Albenrezensionen

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    • Trailerpark - Crackstreet Boys 2



      Allgemeine Informationen

      Erscheinungsdatum: 19. Oktober 2012
      Spiellaufzeit: 49:21
      Anzahl der Titel: 13
      Besetzung: Timi Hendrix, Sudden, Basti, Alligatoah


      Über die Boyband

      Trailerpark sollte eigentlich jedem anspruchsvollen Musikhörer, der offen für verschiedene Arten von Musik ist zumindest ein Begriff sein. Für Alle, die sie nicht kennen, hier noch mal kurz die Fakten zusammengefasst: Trailerpark ist ein deutsches Indie-Musiklabel, welches 2009 gegründet worden ist. Zu den Mitgliedern gehören die beiden Duos DNP (Basti & Beatmasta), Pimpulsiv (Timi Hendrix & Skinny Shef), Sudden, sowie seit neustem Alligatoah. Die Musik zeichnet sich im Groben durch schwarzen Humor, asoziale, provokante und sozialkritische Texte aus, wobei dies bei jedem einzelnen Mitglied nochmal unterschiedlich ausgeprägt ist.

      Jedenfalls kam es dazu, dass Pimpulsiv aufgelöst wurde, da Skinny Shef ausgetreten ist, um sich voll und ganz seinem Studium zu widmen und auch Beatmasta wenig Lust auf Musik hatte, allerdings weiterhin beim Label blieb. Und so beschlossen die vier übrig gebliebenen aktiven Mitglieder sich zu einer Boyband zusammenzufügen und zusammen neues Material aufzunehmen. Während Crackstreetboys 1 noch einen Labelsampler mit zusammenhanglosen Songs darstellte, handelt es sich bei dem Nachfolger um ein Konzeptalbum, auf dessen Songs Alle mitwirken. Zudem gibt es noch jeweils einen Solosong der einzelnen Künstler auf dem Album.


      Artwork

      Das Artwork, an dem maßgeblich Prinz Pi beteiligt war, gefällt mir ziemlich gut. Es ist schlicht und hebt sich von dem Stil ab, der derzeit beim Großteil der Musikveröffentlichungen herrscht, ab. Das Booklet enthält neben den Credits, wie es für Boybands nun mal so üblich ist, Steckbriefe der Künstler, welche an Magazine wie Bravo angelehnt sind und diese parodieren. Auf der CD ist wie bei allen Trailerpark-Releases das Label-Emblem groß abgebildet.






      Rezension der einzelnen Songs

      Eingeleitet wird das Album mit dem Track "Wall of Meth". Schnell wird neuen Hörern klar, wieso überhaupt Crackstreet Boys. Dubstep-Beat, rohe Hook von Basti, alles in Allem ein guter Einstieg, der Lust aufs restliche Album macht. (8/10)

      Ähnlich wie Raoul Duke und Dr. Gonzo im Film Fear and Loathing in Las Vegas durchfährt die Band in "Fledermausland" einen Drogen Roadtrip. Ein guter Track, aber auf diesem Album dennoch einer der Schwächeren. (7/10)

      "New Kids on the Block" ist für mich fast schon der schlechteste Track auf dem Album, obwohl auch er gut reingeht. Der Dubstep-Beat, die Parts und die Hook klingen im Vergleich zum Rest des Albums nur etwas schwach. Das macht der 1. Track, der nicht nur textlich, sondern auch vom Sound in die selbe Richtung geht, besser.
      (7/10)



      Wie der Name des Tracks schon sagt, beleuchten "Superstars" die Boys das Leben eines solchen genauer und nehmen dieses auf einem passend dazu rockigen Beat aufs Korn. Beatmasta hat hier einen Gastauftritt in Form einer Hook. Textlich trotzdem einer der schwächeren Songs des Albums. (7/10)

      Bei "Schlechter Tag" handelt es sich um einen "Kopf Hoch"-Song im Stile von Trailerpark auf einem fröhlichen Popbeat, der allerdings nur so vor schwarzem Humor trieft. Ohrwurm-Garantie. (9/10)

      "Die Warnung kam zu spät, du kamst unter die Räder/
      Jeder hat mal einen schlechten Tag/
      Sie sagen du hast AIDS, dein Vater Überträger/
      Jeder hat mal etwas Pech gehabt/
      Dein Dorf ist jetzt im Krieg, doch morgen wirst du drüber lachen, mein Freund/
      Sie ermorden, wen du liebst, doch morgen wirst du wieder drüber lachen/
      Also heul nicht rum"

      (Alligatoah auf Schlechter Tag)


      "Pokémonkarten", der Solosong von Sudden, ist eine Parodie auf alle deepen Liebestracks. Auf einem romantischen Beat versucht er auf eine sehr kreative Weise sein Girl zum Koitus zu überreden. Der perfekte Soundtrack für jedes Date. Mich als Pokémon-Spieler der ersten Stunde hat es natürlich sehr geflasht. (9/10) Hier eine kleine Hörprobe davon aus dem Videosnippet:


      "Du weißt, es ist Zeit für dich zu strippen, reiß die Kleidung von den Titten/
      Du weißt, es geht mir einfach nur ums Ficken/
      Doch zuerst zeig ich dir meine Pokémonkarten/
      Pikachu, Mewtu, Enton, Zapdos, Schiggy, Glurak, erste Edition/
      Pokémonkarten/
      Und Baby, ach, sie glitzern heute für dich wie die Sterne und der Mond"

      (Sudden auf Pokémonkarten)




      "Selbstbefriedigung" ist ein Song, bei dem der Text eher zweitrangig ist. Der flotte Rock-Beat und die Ohrwurm-Hook von Alligatoah machen diesen Track zu einem absoluten Hit. Ein Gute Laune-Track, wie er auch im Radio gespielt werden könnte, wäre da nicht der Text. :D Ein Video dazu erscheint am Montag. (10/10)

      "Fahrerflucht", der Solosong von Alligatoah, zeigt deutlich, wie sehr er sich seit seinem letzten Album weiterentwickelt hat. Der Beat, den er hier mal wieder selber produziert, steht Major Pop-Produktionen in nichts nach und auch beweist er hier wiedermal, dass sich seine Gesangskünste, die er hier voll ausnutzt, locker mit denen von irgendwelchen Mainstream-Acts messen können. Und das ohne Autotune. Ebenfalls ein starker Gute Laune-Track. (10/10)

      "Oer-Erkenschwick" ist die Antwort auf dumme Äußerungen von einzelnen Fans, die z.B. verlangen, dass die Boys in ihrem 30 Mann-Dorf ein Konzert spielen oder Musik wie in ihrer Anfangszeit machen sollen. Serviert wird das Ganze wieder auf einem etwas rockigeren Beat. Die Parts sind stark und die Hook von Alligatoah geht einem nicht mehr aus dem Kopf. Gehört zu meinen Favoriten des Albums. (10/10)

      "Alles für ein Shirt" handelt von Fans, die echt alles auf der Bühne für ein Shirt tun würden, sei es einen Kotze-Cocktail runterschlucken oder sich das Gesicht von Sudden auf die Brüste tätowieren zu lassen. Fast so ähnlich geht es auch wirklich auf den Konzerten zu. Zu erwähnen sei noch, dass die Parts teilweise durch Autotune verzerrt worden sind und der Track ein Nyan Cat-Sample enthält, welches übrigens das einzige Sample auf dem gesamten Album ist. Macht gute Laune. (9/10)

      "Immer noch egal" ist die Fortsetzung des Songs Egal aus dem DNP Album "Bis einer weint", welches 2011 erschienen ist und quasi der Solosong von Basti. Beatmasta muss natürlich auch drauf sein und hat hier seinen zweiten und letzten Gastauftritt in Form einer Hook. Der Beat ähnelt dem ersten Teil. Der Titel ist Programm, nichts für zarte Gemüter. Unter anderem wird hier auch Money Boy parodiert. Solider Titel. (8/10)

      "Was ist Conscious-Rap verdammt, bitte sagt mir was das soll/
      Könnt ihr mir erklären, warum die meine Mum nicht knallen wollen/
      Alter, finden die sie hässlich oder sind die etwa schwul/
      Mann, wenn niemand vergewaltigt wird, ist der Track nicht gut"

      (Basti auf Immer noch egal)


      "In einem Hinterwäldler-Staat herrscht Hinrichtungsbedarf/
      Das ist mir immer noch egal, immer noch egal/
      Hier werden Kinder zum Soldat ohne Mindestlohnvertrag/
      Das ist mir immer noch egal, immer noch egal"

      (Beatmasta auf Immer noch egal)

      Im vorletzten Track erhält der Hörer einen Einblick in die Psyche stereotypischer "U-Bahn Schläger". Mit dabei sind K.I.Z. und Massimo. Auf einem härteren Beat schaffen es alle Akteure, souveräne Parts hinzulegen. Erinnert sehr an die Glanztage von K.I.Z., als deren zweites Album Hahnenkampf erschienen ist. Starke Leistung. (9/10)

      "Rolf" ist ein Abschluss für das Album, wie er besser nicht hätte sein können. Timi Hendrix erzählt auf seinem Solosong die Geschichte eines gescheiterten Superstars, der schon Autogrammstunden im Baumarkt geben muss, um sich über Wasser halten zu können. Aufgewertet wird der Song durch den gefühlvollen Gesang von Dana. Der Beat, an dem Alligatoah mitgewirkt hat ist auch große Klasse. Mein klarer Lieblingstrack auf dem Album. (10/10)

      "Kinder, schaut mal, da ist Rolf, ey, das Leben ist so grausam/
      Früher war er mal ein Superstar, jetzt tritt er auf im Baumarkt/
      Früher kamen auf die Konzerte von ihm locker ein paar Tausend/
      Heute schreibt er Autogramme im Möbelhaus von Castrop-Rauxel/
      Nie wieder Rock am Ring und nie wieder Rock im Park/
      Heutzutage wird die Gage gleich versoffen an der Bar/
      Seine Groupies waren hübsch und er wechselte sie stündlich/
      Heute sind sie grauhaarig, fett und über 50"

      (Timi Hendrix auf Rolf)




      Fazit

      Lange ist es her, dass ich ein so feierbares und rundes Album hören durfte. Für mich ist es jetzt schon das Album des Jahres und ich denke auch nicht, dass da noch etwas kommt, was die Scheibe hier übertreffen kann. Bis ins letzte Detail ausproduzierte Beats, Zeilen, die in Erinnerung bleiben und Ohrwurm-Hooks machen das Ding zu einem Klassiker. Zumindest Jeder, der etwas derberen Humor vertragen kann, sollte hier zugreifen.


      10/10

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    • ANALyse [JuliensBlog]

      Hinweis: Wir schreiben mittlerweile das Jahr 2018 und ich muss zu dieser - meiner - Rezension aus heutiger Sicht wirklich sagen: Was'n Scheiß! (Ich lasse meine "Ergüsse" aber trotzdem mal für die Nachwelt als Zeugnis meiner unreflektierten "Julien-Fanboy-Ära" stehen, insofern wünsche ich noch viel "Spaß" beim Lesen ... ^^)



      "Jetzt heißt es Vergewaltigung an Rappern, anstatt nur in Analysen drüber reden!"
      (-11. September)

      Albumcover
      Titelgerecht: Eine Dame lässt sich von Dr. Julien "analysieren".



      Hintergrundinformationen
      JuliensBlog, wohl DER polarisierendste deutsche Youtuber, den das Videoportal heute zu bieten hat. Schwarzer Humor, derb beleidigende Sager und eine unverkennbare Sprechstimme - das sind Merkmale dieses inzwischen schon über 500.000 Abonnenten zählenden Bloggers, der seit etwas mehr als 2 Jahren die deutsche Internetszene spaltet. Entweder man hasst ihn, oder man liebt ihn. Dazwischen findet sich kaum Spielraum. Und genauso ist es auch mit seinem Debütalbum.

      Thematisch gibt "ANALyse" genau das wieder, was man von ihm - in seiner Rolle als egozentrisches Arschloch - gewohnt ist: Er ist der King, Frauen Menschen 2. Klasse und die meisten Rapper aus Deutschland ohnehin nur untalentierter Abfall. Warum gerade die Rapper von Julien diffamiert werden? Weil es eben dieses Genre ist, das Julien begeistert und berühmt gemacht hat. Von seinen Fans nach diversen Rapanalysen (bzw. den darin vorkommenden "Rapzitaten") dazu ermutigt, der eigenen, eigentlich längst ad acta gelegten Rapkarriere wieder neues Leben einzuhauchen, präsentiert uns Julien nun endlich sein erstes, äußerst kosten- und arbeitsintensives Album (die Gesamtproduktionskosten belaufen sich laut eigenen Aussagen auf mehr als 30.000 Euro), welches er für jeden seiner Fans signierte, was bei einer Verkaufszahl über 1.000 Stück wohl kein Pappenstiel ist.

      Tracklist
      01. Intro 00:25
      02. ANALyse 03:23
      03. WHACK 03:00
      04. Banana Bang 02:30
      05. Bordsteinschwalbe 03:53
      06. Chamela 03:25
      07. Chamela (Skit) 00:46
      08. Frauen schlagen 04:22
      09. Schmink Boss 03:57
      10. Thainutten Blues 04:41
      11. 11. September 02:58
      12. GIB IHM 02:30
      13. Julien for President 03:02
      14. Outro 00:20
      ________________________________
      Gesamtlaufzeit: ca. 39 Minuten


      Das Album
      Schon im Intro bezieht Julien klar Stellung; nennt etwa 95% seiner Zuhörer intelektuellen Abfall, ruft alle sich darunter befindenden Weibchen dazu auf, ihm einen zu blasen. Außerdem wünscht er allen illegalen Downloadern qualvolle Schmerzen beim Kacken - irgendwie verständlich.

      Dann geht's endlich los, der titelgleiche Opener ANALyse, der mit plärrenden Sirenen Panik vor der selbsternannten "Youtube-Legende" macht. Er soll einem nochmal klar machen, wofür JuliensBlog eigentlich steht: ein Arschloch, das sich von niemandem etwas sagen lässt und öffentlich ungeniert seinen schwarzen Humor praktiziert. Dabei spielt er noch auf einige seiner bisherigen Videos an und widmet eine Line gezielt jenen Hatern, die hauptsächlich seine ausgefallene Aussprache kritisieren.

      Alle deutschen Rapper wollen haten nur weil ich ein bisschen anders rapp'
      doch sie sind wie Paralympic-Sprinter Running Gags.

      Weiter geht es zu WHACK, dem ersten Track, der sich (fast) ausschließlich mit einem einzigen bestimmten Rapper auseinandersetzt, in diesem Fall Fler. Von epochalen Chören unterstützt, versucht Julien Bezug auf dessen aktuelles Schaffen ("Hinter blauen Augen") zu nehmen und seine Unfähigkeit als Rapper und Labelbesitzer von Maskulin zu verdeutlichen. Einer der wohl textlich als auch von der Produktion ernstesten Tracks. Das krasse Gegenteil zu Banana Bang, das sich inhaltlich auf Farid Bang konzentriert und weitaus unterhaltsamer daherkommt als noch der vorhergehende Track, was man schon am Intro hören kann, welches aus seiner Parodie vom Disney Film König der Löwen besteht. Neben dem wirklich seeehr oft vorkommenden Charakteristika, einem schnell gesprochenen "Banana Bang", ist es wohl der mit Affengeschreieund Dschungelgeräuschen geschmückte Beat, der am besten in Erinnerung bleibt - wobei ich an dieser Stelle kurz anmerken möchte, dass ich eine gewisse Ähnlichkeit zu einem OST von Crash Bandicoot 1 schlicht und ergreifend nicht aus dem Kopf bekommen kann. Der Diss selbst ist wie erwähnt eher lustig gemeint, handelt er primär davon, dass Farid Bang als nichts weiter als Kollegahs ungebildetes Äffchen dient. Trotz oder gerade wegen der kurzen Laufzeit von zweieinhalb Minuten einer der Tracks, den man sich wohl am häufigsten ohne Probleme anhören kann.

      Es folgt Boardsteinschwalbe, eine Liebeserklärung an Schwester Ewa - im Julien-Stil. Anspielungen auf ihre Vergangenheit als Prostituierte geben hier den Tenor. Wobei man ganz ehrlich sagen muss: Aus diesem gefälligen Beat mit E-Gitarren Samples hätte man tatsächlich ein passables Liebeslied machen können, insofern unterstreicht das Juliens Ironie hier besonders schön. Leider ist der Refrain trotzdem nicht unbedingt eingängig, das hätte er besser arrangieren können. So wie auf dem nächsten Track, Chamela, bei dem Julien wieder einmal seine beste Seite als humorvoller Entertainer zeigt - und das auch visuell im meiner Meinung nach gelungensten Musikvideo. Opfer ist dieses Mal kein geringerer als sein Liebling Haftbefehl höchpersönlich. Nach Lines wie untenstehenden und einer gut geflowten Imitation Haftbefehls inklusive seinem heute beinahe kultigem "Träume lösen sich nicht in Rauch auf... REHALITÄT!"-Spruch folgt nach dem Track noch ein kurzes Skit, das ebenfalls nur den Zweck hat, Haftbefehl als lyrisch völlig unbegabten Azzlack darzustellen.


      HAFTBEFEEEEHL! – Dein Deo riecht nach Lamafurz

      Achja, fahr vorsichtig. Kamele ha’m kein’ Fahrergurt
      Pass besser auf, dass dir kein Geier auf die Glatze scheißt
      Hafti wünsch dir doch mal ein Toupet vom Wunderlampengeist

      Halbzeit. Es geht weiter mit Juliens liebstem Hobby: Frauen schlagen. Gleich vorweg, die Hook ist rein von der Idee her die (subjektiv) originellste und aufgrund ihrer Stumpfsinnigkeit auch gleichzeitig die lustigste. Wer bei sowas immer noch glaubt, Julien würde seine Texte ernst meinen, ist wohl wirklich ein hoffnungsloser Fall. Wie auch immer, der Song erzählt also von Juliens alltäglichem Umgang mit Frauen und spielt hält dabei engen inhaltlichen Kontakt zum gleichnamigen Video Juliens, in dem er - in Anlehnung an alle überflüssigen Tutorial-Videos - anhand eines weiblichen Plastikkopfes zeigt, wie Frauen richtig zu schlagen sind. Der Beat chillt dahin, wird erst zum Ende des 2. Parts hin etwas hysterischer, dominanter, um eine Art Höhepunkt (das Ende von Juliens Alltag) zu erzeugen. Alles in allem überzeugt hier jedoch nur die Hook vollends.

      Kommen wir zum Tiefpunkt des Albums - und das nicht, weil ich den Track als richtigen Diss gegen Kollegah aufgefasst hätte. Nein, definitiv nicht. Viel mehr ist das Problem von Schmink Boss, dass Juliens Stimme auf diesen langsamen Kolle-Beat einfach gar nicht passt. Dass sein Ziel, eine gelungene Persiflage zu schaffen, zumindest textlich gelungen ist, darf man allerdings nicht unberücksichtigt lassen. Besonders in punkto Reimsauberkeit ist Julien hier in Hochform, aber mag das Ganze nicht so wirklich seine Wirkung entfalten - dafür fehlt die Harmonie Beat/Stimme zu sehr. Trotz ähnlich langsamen Beat macht Julien bei Thainutten Blues eine weitaus bessere Figur. Die pseudo-traurige Story einer asiatischen Nutte kann man tatsächlich als den ernstesten Track des gesamten Albums bezeichnen - nicht zuletzt wegen der guten Leistung seiner weiblichen Gesangspartnerin. Insgesamt stimmiger Gesamteindruck trotz ausnahmsweise mal nicht völlig übertriebenen Gelaber, hätte man von Julien ja kaum erwartet.



      Es folgt der Track, der wohl für die größten Kontroversen im Vorfeld gesorgt hatte und inzwischen sogar schon von der Bpjm auf Youtube gesperrt wurde: 11. September. Mehr als 2 Millionen Klicks hatte dieses Video vor der Sperrung seit dem 11. September 2012 angesehen - und das bestimmt nicht nur wegen des aufwändig inszenierten Materials. 11. September bietet mit ANALyse bestimmt das weiteste Spektrum an Opfern Juliens. Ob Samuel Koch, Kool Savas oder Azzlacks - jeder bekommt sein Fett weg. Manche besser, manche weniger gut verpackt. In Summe ist die Punchline-Dichte aber sehr hoch. Einziger wirklicher Makel ist wohl der Doubletime, der zwar wirklich äußerst schnell gerappt wurde, jedoch jegliche Flowvariation vermissen lässt und einfach schnell runtergerappt klingt. Schnell sein, ist eine Sache - sich gut anhören eine andere. Als 1. Single ist 11. September bestimmt eine gute Wahl gewesen, es als Highlight des Album zu bezeichnen wäre dagegen stark übertrieben.

      Kurz vor Schluss nochmal ein großer Genresprung - zumindest beatmäßig. Mit Gib ihm hat Julien einen Beat gebastelt, aus dem andere Rapper einen echten Diskoknüller hätten zaubern können. Sollte dies auch Juliens Intention gewesen sein, muss man ihm hier leider auf die Schuler klopfen und sagen, "Gut gemeint, aber die Umsetzung war halt nicht das Gelbe vom Ei". Ich will nicht zu hart sein, der Song ist keinesfalls schlecht und hebt sich definitiv vom Rest ab, doch der Funke will nicht überspringen. Schade eigentlich, die Ansätze zum Partykracher waren vorhanden. Im Endeffekt wird das Julien egal sein, schließlich wird er Präsident - sofern es nach Julien for President geht, das wohl nur noch seinen ältesten und treuesten Fans noch eine denkwürdige Phrase sein dürfte. In seinem letzten Track kehrt Julien zurück zu klassischen Beats und resümmiert nochmal über seine Karriere und Höhepunkte eben jener. Ein solcher Höhepunkt ist zumindest "Julien for President" eher nicht. Zu unoriginell, zu monoton, zu unauffällig im Vergleich zu den anderen Tracks von ANALyse.

      Schließlich endet das Album so, wie es auch begonnen hatte: Mit einer kurzen Ansprache Juliens, der nun auch den Rest seiner Zuhörer dazu auffordert, seinen Schwanz zu lutschen. Doch, ob wir das nach diesem Erstlingswerk auch gerne tun?

      So sehr man Julien auch hassen will, eines kann man ihm nicht vorwerfen: fehlende Rapskills. Durchgehend mehrsilbige Reimketten, innovative Vergleiche und Wortspiele, Unterhaltung durch Übertreibung, solider Doubletime, großteils vorhandene Taktsicherheit... Alles, was das Herz eines technikvesierten Rapfans höher schlagen lassen sollte. Gewiss, etwas mehr Flowvariation und eine nicht ganz so übertrieben Betonung mancher Wörter täten ihm ab und an nicht schlecht, stören den Gesamteindruck aber nicht merklich. Dennoch ist es neben dem derben Inhalt wohl am ehesten Juliens (bei Sprechtexten so gemochten) Rapstimme, die eine recht gewöhnungsbedürftige Situation für den gewöhnten Rap-Hörer schafft. Dass Julien rappen kann, ist nach diesem Album ziemlich offensichtlich. Dass Julien massentauglich rappen kann, mag man hingegen wohl nicht unbedingt behaupten. Es ist, wie es immer bei Julien ist: Sein Stil ist Geschmackssache und bestimmt keine Kost für den 08/15-Rapfan. Schmälern tut dies die durchgehend gute Qualität von "ANALyse" jedoch mitnichten. Das Album ist gut produziert und von Julien wurde auf seine eigene Art und Weise gut gerappt - auch wenn inhaltlich außer einer Menge Gedisse und Provokation nicht sonderlich viel los ist.

      Daher verdiente 7 von 10 Punkte.


      //Update September 2014: Ich möchte eben nochmal anmerken, dass ich das Album rückblickend betrachtet nicht als "gut" bezeichnen würde, gleichzeitig weiterhin die Bezeichnung "schlecht" ablehne. "auf seine Art und Weise ganz okay" triffts am besten. Die Wertung korrigiere ich auf 4/10.



      Kaufinformation
      - Link zu Juliens Homepage (Onlineshop)
      - Release-Datum: 28.03.2013

      Standard-Edition
      > Preis: 14,99 EUR
      > Beinhaltet: Album (signiert)
      > Status: verfügbar

      Blog-Edition
      > Preis: 29,99 EUR
      > Beinhaltet: Album (signiert), Poster, T-Shirt "Schalom Chooos!"
      > Status: ausverkauft

      Quellen/Links
      - Julien über die Produktionskosten (ask.fm)
      - 11. September (Musikvideo)
      - Analyse (Offizielles Musikvideo)
      - Chamela (Offizielles Musikvideo)
      - Schminkboss (Offizielles Musikvideo)
      - Album-Shizzle
      - Julien rappt "Das Urteil" von Kool Savas
      Wolololo.

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Sakazuki () aus folgendem Grund: Hinweis oben platziert (grrr.. RSF)

    • JuliensBlog - ANALyse

      Die Gestaltung des Covers ist wunderschön. Auf dem Cover ist eine türkische Nutte, die sich auf einem Untersuchungsbett in einer attraktiven Pose räkelt. RRRAAWWW yo, yes yes yooo. Ok. Wie unschwer zu erkennen ist, wurde das Bild bearbeitet und die Brüste und der Arsch sind gezeichnet worden. Zu wenig Kohle sich ein richtiges Aktmodel zu holen? Die Videos sind ziemlich langweilig produziert. Null Kreativität drin, aber hauptsache teures Equipment anschaffen ohne damit umgehen zu können. Soviel zum Optischen.

      Juliensblog hat keine Ahnung von Rap. Das macht er dadurch deutlich, dass er größtenteils nur die großen Namen wie Kollegah, Eminem oder Tech N9ne kennt und diese als die Besten ansieht. Zum Anderen dadurch, dass er guten Rap anhand der "Technik" ausmacht, bzw. dem, was er darunter versteht. Aber die Anzahl der mehrsilbigen Kettenreime oder Doubletime haben noch nie guten Rap ausgemacht. Sich daran aufzuhängen und damit auch noch rumzupralen ist genauso behindert wie mit Autos, Frauen und Geld rumzuposen. Rap lebte schon immer von den Aussagen, der Attitüde und dem Feeling, welches man dabei rüberbringt. Eine gute Technik ist nie verkehrt, aber wenn dabei am Ende ledigilich aussagelose und zweckgereimte Grütze rauskommt, ist sie absolut wertlos. Es ist für behinderte Kindern natürlich sehr leicht Silben zu zählen und anhand dessen den Wert eines Rappers festzumachen, aber kein normaler Mensch achtet darauf. Was würde Julien denn zu Leuten wie Retrogott oder Audio 88 sagen? Der Erste hat überhaupt keine komplexe Technik aufzuweisen und der Zweite reimt nicht einmal. Trotzdem klingt die Musik geil, weil es eben nicht gekünstelt ist und von den sehr seltenen und wertvollen Aussagen lebt. Von der Golden Era möchte ich gar nicht erst anfangem. Aber damit könnte sich Julien eh nicht identifizieren. Er ist immerhin selbst ein wandelndes Klischee, ein Wack MC, wie er im Buche steht. Er definiert sich durch eine professionelle Qualität, eine (auf dem Papier) gute Technik und feiert sich dafür auch noch selber.


      Das Album besteht aus sehr auf Technik ausgelegten Texten, die sich aber aus Zweckreimen zusamensetzen. Inhaltlich setzen sie sich aus einem Witz nach dem anderen zusammen. Das sind aber alles so Schenkelklopfer. Die ganzen Witze über andere Rapper sind einfach sehr witzlos und ohne wirklichen Zusammenhang. Im VBT wäre das schlechter Gegnerbezug. Auch ist es langweilig nur die großen und bekannten Rapper zu dissen. Es ist leicht sich die behindertsten Rapper rauszupicken und sich über sie zu stellen. Die Fans feierns auch, weil sie sich endlich mal schlau fühlen. Er sollte aber mal versuchen ernsthaft gute Rapper zu dissen. Aber er kennt halt keine Guten. Übrigens hat er Haftbfefehl und Schwester Ewa nicht verstanden und nimmt sie viel zu ernst. Die können wenigstens rappen. Und hier noch ein netter Fakt: Das Publikum von Hafti und Ewa besteht zu einem Großteil aus Studenten. Juliens Publikum besteht zu einem Großteil aus unter 16 Jährigen. Hier mal ein Beispiel seiner lyrischen Meisterwerke:

      HAFTBEFEEEEHL! – Dein Deo riecht nach Lamafurz/
      Achja, fahr vorsichtig. Kamele ha’m kein’ Fahrergurt/
      Pass besser auf, dass dir kein Geier auf die Glatze scheißt/
      Hafti wünsch dir doch mal ein Toupet vom Wunderlampengeist

      (JuliensBlog auf Chamela)

      Und der angeblich so schwarze Humor? Ziemlich unspektakulär und schlecht gemacht. Er möchte damit nur provozieren, aber wer fühlt sich von sowas provoziert? Pointen oder Kritik existieren in seinen Songs nicht und gerade das hat den Einsatz von schwarzem Humor bei Trailerpark oder K.I.Z. erst so gut gemacht. Aber Julien haut einfach einen billigen Sprach nach dem anderen um die Ecke. Ohne Aussage oder sonstwas. Gibt sicherlich viele Menschen die das lustig finden, aber es gibt halt auch viele behinderte Menschen auf der Welt. Und alle behinderten Menschen der deutschrpachigen Länder scheinen zu Juliens Fans zu zählen. Wer findet das ernsthaft lustig? Wieso findet er das lustig? Möchte er damit irgendwelche Komplexe kompensieren? Wurde er früher von Ausländern geärgert und möchte ihnen nun beweisen, was für ein Badboy er ist wie einst A. Hitler? Oder ist es, weil er privat ein ziemliches Opfer ist und lediglich als Schnitt-Assistent bzw. Kaffeekocher arbeitet und nichts zu sagen hat? Wieso ist ein Julien Sewering so wie er ist? Man weiß es nicht.

      Ich hab' mehr Teenies weggeknallt als Anders Breivik/
      Piss' auf die Penner, dann box' ich die Weiber, geh mit einem Blinden ins Kino/
      Zertrümmer' den Omas die Knochen und schände die Gräber/
      Vertick' in der Schule die Schore, dann tret' ich behinderte Kinder/
      Verbrenn' alle Priester, zerbombe die Türme, komm' an mit der Lupe/
      Der Rap-Analytiker JuliensBlog

      (JuliensBlog auf 11. September)

      Julien trägt seine Texte unglaublich monoton und emotionslos vor. Er betont die Wörter auch immer gleich, das wirkt sehr angestrend. Man merkt ihm an, dass er sich immer um eine so deutliche Aussprache wie nur möglich bemüht, damit es auch der Ist total behindert, aber kennt man ja schon aus seinen normalen Videos. Soviel zur Technik. Die Beats sind ok, aber die hat er ja auch nicht gemacht. Am Besten finde ich den von Banana Bang, der durchaus was von Crash Bandicoot hat. Aber selbst die besten Beats helfen nicht, wenn man scheiße rappt.


      Fazit: Ein sehr langweiliges Album mit schlechten Witzen und langweiligen Provokationsversuchen, welches sehr künstlich ist und scheiße klingt. Der Besitz des Albums kommt einem modernen Judenstern gleich. (Schwarzer Humor XDDDDDDDDD) Man hat nichts verpasst, wenn man es sich nicht angehört hat.

      0/10
    • Morlockk Dilemma - Der Eiserne Besen II



      "Ich komm ans Mic um diese Spackos zu killen
      Morlockk Dilemma zieht die Schlampen an wie Buffalo Bill
      Denn ich sehe nur zähnefletschende Schwächlinge
      Wer ist der beste Rapper? Ich bin der besteste Rapperste!"


      (Morlockk Dilemma - Buffalo Bill)


      Der eiserne Besen ist also wieder zurück. Morlockk Dilemma steht für technisch versierten Rap auf Boom Bap Beats mit pointierten Punchlines und fantastischem Flow. Wo seine meisten Alben auch kritische Texte haben oder Geschichten erzählen, ist Der Eiserne Besen II ein Battlerap Album in Mixetape-Gewand. Ich bin Fan des Leipzigers und so hab ich mich auch auf den 11.09 dieses Jahres gefreut, denn genau da machte sich der Eiserne Besen wieder daran ordentlich durchzufegen. Ich werde nicht jeden einzlenen Song auseinander nehmen deswegen erst einmal die Tracklist zur Übersicht.

      Tracklist
      01. Intro (Rückkehr)
      02. Sex und Gewalt
      03. Ehrencodex (Cuts: Chinch33)
      04. Testosteronrap Feat. Karate Andi
      05. Bärenfell
      06. Der-Jets-aus-der-Luft-Boxer (Cuts: Chinch33)
      07. Skit
      08. Betaversion Feat. Edgar Wasser
      09. Goldzahn
      10. Hansa Plast
      11. MOFO Air Remix Feat. Hiob
      12. Teleskop
      13. Skit
      14. Chippendales Feat. Retrogott (Cuts: Hulk Hodn)
      15. Meisterwerk
      16. Bela Lugosi
      17. Saalschlachten (Cuts: DJ Access)
      18. Soundtrack zum Merch Feat. Audio88 & Yassin
      19. Kältebus
      20. Viagra im Sektglas
      21. Katatonie Feat. Witten Untouchable
      22. Vorsicht Feat. R.U.F.F.K.I.D.D., Absztrakkt (Cuts: DJ Eule)
      23. Skeletor
      24. Napalmregen
      25. Zuchthausreif Feat. MC Bomber (Cuts: D-Fekt)
      26. Patrick Bateman Feat. ASK
      27. Büchsenfleisch Feat. Pierre Sonality , Maulheld (Cuts: DJ Lukutz)
      28. Mona Lisa
      29. Skit
      30. Moskovskajapegel
      31. Rappertöten Feat. Eloquent (Cuts: Mirko Machine)
      32. Nato-Embargo Feat. Adolph Gandhi, Jinx
      33. Bannspruch Feat. Sylabil Spill
      34. Fackelschein Feat. Warpath
      35. Outro (To be continued…)

      Review
      "Mo' Dilemma, jetzt wird das Sterni geext"(Ehrenkodex)
      Gleichmal vorneweg, ich bin begeistert! "Denn Morlockk Dilemma ist ein Hammer-Typ, wie Thor" (Meisterwerk). Die Beats ballern eigentlich alle gut, auch wenn mir vielleicht der Überfunky-Beat wie bei bspw. Papierflieger oder Blankoscheck fehlt. Mo Dilemma hat halt auch weiterhin die perfekte Stimme für Battlerap und flowt auf jedem Beat so fantastisch wie es sonst nur sein Partner in Crime Hiob schafft. Hooklines sind bei Batllerap ja immer so ne Sache aber hier sind doch einige echt gute Dinger dabei(allerdings nicht ausschließlich). Die Hooks von u.a. "Napalmregen", "Ehrenkodex", "Der Soundtrack zum Merch" oder "Fackelschein" sind mir allerdings im Kopf geblieben und da kann man dann schon durchaus mal die Lippen zum Text bewegen. Weil ich jetzt schon "Der Soundtrack zum Merch" erwähnt habe muss ich kurz auf die Features eingehen. Audio und Yassin sind wohl das unterhaltsamste Feature auf diesem Album. "Du denkst du machst Kunst, das denkt Sasha Grey auch" (Audio88 auf "Der Soundtrack zum Merch"). Hiob, Retrogott und Sylabil Spill haben ja schon vorher was mit dem guten Dilemma gemacht und auch hier enttäuscht mich eigentlich keiner der drei. Den überaus talentierten Karate Andi finde ich auch hier feierbar aber nicht weiter spektakulär, frag mich beim Andi mittlerweile auch ob da die Luft nicht bald raus ist. Welchen Part ich dann sehr gefeiert habe war der vom guten Edgar Wasser "Prinz Pi meint, ich schreib' Besserwissertexte. Aber das stimmt nicht und das werd' ich ja wohl sicher besser wissen" (Edgar Wasser auf "Betaversion"). Allerdings sind da dann auch Features dabei die mir einfach nicht gefallen, R.U.F.F.K.I.D.D. kann ich bis heute nicht leiden und finde er hat bereits das ansonsten fantastische Portwein versaut. Witten Untouchable und MC Bomber haben mich ebenfalls nicht überzeugt in ihren Parts. Die restlichen Features finde ich okay aber auch nicht unbedingt weiter nennenswert. Atmosphärische Film Samples runden das Audio Packet dann ab:

      "Und haben Sie gute Nerven, können Sie mörderische Eingriffe ertragen"
      [Schrei]
      "Jetzt stört mich dein Gebrüll nicht mehr bei der Arbeit, ich habe deine Stimmbänder durchtrennt."
      (Moskovskajapegel)


      Was bleibt also noch zu sagen? Die Texte sind unterhaltsam.

      "Bin so potent, sie gebärt Drillinge während dem Sex
      Sie ext die Pille mit dem Herrengedeck
      Und schon ein Bild von meinem Pimmel erzeugt den Würgereflex
      Ich verziere dich mit Schwellungen und gelben Hämatomen
      Denn du hängst in deinem Keller ab, im Zelda-Level Zwo"

      (Skeletor)


      Und es bleibt beim Prinzip: "Ich schnall den Puller um den Bauch und reise fickend in die Oberpfalz, Doppelreime, Koka-Lines" (Audio88 auf Die Quadtratur des Dreiecks)

      "Sieh' her, am Mikro regiert 'ne riesige Rivalität
      Doch verzieh' ich die Miene flieh'n sie ins Krisengespräch
      Diese Verlierer mieten sich Beamer zum Videodreh
      Schiel'n auf den Titel doch überspiel'n ihre Identität
      Wirst auf der Bühne niedergeprügelt vertieft ins Gebet
      Und spürst die wütenden Riemenhiebe im Nierengefäß
      Ja du kriegst mies auf den Kiefer, dass nicht mal ein bibelkapitelzitierender Priester dich je wieder wiederbelebt"


      (Ein fantastisch geflowter Part Morlockks auf Napalmregen)



      Mein Fazit zum Album ist also, dass Morlockk Dilemma auch weiterhin mit diesem Album die von ihm prophezeite Resonanz bekommt

      "Ich betrete die Stage und die Crowd macht - [Jubel]
      Date dein Babe, deine Frau macht - [Stöhnen]
      Geh' aus dem Weg meiner Genialität oder der Lauf macht - [Peng]
      Oder der Lauf macht - [Peng]"


      (Die von Morlockk Dilemma gesungene Hookline von Ehrenkodex)


      und gebe 9/10 Punkten für das 2te Durchfegen des Besens, wie gesagt mir gefallen einige Features nicht und vermisse da auch bspw. Leute wie JAW(Wo bist du eigentlich Dude?! Ohne Scheiß mach mal wieder was!). Anbei nochmal die bisherigen Videos.



    • Die Toten Hosen -

      Na Gott sei Dank gibt es die Suchfunktion, sonst wäre ich wohl kaum über diesen Thread gestolpert, den ich als Musik-Fan dann auch gleich mal reaktivieren will :-D

      Bei mir soll es dann jetzt um das neueste Werk der bekanntesten Düsseldorfer Punklegenden gehen...

      Die Toten Hosen - Laune der Natur



      Tracklist:
      1. Urknall - 2:28
      2. Alles mit nach Hause - 3:18
      3. Wannsee - 3:04
      4. Unter den Wolken - 3:34
      5. Pop & Politik - 2:53
      6. Laune der Natur - 3:25
      7. Energie - 2:47
      8. Alles passiert - 4:07
      9. Die Schöne und das Biest - 3:30
      10. Eine Handvoll Erde - 4:40
      11. Wie viele Jahre (Hasta La Muerte) - 3:14
      12. ICE nach Düsseldorf - 2:10
      13. Geisterhaus - 3:48
      14. Lass los - 3:28
      15. Kein Grund zur Traurigkeit - 3:59


      Bewertung:


      Urknall:
      Die klassische Hosen-Opener-Nummer, die es natürlich auch Live nach ganz vorne in die Setlist geschaft hat. Schnell, kräftig und der Wunsch zurück zu den Wurzeln zu gehen. So kann es weitergehen.

      Alles mit nach Hause:
      Musikalisch keine Offenbarung, dafür vom Text her umso besser. Eine Liebeserklärung an das Leben und dass man einfach soviel wie viel möglich erleben sollte denn diese Erinnerungen kann einem keiner mehr nehmen.

      Wannsee:
      Ein wunderschön untypischer Hosensong. Mir persönlich gefällt hier besonders die Singweise von Campino, wodurch sich dieses Lied von den anderen des Albums rein von der Machart deutlich unterscheidet, was dem sowohl Lied als auch Album gut tut. Den kleinen Wortwitz mit Wannsee finde ich auch gut gelungen. Hat mir beim ersten Mal gefallen und gefällt mir immer noch, wenn auch kein weltbewegender Song:

      Unter den Wolken:
      Die erste Single und gleichzeitig für mich der erste Tiefpunkt. Genau wie "Tage wie Diese" nur klassisches Radio-Gedudel, wenn auch zum Glück mit deutlich härteren Gitarren, aber nicht das, was ich mir von den Hosen erhoffe.

      Pop & Politik:
      Eine gute Botschaft an alle "Nörgler" die sich immer beschweren, warum sich die Hosen politisch positionieren und doch lieber nur Musik machen sollten. Durchaus legitim wenn nicht sogar dringend notwendig, diese Botschaft aufs Album zu packen, aber mit der Melodie werde ich auch nach mehrmaligem Hören einfach nicht warm. Schade, um das Potential des Inhalts.

      Laune der Natur:
      Vom Titelgebenden Track hätte ich mir ehrlich gesagt etwas mehr erwartet (wie zuletzt Ballast der Republik), aber trotzdem ein schöner übertriebener selbst-feiernder Song mit einer leichten Ska-Melodie in den Strophen. Irgendwie könnte ich mir dieses Lied tatsächlich besser als einen Ärzte-Titel vorstellen, als einen von den Hosen.

      Energie:
      Für mich der absolute Tiefpunkt des Albums. Belanglos in absolut jeder Hinsicht, Totalausfall. Mehr fällt mir dazu nicht ein...

      Alles passiert:
      Vom Absoluten Tiefpunkt zum mit Besten was das Album zu bieten hat. Unglaublich schöner Text, der daran erinnert, dass man viele Dinge einfach nicht beeinflussen kann, sondern es eben so passiert wie es passieren muss. Dazu eine ruhige und sich steigernde Melodie, die das ganze herrlich untermalt. Ein wirklich wunderschönes Lied, dass sich nicht vor den Klassikern dern Hosen zu verstecken braucht.

      Die Schöne und das Biest:
      Willkommen im wilden Westen! Was die Spielweise und paar kleine Soundeffekte wie das Schreien einer Krähe und das Pfeifen des Windes doch ausmachen können, um sofort ein gewisses Setting im Kopf zu haben. Der Text handelt mal wieder von einer gescheiterten Liebe, aber auf eine herrlich obskure Weise, was auch wieder zu den Ärzten passen könnte. Aber mit der Kraft, welche die Hosen Songs auszeichnet, ein wirklich gelungener Song, bei dem man den Refrain auch wieder super mitgröhlen kann :-D .

      Eine Handvoll Erde:
      Eigentlich ein guter Song, aber irgendwas stört mich hier, was ich selber nicht so richtig erklären kann. Nicht wirklich schlecht, aber eben auch nicht wirklich gut, ganz schwer zu beschreiben.

      Wie viele Jahre (Hasta La Muerte):
      Achja, Breiti hat also Geburtstag! Und damit auch endlich ein Song auf diesem Album, der wohl für die Live-Shows geschrieben wurde. Wieder besingen sich die Hosen selbst und fragen wie lange sie noch so weitermachen können. Vom Text her nichts überragendes, aber genau das passt zur Botschaft, so dass sich der Song nicht gezwungen sondern ehrlich anfühlt. Freue mich schon unheimlich dieses Lied live zu hören, definitiv mein Höhepunkt dieses Machwerks.

      ICE nach Düsseldorf:
      Nach "Energie" das wohl schlechteste Lied des Albums. Ja, die Hosen lieben Düsseldorf und ja, sie singen auch öft darüber und nein, das stört mich eigentlich gar nicht. Ganz im Gegenteil, ich finde diese heimatliche Verbundenheit der Band sogar sehr begrüßenswert. Aber auch hier gilt wieder wie so oft auf diesem Album, dass die Musik einfach nicht zieht. Als B-Seite wäre dieser Song wohl besser aufgehoben.

      Geisterhaus:
      Nochmal ein schöner ruhiger Song kurz vor Schluss, bei dem man sich selbst gut hinein versetzen kann, wenn man schonmal auf alte Zeiten zurück blickt und es sich einfach zu stark verändert hat.

      Lass los:
      Das theoretisch letzte Lied der Band auf dem Album bringt nochmal einen verdammt starken Refrain mit und erzählt von einer Trennung, was wohl viele auch so nachvollziehen können. Sehr Hosentypisch nah am realen Leben und eine Ohrwurm-Melodie die man erstmal wieder los werden muss.

      Kein Grund zur Traurigkeit:
      Eigentlich kein Song der Hosen, sondern von ihrem ehemaligen Schlagzeuger Wölli bereits vor einigen Jahren veröffentlicht, allerdings teilweise nun mit Campinos Gesang. Wenn man allerdings weiß, dass Wölli letztes Jahr an Nierenkrebs starb ist dieses Lied eine wunderbare Geste der Band an ihren langjährigen Gefährten, der viel mit den Hosen mitgemacht hat und immer ein Teil von ihnen bleiben wird. Und auch davon abgesehen generell ein schönes und gefühlvolles Lied.


      Fazit:

      Nach dem ersten Durchhören war ich wirklich erstmal geschockt, wie wenig Songs mir doch gefallen haben. Bei ihrem letzten Album "Ballast der Republik" war für mich beim ersten Durchgang bis auf 3-4 Songs fast jedes Lied direkt eingeschlagen, dementsprechend hatte ich wohl meine Erwartungen zuhoch geschraubt. Mittlerweile komme ich auch mit Songs zurecht, die ich anfangs gar nicht mochte, so dass es mehr Lieder auf dem Album sind, die ich mag, als die die ich nicht mag. Unterm Strich bleibt ein gutes Album, mit wenigen sehr guten Liedern, aber auch wenigen Totalausfällen, dafür eine Menge "Füllwerk", was größtenteils den Instrumental-Arrangements geschuldet ist. Mal abwarten ob die B-Seiten der kommenden Singles nochmal ein wenig mehr Begeisterung herauslocken können. Ansonsten picke ich sowieso früher oder später meine Favoriten raus und schmeiße den Rest aus der Playlist :-D .
    • Eminem - Revival

      Am 15. Dezember letzten Jahres erschien - endlich nach vier Jahren Pause - das neue Eminem Album "Revival". Als die Platte angekündigt wurde, habe ich mich sehr gefreut, da Enel ähäm Eminem mein absoluter Lieblingsrapper und Kindheitsheld ist. Ich freute mich auf Songs geladen mit Wut und Wortwitz, nachdenkliche Nummern wie z.B. "Sing for the Moment" und auf geniale Beats vorzugsweise von Meister Dr. Dre. Auch hätte ich mich gefreut, hätte Slim Shady sich Richtung Trap gewagt und auf modernen Beats mit seinem unvergleichlichen Flow und Punchlines der neuen Garde wie 21 Savage und Lil Uzi Vert gezeigt, wie man richtig rappt. Nichts von Alldem ist zu finden auf dem Album: Eminem wirkt schon fast eingeschlafen, sein neuer Flow ist sehr alternativ. Das Album geht mit 8 (!!!) Pop-Features wie Ed Sheeran, Alicia Keys und Beyonce eher in die kommerzielle Richtung. Rick Rubin ist der Executive dieses Album und hat eine sehr enttäuschende Arbeit geleistet, die Beats sind überladen mit Rock-Elementen und man merkt oft nicht, wo er mit denen hin will. Vom Mischen und Mastern mal ganz abgesehen. Allgemein hat die Qualität der Musik und vom Gefühl vom Rap God in den letzten Jahren rapide abgenommen - Encore war das letzte Album, welches ich ohne zu Skippen an einem Stück durchhören konnte. Ist für mich als Rap- und Eminem-Fan extrem Schade, die ersten Platten - vor Allem "The Eminem Show" - sind genreübergreifende, zeitlose Klassiker. Oder um es in Flers Worten auszudrücken: "Revival war der letzte Müll". Dennoch werde ich es mir nicht nehmen lassen, Eminem am Openair Frauenfeld bewundern zu dürfen, nicht für seine neuen Songs, sondern den alten Hits.

      PS: Lyrisch gesehen liefert er wie gewohnt Meisterleistungen, nur ist die Lyric leider nur 1/3 davon, was eine gute Platte ausmacht.


      Wie fandet Ihr das Album?













      "Zähl nicht immer nur das auf, was du verloren hast! Was gegangen ist, ist gegangen!
      Frag dich lieber selbst, was geblieben ist!" - Jimbei
    • Danny Brown - Atrocity Exhibition




      Der Titel von Danny Browns aktuellem Album Atrocity Exhibition ist sowohl an J.G. Ballards Buch als auch den gleichnamigen Song von Joy Division angelehnt. Dazu gesellen sich Dannys eigene Gedanken: "When they see anything happen… like say police or anything that’s violent that’s happening,
      instead of them trying to fix the situation, what do they do? They pull they phone out and try to record it… We living in an atrocity exhibition."

      Durch seine hoch gelobten Vorgängeralben XXX und Old gewann Danny an Fans hinzu, wobei er merkte, dass sich vieles mehr um seinen Lebenstil drehte als um die Musik. Es wäre ein Leichtes gewesen die Partyseite von Old weiterzuführen und weiter in den Main Stream einzutauchen oder den Fokus auf Storytelling zu legen, wie schon bei XXX, um von den Kritikern gefeiert zu werden.

      Mit Atrocity Exhibition experimentiert viel herum was direkt mit dem Opener Downward Spiral klar wird. Ein Instrumental das nicht mehr hätte zersetzt sein können was von den ersten Versen unterstrichen wird "I'm sweating like i'm in a rave - been in this room for 3 days - Think i'm hearing voices - Paranoid and think i'm seeing ghost-es, oh shit - ..."
      Tell Me What I Don't Know präsentiert uns direkt den Gegenpol mit Dannys tiefen ruhigen Stimme, old school Storytelling und einem sich stetig steigerndem Beat.
      Zusammen mit Petite Noir beschreibt er mit Rolling Stone den Rockstar-Lifestyle - "Living like a rolling stone - When i die, i leave alone - Getting high, i feel low - But we all know life goes on"
      Really Doe kommt mit starken Features von Kendrick Lamar, Ab-Soul und Earl Sweatshirt. Ohne Kendrick würde Song wohl nicht existieren und Earl haut zum Schluss nochmal richtig auf den Putz.
      Lost ist wieder ein Beispiel für die absolut abstrusen Beats über die Danny auf dem Album rappt. Fuck, wie kommt man auf so eine Idee.
      Auf dem nächsten Track Ain't It Funny thematisiert er den Missbrauch von Substanzen als falsch, weiß allerdings nicht wie es anders geht und bringt das auf einen Beat der den inneren Stress perfekt rüber bringt.
      Mit den nächsten beiden Tracks Goldust und White Lines geht er weiter diese Downward Spiral hinab, ist sich bewusst, dass sein Lebensstil irgendwann ins Grab bringt und endet mit den Worten "I hope it ain't 'bout my time to go"
      Pneumonia ist der wohl zugänglichste Titel auf dem Album. Der Beat setzt die beiden Extreme perfekt zusammen. Der zügellose Höhenflug und die Downphase.
      Dance In The Water kommt einem Banger am nächsten auf dem Danny das Schema mit Feuer spielen und sich nicht verbrennen auf "Dance in the water and not get wet" ummünzt.
      Mit From The Ground reflektiert Danny seinen bisherigen Werdegang mit seiner tiefern Stimme und gibt dem Zuhörer einen, für die Ohren, sanften Track der nach den bisherigen Tiraden bitter nötig ist. Unterstütz wir er hier von Kelela.
      Wer dachte er könnte weiter durchatmen wird mit When It Rain direkt wieder aufgerüttel der über die Gefahren handelt als er in Detroit aufwuchs und Dinge schnell außer Kontrolle gerieten. Danny flowt hektisch über den Beat der ihn zu verfolgen scheint und mit sein Beep-Geräuschen wie eine Sirene signalisiert, dass er gleich geschnappt ist.
      Weiter geht es mit Today auf dem Danny sich seiner Sterblichkeit ein weiteres mal bewusst wird, alles kann heute schon enden. Der Chorus "To-day, To-day, To-day" klingt wie das Ticken auf einer Uhr welches Danny mit seiner Hook immer wieder hektisch unterbricht als würde er versuchen so viel wie möglich in seine verbleibende Zeit zu quetschen.
      Zusammen mit B-Real beschreibt er auf Get Hi wie der Rausch jedes Problem kleiner macht... für den Moment.
      Zum Schluss macht Danny mit Hell For It klar, dass er nicht kampflos aufgeben wird. Nach einem größtenteils depressiven und destruktiven Album lässt Danny hier noch etwas positives und motivierendes zurück.

      Atrocity Exhibition ist ein sehr experimentelles Album und zusammen mit Dannys sehr eigener Stimme bestimmt nicht für jeden geeignet, aber definitiv einen Blick wert.








      "[...] - so completely at odds with the logic of our own age,
      when even the concept of privacy is constructed from publicly circulating materials.
      It is now almost impossible to be ourselves except on the world's terms."
      - J.G. Ballard, The Atrocity Exhibition
    • Lance Butters - Angst


      Irgendwas an diesem Album lässt mich nicht los. Lance Butters war und ist kein Rapper mit kunstvollen Reimketten oder -schemata oder komplexen Texten, noch hat er je Wert darauf gelegt. Und das macht auch seinen Appeal aus, zumindest für mich. Denn diese wenn auch teils plumpe, von Umgangssprache geprägte, aber am Ende direkte Wortwahl lässt das was er sagt echt wirken.
      Egal ob es um seine Standardthemen Girls, Kush, Cash geht oder ob er mal wieder über Deutschrap herzieht, ich kauf es ihm ab. Selbes gilt für den Albumtitel "Angst" und, dass die Platte selber komplett schwarz ist. Das kann sehr schnell überzogen wirken, aber bei Lance weiß man, dass er einfach nicht lange um den heißen Brei herumredet.

      "Mein Leben ist Girls, Kush, Cash für die Medien - weil ich mit den' über nichts and'res reden will" - 30, Blaow

      Lance hat immer wieder auf Tracks wie "Dunkelrote Augen", "Es zieht/Ich zieh", "Weißer Rauch" oder "30" durchblicken lassen, dass es einen tieferen Grund für seine Ignoranz und Distanz gibt. Und genau das ist das Thema seines neuesten Albums.
      Blaow war die Wohnung, die gewohnten Themen, die er der Öffentlichkeit präsentiert. Auf Angst zeigt er uns den Keller und was er darin alles in den dunklen, vermodernden Ecken liegt.
      Die Isolation und Distanzierung vom Leben, die Scheidung seiner Eltern und der Tod seines Vaters sowie sein schwindender Lebenswille. Seine Kritik an der deutschen Rapszene kommt zwar auch wieder nicht zu kurz, aber es wird immer deutlicher, dass er für den Scheiß keine Zeit und keinen Nerv mehr hat, weil er an wichtigeren Dingen zu knabbern hat.
      "Mag sein" ist der wohl stärkste Track auf dem Album und thematisiert wie er immer weniger Energie besitzt und abgeschlossen hat. Im letzten Part wird er so persönlich, dass einige Stellen ausgeblendet wurden, was dem Track zusätzlich an Gewicht verleiht. Den Inhalt der entfernten Stellen kann man erahnen und durch Lance' Delivery erledigt denn Rest und lässt den Zuhörer sprachlos zurück.

      Angst ist ein Album, welches mich schwer beeindruckt hat. Handwerklich bestimmt kein Meisterstück, aber auf emotionaler Ebene über jeden Zweifel erhaben.


      "These are hard times. I don't even have to tell you that these are hard times. The world is changing.
      People don't have jobs and those that do, are scared their gonna lose 'em!
      The air is wounded, our food is full of poison and all we do is stare at our phones waiting for a message!
      Anything to distract us, literally anything.
      These are hard times, hell, even that's an understatement, it's insanity!
      It's like nobody knows what's true anymore.
      And it's like nobody cares.
      We live in our bubbles and feed on each other's lies.
      My sorrow, your sorrow, huh, what's the difference?
      We just want to be left alone!
      Leave us to our games, our celebrity gossip, cheap thrills and we won't complain, okay?
      But just leave us the hell alone!"