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    • Weil ich es gerade wieder gelesen habe obwohl das Urteil schon 2 Wochen her ist. Hoffe hier ist der richtige Ort dafür.

      Eine Mutter hat zusammen mit ihrem Lebenspartner ihren eigenen Sohn (!) mehrere Jahre lang vergewaltigt und im Darknet anderen Männern zur "Benutzung" angeboten. Man möchte sich nicht vorstellen wie viel dieser Junge erleiden musste und wie viele Männer das Angebot der Mutter genutzt haben.

      Das Urteil wurde vor kurzem gesprochen. 12 Jahre haben beide bekommen. War vor ca. 2 Wochen und habe in allen Medien nur gelesen "Mutter und Lebenspartner bekommen lange Haftstrafen" und überall wurde das Wort Lang benutzt. Das einzige was ich mir die ganze Zeit gedacht habe war nur DAS IST DOCH EINFACH NICHT GERECHT?!?

      Der Junge ist nun sein leben lang traumatisiert. Wird es schwer haben im späteren Leben. Und solche grausame Taten (MEHRZAHL) bekommen hier in Deutschland nur 12 Jahre? Erstmal ist es unbegreiflich wieso die Richter den Tätern unter Lebenslang (Was 15 Jahre lang wären) gaben. Gab es einen Grund dazu? Einfach Absurd. Und Zweitens selbst wenn, selbst 15 Jahre sind doch zu Wenig. Bitte jemand soll es mir erklären. Ich weiß einfach nicht wieso es in diesen Bereichen von Straftaten so geringe Strafen gibt (Verhältnismäßig)

      Wie sieht Ihr das? Ich persönlich will solche Menschen nicht mehr als Teil der Gesellschaft haben (und akzeptiere sie auch nicht) und würde von daher sagen, sie sollten Für den Rest ihres Lebens hinter gitter. Wenn jetzt jemand 12 Jahre als Gerecht ansieht, dann dürfte er damit auch akzeptieren das solche Leute mal (eventuell) seine Nachbarn wären ohne sich zu beschweren. Und seien wir mal Ehrlich, wer will das schon?
      ワンピース
    • Ich hab das so halb in Erinnerung und jetzt auch noch mal kurz stellenweise via Google nachgeschaut:

      Beiden Personen wurde zugute gehalten, dass sie ein Geständnis abgelegt hatten. Die Mutter ist zudem nicht vorbestraft. Sie wurde zu einer Strafe von 12 Jahren und 6 Monaten verurteilt. Da sie jetzt 48 ist, wird sie wohl mit 60 oder 61 Jahren auf freiem Fuß sein. Zudem wird sie, auch wohl von sich aus, nie wieder Kontakt zu ihrem Sohn haben zum eigenen Schutz. Zitat Artikel: Nach der Urteilsbegründung vor dem Landgericht Freiburg verzichteten sowohl die Angeklagte Berrin T. als auch die Staatsanwaltschaft und die Rechtsanwältin des missbrauchten Kinds auf Rechtsmittel. Die Mutter ließ über ihren Verteidiger erklären, sie wolle für ihren Sohn ein Zeichen setzen, "dass jetzt wirklich Ruhe ist".


      Er war bereits vorbestraft. Da er aber nicht nur ein Geständnis ablegte, sondern auch noch als Zeuge auftrat und ausführlich Informationen bot, legte sich das strafmildernd aus. Ich gehe davon aus, dass er Informationen weitergab, wer das Kind vergewaltigt hat, sodass auch diese Täter gefasst werden konnten. Er kommt aber, nachdem er die zwölfjährige Haftstrafe abgesessen hat, so schnell nicht raus, weil bei ihm die anschließende Sicherheitsbewahrung ansteht, für die er auch selbst plädiert hatte. Dies bedeutet, Zitat Artikel, die Täter können theoretisch unbegrenzt eingesperrt bleiben. Also wird er so schnell erst mal wohl nicht rausgelassen.

      Beide müssen zudem zusammen 42.500 € Schmerzensgeld zahlen.


      Zur Länge der Haftstrafe: Persönlich sehe ich zwölf Jahre schon als lange an. Wenn ich bedenke, ich müsste ab morgen für zwölf Jahre in den Knast, dann würde ich nicht sagen: "Ach, wird schon schnell vorbeigehen" :D

      Er ist ja, wie gesagt, wohl noch länger inhaftiert, bei ihr sieht man die Chance, dass sie nicht rückfällig wird und somit Teil der Gesellschaft werden kann. Das ist auch das Ziel unseres Justizsystems, auch wenn das einige/mehrere? für unverständlich finden. Zudem ist es für die Personen selbst schwer, in der Gesellschaft wieder Fuß zu fassen, da die Vergangenheit sich mitzieht wie eine Fessel.


      Hier ist übrigens der genannte Artikel
    • Ruffy609 schrieb:

      Wie sieht Ihr das? Ich persönlich will solche Menschen nicht mehr als Teil der Gesellschaft haben (und akzeptiere sie auch nicht) und würde von daher sagen, sie sollten Für den Rest ihres Lebens hinter gitter. Wenn jetzt jemand 12 Jahre als Gerecht ansieht, dann dürfte er damit auch akzeptieren das solche Leute mal (eventuell) seine Nachbarn wären ohne sich zu beschweren. Und seien wir mal Ehrlich, wer will das schon?

      Ich bin der Meinung dass jeder Mensch das Recht auf Resozialisierung hat.
      Die Tat ist äußerst verwerflich, trotzdem sollten wir uns weniger von unseren Emotionen leiten lassen.
      Wir sind nicht im Mittelalter sondern leben im 20ten Jahrhundert.


      Nun denn, ich möchte nun mit meinem Patenkind in Afrika skypen.
      Er hat seine Eltern recht früh durch die Rebellen verloren. Seine Geschwister (zwei Brüder und eine Schwester) starben durch eine Landmiene als sie Fußball gespielt haben.
      Aber hey, es gibt ja noch Deutschland, wo wir verdammt glücklich unser Wein trinken können und fröhlich über die jetzige Gesellschaft kritisieren können.

      Ich verabschiede mich und wünsche euch allen eine gute Nacht.
    • @Ruffy609

      Zunächst würde ich dich bitten, wenn du eine gerichtliche Entscheidung kritisieren willst, auch die Entscheidung und nicht irgendwelche Zeitungsartikel zu lesen. Die meisten Gerichte veröffentlichen ihre Entscheidungen kostenlos im Internet. Leider setzen sich nur die wenigstens Zeitungsartikel auch tatsächlich mit einer gerichtlichen Entscheidung auseinander, sodass sie meistens er verwirren als aufklären!

      Du magst die Strafe nicht als gerecht empfinden, aber deine Vorstellung von Gerechtigkeit ist nicht mehr und nicht weniger als das: deine Vorstellung von Gerechtigkeit. Du kannst von keinen anderen Menschen erwarten, dass er deine Vorstellung von Gerechtigkeit teilt. Recht muss nicht gerecht sein, auch wenn Gerechtigkeit das Ziel des Rechts ist. Im vorliegenden Fall aber wurde Recht gesprochen und nicht Gerechtigkeit. Und welche Gerechtigkeit sollte das Ziel des Rechts sein? Deine? Meine? Die des Geschädigten? Die der Täter? Die der Richter?
      Die Gerechtigkeit, die das deutsche Recht zum Ziel hat, ist die Gerechtigkeit, die sich aus den Moralvorstellungen ergibt, auf denen das Grundgesetz aufgebaut ist. Und diese Moralvorstellungen sind besonders durch die Erfahrungen des Nationalsozialismus geprägt. Deshalb gibt es auch keine lebenslange Freiheitsstrafe, da diese schlichtweg gegen diese Moralvorstellungen verstoßen würde. Die Sicherheitsverwahrung steht auch immer wieder auf dem Prüfstand.

      Warum also "nur" zwölf Jahre? Denke mal bitte zurück, was du im letzten Monat alles getan und erlebt hat. Rufe dir dann in Erinnerung, was du im letzten Jahr alles erlebt und getan hast. Dann versuche dich an alles zurückzuerinnern, was du in den letzten zehn Jahren erlebt hast. Und dann was du in den letzten zwölf Jahren erlebt hast. Und stell dir nun vor, du hättest all dies niemals erlebt und hättest stattdessen die letzten zwölf Jahre ausnahmslos in deinem Zimmer verbracht. Für mich wäre dies ein gewaltiger Verlust und ein wirklich gravierender Eingriff in mein Leben. Zeit die niemals zurückkommt und für immer verloren ist. Zwölf Jahre im Gefängnis verbringen zu müssen sind eine lange Zeit. Zwölf Jahre sind eine harte Strafe. Wenn man so etwas nicht erlebt hat oder sich nicht einmal die Mühe macht, sich auszumalen, wie lange eigentlich zwölf Jahre sind, ist es natürlich leicht zu behaupten, zwölf Jahre seien keine lange Strafe. So ist es aber nicht.
      Mir geht es jetzt nicht darum, dass man hier Mitleid mit den Tätern entwickelt. Das habe ich auch nicht. Aber man sollte verstehen, dass Freiheitsstrafen ebenfalls gravierende Eingriffe darstellen und durchaus schwer wiegen! Weiterhin sollte man wissen, dass wenn man höhere Strafen für andere fordert, man auch höhere Strafen für sich selbst fordert.

      PS: Stell dir doch einfach vor, du wirst vor Gericht eines solchen Verbrechen angeklagt. Da würdest du doch auch wollen, dass alles berücksichtigt wird, was sich für dich strafmildernd auswirken kann. Wieso forderst du aber das, was du für dich fordern würdest, nicht auch für andere?

      PPS: Ich darf mich über alles und jeden beschweren, wie ich lustig bin. Nur weil für mich die Strafe gerecht erscheint, bedeutet dies nicht, dass ich solche Menschen als Nachbarn erdulden muss! Aber wenn mir meine Nachbarn nicht passen, dann ist dies mein Problem und vielleicht sollte dann eher ich umziehen...
      "Do you know what heroes are? Say there is a chunk of meat. Pirates will have a banquet and eat it. But heroes will share it with other people. I want all the meat!"

      -Monkey D. Ruffy
    • Erstmal muss man noch ergänzen, dass der Lebensgefährte noch zusätzlich zu seiner Haftstrafe eine anschließende Sicherheitsverwahrung erwarten wird. Das ist schonmal ein großer Unterschied. Dann wurden im Rahmen des Falles auch noch 6 weitere Täter zu langen Haftstrafen mit teilweise Sicherheitsverwahrung verurteilt.

      Ich finde wenn man hier Kritik anbringen will, dann ganz klar am System bzw. am deutlichen Behördenversagen. Diverse Probleme in der Familie waren dem Jugendamt bereits bekannt und der Junge war sogar mal zeitweise der Familie entzogen worden, bis er von Familiengerichten zurückgeschickt wurde. Da hätte einfach viel besser gearbeitet werden müssen und die Zeichen deutlicher gesehen werden müssen. Es erscheint mir nahezu unmöglich wie dies alles so ablaufen konnte. Allerdings soll das wohl noch aufgearbeitet werden und war nur nicht Teil dieses Strafprozesses. Ich hoffe auch, dass dies ordentlich geschehen wird.

      Im Endeffekt aber muss man mMn aber nicht nur diverse strafmildernde Umstände betrachten sondern auch die hier gravierenden erschwerenden Umstände die so teilweise vom Gesetz noch gar nicht gesehen werden, was im Zusammenhang mit diesem Fall ja auch stark diskutiert wird.
      Denn nicht nur wurde der Junge massiv von den beiden und anderen missbraucht, nein dies wurde auch noch im Darknet frei kundgetan und in Videoform geteilt. Sprich der Junge ist nicht nur in seinem Kopf und seinen Erinnerungen auf ewig verstört, nein es existieren davon auch noch unlöschbare Aufnahmen auf Lebenszeit. Absolut grauenhaft. Und diese Tatbestände bzw. Fallgruppen werden so vom Gesetz noch nicht wirklich erfasst wo es definitiv Handlungsbedarf gibt.
      'To protect the Sheep you gotta catch the wolf, and it takes a wolf to catch a wolf.'