Star Wars

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    • Star Wars 8

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      Tja. Unterm Strich ist es eben doch eine sehr menschliche und bodenständige Geschichte, die mich persönlich sehr melancholisch stimmt, da ich der klassische Episode 4-6 Fan bin. Da haben die alten Helden alles gegeben, nur um am Ende an all ihren hochfliegenden Plänen zu scheitern. Der abgehalfterte Gauner Han Solo ist als alter abgehalfterter Gauner durch die Hand seines eigenen Sohnes gestorben. Luke Skywalker versagte an seiner Aufgabe den Jedi-Orden neu aufzubauen und landete als verbitterter und enttäuschter Eremit in der Einöde. Und Leia Organa hat letztendlich auch alle ihre politischen Ziele verfehlt und steht am Ende ihres Weges mit leeren Händen da. Die hatten sich ihre Lebensläufe sicher ganz anders vorgestellt. Also kein Happy End. Letztendlich ist es eben doch nur ein Stilmittel, dass die alten Helden den neuen Helden einen Anstoß zum Handeln geben und dann einfach ausscheiden. War ja schon bei Obiwan Kenobi so.

      Sehr gefallen hat mir Meister Yodas kleiner großer Auftritt. Die beste computeranimierte Muppet-Puppe die man jemals gesehen hat. Sein schelmisches und geheimnisvolles Verhalten Luke gegenüber hat mir schon ein fettes Grinsen ins Gesicht gezaubert. Hat mich sehr an ihre gemeinsame Zeit auch Dagobah erinnert. Und Lukes letzter Kampf in der Salzwüste war auch nicht ohne gewissen Zauber. Da konnte er noch einmal ein bisschen zeigen, was er drauf hatte. Er erinnerte mich da ein wenig an den guten alten Morpheus aus The Matrix. Auch hat mir das gigantische Schlachtschiff ganz gut gefallen. Eine Schiffs-Klasse, die man so bisher zwar immer erwartet, aber noch nie zu sehen bekommen hat. Am interessantesten fand ich allerdings die Erkenntnis die Finn und Rose in der Kasino-Stadt gemacht haben, dass es im Hintergrund eben die verschwiegenen kapitalistischen Mächte gibt, die von dem Konflikt zwischen Allianz/Wiederstand und Imperium/Erste Ordnung profitieren und diesen ewig andauernden Krieg wohl gar nicht beendet haben wollen. Vielleicht wird dieses sehr zeitgenössische und tagesaktuelle Thema ja im nächsten Film behandelt.

      Nicht gefallen haben mir diese komischen Pinguin-Hamster. Ganz ohne blöde nervige Viecher geht es eben wohl nicht. Auch finde ich diesen Hux total plumpem. Wer hat diesen naiven Schreihals nur zum General ernannt? Ich vermisse irgendwie diese kühlen durchtriebenen und gnadenlosen Männer wie Tarkin oder Veers.
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      OneBrunou schrieb:

      mal ganz abgesehen ist mein Hauptproblem mit dem Film deutlich zentraler. Er trifft vielmehr den Kern des Films, um nicht sogar zu sagen den Kern des Franchise. Gemeint ist - natürlich - die Macht selbst. Die Balance, die bis heute nie gefunden wurde. Das Brechen mit dem Konzept von "Gut" gegen "Böse". Helle gegen dunkle Seite. Denn: Der Film war lange Zeit bemüht genau darauf hinauszuarbeiten. Ben hätte bekehrt werden können, die Jedi hätten - nachdem es die Sith inzwischen ja, scheinbar, auch nich mehr gibt - abgeschafft werden können, um endlich ein wirkliches Gleichgewicht schaffen zu können. Die Verbrennung der alten Jedi-Schriften und Yodas abschließende Worte machten auch deutlich, dass dies - die Neutralität - eigentlich der ideale Weg für alle sei und erstrebenswert ist. Helle und dunkle Seite, erste Ordnung und Rebellen, das alles müsse weg. Und was bekamen wir am Ende?
      Das ganze Problem geht sogar noch viel weiter! kurz vor ende des Films sieht man, dass Rey die alten Schriften entwendet hat! Ich glaube in der Letzten Szene öffnet Fin eine Schublade im Millenium Falken und man erkennt ganz klar die Jedi schriften! Bezüglich dieser Problematik von Gut und Böse bin ich voll auf deiner Seite und habe ja die Hoffnung, dass Episode 9 da doch noch in die Richtung geht, weil ich finde Rey wurde keineswegs richtig in den Lehren der Jedi ausgebildet und schafft es vielleicht deshalb über den Tellerrand zu schauen. Ich bin echt gespannt.
    • Hallo zusammen :) ich will nicht noch eine weitere komplette Rezension schreiben, nur auf ein paar Kleinigkeiten eingehen.

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      Ganz zu Beginn der Kritikpunkt, dass die Story um Finn und Rose keine Auswirkungen auf die restliche Handlung hatten. Das stimmt nicht ganz: hätten die beiden nicht den Typ, der nicht „der Codeknacker“ sondern „ein Codeknacker“ ist, aufgesammelt, dann hätte die erste Ordnung nicht erfahren, dass die Rebellen heimlich in Transportern fliehen. Es wäre (voraussichtlich) nicht zu den kompletten letzten Szenen gekommen. Außerdem war die Schlussszene mit dem machtsensitiven Stallburschen mMn ein eindeutiges Foreshadowing bezüglich New Generation pipapo und von daher werden die Auswirkungen ihres Besuches im Casino höchstwahrscheinlich erst in Teil 9 gänzlich nachvollziehbar.


      Zum Thema Humor: ich hatte vorab mehrfach gehört der Film sei deutlich zu lustig, allerdings hatte ich diesen Eindruck gar nicht. Klar, im Vergleich zu den alten Filmen gab es mehr Jokes etc aber ich fand es ehrlich gesagt gar nicht übertrieben. Bei Thor 3 war es mir einen Tick zu viel, bei EP 8 allerdings fand ich es gut eingesetzt und es half angenehm gegen die zwischenzeitlich doch spürbare Langatmigkeit des Films.

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      Zuletzt noch: Snokes Char war wirklich absolut wasted. Die Idee wie sein Tod inszeniert wurde hat mir gefallen, wäre es ein General Hux (oder so ähnlich) gewesen und nicht der übermächtig präsentierte Overlord.


      Jetzt aber wirklich zuletzt: es ist mir und meinemKumpel mit dem ich drin war wieder extrem aufgefallen, wie sehr gerade der weibliche Gesamtcast im Vergleich zu früher aufgestockt wurde, wirkte auf mich fast schon ein wenig krampfhaft.

      P.S.: ein geniales Detail war die Szene mit dem Bügeleisen, das kurz wie ein landendes Schiff inszeniert wurde.

      Mir hat der Film insgesamt gut gefallen, aber ich bin auch kein Megafan. Denn die haben ihn laut Internet wohl ziemlich zerrissen. Aber um einen Kumpel zu zitieren:
      „Niemand hasst Star Wars so sehr wie Star Wars Fanboys.“
    • Also als ich aus dem Kino kam fand ich den Film zwar auch sehr zwiegespalten jedoch durchaus noch positiv. Nur jetzt mehr als 24h später stören mich unglaublich viele Faktoren.

      Ein wichtiger ist sicherlich jener das Disney keinen Mut findet für die Geschichte der Jedi und der Sith. Ein nie endender Kreis von gleichen Abläufen zwischen diesen beiden Fraktionen. Ich gehe nicht einmal hin und bewerte zwischen gut und böse denn schlussendlich sind beide Fraktionen lediglich Religionen oder sekten welche einem Glauben nacheifern und dabei in aggressiver Haltung keine weitere Sichten zulassen.

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      In WOW gab es ein ähnliches Szenarion in welchem das Ganze schlussendlich durchbrochen wurde.


      Aber auch sonst hat der Film trotz starken Bildern viele Punkte die mich stören und je länger ich darüber nachdenke fast schon lächerlich finde resp. das ständige kopieren der Thematik satt habe.
      Sie sind vielleicht nicht mehr ganz Chronologisch
      • Warum zur Hölle hat die 1. Ordnung nur noch 1 grosses Schiff? Wir hatten schon in the Fast and Furios die längste Landebahn der Geschichte und nun haben wir dank Star Wars die längste Verfolgungsjagd in der Geschichte der Menscheit
        • Warum fliegen beide Schiffe gleich schnell? Warum hat dieses gigantische Schiff keine Möglichkeiten schneller zu fliegen? Die Erklärung ist so stump
        • Warum hat die 1. Ordnung keine Verstärkung? Ist diese Verein von diletantischen Idioten unfähig "Hilfe einzufordern"? Ist diese verdammte Galaxie gerade so beschäftigt das man weder der 1. Ordnung noch den Rebellen (die suchen ja auch nach Hilfe) zur Hilfe eillt? Ist gerade Sonntagsverkauf oder was? Es ist eigentlich unglaublich das man den Zuschauer für so naiv hält. Während etlichen Stunde trifft kein 2. Schiff ein
        • Auch stellt sich die Frage hat dieses gigantische Schiff keine kleineren schnellere Schiffe? Das kleine Schiff von Kylo Renn konnte die ganze Brücke wegsprengen. Warum schicke ich also nicht die Klonarme der 23748623. Divison los mit den Klonen 1-99 sowie 200-45008 und "opfere" diese für den pragmatischen Sieg? Die Verluste an Personal schmerzt die Rebellion - nicht aber die 1. Ordnung welche scheinbar unendliche Ressourcen besitzt. Man müsste also nur tausende Abfangjäger losschicken und darauf warten das einer Treffen wird da die "Armee" der Rebellen" doch nur noch ein Hühnerschiss ist.
        • Auch das mit der Tarntechnologie. Jeder gute Anführer würde so ein Gerät am besten so einstellen das dieses permanent scannt. Ich meine es SOLL SCHIFFE ENTTARNEN also hätte ich doch ein gigantisch grosses Interesse daran das kleine Schiffe nicht unter Radar oder eben in Tarnung an mein Schiff herankommen. Es macht eifnach aus sicht von "Führen" keinen Sinn so was nicht zu nutzen. Aber ich kann es verstehen - braucht sicher total viel Energie die man in den Antrieb steckt um auf Kurs zu bleiben.
      • Dann diese Szene vor dem Casino - Klar diese 2 Tollpatsche sind im Stress und wollen schnellst möglich den Codeknacker finden. Aber warum kann man nicht ganz normal auf dem Fucking Parkplatz sein Schiff hinstellen wo jedes andere auch hingehört. Warum knallt das Ding auf den strand und in einer Art und Weise wo man glaubt es kommt eh nicht mehr hoch....... Gescheiterte Komik oder was?
      • Oder auch schon davor mit der Rettungskapsel - Was genau wollte Finn erreichen? Den Peilsender vom Schiff tragen? Ja ok und dann? Wir erfahren später das sie noch kA 12,..15,..20h? (weis den wert nicht mehr) Treibstoff haben ehe sie definitiv am arsch sind. Wie wollte er in so kurzer Zeit etwas erreichen und wo hätte er mit der Rettungskapsel hinwollen? Auf das Schiff von Snoke? Da war doch rund herum kein Planet? Und so ein Teil hat keinen Hypersprung. Wie also hätte der Junge erfolg haben können bei seinem Plan? Nähmlich Gar nicht. Klonkrieger scheinen hinsichtlich Intelligenz nicht zu den Spitzenreiter zu gehören.
      • Dann die Szenerie bei Snoke - Was ein verschwendeter Charakter // So viel Potential das verschwendet wurde. Sein Tod war gelungen aber die Diskussionen darum herum "Schau dir deine Rebellen an wie sie vernichtet werden. Schau Luke, sie werden verlieren..........oh wait........du bist gar nicht Luke..........sind wir nicht bei Teil 6? NEIN HERGOTT!!! Wir sind bei Teil 8 und es könnten doch bitte, bitte mal neue Dialoge kommen..........
        • Auch der Dialog danach zwischen Kylo Renn und der guten Dame. Ich dachte ich spinn. Schon wieder ein Déjà-Vù
        • Oder diese roten Männer // Stellt euch vor. Ihr seid angestellt um Snoke zu beschützen. Dieser wurde aber gerade von Jemand über den Haufen geworfen und nun ist man ARBEITSLOS weil ja niemand da ist der mein Sold zahlt. Warum also opfere ich mein Leben? Rational denken müsste man sich doch sagen "Der Imperator ist tod, lang lebe der Imperator - Heil Kylo Renn" -

          Nein - Ich heisse Hollywood und brauche im Film noch eine Lichtschwertszene weil wir noch keine hatten darum stell dich ihm und stirb!
      • Oder das mit den Büchern. Es wird so stimmig erklärt, das die Jedi am Ende sind und etwas neues am besten kommen soll. Man soll damit aufhören was war und nach vorne blicken und am schluss siehst du die Bücher auf dem Schiff in einer Schublade. Der Stinkefinger par excellence des Regisseur welcher dir sagt: "Dachtest wir gehen den Weg? Ha! Pech gehabt machen wir nicht!"
      • Oder dieses ganze "hologram-projektions-zeug" das plötzlich sowohl Sith als auch Jedis können. Warum können 2 Charaktere plötzlich so miteinander kommunizieren. Warum konnten die alten Jedis so was scheinbar nicht oder warum kann ein Luke das? Keine Detailerklärung. Als Zuschauer wirst du vor vollendete Tatsachen gestellt und die Begründung dazu ist. "Ist einfach so - sie können es - deal with it". Und das ist schade weil es wiederum kein Mut von Disney ist Dinge zu erklären. Als hätte man Angst auf den Shitstorm wenn man etwas falsch machen könnte. Bei den Avengers etc. wird oftmals auch vieles erklärt oder man geht in die Tiefe. Man versucht es zumidnest in vielen Punkten - nicht allen aber in vielen.
        Aber bei Star Wars will man einfach nicht scheitern und das verkrampft
      • Und allesamt der Humor - er war zu viel.


      Ja

      Alles in allem hat der Film so viele Problemstellungen für mich. Man stellt den Zuschauer auf die Bank eines Idioten in der Hoffnung das er den Film so akzeptiert wie er ist und man ihn abfeiert. Das tut man anfänglich sicher jedoch wenn man versucht die Szenerie rational zu verstehen stellt man eigentlich fest wie unglaublich Blöde diese teilweise sind . Er hat so viel Potential das man verschwendet und nicht nutzt aufgrund fehlendem Mut.
    • Áyu schrieb:


      • Wir hatten schon in the Fast and Furios die längste Landebahn der Geschichte und nun haben wir dank Star Wars die längste Verfolgungsjagd in der Geschichte der Menscheit
      Also ich fand es auf jeden Fall interessant, den Film so aufzuziehen - leider auf Kosten der Logik, so musste manches daran angepassst werden,wie du auch geschrieben hast (beide Schiffe mit gleicher Geschwindigkeit, keine Verstärkung etc.).

      • Dann diese Szene vor dem Casino - Klar diese 2 Tollpatsche sind im Stress und wollen schnellst möglich den Codeknacker finden. Aber warum kann man nicht ganz normal auf dem Fucking Parkplatz sein Schiff hinstellen wo jedes andere auch hingehört. Warum knallt das Ding auf den strand und in einer Art und Weise wo man glaubt es kommt eh nicht mehr hoch....... Gescheiterte Komik oder was?
      Dass sie das Schiff nur schnell "in den Sand gesetzt haben" fand ich nachvollziehbar, wahrscheinlich dachten/wussten sie auch nicht, dass das verboten ist - woher auch?

      • Oder auch schon davor mit der Rettungskapsel - Was genau wollte Finn erreichen? Den Peilsender vom Schiff tragen? Ja ok und dann? Wir erfahren später das sie noch kA 12,..15,..20h? (weis den wert nicht mehr) Treibstoff haben ehe sie definitiv am arsch sind. Wie wollte er in so kurzer Zeit etwas erreichen und wo hätte er mit der Rettungskapsel hinwollen? Auf das Schiff von Snoke? Da war doch rund herum kein Planet? Und so ein Teil hat keinen Hypersprung. Wie also hätte der Junge erfolg haben können bei seinem Plan? Nähmlich Gar nicht. Klonkrieger scheinen hinsichtlich Intelligenz nicht zu den Spitzenreiter zu gehören
      Wie ich das verstanden habe,wollte Finn nur fliehen - und wurde von Rose durchschaut und aufgehalten. Er war anfangs noch ein Feigling, der aus seiner Sicht zu Unrecht als Held der Rebellen gefeiert wurde. Fand es in dem Zusammenhang übrigens lustig, das er "Möge die Macht mit dir sein" gesagt hat - er selbst kann mit dem Satz offensichtlich nichts anfangen, aber meint wohl, das wäre die Standard-Floskel bei den Rebellen. Also einfach mal raushauen. :D

      • Oder dieses ganze "hologram-projektions-zeug" das plötzlich sowohl Sith als auch Jedis können. Warum können 2 Charaktere plötzlich so miteinander kommunizieren. Warum konnten die alten Jedis so was scheinbar nicht oder warum kann ein Luke das? Keine Detailerklärung. Als Zuschauer wirst du vor vollendete Tatsachen gestellt und die Begründung dazu ist. "Ist einfach so - sie können es - deal with it". Und das ist schade weil es wiederum kein Mut von Disney ist Dinge zu erklären. Als hätte man Angst auf den Shitstorm wenn man etwas falsch machen könnte. Bei den Avengers etc. wird oftmals auch vieles erklärt oder man geht in die Tiefe. Man versucht es zumidnest in vielen Punkten - nicht allen aber in vielen.

      Fand ich nicht so wild, gerade die "Macht" muss für mich nicht komplett entmystifiziert werden, andererseites sollen Jedi und Sith natürlich nicht alles damit machen können (gerade im SW Universum brauche ich keinen Deus Ex Machina).
      Das zu den Punkten, wo ich es anders sehe. Dem ganzen Rest kann ich aber voll zustimmen, Ayu!
      Fand den Film unterhaltsam, aber irgendwie auch lang und konfus und nicht immer stimmig. Eher underwhelming und macht mir so auch wenig Lust auf Episode 9...
      SHUT UP, CRIME!
    • Áyu schrieb:


      • Oder diese roten Männer // Stellt euch vor. Ihr seid angestellt um Snoke zu beschützen. Dieser wurde aber gerade von Jemand über den Haufen geworfen und nun ist man ARBEITSLOS weil ja niemand da ist der mein Sold zahlt. Warum also opfere ich mein Leben? Rational denken müsste man sich doch sagen "Der Imperator ist tod, lang lebe der Imperator - Heil Kylo Renn" -

        Nein - Ich heisse Hollywood und brauche im Film noch eine Lichtschwertszene weil wir noch keine hatten darum stell dich ihm und stirb!

      Ich gehe mit vielen Punkten konform die von dir dargelegt wurden, widerspreche dir aber in dem oben zitierten. Wenn du dich ein wenig intensiver mit dem Hintergrund von Star Wars auseinandersetzt, dann wirst du ziemlich schnell herausfinden, dass diese roten Wächter ein enorm intensives Training hinter sich haben und einen Schwur leisten, dem einen "obersten Herrscher" (In diesem Fall Snoke) auf ewig treu zu sein. Als beispielsweise der Imperator starb sind die roten Wächter danach nicht tatenlos rumgesessen. Es gibt in den Büchern bzw. Comics Hinweise darauf, dass diese beispielsweise selbst nach dem Tod auf eigene Faust gegen die Rebellen gekämpft haben, um den Imperator zu rächen. Ein paar andere hingegen haben Selbstmord begangen, weil Ihnen durch den Tod des Imperators Ihre einzige Aufgabe genommen wurde. Ich kann hier selbstverständlich nicht zu 100% sagen, dass Johnson bewusst an diesen Hintergrund gedacht hat und womöglich wollte man tatsächlich nur einen Lichtschwertkampf. Nichtsdestotrotz ist das Verhalten der roten Wachen vollkommen legitim und ich persönlich habe mich gefreut, diese auch einmal in Aktion zu erleben. Ich werde mich noch detaillierter zum Film äußern, sofern ich Zeit dazu finden.

      lg
      Die Ursache der eigenen Handlung in der Gegenwart liegt in der Zukunft.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Vivalakid ()

    • Das ist natürlich absolut Interessant und hatte mir auch schon StringGreen erklärt. Nur der normale Besucher sieht das ja nicht ausser einer Leibwache. Warum also diese nicht in das ganze irgendwie in die Story bringen? Snoke hätte aufzeigen können, das selbst wenn man ihn besiegt man immer noch diese Wachen ausschalten müssen weil sie einem Suchen bis man Tod ist etc. Möglichkeiten wären da gewesen und damit hätte man das ganze mehr in die Tiefe bringen können.
    • Nachdem die EU mit all ihrem Material gekippt wurde und 30 Jahre seit Episode 6 vergangen sind, dachte ich dass mit Episode 8 ein paar Fragen geklärt werden. Also mehr , als nur einfach ein Casino und animierte Viecher zu präsentieren..
      Was soll ich sagen? Ich habe keine Ahnung was abgeht und fürchte mich irgendwie vor Episode 9.

      -Wer oder was ist Snoke?
      -Hätte Palpatine im Wissen über Snoke und seine Fähigkeiten, solch einen Konkurrenten der dunklen Seite nicht eher fürchten sollen?
      -Was ist in den unbekannten Regionen, nachdem Thrawn sie doch erkundet hat?
      -Wie hängt das alles mit Palpatines Plänen zusammen?
      -Was ist nach der Zerstörung des Hosnian-Systems der Status Quo in der Galaxie?
      -Wie groß ist die Streitmacht der Ersten Ordnung?
      -Findet während Episode 8 überhaupt eine großangelegte Invasion statt?
      -Was ist mit den Rittern von Ren?
      -Warum Teufel ist Luke so dumm wie Meister Windu muss erstmal ausholen mit denn Lichtschwert das man natürlich mit ein Gegenangriff rechnen muss!!!!!! Einfach nur Ekelhaft wie die Macher immer und immer wieder Star Wars in denn Dreck ziehen...
    • Versagen ist der größte Lehrer

      So, nun habe ich es auch endlich geschafft Episode 8 im Kino zu sehen. Viel zu spät eigentlich und das Warten hätte mich wohl auch beinahe umgebracht.
      Erstmal muss ich aber sagen, es war echt ein Kampf sich von etwaigen Spoilern fernzuhalten. Die letzten Wochen war ja nicht nur der Star-Wars-Thread hier im Board fast die ganze Zeit auf der Startseite, sondern auch YouTube wurde langsam von Reviews und Theorienvideos überschwemmt. Gestern Morgen war dann auch meine Firefox-Startseite endgültig zugemüllt mit Artikeln über Star Wars 8. Gegen Abend habe ich sogar mein Handy in den Flugmodus gestellt, aus Angst irgendwelche Spoiler aus Facebook-Chats mitzukriegen. Trotzdem ist es mir gelungen, und darauf bin ich auch irgendwie ein bisschen stolz, ungespoilert in den Film zu gehen. So, nun aber zum eigentlichen Film.

      Versagen ist der größte Lehrer:
      Der ganze Film steht unter dem Motto: "Versagen ist der größte Lehrer." Und nicht nur Luke Skywalker lernt im Laufe des Films aus seinen Versagen bei der Ausbildung von Ben Solo, auch Rey, Finn und Poe lernen aus ihrem Versagen.
      Rey versagt bei der Rettung von Ben Solo, Finn und Poe versagen bei ihrer heldenhaften Rettung des Widerstandes. Der Einzige der nicht versagt ist Kylo Ren. Er tötet Snoke und auch sein ehemaliger Meister Luke opfert sich im Kampf gegen ihn. Die Vergangenheit ist fast begraben und es ist Zeit für etwas neues.

      Rey:

      Reys Eltern waren in Episode 7 noch ein echtes Mysterium und was habe ich im Kino die Luft angehalten, als sie in der dunklen Höhle auf den Spiegelstein zuging und die beiden Personen zu einer wurden. Mir bangte es schon Ewan McGregor zu sehen, umso erleichterter war ich, als man Rey sah. Die abschließende Auflösung des Mysteriums seitens Kylo Ren ("Deine Eltern waren Schrotthändler und haben dich verkauft um ihren Suff zu finanzieren") war einfach nur großartig. Oft genug hat man diesen Auserwählten-Schwachsinn gesehen. Daran sind auch schon die Episoden I bis III gescheitert. Rey glaubt die ganze Zeit, sie wäre etwas besonderes, weil ihre Eltern etwas besonderes waren (z.B. Han Solo, Leia Organa oder Luke Skywalker), aber in Wahrheit waren ihre Eltern nichts besonderes und sie ist nur etwas besonderes, weil sie besonderes tut. Es ist keine Leistung das Kind seiner Eltern zu sein und es ist schön, dass man Abstand nimmt von dieser Blutsverwandtschaft des Auserwähltseins.

      Finn und Poe:
      Die beiden Helden des Widerstands starten auf eigene Faust eine tollkühne Rettungsaktion. Was ich von dieser Aktion allgemein halte werde ich später noch verraten, aber auch die beiden Draufgänger scheitern in diesen Film. Die Rettungsaktion schlägt fehl und führt am Ende sogar dazu, dass der Plan von Leia/Holdo fehlschlägt und die dunkelste Stunde des Widerstands eingeleitet wird. Draufgänger gewinnen keine Schlachten und es ist schön zu sehen, dass diese halsbrecherischen Aktionen endlich mal zum verdienten Ende kommen: Nämlich der Niederlage.

      Allgemein lässt sich sagen, dass die drei guten Protagonisten in dieser Episode eine massive Niederlage einstecken müssen. Da fühlt sich sehr gut an. Happy Ends gab es genug.

      Kylo Ren:
      Das Lehrer-Schüler-Verhältnis von Kylo Ren und Snoke bzw. Luke Skywalker und Ben Solo war in diesem Film echt klasse insziniert und mir hat es echt Spaß gemacht, dass zu sehen. Umso überraschter war ich, dass Kylo Ren am Ende zum Hauptantagonisten aufgestiegen ist, wobei das im Nachhinein eigentlich logisch war. Die einzig andere Alternative wäre, dass er wie Darth Vader bekehrt werden würde. Allgemein finde ich Kylo Ren als Antagonist richtig gut gelungen. Er ist ein würdiger Nachfolger von Darth Vader, wie Snoke schmerzhaft lernen musste. Auch die Entstehungsgeschichte von Kylo Ren war einfach nur richtig klasse. Luke Skywalker hat nur einen Moment der Schwäche gezeigt und damit die Galaxis verdammt. Und damit meine ich nicht sein Ausholen mit den Laserschwert, sondern die Aktivierung des Laserschwerts zum Versuch Kylo zu töten. Von seinen Meister verraten wandte er sich der Dunklen Seite zu. So etwas hätte ich mir in Episode III auch gewünscht...

      Snoke:

      Mächtig, geheimnisvoll und tot... Der Oberste Anführer der Ersten Ordnung hat sein überraschendes Ende gefunden und Platz für den wahren Antagonisten gemacht. Das fand ich nur gut. Snoke ist ein machthungriger, arroganter, narzisstischer Palpatine-Fanboy, der aber nichts von dessen Macht und Gefährlichkeit an sich hatte. Palpatine ist und bleibt der Oberbösewicht in Star Wars und das ist auch gut so.
      Meiner Meinung nach hat das Ableben von Snoke in Verbindung mit der letzten Szene des Film (der machtsensitive Junge) auch alle Fragen beantwortet: Snoke ist war ein machtsensitives Mitglied einer langlebigen humanoiden Spezies. Er brachte sich selbst den Umgang mit der Macht bei und verfiel der dunklen Seite. Seine Narben hat er von den anderen Mitgliedern seiner Spezies bekommen, die ihn verachtet haben. Snoke sah den Aufstieg und Fall des Imperiums und beschloss, sein eigenes Reich aus der Asche des Imperiums zu erschaffen und darüber wie sein Vorbild (Darth Sidious) zu herrschen. Snoke ist kein Niemand, war aber auch nie wirklich wichtig. Er ist nicht Darth Plagueis, ein Klon von Palpatine oder der erste Machtnutzer der Dunklen Seite. Was bin ich froh darüber. Dieses immer mächtiger. immer größer und immer böser hängt mit zum Hals hinaus.

      Was lässt sich noch positives sagen? Mark Hamill als Luke Skywalker ist richtig klasse. Meiner Meinung nach ist das schon Oscar-würdig.

      Nun aber zum negativen, denn davon ist der Film auch nicht frei:
      -Der Humor ist echt zu albern und zu krass. Besonders am Anfang des Film stockte mit kurz der Atem deshalb. Die Porks und Luke Skywalker allerdings waren ziemlich in Ordnung. Es hätte den Film aber echt keinen Abbruch getan, sich ein wenig ernster zu nehmen.
      -Die Szene, wie Leia die Macht einsetzt war ja wohl der größte Unfug überhaupt. Allein schon wegen des Machtgebrauchs der Prinzessin, von der Physik mal ganz zu schweigen. Man hätte sie hier einfach sterben lassen können. Auch wenn sie später noch eine Rolle spielt. Das hätte auch Kylos Entwicklung noch besser dargestellt (Seine Mutter wird dann sozusagen von Snoke getötet, weil er sie nicht töten konnte. Das würde seinen Hass auf Snoke noch mehr nähren)
      -Wieso kann Yoda als Machtgeist einen Blitz "beschwören"? Sein Erscheinen war vollkommen in Ordnung, aber das war echt Mist.
      -Die Rettungsaktion von Finn und Rose war mal richtig konstruiert. Sie war auf keinen Fall irrelevant, weil sie die Charakterentwicklung der beiden richtig gut vorangetrieben hat und sie sah auch gut aus, aber sie war einfach nur konstruiert. Umso glücklicher bin ich darüber, dass sie nicht nur fehlgeschlagen ist, sondern letztendlich auch der Grund war, warum die Flucht des Widerstands aufgeflogen ist.
      -Die Handlung war allgemein teilweise viel zu schnell, wenn man bedenkt, was für Zeit vergangen ist. Wie lange war der Widerstand auf der Flucht? Und wieviel hat Rey in dieser Zeit gelernt? Und Dazwischen sind Finn und Rose auf einen Planeten geflogen, haben ein Abenteuer erlebt und sind zurückgekehrt?
      -Vizeadmiral Holdo. Ich fand sie nicht schlecht, aber ihre Intention Poe nichts von ihrem Plan zu verraten hätte man näher beleuchten können/müssen. Z.B. hätte sie ganz offen Poe gegenüber ihr Misstrauen aussprechen können. Das wäre durchaus gerechtfertigt gewesen.
      -Leia zu Luke über Ben Solo: "Ich weiß, dass mein Sohn nicht mehr da ist." Ich glaube ich spinne. Welche Mutter würde den soetwas sagen? Nehmt auch mal ein Beispiel an Cersei Lannister!!! Das ist eine richtige Mutter!!!

      Fazit:
      Star Wars: Die letzten Jedi ist wirklich ein guter Film. Aber auch ein guter Star-Wars-Film? Ich weiß es nicht. Vieles ist zwar neu und kreativ, aber es fühlt sich irgendwie im gesamten nicht nach Star Wars an. Der Film funktioniert, aber irgendetwas überzeugt mich nicht ganz. Star Wars 8 ist zwar nicht so grottig wie die Prequels, aber auch bei weitem nicht so gut wie die Originale und Star Wars 7. Ich bin mal echt gespannt auf Star Wars 9. Der Film wird über die Zukunft von Star Wars entscheiden...

      Das Gleichgewicht:
      Es gab ja die Theorie, dass Luke ein grauer Jedi geworden ist und Rey am Ende auch eine graue Jedi wird und versucht Kylo davon zu überzeugen. Ich fand diese Theorie schon immer *******! Erstmal weiß der normale Kinobesucher nicht was ein Grauer Jedi ist und zweitens: Was ist das den bitte für eine Botschaft? Es muss ein Gleichgewicht zwischen Krieg und Frieden, Gut und Böse, Licht und Schatten geben? Vielleicht gibt es eine natürliche Ordnung. Aber es ist nicht und sollte auch nicht Aufgabe des Menschen sein, dieses Gleichgewicht, diese Ordnung, zu wahren. Der Mensch soll sich zu einer Seite bekennen und nicht versuchen zu vermitteln. Und er soll sich zu guten Seite bekennen. Über diesen ganzen Gleichgewichts-Schwachsinn sind schon die Prequels gestolpert, umso besser finde ich es, dass man hier klar Stellung bezieht. Die Botschaft des Films lautet nicht, sucht den Mittelweg zwischen Gut und Böse, sondern sie lautet, seid die Guten!!!
      "Do you know what heroes are? Say there is a chunk of meat. Pirates will have a banquet and eat it. But heroes will share it with other people. I want all the meat!"

      -Monkey D. Ruffy
    • @Malakiel

      Bei deiner Aussage zum Thema Gleichgewicht muss ich schon mit der Stirn runzeln.
      Einmal ist es vollkommen egal ob der Zuschauer was mit einem 'Grauen Jedi' anzufangen weiß oder nicht, wenn man sich eines einfachen Tricks bedient: erzähl eine verdammte Geschichte! Schneid die ganze Verfolgungsszenerie auf das nötige Minimum herunter und setz deinen Fokus auf das Thema warum die Jedi in dieser Form nicht zurückkehren sollten.

      Und was das für eine Botschaft ist Gleichgewicht anzustreben? Schon mal was von Karma und Nirvana gehört? Sowohl schlechtes als auch gutes Karma halten den Kreislauf der Wiedergeburt am Laufen und verhindern somit den Eintritt ins Nirvana. Wer absolut ausgeglichenes Karma oder im Umkehrschluss keines besitzt kann sich aus diesem Kreislauf entfernen.
      Und das sich die dunkle und helle Seite der Macht in einem nicht enden wollendem Kreislauf befinden, sollte nach 8 Filmen jedem klar sein. Wenn also wirklich angestrebt wird diesen Kreislauf, der viele Welten und deren Bewohner immer und immer wieder leiden lässt, zu entkommen müssen beide Seiten fallen.

      Nicht zu vergessen, dass das Verkaufsargument des Films Lukes Aussage war, die Jedi müssten enden. Davon war im eigentlichen Film leider nicht mehr viel zu spüren und das bisschen was es auf die Leinwand geschafft hat litt darunter, dass man nicht den Arsch in der Hose hatte um was Neues zu probieren.
      Sowohl das Imperium/die Order als auch die Rebellen sind daran gescheitert Ihre Ziele wirklich zu erreichen und an der Stelle ist es nur logisch nach Alternativen zu suchen.

      Wenn du vor eine Wahl gestellt wirst ist es auch nicht verwerflich sich für Option C zu entscheiden. Dieses Schwarz/Weiß-Denken und seine Makel sind bekannt und gerade in der Fiktion sind Graustufen mehr als willkommen. Man muss sich ja nur mal One Piece anschauen.
      Zudem ist das Stars Wars Publikum über die Jahrzehnte auch erwachsener geworden und sollte mit etwas komplexeren Themen umgehen können. Junge Zuschauer werden ebenfalls nicht überfordert wenn alles ordentlich aufgebaut ist und nachvollziehbar bleibt. Episode 7 baut die Schwarz/Weiß-Dynamik auf, Episode 8 setzt den Bruch an und Episode 9 schafft etwas neues.

      Ich kann daran kein wirkliches Problem erkennen außer wenn man persönlich nichts mit dieser Art des Storytellings anfangen kann, aber das ist eben Geschmackssache.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ThePrototype ()

    • ThePrototype schrieb:

      Zudem ist das Stars Wars Publikum über die Jahrzehnte auch erwachsener geworden und sollte mit etwas komplexeren Themen umgehen können. Junge Zuschauer werden ebenfalls nicht überfordert wenn alles ordentlich aufgebaut ist und nachvollziehbar bleibt.
      Vielleicht dazu eine kurze Anmerkung meinerseits: Ich glaube, dass wir uns von der Vorstellung der "grauen Jedi" in Episode 9 besser schon mal verabschieden sollten. Das Potenzial war da, das hat The Last Jedi immer wieder deutlich gemacht (vor allem in Form von Luke), doch man hat es letztlich nicht genutzt und nur als Ventil benutzt, um den stetigen Kreislauf des Kampfes zwischen heller und dunkler Seite fortsetzen zu können.
      Luke hatte den Großteil des Films genau diese Auffassung. Dass die Jedi ebenso abgeschafft gehören, wie die Sith. Auch das gegenseitige Annähern von Rey und Ben deutete in diese Richtung. Das Konzept der hellen und dunklen Seite, der Rebellen und der ersten Ordnung, müssen weichen, um Platz für wahres Gleichgewicht zu schaffen. Für Neutralität. Doch was hat man letztlich damit gemacht? Luke erklärt, dass er nicht der letzte Jedi sein würde und die Schriften, die er glaubte zerstört zu wissen, wurden sich zuvor sogar noch von Rey unter den Nagel gerissen, was darauf hindeutet, dass sie sich dieses Wissen aneignen und es ggf. auch weiterreichen wird. Selbst wenn Luke in Episode 9 wieder als Machtgeist - Rey gegenüber - erscheinen würde, um an sie zu appellieren, so würde sich dieses Gespräch wohl nicht mehr darum drehen das Zeitalter der Jedi enden zu lassen, sondern eher es zu neuem Glanz zu führen. Und das finde ich doch extrem schade, weil die neue Trilogie folglich tatsächlich wohl nichts wirklich Neues zu bieten hätte. Sie wäre letztlich nicht mehr, als ein warmer Aufguss der Ur-Trilogie. Das deutete sich bei Episode 7 zwar schon an, doch die Hoffnung bestand - vor allem nach der Vermarktung von The Last Jedi - dass der Wandel des Franchise noch kommen würde. Rian Johnson hat zwar die Binnenhandlung deutlich - mit Blick auf die Vorgänger - abgewandelt und ist dabei andere Wege gegangen, doch die Rahmenhandlung dreht sich auch weiterhin im Kreis.

      Disney und Lucasfilm wehren sich also vehement vor einer Weiterentwicklung des Franchise. Die Idee mit den "grauen Jedi", die man im Film auch nicht mal so hätte benennen müssen, hätte hier hervorragend aufgegriffen und implementiert werden können, um dem Franchise endlich mal einen - eigentlich längst überfälligen - Tapetenwechsel zu gewähren. Es wäre die deutlich erwachsenere Lösung gewesen. Weg von dem ständigen hell gegen dunkel, gut gegen böse, richtig gegen falsch, Licht gegen Dunkelheit Klischee hin zu wahrem Gleichgewicht. Doch ich fürchte, dass auch genau hier der Hund begraben liegt. Die Verantwortlichen wollen scheinbar eine Trilogie erschaffen, die sowohl den Fans der ersten Trilogie gefällt, als auch neue, junge Anhänger findet, um das Franchise weiter expandieren zu können. Eine derartige Entwicklung wäre da kontraproduktiv, da man damit - womöglich - junge Zuschauer überfordern würde, die mit der Ur-Trilogie nicht vertraut sind, und folglich "nur" bereits bestehende Fans ansprechen würde. Ich könnte hier jetzt wieder den Aspekt des Profits aufgreifen, aber ich denke es dürfte klar sein, dass Disney schlichtweg so viel Geld wie möglich aus Star Wars pressen will. Mit dieser übervorsichtigen Vorgehensweise, gekoppelt mit dem irreführenden Marketing, wird ihnen das wohl auch mit Bravour gelingen. Dem Franchise selbst bringt das aber herzlich wenig, weil es sich immer weiter im Kreis drehen wird.

      Ich jedenfalls bin schwer enttäuscht von dem Kurs, für den man sich letztlich in The Last Jedi entschieden hat. Wenn man in Episode 9 nicht doch noch mal eine 180° Drehung machen sollte, um die "grauen Jedi" einzuführen, wird das wohl eine sehr ernüchternde und enttäuschende Trilogie werden. Im Grunde wäre es ein Hybrid der ersten Trilogie, in visueller Hinsicht nur eben zeitgemäßer. Kurzum: Eine Trilogie, die das Franchise nicht gebraucht hätte.
    • ThePrototype schrieb:

      Bei deiner Aussage zum Thema Gleichgewicht muss ich schon mit der Stirn runzeln.
      Einmal ist es vollkommen egal ob der Zuschauer was mit einem 'Grauen Jedi' anzufangen weiß oder nicht, wenn man sich eines einfachen Tricks bedient: erzähl eine verdammte Geschichte! Schneid die ganze Verfolgungsszenerie auf das nötige Minimum herunter und setz deinen Fokus auf das Thema warum die Jedi in dieser Form nicht zurückkehren sollten.
      Grundsätzlich hast du recht. Man hätte einfach eine Geschichte erzählen können und den Zuschauer erklären können, was ein Grauer Jedi ist. Aber warum sollte man das tun? Was wäre der Sinn und Zweck eines solchen Handlungsverlaufs? Letztendlich wäre der Film genauso ausgegangen, wie er es tatsächlich ist, nur das Luke als Grauer Jedi-Meister gestorben wäre und Rey eine Graue Jedi wäre. Diese Wandlung hätte keinen Mehrwert für den Film. Denn am Ende wäre Kylo Ren immer noch der Böse und die Grauen Jedi immer noch die Guten...

      ThePrototype schrieb:

      Und was das für eine Botschaft ist Gleichgewicht anzustreben? Schon mal was von Karma und Nirvana gehört? Sowohl schlechtes als auch gutes Karma halten den Kreislauf der Wiedergeburt am Laufen und verhindern somit den Eintritt ins Nirvana. Wer absolut ausgeglichenes Karma oder im Umkehrschluss keines besitzt kann sich aus diesem Kreislauf entfernen.
      Und das sich die dunkle und helle Seite der Macht in einem nicht enden wollendem Kreislauf befinden, sollte nach 8 Filmen jedem klar sein. Wenn also wirklich angestrebt wird diesen Kreislauf, der viele Welten und deren Bewohner immer und immer wieder leiden lässt, zu entkommen müssen beide Seiten fallen.
      Ja, von Nirvana und Karma habe ich was gehört. Glaube ich aber nicht dran. Auch die Macht in Star Wars war nie an Nirvana oder Karma angelegt. Es ging bei Star Wars immer darum, sich für eine Seite zu entscheiden. Und das haben die Protagonisten bisher auch in allen Filmen mehr (Luke) oder weniger (Anakin) nachvollziehbar getan. Die helle und die dunkle Seite der Macht befinden, meiner Meinung nach, auch nicht in einen Kreislauf. Sie sind vielmehr Gegenpole voneinander. Und auch deshalb verstehe ich nicht, was Rey oder Luke gewonnen hätten, wenn sie ins Nirvana eintreten können, also sprich ausgeglichene Machtnutzer werden. Man kann Gleichgewicht gut finden oder nicht. Ich halte es für die falsche Botschaft. Star Wars hat seine Zuschauer immer dazu aufgefordert, sich für die gute, die helle Seite der Macht zu entscheiden und ich finde es auch überhaupt nicht schlecht, dass man diesen Weg beibehalten hat.

      ThePrototype schrieb:

      Nicht zu vergessen, dass das Verkaufsargument des Films Lukes Aussage war, die Jedi müssten enden. Davon war im eigentlichen Film leider nicht mehr viel zu spüren und das bisschen was es auf die Leinwand geschafft hat litt darunter, dass man nicht den Arsch in der Hose hatte um was Neues zu probieren.
      Sowohl das Imperium/die Order als auch die Rebellen sind daran gescheitert Ihre Ziele wirklich zu erreichen und an der Stelle ist es nur logisch nach Alternativen zu suchen.
      Das Verkaufsargument des Films war nicht Lukes Aussage, sondern der Name: Star Wars. Ich denke, dass du und viele andere Anhänger der Gleichgewichts-/Graue Jedi-Theorie einfach zu viel auf die Trailer und diese Aussage gesetzt habt. Am Ende haben alle Aussagen und Szenen des Trailers, trotz durchaus guter Argumente, in eine andere Richtung geführt. Nicht zu vergessen, dass die Trailer im Regelfall auch von einem externen Unternehmen zusammengeschnitten werden, die den fertigen Film nicht kennen. Und deren Ziel und Aufgabe ist es einfach nur, dich um jeden Preis ins Kino zu bekommen, egal mit welchen Vorstellungen du am Ende in den Film gehst oder wie du diesen findest. Ich behaupte, ihr habt euch zu sehr auf eure Theorie versteift und seid nun natürlich schwer enttäuscht, dass sie sich nicht bewahrheitet hat.
      Und der Film hat nichts Neues probiert? Das sehe ich doch deutlich anders. Zum ersten Mal wendet sich in Star Wars ein Schüler gegen seinen Meister, um dessen Platz einzunehmen und zum ersten Mal ist es der Schüler bzw. die Schülerin die ihren Meister auf den richtigen Weg führen muss. Das kann man gut finden oder auch schlecht finden. Aber es ist auf jeden Fall etwas Neues. Auch wenn es vielleicht nicht das ist, was man erwartet hat.


      ThePrototype schrieb:

      Wenn du vor eine Wahl gestellt wirst ist es auch nicht verwerflich sich für Option C zu entscheiden. Dieses Schwarz/Weiß-Denken und seine Makel sind bekannt und gerade in der Fiktion sind Graustufen mehr als willkommen. Man muss sich ja nur mal One Piece anschauen.
      Zudem ist das Stars Wars Publikum über die Jahrzehnte auch erwachsener geworden und sollte mit etwas komplexeren Themen umgehen können. Junge Zuschauer werden ebenfalls nicht überfordert wenn alles ordentlich aufgebaut ist und nachvollziehbar bleibt. Episode 7 baut die Schwarz/Weiß-Dynamik auf, Episode 8 setzt den Bruch an und Episode 9 schafft etwas neues.
      Nein es ist nicht verwerflich. Aber in Star Wars standen bisher immer nur zwei Optionen zur Verfügung: Hell oder Dunkel. Ich finde es überhaupt nicht schlimm, dass Episode 8 diesen Kurs fortgesetzt hat. Und außerdem gab es auch in diesen Film Graustufen (Benicio del Toro und die Waffenhändler z.B.). Aber auch die anderen Charaktere fallen aus den simplen Schwarz-Weiß-Schema heraus. Vielleicht nicht auf einen Game of Thrones oder House of Cards Niveau, aber sie sind durchaus ambivalenter als noch in der klassischen Trilogie, wo nur Han Solo, Lando Calrissian und Darth Vader in Episode 6 "graustufig" waren.
      Und dass das Star-Wars-Publikum erwachsener geworden ist, sehe ich auch nicht so. Vielmehr ist es gleich geblieben. Es gibt junge, ältere und alte Zuschauer. Und komplexeres Thema? Klar kann man das einbauen, wäre auch vollkommen okay gewesen und niemand wäre überfordert. Aber auch wenn man das nicht gemacht hat finde ich das überhaupt nicht schlimm. Aber wo sind die Grauen Jedi und das Gleichgewicht der Macht den bitte komplexere Themen, als der Kampf von Gut gegen Böse. Letztlich wird die Gut-Böse-Dynamik doch einfach nur zu einer Gleichgewichts-Ungleichgewichts-Dynamik gemacht.

      ThePrototype schrieb:

      Ich kann daran kein wirkliches Problem erkennen außer wenn man persönlich nichts mit dieser Art des Storytellings anfangen kann, aber das ist eben Geschmackssache.
      Wie gesagt, ich sehe keinen Mehrwert für den Film in dieser Art des Storytellings. Die Grauen Jedi hätten diesen Film auch nicht besser gemacht.

      OneBrunou schrieb:

      Kurzum: Eine Trilogie, die das Franchise nicht gebraucht hätte.
      Das trifft es eigentlich ziemlich gut. Auch wenn ich, wie man meinen Aussagen glaube ich ganz gut entnehmen kann, kein Freund der Grauen Jedi-Theorie und finde den Film an sich wirklich gut, nur fühlt es sich irgendwie nicht nach Star Wars an. Zumindest nicht wirklich, es sieht vielmehr nur so aus. Während ich Episode 7 als beinahe einer der besten Star Wars Filme empfinde, wenn man die Starkiller Base außer Acht lässt, so merkt man in Episode 8 schon sehr deutlich: Hier soll eine Kuh gemolken werden, bis sie keine Milch mehr gibt. Der Film ist als Film wirklich gut, aber als Star Wars Film hätte man diese Geschichte nicht gebraucht...
      "Do you know what heroes are? Say there is a chunk of meat. Pirates will have a banquet and eat it. But heroes will share it with other people. I want all the meat!"

      -Monkey D. Ruffy
    • Malakiel schrieb:

      Das Verkaufsargument des Films war nicht Lukes Aussage, sondern der Name: Star Wars.
      Bei allem anderen können wir glaube ich ewig hin und her schreiben und bleiben auf unseren Perspektiven hängen, aber diese Aussage möchte ich nicht so stehen lassen.

      'Star Wars!' war das Verkaufsargument für Episode 7. Keiner der Hauptdarsteller hatte einen großen Namen, von einem Plot war nicht viel zu erkennen und Nostalgie an allen Ecken. Der erste neue Star Wars Film seit über 10 Jahren reichte um Box Office Rekorde zu brechen.
      Bei Episode 8 hat man selber allerdings andere Erwartungen aufgebaut. Und das waren keine Fantheorien sondern gezieltes Werben. Der Cliffhanger mit Luke am Ende von Episode 7, dem Titel "The Last Jedi" und dem Satz "It's Time for the Jedi to end." als Höhepunkt des Trailers sind mehr als nur der Schriftzug 'Star Wars'. Das ist schon der Rahmen für eine handfeste Handlung und keine zusammengereimte Spinnerei. Dementsprechend darf und sollte man auch kritisieren, dass nichts mit dieser Idee angefangen wurde. Nimm alles was mit dem Ende der Jedi zu tun hat aus dem Film raus und es würde der Handlung nichts nehmen. Zur Hölle, der Film wäre wahrscheinlich besser, weil er weniger Längen hätte. Diese, im Endprodukt, kleine Randhandlung zu nehmen und als zentralen Punkt zu bewerben ist eine Frechheit.
      Egal wie viel Luke darüber spricht, dass die Jedi so nicht mehr bestehen dürfen, er zündet den Baum und die Bücher nicht an. Egal ob Rey jetzt auf eigene Faust ihre Ausbildung durchzieht, wenn sie nach den Büchern arbeitet läuft sie den alten Weg weiter. Und vollkommen egal ob man mit del Toros Charakter einen Mann zwischen den Fronten einbaut. Nichts davon entspricht dem was im Vorfeld an Spannung aufgebaut wurde.

      Am Ende bleibt ein Film der im Kern zwei Ideen hat von der keine wirklich zufriedenstellend umgesetzt wird. Ich möchte ihn mögen, weil er definitiv großartiges mitbringt, aber sich selber oft selbst ins Bein schießt.

      @Malakiel
      Das mit den externen Firmen zur Trailer-Produktion ist mir bewusst, aber die Produktionsfirmen schieben denen nicht zufällig ausgewählte Bilder zu. Die wissen was sie wollen und geben das auch dementsprechend weiter. Die Frage, die bleibt ist, warum sie sich nichts trauen und diesen unausgegorenen Käse fabrizieren.
      Und ob das nun das Gesamtbild von Star Wars auf den Kopf stellt oder nicht ist erstmal egal. Denn es wurde weder der klassische Weg noch neue Weg oder gar ein Mittelweg konsequent durchgezogen. Der Film ist verdammt unausgewogen und weiß nicht was er erzählen möchte. Ich bin sogar der Meinung, dass der Film hinter Episode 5 der Beste der Hauptreihe ist und diesem nur wegen seiner Unentschlossenheit unterliegt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von ThePrototype ()

    • Malakiel schrieb:

      Letztendlich wäre der Film genauso ausgegangen, wie er es tatsächlich ist, nur das Luke als Grauer Jedi-Meister gestorben wäre und Rey eine Graue Jedi wäre. Diese Wandlung hätte keinen Mehrwert für den Film.
      Die Handlung von Episode 8 hätte die Thematik der grauen Jedi - wie gesagt, man hätte sie in dem Film nicht mal als solche benennen müssen - mit Sicherheit nicht verändert, doch die Vorzeichen für die kommende, neunte Episode wären gänzlich andere gewesen.

      Nach der Episode 8, wie es sie nun gab, deutet alles darauf hin, dass es am Ende - wieder einmal - einen alles entscheidenden Showdown zwischen Rey, die sich der hellen Seite der Macht verschrieben hat, und Ben, der die dunkle Seite der Macht verkörpert, geben wird, in der das Licht über die Dunkelheit obsiegen wird. Das bringt die Handlung als solche, wie sie nun in der Trilogie etabliert wurde, zwar zu einem konsequenten Ende, das Franchise an sich darf sich aber eben nicht entwickeln. Das ist es, was ich - und ich wage zu behaupten auch @ThePrototype - anprangere.

      Man muss sich einfach mal vor Augen führen, woraus die Erste Ordnung entstanden ist ... Aus den Überresten des Imperiums. Plötzlich war mit Snoke ein neuer, mächtiger Nutzer der dunklen Seite vorhanden, während Ben seinem Großvater nacheiferte und ebenso mächtig wie Darth Vader werden wollte. Der Sieg über das Imperium, der nur mit Gewalt errungen werden konnte, hatte also nur eines zur Folge: Gegengewalt. Bekämpfe Feuer mit Feuer und es breitet sich weiter aus. Auf Dauer ist das einfach kein vernünftiger Lösungsansatz. Es bringt den Kosmos keinen Frieden, viel eher wird - durch die wohl bevorstehende Zerschlagung der Ersten Ordnung - wieder jemand Neues die Bildfläche betreten, der sich die dunkle Seite zu nutze machen will, um Vergeltung zu üben o.Ä. Gewalt erzeugt immer Gegengewalt.

      Und hier käme eben der Ansatz der grauen Jedi ins Spiel. Luke kam zu Beginn zu der Erkenntnis, dass die Jedi nicht länger existieren sollten. Und damit hatte er auch vollkommen recht. Sie sind, ebenso wie die Sith, mit verantwortlich dafür gewesen, dass die Republik überhaupt erst fallen und das Imperium begründet werden konnte. Mit dem bestehenden Kampf zwischen Gut und Böse befinden sich die Mächte der Star Wars Galaxie in einem ständigen Kreislauf, der sich immer wiederholt, jedoch nicht durchbrochen werden kann, da es zwischen beiden Seiten einfach keine, permanente Annäherung gibt.

      In Episode 8 hätte man - durch die Einführung der grauen Jedi durch Luke und folglich auch Rey - für Episode 9 erste Schritte einleiten können, um Rey und Ben letztlich an einem Strang ziehen zu lassen, dem Hass und der Gewalt zu entsagen und einen neuen "Kult" zu begründen, um fortan dafür zu sorgen, dass die Macht tatsächlich ins Gleichgewicht gebracht werden kann.

      Eine solche Entwicklung hätte folglich vielleicht nichts am Ausgang von The Last Jedi verändert, es hätte jedoch den zukünftigen Kurs, für Episode 9 und ggf. darüber hinaus, nachhaltig beeinflussen und in neue Bahnen lenken können. So bleibt alles beim Alten und eine Entwicklung bleibt aus. Star Wars 8 bleibt ein unterhaltsamer Film, bringt das Franchise dadurch aber halt auch ebenso wenig weiter, wie es schon Episode 7 zuvor getan hat. Kann man mögen, dass alles beim Alten bleibt, mir persönlich stinkt das aber doch gewaltig. Da liegt so viel Potenzial und Disney raucht das einfach in ner Pfeife. Es kotzt mich an.
    • ThePrototype schrieb:

      Bei allem anderen können wir glaube ich ewig hin und her schreiben und bleiben auf unseren Perspektiven hängen, aber diese Aussage möchte ich nicht so stehen lassen.
      Ja, das stimmt wohl. Auch wenn solche Grundsatzdiskussionen sehr spannend sind, werden sie in den meisten Fällen nicht sehr zufriedenstellend für alle Beteiligten verlaufen, da man letztlich immer bei seinen Grundsätzen bleiben wird und sich nur schwerlich von anderen Werten überzeugen lässt.

      Trotzdem möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass die Trailer im Regelfall von einem externen Unternehmen produziert werden. Die Verantwortlichen dort kriegen nur ein paar Filmschnipsel zugespielt und sollen daraus einen Trailer machen, der die Leute in die Kinos zieht. Lukes Aussage im Trailer lässt aber sehr wohl auch den Schluss zu, dass er zwar anfänglich der Überzeugung ist, dass die Jedi enden müssen, er aber am Ende dennoch umgestimmt werden kann. So wie es auch am Ende im Film geschehen ist. Und ich finde, dass gerade dieses Handlungselement den Film sehr viel gebracht hat. Luke will, dass die Jedi enden, doch am Ende sieht er ein, dass die Galaxis die Jedi, das Gute, braucht. Wenn Luke Rey zu einer Grauen Jedi gemacht hätte, hätte das auch die ganzen Lehren von Yoda und Obi-Wan in der Original-Trilogie auf den Kopf gestellt. Dort musste Luke ein Jedi werden, um gegen das Böse zu siegen und nun sollen die Jedi ein Teil des Problems sein? Das würde sämtlichen anderen Star-Wars-Filmen doch schon ziemlich deutlich widersprechen und beim erneuten Schauen dieser Film einen faden Beigeschmack hinterlassen, zumindest bei mir...


      OneBrunou schrieb:

      Die Handlung von Episode 8 hätte die Thematik der grauen Jedi - wie gesagt, man hätte sie in dem Film nicht mal als solche benennen müssen - mit Sicherheit nicht verändert, doch die Vorzeichen für die kommende, neunte Episode wären gänzlich andere gewesen.
      Mir geht es nicht um den Namen, sondern um das Prinzip der Grauen Jedi. Sie streben nach einen Ausgleich zwischen heller und dunkler Seite. Sie entscheiden sich weder für das Gute noch für das Böse. Das wäre zwar eine drastische Richtungsänderung, würde dem Franchise aber meiner Meinung nach deutlich an Spannung nehmen. Statt einen Konflikt zwischen zwei grundverschiedenen Werten zu zeigen, gäbe es diese Gegensätze dann nicht mehr. Gerade dieser Konflikt zwischen Freiheit und Tyrannei, Demokratie und Diktatur, Gut und Böse ist es der Star Wars auszeichnet.
      Die Helden werden, wie gesagt, immer wieder vor die Wahl gestellt sich entweder für die helle oder die dunkle Seite der Macht zu entscheiden. Yoda antwortet sogar in Episode IV auf Lukes Frage hin, welche Seite die stärkere sei, dass die dunkle Seite nur verführerischer sei. Die dunkle Seite ist der leichte Weg, der schnelle Weg zu Ziel und Erfolg. Und Aufgabe des Heldens ist es gerade, diesen Weg nicht zu gehen, sondern den langen, den schweren Weg zu gehen. Dieses Schema hat Star Wars schon immer ausgezeichnet. Und ich finde, dass Episode VIII diesen Konflikt sehr gut weiter fortführt.

      OneBrunou schrieb:

      Nach der Episode 8, wie es sie nun gab, deutet alles darauf hin, dass es am Ende - wieder einmal - einen alles entscheidenden Showdown zwischen Rey, die sich der hellen Seite der Macht verschrieben hat, und Ben, der die dunkle Seite der Macht verkörpert, geben wird, in der das Licht über die Dunkelheit obsiegen wird. Das bringt die Handlung als solche, wie sie nun in der Trilogie etabliert wurde, zwar zu einem konsequenten Ende, das Franchise an sich darf sich aber eben nicht entwickeln. Das ist es, was ich - und ich wage zu behaupten auch @ThePrototype - anprangere.
      Nur wäre das Gleichgewicht zwischen heller und dunkler Seite wirklich eine Weiterentwicklung? Ich meine letztendlich würde Rey einfach nur für das Gleichgewicht, anstatt für die helle Seite der Macht kämpfen. Aber wo ist dann der Unterschied? In beiden Fällen würde sie vielleicht in Episode IX trotzdem versuchen Ben zu retten und dieser wird sich entweder überzeugen lassen und sich ihr anschließen oder im Endkampf sterben. Das Franchise würde sich auch in diesen Fall nicht wirklich weiterentwickeln. Wir hätten weiterhin die gleiche Thematik, nur das die Guten nun für das Gleichgewicht kämpfen, das Ganz Gute jetzt Teil des Problems wäre und die Bösen weiterhin böse sein werden. Eine Weiterentwicklung sehe ich da nicht. Vielmehr eine unnötige Verschiebung der Thematik hin zum Gleichgewicht, zum Ausgleich, zum Konsens. Keiner, außer den Bösen, würde dann noch für seine Werte eintreten und die Guten würden vielmehr versuchen, zu vermitteln, anstatt für ihre Überzeugungen zu kämpfen. Da sehe ich nicht als Gewinn für Star Wars an.

      OneBrunou schrieb:

      Man muss sich einfach mal vor Augen führen, woraus die Erste Ordnung entstanden ist ... Aus den Überresten des Imperiums. Plötzlich war mit Snoke ein neuer, mächtiger Nutzer der dunklen Seite vorhanden, während Ben seinem Großvater nacheiferte und ebenso mächtig wie Darth Vader werden wollte. Der Sieg über das Imperium, der nur mit Gewalt errungen werden konnte, hatte also nur eines zur Folge: Gegengewalt. Bekämpfe Feuer mit Feuer und es breitet sich weiter aus. Auf Dauer ist das einfach kein vernünftiger Lösungsansatz. Es bringt den Kosmos keinen Frieden, viel eher wird - durch die wohl bevorstehende Zerschlagung der Ersten Ordnung - wieder jemand Neues die Bildfläche betreten, der sich die dunkle Seite zu nutze machen will, um Vergeltung zu üben o.Ä. Gewalt erzeugt immer Gegengewalt.
      Das kann man so sehen. Und tätsächlich wäre ein Gleichgewicht eine Lösung des Problems. Aber eine andere Lösung kann auch sein, dass man sich zu seinen Werten bekennt und das Gute in der Galaxis verbreitet. Die dunkle Seite der Macht ist eine Metapher für alle Menschen, die sich für den leichten, verführerischen, rücksichtslosen Weg entscheiden. Und darin liegt das Problem der Galaxis (und das Problem der Menschheit nebenbei auch). Es gibt nunmal diesen Weg und jeder kann ihn wählen, aber die Star Wars Filme appelieren an uns, diesen Weg nicht zu gehen, sondern dagegen zu kämpfen. Es mag kompromisslos sein, wenn ich hier fordere, man solle nicht auf seine Gegner zu gehen, aber das ist auch gar nicht was ich meine. Die dunkle Seite ist eine Symbol für das abscheulichste und niederträchtiges Böse in der Galaxis und eine Metapher dessen in unserer Welt. Ich, und ich glaube auch die Star Wars Filme, fordern deshalb, dass man sich gegen dieses Böse zur Wehr setzt und dagegen eintritt. Man kann sich zwar durchaus fragen, ob es erforderlich ist, wenn die Guten dafür ihre Gegner töten, aber man muss bedenken, Star Wars ist immer noch ein Film und soll auch irgendwie noch unterhalten. Und das tut der Tod auf der Kinoleinwand leider irgendwie. Hinterfragen kann man das schon... Ob es aber ein vernünftiger Lösungsansatz ist, nicht mehr für die helle Seite, das Gute, zu kämpfen, weil sich das Böse immer wieder erhebt und sich stattdessen damit abzufinden, dass das Böse nunmal da ist und diesem die Hand zu reichen, wage ich doch stark zu bezweifeln. Ich will damit, wie gesagt, nicht sagen, dass man seinen Gegner nicht die Hand reichen sollte, sondern ich will damit sagen, dass man sich nicht mit Egoismus, Totalitärismus etc. und allen grausamen und schlechten Erfindungen, die die Menschheit hervorgebracht, anfreunden soll bzw. das die Botschaft der Filme ist. Steht ein für Gerechtigkeit und erhebt euch gegen die Ungerechtigkeit, dass ist es, was Star Wars uns erzählt.

      OneBrunou schrieb:

      Und hier käme eben der Ansatz der grauen Jedi ins Spiel. Luke kam zu Beginn zu der Erkenntnis, dass die Jedi nicht länger existieren sollten. Und damit hatte er auch vollkommen recht. Sie sind, ebenso wie die Sith, mit verantwortlich dafür gewesen, dass die Republik überhaupt erst fallen und das Imperium begründet werden konnte. Mit dem bestehenden Kampf zwischen Gut und Böse befinden sich die Mächte der Star Wars Galaxie in einem ständigen Kreislauf, der sich immer wiederholt, jedoch nicht durchbrochen werden kann, da es zwischen beiden Seiten einfach keine, permanente Annäherung gibt.
      Ich bezweifle sehr stark, dass dieser Kreislauf der Gewalt, der ja erst durch die dunkle Seite provoziert wurde, dadurch durchbrochen werden kann, dass man auf diese Seite zugeht. Natürlich sollten Konflikte in unserer Welt auf diese Art und Weise gelöst werden, aber ich denke, man muss die Anwender der dunklen bzw. hellen Seite der Macht als Metapher für bestimmte Werte (Frieden/Krieg, Gerechtigkeit/Ungerechtigkeit, Egoismus/selbstlosigkeit, Machthunger/was auch immer das Gegenteil davon...) und die Botschaft der Filme ist, wie gesagt, dass man sich gegen solche schlechten Werte entscheiden soll und stattdessen einen anderen Weg, den der guten Werte, einschlagen sollte. Diesen Werten die Hand zu reichen und sie zu akzeptieren, halte ich für die falsche Botschaft. Ich möchte hier auch nochmal auf Obi-Wans Aussage aus Episode IV eingehen. Damals sagte er, dass die Jedi Hüter des Friedens und der Gerechtigkeit in der Alten Republik waren. Und auch in den Prequels traten die Jedi als Diplomaten auf, die nur zur Waffe griffen, damit die Filme actionlastiger wurden, was aber wirklich nicht schlimm ist und auch vollkommen vertretbar, schließlich sind es Filme. Aber worauf ich hinaus will, ist dass wenn die Jedi für Frieden und Gerechtigkeit eintreten die Sith im Umkehrschluss für Krieg (iSv militärischer Vormachtstellung) und Ungerechtigkeit (iSv "Das Recht des Stärkeren") stehen. All das sind Vorstellungen, die man zum Glück überwunden hat bzw. die man überwinden sollte. Insofern sehe ich nicht, dass der Kreislauf der Gewalt auch die Schuld der Jedi ist, sondern vielmehr ist er Resultat der Schwäche der Sith (und damit aller böser Menschen), die sich nicht für den richtigen Weg entscheiden konnten.

      OneBrunou schrieb:

      In Episode 8 hätte man - durch die Einführung der grauen Jedi durch Luke und folglich auch Rey - für Episode 9 erste Schritte einleiten können, um Rey und Ben letztlich an einem Strang ziehen zu lassen, dem Hass und der Gewalt zu entsagen und einen neuen "Kult" zu begründen, um fortan dafür zu sorgen, dass die Macht tatsächlich ins Gleichgewicht gebracht werden kann.
      Rey und Ben können immer noch an einen Strang ziehen. Auch wenn ich das für unwahrscheinlich halte. Zugegeben, wenn Rey zu Ben gesagt hätte, es ist okay, dass du dich zur dunklen Seite bekannt hast, könnte man den Konflikt schnell beilegen. Aber zu welchen Preis? Letzen Endes würde das Böse in der Galaxis salonfähig werden und gerade das gilt es doch zu verhindern. Ich wiederhole gerne nochmal, ich fordere niemanden dazu auf, seinen Gegenüber in dieser Welt nicht die Hand zu geben und auf in zuzugehen, ganz im Gegenteil sogar, ich fordere aber dazu auf, dass man absolut verachtenswerten Vorstellungen den Kampf ansagt und ich glaube auch, dass das die Intention und Botschaft der Star Wars Filme ist.


      OneBrunou schrieb:

      Eine solche Entwicklung hätte folglich vielleicht nichts am Ausgang von The Last Jedi verändert, es hätte jedoch den zukünftigen Kurs, für Episode 9 und ggf. darüber hinaus, nachhaltig beeinflussen und in neue Bahnen lenken können. So bleibt alles beim Alten und eine Entwicklung bleibt aus. Star Wars 8 bleibt ein unterhaltsamer Film, bringt das Franchise dadurch aber halt auch ebenso wenig weiter, wie es schon Episode 7 zuvor getan hat. Kann man mögen, dass alles beim Alten bleibt, mir persönlich stinkt das aber doch gewaltig. Da liegt so viel Potenzial und Disney raucht das einfach in ner Pfeife. Es kotzt mich an.
      Genau die Entwicklung hätte nichts am Film geändert, aber mMn auch keine neuen Weichen für Episode IX gestellt. Vielmehr hätte die Thematik alles nur unnötig verkompliziert, weil nun plötzlich die Jedi nicht mehr die Guten sind, sondern das Gleichgewicht zwischen hell und dunkel das Ziel wäre. Kylo Ren würde dann halt gegen die Gleichgewicht kämpfen, aber gewonnen wäre nichts. Auch Gegner dieses Gleichgewichts werden sich wieder erheben und dagegen kämpfen.
      Vielleicht wäre die Thematik um die Grauen Jedi eine klasse Idee für einen Anthology-Film, zumindest besser als Vorgeschichten etc.
      Hat Disney nun Potential verschenkt? Ja, dass auf jeden Fall. Das EU bietet eine Vielzahl ein richtig guten Geschichten (ich sag nur Thrawn-Trilogie) und als man das bisherige EU verworfen hatte, hätte man sich durchaus daran bedienen können. Ja, Episode VIII entwickelt das Franchise nicht weiter und das ist wirklich verwerflich. Aber auch das Streben nach einem Gleichgewicht der Macht hätte mMn keine Entwicklung hervorgerufen, sondern nur die Thematik verschoben.
      "Do you know what heroes are? Say there is a chunk of meat. Pirates will have a banquet and eat it. But heroes will share it with other people. I want all the meat!"

      -Monkey D. Ruffy
    • Malakiel schrieb:

      Die Helden werden, wie gesagt, immer wieder vor die Wahl gestellt sich entweder für die helle oder die dunkle Seite der Macht zu entscheiden. Yoda antwortet sogar in Episode IV auf Lukes Frage hin, welche Seite die stärkere sei, dass die dunkle Seite nur verführerischer sei. Die dunkle Seite ist der leichte Weg, der schnelle Weg zu Ziel und Erfolg. Und Aufgabe des Heldens ist es gerade, diesen Weg nicht zu gehen, sondern den langen, den schweren Weg zu gehen. Dieses Schema hat Star Wars schon immer ausgezeichnet. Und ich finde, dass Episode VIII diesen Konflikt sehr gut weiter fortführt.
      Ich glaube, in diesem Absatz ist eine Meinungsverschiedenheit der Fans über die helle Seite, oder das Gute, versteckt. Ich denke, dass die meisten Vertreter der 'grauen Jedi' diese als die tatsächlich Guten betrachten. Nehmen wir als Beispiel einen Moment in Episode VIII.

      Spoiler anzeigen
      Kylo bittet Rey darum, sich mit ihm zu verbünden. Rey lehnt schliesslich ab. Ihr Plan, Kylo auf die helle Seite zurückzuführen scheitert (vorerst). Sie weist Kylo zurück, weil er für sie zu sehr in der dunklen Seite steckt.
      Für mich wählt Rey hier gerade den einfachen Weg. Sie weist einen Menschen, in dem Dunkelheit steckt, zurück, anstatt ihm zu helfen. Der schwierige Weg wäre hier, mit Kylo zu reden. Bei ihm zu bleiben, ihn verstehen zu wollen und ihm mit dieser Dunkelheit zu helfen. Reys strenge Zurückweisung, die du als ihre Entscheidung für die helle Seite zu verstehen scheinst, ist für mich eine radikalisierte Verherrlichung einer Idee des Lichts, des Guten, welche die Essenz des Guten völlig verliert.


      In der Spoilerbox sind zwei sehr verschiedene Interpretationen des 'Guten' versteckt. Meiner Ansicht nach war Reys Entscheidung eine Niederlage für die helle Seite. Diese Niederlage war natürlich notwendig, weil der Spannungsbogen dann nicht mehr für eine Trilogie gereicht hätte. Ich finde aber nicht, dass die Idee einer Umorientierung der Jedi (was mit dem Ende der Jedi gemeint sein könnte) das Konzept von Gut vs. Böse in Star Wars verlässt. Vielmehr gesteht man sich damit die Probleme des alten Jedi-Ordens ein, die ja auch zu dessen Niedergang geführt hatten.


      Passend dazu gab es vor kurzem auch eine Stellungnahme von Rian Johnson auf Twitter. Er wurde darauf angesprochen, wie kontrovers der Film aufgenommen wird. Seine Antwort war, dass er glaube, dass wir diese Diskussion führen sollten, ob Star Wars sich weiterentwickeln müsse und, wenn ja, wie es sich verändern solle. Wie man vermutlich aus meinem Kommentar hier herauslesen kann, bin ich eher ein Befürworter eines sehr neuen, anderen, zeitgemässeren Jedi-Ordens, wie es einige andere hier auch zu wünschen scheinen. Das konnte in diesem Film noch nicht passieren, weil es der zweite Film einer Trilogie war. Persönlich sehe ich J.J.Abrams aber nicht als den Regisseur, der einen solchen Film machen würde. Seine eigene Vorstellung, wohin Star Wars gehen soll, ist da vermutlich eine sehr andere als meine.


      Edit: Jetzt habe ich das wichtigste fast vergessen. Der Soundtrack hat mich in manchen Momenten so richtig weggehauen. Genauer gibt es eine Passage im Film, wo John Williams das uralte Thema der 'TIE Fighter escape' aus Episode IV wieder aufgreift, aber in der besten Form, wie er es je gebracht hat. Mir ist da zum ersten Mal aufgefallen, wie erkennbar dieses Thema eigentlich ist (obwohl es viel seltener erwähnt wird als der imperiale Marsch oder Binary sunset).
      Hello, I'm Mathemagica, the man who will become pirate king.
    • Erstmal wünsche ich allen frohe Weihnachten :D

      Ich möchte gerne einmal darlegen, warum ich eigentlich ein solcher Gegner der Grauen-Jedi-Theorie bin.

      Beginnen wir mit der dunklen Seite der Macht. Die Sith nutzen die dunkle Seite der Macht und aus den Sith erwuchsen das Imperium, die Erste Ordnung und die Ritter von Ren. Mithin verfolgen alle Anhänger der dunklen Seite der Macht eine zumindest ähnliche Ideologie. Der Aufstieg des Imperiums in den Episoden I bis III erinnert nicht umsonst an den Aufstieg der Nationalsozialisten. Palpatine Aussage ("Ich bin der Senat") ist angelehnt an Ludwig den XIV. (Das Volk, das bin ich) und auch Anakins Aussage ("Wenn ihr nicht für mich seid, seid ihr gegen mich") ist angelehnt an einen Satz den George W. Bush im Irakkrieg gesagt hat. Ganz allgemein ist das Imperium ein totalitäres und chauvinistisches Regime. Als solches ist es ein Ergebnis der Ideologie der Sith und auch die Erste Ordnung bzw. die Ritter von Ren verstehen sich als Nachfolger dieser Ideologie und haben sie übernommen. Die Nutzer der dunklen Seite der Macht sind das absolute Böse. Sie vertreten Vorstellungen und Werte die absolut unvereinbar mit allen Werten der hellen Seite der Macht, zu diesen komme ich im nächsten Absatz, sind. Vor allem aber vertreten sie Werte und Vorstellungen, die auch alle Menschen ablehnen sollten. Das heißt nicht, dass die Motive der Anhänger solcher Ideologien nicht nachvollziehbar wären, aber dennoch gehört es sich, gegen solche Ideologien einzustehen. Nicht mit Gewalt oder Geschrei, sondern mit den Wegen des Diskurses, aber trotzdem appelieren die Filme an uns, gerade das zutun.

      Die helle Seite der Macht ist gegenüber der dunklen Seite das absolute Gegenpol. Es gibt in diesem Sinne keinen Radikalismus des Guten, wie @Mathemagica geschrieben hat, da Radikalismus und Extremismus Teile der dunklen Seite sind (Obi-Wan: "Nur ein Sith kennt nichts als Extreme."). Gerade die helle Seite der Macht steht für Ausgeglichenheit und Bereitschaft zum Diskurs. Sie lehnt Gewalt grundsätzlich ab. Natürlich töten aber auch die Jedi ihre Gegner und Luke sollte eigentlich nicht für die Zerstörung des Todessterns gefeiert werden (Ich meine wieviele Menschen hat er damit getötet?). Aber das ist allein der Tatsache anzulasten, dass es sich bei Star Wars um einen Film handelt. Niemand würde sich doch freiwillig angucken, wie Yoda und Palpatine im Senat über ihre Weltanschauungen diskutieren würden. Wir Zuschauer wollen doch gerade packende Lichtschwertduelle und Raumschlachten sehen. Und das ist auch vollkommen in Ordnung.

      Ich verstehe schon durchaus, wie ihr das mit dem Gleichgewicht meint. Und natürlich gibt es in der Realität nur grau und kein schwarz/weiß. Auch wäre es wünschenswert, wenn niemand in unserer Welt den Anspruch erheben würde, für das Gute zu kämpfen, und sich stattdessen seinem Gegenüber im Diskurs annähern würde. Aber ich denke, man muss Star Wars, insbesondere die helle und die dunkle Seite, da deutlich metaphorischer sehen. In diesem Sinne kann es keine Annäherung von heller und dunkler Seite geben, da es im Umkehrschluss bedeuten würde, dass man sich mit Totalitarismus, Chauvinismus, Rassimus etc. arrangieren würde, anstatt dagegen einzustehen. Es kann und darf in Star Wars keine dritte Option geben, die Helden müssen für das Gute kämpfen und die Zuschauer dazu auffordern, dass ebenfalls zutun. Wie gesagt, das Gute enthält bereits die Bereitschaft zum Diskurs und kann nicht radikal oder extremistisch sein. Die Werte und Vorstellungen der dunklen Seite sind auf keinen Fall vereinbar mit denen der hellen Seite. Sie sind das absolute Gegenteil voneinander, wobei aber die helle Seite nur das Positive verkörpert und die dunkle nur das Negative.

      Aber warum sollte man nun Star Wars eigentlich so metaphorisch sehen?
      1. Star Wars ist ein Märchen. Märchen zeichnen sich gerade dadurch aus, dass sie ihre Lehrbotschaften durch z.B. Metaphern vermitteln.
      2. Star Wars ist ein Film. Ein Film will unterhalten, er will die Leute in die Kinos und aus dem Alltag ziehen. Gerade deshalb sollte man den Krieg in der Galaxis vielmehr als Metapher für einen Kampf zwischen den Ideologien sehen. Man sollte aber nicht dem Irrglauben unterliegen, man wüsste was das Gute ist oder noch schlimmer, man wüsste wer die Bösen in der Realität sind. So etwas gibt es nur bei Star Wars.
      3. Star Wars ist Kunst. Künstler versuchen uns ihre Ideen, Werte und Vorstellungen immer nur mittelbar zu vermitteln. Und Star Wars will uns halt vermitteln, auch unter widrigsten Umständen für das Gute einzustehen.
      "Do you know what heroes are? Say there is a chunk of meat. Pirates will have a banquet and eat it. But heroes will share it with other people. I want all the meat!"

      -Monkey D. Ruffy

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    • @Malakiel
      Hätte es Episode 8 nicht so gegeben, wie es sie nun eben gegeben hat, würde ich dir durchaus zustimmen. Doch diesbezüglich weckt der bisherige Verlauf - und die bisherige Charakterisierung von Ben und Rey - eben einfach vollkommen andere Erwartungen. Eine Annäherung beider Seiten der Macht schien nie greifbarer zu sein, als es aktuell der Fall ist.

      • In Episode 7 spürte Ben immer wieder den Sog zur hellen Seite, weswegen er Han überhaupt erst tötete. In der Hoffnung er würde damit das "Gute" in sich selbst endgültig auslöschen.
      • In Episode 8 jedoch zögerte er Leia zu töten, nahm sie letztlich auch gar nicht selbst unter Beschuss. Hier wurde wieder einmal deutlich: Ben hat sich noch immer nicht vollends der dunklen Seite hingegeben.
      • Auch schien Luke, der übereifrig versuchen wollte ihn im Schlaf zu töten, an seinem Wandel nicht ganz unschuldig gewesen zu sein, was wohl auch mit dazu beiträgt, dass Ben noch immer gewisse Tendenzen zur hellen Seite aufzeigt, wenngleich er sich mehr und mehr der dunklen Seite hingibt.
      • Auf der anderen Seite haben wir Rey, die zwar die helle Seite verkörpert, aber eben - in ihrem Eifer - sich der Macht zunächst vollends hingegeben hat. Nicht nur der hellen, sondern auch der dunklen Seite (weswegen Luke ja auch zunächst noch panisch reagierte). Letztlich verschrieb sie sich jedoch der hellen Seite.
      Die Grenzen zwischen der hellen und der dunklen Seite verschwimmen derzeit - eigentlich - auf beiden Seiten immer mehr. Personifiziert durch Reys Übereifer und Neugier, sowie Ben's Unentschlossenheit. Das Problem ist nur, dass man das eben nicht entsprechend nutzt. Diese Unsicherheiten, die beide - auf gewisse Weise - zu verspüren scheinen, werden letztlich lediglich dafür genutzt, um sie sich doch "einfach nur" zu ihrer jeweiligen, präferierten Seite bekennen zu lassen. Wo ich mich halt persönlich frage, wozu man dann dieses ganze Tamtam um ihre Unentschlossenheit, ihren Eifer und ihre Neugier einbringt, wenn man eben doch nicht vor hat beide letztlich an einem gemeinsamen Strang, mit einem neuen "Kult", ziehen zu lassen? Was soll das alles also? Wenn man nichts dergleichen vor hat, wozu dann dieses ständige Geteaser? Das ist für mich eben auch der größte Kritikpunkt an dem Film: Er spielt mit den Erwartungen des Zuschauers und schürt falsche Hoffnungen auf einen Wandel, den es aber so wohl nie geben wird. Ich persönlich fühle mich daher auch immer mehr ziemlich verarscht, was dann schnell in entsprechenden Unmut überschwenkt.
      Wären die Rollen wirklich absolut klar und unbestritten festgelegt, dann würden wir diese ganze Debatte um die "grauen Jedi" ja auch überhaupt nicht führen. Dem ist aber nicht so, weil Disney mit den Erwartungen der Zuschauer spielt und dadurch bewusst für Kontroversen sorgt.

      Manchem mag es gefallen, dass es letztlich doch wieder so kommen dürfte, wie es immer schon war. Mir persönlich missfällt das aber grundsätzlich, weil man da einfach unendlich viel Potenzial - das man dem Zuschauer zunächst noch ganz bewusst ins Gesicht gepfeffert hat - sinnlos verstreichen lässt und dem Zuschauer dadurch ganz bewusst falsche Hoffnungen auf einen notwendigen Wandel des Franchise macht. Notwendig deswegen, weil es ansonsten eben doch wieder nur dasselbe Lied ist, das wir schon über zwei andere Trilogien hinweg gehört haben. Eine Dritte hätte es - in dieser klischeebehafteten Variante vom "Gut vs Böse" Konzept - aber eigentlich gar nicht mehr gebraucht. Man hat hier die Möglichkeit das Ganze auf einer wesentlich persönlicheren, bodenständigeren Ebene zu beleuchten und mit Rey und Ben, als manifestierte helle bzw. dunkle Seite, eben auch zwei Vertreter, die beide Unschlüssigkeiten durchschimmern ließen und folglich auch einen Draht zueinander aufbauen könnten, um einander - persönlich - richtig zu verstehen und untereinander eben für "Gleichgewicht" zu sorgen, statt sich am Ende doch wieder bis aufs Blut zu bekämpfen.

      Wie ich in einem vorangegangenen Beitrag bereits abschließend gesagt habe: Stand jetzt entwickelt sich die neue Trilogie zunehmends zu einer Trilogie, die das Franchise überhaupt nicht mehr gebraucht hätte. Weil alles gleich bleibt und sich nichts verändert. Das sähe folglich anders aus, hätte man dem Franchise nun endlich die Möglichkeit gegeben eine notwendige Entwicklung zu vollziehen. Tut man allerdings nicht. Und dieser fehlende Mut für Neues, seitens Disney, kotzt mich einfach - in Kombination mit den falschen Erwartungen, die man vorab bewusst weckte - nur an.
    • Ich glaube, wir sind uns in vielen Punkten einig. Das einzige, womit ich ein grosses Problem habe ist die Idee, dass man das Gute durch extremes Gruppendenken, Hilfeverweigerung und gewaltsamen Krieg darstellen kann oder sogar muss, weil es ein Film ist. Hier geht die Metapher schlicht und einfach verloren. Das ist für mich auch der einfache Weg, wo man nicht ernsthaft versucht, die Essenz der hellen Seite klar, interessant und unterhaltsam hinüberzubringen.
      Natürlich ist es beim aktuellen Erfahrungsschatz der westlichen Filmszene wesentlich schwieriger das Gute spannend darzustellen, als einen grossen Lichtschwertkampf oder eine bombastische Raumschlacht zu drehen. Dann lässt man zu, dass das Gute im Film durch sein genaues Gegenteil verkörpert wird. Da kann man nicht einfach sagen, dass müsse so sein, weil es ein Film sei, und sich damit zufrieden geben.

      Du bringst das Beispiel, dass die Zuschauer sich nicht anschauen möchten, wie Yoda und Palpatine ihre Ideen im Gespräch diskutieren, @Malakiel. Ich kann einerseits sagen, dass mich das extrem interessieren würde, andererseits scheinen viele Leute die Szene im Thronsaal in Episode VI genau wegen den Dialogen so zu lieben und da versucht Luke gerade zu Vader durchzudringen. Auch in anderen Serien, wie Game of Thrones, werden die politischen Dialoge, die durchaus in eine ähnliche Richtung gehen, gelobt. Ich denke nicht, dass die Leute sich das nicht anschauen wollen. Es muss nur gut gemacht sein und Dialoge, in denen Ideologien aufeinandertreffen, sind nunmal schwieriger als Actionszenen. (Muss ja auch nicht heissen, dass man alle Lichtschwertkämpfe streichen muss. Episode VI hat das zum Beispiel ziemlich gut gemacht.)


      In dem Sinne: Frohe Weihnachten.
      Hello, I'm Mathemagica, the man who will become pirate king.
    • @OneBrunou und @Mathemagica

      Ich sehe das leider nicht so, dass ein Annäherung der beiden Seiten der Macht in den Trailern angeteasert wurde. Zumindest habe ich die Szenen diesbezüglich in den Trailern nie so gesehen. Für mich sieht der bisherige Verlauf eher danach aus, dass Rey einfach versucht, sich für eine Seite zu entscheiden, sich dabei aber, anders als Luke in der klassischen Trilogie, deutlich schwerer tut. Genauso ist Ben halt nicht einfach Böse, sondern sein Zögern, endgültig auf die dunkle Seite der Macht zu wechseln, wird genutzt, um ihn als Antagonisten aufzubauen. Er fühlt sich verraten und eifert seinem Großvater nach. Aber mir geht es gar nicht darum, was für ein Potential der Film bzw. die ganze neue Trilogie verschenkt oder nicht verschenkt. Auch will ich gar nicht behaupten, dass die Trailer keine bestimmten Erwartungen geweckt haben könnten bzw. dich/euch von der Kritik daran abhalten, dass man hier, zumindest bei einer bestimmten Menge an Fans, bestimmte Erwartungen geweckt hat, die man dann aber nicht eingehalten hat.

      Mir geht es vielmehr um das Prinzip vom Gleichgewicht der Macht. Dieses lehne ich, aus den oben genannten Gründen, ab. Und deshalb war ich auch nie ein Anhänger der "Grauen-Jedi-Theorie". Ich fände es persönlich auch nicht wirklich gut, wenn sich der Handlanger des Antagonisten erneut mit dem Protagonisten im Finale gegen den Oberbösewicht verbündet hätte. Das hatten wir nämlich schon mal. Aktuell hat man einen neuen Weg eingeschlagen und baut mit Kylo Ren einen Antagonisten auf, der nicht einfach nur böse ist, weil er böse ist, sondern wirklich eine nachvollziehbare Motivation hat, sich einer solch radikalen Ideologie, wie es die dunkle Seite nunmal ist, zu unterwerfen. Gerade Hilflosigkeit und Angst führen dazu, dass sich Menschen solchen Ideologien hingeben, die einfache Antworten versprechen. Und Reys Weigerung, Kylo Ren die Hand zu reichen, sehe ich daher auch nicht als einen Akt der Hilfeverweigerung, sondern als eine Geste der Ablehnung seiner Ideologie, nur halt auf metaphorischer Ebene. Wir brauchen nicht darüber streiten, dass man natürlich eigentlich immer versuchen sollte, mit den anderen zu reden und besonders den Hilflosen und Verängstigten helfen sollte, gerade um eine solche Radikalisierung zu verhindern. Aber Star Wars ist nunmal ein Blockbuster und soll unterhalten. Solch komplexe Themen da einzuarbeiten, würde den Grundcharakter von Star Wars (Der Kampf von Gut gegen Böse) widersprechen. In diesem Sinne denke ich, dass man auch z.B. die Raumschlachten mit unzähligen Toten nicht als versteckte Rechtfertigung für die Guten sehen darf, die Bösen zu töten. Vielmehr muss man diese Bilder als Metapher für einen Kampf der Ideologien sehen, zumindest sehe ich das so. Ein Film muss nicht alles zeigen, der Zuschauer darf sich auch etwas dazu denken und soll das sogar. Und ich denke, es sollte klar sein, dass es natürlich nicht in Ordnung ist, wenn jemand haufenweise Menschen tötet, die anderer Meinung sind. Trotzdem dürfen es die Guten in einen Film, weil sie halt nicht alle Aspekte des Gutseins ausfüllen müssen, die ein Mensch tatsächlich ausfüllen sollte.

      Game of Thrones ist ein sehr schönes Beispiel. Aber GoT ist im Gegensatz zu Star Wars ja gerade dadurch gekennzeichnet, dass die Welt grau ist. Bei GoT gibt es, vlt. bis auf die Weißen Wanderen, keinen wirklich bösen Charakter. Soll heißen, GoT zeigt uns Charaktere, die versuchen sich durch zu schlagen durch eine grausame Welt. Obwohl es Fantasy ist, ist GoT dabei aber deutlich näher an der Realität als Star Wars es jemals war. (Mal ganz abgesehen davon, dass SW Science Fiction ist natürlich, darauf wollte ich nicht hinaus!). Mir geht es um die Charakterzeichnung. Soll nicht heißen, dass die Charaktere bei Star Wars nicht nachvollziehbar handeln, besonders die Bösewichte nicht, aber ich will damit sagen, das SW seine Botschaft halt versucht auf einer deutlich metaphorischeren Ebene zu vermitteln. Und diese Botschaft ist halt nunmal sehr einfach und für jeden verständlich: Tretet ein für das Gute. Was das Gute (und das Böse) nun eigentlich sind lässt man dabei aber weitesgehend offen. Es wird nur am Rande skizziert, dass Faschismus, Rassismus, Chauvinismus, Radikalismus, Extremismus, und etc. halt doch eher böse sind und Demokratie, Freiheit etc. halt doch eher gut. Obwohl in den Filmen am laufenden Band Faschisten, Rassisten, Chauvinisten, Radikale und Extremisten getötet werden, so soll die Botschaft der Filme natürlich nicht sein, dass das gerechtfertigt ist. Vielmehr finde ich sollte man z.B. die Zerstörung des Todessterns nicht bildlich als Massenmord sehen, sondern metaphorisch als Sieg der Freiheit und Demokratie, über den Totalitarismus. Wenn man das aber so metaphorisch sieht, wie ich es sehe, kann sich Rey gar nicht für die dunkle Seite entscheiden, weil das deren Faschismus, Rassismus, Chauvinismus, Radikalismus , Extremismus etc. quasi salonfähig machen würde. Und sie darf natürlich nicht mit Kylo zusammen auf die graue Seite der Macht wechseln, da sie dann zwar nicht seinen Faschismus, Rassismus, Chauvinismus, Radikalismus, Extremismus etc. annehmen würde, aber sie würde dennoch Freiheit und Demokratie aufgeben, da sie die helle Seite verlassen würde. Das ist mein Problem mit den Grauen Jedi bzw. dem Gleichgewichtsprinzip.
      "Do you know what heroes are? Say there is a chunk of meat. Pirates will have a banquet and eat it. But heroes will share it with other people. I want all the meat!"

      -Monkey D. Ruffy
    • Eine Erschütterung der Macht in der Fan-Gemeinde...

      Sowas haben wir glaube ich noch nie erlebt. Noch nichtmal bei Episode 1 kann man von einer ähnlichen Reaktion sprechen, da es 1999 einfach noch keine Internetkultur wie heute gab und sich deswegen auch sehr viele Meinungen von allerlei Fans niemals allgemeines Gehör verschaffen konnten. Der "Hass" gegen Episode 1 hat sich erst still und heimlich innerhalb von hochgradig nerdigen, altertümlichen Internetforen der Spät-Neunziger breit gemacht, bis er dann viele Jahre später erst die breite Masse erreicht hat.

      Ich finde es einfach erstaunlich und schon fast historisch anzusehen, wie die Fans auf Episode 8 reagieren. Auch wenn der Film jetzt erst ein paar Tage draußen ist spricht die Stimme der Fans wohl eindeutig ein und dasselbe.

      WAS WAR DENN DA LOS DISNEY!?!?

      Wirklich amüsant finde ich hier den aktuellen RottenTomatoe-Score, welcher mit 55% User-Score einfach nicht von der Hand zu weisen ist und eine eindeutige Stimmung wiederspiegelt.
      (Übrigens wird er damit auf eine Stufe mit Episode 1 gehoben. Der Unterschied ist nur, dass die Kritiker das hier genauso sehen...)

      Ich selbst habe bewusst erstmal Abstand vom Internet gesucht, weil ich nach dem Kino-Besuch so perplex war und selbst noch gar nicht sagen konnte, ob ich den Film denn nun gut oder schlecht fand.
      Bis ich meine eigene Review zu dem Film im Kasten hatte, wollte ich keinerlei andere Meinung von irgendjemanden hören, da die Chance einer Beeinflussung einfach zu groß war.
      Auch hier habe ich mich erstmal bewusst im Board rausgenommen und wollte das erlebte ersteinmal ein wenig Sacken lassen. Soll sich die erste Verwirrung in Gewissheit wandeln und die erste Wut und Euphorie wieder legen, damit man den Film nüchtern betrachten kann.

      Lasst uns direkt mal eine klare Sprache sprechen: er ist nicht so schlimm wie Episode 1.
      Jemand der diesen Film schlimmer als Episode 1 (oder genauso) einstuft hat den Schuß nicht gehört.
      ABER, und das ist eben auch nicht von der Hand zu weisen, der Film ist auch nicht besonders gut und nicht annhähernd so gut wie Episode 5.

      Der Film vereint wirklich sehr starke und große Momente mit anderen Momenten die gequirrlte Scheiße sind.
      Dabei rausgekommen ist ein mittelmäßiger Film. Nicht mehr, und nicht weniger.

      Ich möchte jetzt nicht alles wieder fein säuberlich ausklamüsern und nur das wiederholen was meine Vorposter auch schon geschrieben haben.

      Man kann sich jetzt stundenlang über die vielen Logiklücken die der Film hat aufregen oder sich genauso in die Hand onanieren wegen der paar Momente die wirklich gezündet haben im Film und Badass waren. Das macht den Film für sich allein stehend einfach zu einem soliden 0815 Blockbuster, wie wir es schon zig Mal im Kino gesehen haben.

      Das alles außen vorgelassen macht der Film aber etwas als "Star Wars Film" fundamental falsch.
      Er bricht stilistisch und vom generreln "Ton" komplett mit allem was vorher war. Und das ist auch das eigentliche Problem und der eingewachsene Zehnnagel, der Disney die nächsten Jahre noch richtig hart wehtun wird.
      Sie wollten mit diesem Film einen Balance-Akt schaffen aus radikaler Neuheit und Tradition. Das ist ihnen aber absolut nicht gelungen, weil sie in manchen Punkten zu radikal waren, oder sagen wir einfach mal an der falschen Stelle.

      Fast alles was mit der Macht in diesem Film zu tun hat macht eben "Die Macht" zu absolutem Humbug. Das Thema, was manch einer schon fast als eine eigene, kleine Religion ansieht. Das Thema, was nun wirklich jedem Hardcore-Fan heilig ist. Das ist fast so als würde Toei Animation in einem kommenden One Piece Film nach Abschluss des Manga auf einmal alle Regeln, welche die Teufelsfrüchte betreffen über den Haufen werfen.

      "Was? Du möchtest trotz TK schwimmen? Klar, kein Ding, mach halt. Was? Du willst jetzt doch ne andere Kraft? Kein Ding, kotz die Frucht halt wieder aus. Oder noch besser, drauf geschisse, iss einfach noch eine und bekomme 2! Du brauchst die Finsternisfrucht dafür nicht!!!"


      Da könnten die Animationen noch so schick und die Charaktere noch so durchgestylt sein, aber da würden alle Fans hier im Board auch völlig zu recht auf die Barrikaden gehen. Man stelle sich vor was für One Piece Fans wir wären, wenn wir sowas stillschweigend hinnehmen oder schlucken würden.


      Das andere große Problem sehe ich in dem völlig überzogenem Humor. Jeder noch so ernste Charakter wird zu einer augenzwinkernden Witzfigur. Sowas erwarte und mag ich in einem Marvel Film, aber das gehört einfach nicht in Star Wars rein. Humor ist nichts schlechtes, Humor ist generell etwas gutes. Auch Episode 7 hatte schon deutlich mehr Humor als seine Vorgänger aber hat hier noch gut die Balance gehalten. Der Grund war hier, dass viele Gags sich auf neue Charaktere bezogen haben oder wenn sie sich auf alte Charaktere bezogen haben, sie diese Charaktere nicht haben aus der Rolle fallen lassen. In Episode 8 passiert das aber ständig, allen voran bei Luke. Auch die alte Trilogie hatte Humor und witzige Momente, aber niemals haben wir gesehen wie Grand Moff Tarkin auf ner Bananenschale ausrutscht oder anderen lächerlichen Kram. Sowas untergräbt einfach die Intigrität einer Figur. Wenn ich eine ernste Figur nicht mehr ernst nehmen kann, dann ist das ein großes Problem. Um Star Wars als Film und Franchise nämlich wirklich lieben zu können brauche ich den Moment, in dem ich diese Figuren und ihre Geschichte ernst nehmen kann. Kann ich das nicht ist die Illusion dahin und ich bin völlig raus.

      Dieser gesamte Film, das gesamte Star Wars Franchise wurde mit diesem Film komplett "Disneyfiziert". Jetzt gerade im Moment tritt all das ein, wovor viele bei der Meldung von Disneys Übernahmeplänen Angst hatten. Das Franchise wird verwässert, verjubelt, unwürdig behandelt und geschändet wie eine Hafennutte.

      Natürlich klingt das jetzt extrem (und das ist zu einem Teil natürlich auch Absicht von mir) aber Sätze wie "Disney hat meine Kindheit zerstört!" nehme ich bewusst nicht in den Mund. So schlimm ist der Film dann für sich allein betrachtet doch nicht. Es ist nur so, dass der Ansatz von dem was als nächstes im "Verfall" kommen wird nun deutlich absehbarer ist als zuvor.
      Ich war während des schauens des Films wirklich gut unterhalten. Zu keiner Zeit habe ich mich im Kino gelangweilt oder aufs Handy geschaut wie bei den Prequels, und das kann man dem Film halt auch nicht absprechen. Aber nachdem ich das ganze erstmal verdaut hatte und Zeit hatte das gesehene wirklich zu reflektieren, sind mir eben diese fundamentalen Fehler aufgefallen (siehe oben).

      Und das dieser Film, wie aufregend und spannend die visuellen Effekte auch waren, nun dieses zentralen, teils "religiösen" Themen an manchen Stellen mit den Füßen tritt, das ist nun einmal ein Problem. Das kann man genauso wenig von der Hand weisen oder gar tot schweigen. Wenn man sich dazu verpflichtet einen neuen Star Wars Film zu machen, dann kauft man diesen Part bei seiner Verpflichtung einfach mit ein und das muss einem klar sein. Das war es Disney an dieser Stelle aber wohl nicht oder noch viel schlimmer, es war ihnen bewusst aber in arglistiger Schadenfreude haben sie es absichtlich mit Füßen getreten.

      Warum? Weil die Leute dann immer noch weiter darüber reden. Es heizt das Marketing für das Franchise an. Auch schlechte Presse ist Presse.

      Und hier fühle ich mich (sofern zutreffend) in meiner eigenen Intelligenz von Disney beleidigt. Außerdem ist es mir auch ein Dorn im Auge, das scheinbar viele Fans dies nicht bemerken. Vermutlich weil sie darauf konditioniert sind alles zu mögen wo Star Wars drauf steht (deswegen gibt es wohl auch Menschen die BB-8 Orangen kaufen...) oder sie leider doch sabbernde Schafe sind, die im Kino das ihnen vorgeführte mit keinem zweiten Gedanken hinterfragen. Und auch wenn das der größte, mögliche Nenner im heutigen Blockbuster Kino ist, so ist es für mich der falsche Ansatz von Disney auf diese Leute als Zuschauer zu bauen. Denn sie verspielen sich damit die Gunst der deutlich kleineren Fan-Gemeinde, die zwar in der Masse nicht so groß ist, dafür aber deutlich leidenschaftlicher bei der Sache ist und mit ihrer Liebe zu dem Franchise den weiteren Erfolg dieses auch in der Zukunft sichern. Solche "Meinungsbilder" sind auf lange Sicht gesehen einfach wichtiger für das Fortleben eines Franchises als die zuerst genannten und wenn Disney das nicht klar ist, dann greifen sie so richtig tief in die braune Scheiße. Und das möchte ich nicht, denn als Fan wünsche ich mir ja das mein geliebtes Star Wars auch weiterhin erfolgreich und gut ist.


      Ich würde den Film auf meiner eigenen Liste im unteren Mittelfeld einordnen und jeder der mir etwas anders erzählen möchte, sorry, den kann ich nicht ernst nehmen.

      Hoffen wir einfach das mit JJ Abrams in Episode 9 gute Schadensbegleichung betrieben wird. Das Franchise braucht das nämlich, sonst reißt das so tief ein das keine Spachtelmasse der Welt diesen Riss kitten kann.


      Trotzdem noch ein paar Worte zu den "Grauen Jedi", da mir eben beim überfliegen der anderen Posts aufgefallen ist, dass das wohl ein großes Thema hier war.
      Ich kann auch nur sagen, die grauen Jedi wären genau das richtig gewesen und genau das was Star Wars braucht. Disney hat hier so tief in die Scheiße gegriffen das ist nicht mehr schön.

      Der 0815 Zuschauer versteht nicht was ein grauder Jedi ist? Muss er auch nicht. Der sitzt sabernd und kichernd eh vor der Leinwand und hinterfragt das gesehene nicht. Sein Verständnis für die Macht geht maximal so weit:

      Roter Lichtknüppel: die bösen Jungs
      Andere Farbe: die guten Jungs, oft nennen die sich "Jädieh".

      Ich kenne bis heute Menschen, die alle Filme gesehen haben und bis heute nicht gerafft haben das Leia Lukes Schwester ist. Von der anscheinenden Verwirrung die Sturmtruppen und Klontruppen betreffend will ich gar nicht erst anfangen...

      Und selbst wenn es nötig ist den grauen Jedi zu erklären, ja dann soll uns das halt einfach durch einen Charakter erklärt werden. Obi-Wan hat in Episode 4 mit 7 kurzen Sätzen ALLES erklärt was wir über die Jedi zu diesem Zeitpunkt wissen mussten. Bei allen anderen Dingen haben dann die Taten für sich selbst gesprochen. Es ist definitiv ein leichtes das in Star Wars einzuführen.
      ... mal ganz davon abgesehen das es graue Jedi in den Grundzügen auch schon lange im Legends Canon gab. Die hätte man nur noch stärker herausarbeiten müssen.

      Es ist ja auch nicht so als ob Luke selber einsieht das die Jedi nur Murx fabriziert haben :rolleyes:
      Er sagt in dem Film mit eigenen Worten das die alten Jedi heuchlerische Sackgesichter waren, die so mit sich selbst beschäftigt waren das sie es Darth Sidious ermöglicht haben an die Macht zu kommen (übrigens auch die erste richtige Brücke zu den Prequels die man sich getraut hat, wenn man mal von Bail Organa in Rogue One absieht).
      Genau deswegen kann es halt einfach nicht der richtige Weg sein das alles WIEDER geschehen zu lassen. Luke ist das klar. Luke weiß was zu tun ist. Und was ist der Pay-Off? Was haben Luke diese 10 Jahre auf der Insel gebracht? Was hat er alles mit seiner Abwesenheit indirekt angerichtet? Die erste Ordnung? Check. Billionen von Toten, da die Starkiller Basis mehrere Planeten auf einmal hochgejagt hat? Check. Der Tod von seinem besten Freund und Schwager Han Solo? Check.

      Richtig gutes Portfolie was sich unser Tatooine Farmer-Boy da zusammengestellt hat.

      Und wo führt uns das hin? Das er am Ende einfach sagt "fuck it." und sich alles wieder so wiederholen wird wie bisher. Es gibt keine Änderung. Alles wieder zurück auf Anfang. Obama change is a lie. Danke Merkel.

      Mal davon abgesehen, dass dies einfach keine besonders gut oder interessant geschriebene Story ist, tritt dieser Handlungsstrang auch einfach den Charakter von Luke Skywalker mit Füßen.
      Es ist gar kein Problem das Luke ein gammelnder Penner auf der Insel ist der wie ein Meth-Junkie an Alien-Titten nuckelt, nein, jeder hat mal eine schlechte Zeit. Es ist nur wichtig sich aus dieser wieder rauszuziehen und etwas daraus zu lernen. Luke hat dank dieses Films gar nichts gelernt. Damit ist er der größte Trottel der Galaxis. Danke Disney.

      Das schlimme, das für mich wirklich herzzereißende daran ist Mark Hamill selbst. Der Mann wusste was für eine Scheiße Disney ihm da vorsetzt. Er hat vorher immer wieder und wieder gesagt, dass er damit nicht einverstanden ist. Trotzdem hatte er aber keine andere Wahl als da mitzumachen, da dies ggf. das letzte Mal hätte sein können, dass er Luke Skywalker sein darf.


      Bei dem Video hier war ich nach dem ansehen emotional wirklich richtig tief unten. Schon fast leicht depressiv.

      Ey, ich übertreibe nicht. Mir tut der Mann wirklich leid.


      Das soll für den Moment aber nun genug von mir gewesen sein. Wer Lust hat kann sich ja gern meine 1 Stündige Star Wars Episode 8 Review ansehen.
      Da gehe ich natürlich noch auf vielerlei andere Punkte ein, allen voran Rey, Snoke und die Macht betreffend. Just sayin'.



      BDO

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Bacon D. Orian ()

    • Die erste offizielle Synopsis zu "Solo" ist draußen, allerdings ist sie noch recht oberflächlich und verrät nur Dinge, die man sich zum Großteil sowieso schon gedacht hat. Sicherheitshalber packe ich es trotzdem mal alles in Spoiler.

      Synopsis
      Steigt in den Millennium Falken ein und geht auf die Reise in eine Galaxie weit, weit entfernt in Solo - A Star Wars Story, ein brandneues Abenteuer über den beliebtesten Gauner der Galaxie. Bei einer Reihe wahrlich gewagter Eskapaden tief in der finsteren und gefährlichen kriminellen Unterwelt trifft Han Solo auf seinen zukünftigen Co-Piloten Chewbacca und stößt mit dem notorischen Spieler Lando Calrissian zusammen. Eine Reise, die den Kurs für den unwahrscheinlichsten Helden der Star Wars-Saga setzt. (Quelle: Moviejones.de)


      Meine Meinung
      Grundsätzlich, wie eingangs bereits erwähnt, verraten diese Zeilen nicht besonders viel. Das einzige wirklich interessante Detail ist meiner Meinung nach, dass Han hier erst auf Chewie trifft und sie nicht bereits zu Beginn des Films als Freunde durch die Galaxis reisen (außer der Text ist so allgemein gefasst, dass man das auch nicht zu wortwörtlich nehmen sollte). Daher bin ich gespannt in wieweit ihre Kennenlern Geschichte aufgebaut wird, da das EU bekanntlich gekippt wurde. Trotzdem hoffe ich auf eine Rettung von Chewie seitens Han, die zunächst zur Lebensschuld und dann zur Freundschaft der beiden führen wird. Wäre durchaus ein schöner Handlungsstrang zu beobachten, wie sich beide näher kommen.