Was gefällt euch nicht an One Piece?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen zum Einsatz von Cookies
    Beachten Sie zudem unsere Datenschutzerklärung: Pirateboard.net - Datenschutzerklärung

    • One Piece war lange Zeit mein Lieblingsmanga, wurde mit der Zeit für mich jedoch immer uninteressanter. Und das hat verschiedene Gründe. Auf einige dieser Gründe möchte ich im Folgenden kurz eingehen.

      Die Handlung von One Piece lässt sich grob in drei Abschnitte einteilen, die unterschiedliche Vor- und Nachteile haben.

      Der erste Abschnitt der Handlung war der East-Blue. Im East Blue waren die Arcs kurz, liefen immer nach dem selben Schema ab und dienten allein dem Zweck, neue Crewmitglieder für die Bande aufzubauen. Das gute an diesen Arcs im East-Blue war, dass alle Inseln nach jeweils maximal 2 Bänden abgeschlossen waren. Davon kann man heutzutage nur Träumen. Die Arcs waren kurz und knackig, jedoch wenig komplex. Ich war damals kein großer Fan der East-Blue Arcs. Ich bin mit dem Anime auf RTL II damals eigentlich erst am Anfang der Grand Line richtig warm geworden. Der Grund hierfür war wohl, dass mir die Story bis dahin noch zu platt war und mich einfach nicht gepackt hat.

      Das alles änderte sich dann jedoch mit dem Beginn der Grand Line-Arcs. Die Arcs hatten plötzlich ein übergeordnetes Ziel - nämlich Vivi nach Alabasta zu bringen und ihr zu helfen. Es gab plötzlich eine Arc-übergreifende Handlung und das hat mir gut gefallen. Die Arcs waren immer noch schön kurz und jeder Strohhut bekam in jedem Arc einen Kampf und die Chance zu glänzen. Dieses Muster zog sich über die gesamte erste Hälfte der Grandline. One Piece war während der ersten Hälfte der Grand Line für mich schlicht und ergreifend perfekt. Kein Arc war schlecht, der Zeichenstil war super und jeder Strohhut bekam regelmäßig Kämpfe. Großartig.

      Dann kam jedoch der dritte Abschnitt der Handlung: Die neue Welt. Ab hier ging es für mich eigentlich nur noch bergab. Die Arcs überschritten nun fast immer die 80 Kapitel und wurden unerträglich in die Länge gezogen. In jedem Arc gab es mehrere Fraktionen, die Story wurde immer komplizierter und die einzelnen Strohhüte mussten immer mehr in den Hintergrund treten. Aufgrund der vielen Personen, die in jedem Arc mitspielten, war es nun nicht mehr möglich, jedem Strohhut in jedem Arc einen Kampf bzw. zumindest einen Glanzmoment zu geben. Oda versuchte dieses Problem zu lösen, indem er die Strohhüte in fast jedem Arc in Gruppen aufteilte oder einzelne Strohhüte ganz aus der Handlung verbannte. Oda gelang es jedoch trotzdem nicht mehr, alle Figuren eines Arcs sinnvoll unterzubringen und den Arc zügig und niveauvoll abzuschließen. Stattdessen arteten die Arcs jedes Mal auf die unglaubliche Größe von bis zu hundert Kapiteln aus und zogen sich gerade zum Arc-Ende jedes Mal wie Gummie. Es tut mir in der Seele weh, aber so richtig Freude habe ich mit One Piece seit der neuen Welt eigentlich kaum noch. Es gibt zwar insbesondere zu den Arc-Anfängen Phasen, in denen One Piece wieder Spaß macht. Dies liegt jedoch meißt daran, dass die Arcs zu diesem Zeitpunkt noch frisch und wenig überfrachtet sind. Im Laufe eines jeden Arcs - geht diese Euphorie dann jedoch in der Regel flöten, sobald der Punkt erreicht wird, an dem die Story vor lauter Charakteren einfach nicht mehr voran kommt. Und das ist sehr Schade.

      Es hätte One Piece in der Neuen Welt gut getan, wenn man die Arcs wie früher auf zwei-drei Bände heruntergekürzt hätte. Es bedarf einfach vieler Nebenfiguren nicht und diese hätte man getrost aus der Handlung verbannen können, um die Kern-Handlung voranzubringen. Auch hätte es mir gut gefallen, wenn man es wie beim Beginn des Punk Hazard-Arcs fortgeführt hätte und an jedem Arc-Anfang die Strohhüte auslosen lassen hätte, welche 5 Personen die neue Insel erkunden dürfen. Diese hätten dann ihre Kämpfe im Laufe des Arcs bekommen und die restlichen Strohhüte hätten solange das Schiff bewacht. Dies wäre für mich eine sinnvolle Option gewesen, um die Arcs kurz zu halten und Personen wie Nami oder Robin einfach auch Mal die Chance zu geben, einen Kampf abzuliefern. Klar ist es Schade, wenn man die Strohhüte in Gruppen aufteilen muss und nur eine Gruppe die Insel erkunden darf. Aber da die Arcs dann nur zwei-drei Bände gedauert hätten, hätte man auf die fehlenden Strohhüte nie lange verzichten müssen.

      Derzeit sieht es für mich bei One Piece sehr düster aus, da Oda einfach vollkommen die Kontrolle über die Handlung verloren hat. Es geht nicht voran. Und ich bezweifle, dass Oda dieses Problem jemals wieder in den Griff kriegen wird. Dabei hat Oda bei dem sehr guten Reverie-Arc eigentlich gezeigt, dass er auch kurze und inhaltlich sehr gute Arcs noch zustande bringen kann. Den Thron des besten Mangas hat One Piece für mich schon vor Jahren an andere Mangas wie Hunter x Hunter verloren, da es diesen Mangas einfach viel besser gelingt, eine gute Story mit vielen Charakteren unter einen Hut zu bringen. Schade.