eine lebende Legende und ich kann mir durchaus auch vorstellen, dass sie als Ausbilderin tätig war. Ich finde es schon etwas krass, dass ich mich hier aber unwillkürlich frage, ob es bei Oda wirklich in der sonst so in der Spitze männlich dominierten Marine wirklich eine solche Ausbilderin geben könnte. Aber ich will es glauben^^ Passend dazu wird auch noch vom Autor erwähnt, dass es damals mit den Frauen in der Marine schwierig war. Auch wenn es eine recht kleine Randnotiz ist, kann ich mir hier vorstellen, dass Kranich entsdcheidend dafür verantwortlich war, dass sich dieser Tatbestand geändert hat. Das gefällt mir!
      Ansonsten wurde sie uns vorgestellt als Teil der alten Generation, gemeinsam mit Garp und Senghok. Das sich hier also auf die Beziehung zu Garp konzentriert wurde ist sinnvoll. Da sie empathisch ist laut Garp (selbst wenn sie es nicht gerade oft zeigt), würde ich ebenfalls denken, dass sie prädestiniert ist um Garp Trost zu spenden. Soweit gefällt es mir auch gut. Ich weiß nicht so recht, ob es zusammenpasst hier dieses ernsthafte Grundthema zu nehmen und dann plötzlich Garp einschlafen zu lassen. Aber gut, das verweist auch etwas darauf, dass dieser eben eine recht große Rolle spielt, bis zu einer doch recht deutlich angedeuteten (vermutlich einseitigen) Schwärmerei (oder mehr?) von Kranich zu Garp. Keine Ahnung wie ich das einschätzen soll, aber meine zugegeben nicht gerade ausgebildete Ansicht zu Kranich beißt sich damit etwas. Wie weiter unten nochmal erwähnt klappt der Rückblick bei mir auch nicht. Es ist irgendwie kein Characterbuilding bzw. es zeigt nicht wirklich Kranich. Es wird hier für mein Gefühl nur berichtet, als würde ich noch ein paar Sachen zu Kranich loswerden wollen, ohne es in der Wortgrenze noch direkt zugänglich machen zu können. Das ruiniert aber keinesfalls den vorigen Teil und ich finde diese Freundschaft von Kranich zu Garp wunderschön. Mir hätte es auch völlig gereicht es dabei zu belassen.

      Handwerk:
      Vorneweg: es wurden viermal Gedankenstriche eingesetzt auf eine Art die mich gestört hat, denn zwischen dem Strich und den Wörtern davor/dahinter sollte immer ein Leerzeichen stehen. Okay, das aus dem Weg schauen wir weiter. Gleich in der Ortsangabe wird Marine Ford falsch geschrieben...
      Stilistisch kriegt man direkt am Anfang noch dieses Ungetüm um die Ohren geschlagen:

      Anonymous schrieb:

      Vereinzelt kamen ihr noch Nachzügler entgegen, die vollbepackt mit allerlei Krimskrams, persönlichen Erinnerungsstücken und teils halb zerstörten Arbeitsmappen und Unterlagen auf dem Weg zu den Schiffen waren.
      Nichts gegen lange Sätze, hier und später funktioniert es (für mich) nicht. Das wiederholt sich dann auch, nächstes (und hier letztes gezeigtes) Beispiel:

      Anonymous schrieb:

      Beim Anblick ihrer alten Lehrmeisterin salutierten die Marinesoldaten ehrfürchtig, ehe sie sich erneut ihrer Aufgabe widmeten, ihr Gepäck auf eines der letzten Schiffe zu verladen, bevor diese die Anker lichteten und in Richtung der neuen Hauptbasis in der neuen Welt segelten.

      Anschließend steigert sich wieder das Stilmittel der unvollständigen Sätze. Ich sollte mal echt nachschauen, wie das heißt xD Ob ich das hier in dem Setting gut finde? Gute Frage. Mir erscheint es so, als ob das immer auftaucht, wenn es für Kranich in Erinnerungen zurück in der Zeit geht. Von mir aus, aber hat Kranich auch so geredet?
      Gröbere Schnitzer sind Mangelware, ich bin nur noch auf das hier gestoßen:

      Anonymous schrieb:

      Das sie schon früher das ein ums andere Mal dumme Entscheidungen hatte treffen lassen.
      Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir hier ein "das" zu viel haben.
      Gefallen hat mir, wie Garp am Ende nicht einmal mehr richtige Sätze formulieren kann. Ansonsten ist es größtenteils recht nüchtern geschrieben. Manchmal etwas umständlich, aber keine wirklichen Fehler.

      Sonstiges:
      Kranich reiht sich problemlos ein in die Riege der schwierigen Charaktere hier. Wir haben ein paar Brocken über ihre Vergangenheit und etwas Screentime in der Story. Der Text konnte sich nicht so recht entscheiden wo er ansetzen will und hat einfach beide Zeitpunkte genutzt. Die Handlung spielt in der Gegenwart, es gibt aber auch einen (bzw. eher mehrere?) vergleichsweise kurzen Erinnerungsabschnitt über früher. Dieser wirkt stark nacherzählt, konnte mich jedenfalls nicht wirklich packen. Also wenn das so gedacht war, dass ich irgendwie die Beziehung von Garp und Kranich anhand dieses Abschnitts besser verstehen oder glauben soll, dann hat es nicht funktioniert.
      Bin ich der einzige, der das hier logisch nicht begreift?

      Anonymous schrieb:

      „Du wirst dich nie ändern…
      „Neeee… wäre doch auch langweilig, oder nicht?“
      Ist es nicht langweilig sich nie zu ändern?


      Drei-Macht
      Authentizität:
      Kranich in ihrer Jugend wird bereits als ruhig und abgeklärt dargestellt, die aber trotzdem noch einiges an Elan und Aufgeregtheit ausstrahlt. Was aber auch dieser Text als einen relevanten Ansatz wählt ist dieser wiedergebende Rückblick. Kleine Zusammenfassung, Exposition nicht durch Handlung, sondern Worte. Es ist in Anbetracht der Wortgrenze verständlich, überzeugt mich aber nicht so ganz. Ich will eigentlich keine Zusammenfassungen lesen und die Authentizität kommt auch nicht, wenn man gefühlt einen Wikieintrag schreibt, egal wie sehr die Worte darin passen. Wenn man sich auf die Suche nach den wirklichen Darstellungen von Kranich macht, dann wird es knapp. Wir haben da einmal den Anfang: gut. Der Mittelpart auf dem Weg Büro bringt da wenig neue Eindrücke und dann kommt nur noch der verbale Schlagabtausch mit Garp, der zwar ganz gut wirkt und zeigt, dass sich Kranich nichts bieten lässt und nicht unterkriegen lässt, aber eben auch das Ende von Kranichs "Handlungsstrang" bildet. Gerade wenn man hier fast 200 Wörter auf Kongs Auftritt verwendet und für Kranich nur etwas Herzklopfen übrig hat, dann reicht mir das nicht.
      Es gab gute Ansätze, aber für mich wurde hier zu viel abseits von Kranich geschrieben.

      Handwerk:
      Ich frage mich immer noch, ob ich den Titel genial oder recht flach finden soll^^

      Anonymous schrieb:

      Ihre langen, dunkelgrünen Haare tanzten in der sanften Meeresbrise,[...]
      Sowas wirkt gerade nach dem ersten Text irgendwie anspruchsvoller und weniger prosaisch.
      Fehler sind hier selbst mit der Lupe schwierig zu finden. Für mich beschränkt es sich auf folgendes:

      Anonymous schrieb:

      Der Druck gegen den Kapitän wurde schließlich so groß, dass er sein Amt zurücklegen musste.
      Ich habe im Leben noch nichts von "Amt zurücklegen" gehört. Im Prinzip habe ich nur dann das Gefühl Fehler zu finden, wenn etwas ungewöhnlich (und vielleicht falsche) Konstruktionen/Wörter genutzt werden.
      Gefällt mir insgesamt ziemlich gut!

      Sonstiges:
      Hier wurde sich direkt dafür entschieden eine junge Kranich für den kompletten Text zu wählen. Das macht es auch gleich dynamischer und ist konsequenter, wenngleich das recht direkt wieder abgetötet wird durch den nüchternen Rückblick. Der Text lebt auch eine Weile durch andere Charaktere mit relativ geringer Interaktion mit Kranich. Das sorgt zwar insgesamt noch für einen angenehmen Text (z.B. fand ich Senghoks Versuche ernsthaft zu bleiben und dann daran zu scheitern herrlich), aber es schweift etwas von der Aufgabenstellung ab.
      Eine logische Frage stellt sich mir in dem Rückblick. Kapitän Waris muss zurücktreten - offensichtlich wegen Kranich - und kann trotzdem noch ausgerechnet Kranich zum Hauptquartier schicken? Klingt irgendwie unwahrscheinlich. Letztlich wurde hier einerseits zu viel versucht und andererseits zu viel versucht. Zu viel Handlung in zu wenig Worten bzw. mit zu viel eher unnötigem Beiwerk (in meinen Augen). Alternativ hätte man Kongs Auftritt stark zusammenkürzen können und dafür den Teil besser herausarbeiten können.

      Auch zum Abschluss wieder eine knappe Angelegenheit. Es wird einem aber auch nicht so oft leicht gemacht sich zu entscheiden^^ Es bleibt dabei: 8 Texte im Halbfinale und es ist noch keiner dabei der für mich wirklich herausragt, es ist alles recht gut, aber niemand setzt sich ab. Ich bin gespannt, was am Ende bei rauskommen wird!
      War mal eine andere Erfahrung im Kommentare schreiben und irgendwie bin ich jedes Mal nur so halb überzeugt von meinen Beiträgen... Kann mir jemand eine Anleitung zum Kritiken schreiben geben? Oder meine Kritiken kritiseren? ;)
      "Well, let's begin"
      Meine FF: Erlebnisse eines Meisterdiebes (abgeschlossen)
      FFT 2020: Noch keine gute Tat heute? Dann dankt den Organisatoren und Teilnehmern mit einem Vote (und bestenfalls einem Kommentar)!
    • Ahoi!

      Letzte Runde des Halbfinales... dann melde ich mich doch auch nochmal zu Wort.

      Los geht's mit "Alte Freunde"

      Der Text setzt zeitlich an der Handlung kurz nach dem großen Krieg der Marine gegen die WB-Piraten an. Inhaltlich gefiel mir das Kapitel recht gut. Kranich tritt als tröstender Beistand für den "trauernden" Garp auf, welcher noch mit den Folgen des Krieges und dem Tod seines Ziehsohnes kämpft. Das hat mir wirklich gut gefallen, da hier gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen wurden. Zum Einen erklärt es unter vielem Anderen, warum Garp dieser Institution nicht für immer den Rücken kehrte. So gibt es in ihren Reihen immer noch Personen und Verbündete, welche ihm zur Seite stehen und ihn stützen. Gefährten, die mit der Zeit viel mehr als das geworden sind. Gefährten, die ihn seit Jahrzehnten kennen und zu ihm stehen, komme was wolle. Wie eine Familie. Zum Anderen wird dadurch das Verhältnis zwischen Kranich und Garp hier auch etwas näher beleuchtet. Offenbar schwärmt die "erfahrene" Dame der Marine ein bisschen für Luffys Großvater. Und auf viel mehr wird es hier im Text - zumindest in meiner Wahrnehmung - auch nicht ausgedehnt. Denn ihre Beziehung geht nach dieser Interpretation viel tiefer als das. Eine 50 jährige Freundschaft, welche über die Zeit wachsen konnte und Kranich in dieser Situation mit ihrem Weggefährten fühlen lässt.
      Allgemein zeigt dieser Text mal wieder eines auf, was sich in diesem Turnier schon häufig als Erfolgsrezept bewährt hat. Es wird eine explizite Momentaufnahme eines uns (mehr oder minder) bekannten Charakters herausgepickt und dann ausführlich und nachvollziehbar beleuchtet. Da ist weniger einfach mehr. Denn zumindest mich bindet ein solcher Text dann vollkommen an die Situation und lässt mich Teil der Geschichte werden. Und das ist auch diesem Text weitestgehend gelungen, da er sich vollkommen auf dieses eine Gespräch zwischen den zwei Vizeadmirälen konzentrierte. Zudem fand ich die Darstellung der Figuren ziemlich nah am Original und konnte nichts ausmachen, was dem widerspricht, was ich in One Piece selbst bisher über Beide gelesen habe. Von daher gibt's am Punkt Authentizität bei mir nicht viel auszusetzen.

      Beim handwerklichen Teil habe ich auch nicht viel zu meckern - eigentlich. Mir ist nur generell aufgefallen, dass hier sehr viel mit verschachtelten und zum Teil quer eingefügten Nebensätzen gearbeitet wurde, was den Satzbau und die "Sprachstruktur" hier und da etwas komplexer macht, als nötig. Und trotzdem las sich der Text äußerst flüssig, sodass mich das nach ein paar Zeilen nicht mehr großartig gestört hat. Denn - und das gebe ich an dieser Stelle gerne zu - arbeite ich selbst auch häufig mit Einschüben und Gedankenstrichen (wie im ersten Satzteil zu sehen xD). Ich kann aber verstehen, wenn das für den ein oder anderen Rezipienten etwas zu umständlich ist und das Lesen dadurch ins Stocken gerät, um den Satz vollkommen zu durchdringen.

      Ein paar kleine Stolpersteinchen konnte ich mir dennoch nicht verkneifen...

      Alte Freunde schrieb:

      Hatte ihnen ihr Wissen, diverse Kampftechniken, strategische Manöver und dergleichen mehr beigebracht.
      An dieser Stelle kann man sich das "mehr" in meinen Augen sparen, da aus dem Wort "dergleichen" schon klar wird, dass es mehr als Kampftechniken und strategische Manöver sind. So klingt der Satz etwas holprig und passt nicht in den sonst sehr fließenden Schreibstil. Ist aber nur ne Kleinigkeit.

      Alte Freunde schrieb:

      Das sie schon früher das ein ums andere Mal dumme Entscheidungen hatte treffen lassen.
      In dem Satz würde ich mir das "das" streichen und etwas umstellen:
      "Das hatte sie schon früher ein ums andere Mal dumme Entscheidungen treffen lassen." oder
      "Das hatte sie schon früher das ein oder andere Mal dumme Entscheidungen treffen lassen."
      So klänge es für mich etwas sauberer.

      Alte Freunde schrieb:

      Ein leichtes Grinsen schlich sich unweigerlich bei den Erinnerungen auf ihre Lippen.
      Auch hier würde ich etwas umstellen, damit es besser klingt:
      "Auf ihre Lippen legte/schlich sich bei den Erinnerungen unweigerlich ein leichtes Grinsen."
      Ist an der Stelle aber reine Geschmackssache, da die Grammatik im zitierten Satz vollkommen okay ist, in meinen Ohren einfach etwas sperrig klingt.

      Alte Freunde schrieb:

      Und ich wollte nicht, dass du glaubst, dass niemand dir zur Seite steht und dich …“,
      Und auch hier würde ich einfach nur zwei Worte miteinander tauschen, damit sich dieser Satz in meinen Ohren etwas harmonischer anhört:
      "Und ich wollte nicht, dass du glaubst, dass dir niemand zur Seite steht und dich..."
      Wieder mal nur Geschmackssache, aber wollte es nicht unerwähnt lassen.

      Insgesamt ist es aber ansonsten ein schön zu lesender Text, der sowohl authentisch als auch handwerklich weitestgehend stabil ist. Jedenfalls konnte ich grammatisch und rechtschreibtechnisch keine groben Schnitzer finden. Auch vom Sprachbild und Lesefluss weiß mich der Text zu überzeugen. Also insgesamt ein echt guter Auftakt in diese Duellrunde!


      Weiter geht's mit "Drei-Macht"

      Im Gegensatz zu seiner Konkurrenz setzt diese Kurzgeschichte thematisch mit der Ankunft Kranichs im Marinehauptquatier und ihrer, sowie Garps und Sengokus Rekrutierung durch den ehemaligen Vizeadmiral Kong an. Hier wird das Augenmerk vermehrt auf die eher resolut und selbstbewusst auftretende Marinesoldatin gelegt, die sie höchstwahrscheinlich auch sein musste, um sich in dieser von Männern dominierten Führungsetage durchzusetzen. Hat mir weitestgehend gefallen. Und an diesem Punkt muss ich dir leider ein bisschen widersprechen @Eldrail ;).
      Denn mir hat diese kleine Rückblende durchaus gefallen, da sie nachvollziehbar eine prägende Vergangenheit beschreibt, durch die Kranich die geworden ist, die Sie in diesem Text und (höchstwahrscheinlich) auch im Original wurde... Eine Frau mit Durchsetzungsvermögen, die durch die wiederkehrende Abneigung ihrer männlichen Konkurrenz dazu gezwungen wurde sich ein dickes Fell anzulegen, um sich durch solche Kommentare, wie sie u.a. auch von Garp - wenn auch eher scherzhaft - in diesem kurzen Werk hier gezeigt wurden, nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Natürlich macht es sich der Autor in diesem Fall etwas leicht, da hier weitestgehend auf Interaktion und situatives Handeln verzichtet wurde. Aber warum denn nicht?! Dieser Part schafft zweierlei: Er charakterisiert Kranich auf eine relativ kurze aber dennoch präzise Art und Weise. Und er legt die Grundlage für ihr Verhalten in der Marine Base, wo sie die belächelnden Augen weitestgehend ignoriert und sich auch von Garp anschließend nicht ins Boxhorn jagen lässt. Damit vermittelt der Text in Gänze dann auch ein paar eindeutige Charakteristika: Zielstrebigkeit, Selbstbewusstsein, Talent und Durchhaltevermögen. Aber da darf man natürlich gerne geteilter Meinung sein. Mich hat es überzeugt und beschreibt eine Person, die ich auch in One-Piece so wahrgenommen habe wie hier geschildert. Wenngleich wir von ihr dort noch relativ wenig gesehen haben. Jedoch stimme ich mit dir überein, dass sie mir am Schluss dann ein wenig zu kurz kommt und die anderen Protagonisten ihr ein bisschen (zu) viel Platz in der Handlung nehmen, sollte sie doch eigentlich im Vordergrund stehen. Was an dieser Stelle aber clever vom Autor gelöst wurde: Die Verschiebung des Fokus wurde dazu genutzt eine Person in das Scheinwerferlicht zu rücken, die uns sehr wohl bekannt ist. Nämlich Garp! Und mit ihm Interaktionen einzubinden ist wesentlich einfacher, als zum Beispiel mit Sengoku, welcher hier ja auch nicht ein einziges Wort sagt. Selbst seine Herkunft wird durch Garp vorgetragen. Das ist, wie bereits gesagt, gar nicht dumm. Führt aber unweigerlich zu einem atmosphärischen Bruch, da Garp eher heiter und um keinen flotten Spruch verlegen ist. Hat mich nicht großartig gestört. Hat sich aber irgendwie komisch angefühlt, da es nicht so recht in das bis dato ernste, teils melancholische Setting passte. Vielleicht war aber auch genau das beabsichtigt. Nichtsdestotrotz muss ich sagen, dass mich der Text vom Inhalt und auch der Authentizität nicht nur unterhalten, sondern auch überzeugt hat. Hier wurde gut gearbeitet und wieder einmal eine kurze Momentaufnahme sehr treffend beleuchtet.

      Handwerklich kann ich diesmal fast überhaupt nichts sagen. Ich weiß auch nicht woran es liegt, dass mir in den letzten Runden vermehrt im ersten Text die Stolpersteinchen unterkommen. Aber hier ist es wieder so, dass ich so gut wie keine Satzbaufehler, sprachliche Patzer, oder Rechtschreibfehler gefunden habe. Wie immer halte ich mich bei der Kommasetzung zurück.
      Mir ist eher dieser Satz aufgefallen:

      Drei-Macht schrieb:

      Die Gänge im Gebäude waren entgegen der strahlenden Mauern ziemlich düster, empfand Kranich.
      Hier hätte es mir besser gefallen, wenn dieser Part als echter Gedankengang Kranichs eingesetzt würde. So wirkt der Satz weder wie indirekte Rede, noch wie eine nüchterne Schilderung der Umgebung. Ist vielleicht auch nur mein Lesegefühl, aber der Satz klingt irgendwie nicht richtig. Das ist aber jetzt auch wirklich meckern auf sehr hohem Niveau.

      Drei-Macht schrieb:

      Sie hielt kurz inne. Dann betrat sie den Raum.

      Zwei weitere Marinesoldaten warteten bereits.
      Der zweite Satz leitet den Vorletzten Absatz und die neue Szenerie im Büro ein, wo sich auch Garp und Sengoku befinden. Hier hätte ich den markierten Satz anders formuliert:
      "Dort warteten bereits zwei weitere Marinesoldaten."
      So würde der Übergang noch etwas zusammenhängender wirken und klingt in meinen Ohren einfach etwas flüssiger.

      Mehr kann ich leider nicht finden. Da müsste ich mir jetzt echt was aus den Fingern saugen. Sprachlich/handwerklich war das in weiten Strecken saubere Arbeit und hat mich überzeugt.

      Alles in allem ein wirklich ein starkes Duell, das mir die Stimmenvergabe nicht leicht macht. Es ist in der Tat das erste mal, dass ich nicht sagen kann, welcher Text in welcher Kategorie meine Stimmen bekommt. Momentan tendiere ich in beiden Stimmen eher zu "Drei-Macht". Aber es ist auch nicht mehr, als eine Tendenz. Das kann sich jederzeit wieder ändern und nach ein, zwei wiederholten Lesungen wieder in die andere Richtung schwenken. Kompliment daher, an ein knappes Rennen. Starke Runde!
      Du bist begeistert von One Piece? Du kannst gar nicht genug bekommen? Was, du bist frustriert? Du denkst manchmal: Who the hell is Oda?!
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    • Kurz vorweg: Ich finde das Kranich die mit Abstand schwierigste Figur, in dieser Auswahl an Charakteren, die man bekommen konnte. Dadurch das ihr Hintergrund, Charaktertiefe und bis auf einige Momente, auch jegliche Interaktion fehlt, macht es sehr schwer, Authentizität zu erzeugen. So hängt es auch mehr, als bei den anderen Charakteren, am Leser ab, ob dieser Kranich in diesen Geschichten als authentisch empfindet. So ganz ohne Bezugspunkte ist Kranich schon fast wie ein neuer Charakter, dem man Leben einhauchen muss. Mich wundert es schon sehr, dass mit De Flamingo einer der wenigen Charaktere, die mit Kranich eine Verbindung haben, nicht genutzt wurde. Er kam in diesem Turnier zwar schon sehr oft vor, hier hätte es sich trotzdem gut angeboten.

      Alte Freunde:
      Das Szenario an sich ist nicht schlecht, aber hier wurde für mich Potenzial verschenkt, in dem man es am Anfang (Kranichs Gang durch Marineford) mit den Umschreibungen etwas übertrieben hat. Diese sind zwar ganz nett, aber irgendwie auch recht belanglos.
      Die Chemie zwischen Kranich und Garp hat im großen und ganzen gut funktioniert, wirkte aber manchmal auch etwas hölzern. Das liegt für mich daran, dass, anstatt sich mehr auf das Gespräch zwischen den beiden zu konzentrieren, auch in den Erinnerungen von Kranich eingetaucht wird und so keines von beiden richtig zur Entfaltung kommen kann. Wenn man mit einer Wortgrenze arbeiten muss, sollte man sich lieber auf eines konzentrieren, als auf zwei Sachen nur halb.

      Drei-Macht:
      Dieser Text war recht dynamisch und flott in seiner Erzählweise. Kranichs Anfänge in der Marine kann ich mir so sehr gut vorstellen, als vielleicht erste Frau in der Marine, die sich, in dieser von Männern dominierten Gruppierung, versucht durchzusetzen. Garp und Sengoku sind auch recht gut getroffen worden, auch wenn die beiden nur einen kurzen Auftritt hatten. Der kurze Flashback war gut eingearbeitet und hat das wichtigste in einem Abschnitt erzählt um dann den Fokus wieder auf Kranich und ihren ersten Tag auf MF zu legen. Die Beschreibung von Kong fand ich dagegen deplatziert und hätte für einen schöneren Abschluss genutzt werden können.

      Fazit:

      Beides gute Texte, welche versuchen einer biederen Kranich etwas mehr Farbe zu verleihen und das auch schaffen. Drei-Macht umschifft das Problem mit der Authentizität damit, indem man sich mit der Vergangenheit von ihr beschäftigt und so die Finger von der gegenwärtigen Person lässt. So hat man sich mehr kreativen Freiraum geschaffen und konnte sich so für mich gegenüber Alte Freunde absetzten. Handwerklich sehe ich beide Texte ungefähr gleichstark an, da ich keine großartigen Stolpersteine oder gravierende Rechtschreibfehler entdecken konnte.

      @Eldrail
      Ich glaube bei der Textpassage, dass es langweilig wäre, wenn Garp sich ändern würde, geht es darum, dass dieser als Querulant und Exzentriker innerhalb der Marine, sich den anderen anpassen nicht will. Wenn es in der Marine nur einen Einheitsbrei an Charakteren geben würde, ohne solche Typen wie Garp, wäre es wirklich langweilig.


      Ich bin gespannt, ob wir wieder einen Gleichstand bekommen, wie in den Runden davor. Wenn es soweit kommen sollte, könnte es sich die Turnierleitung vielleicht überlegen, dass alle 4 Autoren weiterkommen und man so ein größeres Finale hat. 4 Geschichten auf dem Niveau sind besser als nur 2. ^^
    • Neu

      Dann noch ein paar Gedanken zu meinem Kranich-Text:

      Wie bereits im Ivankov/Inazuma-Thread erwähnt, war ich froh, dass ich dieser Gruppe zugeteilt wurde. Als ich dann aber an den Kranich-Text ran musste, verschwand die Freude ein wenig. Ich glaube ich hab zu keinem anderen Text so viel Nachforschung betrieben, wie zu Kranich. Angefangen (klarerweise) bei den Informationen, die wir bereits über sie haben. Da hab ich dann sogar n paar Übersetzungen der Vivre Cards gelesen, wobei ich daraus auch nicht unbedingt viel schlauer wurde. Hier wird nämlich gesagt, dass Senghok, Garp und Kranich "zugleich" ihre Ausbildung angefangen haben. Da die drei aber aus verschiedenen Blues kommen, hab ich das so ausgelegt, dass sie zur selben Zeit in die Marine eingetreten waren, aber nicht zusammen die Ausbildung begonnen haben, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt aufeinander trafen. Machte für mich einfach grundsätzlich mehr Sinn. Da hatte ich mich dann auch ziemlich schnell dafür entschieden, dieses Aufeinandertreffen zu beschreiben, weil ich die Dynamik zwischen den Dreien klasse finde. Das wollte ich auch in meinen Text einbauen und den Anfang des Gespanns aufzeigen. Um diese Dynamik für mich selbst n bisschen greifbarer zu machen, habe ich glaub ich alle Kapitel nochmal gelesen, in denen Kranich vorkommt (selbst Kapitel 0).
      Die Grundidee stand also. Die Ankunft Kranichs im Marinehauptquartier und das erste Aufeinandertreffen mit Garp und Senghok. Jetzt musste ich allerdings mal abchecken, was für einen Rang Kranich zu diesem Zeitpunkt haben konnte. Und hier will ich nur mal klarstellen: Ich kapiere die Rangordnung in der Marine nicht wirklich, glaube ich xD Das OPWiki hat zwar an und für sich gut geholfen, es war aber für mich nur schwer abzuschätzen, welcher Rang hoch genug war, dass sie ins HQ kommt, aber niedrig genug, dass sie am Anfang ihrer Ausbildung stand. Ich hab mich dann n bisschen an Corby gehängt, der ja auf Water 7 (glaub ich) als Seekadett bezeichnet wird und nach dem TS dann zum Kapitän aufgestiegen ist. Ich hab dann kurzerhand auch aus Senghok und Garp zwei Seekadetten gemacht, weil sie ja zugleich angefangen haben.
      Dass ich Kong zu ihrem Ausbildner (ja wir Österreicher sagen Ausbildner dazu :P ) gemacht hab, war eigentlich so n no-brainer. Die Beziehung zwischen Garp und Kong wird ja auch in Kapitel 0 ganz gut dargestellt. Passte also für mich.

      Ich schrieb also den Text. Hatte die Ankunft Kranichs in Marine Fort, den Weg durch das Hauptquartier und dann das Aufeinandertreffen der drei Kadetten. Hat mir persönlich alles gut gefallen. Anschließend hab ich noch das Ende mit Kong und den "cliffhanger" dazugepackt. War ich auch zufrieden. Dass für viele/die meisten Leser der Teil mit Kong zu ausführlich war, verstehe ich. Ich würde es aber glaub ich wieder so machen. Ok, ich könnte vielleicht einen Satz wegnehmen, der erneut beschreibt, wie breit der Typ einfach ist, aber ich wollte das eigentlich bewusst so darstellen. Ich meine, wir haben hier eine Geschichte aus Sicht von Kranich und dann kommt ein Typ wie Kong bei der Tür rein (den Joke, dass er seitlich rein musste hat leider niemand wirklich appreciatet :feelsbadman: ) da ist natürlich jegliche Aufmerksamkeit auf dem Erscheinungsbild dieses "Monsters". Vielleicht hätte ich das etwas besser verpacken können, trotzdem mag ich den Absatz immer noch gerne und ich finde er liest sich recht schnell weg, weswegen ich das auch nicht als Wortverschwendung bezeichnen würde.

      So mein Text war also fertig und ich hatte noch ziemlich viele Wörter übrig. Warum also nicht etwas ausschmücken? Bis mir dann beim erneuten Durchlesen auffiel: Irgendwie geht's in dem Text kaum, bzw. nur teilweise um Kranich. Thema verfehlt. Also musste noch mehr zu Kranich her.

      Dann kam mir die Idee mit dem Flashback. Eine meiner ersten Ideen war es, zu zeigen, wie es Kranich als junge Frau in der Männer-dominierten Marine schwer hat. Diese Idee konnte ich schließlich in den Flashback einarbeiten. Ich verstehe die Kritik von @Eldrail, dass der Flashback wie eine eingeschobene Erklärung wirkt (im Grunde ist es das ja auch ^^) und ich muss zugeben, ich hatte das anfangs (auch nach mehrmaligem Lesen) gar nicht so am Schirm, dass die Erzählform in diesem Teil sehr seeehr neutral und sachlich wurde. War dann auch ziemlich verunsichert nach deiner Kritik und mit dem Teil tatsächlich auch dann unzufrieden. Der Kommentar von @Red Haired Beckmann hat mir dann aber wieder "Mut gegeben". So wie er es aufgefasst und interpretiert hat, war es im Grunde auch meine Intention und ich hab mich gefreut, dass der Teil doch Anklang fand.
      Funfact zum Flashback: Kranichs Heimatstadt Meludin hab ich namentlich an die kroatische Hafenstadt Medulin anlehnen lassen. Kapitän Waris hat seinen Namen von der Frauenrecht-Aktivistin Waris Dirie bekommen (ja ich hab da eine Frau zum Mann gemacht, was eigentlich nicht wirklich zum Frauenrechtlichen Thema passt, upsi). Das sollte halt so n bisschen eine Hommage sein.

      Eldrail schrieb:

      Eine logische Frage stellt sich mir in dem Rückblick. Kapitän Waris muss zurücktreten - offensichtlich wegen Kranich - und kann trotzdem noch ausgerechnet Kranich zum Hauptquartier schicken? Klingt irgendwie unwahrscheinlich.
      Das hätte ich vielleicht etwas anders beschreiben sollen. Die Idee war die, dass sich unter den Marine-Soldaten zuerst verdeckt ein Widerstand bildete. Waris hat davon Wind bekommen, bevor die Situation eskaliert ist und hat in weiser Voraussicht schon die Empfehlung an das Marinehauptquartier ausgeschrieben. Dann sollte es Schlag auf Schlag gehen, der Druck von unten zu groß werden und Waris dann aus eigenem Antrieb den Posten zurücklegen (auch wieder ein Ausdruck der bei uns in Österreich ganz normal ist :D). Also hier wäre es vom Ablauf her durchaus möglich gewesen, Kranich versetzen zu lassen, obwohl sie der Grund für die Eskalation war.
      Wie gesagt, ich hätte das anders beschreiben sollen, allerdings war mir da unter anderem auch die Wortgrenze ein bisschen im Weg. Aber sei dir sicher, dass ich mir das nicht erst im Nachhinein zurechtrücke, sondern das wirklich so geplant war. Es war in meinem Kopf, leider nicht auf dem Papier ^^

      Abschließend will ich noch sagen, dass ich mit meinem Kranich-Text persönlich wirklich sehr zufrieden war. Und auch hier war der Text meines Duell-Gegners wieder richtig stark. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, zu verlieren, wäre dann aber mit einem guten Gefühl ausgeschieden.

      Auch hier nochmal die obligatorische Danksagung an alle die abgestimmt haben und vor allem an alle, die kommentiert haben :D
      Fly.