Germangakas..

    • Germangakas..

      Kenn ich bisher vom sehen nur Robert Labs mit Domicile. (2009)
      Spielt wohl in einer Art Endzeits-Köln basiert auf einer Sage der Gebrüder Grimm zum Bau des Kölner Doms 1816/1818.
      Was ich gesehen habe war sehr schön gezeichnet, leider hab ich mich bisher nichts gekauft, geht alles für op und vagabond drauf..

      Erschienen bei Tokyopo, Hamburg, 176 Seiten, 6,50

      Hat das schon jemand gelesen? Ist das zu empfehlen? Normal bin ich ja immer skeptisch, wenn jemand etwas tut, was im Prinzip nicht so ganz der Eigenen Kultur entspricht, was wohl ziemlich kleinkariert ist, wir lesen ja auch alle Mangas. aber ich hoffe ich versteht was ich meine..
      Deutsche, die Mangas zeichnen..Mhmh.... Aber klar ist es schön, wenn es hin haut, sollte es der Fall sein, hätten wir etwas seltenes, kostbares...

      Grüsse
      Ich bin besser! in was? ALLEM!
    • Also ich hab mir Domicile zugelegt und erst nach dem lesen festgestellt, dass es sich dabei um einen Manga handelt, der von einem deutschen Zeichner stammt. Ich persönlich fand Domicile auch ganz gut, da mir die Endzeitstimmung in den letzen Jahren des zweiten Weltkriegs und gerade der Schauplatz um den Kölner Dom sehr gut gefällt. Auch die etwas religiöse Thematik sagt mir sehr zu. Die Story ist bisher im ersten Band nicht wirklich revolutionär aber auch nicht völlig daneben. Das Artwork gefällt mir persönlich sehr gut, aber ist glaube ich nichts für jedermann (die Figuren wirken teilweise sehr feminin).

      Mein Fazit ist also, dass ich durchaus positiv "überrascht" bin von diesem Manga. Er macht eigentlich nicht wirklich etwas falsch, erfindet aber natürlich das Genre auch nicht neu. Ich kann nur jedem empfehlen, der mal einen deutschen Manga lesen möchte und ein bisschen was mit düsterer Atmospähre und deutscher Geschichte anfangen kann, einen Blick rein zu werfen.

      Lg Azrael

    • Aaaa..Sehr schön, dass das jemand schon gelesen hat. Ja, nun niemand kann etwas gleich neu erfinden..Aber mir haben auch die paar Bilder die ich gesehen habe gefallen. Dass viele Protagonisten weibliche Züge haben finde ich eigentlich recht normal bei Mangas, aber das ist wohl eine ganz persönliche Einstellung. Schön zu hören, dass auch ein Kenner es nicht von einem Asiatischen Zeichner unterscheiden kann, dass hätte ich dann fast befürchtet, dass es zu europäisch aussieht. Freut mich ein bisschen, das gibt Hoffnung, dass die Manga Geschichte bei uns in Deutschland nicht verloren geht und in Freak Ecken abrutscht. Ich kann eh nicht so ganz kapieren, warum meist nur die grossen Handlungen eine Auswahl haben.
      Wie dem auch sei, vielleicht werden dann in Zukunft endlich mal mehr Sachen auf den Deutschen Markt geworfen.
      Germangakas...mehr davon, wenns taugt!

      Falls noch jemand sowas wie Geheimtipps hat.. her damit
      Ich bin besser! in was? ALLEM!
    • Nun, es gibt nicht viele Mangas von deutschen Zeichnern, die mich begeistern können. Ich habe häufig schon welche gelesen, aber meistens konnten sie mich weder vom Artwork noch von der Story überzeugen. Auch die so hoch gelobte Judith Park, die ja als die erfolgreichste deutsche Mangaka gilt, fand ich eher enttäuschend. Daher bin ich froh, das ich hier mal lesen kann, was für gute Mangas bereits von unseren Landeskameraden aus dem Ärmel geschüttelt wurden, und möchte mal meinen Senf hinzu geben ;)

      Ein, wie ich finde, großartiger, deutschsprachiger Manga ist die Personal Paradise Reihe von Melanie Schober. Sie kommt zwar aus Österreich, aber ich denke ich darf sie hier auch erwähnen :)

      Personal Paradise spielt in nicht allzu ferner Zukunft. Die Städte werden von staatlich kontrollierten Jungendgangs beherrscht. Wer nicht Mitglied einer solchen Gang ist, ist als gesellschaftlicher Außenseiter gebrandmarkt und bekommt daher später auch keinen Job. Jeder Band erzählt dabei eine eigene Geschichte (wenn man vom 2-Bänder "Killer Kid" absieht), die zwar bis auf die Grundstory eigentlich nicht richtig zusammenhängen, aber eigentlich erkennt man immer wieder kleine Andeutungen, die man erst dann versteht, wenn man die anderen Bände gelesen hat. Die Story dreht sich meisten um Gesellschaftliche Konflikte, zusammen gemixt mir Liebes und/oder Freundschaftsproblemen und etwas Erotik ;)
      Die Protagonisten haben allesamt interessante Eigenschaften, man kann sich häufig auch gut in sie herein versetzen, nur bei Johanna aus Assassin Angel hatte ich so meine Probleme.
      Das Artwork ist auch gelungen, obwohl an einigen Stellen Propotionen und Posen noch etwas seltsam aussehen, dafür haben alle Charaktere ein Interessantes, mit Punk und Gothic Elementen versehendes Design. Jeder Band hat noch dazu ein paar schicke Farbseiten, auf denen man das Colorations Talent von Melanie Schober bewundern kann ;)

      Ich möchte dazu nicht viel mehr verraten, denn ich denke, der Manga hat es verdient, das man mal einen Blick in ihn riskiert. Er ist zwar kein absolutes Meisterwerk, aber durchaus gut.

      So, das wars dann erstmal von mir :3
      lg
    • Nun ich persönlich finde man kann Mangas jetzt nicht gerade als eigne Kultureigenenschaft bezeichenen.
      Wurde zwar in Japan geschaffen sozusagen, aber im Laufe der Zeit übernehmen auch andere Länder es auch, wen wenn auch nicht so im großen Stil wie das Ursprungsland, bestes Beispiel Videogames (Da sind Japan und Amerika ja Vorrreiter, gibt aber auch einge Europäische Gamesentwickler)

      Im Prinzip insgesamt gesehen könnte eigentlich jedes Land eigenen Mangas/Mangakas, Animes haben, genauso wie jedes Land Comics/ Zeichentrickeserien, Videogames oder Filme machen könnte.

      Das Mangas und Animes in Japan am erfolgreichsten sind liegt daran das die Mangaverkäufe weltweit weit unter denen Japans liegen. Klar es gibt weltweit wohl viele Fans,die wahrscheinlich auch in die Millionen gehen, aber in Japan gibt s einfach viel mehr (nun gut wenn man sich die Gamesshows von denen anguckt und bedenkt das dies Verrückten da Bahn-Simulationsspiele kaufen XD)

      Mich wundert es nicht das es hier in Deutschland nicht gerade viele Mangakas gibt und auch keine so berühmten jetzt. Anders als in Japan oder England wo Videospiele auch als Kunst angesehen werden, was bei uns nicht so ist, wird es auch die Mangakultur nie zur Kunst bringen. Nach dem Prinzip-Häusle baue kene isch immer nos beschte.

      Ich persönlich kenne keine deutschen Mangakas, aber von deviantart.com (müsste eigentlich jeder kenen) weiß ich das es weltweit viele junge Menschen gibt die verdammt gut zeichenn können und locker einen eigenen Manga machen könnten und manche von denen könnte auch den ein oder anderen japanischen Mangaka in die Tasche stecken was die Zeichenkunst betrifft.
    • Dass in Deutschland Mangas nicht sehr populär sind stimmt.Aber was mich immer aufregt ist, dass in deutschland wenn eine neue serien rauskommt das meistens immer shojo oder was in der art ist.Auch in den Verlägen wird nur shojo produziert(jetzt abgesehen von den aus dem japanischen übersetzten Mangas),was mich dermaßen aufregt. Nur eine mir etwas bekannt person (weiß nicht mehr ihren namen) hat einen glaub ich shonen manga gezeichnet, was auch beendet wurde. Die zeichnerin studiert jetzt auch in japan an einer mangauni glaub ich.(wieder eine potenzielle zeichner/in weg).sonst kenneich keine richtigen shonen germanmangakas. shojo zeichner/in sind schon zum überlaufen voll. :thumbdown:
      Experience is simply the name wie give our mistakes.
      - Oscar Wilde
    • Germangakas? Von Namen her kenne ich keine, aber ich habe schon zwei deutsche Werke gelesen, ein Werk mit dem Namen "Iscel" (oder so ähnlich) und "Die Wolke". Vom Artwork her hat mich bisher noch kein deutsches Werk überzeugt, es ist erstens, wie Ken schon sagte, viel zu Shoujohaft und zweitens stimmen bei vielen Werken die Proportionen nicht so richtig. "Die Wolke" war storymäßig spitze, was aber leider nicht an der Zeichnerin lag. Aber "die Wolke" war eine schöne Umsetzung des Originalwerks, muss ich sagen, doch weiß ich jetzt leider nicht, ob die Zeichnerin für das "Umwandeln" der Story in "Comicformat" verantwortlich war, oder ob das doch jemand anderes übernommen hat. Der Zeichenstil hat mir nicht so wirklich gefallen, passte mMn nach nicht in das doch ernstere Thema. Wie schön es doch gewesen wäre, hätte Inoue-sama an der Umsetzung gearbeitet...
    • Von den deutschen Mangakas mag ich Robert Labs am liebsten. Ich mochte Crewman 3 (lief auch in der Banzai!), auch wenn er zu dem Zeitpunkt noch nicht allzu viel Erfahrung hatte. Dennoch war es ne gute Story und das Artwork war auch ok, vorallem im letzten Kapitel! Ich hoffe er macht seine Ankündigung doch noch wahr und zeichnet nen zweiten Teil, denn Potenzial hat die Serie allemal, zumal sich sein Zeichenstil vom ersten bis zum letzten Kapitel gesteigert hat. Auch die Farbseiten aus Band 1 waren einfach nur schön. Er kann richtig gut mit den Copics umgehen, eine Augenweide^^. Nur schade das er zu Tokyopop gewechselt ist.
      Dragic Master, sein Erstlingswerk mag ich auch sehr gerne. Es ist zwar auch nur in 2 Bänden (ziemlich abrubt, wie Crewman3) abgeschlossen, bietet aber Raum für mehr. Wie Crewman3 handelt es sich auch wieder um eine Sci-Fi- Story, die mir aber noch besser als Crewman gefällt. Man könnte sagen, dass es Digimon für Erwachsene ist^^. Desweiterin ist das Werk sehr Ecchi lastig, was mich auch nicht gerade abschreckt :)
      Ich hoffe auch hier, dass er noch weiterzeichnet. Das Dragic Master Special Book (Artbook) ist ihm auch sehr gut gelungen und ebenfalls wie die Serie sehr Ecchilastig.
      Beide Werke kann ich jedem nur empfehlen. Crewman3 eher für jüngere Leser, Dragic Master eher für Jugendliche ab 16. Reinschauen lohnt sich, solange sie noch im Vorrat sind.^^
      Sein neuestes Werk "Domicile" habe ich noch nicht gelesen und eigentlich auch nicht vor, da die Story wohl in Köln spielen soll, und ich finde das ihn Weltraum dinger besser stehen. Dennoch bin ich gespannt weitere Werke von ihm zu lesen.

      MFG

      torajiro
      ♫ ♪ Madao for life ♪♫

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    • Achja, die German-Mangakas... Als die Manga/Anime-Welle Deutschland Ende der 90er Jahre mit voller Breitseite traf, wuchsen zur Jahrtausendwende auch die deutschen Mangazeichner wie Pilze aus dem Boden. Daran erinnere ich mich noch gut. Ich kenne jedoch im wesentlichen nur die Vertreter dieser "ersten/älteren Generation" deutscher Mangaka wie Robert Labs, Judith Park, Christina Plaka, Nina Werner und Alexandra Völker. Mitte der 2000er kam dann noch Marie Sann als großes Talent hinzu. Die meisten sind - glaube ich - mittlerweile auch nicht mehr im Manga/Comic-Bereich tätig oder haben sich mittlerweile eher dem Graphic-/Media-Design verschrieben. Mein Eindruck seinerzeit war, dass die Werke der deutschen Mangaka immer recht "brav" und von der Herangehensweise sehr "deutsch" wirkten. Ein wirkliches Highlight war unter den Veröffentlichungen nicht auszumachen und die meisten Werke habe ich in der Regel mit dem stillen Kommentar "ganz nett, aber..." zurück auf den Bücherstapel gelegt. Es gab oder gibt da meiner Ansicht nach zwei große Probleme:

      Zum einen hatten/haben die deutschen Manga-Zeichner häufig einen sehr ausgeprägten Individualstil, durch den man sie häufig sofort als nicht japanische Manga erkennen konnte, und zum anderen hatten/haben die hiesigen Mangaka auch einen ziemlichen Erfolgsdruck seitens der deutschen Verlage. Meiner Ansicht nach haben Carlsen, Ehapa, Tokyopop u. a. Verlagshäuser den Deutschen da nie so richtig eine Chance geben wollen. Wenn man sich einmal ansieht, dass sie den Autoren/Zeichnern fast durch die Bank nur One Shots oder bestenfalls Zweiteiler zugestanden haben, darf man sich einfach nicht wundern, wieso keiner der deutschen Manga-Zeichner echten Erfolg hatte. Da durfte keiner so wirklich mal eine Serie von grundauf konzipieren und entwickeln. Es waren halt alles immer nur so "Quickie"-/Lückenfüller-Bände, die einen als Leser nicht unbedingt motivierten, bei der Stange zu bleiben. Wie das mit der deutschen Mangaszene nach 2006/2007 so aussieht, kann ich leider nicht beurteilen, weil ich seitdem aus der Szene ganz raus war. Aber dieser Faden hat mich gerade darauf gebracht, mich dahingehend mal ein wenig schlau zu machen...
      "Tja, ich bin eine Berümtheit, mein Junge!" :saint: