Spielerezensionen

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    • Darksiders (Warmastered Edition)


      Darksiders ist ein Videopiel, welches im Jahre 2010 von dem damaligen Entwickler Vigil Games sowie schon vor Jahren insolvent gegangenen Publisher THQ veröffentlicht worden ist. Und ein Franchise, was leider ziemlich gefloppt ist. Auf dem allerersten Blick mag es dabei wie ein simpler GoW Klon erscheinen, der nur auf der damaligen 3D Slasher Welle mit reiten wollte. Doch tut man dem Spiel mit einer solchen Bezeichnung, so finde ich, Unrecht. Denn wagt man einen zweiteren näheren Blick, so entpuppt sich dieser Titel meiner Meinung nach als ziemlich wuchtiges Action Adventures, welches man als uneheliches Kind von Kratos & Zelda bezeichnen könnte, wobei hier Zelda das dominante Allel gewesen ist.

      Apokalypse mal anders!
      Schauplatz des Geschehens ist die Erde auf der zu Beginn ein gewaltiger Krieg zwische Dämonen und Engeln entbrennt. Inmitten dieses Schlachtgefechts findet sich plötzlich der Protagonist War wieder, welcher mit seinen Geschwistern Fury, Strife und Death die vier apokalyptischen Reiter bildet. Bei dieser Gruppe handelt es sich um Nephilims, rare Mischwesen aus Engeln & Dämonen, welche vom "feurigen Rat" als Exekutive losgeschickt werden, um für das Gleichgewicht zwischen den einzelnen Reichen - also Erde, Himmel und Hölle - zu sorgen. Sie treten allerdings erst dann auf dem Plan, wenn der Endkrieg zwischen den drei Völkern bevorsteht bzw das Volk der Menschen bereit für diesen ist.
      Merkwürdigerweise findet sich War ohne seine Geschwister im Kampf wieder, von denen jegliche Spur fehlt. Auf seiner Suche nach Antworten kämpft er sich erstmal durch die Armeen von Himmel und Hölle, nur um kurz darauf seine Kräfte zu verlieren & ordentlich von einem Erzdämon vermöbelt zu werden. Und schließlich von seinen Vorgesetzten, also dem Rat, zurückgerufen zu werden, die ihn für sein Vergehen bestrafen wollen. So wird ihm vorgeworfen sich mit der Unterwelt verbündet sowie die Ausrottung der Menschheit herbeigeführt zu haben. War selbst jedoch weist jegliche Schuld von sich und bietet ihnen an den wahren Schuldigen zu finden. Sollte War dabei versagen, werden eben die anderen Völker ihn beseitigen. Der Rat willigt ein, allerdings zwängen sie ihm einen parasitären Beobachter auf, welche ihren Willen verkörpert. Jener verfügt über die Möglichkeit den entmachteten War jeder Zeit unter Kontrolle zu bringen und im Falle des Widersetzens sogar zu töten. Im Anschluss darauf macht sich der ziemlich miesgelaunte Hüne in Richtung zerstörte Erde auf, um seinen Namen reinzuwaschen.

      Was zunächst wie ein einfacher Rachefeldzug klingt, entwickelt sich im Laufe der Zeit zu etwas Größerem. So deckt War eine im Hintergrund laufende Verschwörung auf, und auch die Handlung weiß zwischendurch mit einigen Wendungen durchaus zu überraschen. Dennoch erzählt die Geschichte nichts wirklich Außergewöhnliches, und auch die Nebenfiguren bleiben über weitere Strecken recht blass. Auch der "Held" War wird eher unzureichend porträtiert, da er eigentlich nur eine Art der Problemlösung kennt: Solange draufhauen bis er seinen Gegnern im Anschluss das Herz unbarmherzig aus der Brust reißen kann. Und nur so am Rande, das tut er wortwörtlich als Finisher Move bei großen Gegnern. Unterhalten hat mich die straff inszenierte Handlung dennoch und zeigt an einigen Stellen definitiv das Potential dieses Comic Universums.

      Krieg macht Spaß!
      Zu Beginn des Spiels kriegen wir genretypische Standardkost geboten, indem wir uns zunächst mit anspruchslosen Tastendrücken durch eine Horde von Untoten und Mutanten schnetzeln. Später folgen noch eine Vielzahl von anderen Gegnertypen, wie von der Decke herabhänge Kleinspinnen oder Würme, die von der Erde aus attackieren. Nebenbei lässt sich der Finishermove testen, in welchem War die Köpfe seiner Gegner mit bloßen Hand zerquetscht oder ihnen die Flügen aus dem Rücken reißt. Das sieht ganz nett aus, geht gut von der Hand, ist jedoch zu einfach gestrickt. Wenn allerdings erst einmal diese recht schwache Anfangphase überwunden ist, nimmt das Spiel meiner Meinung nach kontinuierlich an Fahrt auf. Plötzlich ist Darksiders mehr als nur ein einfacher 3D Slasher, da hier doch tatsächliche Elemente aus "The Legend of Zelda", wie bereits genannt, ihren Weg ins Spiel finden.

      Zum einen kriegen wir im Laufe des Spiel ein eigenes Reittier namens Ruin in die Hände gedrückt, auf welchem Kämpfe geführt werden können. Und zum anderen schalten wir diverse Ausrüstungsgegensände zur Unterstützung sowie Interaktion mit der Spielwelt frei. Wie zum Beispiel die Kreuzklinge - eine Fernkampfwaffe - um weiter entfernte Gegner vernichten zu können. Oder aber wir können mit ihr das Feuer von Fackeln mitnehmen, um damit Bomben zum Explodieren zu bringen und damit Hindernisse zu beseitigen. Essentiell wird diese Funktion besonders in diversen Rätseln sowie bei bestimmten Gegnertypen. Ein weiteres Beispiel wäre dann noch die Abgrundkette, mit der wir uns über weite Schluchten schwingen können, kleinere Feinde zu uns ziehen und zu Bosse sogar ranziehen, um ihnen im richtigen Moment eine ordentliche Kombo ins Gesicht zu hauen. Auch exotische Gegenstände wie der Leerenläufer lassen sich später nutzen, mit denen sich begehbare Portale erzeugen lassen. Diese dienen als Möglichkeit weit entfernte Lichtstrahlen zu transportieren, wie es später in einigen Umgebungsrätseln zum Freischalten von Türen erforderlich sein wird.

      Später folgen noch einige weitere Gadgets, die genau wie die bereits genannten Gegenstände mit der Handlung verwoben sind. Aus Spoilergründen erspare ich mir hier eine Auflistung. Kleiner Tipp noch, die Levels mögen nach heutigen Stand sicherlich alles andere als offen sein, es lohnt jedoch durchaus noch abseits nach der Pfade nach kleinen Verstecken Ausschau zu halten. Daksiders hält nämlich optional sammelbare Fragmente bereit, welche zusammengesetzt einzigartige Rüsungs- sowie Waffenerweiterungen für War ergeben. In Zeiten, wo Spieler in vielen modernen Titel von (teils sinnlosen) Loot überschwemmt werden, stellt dies imo eine nette Abwechslung dar. Einige Verstecke jedoch sind erst später auf Grund bestimmter fehlender Gegenstände erreichbar, sodass diese Gebiete noch einmal in bekannter Backtracking Manier besucht werden müssen.

      Im fortschreitenden Handlungsverlauf kommen desweiteren noch einige Sekundärwaffen hinzu: die Sense, die Pistole "Mercy" sowie die Tremorkampfhandschuhe. In Kombinationen mit seinem brachialen Zweihänder "Chaos-Eater" kann nun zwischen diesen Waffen gewechselt werden, wodurch sich die Kämpfe abwechslungsreicher gestalten. In dem Spiele lassen sich zudem die Seelen getöteter Feinde von War aufsammeln, und dienen als Währung, um neue Angriffsmuster für die jeweiligen Waffen freizuschalten. Dafür ist lediglich ein Besuch beim Dämonenhändler Vulgrim nötig, der sich von den gesammelten Seelen ernährt und als Schnellreiseportal für eine gewisse Seelengebürt herhält. Trotz dieser hinzukommenden Fertigkeiten, schafft es Darksiders jedoch zu keiner Zeit die Komplexität oder die pompöse Inszenierung seiner Genrekonkurrenten (Bayonetta etc) zu erreichen.

      Nicht falsch verstehen, die Kämpfe selbst machen durchaus Spaß. Dennoch bin ich froh, dass Darksiders nicht versucht über den kämpferischen Teil alleine das Spiel zu tragen. So würde es nämlich nur ein solides Spiel abgeben und wäre wohl keine wirkliche Erwähnung wert. Erst durch die Kombination aus Springen, Kämpfen, Schießen, Klettern, Geschosse werfen und Rätseln lösen, gelang es diesem Spiel mich bis zum Ende hin zu motivieren. Und spätestens bei dem ersten Bossfight gegen ein monströses, fledermausartiges Ungeheuer - das Gegnerdesign ist wirklich gut - kann einfach nicht mehr von einem simplen 3D Buttonbasher gesprochen werden, denn bei diesen Abschlusskämpfen wird es wichtig das gewonnene Equipment richtig anzuwenden.

      Fazit
      In den einzelnen Diszplinen erreicht Darksiders nie die Klasse seiner Vorbilder und man könnte wohl dem Studio vorwerfen, dass sie dreist bei Links Abenteuern kopiert haben. Dennoch folge ich hier dem Motto: "Lieber gut kopiert als schlecht selbst erfunden". Zudem es den Entwicklern wirklich gut gelungen ist, die einzelnen Elemente vernünftig in das Gameplay zu integrieren sowie zu einem organischen Gesamtwerk zusammen zuführen. Das Abenteuer von War dauert dabei in etwa 20 Spielstunden, was für dieses Art von Game und in Anbetracht des Preises von ca 20 Euro durchaus in Ordnung geht.

      Ich jedenfalls hatte eine Menge Spaß mit dieser kleinen Spieleperle und kann sie daher Genrefans definitiv ans Herz legen. Und in diesem Jahr soll dann sogar - nach einer wirklich äußerst holprigen Entwicklungsgeschichte - Darksiders 3 mit der Reiterin Fury folgen. Eventuell verfasse ich auch noch irgendwann eine Kurzreview zu Darksiders 2, in welchem wir in die Rolle des agilen Bruders Death schlüpfen. Die Entwickler hat sich das Ziel gesetzt jedem der 4 Reiter einen eigenen, parallel laufenden Handlungsstrang zu widmen. Wobei alle Fäden schlußendlich zusammen laufen sollen, um das Finale einzuläuten. Coole Idee und recht ambitioniert, auch wenn es sicherlich zweifelhaft ist, ob das Ganze jemals vernünftig zu Ende geführt werden kann.

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    • [Aprilscherz]-> ich als OB ausgegeben und Scherz-rezension verfasst

      God of War

      Das ist eines dieser Spiel, auf die mich das ganze Jahr über freue, weil sie einfach zu göttlich sind und die bisherigen Teile mich richtig geflashed haben. Fünf Jahre haben wir warten müssen, bis Sony uns endlich das Spiel bietet, auf das so viele Spieler lange gewartet haben. Seit Sony die ersten Trailer zu veröffentlicht hat, zucken meine Finger dieses geniale Spiel endlich zocken zu können. Und was soll ich sagen? Der bisherige Hype ist absolut gerechtfertigt und ich werde in der folgenden Rezension auch sagen, warum dieses Spiel zu den Top 5 Lieblingsspielen des Jahres gehört.

      Story

      Der göttliche Kratos ist Vater geworden und will seinen Sohn erziehen und nimmt ihn mit auf die Jagd. Dabei kämpfen sie sich durch die mörderische nordische Mythologie mit all ihren Monstern und Göttern. Mit dabei sind auch Thor und Loki, die ja eigentlich durch Marvel bekannt sind, aber auch hier einen hammermäßigen Auftritt hinlegen. Sehr schön herausgearbeitet wurde die Beziehung zwischen Kratos und seinem Sohn. Man spürt echt die besondere Bindung zwischen den beiden und ihren Kampf im hohen Norden, der sie wachsen lässt und stärker macht. Man hat sich in der Entwicklung echt Zeit gelassen und eine schöne Vater-Sohn-Geschichte gebastelt, die zu Tränen rührt und einen das ganze in einem coolen Actionadventure miterleben lässt.

      Gameplay

      Kratos kämpft nicht mehr mit Athenes Klingen, sondern schwingt in den eisigen Wäldern jetzt die Leviathan-Axt. Ich war zwar immer ein Klingenfreund, aber die neue Waffe finde ich dennoch genial. Kratos’ neue Waffe ist vielseitig und sogar zum Lösen von Rätseln hilfreich. Die Schalter- und Schieberätsel beim Anspielen waren zwar serientypisch zu leicht – sind aber sowieso nur Nebensache. „God of War“ ist und bleibt ein Schlachtgetümmel. Dafür bringt die Leviathan-Axt mächtig Wucht mit und spielt sich sehr vertraut. Ich konnte ohne Probleme ein paar Monster schlachten und man kann ne Menge Schaden damit machen. Wie bei den Vorgängern gibt es einen leichten und einen schweren Schlag. Der schwere Schlag schleudert die Gegner in die Luft und macht sie so für kurze Zeit wehrlos. Kratos kann die Axt aber auch werfen und so für den Fernkampf nutzen. Trifft sie einen Gegner, friert der ein. Per Knopfdruck kommt sie dann wieder zum Spieler geflogen. Thors Hammer Mjölnir lässt grüßen. Der Nachteil der Axt: Nahkampf-Attacken verursachen nicht mehr so großen Flächenschaden wie in früheren „God of War“-Spielen. Die Klingen in den Vorgängern trafen oft alle Gegner im Umkreis. Mit der Axt kriegen hingegen nur die Unholde in unmittelbarer Nähe Saures.

      Musik

      Für den Soundtrack war der bekannte Komponist Daniel Pukeman zuständig, der auch schon in den vorherigen Teilen die Musik geliefert hat. Was soll ich dazu sagen: Episch! Einfach episch! Sich durch hässliche Monster zu hacken und dabei von einem Orchester begleitet zu werden, ist einfach nur herrlich und weckt den Monsterschlächter in mir. Man fühlt sich männlicher denn je und es ist ein nur geil durch diese wunderbare Welt zu reisen.

      Fantastische Welten

      Was dieses Spiel für mich wirklich lohnenswert macht, ist die Variabilität. Denn in der nordischen Welt gibt es viel zu tun ... Richtig viel zu tun! Und das Tolle daran ist, dass die einzelnen Nebenmissionen auch wirklich unterhaltsam sind, weil sie einfach stets andere Schwerpunkte setzen. Mal muss man sich durch bestimmte Mosnter hacken, mal muss man einen Berg erklimmen, um einen Gott zu verprügeln, ein anderes Mal wiederum unternimmt man einige besondere Jagdszenen mit dem Sohnemann und zeigt dem Kleinen, wie man ums Überleben kämpft. Selbst beim Durchstreifen der Wälder findet man immer wieder neue Punkte auf der Karte, auf denen sich auch Aktivitäten - abseits der Nebenmissionen - erledigen lassen. Das Finden von Tierkot oder das Entwenden großer Pilze von rivalisierenden Familien sind da nur zwei Beispiele.
      Diesbezüglich hat es Sony fertig gebracht die wohl lebendigste und abwechlungsreichste, virtuelle Welt zu erschaffen, die dieses Studio jemals hervorgebracht hat im Zusammenhang mit GoW.

      Fazit

      Ich kann immer wieder nur betonen, wie stark dieses Game ist und wie wunderschön die Geschichte gespinnt wurde. Dazu ein sehr genialer Soundtrack und ein gut gemixtes Gameplay runden das Spielgeschehen haben und geben die passende Würze, die das Zocken spaßig und abwechslungsreich halten. Die nord

      Danke Sony, dass ihr euch so Mühe gegeben habt und ein Spiel der Extraklasse herausgezogen habt, dessen Spielwert durch die Decke schießt. Fünf Jahre Wartezeit haben sich gelohnt und ich freue mich, wenn schon das nächste GoW für die PS5 kommt. Das Spiel bekommt von mir 9/10 Punkten, weil es trotz aller Genialität trotzdem nicht an mein heißgeliebtes Witcher III kommt.

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    • Super Mario Run

      Nintendo ist inzwischen im Smartphone-Zeitalter angekommen und hat bereits vier Spieletitel, welche auf Android und iOS verfügbar sind: Miitomo, Super Mario Run, Fire Emblem Heroes und Animal Crossing: Pocket Camp. (Bevor ihr euch wundert, hinter Pokémon Go steckt Niantic, sowohl als Entwickler als auch Publisher, und Nintendo hat mit dem Titel eigentlich nichts am Hut, auch wenn dies immer wieder gerne behauptet wird.) Da ich auf dem Weg zur Arbeit täglich eine Stunde in der Straßenbahn verbringe, habe ich mir mal Nintendos Titel hier näher angeschaut, wo die beiden Mittleren bei mir hängen geblieben sind.

      Miitomo wirkte nur wie typische Nintendo 3DS Shovel-Ware, die ich nicht mehr sehen kann, wo dem "Spiel" eh bald der Stecker von Nintendo gezogen wird. Und Animal Crossing hat mir nicht wirklich zugesagt, wo man gefühlt nur damit beschäftigt ist, die schlechtesten Sidequests aus Zelda immerwährend nachzuspielen, wie "Bring mir 10 Fische". Super Mario Run und Fire Emblem Heroes machen mir aber beide durchaus Spaß, wo ich zu beiden hier eine Rezension schreiben wollte, um da mal ein paar Gedanken abzulassen. Den Anfang macht Super Mario Run:


      Der größte Kritikpunkt vorweg: die Spiele von Nintendo haben quasi einen LTE-Zwang. Nintendo will die Daten stets mit euren Nintendo-Accounts abgleichen, was zwar einen Cloud-Speicher für eure Savegames als Vorteil hat, aber es auch dringend notwendig macht, dass ihr beim Spielen kontinuierlich schnelles Internet zur Verfügung habt. Ansonsten wird man zurück auf den Titelbildschirm verwiesen, wo in Super Mario Run einem teilweise sogar Erfolge verwehrt werden und man auch noch obendrauf bestraft wird. Absolut ungeil.

      Da ich selber die Spiele spiele, während ich mitten durch eine Großstadt fahre, war dies nicht unbedingt ein Problem, wobei aber selbst das Abrutschen ins "H+" die Spiele teilweise abgeschossen hat. Spielen in der Bahn im Nahverkehr ist vollkommen unmöglich, was ja nicht wirklich der Sinn und Zweck von Spielen auf mobilen Geräten ist. Das hat Nintendo echt verbockt und ich rate absolut jedem vom Kauf ab, der beim Spielen nicht stets von WLAN und LTE umgeben sein wird.

      Das Spiel kann man allerdings auch kostenlos herunterladen und hier die erste Welt antesten. Das volle Spiel kostet 9,99€, teilweise gibt es das Ganze aber auch im Angebot für 5,49€, wo ich auch zugeschlagen hatte, als letztes Jahr das "Remix 10"-Update zusammen mit dem Rabatt kam. Für die Summe ist es sicher zu verschmerzen und dafür gibt es im Spiel auch keinerlei Micro-Transactions oder ähnliche Späße. Man kauft ganz klassisch ein Spiel und gut ist, was man auf dem heutigen Markt durchaus noch loben muss.


      Spielprinzip und Spieldesign

      Super Mario Run ist quasi Nintendos Version eines Endlos-Runners, nur dass das Spiel nicht endlos verläuft, auch wenn einer der Spielmodi das hergeben würde. Aber Mario läuft von alleine und ihr steuert allein durch Tippen auf das untere Bildschirmdrittel, wodurch der Charakter springt. Vereinzelt gibt es auch spezielle Blöcke, die euch stoppen, sowie Blöcke, die euch rückwärts springen lassen, aber ansonsten geht es immer gerade nach vorn, wo großer Wert auf Techniken wie Wandsprünge oder die Abrollsprünge, die hier neu dazugekommen sind, gelegt wird.

      Für Grafik und Sound hat Nintendo hier zum fünften Mal New Super Mario Bros. neu aufgesetzt, was sicherlich keinen Preis gewinnt, aber auch mal ohne das ständig "Bah" in der Musik auskommt (dafür nervt einen Daisys Stimme).

      Neben der Tatsache, dass Mario von alleine läuft, unterscheidet sich das Spiel aber noch von den "New"-Teilen dadurch, dass man verschiedene spielbare Charaktere mit unterschiedlichen Eigenschaften hat, was es so lange nicht mehr in 2D-Mario-Spielen gab. Zum einen macht es Spaß, sich die verschiedenen Charaktere freizuspielen, zum anderen gibt das dem Spiel mehr Abwechslung und auch eine kleine taktische Note, wo es heißt, den richtigen Charakter für die jeweilige Aufgabe zu wählen.

      Luigi springt höher, Toad läuft schneller, Prinzessin Peach kann gleiten, Prinzessin Daisy beherrscht einen Doppelsprung und die verschieden-farbigen Yoshis einen Flattersprung, während diese auch auf Stacheln laufen können. Mario hat eigentlich nur den Vorteil, dass die Level auf ihn ausgelegt wurden, während man mit Toad auch schon mal gern daneben springt, wenn es etwas schneller geht.

      Mario und Luigi haben aber auch den gravierenden Nachteil, dass beide klein starten, weshalb sie schon automatisch eine schlechte Wahl sind. Ursprünglich war es mal so, dass dies ein Vorteil war und andere Charaktere gar nicht klein werden konnten, sondern bei einem Treffer sterben. Dies wurde aber geändert, wo dabei die beiden Klempner auf der Strecke geblieben sind. Ein Problem, das sich einfach beheben lassen würde, indem einfach alle Charaktere groß starten.

      Das Spiel selbst ist in vier Modi unterteilt: das Königreich, die Welten, die Toad-Rallye und "Remix 10". Auf all diese will ich nachfolgend noch einzeln eingehen.


      Das Königreich

      Hier handelt es sich quasi um das "Hub" für das Spiel, wo ihr die typische Weltenkarte aus 2D-Mario mal anders habt, nämlich zum selber gestalten. Ihr könnt auf einen Raster Königreich-Elemente platzieren, die hauptsächlich nur zur Belustigung und Dekoration dienen. Es gibt aber auch Elemente mit besonderen Funktionen, darunter Fragenzeichen-Blöcke und Bonusspiele, wo man Münzen und Tickets erhalten kann und die sich von alleine wieder aufladen, aber auch vier verschiedene Spezial-Level, die man über die Welten freischaltet und dann aber nur über das Königreich zugänglich sind. Die normalen Level selber sind hingegen in einem separaten Menü aufgelistet.

      Man bekommt den Großteil aller Königreich-Elemente über einen Shop, wo ihr die Teile für die typischen Goldmünzen kaufen können, aber nur wenn ihr die entsprechende Anzahl an Toads in eurem Königreich habt. Dabei wird nach fünf Farben unterschieden und die Toads gewinnt man über den "Toad-Rallye"-Modus. Zusätzlich könnt ihr noch Bauteile per Zufall im "Remix 10"-Modus gewinnen, wo es sogar einige exklusive Stücke gibt. Des Weiteren gibt es ab und an besondere Aktionen, z.B. jetzt zum Frühlingsanfang, wo es dann spezielle Königreiche-Elemente zum Ergattern gibt, wie einen großen Kirschblütenbaum, der Doc Baders Traum werden lässt, wenn man diesen antippt.

      Derzeit gibt es 182 Teile zum Sammeln, wo man durchaus am Längsten damit beschäftigt ist, dies alles freizuschalten, wenn man darauf steht, alles zu komplettieren. Das ist auch die eine Sache, die ich noch nicht abgeschlossen habe, während ich bereits alle Welten voll gemeistert und alle Charaktere freigeschalten habe.


      Die Welten

      Da man das Königreich sich selber bastelt, folgt das Spiel leider dem schlechten Trend von Super Mario 3D Land und World, wo die Welten lediglich eine Reihe von thematisch zusammenhangsloser Level darstellen. Insgesamt sechs Welten mit je vier Level gibt es, sowie eine weitere Sternen-Welt mit nochmal neun Level. Die also insgesamt 33 Level bedienen sich dabei der Ebene, dem Untergrund, der Wüste, dem Himmel, dem Wald, den Geisterhäusern, den Türmen, den Luftschiffen und den Bowser-Schlössern aus der New Super Mario Bros.-Reihe und würfeln diese Themen in den Welten wild durcheinander. Die Lava-Level mit der geilen Musik sind hier leider nicht mit dabei, genau wie die Eis- und Strand-Level.

      Wer bei Mario-Spielen nur das Ziel hat, einmal durchzukommen, der wird an Super Mario Run nicht allzu lange Freude haben. Der Fokus lag viel stärker auf den Sternenmünzen, wo es zu jedem Level drei verschiedene Durchläufe gibt: rosa Münzen, lila Münzen und "schwarze" Münzen (diese sehen eher dunkelgrün aus). Ähnlich wie die KONG-Buchstaben in den Donkey Kong Country-Spielen muss man diese auch alle hintereinander einsammeln, damit es auch wirklich zählt. Mit der Endlos-Runner-Natur lässt sich dies quasi mit den Loren-Leveln vergleichen, nur dass das Spiel hier deutlich langsamer abläuft. Aber man muss sich dennoch sehr geschickt anstellen, um vor allem die schwarzen Münzen nacheinander zu erwischen, wo die Tatsache, dass man nicht umkehren kann, hier für die Herausforderung (und teilweise auch für Frustration) sorgt.

      Das Besondere hierbei ist, dass die Level für die verschieden-farbigen Münzen zum Teil auch umgebaut worden sind, so dass man so gesehen 99 verschiedene Level hat. Hier gibt es also viel zu tun.

      In der Sternen-Welt muss man zusätzlich bei jedem Level erst einmal eine Aufgabe erledigen, um dieses überhaupt freizuschalten. Dazu gehört zum Beispiel, dass man in Welt 1-2 insgesamt 400 Münzen in einem Durchlauf ergattern soll, was sich weitaus einfacher anhört, als es ist, weil man hier in dem sehr strikten Zeitlimit nahezu alles mitgehen lassen muss.

      Für das Sammeln aller Sternenmünzen erhält man dann die vier Spezial-Level, welche sich im Königreich platzieren lassen und die zum Teil auch nochmal etwas schwieriger sind.


      Toad-Rallye

      In diesem Modus erwerbt ihr Toads, um euer Königreich auszubauen, wo ihr aber gegen andere Spieler "antreten" müsst. Ihr spielt 90 Sekunden lang gegen einen Kontrahenten in einer Endlos-Schleife von einem Level, wo es am Ende gilt, möglichst viele Münzen zu sammeln und Toads von sich zu überzeugen. Letzteres passiert über Abrollsprünge, Katapultsprünge und Klettersprünge, wiederholtes Springen auf Gegner, sowie wiederholte Wandsprünge und das Sammeln von rosa Münzen. Für all diese "Stunts" gibt es am Ende Punkte, wo ihr die Meute der Toads auf eure Seite zieht.

      Bestimmte Charaktere können das Ergebnis aber auch beeinflussen. Die verschieden-farbigen Yoshis ziehen jeweils die Toads ihrer Farbe auf ihre Seite und sorgen sogar dafür, dass entsprechende Toads in Umgebungen auftauchen, welche diese normalerweise nicht haben. Der Charakter Toadette, welche quasi die Schlumpfine im Toadland ist, hat zudem nur die Funktion, notgeile Toads zu bezirzen.

      Ihr habt stets fünf Matches zur Auswahl, wo diese aus den insgesamt sieben Umgebungen aus dem Welten-Modus schöpfen (Türme oder den Wald, welcher erst später dazugekommen ist, gibt es hier nicht). Das beeinflusst auch die Farben der Toads, wo ihr beispielsweise in Wüsten-Levels primär gelbe Toads erbeutet. Dadurch kann man recht gut steuern, welche Toads man erhalten wird, wo aber die lila Toads, die es primär in den Geisterhäusern gibt, ein ziemlicher Dorn im Auge sind, weil sich die Geisterhäuser echt einfach nur furchtbar spielen und komplett das Tempo aus dem Spiel nehmen. Zum Glück kann man über die Luftschiffe alle fünf Arten von Toads gewinnen, wo ich inzwischen fast nichts anderes mehr spiele und die Level hier komplett einstudiert habe.

      Ihr werdet immer Gegnern zugeordnet, die ungefähr dieselbe Gesamtzahl an Toads haben wie ihr selber, wodurch der Schwierigkeitsgrad stets steigt, weil die Leute ab einem gewissen Punkt nahezu fehlerfrei spielen und die Level ebenfalls gut einstudiert haben.

      Die Level selber setzen sich dabei im Zufallsprinzip aus dem zusammen, was man auch schon aus dem Welten-Modus kennt. Der Zufall ist aber auch etwas, was den Modus ein wenig kaputt macht, denn es gibt tatsächlich hin und wieder auch Zufallsblöcke, aus denen man entweder Münzen, einen Pilz oder einen Stern bekommt. Und da kommt es auch gerne mal vor, dass man selber eine Münze und der Gegner einen Stern abkriegt, wo der Computer hier über Zufallszahlen die Runde entschieden hat, denn das ist dann meist nur schwer aufzuholen... Und wegen so etwas zu verlieren, macht keinen Spaß.

      Sterne lösen übrigens einen "Münzrausch" aus, wo die Umgebung quasi mit Münzen geflutet wird, den man aber auch durch viele aufeinanderfolgende "Stunts" (dieselben, über die sich Toads freuen) erhalten kann. Problem bei beidem ist, dass Spiel hier kurz einfriert und dann der Charakter mit höherer Geschwindigkeit losdüst, was einem das Timing komplett versauen kann, wo es mir schon paar mal passiert ist, dass ich direkt durch diesen tollen Bonus im nächsten Abgrund gelandet bin...

      Übrigens ist dies auch der Part, wo einem der Online-Zwang bestrafen kann. Brecht ihr eine Toad-Rallye vorzeitig ab, verliert ihr eine gewisse Zahl an Toads. Leider gilt dies auch, wenn ihr nach der Auswertung nicht speichern könnt. Mir ist es schon passiert, dass ich eine Runde haushoch gewonnen hatte, es dann aber kurzzeitig ein "Funkloch" genau zu der Auswertung gab, das Spiel mich dann zurück auf den Startbildschirm verfrachtet und dann mich sanktioniert hat, weil ich angeblich die Toad-Rallye abgebrochen hätte. Not cool, Nintendo!

      (Die Toad-Rallye ist auch das Einzige im Spiel, wo Nintendo einem ermutigt, dies mindestens einmal täglich zu spielen, was ja ein typisches Ding von Smartphone-Spielen zu sein scheint. Und zwar erhaltet ihr hier pro Woche bis zu 120 Platinum-Punkte für euren "My Nintendo"-Account, die ihr dann in teils nette Prämien investieren könnt, wie etwa mehr Münzen für Super Mario-Run oder besondere Königreich-Elemente. Aber natürlich auch Prämien wie das Twilight Princess Picross für Nintendo 3DS, was wahrscheinlich so das Lohnenswerteste in dem ganzen Service ist.)


      Remix 10

      Hier handelt es sich um einen neuen Modus, der letzten Herbst in einem großen Update zusammen mit der Stern-Welt und dem Charakter Daisy in das Spiel integriert wurde. Letztere lässt sich auch hier freischalten. Die Idee ist, dass man hier 10 kurze Mini-Level nacheinander spielt, wo es sich hauptsächlich um Abschnitte aus den bekannten Welten handelt. Es gibt aber auch eigene Spezial- und Geheim-Level, die eigens für Remix 10 entworfen wurden.

      Man spielt hier fast ausschließlich mit Mario, wo nur jeweils der fünfte Mini-Level einem mit einen anderen Charakter spielen lässt, der jeweils fest vorgegeben ist. Spezial- und Geheim-Level sind auch fix, der Rest wird aber allein durch Zufall bestimmt, wo man jedes Mal andere Level bekommt, wenn man die aktuelle Partie abbricht und neustartet.

      Warum sollte man das tun? Nun, es gibt in jedem Level mindestens drei Bonus-Medaillen, die wie große Sternenmünzen aussehen und die man dann investieren kann, um per Zufall seltenere Königreich-Elemente zu erbeuten. Je mehr man von denen sammelt, desto besser, wo es jeweils auch noch einen Bonus gibt, wenn man die Level alle möglichst mit einem "Perfekt" abschließt. Wenn man dem nachgeht, kann der Modus ziemlich frustrierend sein, weil es schnell mal passieren kann, dass man eine Medaille verpasst. Und in der Hinsicht wäre mir es fast lieber und angenehmer gewesen, wenn der Modus "Remix 6" lauten würde, denn die 10 Mini-Level in Folge sind dann doch ein wenig viel.

      Für hundert gesammelte Münzen bekommt man zudem einen Pilz oder, wenn man groß ist, einen Stern zugeschoben, wo es sogar möglich ist, sich konstant im Sternen-Rausch zu halten. Aber auch das kann von Nachteil sein, weil bestimmte Bonus-Medaillen es erfordern, dass man von Gegner zu Gegner durch die Luft hüpft, was mit Sternen nicht möglich ist. Teilweise haben mich Sterne auch schon in den Abgrund befördert, weil man zu schnell und weit gesprungen ist. Also, kann dieser Bonus einem teilweise auch das Spiel komplett versauen, was nicht richtig durchdacht scheint...

      Wem das alles nicht juckt und wer nur schnell Daisy freischalten will, braucht sich wiederum gar keine Gedanken oder Mühen zu machen, denn man kommt auch weiter, wenn man stirbt. Die einzige Ausnahme sind da die Bossgegner, die es selten am Ende einer Zone gibt, aber beim Rest kann man quasi das Spiel auch einfach nur im wahrsten Sinne laufen lassen. Um Daisy zu erreichen, muss man 30 Zonen überstehen, wobei eine Zone von drei bis acht Zehner-Serien enthalten kann. Ab und zu gibt es am Ende einer Zone auch Belohnungen in Form von abermals zufallsbestimmten Königreich-Elementen.


      Für sowohl die Toad-Rallye, als auch Remix 10 benötigt man "Rallye-Tickets", die man über das Königreich mittels der Bonusspiele oder der Fragenzeichen-Blöcke erhalten kann. Diese werden einem aber hier derartig hinterhergeworfen, dass Nintendo diese Zusatz-Währung sich fast hätte sparen können, weil man eigentlich stets am Limit von 99 Stück hängt. Gleichzeitig nehmen diese einem wertvolle Münzen weg, die man für das Königreich eher noch gebrauchen könnte.


      Fazit

      Irgendwie fällt es schwer, das Spiel wirklich zu preisen, gleichzeitig ist es aber auch nicht wirklich schlecht. Als jemand, der Spiele gerne komplettiert, konnte Super Mario Run mich recht lange bei der Stange halten, wo durchaus sogar eine gewisse Lernkurve und Herausforderung da ist, trotz der sehr einfachen Steuerung. Gleichzeitig merkt man aber schon, dass Nintendo selbst sich hier nicht unbedingt überschlagen wollte, wo eben zum fünften Mal die Inhalte von New Super Mario Bros. recycelt und die Level hier eher lieblos zusammengestellt wurden. Nintendos Zufallszahlen-Fetisch und der Online-Zwang wirken sich auch nicht unbedingt positiv auf das Produkt auf, wo man den Kauf nicht bedingungslos jedem empfehlen kann.
    • Detroit: Become Human


      Was lange währt wird endlich gut. Fünf Jahre sind inzwischen vergangen, seitdem Quantic Dream ihr letztes Videospiel - Beyond: Two Souls - veröffentlicht hatte. Eine deutlich längere Wartezeit, die man zuvor noch zwischen Heavy Rain und Beyond: Two Souls aufbringen musste, zwischen denen drei Jahre lagen. Doch die Zeit wurde hervorragend genutzt. Die Optik ist der reine Wahnsinn, Bugs sind mir praktisch keine - lediglich ein einzelner Fall von verspäteten Laden der Texturen - aufgefallen und nun ja, was den Inhalt angeht, dazu werde ich mich gleich etwas ausführlicher äußern. Nur so will sei gesagt: David Cage hat seine Magie nicht verloren.

      Rahmenhandlung
      Im Jahr 2038 ist die Menschheit so weit fortgeschritten, dass sie inzwischen Androiden konstruiert hat, die ihnen im Alltag entscheidende Hilfe leisten. Sie erledigen die Hausarbeit, tragen die Einkäufe uvm. Sie tun im Grunde alles, wofür der Mensch zu faul und zu träge geworden ist. Allerdings kommt es zu vermehrten Fällen von Androiden, die sich gegen die Menschen - ihre Meister - zur Wehr setzen. Mehr und mehr von ihnen entwickeln plötzlich einen freien Willen, der sie zu Abweichlern macht. Androiden, die ihre Protokolle ignorieren, sie regelrecht durchbrechen, und ihren eigenen Weg gehen wollen. Dies führt allerdings auch zu Angst, und daraus resultierenden, feindseligen Handlungen der Menschen. In dieser aufwühlenden Zeit schlüpft der Spieler in die Rolle von drei Androiden: Marcus, Kara und Connor, die alle ihre eigene Geschichte haben. Geschichten, die David Cage vor allem dafür benutzt, um seine Botschaft, seine Sicht der Dinge, zu veranschaulichen. Wie so oft widmet er sich mit diesem neuen Spiel einer ganz entscheidenden, philosophischen Frage: Ab wann gilt man als "lebendig"? Es geht um Freiheit, es geht um Gleichberechtigung, es geht um den Sinn des Lebens. Und um die Entscheidungen, die man bereit sein muss für seine eigenen Ideale zu treffen. Denn so wie man es nicht anders von Quantic Dream kennt, haben die Entscheidungen, die der Spieler in Detroit: Become Human trifft, massiven Einfluss auf die weitere Entwicklung der Geschichte.

      Charaktere
      Der Spieler schlüpft abwechselnd in die Rollen der drei Androiden Marcus, Kara und Connor. Marcus ist zu Beginn noch ein Android, der sich um einen alten Mann im Rollstuhl kümmert. Ein schockierendes Ereignis bringt ihn allerdings an den Rand des Todes, woraufhin er sich den Entschluss fasst etwas zu verändern. Er ist derjenige, der die Revolution - denn um nichts Anderes dreht sich der Hauptplot dieses Spiels - maßgeblich vorantreibt. Kara dagegen war als Dienstmädchen für einen drogensüchtigen, arbeitslosen und alleinerziehenden Vater tätig, bis sie jedoch zur Flucht gezwungen war und sich gemeinsam mit dem Mädchen auf eine lange Reise machte, um zusammen in Freiheit leben zu können. Connor dagegen wurde extra konzipiert, um Abweichler aufzuspüren und dingfest zu machen. Er ist sowohl Protagonist, als auch potenzielle Haupt-Antagonist für die anderen beiden Figuren.
      Zu Beginn der Handlung wirken ihre jeweiligen Geschichten zwar noch zusammenhanglos, allerdings ändert sich das relativ zügig, wodurch sich ihre Wege - mal direkt, mal indirekt - immer wieder kreuzen. Daraus ergeben sich so manche, interessanten Konstellationen, von denen ich für meinen Teil noch längst nicht alle gesehen habe.

      Gameplay
      Wenn man sich ein Videospiel von Quantic Dream und David Cage kauft, dann muss einem eines von vornherein klar sein: Das Gameplay steht nicht im Vordergrund, die Geschichte tut es. David Cage fordert den Spieler nicht durch den spielerischen Aspekt, sondern durch die moralischen Dilemma, in die er sie immer wieder manövriert. Er will eine packende, spannende und inspirierende Geschichte abliefern, die unter die Haut geht. Die filmreif ist. Und nichts anderes ist es letztlich auch. Ein Film. Ein interaktiver Film, bei dem das Schicksal der Figuren, sowie ihre charakterliche Entwicklung, stets dem Spieler überlassen wird. Mal steuert man eine Figur durch den Raum, mal analysiert man bestimmte Orte oder Dinge, mal befindet man sich in einem Quicktime-Event, in dem man schnell handeln und reagieren muss und mal muss man eben bedeutende Entscheidungen - mal mit Timer, mal ohne - fällen. Doch im Vordergrund steht das Gameplay nicht. Und das wird es bei Spielen von David Cage wohl auch nie. Deswegen ist diese Art von Videospiel auch nicht für jedermann was, aber für mich, der ich mich gerne in derartig inspirierenden Geschichten verliere, die zum Nachdenken anregen, ist die Arbeit von Quantic Dream einfach etwas, das ich nicht missen möchte. Weil sie einem das Gefühl gibt selbst Herr der Dinge zu sein und die Geschichte so zu schreiben, wie ich sie für richtig halte.

      Die Anzahl der potenziellen Enden, für jeden Charakter, sind mal wieder schier grenzenlos, zumal es auch sehr schnell kommen kann, dass man einen Charakter verliert. Der Tod der Figuren kann ständig eintreten und es sind oft die kleinen Entscheidungen, die man trifft, die diesbezüglich den Unterschied ausmachen. Jede Entscheidung sollte daher gut abgewägt werden, wofür einem das Spiel selbst allerdings auch meist nur sehr wenig Zeit lässt. Das allerdings macht auch den Reiz des Ganzen aus, da so der Wiederspielwert einfach ungemein groß ausfällt. Vor allem für mich, der ein Faible für Geschichten rundum Revolutionen, sowie Idealen wie Freiheit und Gleichberechtigung, hat und der damit gerne auch jeden nur möglichen Dialog zu hören bekommen möchte. Aus diesem Grund - und weil ich beim ersten Durchgang Connor auf halber Strecke verloren habe - habe ich inzwischen auch schon zwei Durchgänge hinter mir. Und ein Dritter wird garantiert bald folgen.

      Synchronisation
      Viel gibt es hier eigentlich gar nicht zu sagen, vor allem wenn man mit der Arbeit von Quantic Dream vertraut ist. Da die Spiele solch großen Wert auf ein filmreifes Erlebnis legen, fällt die Synchronisation natürlich auch entsprechend professionell aus. Beide Durchgänge habe ich bisher auf Deutsch absolviert und ich sehe absolut keinen Anlass, um das beim dritten Mal zu ändern. Wenngleich mich die englischen Stimmen - und deren Authentizität - durchaus interessiert (zumal es mit den originalen Stimmen der Schauspieler, denn natürlich arbeitet David Cage auch dieses Mal wieder mit realen Schauspielern zusammen, um seine Figuren zum Leben zu erwecken, so bspw. mit Jesse Williams ("Greys Anatomy")), mangelnde Qualität kann man den deutschen Sprechern aber definitiv nicht vorwerfen. Ganz im Gegenteil sogar, das filmreife Erlebnis wird durch die grandiosen Sprecher nur weiter intensiviert.

      Fazit
      Die Wartezeit hat sich absolut gelohnt. Spielerisch habe ich bekommen, was ich erwartet hatte und was ich auch haben wollte. Inhaltlich kann ich nur sagen, dass mich David Cage jedes Mal aufs Neue positiv überrascht. Nach Beyond: Two Souls hatte ich erst so meine Zweifel, ob man bzgl. des emotionalen Impacts hier noch einmal eine Schippe drauf legen könnte ... Aber diese Zweifel waren unbegründet. Denn das konnte Quantic Dream.
      Detroit: Become Human bietet zwar kein intensives Gameplay-Erlebnis und arbeitet auch gerne mal mit diversen Klischees, bietet dafür aber auch wieder eine Geschichte, die komplett unter die Haut geht, die aktuelle Thematiken behandelt und den Spieler mit einigen, bedeutenden Fragen des Lebens konfrontiert, auf die die Handlung ihre ganz eigene Antwort - bzw. ihre ganz eigenen Antworten - zu bieten hat. Welche davon den eigenen Vorstellungen am ehesten entspricht, muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden.


    • Nun bin ich auch mal an der Reihe, eine Rezension zu einem Spiel zu geben, was ich seit kurzem spiele: Attack on Titan 2 (für die Switch).

      Wie man vllt. bereits weiß, bin ich großer Fan des Mangas/Animes, entsprechend hat es mich gefreut, zu meinem Geburtstag das Spiel bekommen zu haben.
      Mittlerweile habe ich den Story-Modus durchgespielt, bin aber noch lang nicht am Ende, denn es gibt noch viel zu tun. Dennoch würde ich sagen, kann ich schon einiges berichten und meine Meinung vom Spiel wiedergeben.


      Es war einmal ein Titan…

      Die Story des Spiels orientiert sich an der 1. und 2. Anime-Staffel. In der Manga-Story selbst geht es also bis zu dem Punkt, an dem Eren sich aus den Fängen Reiners und Bertholds befreit.
      Man spielt im Story-Modus einen unbekannten Soldaten, dessen Aufzeichnungen in der Zukunft gefunden werden. Die Welt wird seit Jahrhunderten von Titanen, menschenfressende "Monstern", beherrscht. Um sich zu schützen, zog sich die Menschheit hinter drei Mauern zurück, Mauer Maria, Rose und Sina.
      Der eigene Charakter lebte wie Eren, Mikasa und Armin im Bezirk Shinganshina bis zu dem verhängnisvollen Tag, als der kolossale und der gepanzerte Titan den Bezirk Shinganshina angriffen, einen ausgelagerten Bezirk an der Mauer Maria. Titanen überrannten den Bezirk und auch unser Charakter verlor seine/ihre beiden Eltern und schloss sich deshalb ebenfalls aus Rache der 104. Trainingseinheit später an. Selbst wenn man den Manga nicht liest und den Anime nicht schaut, weiß man, um was es im Story-Modus geht, denn das Spiel gibt eine Einführung in die Thematik und erzählt in ausführlichen Zwischensequenzen alles rund um den Kampf der Menschheit gegen die Titanen.

      Im Prinzip erzählt man aber die Geschichte des Mangas nach, der eigene Charakter wurde nachträglich nur eingepflanzt und hat in den Filmsequenzen so gut wie keine Bedeutung, zumindest für den Verlauf der Geschichte. Der eigene Charakter wird in Zwischensequenzen gezeigt oder im normalen Alltags/Kampfmodus, in Filmsequenzen erblickt man ihn selbst nicht, denn wenn es um ihn geht, sieht man das Geschehen nur aus der Egoperspektive, lediglich ab und zu sieht man seine Hände oder seine Beine. Dabei orientieren sich die Sequenzen allerdings nicht an dem eigenen Charakter, wenn ich also eine schwarze Hose trage, ist sie in den Filmsequenzen trotzdem weiß. Stört mich aber weniger, ich will nicht meinen eigenen Charakter in den Filmsequenzen sehen (was eigentlich schade vom Spiel ist), sondern das Hauptgeschehen rund um Eren und co.
      Trotzdem kann man seinen eigenen Charakter bearbeiten, von den Haaren bis zur Kleidung, Augen, Stimme, Namen etc. Dabei habe ich festgestellt, dass alle Frisuren und Augen der Hauptcharaktere enthalten sind. Wenn ich also wöllte, könnte ich mir einen eigenen Eren oder eine eigene Mikasa bauen und dann in Sequenzen neben diesen als Doppelgänger stehen :D

      Mit dem Abschluss der offiziellen Geschichte ist man aber „nur“ bei 96%. Um 100% Komplettierung zu erreichen, folgt noch ein finaler Abschnitt, bei dem geklärt wird, warum die Aufzeichnungen des unbekannten Soldaten irgendwann aufhören. Die letzten 4% sind also „erfunden“ und kommen so im Manga nicht vor. In diesen geht es um einen erneuten Angriff des Tier-Titanen, gepanzerten Titanen und kolossalen Titanen auf Mauer Sina. Gebraucht habe ich für 100% der Story ca. 27 Stunden, wobei ich nebenher ein paar Aufklärungsmissionen erledigt habe.

      Nach dem Ende der Story wird man wieder in den normalen Alltag versetzt und kann alle Charaktere, die im Verlauf der Story gestorben sind (und das waren dann doch schon ein paar) wieder auffinden, mit ihnen Freundschaften pflegen etc. Wirkt natürlich etwas befremdlich einen toten Marco Bott oder Hannes wieder zu sehen. „Joah, hi Hannes, ich hab dich mal von den Toten zurückgeholt, macht dir doch nix aus oder? Ich muss all deine Fertigkeiten freischalten, also gestorben wird nicht, ja?“
      Fertigkeiten sind in dem Fall Dinge, die einem den Kampf erleichtern, wie ein geringerer Verbrauch von Gas und Klingen oder eine höhere Geschicklichkeit oder Gesundheit.

      Zwar ist es so, dass sich die Story und viele Sequenzen gleichen mit dem ersten Aot-Spiel von vor 2 Jahren gleicht und erst nach ca. 70% Komplettierung neuer Content hinzukommt, aber da ich das erste Spiel nicht gespielt habe, ist mir das egal. Als Fan des Mangas finde ich die Story gut umgesetzt, die Filmsequenzen sind schön anzusehen und man kann sich diese noch im Galeriemodus später anschauen. Lediglich die japanische Originalsynchro nebst dt. Untertiteln stört, wenn man sich im Kampfgeschehen befindet und die ganzen Untertiteln nicht lesen kann.

      Das Ziel des ganzen Spiels ist, ganz salopp gesagt, Titanen abzuschlachten. Man durchläuft im Verlauf des Spiels zahlreiche Missionen, in der es darum geht, Leute zu eskortieren (und Titanen zu töten), (Versorgungs-)Basen zu schützen (und Titanen zu töten), anderen Charakteren zu helfen, die in Schwierigkeiten stecken (und Titanen zu töten) sowie rechtzeitig zum Stützpunkt zu gelangen (und dabei Titanen zu töten). Dabei sammelt man Materialen, um seine Ausrüstung aufzuleveln, nämlich Klingen, Scheiden/Behälter und 3D-Manöver-Apparate, die dann wiederum einen stärker im Kampf machen.
      Irgendwann kommt man in den Genuss, der Titanenforschung von Hanji wichtige Informationen zu beschaffen. Das gelingt zum einen dadurch, dass man auf dem Schlachtfeld Titanen einfängt, zum anderen übernimmt man im Forschungsteil die Steuerung eines Titanen, muss dabei Menschen fressen und danach vor Eren (als Titan) sowie Levi so lange fliehen, bis die Zeit abgelaufen ist. Das macht Spaß, immerhin kann man mal als Titan so richtig die Sau rauslassen. :D Wer jetzt moralische Bedenken hat, dem sei gesagt, dass die Titanenforschung nur ein Gimmick des Spiels ist und so keinen Einfluss auf die Story hat. Und man muss es ja auch nicht machen.


      Gameplay

      Man töten Titanen, indem man ihnen, wie auch im Manga, ein Stück aus dem Nacken schneidet, denn dann können sie sich nicht wieder regenerieren und sterben. Das Spiel sagt einem, dass man am besten zuerst immer alle Körperteile abtrennt, aber ehrlich gesagt kann man sich das größtenteils sparen. Lediglich wenn man Titanen fangen will, sollte man die Körperteile abtrennen, sonst wird das nix. Es gibt noch bestimmte Titanen, die als „Große Abnorme“ oder „bizarre Titanen“ bezeichnet werden. Diese sind Endgegner der Missionen. Bei ihnen leuchten meist Gliedmaßen. Diese sind die Schwachstelle und schwächen/erschöpfen, wenn sie getroffen wurden, den Titan. Ist der Titan genug geschwächt, kann man zum Schlag auf den Nacken ansetzen, dann und nur dann zieht man diesen speziellen Titanen Leben ab.

      Am Anfang hab ich mich ziemlich dämlich angestellt. Einfache Titanen zu töten, hat ewig gedauert, von den Endgegnern mal ganz zu schweigen. Im Story-Modus habe ich in einem Part gegen zwei der Endgegner kämpfen müssen und dafür 1 ½ Std. gebraucht. Als ich diesen Teil noch einmal gespielt habe, dauerte das Ganze 10 Minuten…10 MINUTEN!
      Denn ich habe irgendwann einen Kniff herausbekommen: den Hinterhalt. Mit dem Hinterhalt visiert man den Titan an und kann (bis auf Endgegner) den Titan gleich mit einem Hieb töten. Kein Absägen der Körperteile, kein Kreisen um den Titan. Anvisieren, losdüsen, rechtzeitig X drücken und der Titan ist Geschichte. Dabei brauch ich nicht mal den Nacken anvisieren, ich kann genauso den Arsch oder den Kopf anvisieren, trotzdem steuert man auf den Nacken zu und zerstört auch diesen.

      Der Hinterhalt hat leider auch seine Nachteile. Beim Anvisieren muss der Titan etwas still halten, da das Anvisieren etwas umständlich ist. Des Weiteren wird der Rage-Mode bzw. Gefahrenmodus viel schneller aktiviert, wenn man einen Titan anvisiert und dieser einen dabei bemerkt. Der Rage-Mode ist quasi ein Wutausbruch, bei dem der Titan stärker wird, einen komplett anvisiert und auf einen schneller als normal zustürmt und versucht, einen zu schnappen. Umgehen kann man das mit Blendgranaten, denn da sehen die Titanen für kurze Zeit nichts und der Gefahrenmodus wird deaktiviert. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass das mir ein ums andere Mal den Arsch gerettet hat.
      Sind viele Titanen um einen herum, ist der Hinterhalt ebenfalls schwer umzusetzen, denn in der Zeit, in der man versucht, einen Titan anzuvisieren, kann gut und gern ein anderer kommen und einen packen oder ein anderer Titan aktiviert seinen Rage-Mode.
      Aber ganz ehrlich, scheiß drauf, ich habe mit dem Hinterhalt Kämpfe in teils 5-10 Minuten abgeschlossen (s. weiter oben), für die ich sonst bestimmt die drei- oder vierfache Zeit benötigt hätte :D Hätte ich das mit dem Hinterhalt nicht herausgefunden, ich hätte das Spiel wahrscheinlich liegen lassen. Denn es ist echt frustrierend ewig und drei Tage an einem Titanen zu hängen und ihn nicht töten zu können. Man kann nach dem Einführungs-Training nämlich nicht mehr Angriffe trainieren ohne gleich sein Leben zu verlieren.

      Ansonsten gibt es noch die Kammeraden-Funktionen. Hat man Helfer zur Hand, kann man sie losschicken, um die Drecksarbeit für einen zu erledigen. Die Helfer sind insofern gut, als dass sie z. B. einen Titanen töten, wenn dieser in den Rage-Mode verfällt, oder beim Endgegner die Schwachstellen angreift und man selbst einfach nur den finalen Rest erledigt. Wenn man von einem Titanen gefangen wird, kann man, sofern verfügbar, ebenfalls einen Kameraden zu Hilfe rufen, dieser töten dann den Titanen auf der Stelle.
      Des Weiteren kann man offensichtlich nach Abschluss des Story-Modus auch die Titanenwandler als Verbündete ausnutzen. Heißt konkret, wenn man einen dieser (Eren, Reiner, Berthold, Ymir oder Annie) aktiviert, verwandelt er sich in den Titanen und man kann für kurze Zeit andere Titanen vermöbeln. Gerade wenn man sich in den kolossalen Titanen verwandelt, kann man einfach so in ein paar 100 Metern Umkreis alle Titanen auf einmal töten :D
      Auch hier wirkt es, mit Hinblick auf die Story, trotzdem leicht befremdlich, Annie, Berthold oder Reiner als Titanen zu nutzen und keinen juckt es quasi. „Ach, Reiner, verwandel dich mal, wir wissen ja, dass du ein Titanenwandler bist, auch, wenn das in der Geschichte erst an dem Punkt bekannt wird, an dem du und Berthold euch als Feinde zu erkennen gebt. Aber wurst, wa?! Alles vergeben!“


      Es steht ein Pferd auf’m Flur Dach!

      Kommen wir zur Grafik: Die Grafik an sich finde ich in Ordnung, die Filmsequenzen und Zwischensequenzen mit Handlungsalternativen wissen zu gefallen, allerdings konnte ich einige Grafikfehler feststellen. Wenn man z. B. einen Hinterhalt-Angriff auf einen Titanen ausführt, zwingt dies das Spiel doch etwas in die Knie, vor allem, wenn viel passiert, viele Titanen sich im Bild befinden und demensprechend ihre Texturen etc. geladen werden müssen. Es gab deshalb das ein oder andere Mal Ruckler und Framerate-Einbrüche, die grad da eigentlich nicht sein sollten, da man ziemlich genau getimed den Angriffs-Knopf drücken muss, um den Titanen zu töten.
      Und dann haben wir noch ein paar weitere Grafikfehler: Es laden z. B. manche Titanen und Personen erst spät, obwohl sie schon längst im Sichtfeld sind. Oder Pferde stehen auf dem Dach (wie zum Geier sind die da raufgekommen??). Oder Titanen stehen ein paar Meter über dem Boden in der Luft. Oder bewegen sich über den Boden, als hätten sie Arme und/oder Beine, obwohl man diese ihnen kurz zuvor abgetrennt hat.


      Anderer Modus, andere Sitten?

      Der andere Modus ist vom Rest abgekoppelt. Insgesamt sind über 30 Charaktere und der eigene spielbar. Man kann Missionen offline und online übernehmen. Der Offline-Modus ist eigentlich nichts anderes, als die üblichen Aufklärungsmissionen, in diesem Bereich ist also nichts Neues zu erwarten. Lediglich der Schwierigkeitsgrad der Missionen kann erhöht werden, die einfachen Titanen lassen sich anscheinend nicht mehr so einfach mit einem Hinterhalts-Angriff töten und auch im Fall, man lässt sich von einem Titan schnappen, läuft die Zeit, bis man stirbt, viel schneller ab, als im normalen Modus. Ich weiß nicht, ob man das mit dem Inferno-Modus vergleichen kann, der dem Story-Modus, nur in Schwer, gleicht, da ich diesen erst angespielt habe.

      Der Online-Modus ist im Moment so ziemlich nutzlos, ich konnte genau eine Sache mitmachen, zu den anderen hat sich einfach momentan niemand gefunden. Ich weiß nicht, wie viele diesen Modus nutzen, aber anscheinend nicht so viele. Theoretisch könnte man allerlei Modi spielen, gegeneinander, miteinander, als Titan gegen andere etc. Aber wenn niemand da ist, kann man es auch nicht spielen. Zudem scheint es bei manchen Sachen ewig zu laden bzw. sich verbinden zu wollen, ohne dass ich es abbrechen kann, was dann zwangsweise zum Schließen des Spiels führt…


      Money, money, money

      Das Spiel bietet noch zusätzliche, kostenpflichtige Inhalte als DLCs zum Herunterladen, nämlich 12 zusätzliche Episoden, die aber wohl keine Filmsequenzen enthalten sollen, sondern nur zusätzliche Aufklärungsmissionen, soweit ich das verstanden habe.
      Außerdem gibt es allerlei neue Outfits für die Hauptcharaktere, z. B. Reiner im Football-Outfit, Jean im Clown-Outfit, Berthold im Schlafanzug (lol, damit kann er dann auch kämpfen) oder Christa als Dienstmädchen, um nur ein paar der absurden Outfits zu nennen :D Die zusätzlichen Episoden werde ich mir wohl noch gönnen, die Outfits eher nic- wobei…ist das Levi im Lederjackenoutfit??? Das muss ich haben! *sabber*



      …Ja, so viel zum Thema.



      Fazit

      Attack on Titan 2 ist kein mega gutes Spiel und es gibt einige Verbesserungs-Möglichkeiten im Gameplay und vor allem in der Grafik. Aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Es mag eben vllt. daran liegen, dass ich ein großer Fan des Mangas/Animes bin und die Geschichte so sehr liebe.
      Von manchen Sachen hab ich den Sinn noch nicht wirklich verstanden, ob sie einem nutzen und inwiefern man sie (effektiv) einsetzen kann.
      Aber generell mag ich das Spiel, daher würde ich ihm eine 7/10 geben.

      Und aus der Erde singt das Kind

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