Beziehungen, Dating, Freundschaften etc.

    • Hallo Chaos Maniac,

      Ich denke es gibt hier zwei Aspekte die man anschauen kann. Der erste Aspekt ist das Mädchen selber. Da du die Geschichte nur von deiner Seite schildern kannst, fällt hier eine komplett objektive Beurteilung weg. Ich würde aber stark vermuten, dass du bei diesem Mädchen nichts verpasst hast und du ihr sicherlich nicht hinterherdenken solltest. Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber ich lege wert darauf höflich zu sein und mit ein Mädchen, dass überhaupt jemandem den Stinkfinger hinhält und "Fuck you!" sagt, würde ich nicht daten. Das hat auch nichts damit zu tun wie eine Frau sein soll, sondern wie ein Mensch sich verhalten sollte gegenüber anderen Mitmenschen. Es ist aber nicht so, dass ich nicht mit solchen Frauen befreundet bin. Ein paar meiner Freundinen würden, je nach Situation sicherlich, jemandem den Stinkfinger zeigen und rumbrüllen. Damit habe ich nicht wirklich ein Problem bzw platonische Freundschaft pflegen ist da für mich kein Problem aber daten oder sogar feste Freundin kommen für mich da eher nicht infrage. Aber das ist jetzt einfach nur für mich gesprochen. Hier war die Reaktion aber auch nochmal viel zu übertrieben. Ich glaube keine meiner Freundinen würde sowas machen. Ich denke mit dem Mädchen ist dir also nichts durch die Finger gerutscht und du hast nichts verpasst. Den Aspekt solltest du abhacken und gut ist.

      Der zweite Aspekt ist die Zurückweisung ansich. Du wurdest zurückgewiesen, sei es sein Aussehen oder ein Charakter. Das tut weh egal was für eine Person dich zurückweist. In deiner Geschichte ist höchstwahrscheinlich die Zurückweisung, die dich immernoch beschäftigt und nicht das Mädchen. Hier liegt also dein Problem. Das ist etwas, dass jeder von uns durchmacht und etwas womit jeder von uns klarkommen muss. Du könntest es auf dein Übergewicht schieben aber Fakt ist, dass auch schlanke Menschen zurückgewiesen werden und selbst wenn du wie Clooney aussehen würdest und nespresso-Werbung machst, du lernen müsstest mit Zurückweisung umzugehen. Das ist denke ich etwas woran du arbeiten musst.

      Du hast zwar auch explizit geschrieben, dass du übergewichtig bist. Aber das hat denke ich wenig mit den eigentlichen Thema zu tun, ausser das du darin den Grund vermutest. Es zeigt eher, dass du vielleicht hier mit dir selber unzufrieden bist? Ich denke nicht, dass der BMI eine Schönheitstafel ist und kaum echte Relevanz hat. Doch denke ich, dass ein guter und gesunder Lebenstill wichtig ist, nicht für andere sondern für dich, den du hast je nach dem gleich doppelt bis dreimal soviel Energie um Dinge zu tun in deinem Leben, egal in welchem Bereich, wenn du dich gesund ernährst. Aber da bin ich jetzt abgeschweift. Da könnten wir eher den Meisterkoch Sanji fragen, aber der würde uns wahrscheinlich dann gleich einen Votrag zu halten wie wichtig die Ernährung für die Strohhutbande und ihre Reise ist.

      Und auch wenn meine Ansicht ein wenig "Alle special Snowflakes" ist, glaube ich das jeder Mensch auf seine Art wunderbar gemacht ist und bei jedem Menschen früher oder später andere Menschen ins Leben treten werden, die dieses Wundbare sehen können. Dieses Mädchen bei dir? Ich denke nicht ;)

      Gruss
      Naser
    • Das ist ja nicht einmal eine Sache von Männern oder Frauen. Der Mensch tickt einfach so. Wenn jemand mit dir flirtet oder dergleichen, der dir sympathisch ist, reagierst du da ganz anders drauf, als wenn er dir unsympathisch ist. Und beim Thema Sympathie spielt das Aussehen eine enorme Rolle - bei JEDEM. Wenn der- oder diejenige pottenhässlich ist, wirkt eine Anmache ganz anders als wenn da einem ein Prachtexemplar des jeweiligen Geschlechts gegenüber steht. Dabei könnte sonst alles gleich sein. Die Sache ist auch die, dass man gar nicht mal grundsätzlich hässlich sein muss. Mal von gewissen Ausnahmen abgesehen, ist das ja komplett relativ. Gepflegtes Äußeres, die Art wie man spricht, etc., all das kann entsprechend dafür sorgen, dass der/die Angebete eher angewiedert reagiert. Das mag nicht fair sein, aber der erste Eindruck zählt nun einmal. Manchmal kann man nicht einmal was dafür, weil z.B. die eigene Stimme beim Gegenüber irgendwie Brechreiz verursacht(warum auch immer) oder man sich im wahrsten Sinne nicht riechen kann. Nur sollte jeder Mensch in der Lage sein, auf sowas mit dem entsprechenden Respekt zu reagieren. Wer das nicht schafft, der ist einfach mal ein Arschloch, ob nun Männlein oder Weiblein. Auf beiden Seiten gibt es das. In diesem Fall würde ich also gar nicht mal auf das Gewicht eingehen. Ich hab viele Frauen erlebt, denen das Gewicht vollkommen egal ist, wenn derjenige sonst interessant ist - äußerlich UND innerlich.

      So mal ganz am Rande, was für mich auch an Respektlosigkeit nicht zu überbieten ist in puncto Dating, ist jemandem ein Date auszuspannen. Hab ich jetzt schon mehrfach gehört, dass es Kerle gibt, die Frauen angraben, die gerade in einem Date sitzen und das bei vielen Frauen sogar positiv rüberkommt. Quasi nach dem Motto "Hey Süße, wenn der Langweiler dir zu blöde wird, komm zu mir rüber. Ich lad dich auf nen Drink ein" oder so.

      Aus persönlicher Sicht kann ich ansonsten Leute nicht ausstehen, die mit ihrem Date spielen, Stichwort Friendzone oder Warmhalten. Zwar sind die Betroffenen da meist selbst Schuld, das kenne ich aus eigener Erfahrung, aber wenn man das merkt und kein Interesse hat, sollte man da offen und ehrlich drauf reagieren und nicht mitspielen. In dem Sinne bin ich ganz froh, dass ich mein Gegenstück gefunden habe und die Sorge nicht mehr habe. :D
    • Ich wollte etwas kurzes Persönliches loswerden. Es steckt nichts weiter dahinter. Ich möchte einfach nur diese Geschichte erzählen.

      Mein ganz persönlicher Kampf mit einer transsexuellen Freundin und das beschissene Ende einer mehr als 17-jährigen Freundschaft.

      Ich habe lange überlegt, ob ich diese Geschichte in den Thread zu Sexualität schreibe oder in den zu Freundschaft. Ich habe mich glaube ich, auch hier, richtig entschieden. Denn für mich war sie zuallererst vor allem eine Freundin. Ich werde die andere Person, um die es geht, als M. bezeichnen. Diese Person ist transsexuell (M→F), ich werde daher, weil das nämlich eine gewichtige Rolle in dem Ganzen spielt, zu den jeweiligen Zeiten mit dem jeweils unterschiedlichen Geschlecht bezeichnen, ich bitte dafür um Verständnis. Man kann seine Geschichte auf dieser Welt nicht ändern, und während sie jetzt eine sie ist, und ich sie auch als solche bezeichne, war sie es damals nicht, deswegen werde ich sie in Referenz zu damals auch als er bezeichnen, denn das war sie damals schließlich.

      Ich bin im Moment 27 Jahre alt und habe vor ungefähr zwei Wochen die Freundschaft zu M. beendet bzw. beenden müssen, die seit der 4. Klasse bestand. Wir waren die nerdigen Außenseiter in der Grundschule, malten unsere eigenen Unterwasserwelten auf Papier, spielten damals schon leidenschaftlich gern PC oder im Park und machten vieles außerhalb der Schule gemeinsam, in der Regel mehrmals die Woche. Nach der 6. Klasse gingen wir auf verschiedene Schulen, und unsere Freundschaft verlief im Sand, bis ich eines Tages in der Nähe seiner alten Wohnung vorbei lief. Das war zwei Jahre später. Ich dachte mir nichts weiter dabei und schaute mal auf die Klingenschilder, ob er noch dort wohnte und hatte tatsächlich Glück! Ich klingelte und er und seine Mutter waren sogar da. Ich fragte, ob wir uns mal wieder treffen wollten und das taten wir und wir fanden bald auch wieder ein gemeinsames Hobby, das Schach-Spielen, in dem wir uns immer und immer wieder ebenbürtig waren. Wir haben in regionalen Turnieren und Meisterschaften teilgenommen, und das mit wechselndem Erfolg und aus dem Schach-Training wurde allmählich wieder eine Freundschaft, wie man sie sich wünschen konnte. Mit allem Drum und Dran. Unsere Freudnschaft hat zwei Schulen in unserem Bezirk nicht nur einiges an Geld (für Schach-AGs und Turniere) gekostet, sondern auch ein bisschen eine bessere Beziehung zwischen einer Hauptschule direkt neben einem Gymnasium gegeben.
      Die Jahre gingen dann ein wenig dahin. Von gemeinsamen Studiums-Versuchen, die aus verschiedenen Gründen scheiterten oder dem gemeinsamen Freundschaftskreis, bis Ende 2014 änderte sich wenig. Eine ganz normale gute und tiefe Freundschaft. Dann wurde es anders.

      M. fing an sich als Frau zu verkleiden (nicht sehr gut), und was mich nie gewundert hätte, hatte sich nun endgültig andgedeutet. Bis Juni 2015 kamen einige peinliche Momente und seltsame (geheimnisvoller Umzug, den sein Freundeskreis nicht mitkriegen sollte) noch dazu, aber im Großen und Ganzen blieb alles beim Alten.
      Im Juni 2015 fing er an, jeglichem Kontakt mit mir aus dem Weg zu gehen. Sämtliche Kontaktaufnahmeversuche meinerseits wurden entweder komplett ignoriert oder mit "Danke mir gehts gut. Tschüss." abgeschmettert. Ich hatte wenige Informationen, weil sich unsere gemeinsamen Freunde sämtlichst (und das war auch richtig so) aus der Sache rausgehalten haben und gesagt haben "das liegt an euch". Ich hatte zwar mitgekriegt, dass er jetzt eine Sie sein möchte und werden wird, aber das war es auch schon.
      Im April 2016 hatte ich die Schnauze voll von der Heimlichtuerei und wollte wissen, warum ich mirnichtsdirnichts einfach mal so von einem Tag auf den anderen von seinem Leben ausgeschlossen wurde und dass, wenn jetzt nicht mal langsam ein Gespräch erfolgt, und sie mir erklärt, was das soll, dass ich dann keine Ahnung habe, warum ich mich überhaupt noch bemühe ständig.
      Sie erschloss mir, dass sie Angst vor mir gehabt hätte und dass ich sie für einen schlechteren und wertloseren Menschen gesehen hätte. Das machte mich wahnsinnig wütend. Ich dachte, sie würde nach 16 Jahren Freundschaft wissen, was für ein Mensch ich bin, und dass ich diese Freundschaft niemals deswegen hinschmeißen würde.

      Ich habe dann schwer darüber nachgedacht und etwas gesehen, aber zuerst noch eine kurze Erklärung:
      Ich bin gläubig und mein ganzen Leben in einem Wertegefüge aufgewachsen, was ich zu einem sehr großen (nicht identischen) Teil auch immer noch für gut, richtig finde und nach dem ich lebe. Ich war halt immer das brave Mädchen, und bin es im Vergleich zur Gesellschaft auch heute noch.
      Um zu verstehen, warum das ein Problem ist, möchte ich etwas ausführlicher werden, was meine Einstellung ist, da ich sonst die Geschichte nicht angemessen weitererzählen kann. Ich habe die Einstellung - das zu diskutieren ist nicht Zweck der Sache dieses Threads, bitte lasst das jetzt hier einfach mal stehen - dass Sexualitätsprobleme jeglicher Art (ich habe mit Asexualität ebenfalls in diesem Bereich Probleme) ähnlich wie Umstände wie Familie und Ort eine Art Aufgaben sind, mit der Gott uns durch das Leben schickt. Ich bin fest davon überzeugt, dass Gott uns mit Absicht so (auch mit diesem Problemen und Neigungen) geschaffen hat und sie uns als Lebensprüfung gegeben haben, mit denen wir klar kommen sollen. Ich glaube, dass Homosexualität, Transsexualität, Asexualität oder andere "Abnormalitäten" schwere Bürden sind und alle, die darunter leiden (zu denen ich mich auch zähle, weil ich vermutlich niemals einen Partner kriegen werde), aber nicht gewollt sind, und wir für das Aushalten dieses Leidens am Ende unseres Lebens einen anderen Maßstab bekommen, der nicht hart ist, sondern belohnend. Jeder Mensch hat Probleme, Schwierigkeiten, Laster und Leiden, und ich unterscheide da nicht zwischen sexuellen Problemen, körperlichen Behinderungen, seelischen oder sprachlichen Behinderungen, chronischen Krankheiten, Depressionen, schwierigen Umfeldern und allem, was es sonst noch gibt. Ich konnte also M.'s Entscheidung - wie von ihr erwartet - nicht gutheißen. Aber ein Mensch wird für mich - ähnlich wie ein Ehemann, der seine Socken im Wohnzimmer liegenlässt - nicht durch seine Taten weniger wert für mich! (!!!!!!!!!)



      Ich hatte in der Vergangenheit in der Freundschaft stets den Part der "großen Schwester" übernommen und sie oft ziemlich untergebuttert. Meine beste Freundin W. (mit der M. (als Mann) eine Beziehung hatte) meinte zwar, M. solle eher dankbar sein, weil ich nur Gutes in M.s Leben gebracht hätte und M. eher dankbar sein sollte (sie sind immer noch bis heute gut befreundet), aber ich fühlte mich, als ob ich ihr damals ungewollt Unrecht angetan habe, indem ich in unserer Freundschaft so dominant war.

      Ich entschuldigte mich also dafür und sagte ihr, dass ich ihre Entscheidung zwar nicht unterstüzen würde, aber ihr keine Steine in den Weg legen werde, weil sie ihr Leben selbst leben muss. Ich habe ihr gesagt, dass ich mich verletzt fühle, dass sie ANGST vor mir hatte und mich offensichtlich nicht richtig kannte, und dass sie mächtig falsch liegt, wenn sie glaubt, dass ich 16 Jahre Freundschaft einfach so wegwerfen werde. Ich sagte ihr, dass ich weiterhin ihre Freundin bleiben würde, auch wenn ich sie in dieser Angelegenheit nicht unterstützen kann und will.

      Das gab einen Knacks in der Freundschaft. Dann fing es Frühling 2016 richtig an ernst zu werden, Hormontherapie hatte angefangen, und ich bin trotz unwohligem Gefühl, mit jemanden mit Bartschatten im Kleid rumzulaufen, mit ihr überall hingegangen. Ich habe mich unwohl gefühlt, aber den Scham immer beiseite geschoben, versucht, nie etwas zu zeigen.
      Das Schlimmste allerdings war die Zeit, in der sie anfing hoch zu sprechen und die Stimmbänder noch nicht so weit waren. Es resultierte in Monaten von Krächzen, die mich als audiophile Person ganz real IRRE machten. Derart irre, dass ich manchmal den Raum verlassen musste, um zu schreien.

      Auch für sie lief es nicht leicht und schön, ALLE Freunde und sogar die Familie verließen sie, ließen sie im Stich, kappten den Kontakt und ihre eigene Mutter (!) - als M. ihre Mutter im Krankenhaus besuchte - schlug sie und sagte ihr, dass sie sie verstoßen würde, da sie keine Tochter, sondern einen Sohn geboren hätte. Eine furchtbare Schuld, und ein kaum in Worte zu fassender furchtbarer Akt der Mutter, mir tut M. aus jeder Faser der Seele leid und ich litt mit ihr.

      Ich suchte also wieder ein Gespräch, ich sagte, dass ich anders als die anderen Freunde von uns, sie ja nun schon ein paar Jahre länger kannte, und dass ich nicht von einer Sekunde von "er" auf "sie" umschalten konnte. Ich würde es versuchen zu 100% dran zu denken, aber es Zeit brauchen könnte, und ich um Nachsicht bete wenn mir ein "er" rausrutscht, da ich sie schließlich 15 Jahre als ihn kannte, und dass ich tierische Probleme habe mit ihrer Stimme und auch da um Nachsicht bitte, wenn ich es manchmal nicht all zu lange mit ihr aushalte.
      Diese Nachsicht wurde mir leider verwehrt. Ich wurde bei jedem "er" klar darauf hingewiesen, auch wenn ich es selbst bemerkte, was fast immer der Fall war. Und ich wurde mehr als vorher zugelabert, als ob eine Konfrontationstherapie helpfen würde.

      Ich nahm mir eine Psychotherapeutin, mit der ich dieses Thema sehr ausführlich besprach. Durch sie wurde mir z.B. wie oben beschrieben klar, dass ich immer die große Schwester war. Für mich ergaben sich nämlich mehr Unannehmlichkeiten. Was sollte ich meinen strengen weniger weltoffenen Eltern sagen? Mein bester Freund ist schwul, ich bin asexuell, meine beste Freundin hatte vor der Beziehung M. noch was mit ner Frau,/ nun ist auch noch M. transsexuell? Ich hatte das komplette Farbspektrum von Sexualität in meinem Freundeskreis, und das als braves christliches Mädchen. Das passte einfach nicht. Was sagen meine Brüder? Bin ich verrückt?
      Ich stellte mein Weltbild auf den Kopf, hinterfragte Werte, Glauben, zweifelte an mir selbst, an meinem Charakter, an meinen Gefühlen. War ich intolerant und ein Arschloch? Ich besuchte sogar Internet-Seiten, wo Leute von ihren Transitionen erzählten, damit ich besser verstehen konnte, was in ihr vorgehen musste.

      Es wurde schlimmer, M. tat und vertrat nun 2016 alles, was mir widerstrebte, als ob sie sich wie ein Teenager gegen seine Mutter wehrt. Alles was sie gut und richtig fand früher, war nun Mist, denn ich vertrat diese Meinung immer noch. Mir das alles mehr und mehr unter die Nase zu halten, wurde ein großes Hobby.
      Am schlimmsten war, dass sie alle Hobbies und Interessen, vor allem die, die uns viele Jahre verbanden, wie Schach (sie hatte über 20 Schacbretter in ihrer Wohnung ausgestellt und an die 50 Schachbücher, sie war wirklich ein Freak!) nun aus ihrem Leben verbannte. Es drehte sich nur noch um Transsexualität.

      Sie warf alte Meinungen (z.B. hatte sie maßgeblichen Anteil an der Datenschutzpolitik der Linken in den vergangenen Jahren und immer gegen Facebook und co. erbittert gekämpft) über Bord.
      Auf einmal verschwand alles, was einmal war und wurde mit LBGT-Themen und "ach ich bin ja jetzt eine Frau, also mach ich jetzt so Sachen, die Frauen machen" gefüllt. Jeden Abend, den wir redeten (mein Freundeskreis nutzt meinen Teamspeakserver seit fast 10 Jahren als Hauptkommunikationsmittel für alles), wurde über sie geredet, und ihre Transition, und ihre Gefühle und ihre Probleme, und wie intolerant ich doch wäre, und dass Christen sowieso alle scheiße sind und sie morgen wieder in eine Lesbenbar geht, mir wurde direkt alles in die Fresse geteilt und geschrieben, was meiner Einsicht entgegenlief.

      Als meine absolute Herzensangelegenheit, für die ich jedes Jahr auf die Straßen gehe und mich von linken Idioten bewerfen und bespucken lasse - der Kampf für das Leben und gegen Abtreibung - von ihr angegriffen wurde, vor zwei Wochen reichte es mir.

      Ich schrieb ihr einen langen Text, in dem ich mich richtig auskotzte. (Ich kann mich schriftlich deutlich besser ausdrücken als über Stimme, aber ich stehe immer zu diesem Wort und rede auch immer darüber mit dieser Person von Angesicht zu Angesicht reden, es ist nicht feige, ich trete dabei nur in weniger Fettnäpfchen und kann mich einfach besser asusdrücken und vermeide so Missverständnisse, und das wusste nicht nur M. - das wissen alle meine Freunde.) Dass ich - als die Person von allen, die sie kannte, den mit Abstand größten und besten Grund gehabt hatte VON ALLEN, diese Freundschaft zu beenden. Aber ich tat es nicht - ich wollte ein wenig Dankbarkeit dafür. Dass ich mich selbst und alles, wofür ich stehe, hinterfragt hatte, dass ich stets versuchte, alles runterzuschlucken und stehen zu lassen, was sie mir an hanebüchenden Sachen angetan hat, dass ich Verständnis hatte, und dass ich mich mit ihr in der Öffentlichkeit gezeigt habe, auch als sie noch sehr unansehnlich aussah, dass ich sie nie hab im Stich gelassen. Dass ich ihr bei ihrer Wohnungsumgestaltung geholfen habe.
      Ich wollte ein klein wenig Dankbarkeit dafür. Ein Zeichen von "ich sehe, dass du dich bemühst, auch wenns (noch) nicht das ist, was ich will, aber danke dafür"
      Dass ich auch mal von ihr gefragt werden wolle, wie es mir geht, weil ich nicht 2 Stunden jeden Tag gewzungen werden wollte, über ihre Transition zu reden. Dass es auch mal schön wäre, wenn ICH mal was erzählen dürfte, und dass - überraschenderweise - auch andere Menschen im Leben so Probleme haben und gerne jemanden zum zuhören oder Helfen haben wollen oder brauchen.
      Ich hab ihr geschrieben, dass sie sich mir gegenüber gemein und abwertend verhält und sie - auch wenn sie als Frau nun noch neu/"ein Kind" ist - trotzdem alt genug ist und wieder erwachsen werden sollte. Dass nicht nur sie Gefühle habe, sondern ich auch. Und wo wir schon hudnerte Stunden über ihre Gefühle geredet haben, es vielleicht mal ganz fair wäre, wenn wir mal über meine reden würden.

      Daraufhin kamen erstmal außer der persönlichen Hetze und Angriff über Facebook von einer ihrer neuen LBGT/Hardcore-Feminismus/Linksradikal-Freundin, die sie kurzerhand anschleppte und nur wütende Emotes und dumme Sprüche, aber dann wollte sie doch reden nach einer Weile.

      Sie sagte mir dann, dass mir kein Dank gebührt, weil ich genau wie die Gesellschaft falsch liege und das nicht ansatzweise das Level an Respekt ist, den man ihr zu geben hat. Wenn ich ihre Transition nicht akzeptieren könne, dann würde ich auch ihre Existenz nicht akzeptieren, und sprach mir die Fähgikeit ab, Entscheidungen und Taten von dem Wert eines Menschen getrennt zu sehen.

      Ich war derart perplex in dem Moment, dass mir fast die Worte fehlten und sagte ihr dann gefasst, dass ich auf so keine Grundlage für ein Weiterbestehen dieser Freundschaft sehe. Dem stimmte sie zu und damit war das Thema nun endgültig durch.

      Nach einem solchen Gespräch suche ich immer nach Fehlern von mir, ob ich mich unangemessen verhalten habe, etwas falsches gesagt, oder Mist gebaut habe oder falsch lag... kurz gesagt, ob ich mich entschuldigen muss. Und es war glaube ich das erste Mal in meinem Leben, dass ich mich nach so einem Streit für 100% im Recht befunden habe. Nicht 99 oder 50 oder 75%, sondern 100.
      Ich hatte kein schlimmes Wort verloren, die Fassung nicht verloren, bin nicht auf die Beleidigungen und Angriffe ihrerseits eingegangen. Ich war absolut ruhig und ehrlich gesagt erleichtert.


      Ich muss mich nun nicht täglich als intolerant bezeichnen lassen, mich nicht mehr 2 Stunden mit dem Thema Transsexualität beschäftigen und vor allem, mich nicht ständig in Anwesenheit von Freunden streiten.

      Jetzt sind es nur noch die Menschen, die schon vorher zu ihr standen, die sie ausnahmslos durch mich kennen gelernt hat. Ihre eigenen Freunde haben sie verlassen, sie wohnt jetzt mit einem Taugenichts zusammen, mit dem ich früher auch befreundet war, der mich - wie so einige andere im Leben - verarscht hat und die Vergangenheit mit mir leugnet.
      Sie hat ihren Job gekündigt, in dem sie akzeptiert und respektiert war, um kostenlos bei der Schwulenberatung zu arbeiten und mit ihrer beschränkten Intelligenz, Lernschwäche und Lese-Rechtschreibschwäche noch ein Studium in Sexualwissenschaften anzufangen, lebt vollständig in ihrer Traumblase von Regenbogen und Lesben-Bars und Beziehungen mit anderen Frauen, die durchschnittlich 2 Wochen halten, ist hoch verschuldet, hat keine Ahnung, wie sie irgendwas bezahlen soll, aber soll sie machen...

      Es ist jetzt zum Glück alles nicht mehr mein Bier. Ich bin frei. Endlich.

      Meine beste Freundin W. sagte mir, dass sie nicht gedacht hätte, dass ich es je so lange ausgehalten hätte mit M.
      Und meine Mutter meinte, dass kaum eine Freundschaft dazu bestimmt ist, ein ganzes Leben lang zu halten. Freunde wären Lebensabschnittbegleiter.

      Dieser Abschnitt ist nun vorbei.
      Ich danke für das Lesen. Ich musste das irgendwie noch einmal vollständig irgendwo festhalten für mich selbst und das noch einmal loswerden.

      Bitte zerdiskutiert das Ganze jetzt nicht in politischem oder gesellschaftlichem oder religiösem Kram. Es ist einfach nur eine Geschichte, die mir wichtig ist weil einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben nicht mehr meine Freundin ist.

      Danke.
      Die Farbe Weiß bleibt dem künstlerischen Ausgangsmaterial am nächsten und schließt jede Ablenkung und Illusion aus.
      Sie erlaubt, unmittelbar über die Grundfragen des Kunstwerkes zu reflektieren.
    • Hi White

      Wer ausschließlich der Gebende an Liebe und Zuwendung ist, ohne auch einmal etwas zu empfangen, ermüdet auf Dauer in seinem Geben und ist zutiefst enttäuscht. Wer auf der anderen Seite ausschließlich nimmt, der verzehrt die Substanz einer menschlichen Verbindung. (Ehe, Familie, Freundschaft etc.)

      Liebe ist eine Herzenseinstellung mit dem man anderen Menschen begegnet. Wenn man seine eigenen Bedürfnisse für jemanden anderen zurückstellt, dann ist das, weil man ihn, den Menschen, mag, schätz und sehr gerne hat (ihn "liebt").

      Man muss sich selbst lieben können um andere zu lieben, denn man niemanden etwas geben was man selbst nicht hat.
      Bspw. Eine total hektische Person wird einem niemals Ruhe vermitteln können, egal wie oft er sagt: "Bleib ruhig." Und das mit einer Geschwindigkeit, dass man es kaum verstehen kann und dabei noch nervös auf und ab geht.

      Ich kann die Person M. nicht beurteilen und habe dazu auch kein Recht. Vllt kann sie dir nichts entgegenbringen, weil sie sich selbst nicht lieben kann und dementsprechend auch keinen Anderen.

      Wichtig für mich persönlich ist, unabhängig der Person, dass ich ihr immer mit dem nötigen Respekt begegne die ihr zusteht.
      Dh. Wenn ich mich mit einem Freund ge- oder verstritten haben, weil wir zwei völlig verschiedene Meinungen zu einem Thema haben. Dann heißt das aber nicht, dass ich ihm nicht zum Geburtstag gratuliere oder ihm etwas leihe wenn er etwas braucht.

      Und wenn ich eine Person liebe, dann um so mehr.
      Ganz nach dem Motto: Liebe mich, wenn ich es am wenigsten verdiene, denn dann brauche ich deine Liebe am meisten.

      !Aber! Lieben heißt nicht alles und jedem hinterher zu rennen, sondern die helfende Hand öffnen und reichen, wenn sie gebraucht wird, anstatt sie zu verschließen !



      "Unser größter Ruhm ist nicht, nie zu fallen, sondern jedesmal wieder aufzustehen, wenn wir fallen."
      ->KsE<-
    • J.C. schrieb:



      Man muss sich selbst lieben können um andere zu lieben, denn man niemanden etwas geben was man selbst nicht hat.
      Bspw. Eine total hektische Person wird einem niemals Ruhe vermitteln können, egal wie oft er sagt: "Bleib ruhig." Und das mit einer Geschwindigkeit, dass man es kaum verstehen kann und dabei noch nervös auf und ab geht.




      Das halte ich für ausgemachten Schwachsinn und ist eher eine Binsenweisheit, die eigentlich ein falsches Bild vermittelt.
      Liebesbeziehungen führen kann man demnach nicht, wenn man sich nicht selbst liebt - kaum jemand steht mit Selbstliebe morgens auf und ist grenzenlos überzeugt, (fast) jeder zweifelt, hat schlechte Phasen und entwertet Teile von sich.

      Und auch der zweite Teil ist überaus fraglich. Ich kann bestätigen, dass eine nervöse, unruhige Art, hektisch und ungeduldig nicht gerade der optimale Nährboden für beruhigendes Einwirken ist, allerdings kann ich persönlich durchaus soetwas vermitteln.
      Allgemeingültige Regeln für One Piece-Foren:
      1. Verwende Wörter wie "Narration", damit klingst du klüger.
      2. Verwende einen Nickname mit einem D. zwischen zwei zusammenhanglosen Eigennamen.
      3. Berufe dich auf Youtube, das macht dich glaubhafter.
      4. Erwähne Wörter wie Monstertrio oder Awakening so oft wie möglich, das zeigt, dass du vom Fach bist.
      5. Wenn jemand anderes Recht hatte, erwähne auf keinen Fall eine Art von Anerkennung.
    • Hi S.K.Lovejoy

      Anscheindend habe ich mich wohl nicht verständlich ausgedrückt.
      Eine (Liebes)beziehung kann man nur erfolgreich führen, wenn sie von beiden Seiten "gelebt" wird.
      Dafür muss man sich gegenseitig Lieben und sich selbst!


      Mit sich Selbst lieben meinte ich, dass man sich mit all seiner Fehler lieben kann. Nicht so wie von die beschrieben. Grenzenlos jeden Tag selbst lieben und zwar alles an einem für immer und ewig, dass ist ja gar nicht möglich.

      Nein (selbst)lieben heißt für mich, gerade auch die Fehler sehen, erkennen und akeptieren, bei sich und beim Anderen.
      Wenn das Beide können, dann hat man gute Chance auf eine "erfolgreiche" Beziehung in der Beide glücklich sind.

      S.K.Lovejoy schrieb:

      Und auch der zweite Teil ist überaus fraglich. Ich kann bestätigen, dass eine nervöse, unruhige Art, hektisch und ungeduldig nicht gerade der optimale Nährboden für beruhigendes Einwirken ist, allerdings kann ich persönlich durchaus soetwas vermitteln.
      Du sagt es ja bereits, optimal ist es nicht. Aber es kann durchaus erfolgreich sein ;) Vllt sogar maximal, aber das bezweifel ich jetzt *g*


      Das ist meine Meinung, doch ich kann mich natürlich auch irren :)

      Ich möchte keine Diskussion anfangen, nur richtig verstanden werden. Ich verstehe und akzeptiere deine Meinung und wenn die auseinander gehen, dann ist das halt so. Wenn was ist, dann schreib mir doch per PN.
      Schließlich gehts ja eigentlich mehr um White und nicht persönliche Ansichten und Meinungen und ich hoffe ich konnte irgendwie helfen.

      "Unser größter Ruhm ist nicht, nie zu fallen, sondern jedesmal wieder aufzustehen, wenn wir fallen."
      ->KsE<-
    • J.C. schrieb:

      Man muss sich selbst lieben können um andere zu lieben, denn man niemanden etwas geben was man selbst nicht hat.
      Ich denke wir müssen hier zwischen Selbstliebe und Narzismus unterscheiden. Narzismus definiert sich für mich als massloses sich selber ins Zentrum stellen und ist meiner Meinung nach ungesund. Jeder wird irgendwie im heutigen Zeitgeist dazu getrieben, sich selber so sehen zu müssen aber ich denke zwei Narzissten können zusammen, wenn sie so bleiben, auf lange Sicht keine Beziehung führen bzw. Generation beziehungsunfähig.

      Selbstliebe definiert sich für mich dadurch, dass man sich selber wohlgesinnt ist. Jemand der beispielsweise eine Diät machen will, tut dies aus Selbstliebe zu sich selber und liebt sich deswegen selber bereits schon lange in einem gesunden Masse und ist in meinen Augen absolut beziehungsfähig und kann auch im zwischenmenschlichen Bereich so für eine andere Person sorgen und sie lieben.

      White schrieb:

      Ich danke für das Lesen. Ich musste das irgendwie noch einmal vollständig irgendwo festhalten für mich selbst und das noch einmal loswerden.

      Ich bin ebenfalls ein Christ und deine Geschichte, und auch dein Mut sie hier zu erzählen, beeindruckt mich. Ich bin mir sicher Gott wird dir die Liebe, die du gegenüber diesem Menschen gezeigt hast, vergelten auch wenn dieser Mensch dir keinen Dank entgegenbringt. Auch darfst du jede Bitterkeit, Abneigung und negative Gedanken und Emotionen, die du gegenüber dieser Person gefühlt oder gedacht oder gesagt hast, für dich persönlich vor Gott bekennen und dafür Vergebung empfangen.

      Ich glaube, dass Gott den Menschen als Mann und als Frau geschaffen hat und er ein tiefes und kostbares Geheimniss in die Gemeinschaft und Liebe zwischen Mann und Frau gelegt hat, die weit über sexuelle Neigung oder Anziehung hinaus geht und unsere tiefsten zwischenmenschlichen Bedürfnisse sättigen kann. Ich hoffe und bete, dass du emotional mit dieser verwirrenden Freundschaft abschliessen kannst und dies im Leben einmal erfahren darfst.

      Liebe Grüsse
      Naser
    • @ White: Ich habe da selbst schon eine Erfahrungen gemacht und habe da auch gerade eine ähnliche Situation (nicht ganz so schlimm), aber ich kann inzwischen damit ganz gut umgehen. Ich will mal ein paar Erfarungen und Tipps weitergeben. Ob sie dir helfen oder richtig für dich sind, musst du selbst entscheiden. Falls du schonmal die Erfahrung gemacht hast, dass eine Freundschaft (oder Beziehung zuende geht) weisst du das das Zeit braucht. Allerdings kannst du einiges tuhen um den Prozess zu beschleunigen und es dir leichter zu machen. Was leichter gesagt als getan ist.

      Allgemein: Zuerst Situation akzeptieren und mich sich selbst Frieden schliessen. Dann Person (emotional) loslassen und abschliessend reflektieren und draus lernen.

      Ob deine ehemalige Freudin jetzt ein gutes oder schlechtes Leben hat ist unwichtig. Das ändert ja nichts an deiner Situation oder wie es dir geht. Ich denke mal nicht das du dich davon emotional abhängig machen willst, wie es ihr geht oder?

      Bzgl Nachdenken/Warum: Ehrlich gesagt bringt das Nichts (zumindest nicht zum jetzigen Zeitpunkt). Zumindest meiner Erfahrung nach und ich habe bei solchen Sachen machmal Wochen und Monate nachgedacht. Entweder ch drehte irgendwann in Kreis mit meinen Gedanken und häufig wenn ich eine Antwort auf das Warum gefunden habe habe ich es mir schön geredet (kurz mich selbst beschissen).

      Versuch den Fokus soweit wie möglich darauf zu lenken auf was du tuhen kannst. Wenn es gerade weh tut, helfen Rituale um es fliessen zu lassen. Wenn gerade Freunde/Familie da sind mit dennen man reden kann ist das schön, aber die sind nicht immer zu Verfügung und dann musst du letzten Endes selbst damit umgehen. Ich selbst höre dann gerne Musik und/oder gehe spazieren.

      Ansonsten eben halt Dinge tuhen die für dich richtig sind und dir gut tuhen. Wichtigen Mitmenschen eine Freude bereiten? Dinge in Angriff nehmen die man aufgeschoben hat?(Neue Menschen kennenlernen? Alleine auf Konzerte, Veranstaltungen und Reisen gehen?) Dinge erleidgen die man ständig aufschiebt....usw.
    • Liebe White,

      danke, dass du dein Erlebnis mit uns geteilt hast, es war interessant das alles aus deiner Sichtweise zu sehen.

      Dein Post hat mir - mal wieder - bewiesen, dass nicht alle Christen automatisch feindlich gegenüber Transsexualität, Homosexualität, etc. reagieren. Das halte ich nach wie vor für ein ganz schlimmes Vorurteil! Denn ich finde, du hast schon so weit es geht Toleranz gegenüber M. bewiesen, weitaus mehr als M. dir gegenüber. M. erscheint mir blind! M. hat sich leider mehr oder minder hinsichtlich der Umstände auch charakterlich verändert - wahrscheinlich ist sie auch eher bewusst zu einem anderen Menschen geworden.
      Was ich für eine Einstellung zu Religion und Christentum habe möchte ich hier nicht genauer erörtern, aber ich glaube auf jeden Fall, dass Gott dir das hochanrechnen wird, wie du dich gegenüber M. verhalten hast. Und bezüglich deiner Sexualität finde ich es sehr stark von dir, dass du dich nicht selbst belügst, ich glaube auch das wird Gott wertschätzen.

      Wie du schon festgestellt hast, hast du zu 100% richtig gehandelt und musst dich für nichts schlecht fühlen. Das ist schonmal der erste Schritt, dass du damit klar kommst. Ich weiß, wie es ist, wenn man Freundschaften kündigt/verliert, manchmal geht es einfach nicht mehr. Ich habe auch schon erlebt, dass ich mich verändert habe und einfach nicht mehr viel damit anfangen konnte, großartig wegzugehen, weil ich arbeiten musste und eine Ausbildung machen wollte. Meine Freundinnen wollten sich damals nur Typen aufreißen und darin hab ich mich gar nicht wiedergefunden. Manchmal ist es dann besser, die Leute machen zu lassen und einen eigenen Weg zu gehen. Ich habe mich damals für den eigenen Weg entschieden, habe dafür jetzt wenig Freunde, aber richtige und weniger anstrengendere Freunde, die auch mal mit mir über mich reden und wollen, dass ich meine Gefühle teile. Natürlich beruht das auch auf Gegenseitigkeit.

      Ich verstehe natürlich, dass dich das nach dieser langen Freundschaft nicht kalt lässt, aber es hat dir doch auch Klarheit darüber gegeben woran du wirklich bei ihr warst. Sie hat nicht gesehen, dass du für sie da warst. Das ist schade, aber zeigt dir, dass die Freundschaft sein Finale erreicht hat. Bestimmt ist es besser so.

      Liebe Grüße
      ladyshanks

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    • Neu

      Hey, da ich einige Aussagen hier durchaus interessant aber viel zu wenig durchdacht finde, möchte ich gerne auch was dazu sagen. Ich nehme diese hier mal als Aufhänger.

      J.C. schrieb:

      Man muss sich selbst lieben können um andere zu lieben, denn man niemanden etwas geben was man selbst nicht hat.

      Aus dieser Aussage ergibt sich für mich eine Frage, die ich im Folgenden mit meiner rein Subjektiven Meinung zu beantworten versuche.


      Muss man wirklich sich selbst lieben, um andere lieben zu können?

      Was bedeutet Liebe für mich?
      Liebe ist für mich das innigste und tiefste Gefühl, das ich für andere (für mich) fühlen kann. Es geht weit über Freundschaft hinaus und bedeutet weitaus mehr als ein "ich mag dich" oder "ich kann dich gut leiden". Liebe bringt Verantwortung mit sich. Zu lieben oder geliebt zu werden ist ein Privileg, welches nicht jeder erfahren hat/wird.

      Die Entwicklung bzw. Erfahren der Liebe erfolgt mMn schon im Bauch der Mutter. Achtet meine Mutter auf die Nahrung die sie mir zuführt? Gibt es mal ein Kaffee, eine Kippe oder ein Glas Sekt zwischendurch? Führt sie sich zu viele Süßigkeiten oder Fettiges (Chips, Pommes) zu, was keinen Mehrwert für mich hat? Schläft sie genug oder macht sie die Nächte durch? Schreit sie ständig ihren Hund oder Mann an?...usw....
      Auf was ich hinaus will, ist Achtsamkeit. Achtet meine Mutter auf mich? Steckt sie für mich zurück? Stellt sie meine Bedürfnisse vor Ihre? Zeigt sie Verantwortung?
      Bekomme ich als Kind Geborgenheit? Ist jemand für mich da wenn ich ihn brauche?
      All das ist für mich steckt assoziiere ich mit der Liebe und es steht für mich in großem Zusammenhang damit, ob ich später ebenfalls in der Lage bin, andere zu lieben. Wie soll ich jemandem anderen liebe geben, wenn ich überhaupt nicht weiß, was liebe ist weil ich nie gelernt habe, was es heißt zu lieben bzw. geliebt zu werden. Es wäre doch nur ein seltsames Gefühl, welches ich vielleicht nicht deuten könnte.

      Weiter sind in diesem Zusammenhang die Empathie und Reflexion, wichtige Aspekte, welche es zu berücksichtigen gilt. Ich muss mich in eine Person hineinversetzen können und versuchen ihre Gefühle nachempfinden zu können. Wenn man z.B. einen Fehler macht, ist es von Vorteil sein Verhalten reflektieren zu können, um sich Fehler eingestehen und diese wieder gut machen zu können.

      Um jetzt aber wieder auf die Frage zurück zu kommen....
      Liebe ist meiner Auffassung nach, kein Gefühl welches man für sich selbst empfinden sollte. Denn Liebe zu sich selbst, geht für mich in eine negative Richtung, nämlich Arroganz. Sich selbst zu mögen und mit sich im "reinen" zu sein ist für mich absolut in Ordnung und kann auch nur positiv für eine Beziehung sein. In einer gesunden Beziehung sollte man nur einen lieben und das ist sein Partner.

      Im Endeffekt muss jeder für sich selber entscheiden, was ihm/ihr liebe bedeutet aber mMn hat eine Person, die sich selber liebt, nicht mehr viel liebe für eine weitere Person im leben zu geben.


      Naser schrieb:

      Ich denke wir müssen hier zwischen Selbstliebe und Narzismus unterscheiden.
      Zitat Wikipedia:
      "Der Ausdruck Narzissmus steht alltagspsychologisch und umgangssprachlich im weitesten Sinne für die Selbstverliebtheit und Selbstbewunderung eines Menschen, der sich für wichtiger und wertvoller einschätzt, als urteilende Beobachter ihn einschätzen. In der Umgangssprache bezeichnet man eine stark auf sich selbst bezogene Person, die anderen Menschen zu wenig Beachtung schenkt, als Narzisst. [1] Der umgangssprachliche Gebrauch des Wortes „Narzissmus“ schließt meist ein negatives moralisches Werturteil über die betreffende Person ein."


      Ich finde, dass das was du unterscheiden möchtest, liegt garnicht so weit von einander entfernt. Natürlich ist hier noch von der narzisstischen Persönlichkeitsstörung als Krankheitsbild zu unterscheiden.

      Die Antwort auf die Frage, ist für mich also ein klares !NEIN! man muss sich selbst nicht lieben, um jemand anderen lieben zu können. Man muss aber wissen, wie man mit diesem Gefühl umzugehen hat und es der Person zeigt. Liebe ist nicht immer einfach aber es ist ein schönes Gefühl, wenn man Liebe geben und erfahren kann.


      Mfg Roastbeef
      Der Garpunkt liegt immer im Auge des Betrachters!


    • Neu

      Ich hatte eine Phase, in der ich mich definitiv nicht geliebt habe und in dieser Zeit fiel es mir tatsächlich sehr schwer anderen Emotionen bzw. "Liebe" entgegenzubringen. Ich hatte Probleme überhaupt etwas zu empfinden. Das war die schwerste Zeit meines Lebens und das hat mir gezeigt, wie wichtig Liebe ist - auch die Liebe zu sich selbst.

      Meiner Erfahrung nach hilft es also "Liebe" zu sich selbst zu empfinden, um diese auch anderen entgegenbringen zu können.
      Man wird ansonsten große Schwierigkeiten in Beziehungen haben und auch dem Partner das Leben unnötig erschweren.
      Ich möchte kurz erklären, wie ich das meine:

      Ich denke fast jeder Mensch "liebt" sich selbst. Das gilt sowohl für den Körper, als auch für den Charakter.

      Körper: wir ernähren und pflegen uns. Wahrscheinlich achten wir auf unsere Gesundheit und vermeiden es uns bewusst Schaden zuzufügen. Ich wasche mich, rasiere mich und putze mir meine Zähne. Nicht aus Spaß, sondern weil mir mein Körper wichtig ist. Ich möchte ihn pflegen und gut behandeln, weil ich ihn Liebe (und damit ich nicht stinke ^^).

      Charakter: Ich gehe davon aus, dass man seinen Charakter immer liebt. Ansonsten würde man sich doch nie wohl in seiner Haut fühlen und alles mögliche Versuchen etwas zu ändern. Natürlich gibt es immer Eigenschaften, an denen man arbeiten möchte, aber insgesamt gesehen mag man sich als Menschen (es sei denn man hat eventuell schwere Depressionen). Wie soll man sonst auch eine Beziehung führen? Wenn ich mich selber nicht mag, also für einen unsympathischen Menschen halte, wer soll es sich dann antun mit mir zusammen zu sein? Ich würde es dann doch niemanden zumuten, weil ich denken würde, dass derjenige gar nichts an mir mögen kann und ich eher eine Last für ihn bin.

      Eine gesunde Liebe zu sich selbst macht oft das Leben und Beziehungen leichter. Die Kunst besteht nur darin sich nie mehr zu lieben als andere.
      Alleine zu trinken ist wie in Gesellschaft zu kacken

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    • Neu

      Roastbeef schrieb:

      Ich finde, dass das was du unterscheiden möchtest, liegt garnicht so weit von einander entfernt.
      Doch, ich denke schon. Selbstliebe und Selbstverliebtheit unterscheidet sich in etwa so wie Verliebtheit und Liebe. Sind gute Eltern denn in ihre Kinder verliebt? Eher nicht. Lieben gute Eltern ihre Kinder? Ja, natürlich. Selbstliebe ist, wenn ich für mich sorge, auf mich achte und mir wohlgesinnt bin. Wenn ich müde bin, dann schaue ich das ich mich erholen kann. Wenn ich Hunger habe, schaue ich das ich etwas Leckeres essen kann. Wenn ich beruflich oder persönlich wachsen möchte, dann schau ich ebenfalls dazu. Ich sorge mich um mich und für mich. Und auch wenn es nur ist, dass ich mit meinem Äusseren unzufrieden bin und entscheide mehr Sport zu machen und gesünder zu essen, dann tue ich das weil ich denke, dass es gut für mich ist bzw. aus Selbstliebe. Lieben wir uns auf diese Art selber? Wenn ja, können wir das auch für andere Personen in unserem Leben.

      Liebe heisst für mich bei einer Partnerin ihr wohlgesinnt zu sein, für sie zu sorgen, auf sie zu achten, auf sie aufzupassen, mit ihr an ihren Fehlern zu arbeiten, in Schwierigkeiten zu helfen und so in Tat zu lieben. Ich denke das ist ein Unterschied zu Verliebtheit.
    • Neu

      Ist ein interessantes Thema, welches ihr da diskutiert.

      "Man muss sich selbst lieben können, um jemand anderes lieben zu können"

      Ich für meinen Teil finde, dies ist zu 100% so.

      Ich kann hier auch leider aus Erfahrung sprechen. Vor fast einem Jahr habe ich mich von meiner, jetzt Ex, Freundin getrennt, einfach weil wir beide Wracks waren.
      Bzw was heißt Wracks. Wir waren aber nicht mehr imstande uns Liebe zu geben. Ich hatte Depressionen hinter mir und Bandscheibenprobleme + 2 Rehas, ich hatte also viel an mir zu arbeiten.
      Und solange ich noch an mir arbeiten musste, um mich in den Griff zu kriegen, fiel das Liebe geben extremst ab und vor allem auch schwer. Sie hat es natürlich auch etwas runtergezogen, aber was mich vor allem gestört hatte war, dass sie nicht mehr so war, wie sie sonst war. Sie hätte alles für mich getan, ohne auf sich zu achten, was ich in einer Beziehung auch gut und auch richtig finde, das man
      ohne zu zögern dem anderen zur Seite und hinter den Dingen steht, die der Partner tut.
      Allerdings bin ich auch ein recht rationaler Mensch und kann dieses Verhalten nur dann akzeptieren, wenn man sich selbst dafür nicht aufgibt, und dies war der Fall. Sie hat nichts mehr für sich getan.
      Ihr ging es nur noch um mich und ich war zu der Zeit nicht zufrieden mit mir, weshalb alles auf einmal kam. Uns ging es also beiden langsam schlechter, Beziehungsmäßig, mir, weil ich viel für mich tun musste, ihr, weil sie nicht auf sich Acht gegeben hat und ich ihr nicht mehr alles geben konnte, ohne erst wieder in alte Muster zu fallen. Dies hat sich dann über einen längeren Zeitraum gezogen, bis ich es nicht mehr aushielt.

      Also entschließ ich mich dazu, es zu beenden, für unser beider Wohl. Sie war erstmal komplett fertig und hat es zu Anfang nicht verstanden, heute aber ist sie mir dankbar dafür, dass ich ihr wieder die Chance gegeben hab, zu sich zu finden und selber ein Leben zu führen. Für mich war es genauso. Ich bin ausgezogen, neue Wohnung, habe mein Leben nun in Griff für mich und bin super zufrieden mit mir, so wie sie es mit sich ist. Ich habe sie wirklich geliebt aber konnte sie nicht mehr lieben, ich glaube auch heute noch sie zu lieben und wer weiß, vielleicht finden wir beide ja irgendwann mal wieder zueinander, mit unserer beider Ichs, die wir selber lieben, um uns gegenseitig zu lieben.

      Zu welchem Entschluss bringt mich das? Genau zu diesem "Wir haben uns geliebt, ohne dass wir uns lieben konnten"
      Auch etwas was ich in der Reha gelernt habe, die eigene Gesundheit sollte IMMER Priorität haben. Wir haben nur dieses eine Leben, also seid etwas egoistischer, ohne andere damit verletzen zu müssen.
      Seid ehrlich wenns euch grad nicht gut geht, obwohl ihr zu etwas vor Wochen zugesagt habt, seid einfach ehrlich. Sucht keine Ausreden. Die Menschen werden es verstehen, wenn ihr ihnen wichtig seid.

      Wenn man sich an diese "Grundprinzipien" hält, wird einem das Leben wesentlich entspannter und leichter fallen. Natürlich gibt es immer mal Gefühle und Chaos, aber diese 2 Dinge sollte man immer ganz oben stehen haben. In einer Beziehung muss man natürlich auch mal Kompromisse eingehen, wenn man natürlich nichts mit der Freundin macht, was einem nicht gefällt, sie aber alles macht, was ihr eigentlich nicht gefällt, sag ich direkt, das ist keine Basis für eine Beziehung. Kompromisse sind also schon wichtig.

      So, genug von, ich zitiere mal DR Kelso (Scrubs) " ich wollte nur Smalltalk und nicht -mein deprimierendes Leben in 20 Sekunden-" :D
      Vielleicht hilft mein "Erfahrungsbericht" ja etwas, bei eurer Antwortsfindung.
    • Neu

      Dann werfe ich auch mal meinen Hut in den Ring.

      @Bee hat eine Perspektive geschildert die bisher doch recht untergegangen ist. Wie fühlt sich derjenige, der Liebe von jemandem emfängt, der seinen eigenen Wert nicht schätzt?

      Das kann in zwei Richtungen gehen.
      Einmal den Fall von Bee, der die Reißleine für beide gezogen hat um sich von dieser Last (und das soll bitte keiner böse nehmen) zu befreien damit beide die Chance haben im Leben weiter zu kommen.
      Oder die zweite Option, dass der dominantere Partner diese Liebe ausnutzt, der liebende Partner nach und nach seinen Wert mehr und mehr vergisst und am Ende eine Abhängigkeit vom Partner entwickelt hat. In dem Fall reden wir von Missbrauch.

      Jeder hat seine eigenen Kämpfe auszutragen und es ist großartig jemanden, zwischen den Runden, in seiner Ecke zu haben, der einen aufbaut. Jemand der einen auch mal in den Arsch tritt, weil man in alte Muster fällt. Jemand den man um Rat bitten kann um durch die Deckung des Gegners zu kommen, weil man selber keine Öffnung sieht. Und wenn man verliert ist es auch okay sich an deren Schulter auszuheulen. Wenn allerdings die Ringglocke ertönt muss ich wieder auf die Beine kommen und meine Fäuste heben. Keiner kann mir diesen Kampf abnehmen. Derjenige der mich unterstützt hat, kämpft nämlich an anderer Stelle selber. Und dann muss ich in deren Ecke stehen.

      Von jemandem, der selber nur durchs Leben stolpert und nicht versucht sich zu verbessern kann ich ab einem gewissen Punkt nichts mehr lernen. Und ich möchte weder stehen bleiben noch jemanden mitschleifen, der keine Eigeninitiative zeigt. Ich bin bereit zu helfen wenn ich sehe jemand tut sich schwer, aber er muss den Willen zeigen weiter zu kommen. Sonst, und das klingt jetzt hart, ist er mir nur ein Klotz am Bein. Und ich hab schon mein eigenes Päckchen zu tragen.
      Asuka 's gonna kill you!
    • Neu

      Da kommt man von der Uni nach Hause, will sich ins Bett legen und stellt beim Überfliegen der Themen am Handy fest, dass ein unglaublich interessantes Thema aufgerollt wurde. Ich konnte es mir nicht nehmen lassen, auch kurz meinen Senf zum Thema Liebe abzugeben. Auf zwei Begriffspaare möchte ich gleich näher eingehen:

      - "Selbstliebe - Wertschätzung"
      - "Liebe - Verliebtheit"

      Ein paar Dinge vorweg: Es vermag in der Gesellschaft zwar eine bestimmte Definition für die Liebe geben, welche uns die Möglichkeit gibt, Gefühle und Verhaltensmuster einordnen zu können, aber wie man schon ganz gut an den individuellen Meinungen in den Beiträgen hier erkennen kann, hat jeder Mensch bis zu einem gewissen Grad eine eigene Vorstellung und Interpretation von Liebe, Selbstliebe, Wertschätzung und der Verliebtheit. In einer Situation, in welcher ich beispielsweise Verliebtheit spüre, nimmt ein anderes Individuum vielleicht etwas anderes wahr. Noch stärker lässt sich dieser Kontrast vermutlich darstellen, wenn man sich Personen vorstellt, die in Beziehung miteinander stehen. In Anblick und Gegenwart des Gegenübers fliegen bei der einen Person quasi die Schmetterlinge im Bauch, die andere Person hingegen empfindet dies nicht. In ein und derselben Situation interpretieren die zwei an der Situation beteiligten Menschen einen Vorgang unterschiedlich. Dieses Beispiel ist insofern relevant, weil es zeigt, dass Liebe nicht zwingend erwidert werden muss. Ich bin zudem fest davon überzeugt, dass jedes Erlebnis unserer Vergangenheit eine Prägung in uns hinterlässt, welche beispielsweise unsere Interpretation, Wahrnehmung oder auch Gefühle beeinflusst. Ein Beispiel.: Jemand der in seiner Kindheit ein traumatisches Erlebnis mit einem Hund hatte, wird sich in späterem Alter vielleicht schwer damit tun, einen Hund als Haustier zu lieben. Die Liebe, von der ich hier spreche, ist bitte vom Begriff der Zoophilie (körperlichen Zuneigung zu Tieren) abzugrenzen.

      Die Liebe im Allgemeinen wird oft auf die klassische "Liebesbeziehung" zwischen zwei Personen reduziert, welche sich sowohl gegenseitige Zuneigung schenken, als auch ein körperliches Begehren verspüren. Doch wie @Roastbeef schon geschrieben hat, gibt es auch andere Formen der Liebe. Man kann seinen Hund lieben, Familienmitglieder, Freunde oder sein persönliches Hab und Gut. Überspitzt formuliert kann man eigentlich alles lieben. Und jeder Mensch auf dieser Welt wird ganz nach seinem persönlichen Empfinden einen anderen Hintergrund oder eine Vergangenheit aufweisen, welche als Grundlage für diese Liebe fungieren kann. Das lässt sich - wie bereits weiter oben dargelegt - insofern gut beschreiben, da beispielsweise ein Mensch einen anderen Lieben kann, selbiges jedoch für eine dritte Person unmöglich ist. Mit diesen Gedanken als Basis wage ich nun den Sprung zu den zwei Begriffspaaren:

      Selbstliebe - Wertschätzung
      Per definitionem ist die Selbstliebe die allumfassende Annahme seiner selbst. Oft fällt dieser Begriff auch in Zusammenhang mit Selbstachtung, dem Selbstvertrauen oder dem Selbstwert. Ich bin dankbar, dass @Bee zu diesem Thema eine persönliche Meinung geäußert, die mit der meinigen nicht einhergeht, da sich unter anderem dadurch zeigt, wie unterschiedlich wir Menschen sind. Entgegen der Meinung, dass man sich selbst lieben muss, um jemanden lieben zu können, vertrete ich die Auffassung, dass man auch lieben kann, ohne sich selbst zu lieben. So ist es mir beispielsweise möglich, meine Freunde und Familie zu lieben, ohne mich dabei selbst zu lieben. Selbiges gilt auch für einen Partner. Ich sehe Liebe unter anderem als ein Indiz dafür, wie weit jemand dazu bereit ist für eine andere Person geben und ich denke, dass man sehr wohl geben kann, auch wenn man sich selbst nichts zu geben hat. Selbstverständlich kann diese Denkweise langfristig in einer zwischenmenschlichen Beziehung schädlich sein, muss es aber nicht. Ich kann von mir selbst behaupten, dass ich die wenigen Partnerinnen die ich hatte alle geliebt habe. Zweifellos. Ich kann aber auch mit Sicherheit sagen, dass ich mich zu keiner Zeit hundertprozentig selbst geliebt bzw. diese allumfassende Annahme meiner selbst verspürt habe. Zudem kann einem der passende Partner vielleicht auch dabei helfen, sich selbst zu lieben.

      Wenn unsere Interpretation, unser Charakter, unser Handeln ein Produkt unserer Vergangenheit ist, dann ist es zwangsläufig auch die Selbstliebe. Ich denke, dass ein Mensch durch sein Handeln durchaus dafür sorgen kann, dass man sich selbst liebt, in dem er dieses Gefühl bei seinem Gegenüber auslöst. Insofern könnte man sich erdreisten die Fragen in den Raum zu stellen, ob die Beziehung an deiner Selbstliebe gescheitert ist, oder womöglich einfach an der unpassenden Partnerwahl. Lediglich eine von vielen Optionen! Ich persönlich Differenziere Selbstliebe und Wertschätzung, aber auch Selbstliebe und Zufriedenheit. Es versteht sich, dass sowohl die Wertschätzung, als auch die Zufriedenheit ein Teil der Selbstliebe sein kann, doch es ist in meinen Augen ebenso möglich, mit sich zufrieden zu sein, also sich zu schätzen, ohne sich zu lieben. Der von mir in diesem Fall bevorzugte Begriff ist Akzeptanz und darin sehe ich den Schlüssel zu einem erfüllten Leben. Ich muss mich nicht lieben, doch ich muss akzeptieren, dass sich gewisse Dinge nicht ändern lassen und damit leben. Es ist selbstverständlich nicht auszuschließen, dass die Akzeptanz einfach nur mein persönlicher Lösungsweg ist, da die Vergangenheit dafür gesorgt hat, dass ich mich nicht dazu in der Lage sehe Selbstliebe zu empfinden. Ich teile aber den Gedanken der "Grundprinzipien", die man für sich selbst einrichten sollte.

      Liebe - Verliebtheit
      Liebe, Verliebtheit. Kaum einer hat sich mit diesen Gefühlen noch nicht konfrontiert gesehen. Ob es nun der Schwarm in der Schule war, die Zuneigung einer Mutter oder einfach nur das Haustier, welches seit Jahren mit einem aufwächst. Teils erscheint die Liebe paradox, wo es doch Sie ist, die dafür sorgt, dass wir uns so selbstsicher wie noch nie zuvor gefühlt haben und im nächsten Moment im Abgrund versinken wollen. Und unter anderem ist es auch die Liebe, die uns dazu veranlasst selbstlos zu agieren, anstatt an sich selbst zu denken. Und das setzt nicht zwingend voraus, dass sich zwei Menschen in einer "Liebesbeziehung" befinden. Vorab differenziere ich zwischen dem Begriff "verliebt sein" und der "Liebe" selbst, wobei es in manchen Situationen gar nicht so einfach ist, diese zwei Komponenten zu unterscheiden. Die Verliebtheit beschreibt bekanntlich die Phase der "rosaroten Brille", Dopamin ("Belohnung") wird vermehrt ausgeschüttet, ebenso wie Serotonin und andere Botenstoffe. Gedankt sei der Forschung, welche die Verliebtheit nicht als reines Phänomen akzeptiert hat, sondern handfeste Beweise liefert. In den meisten Fällen ist es meiner Erfahrung nach aber so, dass sich diese Phase auf einen Zeitraum von maximal 2 Jahren beschränkt, ehe der "gewohnte Alltag" zum Vorschein kommt. Die Verliebtheit selbst kann einerseits dafür sorgen, dass zukünftig relevante Thematiken unbewusst ausgeblendet werden, was später zu einer Herausforderung werden kann. Andererseits kann die Verliebtheit den Grundstein für eine langfristige "Liebesbeziehung" darstellen, indem sich zwei Menschen zu lieben lernen. Das soll aber keinesfalls suggerieren, dass Verliebtheit eine Voraussetzung für Liebe ist.

      Die Liebe selbst ist meiner Meinung nach nie grundlos, sondern beschreibt vielmehr ein Gefühl welches beispielsweise bestätigt, erwidert oder anerkannt wird. Ein Mensch fühlt sich geliebt, weil er körperliche Nähe erfährt, ein anderer, weil er sich wertgeschätzt fühlt und zumeist ist die Liebe eine Mischung aus vielen solcher Faktoren. Der Grund kann manchmal offensichtlich sein, aber ebenso im Verborgenen liegen und sich einem nie erschließen. An diesem Punkt angelangt möchte ich kurz an dem Beitrag von @ThePrototype anknüpfen, denn ich möchte die zwei von dir genannten Richtungen um eine weitere ergänzen: Es muss weder die Reißleine gezogen werden, noch wird Dominanz ausgeübt. Ich bin davon überzeugt, dass jemand auch Liebe empfangen kann und sich dadurch gestärkt fühlt. Die Liebe kann in diesem Fall als eine Art Impuls gesehen werden, der den Menschen zu einer Entwicklung anregt. Selbstverständlich kann dir niemand deinen Kampf abnehmen, ähnlich wie man sich in einer Psychotherapie letzten Endes nur selbst helfen kann, doch es liegt durchaus im Bereich des Möglichen, dass man bei diesem Kampf unterstützt wird. Und ich bin auch nicht der Auffassung, dass man von jemandem der nur durchs Leben stolpert nichts mehr lernen kann. Gerade durch Fehler lernt man und gerade von einem Menschen, der in deinen Augen viele Dinge falsch macht, kannst du für dich persönlich einiges mitnehmen. Alleine durch die Feststellung, dass du von diesem Menschen nichts lernen kannst, hast du streng genommen etwas gelernt. Wenn du tiefer gehst, kannst du das Verhalten und die "Fehler" (Liegt im Auge des Betrachters) beobachten und daraus einen Schluss oder eine Erkenntnis ziehen, dass du dies zum Beispiel nicht so machen willst, was in weiterer Folge eine Entwicklung deiner selbst darstellt. Womöglich sorgt genau das Handeln dieser Person dafür, dass du dazu in der Lage bist, dich selbst zu lieben. Mir ist jedoch bewusst, dass man zum Schutz eine Grenze ziehen kann, wie du gut beschrieben hast (Klotz am Bein).

      Mein persönlicher Zugang zur Liebe lässt sich wie folgt beschreiben: Ich liebe meine Familie, meine Freunde, auch wenn ich aufgrund des gesellschaftlichen usus nicht so weit gehe und meinen Freunden ins Gesicht sage, dass ich sie Liebe. In Bezug auf die "Liebesbeziehung" habe ich für mich erkannt, dass Anerkennung und Rückhalt primär eine große Rolle spielen, aber auch Respekt, Treue, Vertrauen und Offenheit. Gerade in den letzten Jahren musste ich für mich persönlich feststellen, dass es mir unfassbar schwer fällt, Anerkennung und Zuneigung zu differenzieren. So neige ich aufgrund meiner Vergangenheit beispielsweise verhältnismäßig leicht dazu, Gefühle für eine Frau zu entwickeln, die mir ein Gefühl von Anerkennung vermittelt, das ich fälschlicherweise als Zuneigung assoziiere. Und anhand dieses Beispiels lässt sich glaube ich abschließend ganz gut festhalten, dass die Liebe des Einzelnen immer etwas Subjektives sein wird und sich von Individuum zu Individuum verschieden gestaltet. Es gibt zwar aufgrund des menschlichen Bestrebens nach Klarheit und der Wahrheit eine Definition der Liebe, doch die Liebe der einzelnen Individuen selbst lässt sich in meinen Augen niemals zu hundert Prozent definieren. Und wie sich zumindest anhand meiner selbst zeigt, ist manchmal nicht einmal der Einzelne (Ich) dazu in der Lage, die Liebe klar zu definieren.

      "Was ist ein Ozean, wenn nicht eine Vielzahl an Tropfen?" Ich bin dazu in der Lage einen Ozean (Die Liebe) zu betrachten, doch seine Einzelheiten (Die Tropfen) werde ich niemals zu hundert Prozent erkunden können. Und fern ab von meinem teils paradoxen Text, in welchem ich einerseits versuche zu definieren, nur um schlussendlich eben jene konkrete Definition auszuschließen, so ist es manchmal vielleicht einfach am Besten, wenn eben nicht alles klar und deutlich ist.

      Ich wünsche euch eine gute Nacht!

      lg Viva
      Die Ursache der eigenen Handlung in der Gegenwart liegt in der Zukunft.

      Dieser Beitrag wurde bereits 9 mal editiert, zuletzt von Vivalakid ()

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      Vivalakid schrieb:

      Per definitionem ist die Selbstliebe die allumfassende Annahme seiner selbst. Oft fällt dieser Begriff auch in Zusammenhang mit Selbstachtung, dem Selbstvertrauen oder dem Selbstwert. Ich bin dankbar, dass @Bee zu diesem Thema eine persönliche Meinung geäußert, die mit der meinigen nicht einhergeht, da sich unter anderem dadurch zeigt, wie unterschiedlich wir Menschen sind.

      Ich denke die Meinungen unterscheiden sich hier zum grössten Teil nur in den Definitionen. Ich persönlich unterscheide zwischen Annahme und Selbstliebe. Ich denke Selbstliebe ist notwendig um eine Beziehung führen zu können aber mit Selbstliebe meine ich die fürsorgliche Liebe für sich selber und nicht allumfassende Annahme seiner selbst.

      Würden wir allumfassende Annahme seiner selbst als Voraussetzung sehen, um beziehungsfähig zu sein, dann wäre ja kaum einer beziehungensfähig? Ich wäre es jedenfalls nicht. Weil ich finde nicht alles an mir toll und ich denke das muss ich auch nicht. Ich bin zum Beispiel ein recht ruhiger und phlegmatischer Mensch und wäre gerne heiterer, lebhafter und geschwätziger. Oder meine Zähne sind zum Beispiel ein wenig schief und hätte gerne geradere Zähne. Aber ich denke ich kann diese allumfassende Annahme dieser Dinge, die ich gerne anders hätte, getrost dem Partner überlassen, der dann vielleicht genau diese Dinge dann richtig toll an mir findet.

      Ich denke unsere Generation muss vorsichtig sein, sich nicht zu sehr mit sich selber zu beschäftigen und eine Art Selbstverliebtheit zu suchen, die wir vielleicht gar nie erreichen werden oder schnell wieder verlieren würden und uns dadurch dann gute und schöne Dinge, wie Beziehungen, zu verbocken.

      Ich denke wir müssen nicht in uns selber verliebt sein um uns in andere verlieben zu können. Wir müssen uns aber fürsorglich lieben können um andere fürsorglich lieben zu können.
    • Neu

      Zuerst einmal, freut es mich, dass dieses Thema noch die verschiedensten User aus der Reserve gelockt hat.
      Damit haben sich viele verschiedene Ansichten und Meinungen hier gesammelt, welche zum Teil auch meinen Horizont zum Thema Liebe erweitert haben, was auf jeden Fall einer von wenigen Gründen ist, warum ich überhaupt hier bin und einen Beitrag verfasse. Ich möchte meine Meinung teilen, reflektieren und evtl. optimieren.
      Ich akzeptiere und respektiere jede einzelne Meinung, teilen muss und kann ich viele natürlich nicht, was aber auch nicht weiter schlimm ist! Wenn alle so denken würden und die gleiche Meinung hätten wie ich, wäre das doch langweilig.

      Vor allem im Bezug auf die Liebe, glaube ich, dass jeder seine eigene Definition aufgrund seiner Erfahrungen/Erlebnisse entwickelt hat und das ist auch gut so.
      Deshalb gehört dieses Thema wahrscheinlich zu den Themen, welche man "tot diskutieren" könnte und dennoch nicht auf einen Nenner kommt.

      So Kontrovers der Beitrag von @Vivalakid teilweise auch geklungen haben mag, zeigt genau dieser wie kompliziert und vielschichtig das Thema liebe doch ist. Das ist übrigens positiv gemeint. :D

      Auf einen Punkt, den @Naser über mir anspricht, möchte ich auch noch kurz eingehen weil genau da für mich der Knackpunkt ist.
      Ich persönlich definiere die Selbstliebe nämlich als die allumfassende Annahme seiner selbst. Und das Wort "allumfassend" beinhalt mMn so viele Aspekte, die einfach nicht nötig sind, um jemand anderen zu lieben. Anders kann ich den jenigen, die sagen, dass die Selbstachtung, das Selbstbewusstsein, das Selbstwertgefühl und die Selbstakzeptanz , relevante Faktoren für eine intakte Beziehung sind, nur zustimmen. Für mich aber sind diese Begriffe nicht der Selbstliebe gleichzusetzen, sondern bestenfalls ein geringer Bestandteil dieser.
      Liebe mit nur wenigen Worten beschreiben zu können, wäre dann doch ein bisschen zu einfach. Für mich zumindest....


      Mfg Roastbeef
      Der Garpunkt liegt immer im Auge des Betrachters!


    • Neu

      Ein unglaublicher Zufall - aus gegebenem Anlass beschäftige ich mich gerade selbst ganz intensiv mit diesem Thema und da kommen so wunderschöne, persönliche und intensive Beiträge hier im Forum zusammen.

      Ich denke auch, dass gerade die Auffassung von Selbstliebe, Liebe, Zuneigung etc. etwas sehr individuelles ist. Wie habe ich Liebe in meiner Vergangenheit erfahren, was und wer hat mich geprägt? Das hängt - finde ich - auch ganz stark mit unseren jeweiligen Persönlichkeitsstrukturen zusammen. Habe ich in der Vergangenheit zum Beispiel schlechte Erfahrungen gemacht und habe dadurch Verlustängste entwickelt, gehe ich ganz anders damit um, wenn mir jemand Zuneigung (egal in welcher Form) entgegenbringt, als jemand, der anders aufgewachsen und andere Erfahrungen hat.

      Dann stellt sich die Frage, wem bringe ich meine Gefühle entgegen? Und wie intensiv? Ich liebe meine beste Freundin anders intensiv als eine 'sehr gute' Freundin. Ich liebe meine Großmutter anders als meine Mutter oder meine liebste Tante.

      Naser schrieb:

      Ich denke wir müssen nicht in uns selber verliebt sein um uns in andere verlieben zu können. Wir müssen uns aber fürsorglich lieben können um andere fürsorglich lieben zu können.
      Ja, das sehe ich ähnlich. Wenn ich gerade depressiv bin oder durch eine schlechte Zeit gehe, bin ich vielleicht nicht in der Lage, Liebe zu geben - brauche sie aber selbst mehr denn je. In so einer Zeit bin ich dann auch mehr damit beschäftigt, mir gegenüber fürsorglich zu sein und auf mich zu achten. Also kann ich diese Energie nicht auf andere Menschen verwenden, so traurig das ist. Aber wenn ich mich selbst liebe im Sinne von, ich achte auf mich, ich behandle mich und meinen Körper respektvoll und umsichtig, dann kann ich das auch anderen entgegenbringen.

      Selbstliebe ist für mich daher Selbstrespekt und Selbstfürsorge. Diese Selbstliebe kann allerdings leiden, wenn ich mich in einen anderen Menschen verliebt habe, der mir nicht das gleiche entgegenbringt oder mir in anderer Weise nicht gut tut. Bin ich zum Beispiel nicht selbstbewusst genug oder zu schwach in meinem Selbstrespekt, kann sich die Frage auftun, ob ich denn nicht liebenswert bin. Viele Menschen fangen aus einer solchen Unsicherheit heraus an, geradezu verzweifelt nach einem Partner zu suchen, so dass man sich in eine Abwärtsspirale begibt und erst recht niemanden findet. Man möchte schließlich um seiner selbst willen geliebt werden und nicht, weil man zufällig in ein Beuteschema passt oder einfach das richtige Geschlecht hat.

      Liebe - Zuneigung: Dies beruht finde ich ganz stark auch auf Vertrauen und hier zähle ich auch die Liebe mit hinein, die ich für meine engsten Freunde empfinde. Bei diesen Menschen kann ich sein, wie ich bin. Sie nehmen mich an mit all meinen negativen wie positiven Eigenschaften. Das ist für sich genommen ganz intensiv und mir reicht es meistens die Stimme meiner besten Freundin zu hören und schon kann die Welt wieder in Ordnung sein.

      Liebe - Verliebtsein: Hier kann ich jemanden "lieben", den ich eigentlich gar nicht kenne. Ich verliebe mich in eine Kombination aus Aussehen-Verhalten-Eigenschaften und blende höchstwahrscheinlich alles Negative erstmal aus. Dieser Mensch muss meine Gefühle nicht erwidern und im schlimmsten Fall tut er das auch nicht. Auch hier sehe ich Abstufungen:

      - Ego-Verliebtsein: Die andere Person gefällt einem, erwidert das aber nicht und man fühlt sich in seinem Ego gekränkt oder man braucht dieses Gefühl gerade nur, um sich - warum auch immer - selbst gut zu fühlen. Hier geht es einem nicht wirklich um die andere Person als Mensch.
      - "Richtiges" Verliebtein: Ich weiß nicht genau, wie ich das nennen soll... damit meine ich die ehrlichste und aufrichtigste Form, die ganz selten passiert, manchen vielleicht sogar nie. Man liebt die andere Person so wie sie ist. Mit allen positiven und negativen Eigenschaften. Auch wenn die andere Person meine Gefühle nicht auf die gleiche Weise erwidert, möchte ich, dass es dieser Person gut geht und sie glücklich ist. Auch wenn es nicht mit mir ist.
      - Verliebtsein, weil die andere Person einem guttut: Ich kann mich verlieben (= eine tiefe Zuneigung haben) in eine Person, von der ich mich geliebt fühle. Allerdings ist das nicht so intensiv und allumfassend wie das "richtige" Verliebtsein.

      Ich finde es sehr schwer, meine Gedanken dazu so wunderbar in Worte zu fassen wie meine Vorredner, aber vielleicht wird doch etwas klar, was ich meine.

      Vivalakid schrieb:


      Es gibt zwar aufgrund des menschlichen Bestrebens nach Klarheit und der Wahrheit eine Definition der Liebe, doch die Liebe der einzelnen Individuen selbst lässt sich in meinen Augen niemals zu hundert Prozent definieren. Und wie sich zumindest anhand meiner selbst zeigt, ist manchmal nicht einmal der Einzelne (Ich) dazu in der Lage, die Liebe klar zu definieren.

      "Was ist ein Ozean, wenn nicht eine Vielzahl an Tropfen?" Ich bin dazu in der Lage einen Ozean (Die Liebe) zu betrachten, doch seine Einzelheiten (Die Tropfen) werde ich niemals zu hundert Prozent erkunden können. Und fern ab von meinem teils paradoxen Text, in welchem ich einerseits versuche zu definieren, nur um schlussendlich eben jene konkrete Definition auszuschließen, so ist es manchmal vielleicht einfach am Besten, wenn eben nicht alles klar und deutlich ist.

      Eigentlich ist Liebe am Ende auch genau das: Das Unklarste, Ungreifbarste, Individuellste im Leben. Vielleicht schmerzt es gerade deshalb so sehr, wenn wir sie nicht fassen können und unglücklich sind - weil wir uns so sehr nach Klarheit und Antworten sehnen. Meiner Erfahrung nach, ist es manchmal wirklich das Beste, wenn man nicht versucht alles zu greifen und die Dinge (aka meine Gefühle und die anderer) so zu akzeptieren, wie sie eben gerade sind.
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      Wenn jemand unglücklich mit sich selbst ist, ist er dann automatisch unfähig zu lieben? Jemand, mit weniger Selbstwertgefühl hat es genauso verdient zu lieben, wie jeder andere und ich glaube durchaus, dass so jemand auch Liebe erfährt und Liebe geben kann. Es gibt doch verschiedene Formen von Liebe, nehmen wir mal als Beispiel die Mutterliebe. Eine Mutter liebt ihr Kind trotzdem, auch wenn sie vielleicht nicht die Glücklichste ist. Ich glaube nicht, dass man da einfach sagen kann, jemand der sich selbst nicht liebt, kann niemanden lieben.

      Ich finde es eher ungerecht, sowas zu behaupten. Ich glaube, dass Liebe nicht davon abhängig ist, was für eine Persönlichkeit man hat, sondern lebt sie in uns allen. Sie definiert sich nicht über Aussehen, Persönlichkeit, Rasse, Religion, sexueller Orientierung, etc. Die Liebe ist ein Gefühl, das wir alle unterschiedlich erleben. Ich glaube auch nicht, dass irgendeinem Menschen mehr Liebe zusteht als einem anderen. Die Liebe ist für mich immer gerechtfertigt und keine Einbildung, es gibt sie wirklich, auch wenn sie weh tun kann.

      Jedes Lebewesen hat so etwas Wunderbares verdient. Ob das jetzt die Liebe zu einem Partner, Geschwisterliebe, eine Freundschaft oder die Liebe zu dem eigenen Haustier ist, wie die Liebe gelebt wird ist völlig gleichgültig. Sei ein Mensch auch noch so furchtbar, irgendjemand liebt ihn immer z.B. die Familie. Natürlich gibt es auch Menschen, die wenig Liebe erfahren haben und entsprechend andere Menschen auch so behandeln, aber das hat für mich umso mehr Gründe, warum dieser Mensch Liebe verdient hat. Man kennt die Hintergründe und Motive von Menschen oftmals viel zu wenig, um ernsthaft behaupten zu können, jemand kann nicht lieben. Wie tief geht Liebe eigentlich? Man kann einen schlimmen Menschen auch trotzdem lieben, einfach weil man die Ecken und Kanten akzeptiert und an die Stärken dieses Menschen glaubt, natürlich machen die Schwachstellen uns auch zu dem, was wir sind. Und ich glaube, das macht Liebe erst wirklich aus, dass man jemanden trotzdem bei sich haben will und seine Schwächen wertschätzt. Andersherum wäre es für mich keine Liebe.

      Für mich ist Liebe etwas besonderes, auch wenn sie schwierig zu definieren ist. Sie ist die Grundlage für jede Beziehung.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ladyshanks ()

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      Um es Mal etwas kürzer zu halten...
      Wer sich selbst nicht liebt ist mMn dennoch zu 100% in der Lage andere Menschen von ganzem Herzen zu lieben!

      Ich kenne beides aus eigener Erfahrung
      Manchmal kann ich mich selber einfach nicht leiden... Sei es aus vergangenen taten oder wegen der Tatsache wie es gerade um einen steht.

      Ich habe aber einen wundervollen Sohn und die dazugehörige Mutter, die ich immer bedingungslos lieben werde!
      Achtung! Ein einziger Buchstabendreher kann eine Signatur urinieren!