Assassinen (Kakulukiam21) (pausiert)

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  • Assassinen (Kakulukiam21) (pausiert)

    Dann wage ich mich jetzt mal in die heiligen Hallen des FF. Nach der schier grenzenlosen Begeisterung und Ansturm auf meine Kurzgeschichten, habe ich mich dazu entschlossen hier jetzt einfach mein aktuelles Werk zu veröffentlichen.

    Ich hoffe das ich dem Niveau und der Qualität hier gerecht werde. Ich fange nach meinen Kurzgeschichten wieder bei Null an, von daher hoffe ich auf Unterstützung und das ihr mir ein wenig hilft.
    Wer allerdings hofft hier etwas von One Piece wieder zu finden, muss ich leider enttäuschen. Ich habe mich dazu entschlossen ein komplett One Piece freies FF zu schreiben, da mir die Geschichte schon länger im Kopf schwirrt und ich sie jetzt umsetzen möchte. Trotzdem hoffe ich das es euch gefallen wird. In welchen Zeit Abständen ich etwas hochladen werde, wird sich im Laufe der Zeit einfinden. Ich weiß noch gar nicht wie meine Geschichte hier ankommt und ob sie überhaupt ankommt.

    Aber genug der Worte, ich hoffe ihr habt so viel Spaß beim Lesen wie ich beim Schreiben und gebe euch den ersten kleinen Einblick :)

    Kakulukiam21
    PS: Erst mal nur der Prolog für den Vorgeschmack.



    Prolog
    Ich saß am Esstisch und freute mich, dass es endlich wieder mein Lieblingsessen auf den Tisch kam. Viel zu lange gab es keine Kartoffelpuffer mehr und meine Frau Lisa hatte heute einen ganzen Berg davon gemacht. Mit einem großen Teller voller Kartoffelpuffer kam sie ins Esszimmer und stellte ihn ab, bevor sie sich zu mir setzte. Grade als wir angefangen haben, hörten wir ein leises Quengeln und Schreien. Unser Sohn, grade mal ein Jahr alt, war rechtzeitig zum Essen wieder aufgewacht, wer weiß - vielleicht teilte er ja meine Vorliebe mit Kartoffelpuffer. Lange haben wir für einen Namen für unseren Sohn gesucht. Lisa und mir waren diese Standardnamen zu einfach und wir wollten etwas Außergewöhnliches haben. Wir haben uns auf einen Japanischen Namen geeinigt, jetzt musste nur noch ein passender gefunden werden. Meine Idee war es ihm den Namen Isamu zu geben, was so viel bedeutete wie Mut und Tapferkeit. Lisa war damit einverstanden, denn sowohl die Bedeutung als auch der Klang des Namens gefiel ihr.
    "Ich mach das schon, vielleicht freut er sich dann ja.", sagte ich, denn für gewöhnlich holte Lisa den Kleinen immer aus dem Bett. Ich ging in das Kinderzimmer und schaltete das Licht ein.
    "Huhu kleiner Mann, bist du schon wieder wach geworden? Viel hast du ja heute nicht geschlafen, oder?" Isamu blinzelte mich an und wunderte sich das ich an seinem Bett stand. Doch dann freute er sich und streckte mir seine Arme entgegen und ich nahm ihn aus seinem Bett.
    "Du willst bestimmt auch Kartoffelpuffer haben oder?", sagte ich zu Isamu, der natürlich nicht verstand was ich sagte aber mir freudig eine Hand an die Wange tatschte. Ich musste dabei lachen und spielte mit meinem Sohn ein wenig im Kinderzimmer, als es an der Tür klingelte. Mich wunderte es, denn die Post wurde schon ausgeliefert und wir haben keinen Besuch erwartet. Mit Isamu auf meinem Arm ging ich zur Haustür, wo Lisa schon die Tür geöffnet hat.
    "Was ist denn noch gekommen?", fragte ich noch im Gehen aber ich bekam keine Antwort. Ich ging zu ihr und schaute ob noch jemand an der Tür war, jedoch war niemand mehr zu sehen. "Samuel...", fing Lisa an, beendete den Satz aber nicht.
    Ich schaute zu meiner Frau und bemerkte ich das sie etwas in der Hand hielt. Mir stockte der Atem, denn was sie in den Händen hielt, war eine blutgetränkte Feder.


    Kapitel 1 - Viele Jahre zuvor
    Es regnete immer noch und unter dem Baum, wo ich stand wurde ich trotzdem noch Nass. Jedoch wollte ich nicht durch diesen Schauer gehen, denn in nassen Klamotten zu gehen war das letzte, was ich wollte. Allgemein war ich jemand, der schnell seine Motivation verlor. Wenn eine Beschäftigung zu lange dauerte, langweilte es mich sie immer wieder ausführen zu müssen. Wenn man dann auch dann noch das Erfolgserlebnis ausblieb, war es komplett vorbei mit der Motivation. Das war auch der Grund warum ich nie lange einen Job halten konnte. Nichts was ich bisher machte, war abwechslungsreich genug um mein Interesse langfristig zu binden. Die ersten Wochen waren natürlich immer aufregend, man hatte was Neues und konnte viel ausprobieren. Doch dann Wiederholten sich die Tätigkeiten und ich verlor mein Interesse. Auch jetzt kam ich gerade wieder von einem Bewerbungsgespräch, welches mit vermittelt wurde. Ich war nicht sonderlich begeistert davon und machte mir auch keine große Hoffnung. Eine IT-Firma erschien mir nicht ansatzweise spannend genug und ich habe mir auch nicht viel Mühe bei der Vorstellung gegeben. Es war nicht so dass ich mich weigerte zu Arbeiten, im Gegenteil. Es nervte mich Zuhause sein müssen und nichts zu machen. Aber es war schwer eine Arbeit zu finden, die mir auch auf lange Zeit Spaß machte. Der Regen ließ so langsam nach und ich beschloss weiter zu gehen. Ich wohnte alleine, denn ich war früh von Zuhause ausgezogen. Nicht nur wegen meinen Motivationsproblemen, die auch meine Eltern ärgerte, sondern auch weil ich auf eigenen Beinen stehen wollte. Und dadurch hatte sich die Beziehung zu meinen Eltern auch gebessert. Ich wohnte jetzt näher an der Stadt, was ich angenehmer fand denn so waren die Bus und Bahn Anbindungen besser, obwohl sie sich regelmäßig verspäteten.
    Es war nicht mehr weit zu meiner Wohnung und ich freute mich wieder Zuhause zu sein, denn ich hatte noch nichts gegessen. Aber ich wusste auch nicht was ich mir zu Essen machen sollte. Unterwegs hatte ich aber genug Zeit darüber nachzudenken, da ich kaum auf Leute traf, es waren die meisten grade Arbeiten oder mit der Hausarbeit beschäftigt. Der Regen hörte ganz auf und ich fing an nach Hause zu schlendern, ich hatte es ja nicht eilig. Zuhause angekommen zog ich mich erst mal um und hängte die feuchten Sachen auf. Dann ging ich in die Küche und schob eine Pizza in den Ofen, eine Thunfischpizza. Ich freute mich jetzt schon und um die Zeit zu überbrücken ging ich in das Wohnzimmer und schaltete den Fernseher ein. Normalerweise war ich kein Fernsehfreund aber um Zeit totzuschlagen, war es das Beste. Als die Pizza fertig war, holte ich sie aus dem Ofen und ging wieder ins Wohnzimmer. Beim Essen ließ ich den Fernseher laufen, einfach um Hintergrundgeräusche zu haben. Ich mochte es nicht sonderlich wenn es still war, aber ich achtete auch nicht auf das was im Fernsehen lief.
    Durch das Fenster schien jetzt die Sonne und ich ärgerte mich. Hätte das Gespräch ein wenig länger gedauert, wäre ich noch trocken nach Hause gekommen aber daran ändern konnte ich nichts mehr. Ich spülte den Teller ab und stellte ihn wieder ins Regal und schaute auf die Uhr. Es war noch relativ früh und ich wusste noch nicht wirklich was mit dem Tag anzufangen also entschloss ich in die Stadt zu fahren. Da die Sonne schien, holte ich mein Fahrrad aus dem Keller und fuhr los. Auf dem Weg achtete ich noch auf das Wetter, aber es waren keine Anzeichen zu sehen dass es noch mal regnen könnte. Angekommen in der Stadt, stellte ich mein Fahrrad in einen Fahrradständer und schloss es ab. Auch hier war noch nicht viel los, aber das würde sich spätestens am Nachmittag ändern. Ich kaufte ein paar Lebensmittel ein, die ich noch brauchte und bummelte ein wenig durch die Stadt. Ich kaufte mir noch ein Eis mit Vanille und Zitrone ging weiter. Mir viel ein leer stehendes Gebäude auf und ich wunderte mich. Seit Jahren hat sich in der Stadt nichts geändert und jetzt stand ein Gebäude leer. Dort war sonst ein kleiner Elektronikhändler, jedoch schien es als hätte er sein Geschäft schließen müssen denn aus war auch keine Notiz, dass er umgezogen wäre. Ich fand es Schade, denn der Besitzer war immer freundlich. Aber ich ging weiter und schaute mich um, denn langsam füllte sich die Stadt. Ich kehrte um und machte mich auf den Weg zu meinem Fahrrad und fuhr wieder nach Hause. Ich stellte das Fahrrad aber nicht wieder in den Keller, sondern in den Fahrradständer da ich heute Abend noch zum Wing Tsun Training wollte.
    Diese Kampfkunst war etwas Herausforderndes und was mich nicht langweilte. Es beanspruchte den Körper und Geist zu gleich. Und seit dem mein Kumpel Jason auch dabei war, machte das Training noch mehr Spaß. Ich kannte Jason schon seit dem Kindergarten und wir waren da unzertrennlich. Dass diese Freundschaft bis jetzt gehalten hat, freute mich und ich wusste dass ich mich immer auf Jason verlassen konnte. Wir haben zwar mit der Zeit unterschiedliche Schulen besucht und eigene Freundeskreise, jedoch haben wir nie den Kontakt zueinander verloren. Ich erzählte ihm von der Sportart und erst war Jason nicht allzu begeistert davon, doch überredete ich ihn mal mitzukommen. Er hat also ein paar Mal Probetraining mitgemacht und hat zu schließlich auch angemeldet. Er will nicht zugeben dass es ihn immer mehr begeistert, aber ich weiß es. Und wir haben jedes Mal ein kleinen Wettkampf, wer bei den Übungen die Überhand behält.
    Ich ging in die Wohnung und legte die Sachen, die ich gekauft hatte in den Kühlschrank und packte dann meine Tasche für das Training. Auch wenn es noch viel zu früh war, aber ich wollte Jason noch abholen. Nebenbei liefen noch die Nachrichten im Fernseher aber es war nicht besonders viel passiert. Als der Wetterbericht vorbei war, ging ich mit meiner Tasche wieder nach unten zu meinem Fahrrad. Es fing schon leicht an zu dämmern, aber ich musste noch kein Licht einschalten. Jason wohnte auf dem Weg und ich ließ mir etwas Zeit. Jason wohnte noch bei seinen Eltern, bei denen ich auch immer herzlich Willkommen war. Aber als ich diesmal bei Jason ankam, stand ihr Auto nicht da. Ich klingelte an der Tür und wartete bis Jason sie öffnete.
    "Samuel, du bist viel zu früh, das weißt du oder?", hörte ich Jason noch hinter der Tür sagen. Ich grinste, denn es stimmte. Ich war meistens überpünktlich, doch fand ich es wesentlich besser als zu spät zu sein.
    "Na und, du bist doch schon fertig und wir können los.", antwortete ich und wir schüttelten uns die Hände.
    "Hast ja Recht, Moment ich hole eben mein Fahrrad", sagte Jason und holte sein Fahrrad aus der Garage.
    "Wie war eigentlich dein Vorstellungsgespräch bei Novas?", frage Jason mich unterwegs
    "Nicht besonders aber ich habe mir auch keine Mühe gegeben wenn ich ehrlich bin.", antwortete ich, "Ich kann mir Schreibtischarbeit einfach nicht vorstellen, da muss man doch einschlafen".
    "So schlimm ist das gar nicht, wie du dir das vorstellst. Vielleicht bist du einfach nur zu wählerisch." meinte Jason, der eine Ausbildung zum Bürokaufmann abgeschlossen hat. Er hatte schon Recht, ich war wählerisch aber ich konnte mir es einfach nicht vorstellen an einem Schreibtisch zu sitzen.
    Wir kamen bei der Halle an und waren die ersten jedoch mussten wir nicht lange warten. Wir zogen uns um und wärmten uns auf, bevor das Training begann. Bei den Partnerübungen begann wieder unser kleiner Wettstreit wer die Überhand behielt, aber beim heutigen Training war es ausgeglichen. Mit Jason zu trainieren machte Spaß, denn ich kannte seine Bewegung und er meine. So konnten wir mit einer hohen Intensität und Geschwindigkeit trainieren ohne uns wirklich weh zu tun. Doch diesmal konnte ich mich so sehr Anstrengen wie ich wollte, ich schaffte es nicht die Überhand zu gewinnen. Es war sehr ausgeglichen und wir mussten uns angrinsen, denn Jason merkte ebenfalls dass es sehr ausgeglichen war. Nach dem Training waren wir beide erschöpft denn keiner wollte bis zum Ende nachgeben.
    "Unentschieden?", fragte ich Jason, der einfach nur nickte. Wir gingen in die Kabine und ich verabschiedete mich von den anderen. Ich fuhr alleine nach Hause, denn Jason duschte dort. Es sparte natürlich Wasser aber ich liebte es lange zu duschen und das konnte ich dort eben nicht. Zuhause angekommen stellte ich das Fahrrad wieder in den Keller und ging wieder in meine Wohnung. Nach einer ausgiebigen Dusche, legte ich meine Trainingssachen in die Wäsche und trocknete mich ab. Ich wollte ins Schlafzimmer gehen und mich anziehen, als mir ein Briefumschlag bei der Haustür auffiel. Ich wunderte mich, denn mir war er beim reinkommen nicht aufgefallen und warum wurde mir ein Brief unter die Tür geschoben. Verwundert nahm ich den Brief und öffnete die Tür und schaute ob noch jemand da war, jedoch war niemand zu sehen. Also schloss ich die Tür und öffnete den Brief. Es war ein Zettel drinnen, auf dem eine Adresse mit Datum und Uhrzeit stand. Die Straße kam mir bekannt vor, ich konnte es aber nicht einordnen wo genau das war. Ich legte den Brief auf den Esstisch und ging ins Schlafzimmer. Ich zog mich um und legte mich ins Bett, wo ich überlegte von wem der Brief sein könnte. Mir fiel aber niemanden ein aber ich wollte dem Zettel folgen und zu dem Termin gehen. Einfach aus Neugier, was dort auf mich wartete.


    Kapitel 2 - Das Treffen
    Ich war tatsächlich nervös, wohl deswegen weil ich nicht wusste was mich erwarten soll. Heute war der Tag, wo mein mysteriöser Termin war. Es hat mich beschäftigt und ich hatte auch überlegt damit zur Polizei zu gehen, jedoch sagte mein Instinkt mir dass es falsch wäre. Und ich vertraute auf mein Bauchgefühl aber ich hatte auch niemanden davon erzählt. Wer weiß, wie meine Eltern auf so etwas reagieren würden. Ich musste bei dem Gedanken schmunzeln, denn so wie ich es mir vorstellte würde mein Mutter in Panik geraten und sofort die Polizei rufen. Bei meinem Vater würde es nicht so dramatisch sein. Er würde die Entscheidung bei mir lassen und nur raten, für den Fall das ich hingehen sollte, auf jeden Fall vorsichtig zu sein. Ich habe versucht die vergangenen Tage nicht allzu sehr daran zu denken und war in der Gastronomie aushelfen. Ich kellnerte zwischendurch, irgendwie musste ich ja meine Miete bezahlen und es war ganz angenehm und abwechslungsreich. Jedoch nicht das, was ich auf die Dauer machen wollte. Ich überlegte mir was ich anziehen sollte und entschied mich für Alltagskleidung. Es war keine förmliche Einladung, von daher sah ich keine Notwendigkeit mein Anzug an zuziehen, wie bei einem Vorstellungsgespräch. Bei dem Gedanken, fiel mir ein dass ich immer noch nicht wusste, wo genau das war. Ich setzte mich an den PC und schaute bei Google nach der Adresse. Als ich die Straße eingab, zeigte mir die Karte das es in der Stadt war also verzichtete ich nach der Hausnummer zu suchen.
    ‘Das wird sich schon finden lassen.’, dachte ich mir und schaltete den PC wieder ab. Ich schaute auf die Uhr und merkte dass ich eigentlich los müsste.
    ‘Na super, irgendein Termin ohne Absender und es wäre das erste Mal das ich zu spät komme’, dachte ich beim runter rennen der Treppen. Ich beeilte mich mein Fahrrad aus dem Keller zu holen und fuhr in die Stadt.
    Ich stellte mein Fahrrad an derselben Stelle wie vor ein paar Tagen ab und schloss es ab. Den Zettel hatte ich mitgenommen und schaute noch mal nach der Straße. Und dann wurde mir klar, wieso mir die Straße bekannt vorkam. Es war die Fußgängerstraße an der die meisten Geschäfte waren. Ich lachte in mich rein, dass ich mich in meinem Wohnort so schlecht auskannte. Jedoch achtete ich nicht auf die Straßennamen, daher wunderte es mich nicht allzu sehr. Die Stadt war heute sehr belebt und gut gefüllt, es war Wochenende und Nachmittags, zudem spielte das Wetter mit, so das es noch mehr Menschen nach draußen lockte. Ich schaute noch mal auf den Zettel um nach der Hausnummer zu gucken und ging die Straße lang, bis ich es gefunden hatte. Ich schaute noch mal nach ob ich mich versehen hatte, denn ich stand hier schon mal vor ein paar Tagen. Die Adresse auf dem Zettel gehörte zu dem leer stehenden Gebäude, wo einmal der Elektronikhändler war. Ich schaute mich um, doch niemand in der Nähe sah so aus als würde er auf jemanden warten. Auch das Gebäude machte nicht den Eindruck, als wäre es belebt oder als könnte man es betreten. Ich überlegte mir also was ich jetzt machen sollte und wartete ein wenig. Da ich mich beeilt hatte, blieb mir also noch ein wenig Zeit, aber ich hatte keine Hoffnung dass mich hier jemand abholte. Die Zeit verstrich und es passierte nichts, also beschloss ich wieder zu gehen.
    “Hey, warte mal.”, hörte ich es hinter mir rufen und als ich mich umdrehte stand Jason vor mir.
    “Was machst du denn hier?”, fragte er mich. Ich überlegte ob ich ihm die Wahrheit sagen sollte, denn eigentlich konnte ich ihm alles anvertrauen. Jason bemerkte mein Zögern und zog ein Zettel aus der Tasche. Unglaublich schaute ich ihn an,
    “Du hast auch einen bekommen?”, fragte ich sichtlich überrascht.
    “Ja, nach dem Training lag er bei der Haustür. Ich wusste nicht was ich damit anfangen sollte, also entschied ich herzukommen”, beantwortete Jason meine Frage und fragte mich dann,
    “Und bei dir? Wartest du schon lange?”
    “Bei mir war es ziemlich genauso, auch nach dem Training. Ich stehe hier schon eine Weile, jedoch ist hier nichts. Ich wollte gerade wieder gehen”, sagte ich und ich konnte es immer noch nicht glauben. Wir hatten beide dieselbe Einladung bekommen. Jason schaute sich derweilen selber um und auch ich guckte noch mal, aber mir fiel nichts auf. Auf einmal stupste Jason mich von der Seite an und zeigte auf die Tür. Ich hatte gar nicht darauf geachtet, doch dort war diesmal ein Zettel an der Tür geklebt. Wir gingen zur Tür um zu lesen war dort stand. Es war mit sehr feiner und schwungvoller Handschrift geschrieben: Offen. Ich schaute zu Jason, der wie ich dann sah genauso ratlos war wie ich. Wie kann etwas offen sein, wenn es nichts ist. Ich nahm den Tür Knauf in die Hand und versuchte die Tür zu öffnen, was zu meiner Überraschung auch ging. Ich schaute zu Jason, welcher nur die Schultern hob und mich hilflos anschaute. Ich überlegte kurz und ging dann hinein während Jason mir folgte.
    “Weißt du was wir hier machen sollen?”, fragte Jason, der sich immer noch umschaute. Ich antwortete erst nicht, denn ich war in Gedanken. Ich fand es ein wenig beängstigend, dieser Zettel und das dann die Tür offen war. Und auch weil Jason dieselbe Einladung bekommen hatte, fragte ich mich was das noch werden sollte.
    “Ich habe keine Ahnung.”, gab ich zurück und ging weiter. Ich erinnerte mich daran, wie es hier aussah, als der Elektronikhändler noch hier und war überrascht wie groß der Laden eigentlich war. Da die Fenster nicht bedeckt waren, war es zum Glück relativ hell und man konnte einiges erkennen. Ich schaute mich weiter um, doch konnte ich nichts erkennen, was darauf deuten könnte, das man uns erwartete. Ich schaute zu Jason, der sich genauso umschaute und dann zurück zur Tür. Niemand wunderte sich, dass wir in dem Gebäude waren und nur vereinzelt schaute jemand zu uns. Dann hörte ich Schritte aus der oberen Etage. Das hatte ich vollkommen vergessen und drehte mich Richtung Treppe. Das Geschäft hatte die obere Etage nicht benutzt und hatte die Treppe zu gestellt, so dass sie nicht auffiel. Jason kam langsam zu mir und stellte sich neben mich. Ich versuchte auf die Schritte zu achten, denn sie kamen langsam näher. Wir gingen in die Mitte des Raumes, mit dem Blick Richtung Treppe und warteten. Dann ging jemand die Treppe langsam runter, jedoch sagten wir erst mal nichts. Wir warteten bis die Person unten war. Die Person war eine Frau, sportlich und Kurzhaarfrisur. Sie war recht klein, doch die Größe täuschte. Sie hatte ein selbstbewusstes Auftreten und wusste genau was sie machte. Als sie uns erblickte lächelte sie freundlich.
    “Hallo, ihr werdet schon erwartet, kommt ihr mit nach oben?”, fragte sie freundlich und zeigte Richtung Treppe.
    Da weder Jason noch ich was sagten oder uns bewegten, schaute sie uns fragend an
    “Ach, Entschuldigung, ich habe mich gar nicht vorgestellt. Mein Name ist Anita, aber wenn ihr mir jetzt folgen würdet”, fügte sie dann hinzu.
    Jason und ich nannten unsere Namen und gingen langsam zur Treppe. Ich schaute mir Anita noch genauer an. Sie war ein freundliches Wesen, mit positiver Ausstrahlung. Nur hatte ich das mulmige Gefühl das es bei ihr schnell vorbei sein könnte mit der Freundlichkeit. Jason ging vor mir die Treppe hoch und ich folgte ihm. Oben angekommen, sahen wir das Gegenteil vom Erdgeschoss. Es war eine Büroetage, edel eingerichtet mit Schreibtischen und Regalen. Ich war verwundert, denn ich hatte nichts davon gehört das hier eine neue Firma wäre. Am einen Schreibtisch saß ein Mann, auch wenn er eine Glatze hatte, sah er nicht besonders alt aus. Er war leger gekleidet. Vor dem Schreibtisch waren zwei Stühle.
    “Setzt euch doch, wollt ihr etwas trinken?”, frage Anita, die uns gefolgt war.
    “Ein Wasser bitte.”, sagte ich, denn meine Kehle wurde trocken.
    “Ich nehme auch eins.”, hörte ich Jason sagen.
    Wir gingen zu den Stühlen und setzten uns, als dann auch der Mann am Schreibtisch uns bemerkte. Er schien vorher in seinen Gedanken vertieft zu sein.
    “Oh, tut mir Leid, ich habe euch gar nicht bemerkt. Mein Name ist James und ich wollte euch kennenlernen. Ich hoffe ihr habt gut hergefunden?”, meinte er dann.
    “Guten Tag, ja schon nur wussten wir nicht dass wir die Treppe hoch gehen sollten. Unten stand alles leer und vorher wurde diese Etage nicht genutzt”, antwortete ich, “Mein Name ist Samuel”
    “Ich bin Jason und wieso wollten sie uns kennenlernen? Kam diese Einladung von Ihnen?”, sagte Jason.
    “Ja, die kommt von mir. Vielleicht ein wenig unüblich, jedoch wollte ich wissen ob ihr so einer Einladung folgt. Man weiß schließlich nicht was einen erwartet und wenn man Neugierig genug ist, folgt man auch so einer Einladung. Ich freue mich dass ihr gekommen seid. Denn ich möchte euch ein Angebot machen.”, sagte James und trank ein Schluck aus seiner Kaffeetasse die auf dem Schreibtisch stand.
    „Moment, Sie kennen uns doch gar nicht und Sie wissen nichts über uns“, warf Jason sofort ein.
    „Du kannst Du sagen, ich habe die ja schon mein Namen gesagt“, entgegnete James in Jasons Richtung, bevor er dann wieder zu uns beide sprach.
    „Ihr wisst aber genauso wenig, was das für ein Angebot ist. Lasst mich also bitte erst ausreden und dann kannst du deine Einwände gerne sagen. Wir sind eine Finanzberatung, von der Altersvorsorge bis zum Vermögensaufbau bieten wir alles an. Wir arbeiten mit vielen Versicherungsgesellschaften zusammen, dass wir unseren Kunden immer die besten Produkte bieten können. Unsere Kunden sind auch nicht an einem Unternehmen gebunden oder an einem Produkt, wir versuchen immer das passende für unsere Kunden rauszusuchen. Dabei stellen wir für unsere Kunden, ein nach ihren Bedürfnissen und Wünschen ein Finanzkonzept zusammen. Ich mache jetzt hier eine neue Zweigstelle auf und suche noch Mitarbeiter, die Selbstbewusst und Überzeugend sind und man hat mir Nahe gelegt, das ihr diesem Profil entspricht.“, erzählte James.
    Ich hatte nur die Hälfte von dem mitbekommen was da erzählt wurde, denn ich hatte schon bei ‚Finanzberatung‘ auf Durchzug gestellt. Jedoch klang der Rest Interessant, man hatte immer mit anderen Menschen zu tun.
    „Darf ich fragen, wer uns empfohlen hat?“, fragte ich, denn ich traute dem Braten nicht so richtig.
    „Nein.“, war die knappe Antwort von James, „Aber ihr habt noch genügend Zeit euch das alles zu überlegen. Zum Beispiel hat Jason schon eine Ausbildung. Überlegt es euch also gut. Habt ihr sonst noch irgendwelche fragen?“
    Ich überlegte und nahm ein Schluck Wasser, welches Anita schon vorbei gebracht hatte.
    Mir war es nicht aufgefallen das sie es auf den Tisch gestellt hatte. Mir fielen keine
    Fragen ein, also schüttelte ich den Kopf.
    „Gut, ich würde sagen, dann ist diese kleine Kennenlernen Runde vorbei. Ihr werdet noch von mir Bescheid bekommen und ich hoffe man sieht sich dann wieder.“
    sagte James und stand auf.
    Er war größer als man es vermutet hatte und war kräftig gebaut. Er ging um den
    Schreibtisch rum und ging zur Treppe. Jason und ich standen ebenfalls auf. An der
    Treppe gab uns James jeweils die Hand und verabschiedete sich freundlich. Wir gingen
    die Treppe wieder runter und verließen das Gebäude. Also wir draußen waren, fiel mir
    dann doch etwas ein. Ich hatte keinerlei Firmennamen gesehen und er hatte auch keinen
    genannt.
    „Sag mal, hat er eigentlich einen Firmennamen gesagt oder hast du etwas in der Art gesehen?“, fragte ich Jason, der mit den Gedanken wo anders war.
    „Hm? Ne, hab ich nicht“, war die kurze Antwort.

    Ich schaute noch mal Gebäude und auch zum oberen Stockwerk. Von draußen sah es
    immer noch verlassen aus. Jason und ich verabschiedeten uns ohne noch großartig über
    das eben erlebte noch zu reden. Die Stadt hatte sich mittlerweile wieder geleert und nur
    vereinzelt waren ein paar Nachzügler unterwegs. Ich ging zu meinem Fahrrad und fuhr
    dann nach Hause. Zuhause ließ ich mir das alles noch mal durch den Kopf gehen.
    Finanzen waren nicht gerade meine Stärke, jedoch hatte es mein Interesse geweckt.
    Auch wohl deswegen weil ich so etwas nie gemacht hatte und es Neu für mich war. Ich
    entschloss mich auf die nächste Einladung zu warten und dann spontan zu entscheiden
    ob ich hingehen würde oder nicht.


    Kapitel 3 - Das Wiedersehen
    Ich ging meinem gewöhnlichen Tagesablauf nach, wie sonst auch immer. Ich schlief viel zu lange und machte den Tag wenig wenn ich kein Bewerbungsgespräch hatte. Ich holte Jason weiterhin vom Training ab. Zwischendurch redeten wir von dem kuriosen Angebot, was wir bekommen haben. Jason hatte sich schon dazu entschlossen, das Angebot abzulehnen. Er hatte seine Ausbildung und wollte dies nicht aufs Spiel setzen. Ich konnte ihn verstehen, auch wenn ich es mir lustig vorgestellt hatte mit ihm zusammen zu Arbeiten. Ich hatte mich auch Anfangs in seiner Firma beworben gehabt, jedoch wurde ich gleich abgelehnt. Es hieß, ich wäre nicht Qualifiziert genug. Die Tage verstrichen und ich wartete auf eine Einladung von James. An einem sonnigen Tag entschloss ich mich zu Joggen und zog meine Sportsachen an. Zwar wusste ich noch nicht, wo ich laufen würde aber das würde sich mit der Zeit zeigen. Ich steckte mein MP3-Player ein und lief einfach los. Es befreite mich einfach zu laufen, ich konnte dabei abschalten und über vieles nachdenken. Dieses Mal dachte ich an das Treffen zurück und versuchte mich zu erinnern, ob ich irgendein Firmenname oder ähnliches gesehen hatte. Jedoch wollte es mir nicht einfallen oder vielleicht waren sie auch noch gar nicht richtig eingerichtet. Schließlich hatte die Filiale grade erst aufgemacht. Jedoch kam es mir ein wenig komisch vor, dass keinerlei Firmenname zu finden war. Auch in der Zeitung war nichts berichtet worden das eine neue Firma in der Stadt eingezogen war. Mir kamen Zweifel auf, ob das ganze wirklich seriös war und ich bei einer weiteren Einladung wirklich hingehen sollte. Ich lief weiter und mir kam die Idee in die Stadt zu laufen. Es waren einige Tage verstrichen, so dass man an der Wand ein Firmenschild hinhängen konnte.

    Die Stadt war wie ausgestorben und ich drosselte mein Tempo. Denn ich hatte es ja nicht wirklich eilig. Außerdem war ich ein wenig verwundert das wirklich niemand in der Stadt war, dass gab es selten. Ich ging weiter bis zu dem ehemaligen Elektrohändler. Das Gebäude sah genauso verlassen aus wie vorher. Es waren keinerlei Anzeichen das dort Menschen waren oder auch nur gearbeitet wurde. Ich überlegte kurz und ging dann zur Tür. Ich wusste nicht, was mich dazu getrieben hat, wahrscheinlich war es einfach nur die Neugier. Ich versuchte die Tür zu öffnen und zu meiner Überraschung gelang mir das auch. Die Tür war nicht abgeschlossen und ich konnte hineingehen. Ich schaute mich kurz um, jedoch war niemand zu sehen und ich entschloss mich das Gebäude zu betreten. Es hatte sich zu meinem letzten Besuch rein gar nichts geändert. Die untere Etage war so verlassen wie vorher auch. Jedoch fand das letzte Treffen auch in der oberen Etage statt. Ich ging zur Treppe und horchte, aber hörte ich keine Geräusche. Also ging ich die Treppe hoch und wurde überrascht. Die Etage, die das letzte Mal so edel eingerichtet war, stand komplett leer. Keine Schreibtische, keine Regale, es war nichts von dem da woran ich mich erinnern konnte. Ich schaute mich noch genauer um und ich fand auch keine Anzeichen dass hier vor ein paar Tagen ein Treffen stattgefunden haben sollte. Ich ging die Etage genau ab, doch ich konnte so viel gucken wie ich wollte. Die Etage war leer. Verwirrt ging ich die Treppe wieder runter. Ich fragte mich ob ich das Treffen mit James nur geträumt hatte, dass konnte ich aber ausschließen. Dann hätte ich die Gespräche mit Jason nicht führen können. Unten angekommen schaute ich die Treppe noch mal hoch und ging dann wieder zur Tür. Draußen war immer noch keiner zu sehen, so dass mein kleiner Ausflug wohl unbemerkt blieb und ich lief nach Hause. Auf dem Weg konnte ich keine klaren Gedanken fassen, denn ich war zu verwirrt. So merkte ich gar nicht dass ich schon vor der Haustür stand. Ich ging in meine Wohnung und duschte mich ab. Nach der Dusche zog ich mich an und beschloss zu Jason zu fahren. Ich wollte mit ihm darüber reden und wissen was er davon hält. Also holte ich mein Fahrrad aus dem Keller und fuhr zu ihm nach Hause. Diesmal waren auch seine Eltern zuhause und die Mutter machte mir die Tür auf.
    „Hallo Samuel, was machst du denn hier?“, fragte sie mich.
    „Hey, ich wollte eigentlich zu Jason. Ist er zuhause?“, antwortete ich.
    „Nein, der ist vorhin mit dem Rad weggefahren. Er hat aber auch nicht gesagt wohin. Soll ich ihm sagen das du da warst?“
    „Ist schon in Ordnung, ich sehe ihn ja spätestens morgen beim Training. Auf Wiedersehen“, verabschiedete ich mich.
    Ich war ein wenig verärgert und ich überlegte ob ich Jason suchen sollte. Aber wusste ich nicht einmal im Ansatz wo ich suchen sollte. Ich fuhr planlos durch die Gegend als ich mich dann im Park wiederfand. Ich setzte mich auf deine Bank und schaute mich um. Hier und da war mal ein Spaziergänger aber sonst war auch hier nicht viel los. Nach einer Zeit stand ich auf und fuhr weiter. Irgendeine innere Unruhe hatte mich gepackt, so dass ich nicht lange an einem Ort bleiben konnte. Wieder fuhr ich durch die Gegend und fand mich nach einiger Zeit im Industriegebiet wieder. Ich wusste nicht was ich hier wollte, doch fuhr ich langsam zwischen den Hallen und Gebäuden lang. Von irgendwo hörte ich Geräusche, die nicht zu dem normalen Alltag passten und ich versuchte die Geräusche zu orten. Die Geräusche wurden deutlicher und zwischen durch kamen Schmerzensschreie laut aber auch Anfeuerungsrufe. Ich fragte mich was dort los war und versuchte die Ursache zu finden. Als ich um eine Ecke fuhr, sah ich in einer Gasse eine kleine Gruppe. Drei standen außen vor, während sich zwei andere scheinbar prügelten. Besser gesagt, einer wurde verprügelt.
    „Hey, was soll das denn?“, rief ich laut und fuhr in Richtung der Gruppe. Ich wusste nicht was mich antrieb, eigentlich hätte ich wegrennen sollen oder die Polizei rufen.
    Die drei die sowieso außen vor standen schauten kurz in meine Richtung und steckten dann die Köpfe zusammen. Die anderen nahmen jedoch kaum Notiz von mir.
    „Hey, hört auf mit dem Scheiß“, rief ich wieder, als ich sah dass sie nicht aufhörten. Als ich näher kam, erkannte ich die vertrauten Bewegungen von einem der Kämpfer. ‚Das kann doch nicht wahr sein oder? ‘, dachte ich. Dort war doch tatsächlich Jason und ich sah schon von weitem das er ziemlich mitgenommen aussah. Ich beschleunigte mein Tempo, ließ mein Fahrrad fallen und lief das letzte Stück zu ihm. Auf dem Weg erkannte ich auch, wer bei ihm stand. Es waren James und Anita aber die anderen beiden kannte ich nicht. Ich war jetzt vollkommen verwirrt. Das Büro war ausgeräumt, Jason war nicht zuhause und dann fand ich die beiden jetzt hier. Und Anita war auch dabei. Jedoch wer die anderen beiden waren, konnte ich mir nicht erklären.
    „Hey Mann, alles okay bei dir?“, fragte ich erst mal Jason. Er blutet aus dem Mund und der Nase und sein linkes Auge war schon angeschwollen. Und zudem war er auch nicht mehr so ganz sicher auf den Beinen.
    „Macker, was machst du denn für ein Scheiß.“, sagte ich weiter und hakte Jason unter. Ich ging mit ihm zu einer Wand und lehnte ihn da an.
    „Hey, rede mit mir alles okay?“, fragte ich noch mal. Jason nickte nur und versuchte mich anzuschauen, was ihm nicht mehr gelang.

    „Marco“, hörte ich es nur hinter mir sagen. Ich drehte mich um und wollte Jason fragen was das ganze hier sollte aber soweit kam ich nicht. Ich hatte mich kaum umgedreht, als Marcos Schlag im Gesicht traf. Ich torkelte vor Überraschung ein paar Schritte zurück und schaute verwirrt von Marco zu James. Mir blieb keine Zeit irgendwas zu sagen, denn Marco kam schon wieder und wollte austeilen, doch diesmal schaffe ich es dem Schlag auszuweichen. Unerwartet drehte sich Marco um seine eigene Achse und versuchte mich mit seinem Ellenbogen im Gesicht zu treffen. Mir blieb nichts anderes übrig als meine Arme hochzureißen und den Schlag zu blocken. Der Treffer war trotzdem noch hart und bevor ich reagieren konnte, traf mich Marco mit der Faust auf dem Brustkorb, so dass mir kurz die Luft wegblieb. Ich wusste immer noch nicht was hier los war aber ich wusste auch dass ich nicht zum Fragen kommen würde so lange Marco versuchte mich zu verprügeln. Immer wieder kam Marco angestürmt und immer wieder schaffte er es mich zu treffen. Mir war bewusst dass er gut kämpfen musste, um Jason so zu verunstalten. Jedoch versuchte es immer auf dieselbe Weise. Er zielte zuerst auf das Gesicht, so das ich beschäftigt war zu blocken um dann mein Körper zu attackieren. Ich musste ihm also zuvor kommen um überhaupt etwas ausrichten zu können. Das stellte sich schwerer raus als ich mir das vorgestellt hatte, denn seine Angriffe kamen immer schneller. Ich hatte kaum Zeit um zu reagieren. Also versuchte ich ein paar Schritte zwischen mir und Marco zu bekommen. Marco war auf Nahkampf fixiert, mit seinen Beinen machte er kaum ein Angriff. Das hieß wenn ich es schaffte ihn auf Distanz zu halten, bekam ich eine kleine Pause. Marco kam jetzt wieder und ich versuchte diesmal nicht den Schlag zu blocken. Ich bewegte meinen Körper zur Seite und hatte dabei Glück das er mich dabei nicht traf. Jedoch war das jetzt meine einzige Chance. Durch den Schwung von seinem eigenen Schlag, stolperte Marco nach vorne und durch einen kleinen Schubs von mir konnte ich ein wenig Platz zwischen uns schaffen. Nun hatten wir eine neue Situation, denn ich war auf einen Angriff vorbereitet und Marco musste erst wieder in den Nahkampf kommen. Wir standen voreinander und ich wollte nicht in den Angriff übergehen. Ich achtete genau auf seine Bewegung und wartete auf seinen Angriff. Ich ging noch ein Stück zurück um mehr Distanz zwischen uns zu bringen. Jedoch schüttelte Marco dann mit dem Kopf und lief auf mich zu. Ich bereitete mich darauf vor, jedoch als Marco dann hochsprang war ich verblüfft. Ich reagierte dann reflexartig. Ich ging einen Schritt vor und zog mein Bein zum Tritt hoch. Ich traf ihn mitten in der Luft in den Bauch und ich versuchte ihn noch etwas Druck hinter den Tritt zu bringen. Marco schnappte nach Luft und viel zu Boden. Ich ging sofort wieder ein paar Schritte zurück um ein Überraschungsangriff zu meiden. Langsam rappelte Marco sich wieder auf und sah mich an. Ich sah dass er sich ärgerte, aber ich wusste auch dass er jetzt vorsichtiger sein würde. Er nahm seine Stellung wieder ein und kam diesmal langsam näher. Er täuschte immer wieder Schläge an jedoch wartete ich bis er Nahe genug war. Ich wusste das es riskant war, ihn so nah an mich ranzulassen und das ich schnell reagieren müsste. Als er dann nur noch eine Armlänge von mir entfernt war, holte er zum Schlag aus. Im selben Moment, zog ich mein hinteres Bein noch vorne und versuchte ihm das Standbein wegzuziehen. Er verlor das Gleichgewicht und sein Schlag fand nicht ins Ziel. Ich duckte mich unter dem Schlag weg und ging selben in den Nahkampf. Ich holte zum Schlag aus und rächte mich für den Schlag auf den Brustkorb. Marco strauchelte zurück doch kam ich sofort hinterher. Ich ging ein Schritt nach vorne, zog wieder mein Bein hoch und traf ihm wieder auf der Brust. Marco wollte jedoch nicht fallen, sondern fing sich schnell wieder. Er kam mir entgegen, jedoch setzte ich zum Roundhouse-Kick an und traf ihn damit genau an der Schläfe. Marco verlor das Bewusstsein und fiel zu Boden. Ich stand da noch einen kurzen Moment und wartete als ich dann ein Klatschen hörte. Ich sah mich um als ich dann merkte dass James klatschte.
    „Was soll der Scheiß hier? Und wer sind sie überhaupt wirklich?“, schrie ich ihn an. Ich versuchte auf ihn zuzugehen, doch merkte ich dass mich die Treffer von Marco mehr mitgenommen haben als ich dachte. James klatschte immer noch, während sich der andere um Marco kümmerte, welcher wieder aufgewacht war. Er sah mich kurz an, bevor er dann aufstand und mit Hilfe des anderen Zurück ging.
    „Hör auf zu klatschen und fang mal an den Scheiß hier zu erklären? Was soll das ganze?“, versuchte ich ruhig zu sagen, doch kam in meiner Stimme die Wut mit die ich hatte. Ich sah zu Jason, der immer noch an der Wand lehnte. Man muss ihn völlig überrascht haben und keine Zeit gelassen haben um sich darauf vorzubereiten.
    „Ich glaube, das sollten wir hier nicht auf der Straße besprechen.“, sagte James, seltsam amüsiert.
    „Ach ja, wo denn dann? Euer ‚Büro‘ ist ja ausgeräumt, wo sollen wir das dann machen wenn nicht auf der Straße“, erwiderte ich höhnisch.
    James sah mich genau an aber ich konnte den Blick nicht deuten. Jedoch schaute ich auch nicht weg. Ich atmete immer noch schwer und ich humpelte zu Jason.
    „Bist du zu Fuß hier? Ich kann dich auf dem Rad mitnehmen“, sagte ich zu Ihm.
    „Er ist mit uns gekommen. Wir haben ihn auch abgeholt.“, sagte James jetzt seufzend. „Okay, wartet hier einen Moment.“
    Ich sah Jason an, der meinem Blick auswich. Ihm war das ganze hier wohl unangenehm. Aber wusste ich auch nicht was ich sagen sollte. Ich schaute wieder in James Richtung, jedoch war er verschwunden und nur noch Anita stand da. Sie lächelte als wäre nichts geschehen. Jedoch war mir nicht dazu das Lächeln zu erwidern. Vor der Gasse fuhren dann schwarze Autos vor. Bei einem stieg James aus.
    „Anita, fährst du bei Marco mit? Danke“, sagte James, „Samuel und Jason, ihr steigt hier mit ein“.
    Anita war von der Entscheidung nicht gerade begeistert, das merkte man. Jedoch ging sie zu dem anderen Auto und stieg ein.
    „Und was ist mit meinem Fahrrad?“, fragte ich, das wollte ich ungern hier lassen.
    „Wir setzen dich später wieder hier aus, dann kannst du es nach Hause bringen. Jetzt musst du es vorerst hier lassen. Und jetzt steigt bitte ein“, sagte James jetzt schon fordernder. Jason humpelte zum Auto und stieg schweigend ein. Er tat mir schon leid. Ich ging erst zu meinem Fahrrad und stellte es eine Wand bevor ich es abschloss. Dann ging ich zum Auto und stieg auf der anderen Seite ein. James stieg dann auch ein. Auf dem Beifahrersitz saß der Unbekannte, der sich jetzt zu uns umdrehte.
    „Anschnallen nicht vergessen.“, sagte er und James fuhr los.
    „Wo fahren wir denn jetzt hin?“, fragte ich und schaute in den Rückspiegel.
    „Da wo wir uns unterhalten können“, war die Antwort von dem Unbekannten.
    Ich schaute aus dem abgedunkelten Fenster und konnte noch erkennen wie die Sonne gerade von einer Wolke verdeckt wurde. Ich achtete nicht wirklich darauf, wo wir lang fuhren. Und auch während der Fahrt sagte niemand was. Jason starrte aus dem Fenster und der Unbekannte spielte mit seinem Handy. Mein Kopf pochte von den Schlägen die ich abbekommen hatte und mir tat alles weh. Wir fuhren aus dem Ort und ich erkannte es wieder. Das war die Gegend wo meine Eltern wohnten. Wie fuhren noch ein Stück weiter und ich fragte mich wo es enden sollte, denn hier waren nur verlassene Gebäude. Nach einer Zeit hielt das Auto und James stieg aus. Auch Jason und der Unbekannte öffneten ihre Türen und stiegen aus dem Auto. Ich schnallte mich ab und stieg ebenfalls auf.
    „Wir sind da“, sagte James und guckte mich an und wartete meine Reaktion ab. Ich war erstaunt und wusste nicht was ich sagen sollte. Wir waren vor der verlassenen Stadtvilla die seit gut 100 Jahren nicht mehr bewohnt war.
    „Na denn“, sagte ich und folgte dann den anderen in die Villa hinein.



    Aufgrund Neuorientierung der Geschichte und dem Verlauf ist die Geschichte vorerst pausiert.

    Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.

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  • Zum Prolog:
    Ich hab den jetzt aufmerksam gelesen, und bin gespannt darauf wie sich die Geschichte weiter entwickelt. Auch hast du, relativ kurz und knackig uns ganz gut die Familiensituation unseres Protagonisten wie ich annehme gezeigt und da nicht viel drum herum geredet.
    Du hast definitiv mein Interesse geweckt und bezüglich deines Schreibstiles kann man diesen Text flüssig und leicht lesen, sodass man eigentlich ganz gut eintauchen kann. Ich hab jetzt zwar noch keines deiner anderen Werke gelesen, doch ich werde mir das jetzt auf jeden Fall vornehmen, da ich, wie gesagt, diesen Prolog sehr gut fand.

    LG
    Uri
  • Antwort auf Urien & Kapitel 1

    Das erste Kapitel ist nun genau hier wo die rote Schrift ist zu finden. Freut mich das es jemand geschafft hat, sich hierher zu veirren und deswegen gibt es 'schon' das erste Kapitel. Und natürlich die erste Antwort :>

    Antwort auf Urien

    Urien schrieb:


    Zum Prolog:
    Ich hab den jetzt aufmerksam gelesen, und bin gespannt darauf wie sich die Geschichte weiter entwickelt. Auch hast du, relativ kurz und knackig uns ganz gut die Familiensituation unseres Protagonisten wie ich annehme gezeigt und da nicht viel drum herum geredet.
    Du hast definitiv mein Interesse geweckt und bezüglich deines Schreibstiles kann man diesen Text flüssig und leicht lesen, sodass man eigentlich ganz gut eintauchen kann. Ich hab jetzt zwar noch keines deiner anderen Werke gelesen, doch ich werde mir das jetzt auf jeden Fall vornehmen, da ich, wie gesagt, diesen Prolog sehr gut fand.
    LG
    Uri

    Es freut mich das ich mit diesem kleinen Ausschnitt dein Interesse wecken konnte. Auch wenn dieser Prolog ein Versuch ist, wie man spätestens nach den ersten Kapiteln merken wird, hoffe ich doch das Verständlich wird, was ich damit erreichen will.

    Und es ist tatsächlich unser Protagonist, den wir hier kennen gelernt haben. Ich wünsche dir noch viel Spass mit dem Lesen, da jetzt auch das erste Kapitel da ist.



    Kapitel 2 wurde oben mit eingefügt!


    Kapitel 3 wurde oben mit eingefügt!

    Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.

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