Horizon (Vexor)

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    • Kapitel 179 Das Spiel der Könige

      Auch ich freue mich riesig darüber, dass du wieder die Muse gefunden hast mit deinem FF fortzufahren. :thumbsup:

      Ähnlich wie Bo habe ich mir auch die Frage gestellt, ob es nicht die Information gab, dass der Lord schon lange in Luzifers Traumwelt gefangen war. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr meine ich mich daran zu erinnern, dass immer nur gesagt wurde, dass die jeweiligen Mitglieder ihn schon lange nicht mehr gesehen haben bzw von ihm getrennt waren. Das er jetzt in ID gesessen hat macht die ganze Sache schon etwas glaubwürdiger, denn wenn er schon die ganze Zeit bei Luzifer gewesen wäre, hätte seine Aufklärungsabteilung ziemlichen Mist gebaut es nicht früher herauszufinden bzw ihn zu befreien. Andererseitsstellt sich dann natürlich die Anschlussfrage, warum sie ihn dann nicht schon längst aus ID herausgeholt haben, denn sie sind nicht nur sehr starke Kämpfer, sondern haben auch, besonders über Katharina, sehr gute Kontakte zur WR. Selbst wenn der Lord/Shmuel als sehr gefährlich gelten würde, die WR hätte sicher eine Möglichkeit gehabt ihn aus ID verschwinden zu lassen. Aber vielleicht ist er auch einen Deal mit ihnen eingegangen oder wollte eigne Zeit auch einfach nur seine Ruhe haben, denn sofern Katharina nicht gelogen hat, stand zumindest sie mit ihm die ganze Zeit mehr oder weniger in Kontakt. Wobei mir die Idee von Bo zur Erklärung auch sehr gut gefällt. Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass der Lord zumindest über Theresas ableben und die Entschlüsselung der Prophezeiung nichts gewusst zu haben scheint. Ganz abgehen davon, dass Luzifer von Katharinas Spiel spricht und nicht von dem des Lords. Könnte also auch sein, dass sie die eigentliche Strippenzieherin ist und der Lord nur ihr derzeitiges Werkzeug, wie die Triade das Werkzeug des Lords war usw.

      Seine Darstellung auf den SA hat mir auch sehr gut gefallen und wie vermutlich alle habe ich mich ziemlich lange gefragt, um wen es sich dabei wohl handeln könnte, aber das dürfte für uns alle gegolten haben, da wir von einem anderen Aufenthaltsort ausgegangen sind. Jedenfalls die… nennen wir es mal Wiederentdeckungseiner Freiheitbzw die ihm seit langen nicht mehr gegebenen (Sinnes-)Eindrücke hast du wieder sehr gut dargestellt.
      Lustig fand ich fast schon wie die Kellnerin ihn trotz des vorhandenen Fotos in der Zeitung nicht erkannt hat, aber wer rechnet schon damit, dass ein gesuchter Flüchtiger vor einem sitzt. Ganz zu schweigen davon, dass er sicher um eigens gealtert ist.

      Weiterhin muss ich zugeben, dass ich mich bis zum Nennendes Namens gefragt habe, wer jetzt der Blinde sein könnte, irgendwie habe ich das in Bezug auf Luzifer vollkommen vergessen. Gleiches galt auch für einen Moment für Narcisse aber dann ist mir wieder eingefallen, dass er der Bruder von Eris und der Leiter der Tonsünden gewesen ist. Wurde er und seine Schwester bzw die Überlebenden der Einheit nicht auch nach ID verfrachtet? Damit könnten sie auch entkommen sein, auch wenn sie wahrscheinlich nicht mehr in deiner Geschichte auftauchen dürften.^^

      Aber wie war das nochmal mit der Prophezeiung? Hatte Narcissediese wirklich entschlüsselt? Ich kann mich gerade nur noch an ein Bild/Relief auf einer Steintafel erinnern, welches mit dem Blut von irgendwem sichtbar wurde und dass Brianna ziemlich ähnlich sah. Was ich mehr als Hinweis auf die Lösung abgespeichert habe und nicht als Entschlüsselung. Weiterhin deutet Luzifer in seinem Gespräch auch an, dass der Lord davon ausgegangen zu sein scheint, das er selbst der Auserwählte ist, was ja durch Narcisse bestätigt Brianna sein müsste.

      Wo wir gerade nochmal bei ihm sind. Wie Bo schon geschrieben hat, wirkt er in diesem Moment nicht (mehr) wie ein großer Kämpfer, aber da muss ja nicht unbedingt entscheidend für einen Anführer sein, denn bisher wurde er mehr als der Kontrollierende manipulierende Typ dargestellt. Das muss zwar nicht heißen, dass er gegen z.B. einen der stärkeren Vizeadmiräle verlieren würde, aber alleine dürfte er kaum eine Chance gegen Luzifer und seine Untergebenen haben.

      Dabei fällt mir aber noch etwas ein, wie ist er aus der Traumwelt entkommen, denn zumindest das scheint der Fall gewesen zu sein. Da Genevieve und Orvillein seinem Auftrag den Zaren aufsuchen, um sich für seine Befreiung zu bedanken und die Triade im Prinzip offiziell aufzulösen. Denn wenn ich mich recht entsinne, hatte der Lord keine Verbündeten in der Traumwelt, welche bei seiner Befreiunghätten helfen können und die Welt ist ziemlich spektakulär zusammengebrochen und jeder gestorben, der es nicht durch die Tür geschafft hat. .

      Mit der Beschreibung Moskvashast du wieder ein wunderbares Bild einer Stadt gezeichnet. Die Eindrücke mögen zwar ein wenige durch ihre Schwester aus unserer Welt mit Beinfluss worden sein, aber das entscheidende ist doch immer die Fantasie des Lesers auf die richte Weise anzuregen und dies ist dir mehr als gelungen. Besonders mit dem kleinen Einspieler zu den Statuen auf der Brücke, welche der Stadt und dem Volk der Insel gleiche eine Gefühlt viel tiefere Hintergrundgeschichte gegeben hat. Weiterhin streust du mal eben nebenbei mit ein, dass die Lordfraktion oder zumindest Genevieve noch nichts von Dädalus ableben weiß.

      Auch dem Zaren gibst du wieder einen sehr guten Auftritt, zumindest hatte ich ziemlich schnell einen sehr guten Eindruck von ihm und seinem aussehen nebst Charakter, wobei sich da sicher etwas Peter der Große und Iwan der Schreckliche mit eingeschlichen haben.^^ Auf jeden Fall hast du ihn sehr gut, nach dem ihm zugeschriebenen Charaktereigenschaften, handeln lassen. Wobei ich mich auch frage, was weiß er, was vermutetet er und was ist ihm gänzlich unbekannt. Denn zumindest mich hat die Erwähnung des AA schon etwas aufhorchen lassen, immerhin hat Genevievees letztendlich im Auftrag des Lords oder doch eher von Katharina „Fallengelassen“ wobei glaube ich immer noch nicht geklärt wurde, wieso bzw warum sie dazu bereit war ihre Heimat zu zerstören. Der Zar wird es jedenfalls nicht umsonst erwähnt haben.

      Weiterhin habe ich mich noch gewundert, warum Bras nach DK unterwegs ist, denn sie scheinen schon vom Ableben von Luzifer und der Herzkönigin zu wissen und das Königreich der HK ist auch schon am Auseinanderbrechen oder habe ich es in dem Sinne falsch verstanden, dass Bras in DK schon aktiv war und dies bereits in der Zeitung stand.
      Wie auch immer, ob Charlotte sehr darunter leiden wird weiß ich nicht, immerhin hatte sie kein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Mutter, aber interessant könnte es noch werden, wenn auch ihr Vater Tod sein sollte, denn ich glaube kaum, dass Bras sich nur mit der Herzkönigin befassen würde. Denn wenn sie keinen Bruder hat oder nur Männer zugelassen sind, müsste sie die nächste Königin von DK sein, was ihrem Mann durchaus auch gelegen kommen könnte. Es sei denn er hat zu viel in seiner eigenen Region zu tun, immerhin soll das Reich der Herzkönigin schon aus auseinanderfallen sein. Dabei könnte auch das noch nicht geborene Kind eine interessante Rolle spielen. Aber woher kommt es, wenn ich mich recht entsinne, wurde doch angedeutet, dass der Zar kein Interesse an seiner Frau hat.(Viele Gedankensprünge, aber lassen wir den Absatz mal so^^)

      Was ich auch noch interessant fand, was das Genevievevom Zaren als >Hexe des ersten Geschlechts< bezeichnet wurde. Bedeutet dies, dass sie zur gleichen… nennen wir es mal Generation gehört hat wie Sibylle oder ist damit gemeint, dass sie zur ersten… vermischten Generation gehört?

      Weiterhin scheint so zu sein, dass auch der Lord nicht mehr begeistert über die Triade war, womit dies für alle Mitgleiter der Fall gewesen zu sein scheint, womit sie sich auch einfach hätten auflösen können, aber dann gäbe es wohl keinen interessanten Arc dazu.^^ Jedenfalls scheint der Zar der Lordfraktion wichtige Informationen bezüglich der Pläne weitergegeben zu haben, wahrscheinlich hat er auch über Charlotte einiges mitbekommen. Als dank hat er beim Lord einen Wunsch frei und sehr wahrscheinlich wird dies etwas mit den Walküren zu tun haben, immerhin deutet bis jetzt alles darauf hin, dass sich der nächste Arc zum teil um diese drehen wird.

      So damit will ich aber zum Ende kommen, auch wenn ich wahrscheinlich das eine oder andere übersehen bzw vergessen habe, aber wenn ich noch mehr schreibe bzw ergänze werden die Absätze noch wirrer.

      Wie schon geschrieben freue ich mich sehr darüber, dass du wieder zum Schreiben gefunden hast und dies ohne sichtliche Einbußen in der Schreibqualität. Zumindest ich war gefühlt sofort wieder in deiner Geschichte drin und bin etwas erstaunt, an was ich mich trotz der Pause noch so alles erinnere.
      :thumbsup: Nicht nur in One Piece die reine Wahrheit: :thumbsup:
      Pirates are evil?!!... ...The Marines are Justice?!!
      These labels have been passed around Heaven knows how many times...!!!
      Kids who have never known peace... ...and kids who have never known war... ...Their values are too different!!!
      Whoever stands at the top can define right and wrong as they see fit!!!
      Right now, we stand in neutral territory!!!
      "Justice will prevail"?!... ...Well, sure it will!
      Whoever prevails... ...is Justice!!!! (Doflamingo)

      So kann man es aber auch sehen
      "THERE IS NO JUSTICE, THERE IS ONLY ME!"
      Death, Discworld, Terry Pratchett

    • 3 Jahre, 7 Monate und 29 Tage. 35 Kapitel Kapitel. 1 toter Hauptcharakter

      Ja, das ist die Bilanz, die ich nach diesem Höllentrip eines Arcs ziehen möchte. Alles fing am 11.06.2016 an. Wenn ich mich so an dieses Datum erinnere war die Welt noch eine Bessere: Corona-Virus hätte bei jedem außer Fledermäusen ein Fragezeichen hervorgerufen, Donald Trump war noch nicht Präsident der USA, die Briten hatten gerade erst in ihrem Referendum für den unsäglichen BREXIT gestimmt und die AfD befand sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal im Bundestag. Ja viel schlechtes ist in dieser Zeit passiert. Ich habe irgendwie Anfang 2018 mein Examen sowie mittlerweile Zweidrittel meines Examens hinter mich gebracht. Während in diesen drei Jahren meine beiden Omas sowie meine Katze verstorben sind, so hat auch mein Neffe das Licht der Welt erblickt und sich in mein Herz geschlichen. Freude und Leid liegen wohl nah beieinander und wenn ich mir so meine privaten aber auch die weltpolitischen Entwicklungen der letzten knapp vier Jahre so anschaue, dann habe ich das Gefühl, dass sich diese bizarre Spirale auch in meiner Geschichte eingeschlichen hat.
      3 Jahre, 7 Monate und 29 Tage. Ja das ist ne verdammt hohe Anzahl und das sind aufgerundet 44 Monate für 35 Kapitel, was erstaunlicherweise zu dem Schnitt kommt, dass ich pro Monat 0,8 Kapitel veröffentlicht habe. Ein Schnitt, der sich überhaupt nicht mit meinen Empfindungen deckt.
      Zum Arc selber möchte ich eigentlich nicht viel Worte verlieren. Ihr wisst selber, dass ich streckenweise mit hohen motivationalen und kreativen Engpässen zu kämpfen hatte, den Arc stellenweise dank Oda komplett umstrukturieren musste/wollte und sich die langen Pausen zwischenzeitlich nicht gerade positiv auf meine Einstellung zum Schreiben ausgewirkt haben. Es geht sogar soweit, dass ich bis vor einer Woche mit dem Gedanken gespielt habe, dass ich die Geschichte an diesem Punkt enden lasse. Ein Alptraum aus dem es kein Erwachen mehr geb. Sicherlich ein unbefriedigendes Ende, aber ich hatte zwischenzeitlich einfach kein Interesse mehr an meiner eigenen Geschichte.
      Wie ihr seht, habe ich mich anders entschieden und bei all den schrecklichen Nebeneffekten, die der Corona-Irrsinn mit sich bringt, so war der absolut positive Gewinn, dass ich wieder Freude am Schreiben entwickeln konnte. Dass ich einfach mal wieder die Zeit hatte, um mich mit dem Schreiben auseinanderzusetzen und jetzt stehe ich hier 35 Kapitel später und betrachte den Memento-Mori-Arc, meinen fünften, der am Ende ganz anders geworden ist, als ich ihn mir vorgestellt habe, der mir auf seiner krude, missgestaltete, zerhackte, zusammengeklebte und auf der anderen Seite dann doch inspirierende Art besser gefällt, als ich es gedacht habe. Viel ist in diesem Arc passiert. Alle Charaktere müssten über sich hinauswachsen, einer hat sein Leben dafür gelassen und die Schatzjäger-Truppe wird nie wieder dieselbe sein. Man könnte beinahe sagen, dass mit diesem Arc eine Ära, ein Akt, meiner Geschichte zu Ende geht. Die Triade ist Geschichte. Mit Lord und Zar mittlerweile nur noch zwei Individuen mit ihren je Zielen übrig.
      Was bleibt mir jetzt noch zu meinen stillen und vor allem aktiven Lesern zu sagen? Danke für die Geduld! Danke für die streckenweise hingenommene oder zumindest konstruktiv angesprochene Verwirrung! Danke, dass ihr die Zäsur im Arc so wohlwollend aufgenommen habt und Danke, dass ihr mir und Brianna auf der Suche nach Horizon immer noch folgt!

      Eine abschließende Bewertung des Arcs ist aus meiner Sicht auch nicht nötig. Also ihr dürft sie natürlich gerne vornehmen, aber ich glaube, dass mir die deutlichen Schwächen dieses Arcs sehr gut bewusst sind. Ansonsten wünsche ich, bevor ich auf die fleißigen Kommentatoren eingehen, viel Vergnügen mit Kapitel 180 und dem Abschluss des Memento-Mori-Arcs!

      - V

      @qoii



      qoii schrieb:

      Ähnlich wie Bo habe ich mir auch die Frage gestellt, ob es nicht die Information gab, dass der Lord schon lange in Luzifers Traumwelt gefangen war. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr meine ich mich daran zu erinnern, dass immer nur gesagt wurde, dass die jeweiligen Mitglieder ihn schon lange nicht mehr gesehen haben bzw von ihm getrennt waren. Das er jetzt in ID gesessen hat macht die ganze Sache schon etwas glaubwürdiger, denn wenn er schon die ganze Zeit bei Luzifer gewesen wäre, hätte seine Aufklärungsabteilung ziemlichen Mist gebaut es nicht früher herauszufinden bzw ihn zu befreien. Andererseitsstellt sich dann natürlich die Anschlussfrage, warum sie ihn dann nicht schon längst aus ID herausgeholt haben, denn sie sind nicht nur sehr starke Kämpfer, sondern haben auch, besonders über Katharina, sehr gute Kontakte zur WR. Selbst wenn der Lord/Shmuel als sehr gefährlich gelten würde, die WR hätte sicher eine Möglichkeit gehabt ihn aus ID verschwinden zu lassen. Aber vielleicht ist er auch einen Deal mit ihnen eingegangen oder wollte eigne Zeit auch einfach nur seine Ruhe haben, denn sofern Katharina nicht gelogen hat, stand zumindest sie mit ihm die ganze Zeit mehr oder weniger in Kontakt. Wobei mir die Idee von Bo zur Erklärung auch sehr gut gefällt. Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass der Lord zumindest über Theresas ableben und die Entschlüsselung der Prophezeiung nichts gewusst zu haben scheint. Ganz abgehen davon, dass Luzifer von Katharinas Spiel spricht und nicht von dem des Lords. Könnte also auch sein, dass sie die eigentliche Strippenzieherin ist und der Lord nur ihr derzeitiges Werkzeug, wie die Triade das Werkzeug des Lords war usw.
      Also einen Teil der Antwort auf deine Frage, warum Shmuel in Impel Down geblieben ist und Katerina ihren Einfluss nicht geltend gemacht hat, um ihn herauszuholen, erfährst du vermutlich schon in diesem Kapitel.
      Ansonsten war nie die Rede davon, dass der "Lord" so lange im Albtraum gefangen war. Die Ereignisse mit ID und dem Abfangen durch Luzifer reihten sich zeitlich einfach gut aneinander.

      qoii schrieb:

      Lustig fand ich fast schon wie die Kellnerin ihn trotz des vorhandenen Fotos in der Zeitung nicht erkannt hat, aber wer rechnet schon damit, dass ein gesuchter Flüchtiger vor einem sitzt. Ganz zu schweigen davon, dass er sicher um eigens gealtert ist.
      Da hab ich mich einfach daran orientiert, dass oftmals Schauspieler in so alltäglichen Situationen auch nicht erkannt werden. Zumal du natürlich recht hast. Auf seinem Steckbrief sieht er deutlich jünger aus.

      qoii schrieb:

      Weiterhin muss ich zugeben, dass ich mich bis zum Nennendes Namens gefragt habe, wer jetzt der Blinde sein könnte, irgendwie habe ich das in Bezug auf Luzifer vollkommen vergessen. Gleiches galt auch für einen Moment für Narcisse aber dann ist mir wieder eingefallen, dass er der Bruder von Eris und der Leiter der Tonsünden gewesen ist. Wurde er und seine Schwester bzw die Überlebenden der Einheit nicht auch nach ID verfrachtet? Damit könnten sie auch entkommen sein, auch wenn sie wahrscheinlich nicht mehr in deiner Geschichte auftauchen dürften.^^
      Ich verweise auf das aktuelle Kapitel, welches auch den Handlungsstrang rund um die SALIGIA zu Ende führt.

      qoii schrieb:

      Aber wie war das nochmal mit der Prophezeiung? Hatte Narcissediese wirklich entschlüsselt? Ich kann mich gerade nur noch an ein Bild/Relief auf einer Steintafel erinnern, welches mit dem Blut von irgendwem sichtbar wurde und dass Brianna ziemlich ähnlich sah. Was ich mehr als Hinweis auf die Lösung abgespeichert habe und nicht als Entschlüsselung. Weiterhin deutet Luzifer in seinem Gespräch auch an, dass der Lord davon ausgegangen zu sein scheint, das er selbst der Auserwählte ist, was ja durch Narcisse bestätigt Brianna sein müsste.
      Das mit der Prohezeiung ist auch schon wahrlich lange her. Narcisse hatte diese mit Orônels Blut (der Sohn der Hure Paola aus San Fardo) entschlüsseln können. Dort erschien einerseits ein Relief der Auserwählten und ein wenig Text.
      Ich werde das aber bald nochmal einbringen, also musst du dir keine Sorgen machen, wenn dir der Part nicht mehr so präsent ist/war.

      qoii schrieb:

      Dabei fällt mir aber noch etwas ein, wie ist er aus der Traumwelt entkommen, denn zumindest das scheint der Fall gewesen zu sein. Da Genevieve und Orvillein seinem Auftrag den Zaren aufsuchen, um sich für seine Befreiung zu bedanken und die Triade im Prinzip offiziell aufzulösen. Denn wenn ich mich recht entsinne, hatte der Lord keine Verbündeten in der Traumwelt, welche bei seiner Befreiunghätten helfen können und die Welt ist ziemlich spektakulär zusammengebrochen und jeder gestorben, der es nicht durch die Tür geschafft hat. .
      Im Gegensatz zu Brianna und Co. war Shmuel niemals in der Traumwelt. Erinnerst du dich noch an die drei Säulen aus der die Traumwelt gezimmert wurde? Therese, Luzifer und der Lord. Aus ihren Erinnerungen fügte Luzifer die Traumwelt zusammen, während er der einzige war, der in der Traumwelt tatsächlich integriert wurde und das ja auch erst nachträglich, nachdem Raphaela Mist gebaut hatte. Ursprünglich war nie geplant gewesen, dass Luzifer sich dort persönlich einmischt.
      Aber Briannas Königshaki sorgte dafür, dass die Grenzen der modellierten Traumwelt, mit den Visionen über ihre Tochter etc., einbrachen, sodass sie ja überhaupt erst in die Erinnerungswelt von Shmuel, Therese und Luzifer abdriften konnte. Und so sind sie ja auch auf Sybill beispielsweise getroffen.
      Der Lord war frei ab dem Zeitpunkt als Raphaelas und Luzifers TK zu Wirken aufgehört haben. Lachthopos und Noumu haben ja vergeblich versucht, den Lord schon vorher zu befreien.

      qoii schrieb:

      Mit der Beschreibung Moskvashast du wieder ein wunderbares Bild einer Stadt gezeichnet. Die Eindrücke mögen zwar ein wenige durch ihre Schwester aus unserer Welt mit Beinfluss worden sein, aber das entscheidende ist doch immer die Fantasie des Lesers auf die richte Weise anzuregen und dies ist dir mehr als gelungen. Besonders mit dem kleinen Einspieler zu den Statuen auf der Brücke, welche der Stadt und dem Volk der Insel gleiche eine Gefühlt viel tiefere Hintergrundgeschichte gegeben hat. Weiterhin streust du mal eben nebenbei mit ein, dass die Lordfraktion oder zumindest Genevieve noch nichts von Dädalus ableben weiß.
      Ja, die langen Pausen haben definitiv dazu geführt, dass ich mir auch viel Gedanken um die Geschichte der Stadt machen konnte. Daher hoffe ich natürlich, dass ich der Stadt viel Leben einhauchen kann, die sicherlich mehr ist als ein Abziehbild der realen Stadt.

      qoii schrieb:

      Auch dem Zaren gibst du wieder einen sehr guten Auftritt, zumindest hatte ich ziemlich schnell einen sehr guten Eindruck von ihm und seinem aussehen nebst Charakter, wobei sich da sicher etwas Peter der Große und Iwan der Schreckliche mit eingeschlichen haben.^^ Auf jeden Fall hast du ihn sehr gut, nach dem ihm zugeschriebenen Charaktereigenschaften, handeln lassen. Wobei ich mich auch frage, was weiß er, was vermutetet er und was ist ihm gänzlich unbekannt. Denn zumindest mich hat die Erwähnung des AA schon etwas aufhorchen lassen, immerhin hat Genevievees letztendlich im Auftrag des Lords oder doch eher von Katharina „Fallengelassen“ wobei glaube ich immer noch nicht geklärt wurde, wieso bzw warum sie dazu bereit war ihre Heimat zu zerstören. Der Zar wird es jedenfalls nicht umsonst erwähnt haben.
      Diese Undurchschaubarkeit des Zaren ist auch gewollt. Er wird von mir deutlich vielschichtiger in Szene gesetzt werden als die Herzkönigin und ist nicht ohne Grund erst so spät in meiner Geschichte aufgetaucht.

      qoii schrieb:

      Weiterhin habe ich mich noch gewundert, warum Bras nach DK unterwegs ist, denn sie scheinen schon vom Ableben von Luzifer und der Herzkönigin zu wissen und das Königreich der HK ist auch schon am Auseinanderbrechen oder habe ich es in dem Sinne falsch verstanden, dass Bras in DK schon aktiv war und dies bereits in der Zeitung stand.
      Wie auch immer, ob Charlotte sehr darunter leiden wird weiß ich nicht, immerhin hatte sie kein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Mutter, aber interessant könnte es noch werden, wenn auch ihr Vater Tod sein sollte, denn ich glaube kaum, dass Bras sich nur mit der Herzkönigin befassen würde. Denn wenn sie keinen Bruder hat oder nur Männer zugelassen sind, müsste sie die nächste Königin von DK sein, was ihrem Mann durchaus auch gelegen kommen könnte. Es sei denn er hat zu viel in seiner eigenen Region zu tun, immerhin soll das Reich der Herzkönigin schon aus auseinanderfallen sein. Dabei könnte auch das noch nicht geborene Kind eine interessante Rolle spielen. Aber woher kommt es, wenn ich mich recht entsinne, wurde doch angedeutet, dass der Zar kein Interesse an seiner Frau hat.(Viele Gedankensprünge, aber lassen wir den Absatz mal so^^)
      Nein. Brás hatte sich schon auf den Weg gemacht, bevor die Herzkönigin und ihre Untertanen das Zeitliche gesegnet haben. Immerhin wusste Katerina ja auch nicht genau, was mit dem "Spiel der Könige" gemeint ist. Dass jetzt ein Großteil ihrer Streitkräfte schon tot war, ist mehr als glücklicher ZUfall einzuschätzen.

      Zu Charlottes Schwangerschaft: Naja. Den ehelichen Vollzug gibt es ja trotzdem und einen Thronfolger möchte der Zar ja dennoch haben :D

      qoii schrieb:

      Was ich auch noch interessant fand, was das Genevievevom Zaren als >Hexe des ersten Geschlechts< bezeichnet wurde. Bedeutet dies, dass sie zur gleichen… nennen wir es mal Generation gehört hat wie Sibylle oder ist damit gemeint, dass sie zur ersten… vermischten Generation gehört?
      Dazu sage ich aktuell noch nichts.

      qoii schrieb:

      Wie schon geschrieben freue ich mich sehr darüber, dass du wieder zum Schreiben gefunden hast und dies ohne sichtliche Einbußen in der Schreibqualität. Zumindest ich war gefühlt sofort wieder in deiner Geschichte drin und bin etwas erstaunt, an was ich mich trotz der Pause noch so alles erinnere.
      Das freut mich! Ich hoffe, dass mich der neue Arc auch langfristig beflügeln wird, aber versprechen kann ich natürlich keine geben. Danke für deinen ausführlichen Kommentar!

      @Bo

      -Bo- schrieb:

      Beginnen wir mit der ersten Frage, die mir beim Lesen durch den Kopf schoss: Hat sich unsere Auffassung, der Lord hätte die letzten xxx Jahre in der Traumwelt verbracht, ohne dein Zutun in unsere Köpfe gepflanzt oder wurde das von dir in irgendeiner clever-irreführenden Weise vorgetäuscht? Denn, ich weiß nicht wieso, aber diese Vorstellung stand für mich unzweifelhaft und unwiderruflich fest. Mir kam nie in den Sinn, der Lord könne erst seit wenigen Wochen in Luzifers Alptraumwelt festsitzen. Das ist eine wirklich umwälzende und nicht zuletzt befreiende Neuigkeit, die ich sehr, sehr, sehr gerne annehme. Denn das nivelliert ein gutes Stück jene Fragen, die ich zuletzt hatte. Ich traue dem Lord zu, mit der guten Katerina im ID Rücksprache gehalten und somit die Fäden doch noch irgendwie in der Hand gehalten zu haben. Es erklärt, wieso Katerina derart direkt auf Geheiß des Lords zu handeln proklamierte und es entschlackt zudem deine Handlung bzw. holt sie auf ein, nun, bodenständigeres Maß zurück. Wenn du verstehst?
      Wir haben ja schon privat darüber geschrieben, aber ja. Genau das ist nur in eurem Kopf passiert.
      Die Beziehung zwischen Katerina und dem Lord bekommt ja mit dem aktuellen Kapitel auch eine "neue" Facette.

      -Bo- schrieb:

      Katerina ist die Tochter eines Weisen und sie ist die personifizierte Dunkelheit, die immer genau dort auftaucht, wo man sie nicht vermutet und wo niemand hineinkommen sollte. Die Überlegung, dass ausgerechnet sie im Hochsicherheitsgefängnis ein- und ausgehen könne, wie es ihr Freude bereitet, ist nicht allzu abwegig. Katerina holt sich ihre Instruktionen vom Lord und handelt entsprechend -- oder auch nicht. Nichts für ungut, aber Katerina mag vielleicht mit dem Lord ungefähr auf einer Linie agieren, aber eigene Ziele bzw. das berühmte eigene Süppchen traue ich deiner vampirhaften Grande Dame in jedem Fall zu. Was sie tut, tut sie vielleicht für den Lord; aber darüber hinaus und auf welche Art und Weise...nun, sagen wir einfach, dass ich Katerina nicht traue und belassen es vorerst dabei.
      Dann wird dich die aktuelle Entwicklung ja nicht überraschen.

      -Bo- schrieb:

      Gut umgesetzt fand ich die Szene definitiv. Der Lord bleibt zwar vergleichsweise farblos, was von dir in der Vergangenheit auch durchaus beabsichtigt war, aber seine Empfindungen und Wahrnehmungen nach langer Haft in den Tiefen des ID erscheinen nachvollziehbar und verständlich. Ich nehme stark an, er war im Level 6 eingekerkert? Zumindest scheint die abgeschiedene Einzelhaft der beste Ort für klammheimliche Unterredungen mit Countess Katerina. Nette Details, wie du sie zu Blackbeard einstreust, positionieren deine Geschichte zudem wieder in den näheren Radius des Hauptwerkes. Wirklich Interesse an Interaktionen zwischen dem Lord und Blackbeard habe ich jedoch nicht. Einerseits, weil mich Blackbeard nicht unbedingt interessiert und andererseits, weil mir die Andeutungen von dessen zelotischer Grausamkeit vollkommen ausreichen. Shmuel wurde uns als ruhig, abgeklärt und beinahe schüchtern vorgestellt. Ein Akademiker, ein Literat, hinter dessen trüben Augen ein Feuer für unaussprechliche Geheimnisse lodert. Dass sich so jemand nicht mit einem Blackbeard versteht, dürfte vollkommen auf der Hand liegen.
      Die Blässe des Lords ist durchauchs auch irgendwie seine Charaktereigenschaft. Er wird nicht ohne Grund auch Schattenkönig genannt.
      Keine Sorge mehr Fäden zu Blackbeard wird es nicht geben. Ich wollte nur eine plausible Erklärung, warum sich ein durchaus starker Kämpfer wie Shmuel nicht den Blackbeard-Piraten angeschlossen hat.

      -Bo- schrieb:

      Auch in diesem Kapitel machst du dir keine Mühe, Shmuel als übergroße Eminenz oder grandioses Mastermind zu etablieren. Zwar gibt es diesen leichten Funkenschlag im Streitgespräch mit Luzifer, aber eine große Bedrohung strahlt Shmuel noch immer nicht aus. Das ist erfrischend und persönlich verspüre ich kein erwähnenswertes Verlangen nach einem Lord, der Berge mit bloßen Händen ausreißt oder telekinetisch Schlachtschiffe in den Himmel schleudert. Sollte meine Vorhersage eintreffen und der Lord für einen Einzelkampf mit Brianna prädestiniert sein, so wäre ein übertriebenes Stärkelevel ohnehin kontraproduktiv. Niemand sagt, der (mutmaßliche) Boss müsse unweigerlich die mächtigste Figur auf dem Spielfeld sein. Shmuel wurde uns als manipulativer Demagoge vorgestellt, nicht als Ehrfurcht gebietender General an der Spitze einer Armee. Das heißt nicht, dass ich in ihm keinen formidablen Kämpfer sehe. Luzifer tat zweifellos gut daran, den Lord in Ketten zu legen und seine drei Wächter ins Fahrwasser zu nehmen. Jedoch erwarte ich keine Naturgewalt, wie sie Katerina auf ihre eigene Weise zweifelsohne darstellen wird. Liegt womöglich auch daran, dass ich ihn nach wie vor als Gegenstück zu Brianna sehe. Die Vaterfigur zur Mutterfigur, gewissermaßen. Über die Parallelität der Ersatzfamilien, die sich beide geschaffen haben, hatten wir uns ja bereits vor einiger Zeit verständigt.
      Shmuel ist stark keinen Zweifel, aber er ist wie du sagst keine Naturgewalt. Das liegt auch gar nicht in seiner Natur. Katerina ist Destruktion der Destruktion Willen, während Shmuel zumindest in diesem Sinne vielschichtiger ist.
      Ob er als Gegenfigur zu Brianna gesehen werden kann, möchte ich soweit weder bestätigen noch verneinen. Darüber wird die Zukunft mehr Aufschluss geben.

      -Bo- schrieb:

      Wie dem auch sei. Du lieferst hier quasi den Prolog zum ausklingenden Arc nach. Da frage ich mich, ob wir die Gegenseite, also die Gefangennahme der Schätzjäger, auch noch serviert bekommen? Ist vielleicht eher semi-relevant, allerdings könntest du auf diesem Wege die übrigen Verbündeten des Lords in den Fokus rücken. Lachthopos und Noumu oder wie sie hießen? Zumindest erinnere ich mich an die ominös-formlos wabernde Nebelwolke, die du uns damals kurz vorgestellt hast.^^
      Das habe ich zumindest nicht geplant. Es wird schon noch ein paar Erklärungen geben, aber das war das Geheimnnis was ich definitiv noch als Szene darstellen wollte.

      -Bo- schrieb:

      Ist aber definitiv kein Muss. Wir werden noch genug Zeit bekommen, die Vasallen des Lords genauer kennenzulernen (Go, Go! Bras!) und haben vielleicht sogar im kommenden Arc Gelegenheit dazu? Ich weiß nun nicht, von welcher Beschaffenheit der "Gefallen" sein wird, den der Zar gegenüber dem Lord einfordert, aber ich rechne mit Unterstützung für seine Sache. Den Krieg gegen die Walküren?
      So eine apokalyptische Reiterschar hätte schon etwas für sich, wenn man gegen eine Armee kampferprobter Nordfrauen zu Felde zieht. Allerdings weiß ich nicht, ob so ein Deal das Machtgefälle nicht gefährlich in Richtung der einstigen Triade kippen würde. Jeder Reiter allein ist laut Dädalus fähig, es mit einem Kaiserkommandanten aufzunehmen und leider, leider stehen Brianna derzeit keine berüchtigten Kopfgeldjäger zur Verfügung, über die man dasselbe sagen kann. :D
      Zugegeben, über die von dir geplanten Ausmaße des Krieges weiß ich herzlich wenig. Weiterhin kann ich nicht abschätzen, wie viele mächtige Walküren du einzuführen gedenkst und wer noch mitmischen wird; aber beim Gedanken an den Bestienchor des Zaren kommt mir zusätzliche Verstärkung durch den Lord beinahe wie ein Overkill vor. Zumal ich stark bezweifle, dass du in Zukunft einen auf Oda machst und einhalbes Dutzend übermächtiger Walküren aus dem Hut ziehst. Oder sehen wir Marc bald Flyer verteilen?^^
      Die Vasallen des Lords werde ich auch in der Zukunft schon stärker einbinden, um mich in Zukunft ein wenig zu entlasten, aber jetzt steht erstmal der Zar und Walhalla im Fokus. Wie das zusammengeht? Lasst euch überraschen.
      Marc Flyer verteilen zu lassen, ist übrigens die Idee schlechthin! Endlich kann ich was Nützliches mit ihm anfangen!

      -Bo- schrieb:

      Zurück zum Thema. Insgesamt gefiel mir die erste Landschaftsszenerie Novgorods ausgesprochen gut. Das nächtliche Moskva ist, wie sein gleichnamiges Ebenbild, eine Stadt der Kontraste und verheißt vermutlich ebenso strahlende Prachtalleen wie hartnäckige Filzläuse. Die Aussicht auf einen Arc, der sich zumindest teilweise in diesen winterlichen Straßen abspielt, ließe ich mir gern gefallen. Zumal es dein erster Arc in kälterem Klima wäre, oder? Da kannst du dich klamottentechnisch richtig austoben. Es könnte natürlich auch erst nach Walhalla gehen, oder Brianna wird niemals einen Fuß auf Novgorod setzen. Aber eigentlich passt mir die Rothaarige zu gut in ein überstilisiertes Moskau, als dass du diese Chance ungenutzt verstreichen lassen würdest. In diesem Sinne: Schönes Kapitel. Ich bin gespannt. Der nächste Arc, sofern er in Kürze beginnt, verspricht einen frischen Einstieg und einen Antagonisten, den ich jetzt schon feiere. Spätestens, seit ich mir den Zaren als extrahaarigen Jake Gyllenhaal vorstelle. :D
      Wie ich bei qoii schon anmerkte, steckt in Mosvka mehr als ein reines Abziehbild seines realen Pendants, aber ich freue mich auf die Stadt, durch deren Gassen ich jetzt doch schon deutlich länger in meinem Kopf wandle.
      Und ja Novogorod ist der erste winterliche Arc. Darauf freue ich mich auch, auch wenn ich diesen im Sommer schreiben werde :D

      -Bo- schrieb:

      Erstaunlicherweise hatte ich übrigens auch keinerlei Probleme, mich wieder in die Handlung einzufinden. Das Kapitel bestand ja nur aus zwei großen Szenen und da wir mit einem ziemlich harschen Einschnitt endeten, fühlte sich der Cold Open um Shmuel narrativ passend an. Kann so weiter gehen.
      freut mich, dass es dir gefallen hat und du gut zurückgefunden hast! Das war auch meine Intention, dass ich mich nur mit zwei Schauplätzen begnügt habe. Das neue Kapitel wäre als Einstieg wohl ein kleiner Overkill geworden!


      Das neue Kapitel findet ihr weiter unten!
      Zudem habe ich mal eine kleine Übersicht über bisher aufgetretene Personen erstellt, die ich aber auch in einen separaten Beitrag reinstellen werde!
      Das könnte helfen den Überblick zu bewahren!

    • Charakterübersicht (Stand Arc V)

      Sind noch ausführlichere Übersichten gewünscht? 6

      Das Ergebnis ist nur für Teilnehmer sichtbar.

      Ich habe mir überlegt, dass eine graphische Übersicht über die relevanten Figuren des Arcs vielleicht sinnvoller sein könnte als diese tabellarischen Übersichten mit Informationen, die einen eh kaum interessieren.

      In meiner Umfrage würde ich trotzdem gerne wissen, ob ich für die Einzelfraktionen (in der Gesamtübersicht in separaten Farben gekennzeichnet) auch noch detailliertere Übersichten erstellen soll, wo vielleicht noch sowas wie Erster Auftritt/Kopfgeld etc. verankert ist. Dann würde ich das mal als Fleißaufgabe während des Arcs machen.



    • Kapitel 180 - ?

      180.Kapitel: Die Krone der Finsternis

      Dunkelheit umfing sie wie die Umarmung eines alten Freundes, die sie schon zu lang nicht mehr gespürt hatte. Dennoch fühlte sich alles um sie herum warm an und der süßliche Geschmack nach edelstem Honig benetzte ihre Lippen, stieg ihr in die Nase und erfüllte schließlich jede ihrer Körperöffnungen. Die Umarmung verfestigte sich zu einem schraubstockartigen Klammergriff, dem sich ihre Glieder und allen voran ihr Verstand zu entziehen versuchten. Ihre Augen rasten hinter den geschlossenen Lidern panisch hin und her, während sich die wohlige Dunkelheit in lähmende Finsternis zerstäubte. Als erstes fanden ihre Arme den Weg ins Freie. Durchbrachen die scheinbar unüberwindbare Mauer und glitten hinaus aus zähflüssiger Wärme hinein in erstickende Kälte. Ihre dürren Finger klammerten sich um die beschlagene Emaillebeschichtung und zerrten auch ihren restlichen Körper aus dem milchig-weißen Wasser. Keuchend schnellte ihr nackter Oberkörper in die Höhe und trotz der parfümierten Dämpfe in ihrem Badezimmer legte sich ein kalter Zug auf ihre schimmernde Haut. Sie griff sich an die pochende Brust und versuchte, ihren eigenen Atem zu beruhigen, versuchte ihrem Herz zu vergewissern, dass sie dem Tod durch Ertrinken noch einmal entgangen waren. Klitschnasse Strähnen ihres kinnlangen Haares tropften wie süßliche Milch in ihren Schoß, lösten konzentrische Kreise aus, denen die Frau mittleren Alters eine Weile entgeistert ihre entrückte Aufmerksamkeit schenkte, ehe sie ihren dünnen Körper wieder zurück in die Badewanne gleiten ließ und ihren Kopf auf dem durchtränkten Handtuch ablegte.
      Kafka Lilienschild streckte die Beine durch, genoss einen Augenblick lang die unendliche Weite im wärmenden Nass und ließ ihren Blick zum beschlagenen Fenster gleiten. Mit einer raschen Handbewegung wischte sie den verhüllenden Nebel beiseite und betrachtete die funkelnden Lichter Mary Joas. Der Blick aus ihrem Luxusappartement war kaum mit Gold aufzuwiegen, zumindest hatte ihr das die Maklerin versichert, als sie vor etlichen Jahren in die herrschaftliche Hauptstadt der Welt gezogen war. Und doch war heute vielleicht das erste Mal, dass sie sich bewusst dabei ertappte, dass sie der aufgedrehten Frau zustimmte, die bei der Erwähnung ihres Familiennamens an der Teleschnecke fast einen Herzanfall bekommen hatte. Das war vermutlich auch der Grund gewesen, warum sie fast zehn Prozent mehr gezahlt hatte als ihre Nachbarn, die sich hinter den unzähligen Kombinationen aus Buchstaben und Zahlen auf den massiven Mahagonytüren versteckten. In den sieben Jahren, in denen Kafka dieses vor Komfort und Annehmlichkeiten strotzendes Appartement bezogen hatte, war sie noch nie einem ihrer Nachbarn begegnet, was sicherlich großteils ihrem Beruf geschuldet war. Sie hatte vermutlich selbst kaum mehr als ein halbes Jahr in der Wohnung verbracht, aber sie störte der mangelnde Kontakt zu ihren Nachbarn nicht. Sie wäre ohnehin nicht der Typ für ausgetauschte Kasserollen und Aufläufe, Spieleabende oder abgedroschene Unterhaltungen über das Wetter. Zumindest stellte sich die Frau so das ideale Bild einer funktionalen Nachbarschaft vor. Etwas, was sie Zeit ihres Lebens nie gekannt hatte. Wann immer der Name Lilienschild fiel, rief es unweigerlich Speichellecker, Neider und Todfeinde auf den Plan, wie sie immer auftraten, sobald man sich im Dunstkreis alten Geldes bewegte. Ein Grund mehr, weshalb sie sich von ihrer Familie distanziert hatte und seit etlichen Jahren auf eigenen Beinen zu stehen versuchte. Seufzend ließ sie ihre Arme ins Milchbad sinken und musterte ihre Handflächen, die schon ganz verschrumpelt und aufgedunsen waren. Wie lange war sie überhaupt unter Wasser gewesen? Wie lange hatte sie das ekstatische Kribbeln des herannahenden Todes in ihren Gliedern genossen, ehe sich ihr Überlebensinstinkt wieder zurückgemeldet hatte, der sie wie jedes Mal aus den Tiefen des Wassers und damit zurück ins Leben gezerrt hatte? War es auch dieser Überlebensinstinkt, der sie den Namen Lilienschild weiter tragen ließ? Eine letzte Sicherheitslinie in einer Welt, die sich stetig wandelte und in der nichts mehr sicher schien? Nein. Kafka schüttelte den Kopf und stieg ruckartig aus der Badewanne. Unbestimmte Zeit stand sie auf dem weichen Badvorleger, dessen Frotteestoff sich zwischen ihre unförmigen Zehen fraß. Abwesend nahm sie die Reflektion ihres Spiegelbilds in ihrem Frisiertisch wahr. Sie spürte, wie die letzten Milchtropfen ihren Körper hinunterglitten. Über ihre schlaffen, kleinen Brüste, ihren Bauch entlang, der trotz ihrer schlanken Erscheinung ein wenig Fett angesetzt hatte, über ihre rasierte Scham, die schon viel zu lange keine Berührung mehr erfahren hatte. Sie hob das stolze Kinn und wandte ihre Aufmerksamkeit nun ihrem Gesicht zu. Krähenfüße, die ihre Krallen neben ihre Augen geschlagen hatte, gesellten sich zu dunklen Ringen unter ihren Lidern, denen sie schon mit sämtlichen Cremes dieser Welt den Kampf angesagt hatte. Nein, sie war keine klassische Schönheit, auch wenn sie nicht hässlich war. Ihr Ex-Mann hatte immer gesagt, dass sie in der Menge weder positiv noch negativ herausstechen würde, aber genau diese Unscheinbarkeit hatte sie sich zu Nutze gemacht. Sie fuhr sich gerade mit dem kratzigen Handtuch durch die mittelblonden Haare, als etwas kontinuierlich gegen die Fensterscheibe pochte. Immer noch unbekleidet schritt sie zum Fenster, an dem sich etliche Schlieren abgezeichnet hatten, und mit einem effizienten Handgriff entriegelte sie den goldenen Knauf und duckte sich zur Seite, als die gefiederte Schneeeule flatternd ihren Weg in das dampfige Badezimmer suchte. Sie klackerte wie wild mit dem Schnabel, ehe sie sich auf der pittoresken Wandleuchte niederließ und Kafka Lilienschild demonstrativ ihr anthrazitfarbenes Bein entgegenstreckte, an dem sich eine Pergamentrolle befestigt fand.
      Kafka schnalzte mit der Zunge, als sie dem geduldig wartenden Tier die Botschaft abnahm und es mit einem Händeklatschen wieder in die Freiheit und zurück zu seinem Meister jagte. Seufzend ließ sie sich auf den kühlen Beckenrand ihrer Badewanne sinken und entrollte das Pergament. Ihre Augen weiteten sich vor Neugier, als sie das Logo der smaragdäugigen Eule erblickte.
      »Die Strix lädt zur Versammlung des Clubs der toten Dichter«, formten ihre spröden Lippen wortlos die filigranen Buchstaben und entzifferten die ihr wohlbekannte Handschrift. Ein undefinierbarer Ausdruck zierte ihre Lippen, ehe etliche weitere Zettel aus den Bögen des Pergaments glitten. Mit funkelnden Augen bedachte sie die neuen Steckbriefe, wobei vor allem einer ihr Interesse weckte.
      Zielstrebig huschte sie in ihren begehbaren Kleiderschrank und schob mit hastigen Handgriffen Kleiderbügel zur Seite. Sämtliche Lethargie und Schwermut, die sie geplagt hatten, waren angesichts der Nachricht wie fortgewischt. Der unstillbare Durst und der unvergleichliche Geruch einer neuen Story, welcher der Journalistin immer in der Nase kitzelte und sie bisher noch nie getäuscht hatte, schien neue Lebensgeister in ihr geweckt zu haben. Zufrieden ertastete sie das Schloss ihres Safes und mit einem fast schon erlösenden Klicken gab der Schließmechanismus nach und ihre Finger ergriffen die mit Federn besetzte Maske.
      Die Chefredakteurin der Kranich-Chroniken zupfte die schwarz-weißen Federn zurecht und hielt sie sich vors Gesicht.
      »Scheint so, als hätten wir eine neue Story!«

      ~ Die Gewässer vor Duchess Court – Neue Welt ~

      Das große Schiff aus schwarzem Ebenholz wiegte sanft in der ruhigen See. Die Besatzung der Neit hatte die blutroten Segel eingeholt, sodass das Schiff einzig und allein dem schlummernden Wellengang ausgesetzt war. Ab und an leckten die salzigen Zungen der Gischt an der Harfe spielenden Gallionsfigur, welche ansonsten ungeachtet unter dem königsblauen Himmel ihr stummes Spiel fortsetzte. Das gehetzte Kreischen der Möwen wurde indes vom kehligen Stöhnen eines Mannes mit apfelsinenroten Haaren unterbrochen. Der Langbeinmensch hatte die dünnen Beine auf einem Holzfass abgelegt und lehnte mit nacktem Oberkörper auf einer Sonnenliege. Das schwarze Leder seiner Hose reflektiere das gleißende Sonnenlicht beinahe so stark wie seine schneeweiße Haut, die mit etlichen Tattoos und spärlicher fuchsroter Körperbehaarung um Bauchnabel und Brustwarzen übersät war.
      »Verfluchte Scheiße, Brás!«, meckerte der androgyne Teenager mit den pinken Korkenzieherlocken, die in gekrümmter Körperhaltung die Tätowiernadel wie eine Künstlerin über den Rippen des Langbeinmenschen schweben ließ. »Ich punktier’ dir am Ende noch deine Kacklunge!«

      Instinktiv zuckte das schlaksige Mädchen zusammen, rümpfte die gepiercte Nase und kratzte sich am Hinterkopf.
      »Martha ist in der Küche«, zwinkerte ihr Brás zu, dessen schwarze Sonnenbrille bis zur Spitze seiner steil zulaufenden Nase gerutscht war. Er schätzte den Drill der rüstigen Dame, mit der sie die beiden Jungspunde seiner Truppe, Fynn und Penny, im Griff hatte, auch wenn ihre Methoden dem eher laissez-fairen Charakter des Lairen oftmals gegen den Strich gingen.
      »Als hätte ich Angst vor der alten Schachtel!«, erwiderte Penny trotzig, wirbelte aber sofort herum, als sie das Knarzen von Holz vernahm.
      »Das merk ich!«, brüllte der Rothaarige vor Lachen, sodass die Teenagerin ihm die Nadel unsanft in die Rippen trieb. Leuchtendes Blut mischte sich mit dem tiefen Schwarz der Farbe und Brás Lachen erstickte im zähneknirschenden Jaulen.
      »Gut, dann kein Totenkopf, sondern ein fröhliches Kaninchen mit Tutu. Mir soll’s recht sein!«
      Ehe er etwas erwidern konnte, wurden die beiden in ihrer Kabbelei von einem schrillen Pfeifton sowie dem lapislazuliblauen Haarschopf Fynns unterbrochen, der dank seiner Logiakräfte als zischende Säure zu ihnen heruntertropfte.
      »Scheiße nochmal! Fynn!«, keifte der Langbeinmensch als sich die ätzende Flüssigkeit durch das blank polierte Leder seiner Schuhe fraß. »Pass doch auf!«
      »Sorry, aber ich seh’ Duchess Court am Horizont! Wir haben unser Ziel erreicht!«, polterte der feurige Jungspund hibbelig hervor, während er sich nervös an der sommersprossigen Nase kratze.
      »Irgendwelche Abwehrmechanismen?«
      »Ich hab’ nur den Greif erblickt! Er scheint zu patrouillieren!«
      »Gryphius?«
      »Aye, aye!«
      Brás legte den Kopf ein wenig schief und ließ die lindgrünen Augen zwischen den beiden jungen Mitgliedern seiner Einheit hin und her wandern. Er musterte den Hänfling von einem Jungen, mit seinem wild abstehenden, frisch gefärbten blauen Haar und den etwas zu großen Klamotten sowie das kratzbürstige Mädchen. Schwarzer Lippenstift und Lidstrich sowie die Dutzenden Piercings aus dunklem Titan bildeten einen fast schon harmonischen Gegensatz zu ihren grellen Haaren. Gemeinsam waren sie chaotisch und unberechenbar, ein perfekter Wirbelsturm der Zerstörung.
      »Laß sie gehen, Brás«, flötete auf einmal die rüstige alte Dame, die aus der Küche an Deck getreten war. Ihre faltige Haut spannte sich um ihre Mundwinkel zu einem diabolischen Lächeln, ehe sie die duftende Tasse Jasmintee an ihre erstaunlich vollen Lippen führte. »Die Jugend braucht ihren Auslauf!«
      Der Rothaarige lehnte sich zurück und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Als er den bohrenden Blick der beiden Hitzköpfe auf seinem nackten Oberkörper spürte, zog er die Sonnenbrille herunter und zuckte mit den Achseln.
      »Na, worauf wartet ihr denn noch? Ihr habt die Schabracke gehört!«
      Noch während Martha angesichts von Brás Unverschämtheit ihre Tasse heißen Tees über dessen Brust schüttete, spurteten die beiden Jugendliche gen Gallionsfigur. Noch im Laufen streifte sich Penny die Jacke im Tarnmuster ab, um die Arme wie ein Kind auszustrecken, welches ein Flugzeug nachahmte. Doch ihre mit etlichen Schnittwunden übersäten Unterarme breiteten sich zu gewaltigen Schwingen aus. Echsenartige Schuppen verdrängten die helle Haut, als die Zoannutzerin den motzenden Jungspund zwischen ihren Schnabel klemmte. Ein letzter Tritt ihrer violetten Springerstiefel auf das verwitterte schwarze Holz der Reling, ehe sie sich als Quetzalcoatlus über die schäumende Gischt erhob und über sie hinweg Richtung Festland segelte. Die Totenkopfbesetzte Nymphe schien ihnen noch hinterherzuwinken, als Fynn und Penny das Deck der Neit verließen, und auf der sensenartigen Harfe ein besonders euphorisches Lied anzustimmen.

      ~ Mary Joa – Hauptquartier der Cipher Pol ~

      Fachmännisch glitten Dahlia Machiavellis Finger in die silbernen Handschuhe, nachdem sie die Teleschnecke zur Seite gelegt hatte. Jede ihrer Bewegungen schien kontrolliert und einstudiert, nichts einem unabwägbaren Zufall überlassen. Sie zupfte den dunkelgrünen Füllfederhalter aus der Brusttasche ihres weißen Jacketts und strich das schwanenweiße Papier glatt, auf dem sie sich ein paar Notizen in penibler Handschrift machte. Anschließend schob sie lautlos ihren Ledersessel zurück, erhob sich und verließ ihr Büro im obersten Stockwerk des Elfenbeinturms, dem Hauptquartier der Geheimpolizei der Weltregierung Cipher-Pol. Sie hatte gerade die Türen hinter sich geschlossen, als sie bereits am Gang die Sekretärin der Fünf Weisen erkannte, die sich ihr vorsichtig von hinten näherte.
      »Miss Machiavelli, dürfte ich Ihnen eine Sekunde Ihrer kostbaren Zeit stehlen?«, säuselte die vergleichsweise kleine Frau ihr zuckersüß in die Ohren, welche dank ihrer hohen Absätze und steil zulaufenden Frisur beinahe genauso groß war wie die androgyne Erscheinung der obersten Chefin der Cipher-Pol.
      »Das tun Sie doch schon«, konstatierte die silberhaarige Frau ausdruckslos und machte sich auf den Weg zu ihrem nächsten Termin. Hatte sie mit ihrer unterkühlten Antwort gehofft, der nervigen Gestalt der aufgetakelten Sekretärin zu entgehen, wurde sie umgehend enttäuscht, als diese ihr mit übertriebenem Hüftschwung und klackernden Absätzen nachfolgte.
      »Sie müssen verstehen, Fräulein Machiavelli, dass die Fünf Weisen eine dringliche Zusammenkunft der Leiter der Cipher Pol Aegis 0 wünschen. Die Leiter von Leviathan, Behemoth und Ziz haben schon zugesagt und jetzt wäre es durchaus erfreulich, wenn sich Amygdala samt Ihnen noch anschließen würde.«
      Die Stimme Abies’ traf genau den diplomatischen Tonfall an unverbindlicher Freundlichkeit und dem erdrückenden Gewicht, der nur einer direkte Anweisung der Fünf Weisen als die oberste Machtinstanz dieser Welt innewohnen konnte. Doch hatte sie in diesem Fall die Rechnung ohne die undurchschaubare Chefin der CP-0-Amygdala gemacht. Dahlia blieb abrupt stehen, fuhr sich beiläufig durch das kurze Haar und bedachte die Sekretärin mit einem durchdringenden Blick.
      »Wünschen die Fünf Weisen es oder befehlen sie es?«
      »Pardon?«, erwiderte Abies, die mit der unvermittelten Frage ihres Gegenübers offensichtlich überfordert war, zumal sie gerade versuchte, den abrupten Stopp auf ihren hochhackigen Schuhen abzufangen.
      »Sie faselten etwas von einem ausdrücklichen Wunsch der Fünf Weisen. Ein Wunsch beinhaltet eine Unverbindlichkeit, auf die ich mich berufen könnte, um diesen entsprechend auszuschlagen. Ein Befehl hingegen wäre eine Dienstanweisung, der ich Folge leisten müsste. Also, Fräulein, Wunsch oder Befehl?«
      »B-Befehl!«, stockte Abies der Atem angesichts der direkten Art Dahlia Machiavellis.
      »Schicken Sie Ort und Zeit an mein Büro!«, schloss Dahlia das Gespräch und verschwand hinter schweren Glastüren, deren milchige Scheiben eine verdutzte Abies Nodmann zurückließen.

      ~ * ~

      Das sterile Licht schmeichelte ihre Netzhaut, während sie die vier Personen musterte, die wie geschlachtetes Vieh an ihren Handgelenken gefesselt über dem schier endlosen Abgrund baumelten. Das Konferenzzimmer, wie es von den anderen Abteilungsleitern der CP-0 spöttisch genannt wurde, war Dahlias ganz persönliches Refugium. Es war Ort heilsamer Sicherheit, abgesteckt in einen quadratischen Raum mit schlichten weißen Wänden, einer nackten Glühbirne und einem einzelnen lehnenlosen Hocker, auf dem die Chefin der Amygdala mit überschlagenen Beinen thronte und ihre ‚Gäste‘ empfing.
      »Ëris Sinclair, geborene St.Claire, Nutzerin der Golden-Apple-Frucht, ehemaliges Kopfgeld: 77.000.000 Berry. Bevor es eingefroren wurde, als die Kriminelle sich in den Dienst der Cipher-Pol und damit der Weltregierung gestellt hat«, rezitierte die Frau fachmännisch die Fakten über die nackte rotblonde Frau vor ihr, deren eingefallenes Gesicht in die gähnende Leere unter ihr gerichtet war. Dort, wo eigentlich dasselbe steingraue Laminat verlegt sein müsste, auf dem auch Dahlias weiße Slipper ruhten. Doch dort war keine feste Materie, sondern vielmehr etwas wie grauer Nebel, in dem vereinzelte silberne Irrlichter umherhuschten.
      »Me-mein Bruder?«, stammelte die Frau, mittlerweile kaum mehr als ein Abziehbild ihrer einstigen Schönheit, auch wenn der Agentin solche Kategorien ohnehin fremd waren.
      »Ist tot«, ergänzte Dahlia geduldig die Frage, welche Ëris sicherlich schon zum zwanzigsten Mal innerhalb der letzten Viertelstunde gestellt hatte. Es verwunderte die Silberhaarige keineswegs. Die meisten Menschen überstanden ihre Befragungen nicht unbeschadet. Viele verloren die Stimme komplett, waren kaum mehr als seelenlose Puppen, deren Existenz zur Nahrungsaufnahme und -ausscheidung verdammt war. Die Meisten ereilte jedoch dasselbe Schicksal wie die übrigen drei Anhänger der SALIGIA-Einheit, welche lebend aus dem verwüsteten Clockwork Orange geborgen werden konnten. Sie hatten den ‚Eingriff‘, die Leerung ihrer Gedanken ins sogenannte Becken der Erkenntnis, nicht überstanden, auch wenn man zu ihrer Verteidigung anmerken musste, dass der Langarmmensch und der korpulente Mann kaum noch geatmet hatten, als sie Mary Joa erreicht hatten.
      Doch trotz der hohen Rate an Toten, auf die Dahlia Machiavelli sogar sowas wie Stolz empfinden konnte, blickten sie die entrückten Augen von Ëris Sinclair nun direkt an und fragten erneut nach ihrem Bruder. Verstimmt kräuselten sich die dünnen Lippen der Agentin, ehe sie sich erhob und ihr Gesicht ganz Nahe an das der Rotblonden brachte. Die Agentin wurde von den stummen Irrlichtern über das mysteriöse Nebelfeld getragen, während ihre spitze Hakennase beinahe Ëris’ Wange streichelte.
      »Er verrottet bereits in derselben Hölle, die auch dich in ewig Minuten erwarten wird. Du bist von keinem Wert mehr für mich, die Weltregierung oder die Fünf Weisen. Dein Geist hat mir schon alles verraten, was ich wissen wollte«, flüsterte sie der ehemaligen CP-8-Agentin ins Ohr, ehe sie die Fesseln löste, welche die nackte Gestalt an den Hacken gehalten hatte und sie zufrieden mitansah, wie Ëris Sinclair in den Limbus aus verlorenen Gedanken fiel. Die scheppernden Glöckchen zerrissen die stummen Schreie der Gefallenen und lösten eine Disharmonie in Dahlia Machiavellis Zufriedenheit aus, sodass sie sich in einem migräneartigen Anschub von Kopfschmerzen an die Schläfen fasste.
      »Hast du noch was Interessantes über die Prophezeiung aus ihren Gehirnwindungen herauskitzeln können«, feixte die Person in dem grün-silbernen Harlekinkostüm von der anderen Seite des Beckens, mit verschränkten Armen an der weiß tapezierten Wand lehnend, ehe sie mit klatschendem Beifall hinzufügte: »Große Vorstellung übrigens, Chefin! Diese Theatralik, das Stammeln, das Flüstern, dazu die nackten Körper und die erstklassige Belichtung...Dramatiker altfountischer Dichtkunst hätten es nicht besser schreiben können. Hätte eigentlich nur noch ein Totenschädel und ein schwermütiger Monolog gefehlt.«
      »Was willst du, Harlekin?«, unterbrach Dahlia Machiavelli die Litanei ihres Untergebenen.
      Die zweiteilige Maske, hinter der sich das wahre Gesicht des Sonderagenten Sodom der CP-0-Amgydala versteckte, glänzte matt im sterilen Licht der Glühbirne.
      »Du meinst, abseits dich für deine Genialität und deinen Führungsstil zu feiern?«, hakte der Harlekin rhetorisch nach. »Ich wollte mir deine göttliche Absolution einholen, ob ich dem Auftrag der Fünf Weisen nachgehen soll und mich auf die Suche nach Horizon machen darf.«
      Dahlia hielt einen Augenblick inne, als ihr treuer Untergebener sie davon in Kenntnis setzte. Einen kurzen Augenblick zitterte sogar ihre Hand, aber sie kaschierte diese körperliche Reaktion auf Kontrollverlust gekonnt, indem sie beide Arme hinter ihrem Rücken verschränkte und den Harlekin direkt konfrontierte.
      »Wissen Sie von deiner wahren Identität?«
      »Die fünf Sesselpupser?«, gackerte der Harlekin und machte eine Drehung um die eigene Achse, die wohl komödiantisch wirken sollte. »Natürlich nicht! Wäre ja noch schöner, wenn einer deiner beiden einzigen Mitarbeiter als arbeitsloser Tagedieb und Gaukler enttarnt würde. Sodom ist und bleibt nach wie vor Verschlusssache. Es ist wohl einfach Zufall, dass sie sich an den Harlekin gewandt haben.«
      »Verstehe«, erwiderte Dahlia knapp. Zufrieden stellte sie fest, dass das Zittern bereits nachgelassen hatte, als sie nun gefestigter noch etwas hinzufügte:
      »Aber keine Alleingänge mehr wie in Clockwork Orange. Der Grimm-Fall ist vorerst tabu für dich, bis ich das Rätsel um diese Prophezeiung entschlüsselt habe.«
      »Okäse!«, salutierte der Harlekin unter dem penetranten Gebimmel der Glöckchen an seiner Kleidung.
      »Schon etwas von Gomorrha gehört?«
      »Stumm wie ein Fisch! Du kennst sie ja!«
      »Verstehe! Sie wird sich schon melden, wenn sie Probleme hat. Geh jetzt!«, entließ Dahlia Machiavelli ihren Untergebenen, ehe sie Akten der ehemaligen CP-8-Mitglieder allesamt den Stempel Verstorben verpasst und jene fein säuberlich in einem Aktenschrank abheftete.

      ~ Duchess Court ~

      Brás trat gegen den leblosen Karton, der in der sengenden Mittagshitze der Sommerinsel schon zu porösen Stückchen zu zerbröseln schien. Die Farben der Herzkönigin auf dem Kartensoldaten schienen schon zu verblassen und die Essenz der Teufelskraft, welche die eifrigen Wächter Duchess Courts zu wehrhaften Soldaten gemacht hatte, bereits entwichen.
      »Es stimmt also. Humpty Dumpty ist tot und so wohl auch die restliche Entourage der Herzkönigin«, konstatierte der Langbeinmensch, dem die Hitze trotz seiner luftigen Bekleidung echt zu schaffen machte. Ächzend wischte er sich den Schweiß von der Stirn und warf den beiden Hitzköpfen seiner Einheit ein zufriedenes Lächeln zu.
      »Ich bin euch ja dankbar, dass ihr den armen Kerl an einem Stück gelassen habt, aber das? Schein ein wenig extrem, oder?«
      »Kinder brauchen doch ihren Auslauf!«, scherzte Penny, während Fynn nur mit den Achseln zuckte und mit seinen quietschgelben Schuhen gegen den Schädel des leblosen Greifs trat. Seine Säure hat kaum mehr als die Knochen übriggelassen. Der Wächter der Insel, den die Herzkönigin wohl als Schutz für ihren Gatten zurückgelassen hatte, war kein Gegner für die ungezügelte Kampfeslust der jüngsten Untergebenen Brás gewesen. Penny hatte den majestätischen Greif in einem Luftduell spielend zu Boden gezwungen, wo sich Fynn im Säurepanzer über Gefieder, Haut und Organe hergemacht hatte.
      Ihr weiterer Weg führte durch eine seltsam leere Stadt. Straßenschilder wiegten quietschend im lauen Lüftchen, Plätze waren wie leergefegt und Cafés hastig geschlossen worden. Zumindest vermittelten die umgeworfenen Stühle, halbvollen Tassen dampfenden Tees und leeren Kinderwagen neben den polierten Fensterscheiben diesen Eindruck.
      »Gryphius muss unser Schiff schon frühzeitig entdeckt haben«, merkte Martha räuspernd an und stützte sich auf ihren krummen Wurzelstock, den sie als Gehhilfe benutzte, während sie fast schon wehmütig den pfirsichfarbenen Stoff einer neugeborenen Decke zwischen ihren freien Fingern rieb.
      »Vermutlich besser so«, fuhr der Langbeinmensch fort, dem die ältere Dame kaum bis zum Kniegelenk reichte. »Ich brauche kein Publikum für das, was noch kommen wird«, schloss der Laire mit unheilschwangerem Tonfall und gemeinsam durchquerten sie die ordentlichen Parks, in denen wilde Flamingos von der Abwesenheit jeglicher Menschen ebenso irritiert waren wie die Untergebenen des Lords, die sich ihren Weg durch diese geisterhafte Version Duchess Courts zum königlichen Palast bahnten.

      Sie standen inmitten des herzförmigen Thronsaals und blickten in die gähnend leeren Ritterrüstungen, die am Rand der mittelalterlichen Steinwände in Reih und Glied aufgestellt worden waren. Der fuchsiarote Teppich zu ihren Füßen schien frisch gereinigt worden zu sein und generell schien nur die Abwesenheit von Soldaten, Bediensteten und sonstigem Trubel von der seltsamen Stimmung auf der Residenzinsel der Herzkönigin zu zeugen. Direkt vor ihnen erhob sich der edle steinerne Thron. Das durch die Glaskuppel hereinfallende Licht warf einen Schatten auf den größeren der beiden Sitze, welcher im Gegensatz zum kleinen unbesetzt war. Dort saß eine kleine Gestalt in sich zusammengesunken und trotz der herabfallenden Sonne, die sein silbergraues Haar zu entzünden schien, absorbierte er sämtliches Licht wie ein Schwamm aus negativen Emotionen.
      »Hielt es der Lord wirklich für nötig, die Kriegsflüsterer zu mir zu schicken?«, zischte Charles mit einer Stimme, die in Millionen Stücke zerbrochen war. »Verzeih mir meine ungestüme Anrede, Brás, aber einen Reiter der Apokalypse zu schicken...wie lächerlich überzogen!«
      »Wir-«, setzte der Langbeinmensch diplomatisch an, der nicht anders konnte, als Mitleid zu empfinden für das Häufchen Elend, welches dort in sich zusammengesunken in einem leeren Thronsaal saß und der wusste, dass mit den vier Besuchern gerade der Tod über seine Schwelle getreten war. Doch Charles unterbrach ihn mit der Vehemenz eines Menschen, der nichts mehr zu verlieren hatte.
      »Sie ist tot! Ich wusste es noch, bevor die Kartensoldaten in sich zusammengebrochen sind wie das leblose Papier, aus dem sie gemacht wurden. Es war, als hätte man mir das Herz mit einem scharfkantigen Messer herausgeschnitten.«
      Die Stimme des Greises ging in ein weinerliches Schluchzen über, welches sämtlichen Anwesenden Unbehagen bereitete.
      »Und jetzt, da du hier bist; jetzt, wo Viktoria unser gesamtes Land zum Tode verurteilt hat, da frage ich dich, Brás. Nein! Ich flehe dich an! Habe Mitleid! Denk daran, dass dieses Land einst die Unabhängigkeit vom fountischen Adel errungen hat...dass wir Courtesen einst enge Verbündete der grünen Insel waren. Saoirse Láire war mir stets Inspiration und Anker! Kannst du kein Mitleid empfinden? Hast du keine Güte in deinem kohlrabenschwarzen Herzen oder hat sie dich schon derart mit ihrer Dunkelheit infiziert, dass du so etwas nicht mehr empfinden kannst?«
      Seine Worte sogen sämtlichen Sauerstoff aus der Luft und entwickelten eine Schwere, welche Penny und Fynn unbehaglich schlucken ließen. Doch der Mann mit dem wilden apfelsinenroten Haar blieb unbeeindruckt, als er deutlich mit dem Kopf schüttelte.
      »Du weißt, dass ich das nicht kann!«
      »Dann...«, setzte Charles resigniert an, der keine andere Antwort erwartet, ja nicht einmal erträumt hatte, und richtete sich auf. Erst jetzt erkannten sie den silbernen Revolver in seiner Hand, den er nun mit überraschender Ruhe auf die Stirn des Langbeinmenschen ausrichtete, »...werde ich mein Königreich nicht kampflos hergeben!«
      Fynn und Penny schlugen die Hände vors Gesicht, doch es war die rüstige alte Dame, die sich schon in Bewegung gesetzt hatte, bevor Charles den klobigen Finger auf den goldverzierten Abzug gesetzt hatte. Mit fließenden Bewegungen zuckte sie die Haarnadel, die ihren strengen Dutt zusammengehalten hatte, und wehrte noch in der Luft die glühende Kugel ab, die dem Pistolenlauf entflohen war. Zeitgleich wichen ihre Hände einer zähflüssigen hellen Substanz. Ächzend stützte sie die beiden Hände auf dem Boden ab und Charles konnte nur mit fassungsloser Miene seinem schmerzhaften Tod beiwohnen, als sich die klebrige Flüssigkeit über den Boden zum Thron wie ein lebendiges Wesen fraß, sich über die Edelsteine des Herrschersitzes sowie seine Glieder legte. Jeder Zentimeter seines Körpers war in den süßlichen Mantel gehüllt. Er wusste nicht, ob er zuerst erstickte oder verbrannte, aber war sich sicher, dass er noch nie solch einen köstlichen Teig probiert hatte.

      Die Neit schob sich gen eine Abendsonne, welche das Meer in den Nektar einer Blutorange färbte. Die Teleschnecke rauschte gegen den auffrischenden Wind, während seine lindgrünen Augen im Angesicht der brennenden Insel aufblitzten.
      »Keiner hat überlebt«, knackte es aus dem anderen Ende der Leitung und erst Pearls genervtes Fingertrommeln entlockte Brás eine Reaktion.
      »Entschuldige...also war auch die Rache an Corto Maltese ein Erfolg?«
      »Die Schreie der Kinder klingeln mir jetzt noch frohlockend in den Ohren«, säuselte Pearl Wu schwärmend, die mit den Hungernden der Residenz Luzifers einen Besuch abgestattet hatte. »Lief es bei euch auch ohne Zwischenfälle?«
      »Ja«, brummte der Rothaarige nüchtern. »Charles hatte schon aufgegeben. Er hatte die Bewohner zwar noch ins Schloss evakuieren lassen, aber du weißt ja, dass ich meine Arbeit gründlich mache. Die Kleinen hatten wenigstens ihren Spaß«, fügte er noch hinzu, als Fynns und Pennys zeternde Stimmen von Bugseite an seine Ohren drangen.
      »Oh ja, die kleine Nephthys war auch bei mir eine große Hilfe. Wir sind für den drohenden Krieg gut aufgestellt, nicht wahr?«
      »Sicher. Sicher.«
      »Brás, ist alles in Ordnung?«
      Ein langes Zögern, erfüllt von Stimmengeschwirr und dem fernen Echo lairischer Harfen, summte in seinen Ohren, ehe er nachträglich den Kopf schüttelte und abwinkte, auch wenn er wusste, dass Madame Wu an der anderen Seite seine Gesten nicht wahrnehmen konnte.
      »Danke. Alles gut«, führte er das Gespräch nun zielstrebig zum Abschluss, während er über das Deck schritt und durch die beschlagenen Bullaugen einen Blick in die Küche des Schiffes warf, wo die ältere Dame gerade am Backen war. »Martha bringt dir was zum Naschen mit! Wir sehen uns im toten Meer!«
      Die Teleschnecke senkte ihren Blick und erstarb, während Brás in die toten Augen Charles’ blickte, dessen im dunkelbraunen Lebkuchenteig gefangene Panik sich dem Langbeinmenschen wohl noch lange in die Netzhaut brennen würden.

      ~ Unbekannte Insel auf der Grandline - Untergrundversammlung ~

      Der jazzige Gesang der Frau dröhnte nur schwach aus dem Nebenraum, als sich Kafka Lilienschild dem nervös von einem Bein auf das andere tänzelnden Mann näherte. Das ohnehin schon gedämpfte Licht der Mondscheinkneipe, in welcher sich der Club der toten Dichter dieses Mal traf, zerfiel durch die magentafarbenen Vorhänge zu schummrigem Zwielicht.
      »Komm schon, Wassili! Du weißt mehr«, betörte sie den schlanken Mann mit der Pfauenmaske, der bei der Erwähnung seines Namens nervös zusammenzuckte. Kafka wusste, dass sich der exklusive Club, welcher sich zu unregelmäßigen Zeiten im Jahr traf, vor allem durch seine Anonymität auszeichnete. Nur Decknamen, Masken, welche die wahre Identität verschleierten, all diese Zeichen vorgetäuschter Anonymität im Halbdunkel des Untergrunds. Viele sahen darin den Nervenkitzel, wenn hochrangige Politiker und wohlhabende Bürger gemeinsam mit Verbrechern, Vergewaltigern und Piraten an einem Tisch saßen, am teuersten Champagner nippten oder Kaviar schlürften, aber Kafka teilte diese Faszination nicht. Sie kannte von jedem der Anwesenden die wahren Namen, wusste um ihre schmutzigen Geheimnisse. Ihr Nervenkitzel bestand darin, dass sie jeden dieser stolzen Gockel an den frisch rasierten Eiern packen konnte, wenn sie es wollte. Sie machte keinen Hehl daraus, wer sie war und welchen Einfluss sie mit ihrer Arbeit genoss, beziehungsweise, welche Macht sie über all die anwesenden Männer im Zweifelsfall hatte. Dennoch hatte sie sich bisher stets in Diskretion und Verschwiegenheit geübt und so das Vertrauen der Anwesenden erspielt. So auch beim bisher größten Artikel ihrer Karriere über die sogenannte „Hermelin-Verschwörung“. Kein Wort über Valentine Harleys Verbindungen zum Club der toten Dichter oder seinen Mitgliedern. Der Hermelin war ein mächtiger Geldgeber und Einflussfaktor der Geheimgesellschaft gewesen und Kafkas Diskretion war mit einem permanenten Sitz an der goldenen Tafel belohnt worden. Das war auch das Mindeste gewesen, hatte sich Kafka gedacht, als die Schleiereule ihr damals das feierliche Einladungsschreiben und die Kranich-Maske überbracht hatte. Die Recherche für den verfluchten Artikel hatte sie im Schloss Roßkosch damals fast das Leben gekostet, aber es hatte sich gelohnt. Die Crane Chronicle und Kafka Lilienschild hatten sich als Einflussgrößen hierbei nicht nur neben den anderen Zeitungsmagnaten etabliert, sondern ihre Hartnäckigkeit und Integrität öffneten ihr seitdem viele sonst verschlossene Türen. Und so stand sie jetzt da, mit einem trockenen Martini in der einen Hand und die andere auf der schwitzenden Wange des frisch beförderten Vizeadmirals ruhend.
      »Ich weiß, dass du bei der Kommission mitgewirkt hast, welche diesen Monat die Steckbriefe aktualisiert haben! Und jetzt erkläre mir, wieso eine einst renommierte Schatz- und Artefaktjägerin aus dem Stand mit einem Kopfgeld von 300.000.000 Berry datiert wird und sie das seltene Attribut „Nur lebendig“ erhält!«
      »Wo-woher hast du die Steckbriefe?«, stockte Wassili der Atem und Kafka spürte, dass sich jede Faser seines Körpers nach dem Kick frischen Kokains sehnte. »Die wurden noch gar nicht veröffentlicht!«
      Die Frau schüttelte mit schnalzender Zunge mit dem Kopf.
      »Glaubst du wirklich, dass du mein einziger Kontakt in der Marine bist, Schätzchen?«, zischte sie missbilligend, ehe ihre Hand in den Ausschnitt ihres beerenfarbenen Kleides wanderte, um ein kleines Päckchen herauszufischen, das die Augen Wassili Goldfarns beinahe aus seiner Pfauenmaske herausquellen ließ.
      »Erzähl mir alles und es ist dein«, flüsterte sie ihm lasziv in die Ohren.

      Gesang und Licht strapazierten ihre Sinnesorgane, als sie die Vorhänge zur Seite schob und in den Hauptraum der Mondscheinkneipe schritt, in der sich etliche Männer versammelt hatten. Ihr Blick machte die Runde, als sie den kalten Schauer eines Hünen mit Pandabärenmaske im Nacken spürte. Er überragte Kafka sicherlich um etliche Köpfe und musste eine Körpergröße von über zwei Meter fünfzig messen.
      »Na, Kranich? Was hattest du denn mit dem Pfau zu bereden?«
      Die Stimme des Mannes war im unbedarften Plauderton gehalten, aber Kafka vernahm die indirekte Drohung des Gastgebers der heutigen Gesellschaft. Sie wusste natürlich auch bei ihm, um wen es sich handelte. Den Philanthropen und Kunstsammler Diasuke Miyatsu. Der einzige, der Kafka niemals wirklich hatte akzeptieren können. Sie wusste nicht, ob es um ihren Charakter, Beruf oder ihr Geschlecht ging, aber die Abneigung und Missbilligung ihrer Anwesenheit spürte sie jedes Mal, wenn sie aufeinandertrafen.
      »Darf sich eine Frau nicht nach ein wenig körperlicher Zuneigung sehnen?«, versuchte sich Kafka dem Gespräch zu entziehen, aber der Kunstsammler ließ nicht locker.
      »Machtvolle Frauen schrecken Männer ab, meine Teure. Vielleicht sollten Sie sich zur Ruhe setzen, dann wären Sie vielleicht weniger allein!«
      Die Nasenflügel der Journalisten blähten sich vor aufgestauter Wut, weshalb sie einen tiefen Schluck aus ihrem Martiniglas nahm, um nicht die Kontrolle zu verlieren.
      »Sagen Sie mir, KAFKA!«, flüsterte er ihr nun ins Ohr, wobei die Erwähnung ihres echten Namens tatsächlich als Bedrohung verstanden werden sollte, »was interessiert Sie Brianna Grimm?!«

      ~ Das tote Meer – Neue Welt~

      »Das sieht Nikolai ähnlich«, erwiderte Katerina und zog ihren schwarzen Lidstrich nach. Schauriger Kerzenschein warf finstre Schatten über ihr Gesicht, als sie die Kappe des brombeerschwarzen Lippenstiftes aufdrehte und sich sinnlich die vollen Lippen auffrischte.
      »Da hast du vermutlich Recht«, echote die Stimme Genevieves durch die Lautsprecher der Teleschnecke durch die dunklen Gemächer. Eine kurze Stille stellte sich ein und Katerina merkte förmlich, wie die Hexe nach den folgenden Worten rang. »Glaubst du, dass es schon der richtige Zeitpunkt ist, Katerina?«
      »Wie meinst du das?«
      »Jetzt, da Shmuel zurück ist—«, setzte die Dunkelhäutige an, wurde aber von der scharfen Stimme der Braunhaarigen unterbrochen, die ungefragt ihren Satz zu Ende brachte.
      »—ist der perfekte Zeitpunkt, um den Platz einzunehmen, der mir zusteht, meine Liebe! Die Prophezeiung ist entschlüsselt worden und ich brauche den Schutz der Fünf Weisen nicht mehr.«
      »Ich weiß, aber—«.
      Ungeduldig und wutentbrannt ergriff Katerina den Rouge-Pinsel und punktierte damit direkt das Herz der Teleschnecke, welche in sich zusammensackte und damit die Verbindung zu Genevieve sofort abreißen ließ. Einen kurzen Augenblick kaute sie auf den anthrazitfarben lackierten Fingernägeln, als sich mit einem unterwürfigen Räuspern eine Gestalt aus den Schatten ihrer Gemächer schälte.
      »Du hast von deinem Temperament nichts verloren, Katerina!«
      Die aufgewühlte Anspannung in ihrem Inneren wich einem unerwarteten Gefühl der Freude, als die Frau mit den wallenden braunen Locken aufstand und herumwirbelte. Ihr Schwung ließ die etlichen Kerzen um sie herum flackern und mit geweiteten Augen blickte sie in das ausgemergelte und eingefallene Gesicht Shmuels, der ihr ein schwaches Lächeln zu schenken versuchte. Er wirkte verloren in seinem viel zu weiten blassen Trenchcoat und fast wie ein ungepflegter Landstreicher im Vergleich zu Katerina, die in einem hautengen Lederkostüm mit schwarzer Seidenspitze im Bereich ihres verschlossenen Dekolletés und ihrer Handgelenke wie die frischgeborene Prinzessin der Nacht wirkte.
      »Du siehst erbärmlich aus«, konstatierte sie nüchtern, woraufhin Shmuel lächeln musste. Einen kurzen Augenblick verharrten sie in dieser entfremdeten Haltung, die man einnahm, wenn man sich etliche Jahre nicht mehr gesehen hatte und vergleichsweise zufällig auf der Straße wiedertraf. Doch folgte bei solchen Begegnungen meist nach vorhergegangenem Eiertanz die freundschaftliche Umarmung, so endete das Wiedertreffen zwischen Katerina und Shmuel in einem schluchzenden Kniefall des Mannes.
      »Danke, dass du mich aus Luzifers Fängen befreit hast! «
      »Es ist schön, dass du die Hölle Impel Down überlebt hast, Lord!«, entgegnete die Braunhaarige mit gespielter Kühle, ehe beide in verhaltenes Gelächter angesichts der Scharade ausbrauchen, welche sie die letzten Jahrzehnte über aufrecht erhalten haben. Katerina war indes zu ihm geschritten, ging in die Hocke und legte ihm die Hand an die unrasierte, stoppelige Wange. Mit dem Daumen wischte sie Shmuel eine Träne beiseite und blickte ihm tief in die unergründlichen Augen.
      »Bist du bereit, wieder deinen Platz als Reiter der Apokalypse, als der personifizierte Tod einzunehmen?«
      »Wenn es dein Befehl ist, Herrin!«
      »Ich werde das Opfer, welches du für die gemeinsame Sache geleistet hast, nie vergessen Shmuel. Ich weiß, welche Qualen Impel Down für denjenigen bereithält, der schuldig dort landet. Ich kann mir die Torturen nicht einmal vorstellen, die jemand erfahren muss, der unschuldig dorthin verfrachtet wird.«
      »Unschuldig war ich wohl kaum«, schluchzte Shmuel und küsste die Handinnenflächen Katerinas.
      »Wir werden mit Schuld geboren. Niemand ist frei davon«, erteilte sie ihrem Untergebenen und erhob sich wieder, um zurück zum Frisiertisch zu schreiten, an dem sie sich gerade für ihre Körnung hergerichtet hatte. »Michelangelo hat dich gebührend vertreten. Vergiss nicht, dich bei ihm zu bedanken!«, warf sie ihm noch hinterher, doch als sie sein Zögern bemerkte, wandte sie sich Shmuel mit ihrer gesamten Aufmerksamkeit zu. Sie quittierte sein Schweigen und das nervöse Gefummel am abgewetzten Gürtel seines Mantels nur mit einem ungeduldigen Verziehen ihrer perfekt gezupften Augenbrauen.
      »I-ich...habe dein Gespräch mit Genevieve vorhin mitangehört. Ist es wirklich an der Zeit, Katerina?«
      Das Funkeln in ihren Augen ließ Shmuel augenblicklich zurückweichen. Verblasst war der Keimling an Freude in ihrem Gesicht und der Funken Güte in ihrer Stimme. Sie hatte der rachsüchtigen Kühle weichen müssen, welche Katerina mit jeder Pore ihrer milchblassen Haut ausatmete. Ihre Worte schwang sie mit der erbarmungslosen Klinge einer Frau, durch deren Finger schon das Blut jeglicher Altersgruppe geflossen war, vom Neugeborenen bis zum Greisen im hohen Alter.
      »Wage es nie mehr, meinen Anspruch auf diesen Thron in Frage zu stellen, Shmuel! NIEMALS! Vergiss nicht, dass ich jeden einzelnen von euch aus der Gosse geholt habe. Ihr wart NICHTS! Das Geschmeiß der Gesellschaft und der Schmutz unter den Sohlen der Mächtigen. Alle miteinander seid ihr im freien Fall den Styx entlang gesegelt. Orientierungslos, machtlos und führungslos! ICH habe euch gerettet. ICH war euch Anker, Abendstern und Stütze! Und jetzt, da klar ist, dass das Zeitalter endlich gekommen ist, in der die Welt, deren Aufbau wir miterleben durften, am Scheideweg angekommen ist und an der die falschen Götzen brennen werden, werde ich endlich ins Licht treten. Werde ich mich von den Ketten befreien, die mich zurückgehalten haben, um dort zu residieren, wo es mir das Schicksal prophezeit hat!«
      Während sie in ihren Ausführungen immer lauter und ekstatischer geworden war, hatte sie sich Shmuel bis auf die Zehenspitzen genähert. Die abschließenden Worte hauchte sie ihm wie das Flüstern einer Todesfee auf die Lippen. »Ich bin dir sehr dankbar, Shmuel, dass du mich im Schatten hast agieren lassen. Wie ich bereits sagte, hast du für meine Sünden all die Jahre in Impel Down gefristet, aber ich bin nun frei. Solltest du jemals wieder solch abstruse Gedanken äußern, zerre ich Luzifer persönlich aus der Vorhölle und lasse ihn ein Albtraumgefängnis zimmern, das deine Kindheit auf Corto Maltese wie das Paradies auf Erden erscheinen lässt! Hast du mich verstanden?«
      »Ja«, stammelte Shmuel und ein falsches Lächeln huschte über die Lippen Katerinas, die ihre spitzen Eckzähne wie eine stumme Warnung aufblitzen ließen. Ein letztes Mal fasste sie ihm ins Gesicht und drückte ihm zum Abschied einen frostigen Kuss auf die Lippen.
      »Und jetzt zieh dich an«, hauchte sie wie eine strenge Mutter, »meine Krönung beginnt bald!«


      Arc VI: Früchte des Zorns


      181.Kapitel: Heimweh

      Sie rollte sich unruhig von der einen Seite zur anderen, während sie in den Fluten aus Seide, Daunenfedern und Wolldecken beinahe zu ertrinken drohte. Dennoch war ihr kein Fetzen Stoff zu viel, obwohl der Ofen noch lodernd prasselte und sie selbst ein Nachtgewand aus dicht gewebter lairischer Schafswolle trug. Die ersten Nächte des Winters hatten ihre Zähne wie Espenlaub klappern lassen, als sie in das komfortable Bett geklettert war. Und selbst jetzt, da sich der niemals enden wollende Winter zögerlich einer Art Frühling näherte, hatte sie sich kaum an die Temperaturen gewöhnt. Auch wenn man hinzufügen musste, dass ein Frühling in Novgorod noch immer einen der strengsten Winter normaler Inseln dieser Welt glich, weshalb das für die junge Frau kaum mehr als ein schwacher Trost war. Der stechende Schmerz riss sie aus den wirren Gedanken ihres rastlosen Schlafes und mit einem feuchten Glanz auf Stirn sowie Wangen tauchte die Rothaarige aus den Fluten ihres zerwühlten Bettes auf. Sie fasste sich mit der einen Hand in den Nacken, ließ ihre Fingerkuppen über den schweißnassen Haaransatz gleiten, während die andere Hand instinktiv auf ihrem Bauch lag. Wehmütig blickte sie neben sich und die gähnende Leere einer unbenutzten Tagesdecke, auf der gekrönte Bären sich im endlosen Wechselspiel gegenseitig jagten. Die junge Frau seufzte und lehnte sich zurück, um sich im endlosen Blau des Baldachins über ihr zu verlieren. Saphirblau mit Tüpfelchen silbernen Garns durchwoben. Inseln auf einem endlosen Meer, das ihr leise zuflüsterte und sie zu sich rief. Sie streckte die Hand aus und wollte nach diesen fremden Welten greifen, wollte hinabtauchen in das befreiende Nichts der Ungewissheit und alle Ketten ablegen, die sie an diesen Ort fesselten; all die Last, die sie in die Tiefe zog, hinein in dieses ungeliebte und leere Bett; hinein in diese Stadt mit ihren schmutzigen Gassen, dem permanenten Gestank nach Alkohol, Fäkalien und Dreck. Sie hasste alles hier. Alles und jeden!
      Reflexartig schossen ihre samtweichen Hände vor ihren Mund. Panisch wanderten ihre blauen Augen zu dem tannengrünen Lehnsessel, zwischen dessen Ohren die gierigen Schatten des lodernden Kaminfeuers tanzten. Einen kurzen Augenblick hatte sie die Angst, dass die Alte sich wieder dort eingenistet hatte, um wie eine Räbin über sie zu wachen, sie zu kontrollieren und jeden ihrer tölpelhaften Schritte mit missbilligender Genugtuung zu genießen. Die Rothaarige fürchtete, dass ihre Gedanken sich zu lauten Worten geformt hatten; Worten, welche ihr den Zorn ihres Ehemanns eingebracht hätten; Worte, die nicht nur ihr Leben gefährdet hätten, sondern auch seines. Bei diesen Gedanken faltete sie die Hände schützend vor ihrem dick gewölbten Bauch und atmete den beinahe befriedigenden Schmerz aus, welchen die Tritte ihres Sohnes gegen ihre Blase verursachten. Er war der einzige Grund, warum sie ihren goldenen Käfig noch nicht verlassen hatte. Zumindest redete sie sich das ein, wenn sie nachts allein im königlichen Gemach lag und ihre Gedanken sie zu düsteren Orten zu zerren versuchten. Nachts, wenn sich ihr Gatte mit zahllosen Frauen der Stadt vergnügte oder noch schlimmer, wenn er bei ihr lag. Zornesröte eroberte ihre markanten Wangenknochen und mit beschleunigtem Puls schlug sie die etlichen Decken beiseite, um in ihre Pantoffeln zu schlüpfen und mit wackligen Beinen zur Balkontür zu schreiten. Sie wusste selbst nicht, weshalb sie die Untreue ihres Mannes nur bei der Nixe mit dem türkisfarbenen Haar zu stören schien. Sie selbst liebte Nikolai nicht. Sie hatte es nie getan und sie wusste auch, dass er sie nicht liebte. Daraus machte er keinen Hehl, auch wenn er sie deutlich besser behandelte, seit er von ihrer Schwangerschaft erfahren hatte. Vielleicht lag ihr Zorn gegen die schweigsame Meerjungfrau, mit der sie bis heute noch kein Wort gewechselt hatte, darin, dass sie die einzige Frau war, deren Gesicht sie kannte. Deren Anwesenheit sie förmlich spüren konnte, wenn sie in verzweifelter Einsamkeit durch die kalten Gänge des Winterpalais schlenderte, um ihrem tristen Alltag etwas Abwechslung zu gönnen. Ihre Präsenz war allgegenwärtig und sie verfolgte Charlotte wie ein Schreckgespenst. Sie war die personifizierte Abscheu gegen ihr Leben, in welches sie ihre Eltern gezwungen hatten und aus dem es kein Entrinnen gab. Wo sollte sie hin? Was konnte sie tun? Gegen den herrschsüchtigen und abweisenden Ehemann in einem fremden Land und ohne Heimat, in die sie zurückkehren konnte?
      Die bitterkalte Luft, welche ihre Lungen füllte, ließ sie panisch hicksen und sie wich instinktiv ein paar Schritte zurück, als ihre Finger den kalten Stein der Brüstung berührten. Wann und warum war sie nach draußen gegangen? Die Nacht hatte glitzernden Frost auf den weitläufigen, leer geräumten Balkon gezaubert, auf dem sich die Zarin von Novgorod in ihren Nachtgewändern nun befand. Es war eine wolkenverschleierte Nacht, sodass der Garten, welcher sich zu Fuße des Balkons wie ein riesiger Park erstreckte, in diffuse Dunkelheit gehüllt war. Der zoologische Lustgarten, den die alten Zaren schon vor Jahrzehnten angelegt hatten, war einer von Charlottes Lieblingsorten. Sie hatte sich hier im kurzen Spätsommer aufgehalten, als sie frisch auf diese Insel gekommen war und ihr naives Herz war vor Freude übergesprudelt, als ihr Nikolai den zahmen Flamingoschwarm gezeigt hatte, den er nur für sie hier angesiedelt hatte, um zumindest ein Stückchen Duchess Court nach Moskva zu holen. Wie glücklich war ihr dümmliches Selbst da noch gewesen. Hatte sich als vollkommene Frau gefühlt, als Zarin eines mächtigen Landes gesehen, als Matriarchin einer glücklichen Familie. Nikolai war charmant, zuvorkommend und gebildet gewesen. Er hatte sie zum Staunen und Lachen gebracht. Ja, er hatte es sogar geschafft, dass das sechzehnjährige Mädchen sich nach seinem grübchenreichen Lachen und seinem ansehnlichen Körper sehnte. Mit pochendem Herzen hatte sie der Hochzeitsnacht entgegengefiebert. Jungfräuliche Naivität, wie sie die großen fountischen Dichter nicht besser auf Pergament hätten bannen können. Den ersten Beischlaf hatte sie sich sogar noch im unerfahrenen Gedankengut als lustvolles Abenteuer abgespeichert. Die blauen Flecke, Kratzer und verbalen Demütigungen als Ausdruck unbändiger Leidenschaft verbucht. Doch heute wusste sie es besser. Ihre Naivität war mit ihrem eingerissenen Jungfernhäutchen, den schlotternden Knien und dem rostigen Geschmack nach Blut sowie einem verlorenen Backenzahn genauso gewichen wie ihre Unschuld. Heute wusste sie, dass Nikolai sie vergewaltigte. Sie wusste nur nicht, ob er mit allen Frauen so umging oder nur ihr dieses perverse Privileg vorbehalten war. Sie kannte den süßholzraspelnden Nikolai, den Frauenschwarm und Schwerenöter, den er auch ihr vorgegaukelt hatte. Doch nachts existierte dieser Mann nicht. Nicht, wenn er in ihre Gemächer kam, die er sonst mied wie die Pest. Nachts war keine Spur von dem Mann, von dem sie einst gedacht hätte, dass sie ihn vielleicht lieben könnte, obwohl er so viel älter war als sie. Doch dieser Mann war verschwunden. So wie die pink gefiederten Vögel, welcher der Zar einer freudestrahlenden Charlotte als Verlobungsgeschenk präsentiert hatte. Die königlichen Gärtner hatten sie vermutlich ins Vogelhaus gesperrt und die Zarin hatte kein Interesse daran, sie wieder zu sehen. Zu tief saß der Schmerz, der ihr jedes Mal wieder aufs Neue die Luft abschnürte. Sie erinnerte sich genau an den Tag vor fast genau sieben Monaten. Charlotte hatte gerade bemerkt, dass sich ihre Periode verzögerte, was Angesicht der nächtlichen Überfälle Nikolais schon einmal häufiger vorkam, aber irgendetwas war anders dieses Mal. Sie konnte es damals noch nicht in Worte fassen, aber sie spürte, dass etwas nicht stimmte, nicht stimmen konnte.
      Sie konnte diesen Morgen mit all ihren Sinnen abrufen. Das nervöse Zittern ihrer Hände, als sie nach dem frisch gepressten Orangensaft der Frühstückstafel griff, weil sie Angst davor hatte, dass Nikolai es herausfinden könnte. Der salzige Duft nach frisch gebratenen Eiern, die sich ihr Gatte am anderen Ende der Tafel wortkarg in den Mund schob. Der faulige Atem des widerlichen Bären, der wie ein mutierter Schoßhund zu seinen Füßen kauerte und wie immer schnarchte. Vermutlich hatte er mit Nikolai wieder durchgefeiert. Der Bär trank manchmal mehr Wodka als ihr Ehemann und das sollte etwas heißen. Sie spürte das Brennen in ihrem Hals, als Nikolai sie unvermittelt ansprach und sie sich beinahe an ihrem butterweichen Scone verschluckte. Die Nüchternheit seiner Worte war vermutlich der endgültige Magenschwinger gewesen, der sie sich direkt neben der Frühstückstafel übergeben ließ. Keine Worte des Mitleids, keine tröstende Umarmung. Keine Erklärung.
      »Deine Familie ist tot, Charlotte. Duchess Court ist bis auf die Grundmauern abgebrannt!«
      Bis heute wusste die Rothaarige nicht genau, was passiert war. In sämtlichen Zeitungen dieser Welt sprach man von einem grausamen Unfall, einem schicksalshaften Brand, welcher die Insel mitten in einer Dürreperiode erfasst hatte. Nur die Crane Chronicle hatte kritischere Töne angeschlagen, die nach ein paar Wochen aber auch verhallten und so schwebte die Ungewissheit wie eine dunkle Gewitterwolke über der Zarin. Sie hatte Nikolai sogar breitgeschlagen, dass sie zu ihrer Heimatinsel aufbrechen durfte, nachdem er erstaunlich gute Laune nach der Verkündigung ihrer Schwangerschaft hatte. Doch auch dieser Besuch hatte ihr keinen Aufschluss und vor allem keinen Abschluss gewähren können. Der zuständige Marinesoldat, der den Vorfall untersuchte, hatte ihr auch keine Antwort geben können. Alle Überlebenden waren bereits in einem Massengrab verscharrt worden, als sie dort eingetroffen war. So war Charlotte von ihrer gesamten Kindheit nichts geblieben als ein Schwarm dämlicher Flamingos, die sie beinahe so sehr hasste wie ihren Käfig auf dieser Insel, obwohl sie dasselbe Schicksal teilten.
      Der Nachtfrost leckte an den salzigen Tränen, die ihr bei den Gedanken an ihre Familie gekommen war und schockiert stellte sie fest, dass ihre Finger bereits bläuliche Farbe angenommen hatten. Wie lange war sie hier draußen gewesen? Sie wollte sich gerade abwenden, als ein Rascheln ihre Aufmerksamkeit stahl. Ihre blauen Augen suchten im Dunkel der Nacht nach der Quelle und ihr Herz schlug erwartungsvoll. Sie glaubte eine Silhouette neben dem fernöstlichen Teehaus im Osten des Lustgartens zu erkennen, welches seinen wabernden Schatten auf den weißen Teppich aus Schnee schlug, als eine bekannte Stimme ihr die Kälte vom Herzen nahm.
      »Hallo, meine Hoheit! Tut mir leid, dass ich Euch so lange habe warten lassen!«

      ~ Am anderen Ende der Stadt ~

      Am anderen Ende der Zuckerstadt glimmte das Ende einer Zigarette im Halbschatten eines schäbigen Unterbaus auf, ehe sich bläulicher Rauch unter den Eiszapfen verlor, die vom grüngrauen Blechdach hingen. Ihr Blick verlor sich in den endlosen Gassen der Stadt und den heruntergekommenen Häusern des Viertels, durch das sich die zahllosen Nebenarme der Njew schlängelten. Huren, Bettler, Tagelöhner, einfache Handwerker und der restliche Abschaum waren von den Beamten der Stadt in dieses zerklüftete Marschland verbannt worden. Das Sveklaviertel Moskvas war nach den roten Steckrüben benannt, welche vor Urzeiten die einfachen Tartarenbauern hier angebaut hatten, wovon längst keine Spur mehr geblieben war. Jetzt drängten sich die Häuser wie verpestete Rattenscharen aneinander und in ihren asbestzerfressenen Gemäuern lebten Menschen wie Flöhe, bereit, von den Bessergestellten ausgekämmt oder ausgeräuchert zu werden, sobald sie sich zur Plage entwickelten. Die Frau presste ihren Rücken gegen die Glasscheibe der Schiebetür in der Hoffnung, dass etwas von der flüchtigen Wärme der Wohnung sie hier draußen finden und ihren Aufenthalt angenehmer gestalten könnte. Zwei Lungenzüge später fischte sie fluchend nach der Teleschnecke in ihrer Manteltasche, die aber weiterhin still blieb.
      Verdammter Atticus! Wo bleibt der Bengel? Wieso mussten sie mir auch solch einen idiotischen Grünschnabel an die Seite stellen?!
      Mit ihrer Geduld endgültig am Ende sog sie hektisch die restlichen Rauschwaden in ihre Lunge, ehe sie den Zigarettenstummel von dem kleinen Dachvorsprung in die Gasse unter ihr schnippte. Vor Ekel streckte sie die Zunge heraus und rieb sich die Hände. Sie hasste alles an dieser Stadt. Sie hasste die Kälte, sie hasste den abartigen Tabak, den man hier kaufen konnte, der schmeckte, als hätte man ihn mit Katzenpisse und Hundescheiße gestreckt, aber am meisten hasste sie, dass sie ihren Schwur hatte brechen musste. Mit all diesen negativen Gedanken schlüpfte sie in den wärmenden Kokon der viel zu engen und viel zu vollgestellten Wohnung und wurde je von den duftenden Gerüchen fernöstlicher Gewürze und Zutaten in einen betörenden Schleier gehüllt.
      »Das riecht fantastisch«, seufzte sie sehnsüchtig, ehe die schlanke Frau sich auf das fliederfarbene Sofa sinken ließ und die in dicke Wolle gehüllten Füße ausstreckte. »Mit was verwöhnst du mich heute, Schatz?«, neckte sie den Koch mit verstellter Stimmlage.
      »Ich habe versucht, eine Ramensuppe nach einem Rezept aus Wa No Kuni zu zaubern, aber viele der Zutaten fehlten«, flötete es gut gelaunt aus dem Nachbarzimmer, in der ihr Mitbewohner gerade Schüsseln mit dampfender Suppe füllte. »Aber ich dachte mir schon, dass du mir den Kopf abreißt, wenn ich heute schon wieder was mit Kohl koche«, zwinkerte ihr der Mann zu, der mit einer weißen Kittelschürze und zwei dampfenden Suppentellern bewaffnet in das Wohnzimmer schritt. Sein karamellfarbenes Haar lockte sich keck um seine Schläfen und mit einem breiten Grinsen reichte er ihr die Suppe samt zweier Holzstäbchen. Gierig griff sie danach, streifte sich das limettengrüne Haar hinter die Ohren und genoss die Wärme, die sich zwischen ihren Fingern ausbreitete.
      »Es ist köstlich«, entfuhr es ihr, als die Gewürze auf ihrer Zunge ihre volle Wirkung entfalteten und ein Geschmacksfeuerwerk entfachten, dass sie schon seit Wochen nicht mehr gekannt hatte. »Sei ehrlich, Kol! Wo hast du die Zutaten her? Ich war heute selbst auf den Markt im Viertel. Nicht gerade eine kulinarische Vielfalt, auch wenn es die Bauerntölpel hier vermutlich gar nicht bemerken, aber allein für die Nudeln hättest du einige Berry auf den Tisch legen müssen!«
      Seine lindengrünen Augen hielten ihrem durchdringenden Blick nur einen winzigen Augenblick stand, ehe er einknickte und mit den Schultern zuckte. Er kratzte sich dabei verlegen an der Nase, auch wenn er gar nicht wusste, weshalb er sich schämte. Immerhin war es Teil seiner Mission gewesen.
      »Ich habe ein paar neue Freunde gemacht«, murmelte er nebulös und schob sich sofort eines der gekochten Eier in den Mund, um so einer weiteren Unterhaltung zu entgehen, aber die Frau ließ sich nicht so leicht abspeisen und das wusste er auch. Stumm, aber bestimmend bohrten sich ihre stahlblauen Augen in seine Seite, bis er kapitulierend die Schüssel vor sich abstellte und von den Fortschritten seiner Mission berichtete.
      »Wie schaut es bei dir aus? Hat sich dein Kontakt bei dir gemeldet, Kaisa?«, setzte er nach, als er ihre Fragen zur sichtlichen Zufriedenheit beantwortet hatte, da sich die Grünhaarige mittlerweile wieder über ihre Suppe hermachte.
      »Die Pfeife? Nein! Hat mich ohne ein Wort versetzt! Ich ramme ihm das nächste Mal vielleicht das Stäbchen in die steingrauen Augen«, schnaubte die ehemalige Agentin der CP9 verächtlich, während sie mit mordlüstern funkelnden Augen das Essstäbchen auf ihrem Zeigefinger balancieren ließ, ehe sie auch noch den kläglichen Rest der würzigen Brühe in einem Zug austrank. Anschließend streifte sie die Socken von ihren schlanken Füßen und legte sie dem Kurator in den Schoss, wie sie es jeden Abend tat, um ihre Massage einzufordern.
      »Ich habe heute Kinder gesehen, die auf der Njew Schlittschuh gefahren sind«, fing Kol unvermittelt an zu erzählend, während er mit seinen kräftigen Händen Kaisas Füße durchknetete. »Die Sonne hat geschienen und das dicke Eis hat fast golden geglitzert«, schwärmte der Braunhaarige, woraufhin Kaisa nur mit den Augen rollte.
      »Waren heute wohl keine Freier in der Zuckerallee unterwegs oder kam die Alte vielleicht im nächsten Moment vorbei, um sie einzusacken?«
      Kol schmunzelte. Es war beinahe zu einem Ritual geworden, welches sie jeden Abend pflegten. Er fand eine neue Ecke dieser Stadt, in die er sich verliebt hatte, während Kaisa jeden positiven Gedanken an Moskva sofort in Brand zu setzen versuchte. Es war ein lockeres Spiel, aber dem Braunhaarigen war durchaus bewusst, dass hinter Kaisas Spitzzüngigkeit ein reiner Abwehrmechanismus steckte. Der Frost ihrer vergrabenen und unterdrückten Gefühle atmete aus ihren Poren und so spielte er mit. Kaschierte ihre abschätzigen Kommentare mit einem Schmunzeln, gewährte ihr Nähe, solange sie es zuließ, und hoffte, dass sie sich eines Tages völlig öffnen würde. Sie hatte ihm nie erzählt, woher ihre Abneigung gegen Novgorod und im speziellen Moskva kam. Er wusste nur, dass sie sich geschworen hatte, nie wieder einen Fuß auf diese Insel zu setzen und dann war doch alles anders gekommen. Aber das war ein Schicksal, dass sie alle gleichermaßen getroffen hatte. Nichts war mehr so, wie es einmal gewesen war. Alles hatte sich verändert seit dem Albtraum, dem sie wohl nie gänzlich entkommen waren und vermutlich auch nie vollkommen entkommen würden.
      »Vermisst du sie manchmal?«, riss ihn Kaisas nachdenkliche Stimme aus den Gedanken, die ihre Frage präzisierte, als sie seinen irritierten Gesichtsausdruck registrierte. »Deine Heimat? Clockwork Orange? Vermisst du diesen Ort? Deinen Va-...ich meine Adoptivvater?«
      Die Verletzlichkeit, die ihren Worten nachklang, versetzte dem ehemaligen Kurator einen Stich ins Herz. Es zog ihm jedes Mal den Boden unter den Füßen weg, wenn sich die Grünhaarige, welche die meiste Zeit unbesiegbar, stark und unnahbar wirkte, verletzlich zeigte. Es passierte nicht oft, aber manchmal, in Momenten wie diesen, wirkte sie dabei so zerbrechlich, dass Kol Angst hatte, allein der Bass seiner Stimme könnte diese bewundernswerte Frau zerstören.
      »Manchmal«, setze er zögernd an. »Ich habe meinen Vater seit Monaten nicht gesprochen, aber das war damals nicht unbedingt anders. Wir haben telefoniert, nachdem wir in Florence Kos angekommen sind. Andererseits habe ich mich auf Liberty Bourbon nie wirklich heimisch gefühlt und seit ich weiß, dass ich dort nur ausgesetzt wurde und es nicht wirklich meine Heimat ist, hat sich zumindest dieses nagende Gefühl der Ungewissheit gelegt, wenn du verstehst, was ich meine?«
      Kaisa nickte stumm und rasch schob der Kurator noch eine Frage hinterher, um diesen kostbaren Moment ihrer bizarren Freundschaft nicht verstreichen zu lassen.
      »Wie sieht es bei dir aus? Hast du einen Ort, den du Heimat nennst?«
      Er hatte ein Schnauben erwartet. Ein verächtliches Geräusch, welches im Raum voller gebrauchter und abgewetzter Möbel widerhallte, die aussahen, als hätte sie ein Blinder ohne Geschmack für Inneneinrichtung auf einem schäbigen Flohmarkt erworben. So hatte es Kol erwartet, aber stattdessen schüttelte sie nur mit dem Kopf, vergrub ihren Scheitel im fliederfarbenen Stoff der Couch.
      »Ich habe auf so vielen Inseln gelebt, so viele Namen getragen, dass ich nicht mehr weiß, woher ich komme oder wer ich bin.«
      Fast zeitgleich schluckten die beiden angesichts der Schwere, die sich nach ihren Worten wie ein Ballon im Raum aufgeblasen hatte und alles andere zu vertreiben schien. Die körperliche Nähe zwischen dem Kurator und der Agentin. Den Geruch nach würzigem Essen und den Gestank der Gerberei, der sich in die abgeplatzten, altmodischen Tapeten gefressen hatte und den wohl nur eine Feuersbrunst herausbrennen könnte. Aber es war Kaisa, die sich elegant zurück in den Schneidersitz schlängelte und den fallengelassenen Gesprächsfaden wieder aufgriff, als wäre nichts gewesen.
      »Hat sich unsere Eiskönigin heute schon gemeldet?«, schnitt sie ein Thema an, welches bei weitem aber nicht unverfänglicher oder leichter war, auch wenn sie bewusst diesen Spitznamen wählte.
      »Brianna? Nein«, erwiderte Kol verdutzt und als hätten sie den Teufel beim Namen gerufen, hörten sie einen Schlüssel ins Schloss gleiten und das signifikante Knarzen der vorderen Holzdielen kündigte die Ankunft der Schatzjägerin an. Die beiden wechselten vielsagende Blicke. Sie hatten Brianna schon seit Tagen nicht mehr gesehen oder etwas von ihr gehört. Das war nichts ungewöhnliches und in den letzten Wochen fast schon zur Normalität geworden. Meistens verließ sie die Wohnung schon vor dem Morgengrauen und kam zurück, wenn die beiden bereits tief und fest schliefen.
      »Hallo, Brianna, ich habe Ramen gekocht! Nimm dir etwas, wenn du hungrig bist«, rief Kol in den Flur.
      »Ich habe keinen Hunger«, entgegnete sie knapp und schritt eilig durch das Wohnzimmer. Kaisa, welche die Aussage als die lahme Ausrede erkannte, die sie war, zog vielsagend die Augenbrauen nach oben und drehte sich zu der Frau um, die gerade ihren Mantel an den Haken hängte.
      »Die ganze Nacht unterwegs gewesen, hmm? Bei deinem Liebhaber?«, witzelte sie ihr zu, auch wenn kein Funken Spaß in ihren Worten klang und dieselbe Kühle funkelte ihr auch aus den meergrauen Augen der Schatzjägerin zurück, die sofort und ohne ein weiteres Wort in ihrem Zimmer verschwand.
      »Hätte nur noch gefehlt, dass sie wie ein pubertierender Teenager mit den Türen knallt«, seufzte die Grünhaarige mit hörbarer Verbitterung.
      »Hat sich das zwischen euch immer noch nicht geklärt?«, seufzte Kol, dem die Spannung zwischen den beiden Frauen sichtlich unangenehm war, sodass er sich daran machte, die beiden Schüsseln abzuwaschen. Kaisa folgte ihm in die Küche, griff nach der angebrochenen Wodkafalsche und genehmigte sich einen ausgiebigen Schluck.
      »Machst du Witze?«, warf sie ihm mit aufgesetzten Lachen entgegen, während die Alkoholfahne seine Nasenspitze umspielte. »Das ist die freundlichste Unterhaltung, die wir seit Monaten geführt haben!«
      Angewidert stellte sie die kristallklare Flasche zurück auf die Anrichte und verzog das Gesicht.
      »Scheiße noch eins, sogar ihr verfluchtes Nationalgetränk schmeckt wie Gülle!«

      ~ Sieben Monate zuvor – Gewässer der Neuen Welt: Auf der Ikarus ~

      Zunächst war da der Geruch nach Sex. Dieser würzig-wilde Geruch, der einem leicht in der Nase kitzelt. Dann war da dieses schallende Lachen einer Kinderstimme und das Getrappel von kleinen Füßen, die sich voller Kraft vom Boden abstießen und mit ihrem leichten, wenn auch spürbaren Gewicht auf ihren Körper traten. Doch dann war da das markerschütternde Kreischen von Engeln, denen Blut aus Mund, Nase und Ohren rann wie aus einem pervertierten Springbrunnen. Plötzlich kam es ihr vor, als hätte man ihr eiskaltes Wasser ins Gesicht geschüttet und sie durch einen überdimensionalen Fleischwolf gedreht. Die Rothaarige hatte das Gefühl, als hätte man ihre Eingeweide verknotet, während die Erinnerungen der letzten Stunden wie ein Schnellfilm an ihr vorbeirasten. Minuten wurden zu Stunden, Stunden zu Jahren und Jahre zu ganzen Zeitaltern dieser Erde. Mit Händen und Füßen versuchte sie aus diesem Albtraum zu erwachen, nur um sich in einem neuen wiederzufinden. Orientierungslosigkeit mischte sich mit stechenden Schmerzen, die sämtliche Nervenzellen ihres Körpers gleichzeitig mit glühenden Nadeln punktierten. Der Schweiß der maltesischen Sonne klebte ihr am Körper, sie fühlte den tropfenden Eiter der Höllenhexe auf ihrem Körper und sie hörte die Stimme des alten Mannes als malträtierendes Echo durch ihre geschundenen Gehirnwindungen hallen. Ihre Hände tasteten ihren Körper entlang, glitten über das eingetrocknete Blut, welches das übergroße Nachthemd mit kultischen Symbolen entstellte. Die Übelkeit paarte sich mit der nackten Angst und Brianna weigerte sich die Augen zu öffnen. Sie wollte zurückfallen in diesen unschuldigen Morgen. Zurückfallen in die Traumwelt, die ein Wahnsinniger für sie innerhalb eines verheerenden Albtraums gezimmert hatte. Sie fürchtete sich vor dieser Realität, die sie schon jetzt zu ersticken drohte, während die Bewegungen und Stimmen ihrer Gefährten als hereinbrechende Fluten auf sie niederprasselten. Ihr Geist rebellierte und zwang ihre Glieder in die Knie. Es war ein Name, welcher ihren eisernen Willen die Ketten anlegte und die Rothaarige erwachen ließ. Ein Name, der eine diffuse Vielzahl an Gefühlen in ihr wachrüttelte, die sie erneut von innen heraus zu übermannen drohten. Ein Vulkan, der seine ätzend heiße Lava durch ihre Eingeweide schob. Sie wusste nicht, wer Dädalus' Namen an diesem grausamsten aller Morgen schluchzte, aber es war dieser tränenverwässerte Schmerz, der ihre Lider öffnete und sie zum schlimmsten aller Geburtstage erwachen ließ.
      182. Kapitel: Mütterchen Moskva


      Das Knarzen der Stufen verscheuchte die morgendliche Stille in die düsteren Ecken des vollgestellten Ladens, in welche die wabernden Lichter der Gaslaternen ihre kümmerlichen Fühler noch nicht entsandt hatten. Das trostlose Grau mischte sich mit aufgewirbelten Staubpartikeln, als Kaisa die Absätze ihrer Lederstiefel mit katzenartigen Schritten auf dem spröden Boden aufsetzte. Ihre stahlblauen Augen penetrierten die diffuse Dunkelheit, in welcher der Laden zu dieser frühen Stunde gehüllt war. Abfällig wanderte ihr Blick über den pompösen Schick kolonialer Pracht. Gesprungenes Porzellan kalkuttischer Maharajas, sofern man den spitzzüngigen Versprechungen der hiesigen Ladenbesitzerin Glauben schenken mochte. Die floralen Muster und die exotischen Tiere, welche mehr mit plumper als filigraner Hand auf den rissigen Ton gepinselt worden waren, weckten mit Sicherheit den würzigen Geruch nach frisch gebrühtem Tee und südländischer Hitze, aber niemand, der sich die horrenden Preise dieses Antiquitätenladens leisten konnte, fiel auf solch billige Fälschungen herein. Dies galt für alle Prachtstücke, welche Dasha, die Besitzerin dieses Etablissements, in den viel zu engen Laden gestopft hatte. Mottenzerfressene Pelze, die der entehrten Zarenfamilie der Romanovs gehört haben sollen, deren verfilzter Stoff und beißender Gestank kaum verklärte Träume von prachtvollen Bällen im zuckergekrönten Winterpalast weckten, sondern einen mit juckender Haut, Pestilenz und Pocken in einen nie endenden Fiebertraum schickten, reihten sich neben gefälschte Kristalllampen aus Princess Suie oder verrostete Katanas aus dem entfernten Land der Samurai. Fundstücke einer ganzen Welt, eingepfercht in einem quadratischen Raum, dessen Fensterfront mit nutzlosem Trödel zugestellt war. Konnte man schon so zurecht darüber grübeln, ob Dashas Antiquitäten überhaupt irgendeinen Abnehmer unter den besser gestellten Beamten und Reichen Mosvas fanden, so musste man nur irritiert den Kopf schütteln, dass sich dieser Laden inmitten des Sveklaviertels befand, wo sich der bemitleidenswerte Abschaum der Gesellschaft zusammenscharrte, um mit krummen Rücken und ausgefallenen Zähnen auf den erlösenden Tod zu warten. Die Leute verdienten hier nicht einmal genug, um sich einen Kanten Brot zu leisten, geschweige denn genug Geld, um sich einen imperialen Kronleuchter aus Duchess Court in die Schuhschachtel, welche die Regierung ihnen als Wohnraum zugestanden hatte, zu hängen.
      »Wenn du endlich damit fertig bist, abschätzig über mein Lebenswerk zu denken, kannst du deinen dürren Hintern endlich aus meinem Laden schwingen!«, krächzte die ölige Frauenstimme aus einer dunklen Ecke des Ladens, welche die Grünhaarige mit bewusster Ignoranz übergangen hatte. »Du verjagst mir noch die Kundschaft?«
      »Welche Kundschaft?«, zischte die Grünhaarige abfällig.
      »Hüte dein Mundwerk, du impertinentes Gör!«
      »Schlecht geschlafen, alte Schachtel, oder warum so gut gelaunt?«, erwiderte Kaisa unbeeindruckt und ließ ihre Finger über die Auswahl an Mänteln wandern, bei der jeder Mensch mit zwei gesunden Augen und einem halbwegs funktionstüchtigen Riechorgan das Zeitliche gesegnet hätte.
      »Respektlos wie immer, Anya!«, schnaubte Dasha und schob sich mit kräftigen Schüben in die Mitte des Raumes. Die Räder ihres hölzernen Rollstuhls quietschten und eierten mitleidserregend, sodass Kaisa einen kurzen Moment das Bedürfnis überkam, der ältlichen Dame zu helfen. Doch beide Frauen hatten ihren Stolz und beide wussten, dass sie niemals die Hilfe des anderen bei so etwas Banalem annehmen würden. So musterte die Grünhaarige weiter die Auslage, während Dasha die zahlreichen Öllampen unter ohrenbetäubendem Quietschen entzündete. Das flackernde Licht schmeichelte dem Gesicht der alten Frau jedoch keineswegs. Aufgedunsen und rotfleckig quoll ihr Kopf aus dem vergilbten Spitzenkragen ihres mitternachtsblauen Kleides ganz im Stil des fountischen Adels. Ihr beleibter Körper forderte jedes einzelne Garn zu Höchstleistung auf, während die Haut an ihrem wulstigen Fingern schon vor Jahrzehnten kapituliert haben musste. An jedem Einzelnen trug sie teilweise gesprungene und matte Edelsteinringe, welche ihr mindestens zwei Nummern zu klein waren und ihr tief ins Fleisch schnitten. Und dennoch blickte sie die Agentin mit teerschwarzen Augen aufmüpfig an und Kaisa wusste, dass der geschundene Körper nur eine gebrechliche Hülle für einen außerordentlich wachen und starken Geist war.
      »Deine kaltschnäuzige Freundin ist schon vor Stunden verschwunden«, maulte Dasha, während sie wieder in die Ecke rollte, in der sie stets den Tag fristete und nur gelegentlich von dem blinden Kater Gesellschaft erhielt, der es sich gerade wie immer in der gefälschten caligulanischen Seide bequem machte. Kaisa quittierte die Anmerkung über Briannas Aufenthaltsort nur mit einem desinteressierten Schulterzucken. Die Schatzjägerin trieb schon seit ihrer Ankunft vor ein paar Monaten ihr eigenes Spielchen und wenn sie miteinander Kontakt hatten, benötigte es immer Kol als Puffer, um die ohnehin hohe Anspannung nicht vollends eskalieren zu lassen.
      Zufrieden fischten ihre Finger einen karmesinroten Mantel von der Stange, welcher auf den ersten Blick nur mäßig von Motten befallen war und kaum dubiose Flecken aufwies. Einen kurzen Moment hielt sich Kaisa das Kleidungsstück vor den Oberkörper und betrachtete sich im blindfleckigen Spiegel, ehe sie den abfälligen Blick der Alten im matten Glanz reflektieren sah.
      »Was?«
      »Mit der Farbe siehst du aus wie eine obszöne Straßendirne«, stichelte Dasha und zog sich ironischerweise gerade die Lippen in einem ähnlichen knallroten Rotton nach.
      »Ist das flammende Rot der Revolution nicht Zeichen eines Neubeginns dieser wunderbaren Insel gewesen?«, erwiderte Kaisa spöttisch, wobei sie jede einzelne Silbe in triefenden Sarkasmus hüllte.
      »Pff«, spuckte Dasha buchstäblich auf den Boden, sodass der blinde Kater in seinem Nest die Ohren zucken ließ. »Alte Götzen in neuen Gewändern!«
      »Und Mütterchen Moskva weint«, konstatierte die Grünhaarige kühl und schlüpfte in den wärmenden Stoff, während die Frau mit giftigem Blick die flache Hand auf den Tresen donnern ließ.
      »Hüte deine blasphemische Zunge, Anya! Du hast keine Ahnung, wie sich dieses Land verändert hat!«
      Ein frostiges Schmunzeln umspielte die vollen Lippen der Grünhaarigen. Wortlos stolzierte sie zur Ladentür. Als sich ihre behandschuhten Hände auf den Türknauf legten, wollte sie schon etwas erwidern und all ihre Abscheu gegen diesen Ort in wüsten Beleidigungen gegen die Frau, welche ihr und den übrigen Schatzjägern Unterschlupf gewährt hatte, entladen. Doch sie spürte den durchdringenden Blick der alten Frau in ihrem Rücken und schüttelte kaum merklich den Kopf, ehe der nebelgraue Herbsttag sie verschluckte. Due morsche Tür sank ächzend in den windschiefen Rahmen, während Dashas teerschwarze Iriden die Leere fokussierten, welche Kaisa soeben hinterlassen hatte. Gedankenverloren streichelte sie den blinden Kater, der es sich auf ihrem Schoß bequem gemacht hatte, ehe sie verstohlen lächelte und im Halbdunkel ihres Ladens verschwand.

      ~ Moskva, Winterpalais – Königliche Gärten ~

      Das Quaken der Frösche und Kröten im königlichen Seerosenteich dröhnte der Rothaarigen in den Ohren, während sie mit nachtblauen, zitternden Fingern umblätterte. Ihre Hände waren steif vor Kälte und sie verfluchte sich selbst dafür, dass sie die wärmenden Handschuhe in ihren Gemächern liegen gelassen hatte. Doch ihre Knöchel waren heute so geschwollen, dass sie am kleinen Teich eine Pause hatte einlegen müssen. So wechselte sie mit jeder Doppelseite nun die Hand, das Buch auf ihrem gewölbten Bauch ruhend, während die ungenutzte Hand im flauschigen Innenfutter ihrer Lammfelljacke einen kurzen Augenblick Wärme suchte. Wären die lästigen Tierchen nicht gewesen, sie würde die Ruhe der Gärten in voller Umfänglichkeit genießen. Niemand nutzte die ausufernden Gelände, in denen sich Charlotte schon zu oft verlaufen hatte. Den Irrgarten mied sie deshalb wohlweislich, zumal sie das Gefühl hatte, dass die dichten grünen Hecken Augen hatten, die sie verfolgten. Manchmal begleiteten sie die Zofen, vor allem wenn sie den alten Pavillon nutzen wollte, um eine Teezeremonie abzuhalten. Nikolai hatte ihr dafür sogar in den ersten Jahren nach ihrer Hochzeit einen Architekten aus dem mysteriösen Wano Kuni besorgt, der den Pavillon im Stil seines Heimatlandes hatte errichten lassen. Ihr Gatte begleitete sie schon lange nicht mehr in den Garten, doch Charlotte fühlte sich hier sicherer als in den erdrückenden Gemäuern des Winterpalais. Mit dem nächsten ohrenbetäubenden Quaken schnellte die Zarin Novgorods jedoch plötzlich in die Höhe und mit einem entsetzten Quieken ihrerseits sah sie ihre Lektüre im Dickicht der Seerosen treiben.
      »Verdammt!«, entfuhr es Charlotte und verfluchte die schleimigen Biester, die sie nun mit wässrigen Augen musterten.
      Einen kurzen Augenblick spielte sie mit dem Gedanken, ins kühle Nass zu steigen, um das vollgesogene Schriftstück vor einem schlimmeren Schicksal zu bewahren, aber ein leichter Tritt ihres Ungeborenen schien sie vor weiteren Dummheiten zu bewahren. Seufzend machte sie sich watschelnd auf den Rückweg, als sie die Silhouette einer vertrauten Person am Ende des Gartens aufmarschieren sah. Der Stechschritt der obersten Generalin schien die ruhende Schönheit der königlichen Gärten jäh zu zerstäuben. Jeder Schritt ein schneidendes Messer, das Schönes von Unschönem nicht zu scheiden wusste, sondern nur sachlicher Nüchternkeit verpflichtet war.
      »Eure Hoheit«, verbeugte sich die androgyne Frau mit dem raspelkurzen Haar vor der schnaufenden Königin, der ihr Fußweg fleckige Röte aufs Gesicht gezeichnet hatte. Mit einer atemlosen Handbewegung forderte Charlotte sie auf weiterzureden, während sie gegen das Seitenstechen atmete.
      »Eure Gäste aus Märenburg und Katharinenstadt sind eingetroffen!«, fuhr die Generalin fort. Doch die rotgelockte Zarin verstand keine einzige Silbe davon. Die Schwarzhaarige legte die Stirn kraus und wiederholte in demütiger Tonlage noch einmal die Informationen, als glaubte sie, dass Charlotte sie nicht verstanden habe. Als die androgyne Frau aufgrund von Charlottes perplexem Schweigen ein drittes Mal ansetzen wollte, winkte jene entschuldigend ab.
      »Ich habe Sie schon gehört, Generalin Akhmatova! Aber inwiefern ist dies von meinem Begehr? Der Zar empfängt stets alle Staatsgäste!«, versuchte sie im fürstlichen Trotz zu erwidern, der eine gerümpfte Nase und abfällig gesenkte Lider erforderte, welche dem treudoofen Gesicht der geborenen Stuart nicht gegeben waren. Zu sehr kam sie hier nach ihrem Vater Charles, dessen Güte und Milde ihm in jede Faser seines Körpers gemeißelt war. In Momenten wie diesen wünschte sie sich, dass sie mehr von ihrer emotionsbefreiten Mutter geerbt hätte als die Haarfarbe.
      »Entschuldigt meine Unwissenheit, aber der Zar ist heute Morgen zur Jagd ausgeritten. Wurde Eure Hoheit nicht informiert?«
      »Nein! Natürlich wurde ich nicht informiert! Niemand informiert mich in diesem gottverlassenen Land voller Bauern und Tölpel! Eine Witzfigur bin ich! Die gehörnte Kindskaiserin! Das politische Pfand für ein mittlerweile obsoletes Bündnis. Die Gefangene im Rosengarten! Die Schande für Mütterchen Moskva!«, hätte Charlotte am liebsten voll aufschäumender Wut geantwortet und die schwarzhaarige Frau in ihrer ordenbehangenen, khakifarbenen Uniform so heftig geschüttelt, bis die kühle Sachlichkeit wie Fallobst aus ihrem Gesicht purzelte. Doch stattdessen atmete sie tief ein, wie es ihr die Benimmzofen in Duchess Court gelehrt hatten, setzte ein unverfängliches Lächeln auf und folgte der Generalin, um ihren Pflichten als Zarin nachzukommen. Die Kröten im Teich quakten ihr verhöhnend nach und zogen ihre trägen Kreise durch das feuchte Nass, während etwas nach den aufgequollenen Seiten fischte und das Buch liebevoll auf der Bank bettete, auf der Charlotte soeben noch gesessen hatte.

      ~ Moskva, am Rand der Stadt, Viertel der Brüder der Revolution ~

      Der weiße Lindwurm spuckte den dichten Nebel aus jedem seiner plätschernden Poren und jagte Kaisa die nassfeuchte Kälte direkt ins Knochenmark. Sie hatte den roten Kragen bis über die Wangen geschlagen und ihren Kopf wie eine Schildkröte im Inneren des geliehenen Mantels vergraben. Doch der nasskalte Herbst klammerte sich mit beeindruckender Willensstärke an die ausgemergelten Gerippe der Zuckerstadt und schien sein Territorium mit speiender Feuchtigkeit gegen den sonst so übermächtigen novgorodianischen Winter zu verteidigen. Sie hatte die stinkenden Kanäle und klärschlammverseuchten Pfade des Steckrübenviertels schon längst hinter sich gelassen und bahnte sich ihren Weg durch die einfacheren Viertel der unteren Mittelklasse. Dienstmägde wohlhabender Familien, niedere Beamte und die zahlreichen Soldaten der Zarenarmee fanden in den kaum voneinander zu unterscheidenden Wohnblöcken ihr Zuhause, die nach der glorreichen Revolution auf dem Reißbrett entworfen worden waren, als die Revolutionsregierung sich entschieden hatte, dass Parkanlagen und Lustgärten zu sehr den alten Fürsten frönten. Nun zierten monolithische Gärten aus Beton die Ränder der Zarenstadt und trugen hochtrabende Namen, welche proletarische Träume von Gleichberechtigung, Freiheit und Bruderschaft grölten, während die uniformierten Häuser im Einheitsbrei eine seelenlose Bevölkerungsschicht beherbergten, deren Wünsche und Hoffnungen aus den blutroten Nächten der Revolutionstage sich kaum erfüllt haben dürften. Kaisa hatte indes gar nicht gemerkt, dass sie stehen geblieben war, während sie zum hundertsten Mal auf den Worten der alten Frau herumkaute. Du hast keine Ahnung, wie sich dieses Land verändert hat! Die Grünhaarige schnaubte abfällig. Natürlich hatte sie keine Ahnung. Das war das Ziel gewesen, nachdem sie aus dieser Hölle geflohen war und nun stand sie hier. Ein Tropfen leuchtenden Blutes im seelenlosen Grab aus grauem Beton.
      »Dawai! Dawai!«, tönte es plötzlich und neugierig wirbelte Kaisa herum und sah eine Heerschar an Kindern aus den Schlünden der Wohnkasernen strömen. Viele von ihnen waren dünn und abgemagert, aber nichts im Vergleich zu den armen Seelen, die im Klärschlamm des Steckrübenviertels ihre kaum vorhandenen Körper an den Erstbietenden verkauften. Nur eine Stadt wie Moskva, in der Pädophilen eine ganze Allee gewidmet war, stellte bei der Auswahl ihrer minderjährigen Prostituierten noch Kriterien wie Schichtzugehörigkeit, Rasse und Vermögen auf. Die ehemalige Agentin packte eines der Mädchen am Arm. Leuchtende Augen voller Irritation und Neugier erwiderten ihren eigenen Blick, sodass sich Kaisa einen kurzen Augenblick im schmalen Gesicht des kleinen Mädchens verlor, dass sie mit fuchsroten Wangen musterte.
      »Kann ich Ihnen helfen, molodaya ledi?«, hakte das Mädchen irritiert nach und offenbarte dabei ein zahnloses Lächeln. Nervös trippelte sie von einem Fuß auf den anderen, während immer mehr jubelnde Kinder an ihnen vorbeizogen. Die einfachen schwarzen Lederschuhe mussten ihr mindestens zwei Nummern zu klein sein, so sehr zeichnete sich der Abdruck ihrer Zehen unter dem rissigen Material ab. Vermutlich hatte sie die Schuhe von einem ihrer zahllosen Geschwister geerbt und trug sie gerade zum dritten oder gar vierten Mal auf. Denn eines hatten die Randbezirke Moskvas gemein. Armut gebar Armut und die mittellosen Frauen Moskvas waren fleißig. Während die adeligen Damen von Mägden, Zofen und gelegentlich sogar ihren eigenen Männern versorgt wurden, marschierten die Hochschwangeren in die Fabriken, leisteten ihren Dienst in den Kolchosen oder verkauften ihren Körper.
      »Wo wollt ihr denn alle hin?«, fand Kaisa wieder ihren Fokus und ging leicht in die Hocke, um noch mehr Vertrauen des Kindes zu erlangen. Einen kurzen Moment legte das Mädchen mit dem mausbraunen Haar den Kopf schief, als müsste sie überlegen, ob sie der fremdländischen Dame mit dem auffälligen Gewand für diese Gegend trauen konnte. Doch Kaisa schenkte ihr ein aufgesetztes mütterliches Lächeln.
      »Na, der Kschessinskaja-Zirkus ist heute in unserem Viertel!«, sprudelte es aus der Kleinen in einem Tonfall hervor, der keinen Hehl daraus machte, dass das nun wirklich jeder wüsste.
      »Ach...ist das so?«, stellte die Grünhaarige mit vielsagendem Schmunzeln als rhetorische Frage, was das Mädchen nur mit einem augenrollenden »Ja« kommentierte. Dankend ließ Kaisa das Mädchen los, welche sie noch einmal ungläubig anblinzelte und sich dann stolpernd auf die Socken machte, um ihren Freunden zum Ostrowski-Platz zu folgen.

      ~ Moskva, Ostrawski-Platz ~

      Trauben aus Menschen füllten den schmucklosen Platz in einem Farbenbrei aus Braun- und Grautönen. Kaum ein anderes Ereignis konnte dem phlegmatischen Wesenszug, der allen Bewohnern Novgorods eigen war, mit so viel Lebensfreude streitig werden wie das fahrende Völkchen von Schaustellern, Gauklern und Artisten. Menschen sämtlicher Altersgruppen und Schichten tummelten sich mittlerweile auf dem Ostrawski-Platz. Manche von ihnen verteilten bereits Obst, verbrannte Maronen und Nüsse, während andere schwere Fässer voll selbstgebrautem Dünnbier herangeholt hatten. Kaisa schlüpfte katzenhaft durch den Schmelztiegel unterschiedlichster Schichten, lehnte hier einen wurmzerfressenen Apfel ab und entging dort dem Annäherungsversuch eines alkoholisierten Jünglings, der seinem Gestank zu urteilen bis eben wohl noch auf den Feldern der Salzwüsten unter unmenschlichen Bedingungen gearbeitet haben musste. Bewacht wurden sie alle von einer übergroßen Statue eines glorreich inszenierten Mannes. Markantes Kinn, breite Schultern, stechende Augen. Nichts an der Selbstinszenierung des Zaren war zufällig gewählt. Keine feinen Gewänder der edlen Fürstlichkeit zierten seinen stählernen Körper, sondern die schlichte Uniform eines einfachen Bauern der Kolchosen. Zu seinen Füßen tanzten pausbäckige Kinder mit traditionellen Gwändern und Flechtfrisuren und die Inschrift, welche Kaisa aufgrund der Menschentrauben nicht lesen konnte, sang sicherlich von einer glorreichen Zukunft, von Verbrüderung und dem Ende der niederträchtigen Regentschaft alter Monarchen sowie einer friedlichen Zukunft. Nein. Nichts war zufällig daran, wie Nikolai sich inszenierte und daher konnte die Grünhaarige auch kein Mitleid für all die Menschen empfinden, die sich in Arbeitslagern zu Krüppeln schufteten oder in den zahllosen Nebengassen der Zuckerallee in Eisenkäfigen dahinvegetierten. Sie alle hatten vor dreißig Jahren »Hussa!« geschrien, als die Revolution durch das Land gefegt war wie ein desaströser Wirbelsturm und den Schnee in dieser eiskalten Winternacht blutrot gefärbt hatte. Ganz Novgorod hatte an diesem verhängnisvollen Abend geweint. Manche vor Freude, manche vor Verzweiflung, aber Mütterchen Moskva stand immer auf, wischte sich den schleimigen Rotz aus dem Gesicht und erhob das stolze Kinn. Niemand hatte es bisher geschafft, die rüstige alte Dame mit der Stärke eines Bären bisher in die Knie zu zwingen. Auch ein Nikolai würde vergehen, vielleicht sogar früher, als ihm lieb war.
      Mit ausdruckslosem Gesichtsausdruck lehnte sich Kaisa an eine der tannengrünen Gaslaternen und drehte sich eine Zigarette, um die Ankunft des fahrenden Volkes abzuwarten. Sie verzog die Mundwinkel zu einem angewiderten Gesichtsausdruck, als der minderwertige Tabakgeschmack der Winterstadt ihre Lungenflügel füllte. Sie glaubte einen kurzen Moment sogar, das Mädchen von vorhin vorbei hüpfen zu sehen, als einhelliges Raunen und Jubelrufe die quietschenden Räder des Planwagens ankündigten.
      »Dann sehen wir mal, was der Bestienchor des Zaren so zu bieten hat!«, hauchte sie den Qualm ihrer Zigaretten in den feuchtgrauen Morgennebel.




    • so ich wollte mich hier auch schon das erste mal verewigen

      also ich hab gerade deine zusammen fassung vom freitag gelesen und finde es schön das du deine motivation wieder gefunden hast das ist was sehr schönes und für die leser und dem schreiber doch sehr positiv

      so noch bin ich lange nicht auf dem aktuellen stand bei deiner geschichte was daran liegt das ich oft nicht viel lesen kann meist nur paar kapitel auf arbeit da man zuhause dann doch eher andere sachen zu tun hat

      ich lese deine geschichte jetzt seit gut einem monat bin da bis kapitel 42 gekommen also fast den 2 . arc durch

      mein fazit bis jetzt mir gefällt deine geschichte echt gut , sie ist spannend , hat lustige momente , charackte die intersannt sind und mit den man mit fiebern kann , ich finde auch deinen schreibstiel sehr gut und einfach zu lesen da hatte ich bei BO schon öfter meine probleme aber das lag mehr an meinen kleinen radius der deutschen sprache ^^

      also allem voran macht die geschichte sehr spass und wenn ich sehe du bist bei kapitel 180 dann hab ich ja noch ne menge vor mir aber sehe ich sehr positiv entgegen und bisdahin hast du ja mit BO und qoii zwei fleißige leser bzw schreiber ^^
    • Ich finde es wirklich schön, dass wir die Fünf Weisen gleichermaßen senil und arschlos anlegen. Noch bevor die alten Männer vor Imu zu Kreuze gekrochen sind, wurden die in unseren Geschichten von allen Seiten verarscht und mit einem freundlichen Wangentätscheln abgespeist. Bei dir setzt ihre oberste Agentin einen ihrer Vasallen als parasitären Günstling an ihre Seite, bei mir zwackt der Leiter ihrer zentralen Beratereinheit Missionsgelder ab und verhilft machthungrigen Shichibukai zu einer Diktatur. Das muss man uns lassen: Wir haben die Weisen in ihrer ganzen, altersinvaliden Natur durchschaut, noch bevor die Rheumasalbe bei Oda trocken war. Schön, schön. :D

      Dass der Harlekin zu Amygdala gehört, fädelt einen losen Faden in das größere Gesamtgeflecht und bietet die Möglichkeit, Dahlia samt Einheit bei Bedarf enger an die Haupthandlung zu binden. Das gefällt mir, wie mir auch Dahlia insgesamt gefällt. Ihre Antwort an Abies war göttlich und die Tatsache, dass Dahlias Teufelskräfte bleibende Schäden hinterlassen, sagt mir gleich aus mehreren Gründen zu. Etwas schade fand ich vielleicht, wie leichtfertig und nebenbei du die letzten SALIGIA-Agenten abfertigst, aber die Show muss weitergehen und die Sünden hatten ihren Auftritt. Wobei mir noch auffällt, dass Envy hier nicht miteingeschlossen ist, oder? Die Rede war von Järv und Urs, die neben Eris in Dahlias Folterverliesen landeten. Konnte Envy entkommen? Würde mir persönlich gefallen. Ich mochte den Neid und fand auch, dass sie längst nicht so verkommen und sündenbehaftet war wie ihre Kollegen. Irgendwie mag ich den Gedanken, Envy könnte die Schatzjäger in Zukunft vor einer eintreffenden Dahlia warnen.
      Bis dahin muss Dahlia erstmal bei den Weisen vorsprechen, zusammen mit den anderen Einheitsleitern. Große Aufregung. Betrifft es die allgemeine Krisenlage nach dem GE oder hängt es doch eher mit der Prophezeiung zusammen? Mit Brianna, mit Katerina? Die dunkle Fürstin hat schließlich Verbindungen zu den Weisen und wer weiß, ob sie den Alten noch immer das kostbare Blut liefert. Die genaue Natur der Vereinbarung mit den Weisen, abseits einer ominöse Verwandtschaft zu einem von ihnen, steht noch immer offen und könnte nun eine neue Qualität erfahren haben. Zumindest glaube ich nicht, dass die gekrönte Katerina noch großartig Muße haben wird, sich weiterhin als Blutdealerin auf den Weg nach MJ zu machen.

      Womit wir beim großen Twist sind, den ich unfassbar gerne annehme. Shmuel ist "nur" der Tod und untersteht als (so vermute ich) Anführer der Apokalyptischen Reiter Katerina selbst. Yes, yes, yes! Das behagt mir sehr, zumal ich Shmuel als Tod weitaus interessanter finde als Crazy Horse Michelangelo. Es bringt den Reitern eine gewisse Qualität und reduziert Shmuel nicht auf den undankbaren Posten des "Vize" oder der rechten Hand. Er ist Anführer seiner eigenen Truppe, ein Bote der Apokalypse und einstiger Statthalter des wahren Bösen. Gleichzeitig sehe ich in seiner Rolle eine essentielle Notwendigkeit für Katerina. Du darfst mich gerne korrigieren, sollte ich das falsch einschätzen, aber Katerina...ist nicht gerade beliebt, denke ich. Genevieve schien der vampirischen Hexe eher mit einer Mischung aus Furcht, Respekt und Verachtung entgegenzutreten, Shmuel selbst schluckte angesichts ihrer Krönung ebenfalls wie ein Teenager auf seiner ersten Party mit Mädchen. Katerina machte nie einen Hehl aus ihrer Macht und ihre gesamte Art ist...einfach unausstehlich? Als Leser fasziniert sie einen, aber für die Personen in ihrem Umfeld kann jeder Kontakt zu ihr nur unangenehm sein. Und genau hier kommt Shmuel ins Spiel, der offensichtlich sehr beliebt ist. Alle wahren in heller Aufregung, als die Rückkehr des Lords eingeleitet wurde, die Reiter wie ihre Untergebenen fieberten diesem Ereignis entgegen. Daher denke ich, dass Shmuel den emotionalen Fixpunkt für die Mitglieder der einstigen "Lord"-Fraktion darstellt und genau diese hingebungsvolle Loyalität einfordern kann, die Katerina aufgrund ihres bösartigen, kalten Naturells niemals einlösen könnte. Menschen folgen ihren Befehlen vielleicht aus Angst, oder weil sie eine Siegernatur ist, oder aus Respekt, Ehrfurcht etc. Aber will man ihr folgen? Man gehorcht ihr vielleicht, aber eine Anführerin ist sie mMn nicht.

      Shmuel hingegen schon. Er wurde uns als einnehmender Demagoge vorgestellt, der schwierige und mächtige Menschen um sich scharrt, in seinen Bann zieht und auf seine Seite bringt. In dieser Funktion sehe ich Shmuel in Katerinas System. Er ist der emotionale Anker, das Menschliche, eine väterliche Figur für diese verlorenen Seelen, die sich als Reiter oder deren Begleiter unter einem Banner sammeln. Vielleicht liege ich falsch, aber das erscheint mir bislang konsequent.
      Denn die Leute des Lords wirken auf mich keinesfalls wie seelenlose Lemminge, wie sie eine Katerina zweifellos brauchen würde. Das sind allesamt starke, sogar vielschichtige Persönlichkeiten. Fühlende, facettenreiche Menschen. Vielleicht allesamt Menschen, die man nur unter schweren Beruhigungsmitteln in der Geschlossenen halten sollte, aber immerhin. :D
      Bras und seine komische Splendid-Family bieten ein gutes Beispiel. Wir haben Mörder-Oma Uralt, die rebellische Punktertochter Penny, den schwerpubertierenden Fynn und natürlich Bras selbst als obercoolen Charlie Harper'esken Jungonkel, der sich Tattoos stechen lässt und (was ich von einem waschechten Lairen auch erwarte) permanent an einem Drink hängt. Diese Truppe wirkt verrückt und doch zugehörig. Man spürt das Vertrauen und die Beziehungen, die diese zusammengewürfelten Psychopathen aneinander schweißen. Nun kann ich natürlich nicht abschätzen, ob die maliziöse Madame Wu zu ihren Untergebenen eine ähnlich innige Bindung unterhält oder wie das Verhältnis zwischen Leonardo und Michelangelo aussieht, aber zumindest scheint jeder dieser Irren treu zum Lord zu stehen. Keine Angst der Welt könnte Katerina diese Treue bescheren. Sie braucht Shmuel, um die Reiter und damit ihre Armee zusammenzuhalten. Mic drop

      Kurz noch zurück zum Inhalt: Kafka Lilienschild. Gealterte Journalistin, die den Bogen zu Mitsubishi Sushibonsai schlägt. An dieser Stelle weiß ich nicht so recht, was genau du hier erreichen willst. Nicht, dass ich dir nicht zu 110% zutraue, nicht mehr Charaktere als nötig einzuführen -- Oda ist bestes Abschreckungsmaterial -- aber so ganz erschließt sich mir die Bewandtnis noch nicht. Vielleicht wird Kafka eine Art Brücke zwischen den bösen Schätzjägern und den guten Schatzjägern schlagen? Oder sie entdeckt auf ihren Recherchen entscheidende Details, die uns Lesern und eventuell Brianna helfen? Viele Möglichkeiten. Womöglich zäumt sie die Geschichte von einer anderen Seite auf als Brianna & Co bisher. Alles noch sehr vage, aber ich wollte sie nicht gänzlich unter den Tisch fallen lassen.

      Ansonsten bot das Kapitel wieder einige spannende Entwicklungen und viele, viele Namen. Noch so eine Sache, die unsere FFs gemeinsam haben.^^
      Weiter so, ich freue mich auf den nächsten Arc. Und darauf, endlich Brianna und Co. wiederzusehen. In welcher Form und Stimmung auch immer.


    • Aufgrund deiner freundlichen Vorwarnung muss ich mich mit dem Fertigstellen des Kommentars etwas sputen, aber zunächst nochmal kurz etwas zur Traumwelt bzw den Traumwelten. Ich hatte es so verstanden, dass alle Schatzjäger und Shumel jeweils in ihrer eigenen Traumwelt gefangen waren und als diese, durch Briannas Königshakiausbruch, begannen zusammenzubrechen, sind alle in der "Haupttraumnwelt" von Shumel gelandet. Wobei früher oder später sich sowieso alle dort versammeln sollten, weil dort das Spiel der Könige stattfand. Wobei ich gerade auch nicht mehr weiß, warum die Herzkönigin gegen Brianna gekämpft hat. Ging es ihr und Luzifer nicht eigentlich darum sich am Lord zu rächen?

      Das Kapitel beginnt mit der Vorstellung eines weiteren neuen Charakters. Warum auch nicht, immerhin sind im letzten Arc dann doch so einige auf der Strecke geblieben.^^
      Kafka Lilienschild scheint eine Reporterin/Redakteurin zu sein, die ihre Nase in diverse Angelegenheiten steckt und ich denke mal, wenn sie sich jetzt an Briannas Fersen heftet, wird sie so einiges über die (ehemalige) Triade und ihre Machenschaften ans Licht bringen. Wobei sie natürlich nur das nehmen wird, was ihr nicht zu viele Feine einbringt bzw. das falsche Berichtet.

      Wieder richtig gefallen haben mir mal wieder die Querverbindungen/-verweise zu Bos FF Menschenjagt mit Valentine Harley und Schloss Roßkosch. Anscheinend gab es dann dort doch mehr Überlebende als Bo uns weiß machen wollte.^^ Trotzdem sind dort natürlich einige sehr prominente Personen im ewigen Eis geblieben, wozu auch sicher einige Mitgleiter deiner neuen Organisation oder Interessengemeinschaft gehörten und mit ihrem Tod wieder Platz im >Club der toten Dichter< gemacht haben z.B. für Kafka.
      Womit ich mir nicht ganz sicher bin, ist ob der CdtD u und Srix die gleiche Organisation sind oder zweitere nur die Treffen des ersteren hauptsächlich organisieren. Denn aufgrund der Reaktion von Goldfarns gehe ich davon aus, dass nicht allen Einladungen die neuen Steckbriefe der Schatzjäger beigelegen haben, denn ich nicht nur Brianna dürfte jetzt so einiges wert sein. Auch wenn sie wahrscheinlich die Einzige ist welche >Lebend< abgeliefert werden soll.
      Weiterhin hat mir die Suche verraten, dass Strixs schon einmal erwähnt wurde. Das Kapitel habe ich mir natürlich jetzt nicht gemerkt, aber es ging darum,dass eine Kapitänin der flämischen Handelsgesellschaft Strix bzw Diasuke darüber Informieren soll das Luzifers und Dädalus Schiffe direkt nebeneinander liegen.

      Damit bleibt vor allem die Frage, wer letztendlich für die neuen Kopfgelder verantwortlich ist und besonders für den Sonderstatus. Denn ich habe hier eher weniger die Marine selbst in Verdacht, besonders da sie bis jetzt kaum Berührungen mit dieser hatten, bis auf die Einheit von … welche ihnen aber mit dem Golem ein neues Mitglied beschert haben, welches aber bis jetzt noch nicht in Aktion treten konnte. Neben Strix bzw Daisuke dürfte aber die WR der Hauptverdächtige sein. Entweder durch die fünf Weisen, weil Brianna bis jetzt noch nicht die erwarteten Ergebnisse geliefert hat. Alternativ könnte es natürlich auch Dahlias gewesen sein oder zumindest ihr Bericht, falls sie diesen überhaupt an die fünf Weisen weitergereicht hat, denn sie hat auf eine wunderbare Art wohl nicht sehr viel Respekt vor diesen.

      Zu den endgültig ausgeschiedenen Charakteren zählen nach diesem Kapitel auch die Reste der CP-8 welche die Befragung oder besser das Aussaugen der Informationen nicht überstanden haben. Dafür erfahren wir aber, dass der Harlekin Teil von Dahlias Abteilung in der CP-0 ist. Diese existiert neben Leviathan, Behemoth und Ziz, welche wir schon bei Bo kennengelernt haben, wobei Amygdala laut eines schnellchecks bei Googel ein Teil des Gehirns ist. Auch sehr passend für eine Agentenabteilung. Der Harlekin trägt dort den Decknamen Sodom und passend dazu gibt es auch noch eine Agentin Gomorrha. Im Bezug auf sie habe ich auch schon einen konkreteren Verdacht, da sich bei den Schatzjägern immer noch jemand Aufhält, der bis jetzt zu fast jeder Fraktion gehören könnte.

      Womit ich zum größten Gesamtabschnitt des Kapitels kommen möchte, der Bestrafungsaktion der Lordfraktion oder sollte ich besser sagen, von Katharinas Untergebenen. Denn wie sich herausstellt und Bo wenn ich mich recht entsinne schon vorher vermutet hatte, ist der Lord nicht wirklich der Anführer, sondern hat diesen Posten für eine gewisse Zeit nur für Katharina übernommen. Dabei kann ich mich eigentlich nur den Gedanken von Bo anschließen, was die Gründe dafür angeht. Aber auch wenn er wahrscheinlich nur als Anführer gegenüber den anderen beiden Mitglieder der Triade auftreten sollte, scheinen ihm die anderen Mitglieder dieser Fraktion eine menge Respekt und Wohlwollen entgegenzubringen, weswegen ich mich Frage wer wirklich davon wusste bzw weiß. Wir können uns nach dem Gespräch schon mal sicher sein, dass zumindest die vier Reiter der Apokalypse und Michelangelo darüber Bescheid wissen, da sie laut Katharina von ihr aufgesammelt wurden. Aber wie ist es mit dem Rest der Truppe, zumindest die älteren könnten es noch wissen.
      Weiterhin frage ich mich immer mehr was oder wer Katharina wirklich ist. Denn bis jetzt bin ich mehr oder minder davon ausgegangen, dass Genevieve das älteste Lebende mitglied ist, aber mehr und mehr könnte es auch Katerina sein, da sie hier Andeutet, dass sie schon lange auf den richtigen Moment wartet. Wobei der Lord auch nicht mehr der Jüngste sein dürfte, immerhin war er schon erwachsen als der Dädalus und Luzifer aufgesammelt hat. Übrigens ist schon geklärt, welche TF bzw Kräfte Katerina hat. Derzeit würde ich von einer Vampierfrucht ausgehen, welche auch ihr langes Leben erklären würde und auch das Blut welches sie ua an die 5 Weisen weitergegeben hat.

      Damit bleibt noch die Strafaktion gegen die Herrschaftsgebiete von Luzifer und der Herzkönigin, welche in der kompletten Auslöschung beider Enden. Besonders da sie durch die Ereignisse in der Traumwelt beide ihre besten Kämpfer verloren haben, gibt es keine Chance für diese. Da wäre eine sofortige Evakuierung der Bevölkerung auf alle Schiffe im Hafen und dann ganz weit weg, sicher sinnvoller gewesen als sie nur ins Schloss zu holen, wo es auch etwas einfacher war, alle sofort zu erwischen. Auch hier baust du wieder schöne Bezüge zu Bos FF mit ein. Viel mehr möchte ich dazu auch gerade irgendwie nicht schreiben, auch wenn dort sicher noch das eine oder andere interessante herauszuarbeiten ist. Aber zumindest mit den Familienaspekt hat sich ja auch schon Bo auseinandergesetzt.

      Damit beende ich den Kommentar auch wenn ich nicht wirklich damit zufrieden bin und er mir teils etwas durcheinander vorkommt, aber besser scheint es heute nicht zu werden. Also setze ich einfach auf das nächste Mal ;)
      :thumbsup: Nicht nur in One Piece die reine Wahrheit: :thumbsup:
      Pirates are evil?!!... ...The Marines are Justice?!!
      These labels have been passed around Heaven knows how many times...!!!
      Kids who have never known peace... ...and kids who have never known war... ...Their values are too different!!!
      Whoever stands at the top can define right and wrong as they see fit!!!
      Right now, we stand in neutral territory!!!
      "Justice will prevail"?!... ...Well, sure it will!
      Whoever prevails... ...is Justice!!!! (Doflamingo)

      So kann man es aber auch sehen
      "THERE IS NO JUSTICE, THERE IS ONLY ME!"
      Death, Discworld, Terry Pratchett

    • Antwort auf Fanpost & Kapitel 181 erschienen

      So. Damit starten wir frisch und munter in meinen mittlerweile sechsten Arc! Das Kapitel ist wenig über euch zu finden!

      @Monkey D. David

      Monkey D. David schrieb:

      so ich wollte mich hier auch schon das erste mal verewigen

      also ich hab gerade deine zusammen fassung vom freitag gelesen und finde es schön das du deine motivation wieder gefunden hast das ist was sehr schönes und für die leser und dem schreiber doch sehr positiv

      so noch bin ich lange nicht auf dem aktuellen stand bei deiner geschichte was daran liegt das ich oft nicht viel lesen kann meist nur paar kapitel auf arbeit da man zuhause dann doch eher andere sachen zu tun hat

      ich lese deine geschichte jetzt seit gut einem monat bin da bis kapitel 42 gekommen also fast den 2 . arc durch

      mein fazit bis jetzt mir gefällt deine geschichte echt gut , sie ist spannend , hat lustige momente , charackte die intersannt sind und mit den man mit fiebern kann , ich finde auch deinen schreibstiel sehr gut und einfach zu lesen da hatte ich bei BO schon öfter meine probleme aber das lag mehr an meinen kleinen radius der deutschen sprache ^^

      also allem voran macht die geschichte sehr spass und wenn ich sehe du bist bei kapitel 180 dann hab ich ja noch ne menge vor mir aber sehe ich sehr positiv entgegen und bisdahin hast du ja mit BO und qoii zwei fleißige leser bzw schreiber ^^
      Erstmal freut es mich natürlich sehr, dass sich hier mal wieder ein neuer aktiver Leser eingeführt hat, der sich in naher Zukunft ein wenig zu qoii und Bo gesellen kann!
      Lass dir alle Zeit der Welt. Eine Geschichte muss man in seinem Tempo lesen. Melde dich einfach wie es dir beliebt, mal zwischendurch oder dann ganz am Ende! Wie du lustig bist.

      Ansonsten danke ich natürlich für das Lob und hoffe, dass dein Eindruck bestehen bleibt! Bis dahin wünsche ich dir viel Lesevergnügen!

      @Bo

      -Bo- schrieb:

      Ich finde es wirklich schön, dass wir die Fünf Weisen gleichermaßen senil und arschlos anlegen. Noch bevor die alten Männer vor Imu zu Kreuze gekrochen sind, wurden die in unseren Geschichten von allen Seiten verarscht und mit einem freundlichen Wangentätscheln abgespeist. Bei dir setzt ihre oberste Agentin einen ihrer Vasallen als parasitären Günstling an ihre Seite, bei mir zwackt der Leiter ihrer zentralen Beratereinheit Missionsgelder ab und verhilft machthungrigen Shichibukai zu einer Diktatur. Das muss man uns lassen: Wir haben die Weisen in ihrer ganzen, altersinvaliden Natur durchschaut, noch bevor die Rheumasalbe bei Oda trocken war. Schön, schön. :D
      Tja, was soll man sagen? Wir sind halt genial...auch wenn wir uns jetzt gerade mit Oda vergleichen...ich weiß nicht, ob das nicht sogar eher eine Herabwürdigung unserseits war?

      -Bo- schrieb:

      Dass der Harlekin zu Amygdala gehört, fädelt einen losen Faden in das größere Gesamtgeflecht und bietet die Möglichkeit, Dahlia samt Einheit bei Bedarf enger an die Haupthandlung zu binden. Das gefällt mir, wie mir auch Dahlia insgesamt gefällt. Ihre Antwort an Abies war göttlich und die Tatsache, dass Dahlias Teufelskräfte bleibende Schäden hinterlassen, sagt mir gleich aus mehreren Gründen zu. Etwas schade fand ich vielleicht, wie leichtfertig und nebenbei du die letzten SALIGIA-Agenten abfertigst, aber die Show muss weitergehen und die Sünden hatten ihren Auftritt. Wobei mir noch auffällt, dass Envy hier nicht miteingeschlossen ist, oder? Die Rede war von Järv und Urs, die neben Eris in Dahlias Folterverliesen landeten. Konnte Envy entkommen? Würde mir persönlich gefallen. Ich mochte den Neid und fand auch, dass sie längst nicht so verkommen und sündenbehaftet war wie ihre Kollegen. Irgendwie mag ich den Gedanken, Envy könnte die Schatzjäger in Zukunft vor einer eintreffenden Dahlia warnen.
      Bei den SALIGIA-Einheiten war nichts mehr zu holen. Urs war relativ gesichtslos und Ëris hätte man vielleicht zutrauen können, dass sie im Rachefeldzug die Welt brennen sehen möchte, aber seien wir ehrlich? Im Gegensatz zu den anderen Fraktionen hat die SALIGIA kein persönliches Hühnchen mit den Schatzjägern zu rupfen gehabt. Und ihr "Opfer" war insofern wichtig, um auch zu zeigen, wie Dahlia gestrickt ist.
      Schade. Ich hätte gehofft, dass Envy im Namensgewitter des Kapitels liegen bleibt, aber naja....also...ähm...weiter im Text.

      -Bo- schrieb:

      Bis dahin muss Dahlia erstmal bei den Weisen vorsprechen, zusammen mit den anderen Einheitsleitern. Große Aufregung. Betrifft es die allgemeine Krisenlage nach dem GE oder hängt es doch eher mit der Prophezeiung zusammen? Mit Brianna, mit Katerina? Die dunkle Fürstin hat schließlich Verbindungen zu den Weisen und wer weiß, ob sie den Alten noch immer das kostbare Blut liefert. Die genaue Natur der Vereinbarung mit den Weisen, abseits einer ominöse Verwandtschaft zu einem von ihnen, steht noch immer offen und könnte nun eine neue Qualität erfahren haben. Zumindest glaube ich nicht, dass die gekrönte Katerina noch großartig Muße haben wird, sich weiterhin als Blutdealerin auf den Weg nach MJ zu machen.
      Richtig. Die Ergebnisse des Gesprächs werden noch Einzug in der Geschichte halten, aber du hast ganz Recht mit deiner Beobachtung. Katerina tritt aus dem Schatten und damit verwirkt sie natürlich vorerst ihre "Privilegien", aber der Deal mit der Weltregierung wird im aktuellen Arc noch etwas genauer erläutert werden.

      -Bo- schrieb:

      Womit wir beim großen Twist sind, den ich unfassbar gerne annehme. Shmuel ist "nur" der Tod und untersteht als (so vermute ich) Anführer der Apokalyptischen Reiter Katerina selbst. Yes, yes, yes! Das behagt mir sehr, zumal ich Shmuel als Tod weitaus interessanter finde als Crazy Horse Michelangelo. Es bringt den Reitern eine gewisse Qualität und reduziert Shmuel nicht auf den undankbaren Posten des "Vize" oder der rechten Hand. Er ist Anführer seiner eigenen Truppe, ein Bote der Apokalypse und einstiger Statthalter des wahren Bösen. Gleichzeitig sehe ich in seiner Rolle eine essentielle Notwendigkeit für Katerina. Du darfst mich gerne korrigieren, sollte ich das falsch einschätzen, aber Katerina...ist nicht gerade beliebt, denke ich. Genevieve schien der vampirischen Hexe eher mit einer Mischung aus Furcht, Respekt und Verachtung entgegenzutreten, Shmuel selbst schluckte angesichts ihrer Krönung ebenfalls wie ein Teenager auf seiner ersten Party mit Mädchen. Katerina machte nie einen Hehl aus ihrer Macht und ihre gesamte Art ist...einfach unausstehlich? Als Leser fasziniert sie einen, aber für die Personen in ihrem Umfeld kann jeder Kontakt zu ihr nur unangenehm sein. Und genau hier kommt Shmuel ins Spiel, der offensichtlich sehr beliebt ist. Alle wahren in heller Aufregung, als die Rückkehr des Lords eingeleitet wurde, die Reiter wie ihre Untergebenen fieberten diesem Ereignis entgegen. Daher denke ich, dass Shmuel den emotionalen Fixpunkt für die Mitglieder der einstigen "Lord"-Fraktion darstellt und genau diese hingebungsvolle Loyalität einfordern kann, die Katerina aufgrund ihres bösartigen, kalten Naturells niemals einlösen könnte. Menschen folgen ihren Befehlen vielleicht aus Angst, oder weil sie eine Siegernatur ist, oder aus Respekt, Ehrfurcht etc. Aber will man ihr folgen? Man gehorcht ihr vielleicht, aber eine Anführerin ist sie mMn nicht.
      Erst einmal bin ich sehr erleichtert, dass die Enthüllung bezüglich Shmuels tatsächlicher Rolle und die Scharade rund um den Posten des "Lords" soweit gut angekommen ist. Ich hatte ein wenig Angst, dass sich da vielleicht Enttäuschung einstellen konnte, nachdem der Lord im Endeffekt nur eine Farce war.
      Ansonsten kann ich dir soweit in deinen Beobachtungen prinzipiell zustimmen. die Fraktion des Lords bzw. Katerinas ist noch einmal vielschichtiger als es scheinen mag, aber ja: Shmuel ist der Sympathieträger des ganzen. Er ist der Demagoge, der durch vergleichsweise Einfühlungsvermögen und Natürlichkeit Menschen um sich scharen kann. Dass er durchaus seine schlechten Seiten hat und er sich das nimmt, was er möchte, haben wir im Flashback mit Sybille und ihrer Schwangerschaft ja gesehen.
      Aber im Gegensatz zu Katerina, die eigentlich nur Verachtung, Leid und Schmerz verkörpert, ist Shmuel durchaus der einigende Fixpunkt.

      -Bo- schrieb:

      Bras und seine komische Splendid-Family bieten ein gutes Beispiel. Wir haben Mörder-Oma Uralt, die rebellische Punktertochter Penny, den schwerpubertierenden Fynn und natürlich Bras selbst als obercoolen Charlie Harper'esken Jungonkel, der sich Tattoos stechen lässt und (was ich von einem waschechten Lairen auch erwarte) permanent an einem Drink hängt. Diese Truppe wirkt verrückt und doch zugehörig. Man spürt das Vertrauen und die Beziehungen, die diese zusammengewürfelten Psychopathen aneinander schweißen. Nun kann ich natürlich nicht abschätzen, ob die maliziöse Madame Wu zu ihren Untergebenen eine ähnlich innige Bindung unterhält oder wie das Verhältnis zwischen Leonardo und Michelangelo aussieht, aber zumindest scheint jeder dieser Irren treu zum Lord zu stehen. Keine Angst der Welt könnte Katerina diese Treue bescheren. Sie braucht Shmuel, um die Reiter und damit ihre Armee zusammenzuhalten. Mic drop
      Also ich kann hier eigentlich nur einen Punkt hinter deine ganzen Ausführungen machen, die vieles absolut richtig beschreiben.

      -Bo- schrieb:

      Kurz noch zurück zum Inhalt: Kafka Lilienschild. Gealterte Journalistin, die den Bogen zu Mitsubishi Sushibonsai schlägt. An dieser Stelle weiß ich nicht so recht, was genau du hier erreichen willst. Nicht, dass ich dir nicht zu 110% zutraue, nicht mehr Charaktere als nötig einzuführen -- Oda ist bestes Abschreckungsmaterial -- aber so ganz erschließt sich mir die Bewandtnis noch nicht. Vielleicht wird Kafka eine Art Brücke zwischen den bösen Schätzjägern und den guten Schatzjägern schlagen? Oder sie entdeckt auf ihren Recherchen entscheidende Details, die uns Lesern und eventuell Brianna helfen? Viele Möglichkeiten. Womöglich zäumt sie die Geschichte von einer anderen Seite auf als Brianna & Co bisher. Alles noch sehr vage, aber ich wollte sie nicht gänzlich unter den Tisch fallen lassen.
      Kafka wird jetzt kein game-changer für die Handlung sein, aber durchaus ihre Relevanz haben. Mehr wird sich dann mit der Handlung ergeben, aber joa.

      -Bo- schrieb:

      Ansonsten bot das Kapitel wieder einige spannende Entwicklungen und viele, viele Namen. Noch so eine Sache, die unsere FFs gemeinsam haben.^^
      Weiter so, ich freue mich auf den nächsten Arc. Und darauf, endlich Brianna und Co. wiederzusehen. In welcher Form und Stimmung auch immer.
      Vielen Dank und dann schauen wir mal, wie dir der kommende Arc dann tatsächlich auch gefallen wird!

      @qoii


      qoii schrieb:

      Aufgrund deiner freundlichen Vorwarnung muss ich mich mit dem Fertigstellen des Kommentars etwas sputen, aber zunächst nochmal kurz etwas zur Traumwelt bzw den Traumwelten. Ich hatte es so verstanden, dass alle Schatzjäger und Shumel jeweils in ihrer eigenen Traumwelt gefangen waren und als diese, durch Briannas Königshakiausbruch, begannen zusammenzubrechen, sind alle in der "Haupttraumnwelt" von Shumel gelandet. Wobei früher oder später sich sowieso alle dort versammeln sollten, weil dort das Spiel der Könige stattfand. Wobei ich gerade auch nicht mehr weiß, warum die Herzkönigin gegen Brianna gekämpft hat. Ging es ihr und Luzifer nicht eigentlich darum sich am Lord zu rächen?
      Also die anderen Schatzjäger haben einfach nur "geträumt", was man ja darin erkennt, dass sie allesamt reale Ereignisse aus ihrer Vergangenheit erlebt und verarbeitet hatten. Nur Brianna hatte eine eigene Welt bekommen, die Luzifer mit seinen eigenen, Theresas und Shmuels Erinnerungen ausgeschmückt hat. Durch ihren Hakiausbruch ist aber die Wand brüchig geworden und das ganze Gebilde zusammengebrochen.
      Die Herzkönigin wollte ebenso wie Luzifer die Prophezeiung. Schon Shmuel war hinter dieser her wie aus Sybilles Flashback hervorgegangen ist. Außerdem stehen die Schatzjäger seit Beginn der Handlung unter einem besonderen Schutz der Lord-Fraktion. Ein Vorgehen gegen Brianna und Co. ist die direkteste Rache, welche Luzifer und der Herzkönigin geblieben ist, bis sie die Prophezeiung aus Briannas Kopf geholt haben. Das Eintreten in die Traumwelt (und damit das Risiko zu sterben) war Luzifers Pfand, den er verlangt hat, damit die Herzkönigin sich nicht irgendwann gegen ihn stellt und ihn an den Lord verrät.


      qoii schrieb:

      Wieder richtig gefallen haben mir mal wieder die Querverbindungen/-verweise zu Bos FF Menschenjagt mit Valentine Harley und Schloss Roßkosch. Anscheinend gab es dann dort doch mehr Überlebende als Bo uns weiß machen wollte.^^ Trotzdem sind dort natürlich einige sehr prominente Personen im ewigen Eis geblieben, wozu auch sicher einige Mitgleiter deiner neuen Organisation oder Interessengemeinschaft gehörten und mit ihrem Tod wieder Platz im >Club der toten Dichter< gemacht haben z.B. für Kafka.
      Womit ich mir nicht ganz sicher bin, ist ob der CdtD u und Srix die gleiche Organisation sind oder zweitere nur die Treffen des ersteren hauptsächlich organisieren. Denn aufgrund der Reaktion von Goldfarns gehe ich davon aus, dass nicht allen Einladungen die neuen Steckbriefe der Schatzjäger beigelegen haben, denn ich nicht nur Brianna dürfte jetzt so einiges wert sein. Auch wenn sie wahrscheinlich die Einzige ist welche >Lebend< abgeliefert werden soll.
      Weiterhin hat mir die Suche verraten, dass Strixs schon einmal erwähnt wurde. Das Kapitel habe ich mir natürlich jetzt nicht gemerkt, aber es ging darum,dass eine Kapitänin der flämischen Handelsgesellschaft Strix bzw Diasuke darüber Informieren soll das Luzifers und Dädalus Schiffe direkt nebeneinander liegen.
      Bei der Kapitänin der flämischen Handelsgesellschaft handelte es sich um Madame de Baroque, die zu den Kunstsammlern unter Miatsu gehört und welche die Strix bilden. Die sind eine separate Organisation. Der Club der toten Dichter ist einfach nur eine UNtergrundveranstaltung.


      qoii schrieb:

      Damit bleibt vor allem die Frage, wer letztendlich für die neuen Kopfgelder verantwortlich ist und besonders für den Sonderstatus. Denn ich habe hier eher weniger die Marine selbst in Verdacht, besonders da sie bis jetzt kaum Berührungen mit dieser hatten, bis auf die Einheit von … welche ihnen aber mit dem Golem ein neues Mitglied beschert haben, welches aber bis jetzt noch nicht in Aktion treten konnte. Neben Strix bzw Daisuke dürfte aber die WR der Hauptverdächtige sein. Entweder durch die fünf Weisen, weil Brianna bis jetzt noch nicht die erwarteten Ergebnisse geliefert hat. Alternativ könnte es natürlich auch Dahlias gewesen sein oder zumindest ihr Bericht, falls sie diesen überhaupt an die fünf Weisen weitergereicht hat, denn sie hat auf eine wunderbare Art wohl nicht sehr viel Respekt vor diesen.
      Mit Dahlia und den Fünf Weisen hast du schon einmal einen guten Riecher. Immerhin kennen die ja jetzt den Inhalt der Prophezeiung.

      qoii schrieb:

      Zu den endgültig ausgeschiedenen Charakteren zählen nach diesem Kapitel auch die Reste der CP-8 welche die Befragung oder besser das Aussaugen der Informationen nicht überstanden haben. Dafür erfahren wir aber, dass der Harlekin Teil von Dahlias Abteilung in der CP-0 ist. Diese existiert neben Leviathan, Behemoth und Ziz, welche wir schon bei Bo kennengelernt haben, wobei Amygdala laut eines schnellchecks bei Googel ein Teil des Gehirns ist. Auch sehr passend für eine Agentenabteilung. Der Harlekin trägt dort den Decknamen Sodom und passend dazu gibt es auch noch eine Agentin Gomorrha. Im Bezug auf sie habe ich auch schon einen konkreteren Verdacht, da sich bei den Schatzjägern immer noch jemand Aufhält, der bis jetzt zu fast jeder Fraktion gehören könnte.
      Dazu hülle ich mich mal in Schweigen.

      qoii schrieb:

      Womit ich zum größten Gesamtabschnitt des Kapitels kommen möchte, der Bestrafungsaktion der Lordfraktion oder sollte ich besser sagen, von Katharinas Untergebenen. Denn wie sich herausstellt und Bo wenn ich mich recht entsinne schon vorher vermutet hatte, ist der Lord nicht wirklich der Anführer, sondern hat diesen Posten für eine gewisse Zeit nur für Katharina übernommen. Dabei kann ich mich eigentlich nur den Gedanken von Bo anschließen, was die Gründe dafür angeht. Aber auch wenn er wahrscheinlich nur als Anführer gegenüber den anderen beiden Mitglieder der Triade auftreten sollte, scheinen ihm die anderen Mitglieder dieser Fraktion eine menge Respekt und Wohlwollen entgegenzubringen, weswegen ich mich Frage wer wirklich davon wusste bzw weiß. Wir können uns nach dem Gespräch schon mal sicher sein, dass zumindest die vier Reiter der Apokalypse und Michelangelo darüber Bescheid wissen, da sie laut Katharina von ihr aufgesammelt wurden. Aber wie ist es mit dem Rest der Truppe, zumindest die älteren könnten es noch wissen.
      Du meinst, wer von der Scharade um den Titel des Lords wusste? Das kann ich gerne an dieser Stelle schon lüften. Alle Mitglieder der Fraktion wussten davon Bescheid, sonst hätten sie sicherlich Katerinas Befehle irgendwann in Frage gestellt.

      qoii schrieb:

      Damit bleibt noch die Strafaktion gegen die Herrschaftsgebiete von Luzifer und der Herzkönigin, welche in der kompletten Auslöschung beider Enden. Besonders da sie durch die Ereignisse in der Traumwelt beide ihre besten Kämpfer verloren haben, gibt es keine Chance für diese. Da wäre eine sofortige Evakuierung der Bevölkerung auf alle Schiffe im Hafen und dann ganz weit weg, sicher sinnvoller gewesen als sie nur ins Schloss zu holen, wo es auch etwas einfacher war, alle sofort zu erwischen. Auch hier baust du wieder schöne Bezüge zu Bos FF mit ein. Viel mehr möchte ich dazu auch gerade irgendwie nicht schreiben, auch wenn dort sicher noch das eine oder andere interessante herauszuarbeiten ist. Aber zumindest mit den Familienaspekt hat sich ja auch schon Bo auseinandergesetzt.
      Also Charles hat ungefähr eine halbe Stunde vorher von der Ankunft der Soldaten erfahren. Viel Handlungsspielraum hatte er nicht und er hat ja immer noch auf Gnade gesetzt.

      qoii schrieb:

      Damit beende ich den Kommentar auch wenn ich nicht wirklich damit zufrieden bin und er mir teils etwas durcheinander vorkommt, aber besser scheint es heute nicht zu werden. Also setze ich einfach auf das nächste Mal
      Alles gut! Es ist ja auch ein längeres Kapitel gewesen! Vielen Dank für deinen Kommentar!

    • Arc Review 1: Der Gefangene im obersten Stockwerk

      Ahoi!

      Tjaaa... wie fange ich am Besten an?! Ich habe mir jetzt endlich mal die Zeit genommen - nicht zuletzt auch ermutigt durch deinen berechtigten Einwurf -, mit deiner FF anzufangen. Ich habe jetzt innerhalb einer Woche deinen ersten Arc durchgesuchtet und würde gerne eine kleine Review zu diesem aus meiner Sicht doch sehr gelungenen Auftakt verfassen.

      Zuerst möchte ich dir erstmal ein dickes Lob aussprechen! Ich finde deinen Schreibstil unglaublich leichtgängig und flüssig. Du gerätst nur sehr selten ins Stocken und schaffst es dadurch mich durchgängig bei der Stange zu halten, ohne dass ich einen Part zweimal lesen muss, um Zusammenhänge zu verstehen oder den roten Faden aus den Augen zu verlieren. Das gepaart mit abwechslungsreicher Rhetorik (ohne, dass deine Sprache zu hochgestochen daherkommt), macht mir das das Lesen sehr leicht und sorgt dafür, dass ich schneller voran komme, als ich vorher erwartet habe. Anfangs hatte ich etwas Angst, dass deine Kapitel vielleicht etwas zu lang sein und mich zumindest am Anfang etwas überfordern könnten. Aber auch das hat sich eigentlich sehr schnell als unbegründet herausgestellt. Sie haben insgesamt eine gute Länge und wirken in sich weitestgehend stimmig. Mir sind zwar hier und da ein paar kleinere Rechtschreib-/ bzw. Grammatikfehler über den Weg gelaufen. Das hat dem Spaß und dem Lesefluss aber keinen Abbruch getan.

      So nun aber eher zum Inhaltlichen...

      Ich finde es klasse, dass du dich für einen weiblichen Hauptcharakter entschieden hast! Das sage ich jetzt nicht, weil womöglich ein verkappter Feminist an mir verloren gegangen ist (was auch definitiv nicht der Fall ist xD), sondern vielmehr daran, dass du mit Brianna eine liebenswerte, starke und doch gleichermaßen verletzliche Protagonistin erschaffen hast. Das ist nicht immer leicht, aber du schaffst über weite Strecken ziemlich gut diesen Spagat zwischen selbstbewusster und an sich selbst zweifelnder junger Frau. Eine Frau, die trotz ihrer finanziellen Profite aus den Geschäften mit den Tenryuubito die ekelerregende Selbstverständlichkeit, mit der Mary Joa alles und jeden unter Ihrer Würde wie Sklaven behandelt, verachtet. Und hier folgt Sie in gewisser Wiese einem inneren moralischen Kompass, denn sie macht nur Geschäfte mit den Himmelsdrachen, welche das "kleinste Übel" für sie darstellen. Ich liebe Brianna Emily Grimm und bin gespannt, was ich im weiteren Verlauf der Geschichte noch alles über sie erfahren werde!

      Allgemein gefallen mir die Charaktere bis hier hin wirklich gut. Absolutes Highlight sind für mich aber der kleine Toledo und sein kauziger Sensei Dädalus. Erst ein kleiner Zwerg aus dem Tontatta Königreich, der Pfeffer sprühend durch die gemeinsame Waldhütte im Kampf gegen Envy fegt und es sich dann auf dem Rücken von Kyu gemütlich macht, um mit ihm gen. Dädalus Befreiung zu reiten xD. Ich muss sagen, ich habe mich in den Panels mir ihm hervorragend amüsiert. Und dann der alte Erfinder, welcher von Crane im schwarzen Turm gefangen gehalten wird und vor Lebensfreude gerade so sprüht. Eine Art Vaterfigur für Brianna, der das Herz am rechten Fleck zu haben scheint und (so vermute ich) noch eine gewichtige Rolle bei der Enthüllung um die Geheimnisse von Horizon einnehmen dürfte. Beide Charaktere bilden einen tollen Kontrast zu den eher ernsten Brianna und Kyu und haben die Atmosphäre spürbar aufgelockert, was mir als Leser ein Stück weit angenehme Zerstreuung gab.
      Was den kleinen Begleiter von Brianna angeht... was soll ich sagen?! Ich werde aus Kyu noch nicht so wirklich schlau. Ich mag auch ihn... keine Frage. Aber er wirft bei mir noch die allermeisten Fragen auf. Wer ist er?! Woher kommt er?! Was macht das Band zwischen ihm und Brianna so stark, dass er für Sie jederzeit Kopf und Kragen riskieren würde?! Ich bin da wirklich gespannt auf seine Vergangenheit und auf seine Rolle im weiteren Verlauf der Story.

      Allgemein bin ich doch beeindruckt, wie sehr es dir gelingt dich mit deinem Plot zwar im One-Piece Universum zu bewegen, deine Geschichte dadurch aber überhaupt nichts an Eigenständigkeit einbüßt... ganz im Gegenteil! Wir lernen also im Prolog zum ersten mal den zentralen Begriff deiner Geschichte kennen: Horizon
      Und natürlich sind Ohara und seine "teuflischen" Historiker mit von der Partie, wenn es um Informationen geht, die die ganze Welt in Aufruhr, ja Chaos stürzen könnte, wenn die Geheimnisse rund um diesen sagenumwobenen Schatz gelüftet würden. (I see your Point xD). Nico Olivia nimmt dabei dann auch eine zentrale Rolle ein, dass Ohara dieses Geheimnis lüften konnte und versuchte es mit allen Mitteln zu beschützen. Und in deiner Geschichte teilt Olivia das Schicksal ihrer Tochter: Sie überlebte den Buster Call, wurde jedoch gefangen genommen und von der WR gefoltert, um ihr jenes Wissen abzupressen, an das die fünf Weisen mit allen Mitteln zu gelangen versuchen. Hier hast du es wunderbar hinbekommen, dass ich mir die Szene, als Olivia mit Brianna zusammentrifft bildlich vorstellen konnte. Und ich war schockiert, was aus der ehemals hübschen und liebevollen Mutter von Robin in Jahren der Folter und Einsamkeit wurde. Eine sterbenskranke, verbitterte und dem Wahn verfallene Frau, die gezeichnet durch ihre Gefangenschaft nur noch den Widerstand gegen die WR und die Liebe zu ihrer Tochter als Leben spendende Energie in sich trägt. Dieses Zusammentreffen hat mir wirklich nachgehangen, was für die Emotion spricht, die du mit diesem Panel erzeugt hast.
      Aber auch hier der Reihe nach... Brianna wird also von den fünf Weisen damit beauftragt nach dem/der/das sagenumwobenen Horizon zu suchen. Ein Mysterium, über das weder ihre Auftraggeber, noch sie selbst etwas wissen. Eine denkbar schlechte Ausgangssituation für eine Schatzjägerin, die quasi ohne Schatzkarte auf die Suche nach etwas gehen muss, von dem sie nicht weiß, wie es aussieht, wo es sich befindet und wer ihr auf der Suche mit stichhaltigen Hinweisen weiterhelfen könnte. Und nachdem Olivia auch bei Brianna nicht bereit ist, über das von ihr gehütete Geheimnis zu sprechen (bis auf die kryptischen Schlussworte), folgt die Schatzjägerin dem Impuls in ihre alte Heimat Chasetown (welche ihrem Namen im Übrigen vollends gerecht wird ;)) zu reisen, um ihren alten Lehrmeister Dädalus zu konsultieren. Wie zu erwarten entwickelt sich der Aufenthalt auf der Insel erst als Such- und dann als Befreiungsaktion des alten Erfinders.

      Das ganze gipfelt dann in einem von dir wirklich schön in Szene gesetzten und emotionalen Kampf zwischen Brianna und ihrem ehemaligen Kindheitsfreund Crane, der vergrämt über die unerwiderte Liebe zu Brianna und ihrem Mitwirken an dem Tod eines Himmelsdrachen, sowie seiner Eltern schlussendlich komplett dem Wahnsinn verfällt und seinen ehemaligen Schwarm darüber zu töten gewillt ist. Allgemein finde ich, dass du den Kampf/die Kämpfe gut hinbekommen hast. Und das ist nicht leicht, da du dir nicht die Macht des Bildes zu Nutze machen kannst. Dennoch ließen die Kämpfe keinerlei Dynamik vermissen und haben bei mir glaube ich die Bilder im Kopf erzeugt, die erzeugt werden sollten. Briannas Waffe, das Steckenpferd, passt wirklich sehr gut zu der doch eher zierlichen (so sieht sie zumindest in meinem Kopf aus xD) jungen Frau. Allgemein finde ich es cool, dass du hier das Konzept der Teufelsfrucht verschlingenden Gegenstände wieder aufgreifst und dem Steckenpferd eine so mächtige Zoanfrucht verpasst hast, was Brianna im Kampf zu einer wirklichen Bedrohung werden lässt. Daumen hoch dafür, dass du es auch ohne jahrelanges Kindheitstraining, oder einem Topf voller Zaubertrank geschafft hast eine Hauptfigur zu schaffen, die es mit ihren Gegnern aufnehmen kann. Bin auch hier in Bezug auf ihre Kampffähigkeiten gespannt, ob und wie sie sich im weiteren Verlauf der Geschichte entwickelt.

      Neben Crane hast du außerdem noch Gryphius, die Tweedle-Twins, den schwarzen Mönch und Envy als Antagonisten eingebracht. Zu Anfang habe ich noch gedacht, dass Letztere mit den Vorgenannten unter einer Decke steckt. Aber wie sich dann herausstellte ist sie ein Spitzel der CP8. Der Spitzel, den die fünf Weisen bereits bei Briannas Abreise aus der heiligen Stadt auf sie ansetzten. Hier zeichnete sich ja zum Ende des Arcs ein gewisser Konflikt zwischen ihr und den Obersten der WR ab. Da drängt sich mir natürlich die Frage auf, was du mit ihr vorhaben könntest... Vielleicht einen unerwarteten Frontenwechsel?! Obwohl ich die gewählte Charakteristika als Elster ja sehr passend für einen Antagonisten empfinde. Eine Gestalt, der man nicht trauen kann und die scharfsinnig genau dann zuschlägt, wenn man nicht damit rechnet, bzw. nicht genau hinsieht. Übrigens passt bei ihr das generelle Erscheinungsbild vom Haarschopf über ihre grünen Lippen und dem schwarzen Kleid perfekt zum Äußeren einer Elster.
      Was die Erstgenannten angeht, frage ich mich ja schon seit Einführung, für wen sie arbeiten und was ihre Ziele sind. Bin ich anfangs wie oben bereits erwähnt noch davon ausgegangen, dass auch sie für die WR bzw. mit Envy zusammenarbeiten, da sie mit Crane gemeinsame Sache machten, um Dädalus altes Wissen abzujagen, welches dieser partout nicht preisgeben wollte. Da du aber weder Gryphius, noch die Twins oder den Mönch mit Envy zusammengeführt hast, bestärkt sich mein Gefühl, dass sie einer eigenständigen Organisation angehören, die ihre eigenen Ziele verfolgt und möglicherweise auch auf der Suche nach Horizon ist?! Fragen über Fragen xD.

      Schlussendlich entscheidet sich Dädalus dann wie zu erwarten, Brianna auf ihrer Suche zu begleiten. Und ich bin auch froh darüber, weil ich den alten lieb gewonnenen Greis in deiner Geschichte nicht mehr missen möchte. Wie bereits beschrieben, wertet er die Handlung und Interaktionen mit seinem teils kauzigen, fast schon spleenigen Wesenszügen unheimlich auf. Dann fehlen eigentlich nur noch Toledo und Marc, die mit dem Skyboard noch vor dem Sturz Cranes´ gen Himmel gedüst sind. Ich hoffe sie werden auch noch fester Bestandteil der kleinen Reisegruppe?!
      Alles in allem also ein gelungener Auftakt, der sehr viel Potential und ein spannendes Worldbuilding beinhaltet.

      Wie du siehst, es fällt mir schwer wirklich etwas zu kritisieren, woran wahrscheinlich mein durchgehend positives Lesegefühl schuld ist, das ich beim Durchlesen deines ersten Arcs hatte. Ein Arc voller Spannung, Konflikt, Geheimnissen, liebenswürdigen und hassenswerten Charakteren. Eigentlich alles, was eine gute Geschichte ausmacht. Und auch wenn mein Feedback vielleicht etwas durcheinander ausgefallen ist, so hoffe ich doch, dass du damit etwas anfangen kannst. Ich bemühe mich auch beim nächsten Arc-Review etwas geordneter vorzugehen. Mich hast du auf jeden Fall als neuen Leser dazugewonnen, der jetzt eigentlich ganz froh ist, dass er eine ganze Menge Geschichte zum Aufholen vor sich hat. Wenn es bei dieser Qualität bleibt, dann bin ich jedenfalls zuversichtlich, dass ich bald zum aktuellen Stand aufholen und mich regelmäßig zu deinem Werk äußern kann. Denn deine Geschichte verdient es gelesen zu werden.
      In diesem Sinne wünsche ich eine schönen Abend und sage: Bis zum nächsten Mal!

      Gruß RhB
      Du bist begeistert von One Piece? Du kannst gar nicht genug bekommen? Was, du bist frustriert? Du denkst manchmal: Who the hell is Oda?!
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Red Haired Beckmann ()

    • Neuer Arc! Früchte des Zorns! Zeitsprung!



      Hm. Mhm. Hmm...

      Du hast ja versprochen, dass dein neuer Arc auf gänzliche neue Weise beginnen wird und über unsere private Kommunikation wusste ich auch bereits von dem Zeitsprung, allerdings macht mich dieser Einstieg dennoch stutzig. Betrachte mich als Onion Knight und deinen neuen Arc als Fahrstuhl. :D

      Beginnen wir mit dem Anfang und dem großen Lob, das ich dir für deine Darstellung -- oder gar Inszenierung -- der novgorodischen Hauptstadt, seiner Herrscher und seiner Gesellschaft aussprechen muss/darf/möchte. Es mag daran liegen, dass die russische Kultur eine sehr prägnante, und dabei eher im Zeitgeist verankerte Komponente unserer heutigen Weltanschauung ist. Putin, Wodka, Homophobie, in Hollywood-Filmen sind die Russen die Bösen. Das russische Lebensgefühl und die Sicht der Welt auf dieses Land divergieren eher, als dass sie sich annähern und in diese Differenz grätscht du hinein, um uns in eine glorreiche Vergangenheit zu schicken. Als Zaren noch das Land regierten, Dekadenz als Frage des Anstands galt und selbst der gelbe Schnee im Elendsviertel ein Zeichen ostslawischen Stolzes war. An dieser Stelle muss ich dir gar nichts vormachen. Du bist der Geschichtslehrer und ich könnte dir keine wikipedia-gefütterte Analyse hinklatschen, die du nicht bereits selbst detaillierter und umfangreicher angestellt hast. Daher freue ich mich für den Moment einfach, mehr über deine Tataren, deine Romanovs und dein Zarenreich zu erfahren und ganz nebenbei etwas über die Geschichte des echten Russlands zu erfahren. Nachdem du im letzten Arc leider recht früh die Notbremse ziehen musstest, bevor die historische Komponente deiner katholischen Hochburg richtig Fahrt aufnehmen konnte (Inquisition, Heilende Kirche, Eiserner Prometheus), so kannst du dies nun in eisigeren Gefilden nachholen. Eine schöne Aussicht, auch wenn ich Russisch in der Schule gehasst habe.

      Dementsprechend gefällt mir Charlotte als Bezugsperson und emotionaler Anker in dieser kalten, erbarmungslosen Stadt ausgesprochen gut. Man kann mit der armen Frau wahrlich mitfühlen, die sie sich die große Welt an der Seite eines ausnehmenden Aristokraten erträumte und schlussendlich von einer grausamen, frauenverachtenden Realität eingeholt wurde. Nikolai ist ein Scheusal und Vergewaltiger, dessen brutale Neigungen seinen anstehenden Fall definitiv versüßen werden. Die Frage, ob er nur seiner Frau diese Qualen zumutet oder mehrere Damen dieselben Torturen erdulden müssen/mussten, finde ich äußerst interessant. Ich könnte mir tatsächlich vorstellen, dass Nikolai seine Ehefrau als sein Eigentum betrachtet oder als Ventil, an dem er seine ehelichen Bedürfnisse abreagieren kann. Der klassische Spagat zwischen Ehefrau, Hure und Mutter, dem in der Vergangenheit (und auch heute noch) viele Frauen ausgeliefert sind, könnte der Charakterisierung Nikolais eine interessante Note beimischen. Seine Frau erfüllt, in seinen Augen, ihre fleischlichen Pflichten und hat ihm dabei vollends zu Willen zu sein, während seine heißgeliebte Nixe womöglich eine gesonderte und weniger devote Rolle einzunehmen hat. Dieses Konzept, so grässlich es für Charlotte auch wäre, ließe Nikolai differenzierter erscheinen und weniger als ein trampelndes Monstrum, dass sich einfach jeden Schoß greift, den es zu fassen kriegt. Nicht, dass Nikolai nicht auch als notorischer Massenvergewaltiger funktionieren würde. Ein misogyner Vergewaltiger und fremdgehender Frauenschänder ist er in jedem Fall. Persönlich würde ich jedoch einen gewissen Facettenreichtum bevorzugen, der sich entweder aus seiner Erziehung/Vergangenheit speist oder grundsätzlich der novgoridischen Kultur, dessen Spitze er entstammt.

      Zurück zu Charlotte, die in ihrem trostlosen Dasein zumindest einen Freund zu haben scheint. Mag vielleicht kein beruhigendes Zeichen sein, wenn sich besagter Freund des Nachts über den Hinterhof schleichen und den Balkon hinaufklettern muss, aber...Not macht bekanntlich erfinderisch? Ich bin beinahe überzeugt zu mutmaßen, es könnte sich hierbei um einen Schatzjäger handeln. Mein erster Gedanke war Brianna, aber im Nachhinein halte ich jeden Schatzjäger fernab der beiden Fußfetischisten (To be continued) für eine gute Wahl. Vielleicht würde ich Drake ausschließen, der als muskelbepackter Meermann vielleicht nicht unbedingt die beste Wahl ist, um Freundschaft mit einem nixenverachtenden Vergewaltigungsopfer zu schließen. Generell würde ich einen Mann aus diesem Grunde vielleicht ausklammern und eher zu einer Frau tendieren (Aloe?) oder eben zu jemandem, der so unschuldig und ungefährlich wirkt, dass in Charlotte keine Angstzustände hochkochen, sondern eher...Muttergefühle? Du weißt, worauf ich hinauswill. Persönlich fände ich Kyu als geheimen Freund (im Sinne von: Vertrauten) wirklich herzallerliebst. Kyu löst eher den Mutterinstinkt in Frauen aus, hat sich damals sogar mit Kaisa angefreundet und ist aufgrund seiner Zeit mit Brianna ohnehin auf Frauen geprägt. Zwar hat er an der Seite von Drake durchaus seine pubertierende Männlichkeit ausgekundschaftet, aber insgesamt ist Kyu ein süßer, kleiner Kerl und als solcher potenziell ungefährlich für Charlotte. Peter Parter mit Fuchsohren, gewissermaßen. Beweise habe ich natürlich nicht und trete gerade vermutlich sowieso voll in die Scheiße, aber mir gefiele schlichtweg das Bild. Die Zarin von Novgorod, deren einzige Freude im Leben die klammheimlichen Unterredungen mit einem rosigen, blonden Knaben sind. Denn, wenn ich ehrlich bin, schätze ich Charlotte ein bisschen so ein: Ein naives Mädchen, welches durch Trauma, Schock und zerschmetterte Erwartungen in ihrer Entwicklung derart sabotiert wurde, dass sie nun dauerhaft in einem Dämmerzustand zwischen Kind und Erwachsener, Mädchen und Monarchin festhängt. Vielleicht vergleichbar mit Gatsby's Daisy, wenn du den Roman oder die Figur kennst, nur dass ihr reicher Lebemann weder Liebe noch grünes Licht mit ihr verbindet.

      Wie auch immer. Continuen wir mit dem weiteren Teil dieses Kapitels, der mich zum gestrandeten Zwiebelritter verdammt hat. Kennst du den Begriff "Pareidolie"? Wenn man hundeförmige Wolken sieht oder Jesus auf einem Kartoffelchip ausmacht, vertraute Gesichter in alltäglichen Mustern zu erkennen glaubt, dann beschreibt das ganz gut, was ich bei der Szene mit Kaisa und Kol empfunden habe. xD
      Kaisa ist eine Figur, die größer als ihr eigener Körper ist. Eine dauerrauchende, obercoole, superkomplizierte Ex-Agentin. Verfolgt von Dämonen, umringt von Schatten. Hinter ihr eine nachtragende Vergangenheit, vor ihr unausweichliche Konsequenzen, an denen sie nicht unbeschadet vorbeiziehen kann. Diese Frau, die mehr Legende als Mensch ist, zieht sich plötzlich die Socken aus und knallt ihre Mauken für eine allabendliche Massage auf Kols Schoß? Ohne Scheiß, diese Art der Nähe und Intimität bei Kaisa zu beobachten, war ein bisschen, wie der Paarung zweier Einhörner beizuwohnen: Man weiß, es ist grundsätzlich möglich bzw. nötig, sofern man die Prämisse glaubt, aber schauderhaft und falsch wirkt es doch. Vielleicht liegt es daran, dass Kaisa bislang nie richtig entmystifiziert worden war. Selbst auf der Ikarus, während die anderen Helden ihre Masken schrittweise ablegten und zu einer familiären Gemeinschaft zusammenwuchsen, hielt sich Kaisa etwas gesondert und bedeckt im Hintergrund. Stets umschwirrte sie diese dunkle Ahnung, all diese zarten Bande könnten binnen eines Wimpernschlages gekappt und für alle Zeit vernichtet werden. Und nun? Kol, der Kaisa eine Fußmassage verpasst, ist dermaßen handelsübliche Gay-Best-Friend-Gossip-Filmabend-Kost, dass ich immer noch nicht weiß, wie ich überhaupt irgendetwas dazu schreiben soll. Was angesichts des wenig zielführenden, inhaltsleeren Gelabers dieses Absatzes wohl auch keine Überraschung mehr darstellt. Fasse den Teil daher keinesfalls als Kritik auf, ich bin lediglich...verblüfft? Ja. Verblüfft und ein wenig irritiert.^^

      Jeeeeedenfalls herrscht zwischen Brianna und Kaisa eine Winterkälte, die selbst Moskva als Sommerparadies erscheinen ließe und über die kein ekelhafter Wodka hinweghelfen könnte. Das verwundert mich nicht, immerhin hat Kaisa in Briannas Blickwinkel entscheidende Mitschuld am Tod von Dädalus -- oder zumindest an ihrer Unfähigkeit, Dädalus zu retten. Hinzu könnte kommen, was auch immer die Schatzjäger nach Moskva verschlagen hat. Kaisas Verbindungen zu diesem Land führe ich auf die Graue Dame zurück, deren Darstellung als unerbittlich-grässliche Tanzmatronin im Übrigen eine weitere gelungene Kerbe am Bettpfosten tradierter Russlandreferenzen wäre. Die Frage lautet daher: Zürnt Brianna Kaisa für etwas, das in der Traumwelt gesehen ist...oder danach? Beides würde passen, vielleicht ist es auch eine Kombination beider Punkte. Schließlich steht Kaisas Handeln in der Traumwelt außer Frage und der ominöse Besuch, den sie zuvor auf der Ikarus erhalten hat, ist noch lange nicht vom Tisch.
      Wie auch immer die Antwort lauten mag, Brianna ist angepisst und erinnert mich nach unseren Gesprächen mehr denn je an eine zornerfüllte Daenerys. Vermutlich wird es weder für dich noch für die Leser eine angenehme Erfahrung sein, Brianna in ihrem derzeitigen Tiefkühlmodus zu begleiten. Es wird sich zeigen, wie viele Brücken die Rothaarige noch niederbrennen wird oder vielleicht sogar bereits niedergebrannt hat. Dädalus' Taten waren unverzeihlich und dass er sie zudem um die Chance betrogen hat, ihn damit zu konfrontieren, dürfte Brianna rastlos zurücklassen. Sie hat keine Chance, mit diesen furchtbaren Enthüllungen abzuschließen. Selbst diesen "Frieden" verwehrte Dädalus ihr, weshalb ich deiner Einschätzung im Nachhinein zustimme: Dädalus' Opfer war gleichermaßen selbstlos wie selbstsüchtig und ebenso nötig wie feige. Ein treffender Abgang für diesen kauzigen, selbstgerechten Greis, der sein Leben lang mit Gott und der Welt bis aufs Blut stritt, ohne sich seinen schlimmsten Fehlern wahrhaftig zu stellen.

      Damit bleibt mir nicht mehr viel zu diesem gelungenen Arc-Einstieg zu sagen. Mutmaßungen über Atticus spare ich mir an dieser Stelle, da sie nicht auf fruchtbare Böden fielen. Ebenso die Frage, was Kol über seine wahre Herkunft erfahren hat. Wir stehen erst am Beginn unserer Reise durch Novgorod, niemand weiß über die Marschrichtung (Walhalla?) und du stehst in der fragwürdig-elektrisierenden Bringschuld, die Vergangenheit mit der Gegenwart verknüpfen und die übersprungenen Monate zumindest ansatzweise aufarbeiten zu müssen. In diesem Sinne: Sehr gute Arbeit, man merkt dir dein neues Feuer für deine Geschichte mit jeder Zeile an. :)

      PS.: Zu Beginn dachte ich ernsthaft, Brianna habe sich sich wieder mit Marc eingelassen und sich schwängern lassen. War diese falsche Fährte bezüglich Charlotte und Brianna beabsichtigt? Wenn ja, dann f**k dich. Ich hatte fast einen Herzinfarkt. :D


    • Arc Review 2: Mutterinstinkt

      Ahoi!

      Sooo.... wie versprochen, melde ich mich wieder zum zweiten Arc-Review. Und was soll ich anderes sagen, als wow?! Was für eine Reise...
      Auch hier wieder einmal ein paar Worte vorweg:
      Du bist einfach ein richtig guter Geschichtenerzähler. Man merkt, wie leichtgängig dir zu weiten Teilen das Schreiben und (Weiter-) Entwickeln deiner Figuren gefallen ist, da die Einführung deiner Protagonisten hinter dir lag und du frei von der Leber weg mit deiner Geschichte fortfahren konntest. Auch dein Schreibstil ist - zum Glück - weiterhin rhetorisch abwechlungsreich und sehr flüssig. Es macht einfach Spaß Zeile um Zeile zu verschlingen xD. Damit leite ich dann auch mal direkt die grundsätzliche Tonlage für den zweite Abschnitt ein, denn er hat mir durchweg gefallen (auch wenn ich den ein oder anderen Kritikpunkt habe ;) ).

      Aber nun zum Arc an sich:

      Wir starten mit Brianna und ihren zwei Begleitern Dädalus und Kyu auf hoher See, die sich auf dem Weg nach Water 7 befinden, um von dort via Puffing Tom nach San Fardo weiterzureisen. Denn wir erfahren, dass sich dort seit der Zerstörung Oharas die größte Bibliothek der Welt befindet. Ein Ort, an dem Dädalus überzeugt ist, mehr über Horizon herausfinden zu können. Zeitgleich bringt Marc den kleinen Toledo nach Drumm in Kulehas professionelle Obhut. Und wir erfahren durch sie, dass Dädalus der Erfinder der Vivre Cards ist (nice Detail btw.). Ist also ein ziemlich geniales Köpfchen, das sich dort in unserer kleinen Gruppierung befindet. Ich mag ihn mit jedem Kapitel immer mehr! Wie dem auch sei... Mit dem stattfindenden Maskenfest auf San Fardo und den dadurch geschlossenen Häfen hast du natürlich direkt zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Zum einen sind unsere drei damit gezwungen W7 aufzusuchen, da der Seezug die einzige Möglichkeit ist nach San Fardo überzusetzen. Zum Anderen konntest du so Brianna und Robin aufeinander treffen lassen. Und ich muss sagen, auch wenn es nur ein relativ kurzer Abschnitt im gesamten Zusammenhang des Arcs ist, so gehören diese Panels auch jetzt noch zu meinen Highlights. Völlig ungeachtet dessen, dass Robin zu meinen Lieblingen in OP gehört, war die Szene so herrlich paradox, dass Robin, die mit einem sprechenden Rentier in W7 unterwegs ist, auf eine Frau trifft, die mit einem sprechenden Fuchs um die Häuser zieht. Und während sich Brianna und Kyu auf dem Weg zu einer Bibliothek auf der Nachbarinsel befinden, sind Robin und Chopper kurz davor den Buchladen auf W7 zu betreten. Ich liebe solche kleinen Details! Zudem hast du die Momente, in denen man in Robins Gefühlswelt blicken konnte, sehr treffend beschrieben. Eine Frau, die durch das Leben und dessen fortwährende Ablehnung schon fast vergessen hat, wie sich Zuneigung und Freundschaft, gar Wärme anfühlen ist nach und nach immer mehr in der Lage diese Empfindungen durch die Warmherzigkeit der SH wieder an ihr Herz zu lassen. Dickes Lob dafür, denn es ist nicht leicht einen fremd kreierten Charakter so glaubhaft mit Leben zu füllen und in die eigene Story zu integrieren.

      Anschließend treffen Brianna und Kyu in einem relativ unscheinbaren Lädchen auf Ioreth, die sich später als ihre Zwillingsschwester Isabella herausstellt und als ehemalige Königin von San Fardo ein Leben im Exil führt, um sich, ihre Halbschwester und deren Sohn vor den gierigen Fängen der Triade zu schützen. Anschließend gehen Brianna und Co. dann aber endlich auf die Reise nach San Fardo und treffen im Seezug auf Kaisa Hari, ihres Zeichens CP9 Agentin mit grünem Haar, blauen Augen und verdammt badass!! Dazu sei gesagt, dass ich die CP9 Agentin ziemlich feiere... Vielleicht bin ich da auch alleine mit, aber eine Frau, die kämpfen kann und dabei so herrlich selbstbewusst ist, gefällt mir einfach richtig gut. Die CP9 ist aber nicht die einzige Partei, welche mit Brianna auf dem Weg nach San Fardo ist. Nach den Geschehnissen auf Chasetown beordert auch Sengoku zwei Marinesoldaten dorthin: Xiniu (der Nashornmensch und Konteradmiral) und Marmaros (Marmormensch -> cooler Name btw. xD und Flottenadmiral). Zum guten Schluss fehlt dann nur noch die CP8 mit Järv, einem verfressenen Langarmmenschen, der von der Absorbtionsfrucht gegessen hat. Und auch wenn ich die Architektur seiner Teufelsfrucht mit der Zeit immer besser verstanden habe, muss ich sagen, dass mir anfangs die Kraft etwas zu nah an BB und seiner Finsternisfrucht war. Denn Dinge zu absorbieren und sie anschließend frei zu lassen (bei Bedarf) ist doch so ziemlich die Kernfunktion seiner Logia. Wie dem auch sei... mit der Zeit habe ich mich dran gewöhnt und es stört mich ehrlich gesagt auch nicht mehr so sehr. Bis hier hin auf jeden Fall ein Setting, dass mich schon zu diesem Zeitpunkt erahnen lies, dass die ganze Aktion auf San Fardo eigentlich im Chaos enden musste, wenn so viele unterschiedliche Interessenten auf einer Insel zur selben Zeit aufeinanderprallen. Was im weiteren Verlauf dann ja auch geschah.

      Unsere drei Protagonisten platzen jedenfalls mit Masken ausgestattet in das fröhliche Treiben der Insel und starten den Versuch fünf von zehn Bibliotheksschlüsseln von den zehn Stadträten zu ergattern. Dazu wollen sie das Fest und die Maskenpflicht - welche übrigens aufgrund der gegebenen Situation rund um Covid 19 seine ganz eigene Comedy bei mir verursacht hat xD - ausnutzen, um unerkannt an die Stadträte und deren Schlüssel zu gelangen. Und dann lernen wir auch endlich den Hauptantagonisten des Arcs kennen: Lucius, der Erzbischof von San Fardo, Konsument der Emotionsfrucht (hervorragende Wahl!), Mitglied der zehn Stadträte und Teil der Triade. Ein durchweg widerwärtiger, niederträchtiger und böser Charakter. I love it! Ach ja... wenn ich schon bei Lucius aka. Ekelpaket aka. Luzifer bin. Ich weiß ja nicht, ob du dich bei ihm ein Stück weit an Harry Potter und J.K. Rowling orientiert hast. Aber er hat mich stellenweise etwas an Tom Vorlost Riddle erinnert, der ebenfalls durch seine Gaben in der Lage ist in den Gefühlen und Gedanken seiner Opfer zu lesen, wie in einem Offenen Buch. Und mit dieser Gabe manipuliert, ausnutzt und Ängste schürt, die seine Opfer beinahe in den Wahnsinn treiben. Der nahezu ultimative Antagonist. Und selbiges verkörpert Lucius als diabolischer Erzbischof, der in der Gefühls- und Gedankenwelt seiner Opfer sein Unwesen treibt, wie es ihm beliebt. Der in der Lage war über die Jahre seiner Anwesenheit das Volk gegen den Ex- König Amroth aufzustacheln und im Hintergrund quasi der wahre Strippenzieher in seinem neuen Schattenreich ist. Die Lage spitzt sich jedenfalls zu, als Brianna kurz nach dem Maskenball; ihrem Zusammentreffen mit Marc und der Flucht in die Stadt vom Bischof gefangen genommen und in den Dom entführt wird. Gleichzeitig beginnen CP8 (Järv) und CP9 (Kaisa) mit ihrer Jagd nach einer Prophezeiung welche sich in der Stadtbibliothek befinden soll. Dem stellt sich allerdings der Konteradmiral in den Weg, um das Eindringen in den Dom zu verhindern, nachdem sein Marine-Kollege von der grün haarigen Tänzerin kurz und schmerzlos ausgeschaltet wurde. Und irgendwie wird Marc dann auch mit hineingezogen in einen Kampf auf Leben und Tod. Gegen zwei mächtige Teufelskräfte und eine Rokushiki Nutzerin. Dennoch kann er sich mit seinen Waffen und Kampftechniken, die sehr stark an die Sky-Islander anlehnen behaupten. Zudem wird Dädalus von der mysteriösen Paola in das Kurtisanenhaus der Insel geführt, wo sie von Dädalus Plänen erfährt und sich schlussendlich unseren Protagonisten und ihrem Vorhaben anschließt. Währenddessen wird Kyu von Waisenkindern gefangen genommen und in die unterirdischen Katakomben der Stadt entführt - die gleichzeitig den Ort für das hiesige Waisenhaus darstellen, in dem Schwester Theresa mit eiserner (oder soll ich besser sagen dornenbesetzter? xD) Peitsche herrscht. Die Weichen für das Chaos sind also gestellt. Das tritt dann auch prompt ein und lässt die ganze Stadt wortwörtlich in Flammen aufgehen, die alles was sich ihnen in den Weg stellen verzehren, während Marc gegen den Konteradmiral ran muss.

      Ich lasse an dieser Stelle mal ein paar Details außer Acht (ich hoffe du verzeihst mir das, denn sonst wird dieser Post noch länger als er sowieso schon ist) und konzentriere mich an dieser Stelle etwas mehr auf die Geschehnisse im Dom und deren Protagonisten. Es kommt also zum Aufeinandertreffen von Dädalus, Paola und Lucius. Paola... wieder so ein Charakter, der dir gut gelungen ist. Eine Frau, die irgendwie glücklich/unglücklich mit Amroth eine Beziehung im Geheimen führen musste, da sie als geborener "Bastard" nicht offiziell in das Königshaus Amroths' passt. Zu allem Überfluss ist sie zu Zeiten ihrer Flucht von der Insel auch noch schwanger mit einem Jungen - welcher sich später als niemand anderer als Oronel herausstellt, der mitverantwortlich für Kyus Entführung ist. Nachdem die Scharade geglückt ist und Lucius glaubt, dass mit Ioreths Tod (von der er wiederum glaubte sie sei Isabella) das Königsgeschlecht ein für alle Mal ausgelöscht sei, beginnt also seine Schreckensherrschaft auf San Fardo und der Versuch die Prophezeiung zu entschlüsseln. Logischerweise gelingt das nicht, da in Oronel das Blut des Königs weiterlebt. Ich muss sagen, dass ich selbst verwundert darüber bin, dass ich auch jetzt in der Retroperspektive die Geschichte eigentlich wieder ganz gut zusammenbekomme, obwohl es viele Informationen und Handlungsstränge gab, die du am Ende allerdings super zusammengeführt hast. Wie auch immer... es kommt also letztendlich zum Showdown zwischen Brianna und Lucius, sowie Kyu und Theresa. Ach ja, nebenbei läuft auch der Kampf zwischen Järv und Kaisa :love: . Das klingt auf den ersten Blick natürlich sehr unübersichtlich. Aber wie auch schon im ersten Arc wussten die Kämpfe mit Dynamik und Spannung zu überzeugen. Es bleibt festzuhalten: Järv schaltet Kaisa aus und kann mit der Prophezeiung fliehen. Kyu verkohlt die Ordensschwester, welche eine überaus mächtige Teufelsfrucht beherrscht. Hier bin ich mir allerdings nicht sicher welche... Eine Pflanzenfrucht liegt natürlich nahe (sowas, wie das Modell Rose-Rose xD). Ich könnte mir aber auch eine Art Wucherfrucht vorstellen, mit der sie die schon vorhandenen Wurzeln oder Samen wachsen lassen und dann nach Belieben manipulieren kann. Who knows?! Aber das ist ja auch das schöne, dass einige Sachen einfach der Phantasie überlassen werden können. Jedenfalls macht Kyu in diesem Kampf eine zwar unterlegene, aber dennoch gute Figur für mich. Denn er erweckt zum ersten Mal das wahre Potential seiner TF. Und da hast du mich echt gekriegt! Bin ich bis dato ebenfalls davon ausgegangen, dass es sich dabei nur um eine einfache Hunde-Zoan Modell Fuchs handelt, stellt sich heraus, dass der kleine eine Kryptid Zoan des Modells Kitsune verputzt hat und ein Fuchsgeist ist. Ich sehe immenses Potential für seine weiteren Kampffähigkeiten!

      Anschließend geht es mit dem Kampf zwischen Brianna - die inzwischen ihr Steckenpferd mit Hilfe der Waisenkinder wiedererlangt hat - und Lucius weiter. Hier komme ich jetzt das erste mal zu einem kleinen Kritikpunkt. Ich hatte stellenweise das Gefühl, dass Brianna ein bisschen zu unterlegen und fast ausschließlich auf die besonderen Fähigkeiten ihres Steckenpferdes angewiesen war. Das kann aber auch einfach nur mein persönlicher Eindruck gewesen sein. Ich hatte einfach hier und da das Gefühl, dass sie sonst völlig untergegangen wäre gegen Lucius, der selbst jetzt auch nicht das körperliche Übermonster ist, sondern eher über seine raffinierten Teufelskräfte kommt. Anyway, der Kampf gipfelt mit dem perversen Mord an Riko und Lea, welche dem Bischof völlig schutzlos ausgeliefert sind. Ich finde es im Übrigen gut, dass du im Gegensatz zu Oda nicht vor dem Tod zurückschreckst und ihn schonungslos in deiner Geschichte einbringst. Nicht inflationär, sondern genau an den Stellen, wo er eben auch Sinn macht. Der Tod der zwei Waisenkinder ist dann aber auch gleichzeitig der Turning Point im Kampf zwischen Brianna, welche vor Wut und Hass schäumt, und Lucius. Selbiger ist durch die starken, alles überlagernden Emotionen seines Gegenübers nicht mehr in der Lage ihre Gedanken und Gefühle zu manipulieren. Sein letzter Ausweg, um auch Dädalus und Paola zu stoppen ist Eva, eine Boa die er auf beide loslässt (nächste Analogie zu Voldemort...). Schlussendlich findet der Kampf ein jähes Ende mit dem Auftauchen von Pearl, die das Kampfgeschehen beobachtete und einschritt, bevor Theresa Kyu den gar ausmachen und Lucus sich ein letztes Mal aufbäumen kann. Ein wahrhaft fulminantes Arc-Finale...

      Zum Schluss möchte ich mich aber noch einmal gesondert zu Brianna und ihrer persönlichen Geschichte/Entwicklung in diesem Arc äußern. Es tat wirklich gut mehr über sie und ihr persönliches Schicksal zu erfahren. Sie stammt also aus einer Gaukler Familie und wurde nach dem Tod ihrer Eltern von Dädalus aufgenommen, der so etwas wie ein zweiter Vater für die Rothaarige ist, auch wenn sie die Trennung von ihrem Elternhaus nie wirklich überwunden zu haben scheint. Der größte WTF-Moment war für mich allerdings das Erwachen ihres Königshaki. Ich habe diese Stelle wirklich mehrmals gelesen, um auch wirklich sicher zu gehen, dass ich mich nicht verlesen habe. Sie trägt dieses "Gen" also ebenfalls in ihrem Blut. Vielleicht habe ich mir aufgrund eben dieses Umstandes auch etwas mehr Hoffnungen gemacht, dass sie auch physisch in diesem Arc noch einmal deutlich zulegt. Aber was nicht ist kann ja noch werden ;). Und dann kommt das Ende und die Aufklärung rund um die Geschehnisse auf Chasetown. Diesen Build Up zum Punkt, an dem Sie Marc verfällt, mit ihm zusammen sein will, obwohl das nicht möglich ist, da er (wie in Königshäusern üblich) einer Prinzessin versprochen werden soll und Brianna ihm schlussendlich offenbart, dass sie Schwanger ist... Chapeau! Dramaturgisch ganz weit vorne! Und spätestens an der Stelle dämmerte es mir dann auch, was der Grund und die wahre "Belohnung" ist, auf die sie hofft, wenn sie Horizon findet und den fünf Weisen aushändigt: Ihre Tochter. Ihre Tochter, die ihr als eine Art Trophäe entrissen wurde und in die Hände der Tenryuubito fiel. Es entstand eine Wunde, aus der sie bis heute blutet und an der Marc einen erheblichen Anteil hat, da er sie jahrelang im Stich lies. Und hier liegt jetzt auch der wahre Hund begraben, warum ich mit diesem Rückblick und dem eigentlichen Arc-Ende etwas naja ich sage mal unzufrieden bin. Denn du hast so schön auf diesen Punkt hingearbeitet und auch bei mir sehr viel Emotion geweckt, die mit dem "stillen" Einverständnis ihrerseits , dass Marc "nicht mehr von ihrer Seite weichen möchte" etwas verpufft sind. Kann aber auch sein, dass ich hier viel zu schnell urteile und sich Marc noch beweisen muss, um seine bedingungslose Loyalität unter Beweis zu stellen. Das alles täuscht auch in keinster Weise darüber hinweg, dass ich Brianna als Protagonistin weiterhin am spannendsten finde, da sie ein sehr vielschichtiger Charakter ist, der verletzlich, stark, liebend, wütend und zweifelnd ist.

      Tja zusammenfassend konstatiere ich: Deine Geschichte ist mit dem zweiten Arc sogar noch besser geworden und ich freue mich auf den Dritten, voller Spannung, Intrigen und Charakterentwicklung. Mit Kaisa hat unser kleines Grüppchen auf jeden Fall (zumindest vorübergehend) eine gute Verstärkung erhalten :thumbup: . Und ich hoffe, dass sie uns noch erhalten bleibt jetzt wo die CP9 auf EL gefallen ist. Ihre ersten Interaktionen mit Dädalus sind jetzt schon total zum schießen und lassen mich hoffen, dass ich davon noch mehr bekomme!

      Ich hoffe jedenfalls, dass das Statement ist nicht zu lang, oder anstrengend zu lesen, da ich hier und da mal wieder etwas konfus unterwegs war. Also cya after the next Arc!

      PS: Das hätte ich ja fast vergessen... Du hast neben Robin also mit Kalos einen weiteren Überlebenden aus Ohara erschaffen, welcher in der Lage ist alte Schriften zu lesen und die Geheimnisse der Welt zu entziffern. Bin gespannt, ob sich Robin und er in deiner Geschichte mal über den Weg laufen. Wäre in jedem Fall cool und für den Zeitsprung von Robin ja durchaus denkbar.
      Du bist begeistert von One Piece? Du kannst gar nicht genug bekommen? Was, du bist frustriert? Du denkst manchmal: Who the hell is Oda?!
      Dann ab zum FFT 2020! Hier ist für jeden was dabei!

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    • Arc Review 3: Für Immer und Ewig (Teil I)

      Ahoi!

      Da bin ich schon wieder xD. So langsam wird mir unheimlich, wie schnell ich mit deiner FF voran komme... Aber es ist einfach sooo gut! Ich habe mich entschieden diesen Arc in meiner Review in zwei Teile zu packen, da er deutlich länger als seine Vorgänger ist und ich Angst habe, womöglich Dingezu vergessen, die ich gerne ansprechen wollte, sollte ich vorher ganz durchlesen ^^.

      Vorher wie immer erstmal ein paar allgemeine Worte:

      Deine Handlung entwickelt sich auch und gerade in diesem Arc wirklich prächtig! Das ganze Setting um die Himmelsinseln, den dortigen Konflikten und ihrer Geschichte hat mich jetzt nach nunmehr 17 Kapiteln voll und ganz in seinen Bann gezogen. Dabei fällt mir grundsätzlich auf, dass deine Geschichte nochmal deutlich komplexer und die Konflikte viel tiefgreifender sind, als bspw. auf San Fardo. Und zumindest bis zum jetzigen Punkt habe ich nicht den Eindruck, dass dir diese Komplexität aus den Händen gleitet. Ich habe zwar hier und da so meine Probleme die ganzen Verbandelungen und Verwandtschaften auf die Kette zu kriegen, aber was solls'... das war ja bei GoT am Anfang auch nicht anders und hat dort letztendlich trotzdem geklappt. Auf jeden Fall gefällt mir die ganze Atmosphäre auf dem Aurora Archipel, die mich stellenweise an die Französische Revolution, verbunden mit modernen Elementen aus den Zwanzigern, bzw. der OP entsprechenden Zeitleiste erinnert. Dieser ganze Inselkomplex ist, ähnlich wie das vorkriegszeitliche Europa, eine tief gespaltene Nationenfragmentierung, unterdessen Oberfläche es mächtig brodelt und eine wirkliche Gemeinschaft nahezu undenkbar scheint. Die neue "Republik" ist insofern auch nur ein in sich erodierendes Scheinbündnis, das weder durch Hexen, Himmelsengel, noch der anarchistischen Bewegung unter der Leitung von Phillip von Anjou anerkannt wird. Das ganze Setting schreit also nach Konflikt, Chaos Intrigen und Dramatik...

      Nun zum Arc:

      Wir beginnen an Bord der Ikarus, auf der Brianna in fast manischer Besessenheit trainiert. Es ist ihr also selbst nicht entgangen, dass sie nicht mehr in der Lage sein wird, ihre Freunde und Liebsten zu beschützen, wenn sie kampftechnisch nicht etwas draufpackt. Zeitgleich liegt Marc notdürftig zusammengeflickt mit neuem Metallarm im provisorischen Lazarett. Ich habe um ehrlich zu sein gar nicht mehr auf dem Schirm gehabt, dass er vom Nashornmann so dermaßen zugerichtet wurde. Habe ich da was überlesen?! xD. Ist ja auch egal. Mir gefällt auf jeden Fall dieses Gimmick, da ich auch hier großes Zerstörungspotential sehe. Erinnert mich übrigens ein bisschen an den Winter Soldier, welcher nach seiner künstlichen Transplantation ebenfalls zum Übermenschen wurde. Naja die Gruppe trennt sich also beim Aufstieg zum Aurora Archipel in zwei Gruppen auf... Während Brianna, Kyu und Dädalus gemeinsam mit dem Heißluftbalon gen Himmel schweben, bleiben Kaisa und Marc auf der Ikarus zurück und fliegen ihrerseits mit dem"umgebauten" Schiff zum Fôret Noir. Dort angekommen, macht sich Kaisa direkt auf eine Expedition durch den Wald, wo sie prompt von derjungen Aloe entführt wird, die über mysteriöse Waldfähigkeiten verfügt.

      Währenddessen schlendern die anderen Drei unter der Führung der reizenden Camille durch Orleans. Über die Zeit wird immer deutlicher, dass die vermeintliche Republik unter der Führung der Familie Deveraux im Prinzip nichts weiteres ist, als eine Maske, hinter der das hässliche Gesicht monarchischer Herrschaft in neuem Gewandt weiter regiert. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen werden die vier Deveraux Geschwister verehrt wie Götter und scheinen sich damit über jeden Zweifel zu erheben. Unter jener Oberfläche brodelt das Konfliktpotential jedoch gewaltig, da Phillip von Anjou untergründig eine Revolte plant, deren Beweggründe mir bisher noch verschlossen bleiben (vielleicht habe ich hier aucheinfach noch nicht genau genug gelesen/aufgepasst). Dazu gesellen sich die Hexen, welche über die Zeit hinweg ständig ihre Finger mit im Spiel zu haben scheinen und die vorangegangenen Königshäuser schon seit vielen Jahrzehnten unterwandern, bzw. für ihre eigenen Zwecke missbrauchen. So haben sie sich über die Vergangenheit den Wald zu eigen gemacht und die Lebonairs aus ihrer alten Heimat von der blauen Insel vertrieben. Im Zentrum dieser Gruppierung steht eine alte Bekannte von Dädalus, oder Dédale wie er früher genannt wurde: Genevieve! Auch sie begehrt gegen die Obrigkeitsverhältnisse der Deveraux auf und erpresst sich in einem Tauschgeschäft mit Xanthos Deveraux, in dem Dädalus gegen die Unabhängigkeit der Ilse de Rouge als Geisel übergeben wird. Bei ihr bin ich mir um ehrlich zu sein auch am unsichersten, ob ihrer Beweggründe und tatsächlichen Ambitionen. Bisher baust du sie jedoch zu einem ziemlichen Miststück und eher antagonistischen Person aus. Hier stellt sich mir jedoch die Frage, was die ehemalig gute Freundin von Dädalus so durchtrieben und falsch machte, dass sie ihn derartig hintergeht und einen solchen Verrat an der ehemaligen Freundschaf begeht. Time will tell... Die dritte Fraktion im Bunde der aufbegehrenden Kräfte des Archipels stellen dann schlussendlich die Blauen Engel rund um die Lebonairs dar. Ihre Geschichte erinnert mich irgendwie ein Stück weit an die Shandia auf Skypia. Ein Ureinwohnervolk, das von externen Kräften aus ihrer Heimat vertrieben wurde und seitdem nach einer Möglichkeit sucht, dorthin zurückzukehren und frei leben zu können. Und als ob das noch nicht genug wäre, stehen sie auch noch in einem gewissen "Verwandtschaftsverhältnis" (so nenne ich das jetzt einfach mal) zu den Deveraux, da Zoe die Halbschwester des kleinen Engels Aloe ist, die schon in ihrer Kindheit an einem Versuch Zoe von den Deveraux zu befreien scheiterte.

      Insgesamt würden die Deveraux in jedem Fall perfekt in das Setting von Game of Thrones passen. Erst lernen wir den kräftig gebauten Alexandre kennen, der seinen Diener mitten im Akt aufgrund zügelloser Lust versehentlich tötet und von seiner kleinen Schwester Marie dabei auch noch erwischt wird, obwohl sie eigentlich nur jemanden zum Spielen suchte xD. Skurrile Dinge passieren... Und damit meine ich nicht, dass Alexandre offensichtlich eine Vorliebe für seine jungen Diener hat, sondern die Situation als solche! Ich hatte seine Enttäuschung über die eigene Zerstörungskraft und den (zu) schnellen Tod seines Gespielen bildlich vor Augen und konnte mir eigentümlicher Weise ein Schmunzeln nicht verkneifen xD.
      Dann gibt es mit Xanthos einen völlig verrückten Wissenschaftler, der wie Qyburn mit Vorliebe an seinen Gefangenen herumschnippelt und ihnen Gimmicks verschiedenster Art und Weise verpasst - völlig ungeachtet derer anschließenden Konstitution. Wir bekommen außerdem im Flashback von Dädalus mit, dass dieser mit seinem ehemaligen Schüler gemeinsam die Grundlagen für jene Smile-Forschung legte, die ihre Fortführung auf Punk Hazard und Dress Rosa fand. Wieder verbindest du hier geschickt deine eigene Story mit dem Original und schaffst das auch perfekt im zeitlichen Zusammenhang. Gefällt mir richtig gut!
      Und dann sind da noch Elijah und Abeille, welche mich (warum auch immer) ein bisschen an das Zwillingspaar Jamie und Cersei Lannister erinnern welche sozusagen das Kernstück der Familie darstellen und nach jetzigem Kenntnisstand (noch) den normalsten Eindruck auf mich machen. Abeille, die von der Duftfrucht gegessen hat und ihre Kräfte u.a. gezielt dazu einsetzen kann die Gedanken und Handlungen anderer Menschen direkt zu lenken (natürlich unter Zuhilfenahme von Bienengift, welches von Xanthos gezielt manipuliert wurde), lässt da dann aber auch schon durchscheinen, dass sie zu allem bereit zu sein scheint. Wohingegen Elijah bisher noch sehr bedeckt ist. Bis auf das gezielte Anbaggern von Brianna ist da bisher noch nicht viel böses Blut zu Tage getreten. Aber was nicht ist, das kann ja noch werden. Immerhin ist er als Kämpfer im Umgang mit einem Königsschwert ein ernstzunehmender Gegner.

      Zoe... tja aus Zoe werde ich bisher am aller wenigsten schlau! Sind es die mysteriösen Kräfte von Abeille, welche sie mit aller Macht im Palast halten?! Oder ist sie möglicherweise sogar freiwillig dort, da sie als "Mitglied" der Königsfamilie gewisse Privilegien genießt?! Immerhin führt sie ein Leben in Überfluss und Wohlstand. Wie auch immer, sie ist auf jeden Fall eine der Schlüsselfiguren im Sumpf der Intrigen, Revolutionen und dem ganzen Drama auf dem Aurora Archipel.

      Mein letztes Kapitel endet auf jeden Fall damit, dass nun sowohl Engel, als auch die Revolution rund um ihren Anführer Phillip von Anjou zum Angriff geblasen hat. Die Parteien sind weitestgehend in Stellung und das Chaos kann ausbrechen. Wie und welche Rolle unsere Protagonisten in dieser ganzen Situation spielen, ist auf jeden Fall eine sehr spannende Frage. Der Kampf zwischen Brianna und Elijah wurde ja schon angeteasert. Wobei ich mir auch vorstellen könnte, dass am Ende Marc gegen den Deveraux ran darf... Mit seinem neuen Metallarm wäre das auf jeden Fall eine passende Paarunf. Wer weiß, vielleicht muss er sich aber auch am Ende mit Alexandre rumschlagen und kann seine neu gewonnene Durchschlagskraft am lebenden Objekt unter Beweis stellen. Das Kampf Banquet ist jedenfalls angerichtet und wartet nur darauf verspeist zu werden.

      Zum Schluss möchte ich dann noch mal ein paar gesonderte Worte zu Dädalus verlieren...
      Ich finde es großartig, wie du dem alten sympathischen Zausel in diesem Arc eine gehörige Portion Tiefe bis hier hin eingehaucht hast. Er selbst mit seiner Vergangenheit auf dem Aurora Archipel gibt der ganzen Story die persönliche Würze, die es braucht um emotional voll mitgerissen zu werden. Das schaffst du ausgesprochen gut. Denn seine Geschichte ist in gewisser Weise schon tragisch. Er selbst trägt dazu bei, dass zumindest eine Smile so wirkt, als wäre sie die perfekte Kopie einer echten Teufelsfrucht. Und dann ist es ausgerechnet sein eigener Sohn Ikarus, der durch eine Mischung kindlicher Neugier und Tatendrang einen Test mit seinen neu gewonnenen Fähigkeiten wagt und sich dadurch selbst in die Tiefe und seine Mutter in die Alkoholsucht stürzt. Deine Umsetzung, bzw. Interpretation der Sage um Ikarus hier in diesem Arc ist rückblickend betrachtet übrigens einer meiner Highlights im bisherigen Arcverlauf. Das war bildlich und auch poetisch stark umgesetzt. Der anschließende Scherbenhaufen einer gescheiterten Ehe zwischen Kuleha und Dädalus ist dann der logische Impuls für Dädalus, zusammen mit Briannas Großvater (Will Grimm) - auch hier beweist du wieder ein gutes Auge fürs Detail mit deinem Querverweis auf alten Märchenautor Wilhelm Grimm - um die Welt zu reisen und Zerstreuung in seinen Erfindungen zu suchen. Ich habe es bereits in meinen vergangenen Reviews gesagt und wiederhole mich gerne: Dädalus ist ein wunderbarer Charakter, der mir richtig ans Herz gewachsen ist und mit jeder Zeile eine neue Facette gewinnt. Daumen hoch.

      Ich bleibe auf jeden Fall weiter dran und bin ganz gespannt, wie sich deine Geschichte in diesem Arc weiter entwickelt und schlussendlich auflöst.
      Bis dahin!

      Gruß RhB
      Du bist begeistert von One Piece? Du kannst gar nicht genug bekommen? Was, du bist frustriert? Du denkst manchmal: Who the hell is Oda?!
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    • so nun kommen wir zu meinen neusten Zwischenbericht der FF ^^

      fangen wir erst mal an wie ich das ende des zweiten arcs fand

      also ich muss sagen die kämpfe waren schon echt gut gestaltet und auch von der Dynamik her sehr gut geschrieben , ich wusste zwischen durch echt nicht wie könnte das hier weiter gehen und ob noch wer stirbt , ich finde auch das die Dramatik mit paola und ihrer geschichte sehr gut rüber kam , ihr ziel was sie auf dieser Insel hatten haben sie zwar leider nicht erreicht aber sie haben eins gemerkt das sie noch zu schwach sind und tranieren müssen um ihr ziel zu erreichen

      aber was dir sehr gelungen ist , ist die Tatsache das ich echt nicht wusste wie die geschichte hier noch zu ende geht , wird lucifer und Theresa besiegt und getötet oder entkommen sie , den eindruck das sie fliehen werden hatte ich halt nicht deswegen war für mich eigtlich die ganze zeit klar das sie wahrscheinlich sterben könnten aber der Vexor ist ein fuchs und holt eine neue Figur da mit ins spiel um sie zum Rückzug zu zwingen damit hatte ich nicht so gerechnet gehabt ^^

      dann kommen wir zum dritten arc

      wir gefinden uns im himmel da ist es klar das man da gleich ein paar skypia vibes hat ^^
      kommen wir aber erstmal zu der Gestaltung des ganzen , ich fand du hast dir da sehr große mühe gegeben uns einen guten Einblick in die Insel struktruen zu geben , das man nicht nur das was man aus skypia im kopf hatte sondern seine eigene kleine welt sozusagen und bei mir kam da ein gutes bild auf mit den mehren Inseln und den Völkern die da leben

      auch fand ich das spannendeste an diesen arc das wir hier viel Hintergrund geschichte bekommen vorallem von dadälus und zu seiner Beziehung zu kuleha , schön das sie da noch vor kam ^^
      auch find ich es sehr intressant das du sowas reinnimmst das sie eine sehr große lebenspanne besitzten wieso das ganze könnte man vllt später noch erfahren das werde ich ja dann sehen

      auch hier waren die kämpfe sehr gut gemacht und mit der ober hexe einen sehr guten und starken charackter gezaubert ( schönes wortspiel^^)
      der Höhepunkt des arcs hat mich aber den auch schockiert ich denke ich hätte wie die anderen genauso fassungslos das mit angesehen wie einfach alle menschen den Tod finden , du hast in deiner geschichte das vollendet was leider unseren Enel nicht ganz gelungen ist weil er hatte das Problem das so ne gummibirne ihn im stand , da hatte hier unsere hexe mal glück gehabt ^^

      ich finde auch gut das du uns zum ende des arcs einen Einblick geweht hast in welcher Zeitspanne wir uns gerade befinden , kurz vor dem krieg auf MF ,


      das ende des arcs hast du aber auch super genutzt um das nächste ziel zu zeigen den sehr viele partein sind auf den weg nach Liberty Bourbon und ich denke das könnte sehr spannend werden und ich freue mich darauf mich in den nächsten arc zu stürzten um herrauszufinden wo die reise hin geht , und ob meine fragen bald beantwortet werden oder zumindest hinweise zu findne sind , was für eine rasse oder was ist dadaläus , wo ist briannes tochter , was hat es genau mit kyu aufsich , wieso wollen die prohten das ihnen nix passiert und wer sind die überhaupt , und zu guter letztt werden wir es erleben das sie endlich mal einen hinweis auf horizen finden ^^

      so wir sehen uns dann nach dem 4 arc wieder mit einen bericht ^^
      gruss david
    • Kapitel 181 Heimweh

      Und mal wieder brauche ich die „Drohung“ eines neun Kapitels um endlich meinen Kommentar fertig zu bekommen :(
      Weiterhin wird es wahrscheinlich auch ein eher kürzerer Kommentar, was aber nicht an der Qualität des Kapitels liegt. Besonders die weitere Ausschmückung, Aufbau usw. über Moskva und Novgorod, welcher sich über das ganze Kapitel zieht, hat mir besonders gut gefallen. Gefühlt war es auch der Hauptinhalt des Kapitels, indem dann einige deiner Protagonisten und ihre derzeitige Situation bzw. ihr Stand geschickt eingeflochten worden sind.

      Es beginnt bei Charlotte, die ich derzeit nicht zu den Antagonisten zählen würde, bei der ihre weitere Entwicklung bzw. ihre Einstellung gegenüber den Schatzjägern sicher noch sehr interessant werden wird. Denn je nachdem wie Briannas Auseinandersetzung mit der Triade oder jetzt wohl besser mit dein einzelnen übriggebliebenen Fraktionen verläuft, kann sich da so einiges ergeben. Trotz der Auflösung der Triade dürfte Brianna sich als Gegnerin des Zaren sehen, was sicher nochmal durch ihre Verbindung zu den Walküren über Herleif verstärkt werden dürfte. Wobei wir bei Herleif immer noch nicht wissen, ob sie wirklich auf Seiten der anderen Walküren bzw. wie sie zu Nikolai steht. Denn immerhin ist auch noch nicht geklärt, wie Brianna und Co letztendlich in die Hände von Luzifer gelangt sind.

      Aber dies ist eigentlich nicht das entscheidende für Charlotte, denn Nikolai dürfte ihr ziemlich egal sein. Viel interessante wird es werden, wenn sie erfährt welche Rolle die Schatzjäger bei der Zerstörung ihrer Heimat gespielt haben. Zwar haben sie sich eigentlich nur gegen die Angriffe der Herzkönigin und ihrer Untergebenen gewehrt, aber trotzdem hat dies letztendlich zum Untergang von Duchess Court beigetragen und ich hoffe mal das du dich hier einfach nur verschrieben oder ich mich immer verlesen habe >>> Alle Überlebenden waren bereits in einem Massengrab verscharrt worden, als sie dort eingetroffen war. <<< Jedenfalls kann sich Charlotte derzeit sowohl als Verbündete als auch als Gegnerin der Schatzjäger herausstellen/entwickeln, wobei sie auch eigentlich weiterhin eine Randfigur bleiben könnte, aber dafür wird ihr Besuch eigentlich zu mysteriös aufgebaut. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob es sich dabei um einen der Schatzjäger handeln wird, denn es ist immerhin nicht so einfach an eine eingeschlossene Königin heranzukommen, besonders wenn man damit nicht etwas ganz spezielles erreichen will bzw. den Erstkontakt aus einem spezifischen Grund herstellt.

      Bei Kaiser stellen sich vor allem zwei Fragen. Zum einen, wer genau ist Atticus und zum zweiten, warum hat sie sich geschworen nie wieder einen Fuß auf Novgorod zu setzten bzw welche Verbindung hat sie mit diesem Land. Zwar gab es in ihren FBs genug Eis und Schnee, aber wir wissen halt noch immer nicht zu welcher Fraktion sie letztendlich gehört bzw wer die Graue Dame ist und zu wem diese gehört bzw. ob Kaiser überhaupt noch zu diese.... wie du siehst und sicher weiß schwebt Kaiser mit ihrer endgültigen Zugehörigkeit immer noch in einem leeren Raum vieler möglicher Türen.
      Wie auch immer, mit ihrem Schur ist es zumindest sehr wahrscheinlich, dass sie zumindest einen Teil ihrer eisigen Erinnerungen auf dieser Insel verbracht hat und eventuell sind es die bevor sie aus dem Eismeer gefischt wird. (Woran ich mich gerade Spontan erinnert habe.).

      Jedenfalls würde ich jetzt einfach mal vermuten, dass Atticus zu einer oder der (wer weiß wie viele es letztendlich sind^^) Organisationen gehört, für die sie Arbeitet und nicht dass sie ihn erst in dieser Stadt gefunden hat, also dass er kein Straßenkind oder so etwas ist. Anders als z.B. Kols neue Freunde, wobei er sicher durch seine relative Bekanntheit als … Antiquariat, Forscher oder was auch immer er genau war schon einen Fuß in irgendeiner Tür gehabt haben könnte. Weiterhin müsste Atticus ein römischer Name sein, also nichts was man in Russland erwarten würde.

      Viel entscheidender ist aber natürlich die Frage, was Brianna und Co nach Moskva verschlagen hat. Sind sie auf einem weiteren Hinweis gestoßen, dass sie dort etwas zum Horizon finden, folgen sie der Spur der Triade, wollen sie den Walküren helfen oder haben sie sich einfach ein einen Ort geflüchtet wie sie vor KGJ sicher sind und versuchen sich dort ein sicheres Netzwerk aufzubauen.

      Was mir aber gerade beim Schreiben auffällt, was ist mit den anderen Schatzjäger. Zwar wird es auch nicht gerade explizit gesagt, dass sie sich nicht ebenfalls (zeitweise) in der Wohnung aufhalten, aber sofern ich nichts überlesen habe, kann man die ganze Darstellung der Situation so interpretieren, dass nur die drei sich die Wohnung teilen. Denn wenn ich die Uhrzeit richtig einschätzen müssten zumindest Aleo und Kyu ebenfalls schon zu Hause sein und ich kann mir derzeit noch nicht wirklich vorstellen, das Kyu Brianna so ignorieren würde. Allerdings wissen wir auch nicht, was in den letzten sieben Monaten genau alles passiert ist und die Eiskönigin könnte dieses nicht nur in Richtung Kaiser gesetzt haben. Denn zumindest ich kann mir derzeit nicht vorstellen, dass Kaiser um Dädalus schluchzen würde.
      Es kommt einfach darauf an, was Brianna so alles über Dädalus und seine Vergangenheit genau erfahren hat und wie sie damit umgeht bzw wie die Reaktionen der anderen in diese Richtung verlaufen sind. Zumindest Kaiser dürfte etwas gesagt haben, was bei ihr überhaupt nicht gut angekommen ist. Aber auch gegenüber Kol scheint Brianna viel eisiger Geworden zu sein, da sie ihn ebenfalls vollkommen zu ignorieren scheint.
      Dafür hat sich das Verhältnis zwischen Kaiser und Kol anscheinend ziemlich gut entwickelt zumindest mir hat die Darstellung ihrer... nennen wir es mal abendlichen Routine sehr gut gefallen.

      Damit beende ich auch mal den Kommentar, in der Hoffnung, dass die nächsten wieder ohne etwas Zeitdruck geschrieben und dann auch wieder inhaltsvoller werden. :)
      :thumbsup: Nicht nur in One Piece die reine Wahrheit: :thumbsup:
      Pirates are evil?!!... ...The Marines are Justice?!!
      These labels have been passed around Heaven knows how many times...!!!
      Kids who have never known peace... ...and kids who have never known war... ...Their values are too different!!!
      Whoever stands at the top can define right and wrong as they see fit!!!
      Right now, we stand in neutral territory!!!
      "Justice will prevail"?!... ...Well, sure it will!
      Whoever prevails... ...is Justice!!!! (Doflamingo)

      So kann man es aber auch sehen
      "THERE IS NO JUSTICE, THERE IS ONLY ME!"
      Death, Discworld, Terry Pratchett

    • Antwort auf Fanpost & 182. Kapitel erschienen

      Das Ref ist vorbei, ich hab eine Planstelle und sofort hab ich wieder kreative Kapazitäten frei!

      Dann starten wir mal ganz frei mit der Fanpost, die sich schon ein wenig aufgestauthat.

      @Bo

      -Bo- schrieb:

      Beginnen wir mit dem Anfang und dem großen Lob, das ich dir für deine Darstellung -- oder gar Inszenierung -- der novgorodischen Hauptstadt, seiner Herrscher und seiner Gesellschaft aussprechen muss/darf/möchte. Es mag daran liegen, dass die russische Kultur eine sehr prägnante, und dabei eher im Zeitgeist verankerte Komponente unserer heutigen Weltanschauung ist. Putin, Wodka, Homophobie, in Hollywood-Filmen sind die Russen die Bösen. Das russische Lebensgefühl und die Sicht der Welt auf dieses Land divergieren eher, als dass sie sich annähern und in diese Differenz grätscht du hinein, um uns in eine glorreiche Vergangenheit zu schicken. Als Zaren noch das Land regierten, Dekadenz als Frage des Anstands galt und selbst der gelbe Schnee im Elendsviertel ein Zeichen ostslawischen Stolzes war. An dieser Stelle muss ich dir gar nichts vormachen. Du bist der Geschichtslehrer und ich könnte dir keine wikipedia-gefütterte Analyse hinklatschen, die du nicht bereits selbst detaillierter und umfangreicher angestellt hast. Daher freue ich mich für den Moment einfach, mehr über deine Tataren, deine Romanovs und dein Zarenreich zu erfahren und ganz nebenbei etwas über die Geschichte des echten Russlands zu erfahren. Nachdem du im letzten Arc leider recht früh die Notbremse ziehen musstest, bevor die historische Komponente deiner katholischen Hochburg richtig Fahrt aufnehmen konnte (Inquisition, Heilende Kirche, Eiserner Prometheus), so kannst du dies nun in eisigeren Gefilden nachholen. Eine schöne Aussicht, auch wenn ich Russisch in der Schule gehasst habe.
      Es freut mich erst einmal, dass dir die Darstellung gefallen hat. Ich greife zwar gerne in die Kiste voller Stereotype und verankerter Motive und gebe sie einen eigenen kreativen Kniff, aber ich denke auch, dass ich für Novgorod eigene Ideen habe und sie mit unterschiedlichen Zeitbezügen füllen werde. Ich denke, dass allein das aktuelle Kapitel vielleicht schon einen Aufschluss darüber gibt, dass ich nicht einfach nur die Geschichte Russlands im OP-Setting niederschreiben werde.

      -Bo- schrieb:

      Dementsprechend gefällt mir Charlotte als Bezugsperson und emotionaler Anker in dieser kalten, erbarmungslosen Stadt ausgesprochen gut. Man kann mit der armen Frau wahrlich mitfühlen, die sie sich die große Welt an der Seite eines ausnehmenden Aristokraten erträumte und schlussendlich von einer grausamen, frauenverachtenden Realität eingeholt wurde. Nikolai ist ein Scheusal und Vergewaltiger, dessen brutale Neigungen seinen anstehenden Fall definitiv versüßen werden. Die Frage, ob er nur seiner Frau diese Qualen zumutet oder mehrere Damen dieselben Torturen erdulden müssen/mussten, finde ich äußerst interessant. Ich könnte mir tatsächlich vorstellen, dass Nikolai seine Ehefrau als sein Eigentum betrachtet oder als Ventil, an dem er seine ehelichen Bedürfnisse abreagieren kann. Der klassische Spagat zwischen Ehefrau, Hure und Mutter, dem in der Vergangenheit (und auch heute noch) viele Frauen ausgeliefert sind, könnte der Charakterisierung Nikolais eine interessante Note beimischen. Seine Frau erfüllt, in seinen Augen, ihre fleischlichen Pflichten und hat ihm dabei vollends zu Willen zu sein, während seine heißgeliebte Nixe womöglich eine gesonderte und weniger devote Rolle einzunehmen hat. Dieses Konzept, so grässlich es für Charlotte auch wäre, ließe Nikolai differenzierter erscheinen und weniger als ein trampelndes Monstrum, dass sich einfach jeden Schoß greift, den es zu fassen kriegt. Nicht, dass Nikolai nicht auch als notorischer Massenvergewaltiger funktionieren würde. Ein misogyner Vergewaltiger und fremdgehender Frauenschänder ist er in jedem Fall. Persönlich würde ich jedoch einen gewissen Facettenreichtum bevorzugen, der sich entweder aus seiner Erziehung/Vergangenheit speist oder grundsätzlich der novgoridischen Kultur, dessen Spitze er entstammt
      Auch hier Danke für dein Feedback! Charlotte und Nikolai bilden mit Sicherheit einen sehr wichtigen Fixpunkt und die Beziehung der beiden wird noch eine größere Rolle einnehmen, daher ist es mir sehr wichtig, dass diese Charaktere auch ankommen. Zu Nikolais Persönlichkeit möchte ich gar nicht mehr verlieren, das musst du dir aus der Geschichte ableiten!

      -Bo- schrieb:

      Zurück zu Charlotte, die in ihrem trostlosen Dasein zumindest einen Freund zu haben scheint. Mag vielleicht kein beruhigendes Zeichen sein, wenn sich besagter Freund des Nachts über den Hinterhof schleichen und den Balkon hinaufklettern muss, aber...Not macht bekanntlich erfinderisch? Ich bin beinahe überzeugt zu mutmaßen, es könnte sich hierbei um einen Schatzjäger handeln. Mein erster Gedanke war Brianna, aber im Nachhinein halte ich jeden Schatzjäger fernab der beiden Fußfetischisten (To be continued) für eine gute Wahl. Vielleicht würde ich Drake ausschließen, der als muskelbepackter Meermann vielleicht nicht unbedingt die beste Wahl ist, um Freundschaft mit einem nixenverachtenden Vergewaltigungsopfer zu schließen. Generell würde ich einen Mann aus diesem Grunde vielleicht ausklammern und eher zu einer Frau tendieren (Aloe?) oder eben zu jemandem, der so unschuldig und ungefährlich wirkt, dass in Charlotte keine Angstzustände hochkochen, sondern eher...Muttergefühle? Du weißt, worauf ich hinauswill. Persönlich fände ich Kyu als geheimen Freund (im Sinne von: Vertrauten) wirklich herzallerliebst. Kyu löst eher den Mutterinstinkt in Frauen aus, hat sich damals sogar mit Kaisa angefreundet und ist aufgrund seiner Zeit mit Brianna ohnehin auf Frauen geprägt. Zwar hat er an der Seite von Drake durchaus seine pubertierende Männlichkeit ausgekundschaftet, aber insgesamt ist Kyu ein süßer, kleiner Kerl und als solcher potenziell ungefährlich für Charlotte. Peter Parter mit Fuchsohren, gewissermaßen. Beweise habe ich natürlich nicht und trete gerade vermutlich sowieso voll in die Scheiße, aber mir gefiele schlichtweg das Bild. Die Zarin von Novgorod, deren einzige Freude im Leben die klammheimlichen Unterredungen mit einem rosigen, blonden Knaben sind. Denn, wenn ich ehrlich bin, schätze ich Charlotte ein bisschen so ein: Ein naives Mädchen, welches durch Trauma, Schock und zerschmetterte Erwartungen in ihrer Entwicklung derart sabotiert wurde, dass sie nun dauerhaft in einem Dämmerzustand zwischen Kind und Erwachsener, Mädchen und Monarchin festhängt. Vielleicht vergleichbar mit Gatsby's Daisy, wenn du den Roman oder die Figur kennst, nur dass ihr reicher Lebemann weder Liebe noch grünes Licht mit ihr verbindet.
      Kannst du bitte aufhören Charlotte einfach so treffend zu charakterisieren? xD Danke!
      Wer die Person ist, hast du im privaten Gespräch ja mitterweile schon selbst deduziert ;)

      -Bo- schrieb:

      Kaisa ist eine Figur, die größer als ihr eigener Körper ist. Eine dauerrauchende, obercoole, superkomplizierte Ex-Agentin. Verfolgt von Dämonen, umringt von Schatten. Hinter ihr eine nachtragende Vergangenheit, vor ihr unausweichliche Konsequenzen, an denen sie nicht unbeschadet vorbeiziehen kann. Diese Frau, die mehr Legende als Mensch ist, zieht sich plötzlich die Socken aus und knallt ihre Mauken für eine allabendliche Massage auf Kols Schoß? Ohne Scheiß, diese Art der Nähe und Intimität bei Kaisa zu beobachten, war ein bisschen, wie der Paarung zweier Einhörner beizuwohnen: Man weiß, es ist grundsätzlich möglich bzw. nötig, sofern man die Prämisse glaubt, aber schauderhaft und falsch wirkt es doch. Vielleicht liegt es daran, dass Kaisa bislang nie richtig entmystifiziert worden war. Selbst auf der Ikarus, während die anderen Helden ihre Masken schrittweise ablegten und zu einer familiären Gemeinschaft zusammenwuchsen, hielt sich Kaisa etwas gesondert und bedeckt im Hintergrund. Stets umschwirrte sie diese dunkle Ahnung, all diese zarten Bande könnten binnen eines Wimpernschlages gekappt und für alle Zeit vernichtet werden. Und nun? Kol, der Kaisa eine Fußmassage verpasst, ist dermaßen handelsübliche Gay-Best-Friend-Gossip-Filmabend-Kost, dass ich immer noch nicht weiß, wie ich überhaupt irgendetwas dazu schreiben soll. Was angesichts des wenig zielführenden, inhaltsleeren Gelabers dieses Absatzes wohl auch keine Überraschung mehr darstellt. Fasse den Teil daher keinesfalls als Kritik auf, ich bin lediglich...verblüfft? Ja. Verblüfft und ein wenig irritiert.^^
      Also wir haben uns ja privat schon darüber ausgetauscht und ich kann deinen Eindruck bzw. Verwunderung durchaus teilen, auch wenn dieser Effekt bewusst gewählt war. Dieser radikale Umschwung, der in der Retrospektive gar nicht so radikal wirkt wie man meinen mag, sollte eben zeigen, dass viel Zeit vergangen ist und dass die Ereignisse im Albtraum und die Konsequenzen, die daraus folgten, die Schatzjäger maßgeblich verändert haben.
      Kaisa und Kol haben eine Art Freundschaft geknüpft aus den Ereignissen wie Kaisa sie in leichten Knospen auch schon zu Kyu und vor allem Dädalus hatte. und jeder ist auch der Knackpunkt an der ganzen Sache. Die beiden hat eine Hassliebe erster Güte verbunden und dennoch war der alte Kauz wohl noch das nächste zu einem Freund, was Kaisa sich vorstellen konnte. Und jetzt ist dieser Mann gestorben und es steht ja immer noch die Frage in den Raum, wer denn jetzt Luzifer die Infiltration der Ikarus ermöglich hat. Drückt sie da etwa ein schlechtes Gewissen?
      Kaisa bleibt all das, was du erzählt hast. Es ist vergleichbar mit Robin, die irgendwann anfing sich zu öffnen und vielleicht hab ich die Szene auch zu vertraut dargestellt. Kaisa ist deswegen noch lange kein offenes Buch, aber die Situation hat sich verändert. Etwas, was durch den Flashback sicherlich noch genauer aufgeklärt wird. (Dazu kommt natürlich noch ihre "Beziehung" zu Moskva).

      -Bo- schrieb:

      Jeeeeedenfalls herrscht zwischen Brianna und Kaisa eine Winterkälte, die selbst Moskva als Sommerparadies erscheinen ließe und über die kein ekelhafter Wodka hinweghelfen könnte. Das verwundert mich nicht, immerhin hat Kaisa in Briannas Blickwinkel entscheidende Mitschuld am Tod von Dädalus -- oder zumindest an ihrer Unfähigkeit, Dädalus zu retten. Hinzu könnte kommen, was auch immer die Schatzjäger nach Moskva verschlagen hat. Kaisas Verbindungen zu diesem Land führe ich auf die Graue Dame zurück, deren Darstellung als unerbittlich-grässliche Tanzmatronin im Übrigen eine weitere gelungene Kerbe am Bettpfosten tradierter Russlandreferenzen wäre. Die Frage lautet daher: Zürnt Brianna Kaisa für etwas, das in der Traumwelt gesehen ist...oder danach? Beides würde passen, vielleicht ist es auch eine Kombination beider Punkte. Schließlich steht Kaisas Handeln in der Traumwelt außer Frage und der ominöse Besuch, den sie zuvor auf der Ikarus erhalten hat, ist noch lange nicht vom Tisch.
      Wie auch immer die Antwort lauten mag, Brianna ist angepisst und erinnert mich nach unseren Gesprächen mehr denn je an eine zornerfüllte Daenerys. Vermutlich wird es weder für dich noch für die Leser eine angenehme Erfahrung sein, Brianna in ihrem derzeitigen Tiefkühlmodus zu begleiten. Es wird sich zeigen, wie viele Brücken die Rothaarige noch niederbrennen wird oder vielleicht sogar bereits niedergebrannt hat. Dädalus' Taten waren unverzeihlich und dass er sie zudem um die Chance betrogen hat, ihn damit zu konfrontieren, dürfte Brianna rastlos zurücklassen. Sie hat keine Chance, mit diesen furchtbaren Enthüllungen abzuschließen. Selbst diesen "Frieden" verwehrte Dädalus ihr, weshalb ich deiner Einschätzung im Nachhinein zustimme: Dädalus' Opfer war gleichermaßen selbstlos wie selbstsüchtig und ebenso nötig wie feige. Ein treffender Abgang für diesen kauzigen, selbstgerechten Greis, der sein Leben lang mit Gott und der Welt bis aufs Blut stritt, ohne sich seinen schlimmsten Fehlern wahrhaftig zu stellen.
      Den ersten Teil habe ich schon abgedeckt und Danke hier für deine "revidierte" Einschätzung zu Dädalus. Genau so wollte ich ihn sterben lassen. Ein Charakter in Grautönen.

      -Bo- schrieb:

      Damit bleibt mir nicht mehr viel zu diesem gelungenen Arc-Einstieg zu sagen. Mutmaßungen über Atticus spare ich mir an dieser Stelle, da sie nicht auf fruchtbare Böden fielen. Ebenso die Frage, was Kol über seine wahre Herkunft erfahren hat. Wir stehen erst am Beginn unserer Reise durch Novgorod, niemand weiß über die Marschrichtung (Walhalla?) und du stehst in der fragwürdig-elektrisierenden Bringschuld, die Vergangenheit mit der Gegenwart verknüpfen und die übersprungenen Monate zumindest ansatzweise aufarbeiten zu müssen. In diesem Sinne: Sehr gute Arbeit, man merkt dir dein neues Feuer für deine Geschichte mit jeder Zeile an.
      Schauen wir mal, ob ich an der Aufgabe wachse oder zerbreche. Aber vielen Dank für das Lob!

      -Bo- schrieb:

      PS.: Zu Beginn dachte ich ernsthaft, Brianna habe sich sich wieder mit Marc eingelassen und sich schwängern lassen. War diese falsche Fährte bezüglich Charlotte und Brianna beabsichtigt? Wenn ja, dann f**k dich. Ich hatte fast einen Herzinfarkt. :D
      So sadistisch wäre ich doch nicht :P

      @RHB#1

      Red Haired Beckmann schrieb:

      Ahoi!

      Tjaaa... wie fange ich am Besten an?! Ich habe mir jetzt endlich mal die Zeit genommen - nicht zuletzt auch ermutigt durch deinen berechtigten Einwurf -, mit deiner FF anzufangen. Ich habe jetzt innerhalb einer Woche deinen ersten Arc durchgesuchtet und würde gerne eine kleine Review zu diesem aus meiner Sicht doch sehr gelungenen Auftakt verfassen.

      Zuerst möchte ich dir erstmal ein dickes Lob aussprechen! Ich finde deinen Schreibstil unglaublich leichtgängig und flüssig. Du gerätst nur sehr selten ins Stocken und schaffst es dadurch mich durchgängig bei der Stange zu halten, ohne dass ich einen Part zweimal lesen muss, um Zusammenhänge zu verstehen oder den roten Faden aus den Augen zu verlieren. Das gepaart mit abwechslungsreicher Rhetorik (ohne, dass deine Sprache zu hochgestochen daherkommt), macht mir das das Lesen sehr leicht und sorgt dafür, dass ich schneller voran komme, als ich vorher erwartet habe. Anfangs hatte ich etwas Angst, dass deine Kapitel vielleicht etwas zu lang sein und mich zumindest am Anfang etwas überfordern könnten. Aber auch das hat sich eigentlich sehr schnell als unbegründet herausgestellt. Sie haben insgesamt eine gute Länge und wirken in sich weitestgehend stimmig. Mir sind zwar hier und da ein paar kleinere Rechtschreib-/ bzw. Grammatikfehler über den Weg gelaufen. Das hat dem Spaß und dem Lesefluss aber keinen Abbruch getan.
      Erst einmal bin ich total dankbar, dass du meinem Aufruf Folge geleistet bist! Nicht, weil es meine Geschichte getroffen hat - dafür sicherlich auch noch einmal einen aufrichtigen Dank -, sondern weil du damit zeigst, dass es möglich ist und man sich auch vor einer neuen Geschichte nicht zu fürchten braucht!
      Ansonsten auch Dank für das stilistische Lob, welches natürlich Balsam für die Schreiberseele ist. Ja der Fehlerteufel...der wird dich bis zum Ende begleiten, auch wenn irgendwann die Kapitel kommen, die Bo Korrekturgelesen hat. Da bin ich leider etwas nachlässig und faul bzw. sehe Fehler trotz meines Berufs bei mir selber irgendwie nicht so leicht.

      Red Haired Beckmann schrieb:

      Ich finde es klasse, dass du dich für einen weiblichen Hauptcharakter entschieden hast! Das sage ich jetzt nicht, weil womöglich ein verkappter Feminist an mir verloren gegangen ist (was auch definitiv nicht der Fall ist xD), sondern vielmehr daran, dass du mit Brianna eine liebenswerte, starke und doch gleichermaßen verletzliche Protagonistin erschaffen hast. Das ist nicht immer leicht, aber du schaffst über weite Strecken ziemlich gut diesen Spagat zwischen selbstbewusster und an sich selbst zweifelnder junger Frau. Eine Frau, die trotz ihrer finanziellen Profite aus den Geschäften mit den Tenryuubito die ekelerregende Selbstverständlichkeit, mit der Mary Joa alles und jeden unter Ihrer Würde wie Sklaven behandelt, verachtet. Und hier folgt Sie in gewisser Wiese einem inneren moralischen Kompass, denn sie macht nur Geschäfte mit den Himmelsdrachen, welche das "kleinste Übel" für sie darstellen. Ich liebe Brianna Emily Grimm und bin gespannt, was ich im weiteren Verlauf der Geschichte noch alles über sie erfahren werde!
      Ein guter Anfang ist schon einmal, wenn man den Protagonisten magst :D

      Red Haired Beckmann schrieb:

      Allgemein gefallen mir die Charaktere bis hier hin wirklich gut. Absolutes Highlight sind für mich aber der kleine Toledo und sein kauziger Sensei Dädalus. Erst ein kleiner Zwerg aus dem Tontatta Königreich, der Pfeffer sprühend durch die gemeinsame Waldhütte im Kampf gegen Envy fegt und es sich dann auf dem Rücken von Kyu gemütlich macht, um mit ihm gen. Dädalus Befreiung zu reiten xD. Ich muss sagen, ich habe mich in den Panels mir ihm hervorragend amüsiert. Und dann der alte Erfinder, welcher von Crane im schwarzen Turm gefangen gehalten wird und vor Lebensfreude gerade so sprüht. Eine Art Vaterfigur für Brianna, der das Herz am rechten Fleck zu haben scheint und (so vermute ich) noch eine gewichtige Rolle bei der Enthüllung um die Geheimnisse von Horizon einnehmen dürfte. Beide Charaktere bilden einen tollen Kontrast zu den eher ernsten Brianna und Kyu und haben die Atmosphäre spürbar aufgelockert, was mir als Leser ein Stück weit angenehme Zerstreuung gab.
      Was den kleinen Begleiter von Brianna angeht... was soll ich sagen?! Ich werde aus Kyu noch nicht so wirklich schlau. Ich mag auch ihn... keine Frage. Aber er wirft bei mir noch die allermeisten Fragen auf. Wer ist er?! Woher kommt er?! Was macht das Band zwischen ihm und Brianna so stark, dass er für Sie jederzeit Kopf und Kragen riskieren würde?! Ich bin da wirklich gespannt auf seine Vergangenheit und auf seine Rolle im weiteren Verlauf der Story.
      Ja ich hoffe, dass die Enttäuschung über Toldeo nicht so schwer wiegt, aber ich musste ihn irgendwann auf das Abstellgleis stellen. Ich hatte ihn entworfen, bevor Oda seine Version der Zwerge enthüllt hat und als ich dann die echte Version gesehen hab, musste ich ohnehin schon ein wenig in die Trickkiste greifen, um ihn weiterhin integriert zu halten.

      Red Haired Beckmann schrieb:

      Allgemein bin ich doch beeindruckt, wie sehr es dir gelingt dich mit deinem Plot zwar im One-Piece Universum zu bewegen, deine Geschichte dadurch aber überhaupt nichts an Eigenständigkeit einbüßt... ganz im Gegenteil! Wir lernen also im Prolog zum ersten mal den zentralen Begriff deiner Geschichte kennen: Horizon
      Und natürlich sind Ohara und seine "teuflischen" Historiker mit von der Partie, wenn es um Informationen geht, die die ganze Welt in Aufruhr, ja Chaos stürzen könnte, wenn die Geheimnisse rund um diesen sagenumwobenen Schatz gelüftet würden. (I see your Point xD). Nico Olivia nimmt dabei dann auch eine zentrale Rolle ein, dass Ohara dieses Geheimnis lüften konnte und versuchte es mit allen Mitteln zu beschützen. Und in deiner Geschichte teilt Olivia das Schicksal ihrer Tochter: Sie überlebte den Buster Call, wurde jedoch gefangen genommen und von der WR gefoltert, um ihr jenes Wissen abzupressen, an das die fünf Weisen mit allen Mitteln zu gelangen versuchen. Hier hast du es wunderbar hinbekommen, dass ich mir die Szene, als Olivia mit Brianna zusammentrifft bildlich vorstellen konnte. Und ich war schockiert, was aus der ehemals hübschen und liebevollen Mutter von Robin in Jahren der Folter und Einsamkeit wurde. Eine sterbenskranke, verbitterte und dem Wahn verfallene Frau, die gezeichnet durch ihre Gefangenschaft nur noch den Widerstand gegen die WR und die Liebe zu ihrer Tochter als Leben spendende Energie in sich trägt. Dieses Zusammentreffen hat mir wirklich nachgehangen, was für die Emotion spricht, die du mit diesem Panel erzeugt hast.
      Aber auch hier der Reihe nach... Brianna wird also von den fünf Weisen damit beauftragt nach dem/der/das sagenumwobenen Horizon zu suchen. Ein Mysterium, über das weder ihre Auftraggeber, noch sie selbst etwas wissen. Eine denkbar schlechte Ausgangssituation für eine Schatzjägerin, die quasi ohne Schatzkarte auf die Suche nach etwas gehen muss, von dem sie nicht weiß, wie es aussieht, wo es sich befindet und wer ihr auf der Suche mit stichhaltigen Hinweisen weiterhelfen könnte. Und nachdem Olivia auch bei Brianna nicht bereit ist, über das von ihr gehütete Geheimnis zu sprechen (bis auf die kryptischen Schlussworte), folgt die Schatzjägerin dem Impuls in ihre alte Heimat Chasetown (welche ihrem Namen im Übrigen vollends gerecht wird ;)) zu reisen, um ihren alten Lehrmeister Dädalus zu konsultieren. Wie zu erwarten entwickelt sich der Aufenthalt auf der Insel erst als Such- und dann als Befreiungsaktion des alten Erfinders.
      Ich glaube, dass ich am Anfang der Geschichte sogar versucht habe, noch stärker am Originalwerk zu bleiben, was sich dann erst im Verlauf der späteren Handlung weiter gelöst hat. Also ich orientiere mich nicht mehr ganz so stark am Manga.

      Red Haired Beckmann schrieb:

      Das ganze gipfelt dann in einem von dir wirklich schön in Szene gesetzten und emotionalen Kampf zwischen Brianna und ihrem ehemaligen Kindheitsfreund Crane, der vergrämt über die unerwiderte Liebe zu Brianna und ihrem Mitwirken an dem Tod eines Himmelsdrachen, sowie seiner Eltern schlussendlich komplett dem Wahnsinn verfällt und seinen ehemaligen Schwarm darüber zu töten gewillt ist. Allgemein finde ich, dass du den Kampf/die Kämpfe gut hinbekommen hast. Und das ist nicht leicht, da du dir nicht die Macht des Bildes zu Nutze machen kannst. Dennoch ließen die Kämpfe keinerlei Dynamik vermissen und haben bei mir glaube ich die Bilder im Kopf erzeugt, die erzeugt werden sollten. Briannas Waffe, das Steckenpferd, passt wirklich sehr gut zu der doch eher zierlichen (so sieht sie zumindest in meinem Kopf aus xD) jungen Frau. Allgemein finde ich es cool, dass du hier das Konzept der Teufelsfrucht verschlingenden Gegenstände wieder aufgreifst und dem Steckenpferd eine so mächtige Zoanfrucht verpasst hast, was Brianna im Kampf zu einer wirklichen Bedrohung werden lässt. Daumen hoch dafür, dass du es auch ohne jahrelanges Kindheitstraining, oder einem Topf voller Zaubertrank geschafft hast eine Hauptfigur zu schaffen, die es mit ihren Gegnern aufnehmen kann. Bin auch hier in Bezug auf ihre Kampffähigkeiten gespannt, ob und wie sie sich im weiteren Verlauf der Geschichte entwickelt.
      Danke für die Lorbeeren, wobei ich deinen Ausführungen eigentlich nur nickend zustimmen kann.
      Brianna ist natürlich ein Sonderfall und ihr Training rückt sicherlich noch weiter in den Fokus. Aber das weißt du natürlich schon.

      Red Haired Beckmann schrieb:

      Neben Crane hast du außerdem noch Gryphius, die Tweedle-Twins, den schwarzen Mönch und Envy als Antagonisten eingebracht. Zu Anfang habe ich noch gedacht, dass Letztere mit den Vorgenannten unter einer Decke steckt. Aber wie sich dann herausstellte ist sie ein Spitzel der CP8. Der Spitzel, den die fünf Weisen bereits bei Briannas Abreise aus der heiligen Stadt auf sie ansetzten. Hier zeichnete sich ja zum Ende des Arcs ein gewisser Konflikt zwischen ihr und den Obersten der WR ab. Da drängt sich mir natürlich die Frage auf, was du mit ihr vorhaben könntest... Vielleicht einen unerwarteten Frontenwechsel?! Obwohl ich die gewählte Charakteristika als Elster ja sehr passend für einen Antagonisten empfinde. Eine Gestalt, der man nicht trauen kann und die scharfsinnig genau dann zuschlägt, wenn man nicht damit rechnet, bzw. nicht genau hinsieht. Übrigens passt bei ihr das generelle Erscheinungsbild vom Haarschopf über ihre grünen Lippen und dem schwarzen Kleid perfekt zum Äußeren einer Elster.
      Was die Erstgenannten angeht, frage ich mich ja schon seit Einführung, für wen sie arbeiten und was ihre Ziele sind. Bin ich anfangs wie oben bereits erwähnt noch davon ausgegangen, dass auch sie für die WR bzw. mit Envy zusammenarbeiten, da sie mit Crane gemeinsame Sache machten, um Dädalus altes Wissen abzujagen, welches dieser partout nicht preisgeben wollte. Da du aber weder Gryphius, noch die Twins oder den Mönch mit Envy zusammengeführt hast, bestärkt sich mein Gefühl, dass sie einer eigenständigen Organisation angehören, die ihre eigenen Ziele verfolgt und möglicherweise auch auf der Suche nach Horizon ist?! Fragen über Fragen xD.
      Ich hülle mich einfach in Schweigen. Einerseits weil ich gerade überhaupt nicht abschätzen kann, wo du aktuell stehst und dann jede Erklärung ohnehin überflüssig werden könnte oder weil ich mich sonst nur verplappere.
      Aber ich finde es immer wieder toll, wenn ich sehe wie Handlungen etc. zu einem bestimmten Zeitpunkt beurteilt und eingeschätzt werden!

      Red Haired Beckmann schrieb:

      Wie du siehst, es fällt mir schwer wirklich etwas zu kritisieren, woran wahrscheinlich mein durchgehend positives Lesegefühl schuld ist, das ich beim Durchlesen deines ersten Arcs hatte. Ein Arc voller Spannung, Konflikt, Geheimnissen, liebenswürdigen und hassenswerten Charakteren. Eigentlich alles, was eine gute Geschichte ausmacht. Und auch wenn mein Feedback vielleicht etwas durcheinander ausgefallen ist, so hoffe ich doch, dass du damit etwas anfangen kannst. Ich bemühe mich auch beim nächsten Arc-Review etwas geordneter vorzugehen. Mich hast du auf jeden Fall als neuen Leser dazugewonnen, der jetzt eigentlich ganz froh ist, dass er eine ganze Menge Geschichte zum Aufholen vor sich hat. Wenn es bei dieser Qualität bleibt, dann bin ich jedenfalls zuversichtlich, dass ich bald zum aktuellen Stand aufholen und mich regelmäßig zu deinem Werk äußern kann. Denn deine Geschichte verdient es gelesen zu werden.
      In diesem Sinne wünsche ich eine schönen Abend und sage: Bis zum nächsten Mal!
      Ich danke dir vielmals für deine tollen Worte und wirklich nicht nur, weil sie positiv sind! Du hast dir so viel Mühe gegeben deine Gedanken und Eindrücke zu schildern und das lässt einem Autor einfach nur das Herz aufgehen. So etwas ist einfach nur unheimlich positiv und daher vielen Dank! Und ich habe ja schon gesehen, dass du noch etwas weitergekommen bist als zum ersten Arc! ;)

      @RHB#2

      Red Haired Beckmann schrieb:

      Du bist einfach ein richtig guter Geschichtenerzähler. Man merkt, wie leichtgängig dir zu weiten Teilen das Schreiben und (Weiter-) Entwickeln deiner Figuren gefallen ist, da die Einführung deiner Protagonisten hinter dir lag und du frei von der Leber weg mit deiner Geschichte fortfahren konntest. Auch dein Schreibstil ist - zum Glück - weiterhin rhetorisch abwechlungsreich und sehr flüssig. Es macht einfach Spaß Zeile um Zeile zu verschlingen xD. Damit leite ich dann auch mal direkt die grundsätzliche Tonlage für den zweite Abschnitt ein, denn er hat mir durchweg gefallen (auch wenn ich den ein oder anderen Kritikpunkt habe ).
      Ich tanze dann mal kurz wie Chopper, okay?Ich

      Red Haired Beckmann schrieb:

      Wir starten mit Brianna und ihren zwei Begleitern Dädalus und Kyu auf hoher See, die sich auf dem Weg nach Water 7 befinden, um von dort via Puffing Tom nach San Fardo weiterzureisen. Denn wir erfahren, dass sich dort seit der Zerstörung Oharas die größte Bibliothek der Welt befindet. Ein Ort, an dem Dädalus überzeugt ist, mehr über Horizon herausfinden zu können. Zeitgleich bringt Marc den kleinen Toledo nach Drumm in Kulehas professionelle Obhut. Und wir erfahren durch sie, dass Dädalus der Erfinder der Vivre Cards ist (nice Detail btw.). Ist also ein ziemlich geniales Köpfchen, das sich dort in unserer kleinen Gruppierung befindet. Ich mag ihn mit jedem Kapitel immer mehr! Wie dem auch sei... Mit dem stattfindenden Maskenfest auf San Fardo und den dadurch geschlossenen Häfen hast du natürlich direkt zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Zum einen sind unsere drei damit gezwungen W7 aufzusuchen, da der Seezug die einzige Möglichkeit ist nach San Fardo überzusetzen. Zum Anderen konntest du so Brianna und Robin aufeinander treffen lassen. Und ich muss sagen, auch wenn es nur ein relativ kurzer Abschnitt im gesamten Zusammenhang des Arcs ist, so gehören diese Panels auch jetzt noch zu meinen Highlights. Völlig ungeachtet dessen, dass Robin zu meinen Lieblingen in OP gehört, war die Szene so herrlich paradox, dass Robin, die mit einem sprechenden Rentier in W7 unterwegs ist, auf eine Frau trifft, die mit einem sprechenden Fuchs um die Häuser zieht. Und während sich Brianna und Kyu auf dem Weg zu einer Bibliothek auf der Nachbarinsel befinden, sind Robin und Chopper kurz davor den Buchladen auf W7 zu betreten. Ich liebe solche kleinen Details! Zudem hast du die Momente, in denen man in Robins Gefühlswelt blicken konnte, sehr treffend beschrieben. Eine Frau, die durch das Leben und dessen fortwährende Ablehnung schon fast vergessen hat, wie sich Zuneigung und Freundschaft, gar Wärme anfühlen ist nach und nach immer mehr in der Lage diese Empfindungen durch die Warmherzigkeit der SH wieder an ihr Herz zu lassen. Dickes Lob dafür, denn es ist nicht leicht einen fremd kreierten Charakter so glaubhaft mit Leben zu füllen und in die eigene Story zu integrieren.
      Ich bin sehr froh, dass dir die Szene gefallen hat. Die Ursprungsszene gehört tatsächlich schon zu einem meiner Lieblingspanels im Manga, da ich die ganze Sache rund um Robin wahnsinnig spannend und faszinierend fand. Daher wollte ich sie irgendwie auch in meinem Werk einbinden und umso mehr freut es mich, wenn die Szene dann auch noch so positiv aufgenommen wurde.

      Red Haired Beckmann schrieb:

      Anschließend treffen Brianna und Kyu in einem relativ unscheinbaren Lädchen auf Ioreth, die sich später als ihre Zwillingsschwester Isabella herausstellt und als ehemalige Königin von San Fardo ein Leben im Exil führt, um sich, ihre Halbschwester und deren Sohn vor den gierigen Fängen der Triade zu schützen. Anschließend gehen Brianna und Co. dann aber endlich auf die Reise nach San Fardo und treffen im Seezug auf Kaisa Hari, ihres Zeichens CP9 Agentin mit grünem Haar, blauen Augen und verdammt badass!! Dazu sei gesagt, dass ich die CP9 Agentin ziemlich feiere... Vielleicht bin ich da auch alleine mit, aber eine Frau, die kämpfen kann und dabei so herrlich selbstbewusst ist, gefällt mir einfach richtig gut. Die CP9 ist aber nicht die einzige Partei, welche mit Brianna auf dem Weg nach San Fardo ist. Nach den Geschehnissen auf Chasetown beordert auch Sengoku zwei Marinesoldaten dorthin: Xiniu (der Nashornmensch und Konteradmiral) und Marmaros (Marmormensch -> cooler Name btw. xD und Flottenadmiral). Zum guten Schluss fehlt dann nur noch die CP8 mit Järv, einem verfressenen Langarmmenschen, der von der Absorbtionsfrucht gegessen hat. Und auch wenn ich die Architektur seiner Teufelsfrucht mit der Zeit immer besser verstanden habe, muss ich sagen, dass mir anfangs die Kraft etwas zu nah an BB und seiner Finsternisfrucht war. Denn Dinge zu absorbieren und sie anschließend frei zu lassen (bei Bedarf) ist doch so ziemlich die Kernfunktion seiner Logia. Wie dem auch sei... mit der Zeit habe ich mich dran gewöhnt und es stört mich ehrlich gesagt auch nicht mehr so sehr. Bis hier hin auf jeden Fall ein Setting, dass mich schon zu diesem Zeitpunkt erahnen lies, dass die ganze Aktion auf San Fardo eigentlich im Chaos enden musste, wenn so viele unterschiedliche Interessenten auf einer Insel zur selben Zeit aufeinanderprallen. Was im weiteren Verlauf dann ja auch geschah.
      Den Dank für Kaisa nehme ich gerne an. Sie begleitet uns ja noch ein gutes Stück!
      Zur Absorbtionsfrucht kann ich den Einwand sicherlich verstehen, auch wenn man natürlich sagen muss, dass Oda selbst ja oftmals ziemlich ähnliche Teufelsfrüchte entwirft. Die Schnee- und Gefrierfrucht als Beispiel, aber auch die Kilo- und Tonnenfrucht etc.

      Red Haired Beckmann schrieb:

      Unsere drei Protagonisten platzen jedenfalls mit Masken ausgestattet in das fröhliche Treiben der Insel und starten den Versuch fünf von zehn Bibliotheksschlüsseln von den zehn Stadträten zu ergattern. Dazu wollen sie das Fest und die Maskenpflicht - welche übrigens aufgrund der gegebenen Situation rund um Covid 19 seine ganz eigene Comedy bei mir verursacht hat xD - ausnutzen, um unerkannt an die Stadträte und deren Schlüssel zu gelangen. Und dann lernen wir auch endlich den Hauptantagonisten des Arcs kennen: Lucius, der Erzbischof von San Fardo, Konsument der Emotionsfrucht (hervorragende Wahl!), Mitglied der zehn Stadträte und Teil der Triade. Ein durchweg widerwärtiger, niederträchtiger und böser Charakter. I love it! Ach ja... wenn ich schon bei Lucius aka. Ekelpaket aka. Luzifer bin. Ich weiß ja nicht, ob du dich bei ihm ein Stück weit an Harry Potter und J.K. Rowling orientiert hast. Aber er hat mich stellenweise etwas an Tom Vorlost Riddle erinnert, der ebenfalls durch seine Gaben in der Lage ist in den Gefühlen und Gedanken seiner Opfer zu lesen, wie in einem Offenen Buch. Und mit dieser Gabe manipuliert, ausnutzt und Ängste schürt, die seine Opfer beinahe in den Wahnsinn treiben. Der nahezu ultimative Antagonist. Und selbiges verkörpert Lucius als diabolischer Erzbischof, der in der Gefühls- und Gedankenwelt seiner Opfer sein Unwesen treibt, wie es ihm beliebt. Der in der Lage war über die Jahre seiner Anwesenheit das Volk gegen den Ex- König Amroth aufzustacheln und im Hintergrund quasi der wahre Strippenzieher in seinem neuen Schattenreich ist. Die Lage spitzt sich jedenfalls zu, als Brianna kurz nach dem Maskenball; ihrem Zusammentreffen mit Marc und der Flucht in die Stadt vom Bischof gefangen genommen und in den Dom entführt wird. Gleichzeitig beginnen CP8 (Järv) und CP9 (Kaisa) mit ihrer Jagd nach einer Prophezeiung welche sich in der Stadtbibliothek befinden soll. Dem stellt sich allerdings der Konteradmiral in den Weg, um das Eindringen in den Dom zu verhindern, nachdem sein Marine-Kollege von der grün haarigen Tänzerin kurz und schmerzlos ausgeschaltet wurde. Und irgendwie wird Marc dann auch mit hineingezogen in einen Kampf auf Leben und Tod. Gegen zwei mächtige Teufelskräfte und eine Rokushiki Nutzerin. Dennoch kann er sich mit seinen Waffen und Kampftechniken, die sehr stark an die Sky-Islander anlehnen behaupten. Zudem wird Dädalus von der mysteriösen Paola in das Kurtisanenhaus der Insel geführt, wo sie von Dädalus Plänen erfährt und sich schlussendlich unseren Protagonisten und ihrem Vorhaben anschließt. Währenddessen wird Kyu von Waisenkindern gefangen genommen und in die unterirdischen Katakomben der Stadt entführt - die gleichzeitig den Ort für das hiesige Waisenhaus darstellen, in dem Schwester Theresa mit eiserner (oder soll ich besser sagen dornenbesetzter? xD) Peitsche herrscht. Die Weichen für das Chaos sind also gestellt. Das tritt dann auch prompt ein und lässt die ganze Stadt wortwörtlich in Flammen aufgehen, die alles was sich ihnen in den Weg stellen verzehren, während Marc gegen den Konteradmiral ran muss.
      Freut mich, dass dir das venezianische Setting (samt ungewollter komödiantischer Akutalität) gefallen hat. Die Parallelen zu Riddle sind mir beim Schreiben gar nicht so bewusst gewesen, aber sicherlich sind sie auf die ein oder andere Weise gegeben.

      Red Haired Beckmann schrieb:

      Ich lasse an dieser Stelle mal ein paar Details außer Acht (ich hoffe du verzeihst mir das, denn sonst wird dieser Post noch länger als er sowieso schon ist) und konzentriere mich an dieser Stelle etwas mehr auf die Geschehnisse im Dom und deren Protagonisten. Es kommt also zum Aufeinandertreffen von Dädalus, Paola und Lucius. Paola... wieder so ein Charakter, der dir gut gelungen ist. Eine Frau, die irgendwie glücklich/unglücklich mit Amroth eine Beziehung im Geheimen führen musste, da sie als geborener "Bastard" nicht offiziell in das Königshaus Amroths' passt. Zu allem Überfluss ist sie zu Zeiten ihrer Flucht von der Insel auch noch schwanger mit einem Jungen - welcher sich später als niemand anderer als Oronel herausstellt, der mitverantwortlich für Kyus Entführung ist. Nachdem die Scharade geglückt ist und Lucius glaubt, dass mit Ioreths Tod (von der er wiederum glaubte sie sei Isabella) das Königsgeschlecht ein für alle Mal ausgelöscht sei, beginnt also seine Schreckensherrschaft auf San Fardo und der Versuch die Prophezeiung zu entschlüsseln. Logischerweise gelingt das nicht, da in Oronel das Blut des Königs weiterlebt. Ich muss sagen, dass ich selbst verwundert darüber bin, dass ich auch jetzt in der Retroperspektive die Geschichte eigentlich wieder ganz gut zusammenbekomme, obwohl es viele Informationen und Handlungsstränge gab, die du am Ende allerdings super zusammengeführt hast. Wie auch immer... es kommt also letztendlich zum Showdown zwischen Brianna und Lucius, sowie Kyu und Theresa. Ach ja, nebenbei läuft auch der Kampf zwischen Järv und Kaisa . Das klingt auf den ersten Blick natürlich sehr unübersichtlich. Aber wie auch schon im ersten Arc wussten die Kämpfe mit Dynamik und Spannung zu überzeugen. Es bleibt festzuhalten: Järv schaltet Kaisa aus und kann mit der Prophezeiung fliehen. Kyu verkohlt die Ordensschwester, welche eine überaus mächtige Teufelsfrucht beherrscht. Hier bin ich mir allerdings nicht sicher welche... Eine Pflanzenfrucht liegt natürlich nahe (sowas, wie das Modell Rose-Rose xD). Ich könnte mir aber auch eine Art Wucherfrucht vorstellen, mit der sie die schon vorhandenen Wurzeln oder Samen wachsen lassen und dann nach Belieben manipulieren kann. Who knows?! Aber das ist ja auch das schöne, dass einige Sachen einfach der Phantasie überlassen werden können. Jedenfalls macht Kyu in diesem Kampf eine zwar unterlegene, aber dennoch gute Figur für mich. Denn er erweckt zum ersten Mal das wahre Potential seiner TF. Und da hast du mich echt gekriegt! Bin ich bis dato ebenfalls davon ausgegangen, dass es sich dabei nur um eine einfache Hunde-Zoan Modell Fuchs handelt, stellt sich heraus, dass der kleine eine Kryptid Zoan des Modells Kitsune verputzt hat und ein Fuchsgeist ist. Ich sehe immenses Potential für seine weiteren Kampffähigkeiten!
      Am schönsten finde ich gerade, dass ich mich durch dieses Review selbst wieder an so schöne Szenen erinnere, die für mich gedanklich jetzt schon etliche Jahre zurückliegen. Daher tut es mir einerseits Leid, wenn ich auf deine unheimlich ausführliche Kritik stellenweise gar nicht genauer eingehe, aber sei dir bewusst, dass mich das gerade selbst unheimlich bereichert.
      Ebenso freut mich natürlich, dass der kleine Twist um Kyu auch bei dir Gefallen gefunden hat.

      Red Haired Beckmann schrieb:

      Anschließend geht es mit dem Kampf zwischen Brianna - die inzwischen ihr Steckenpferd mit Hilfe der Waisenkinder wiedererlangt hat - und Lucius weiter. Hier komme ich jetzt das erste mal zu einem kleinen Kritikpunkt. Ich hatte stellenweise das Gefühl, dass Brianna ein bisschen zu unterlegen und fast ausschließlich auf die besonderen Fähigkeiten ihres Steckenpferdes angewiesen war. Das kann aber auch einfach nur mein persönlicher Eindruck gewesen sein. Ich hatte einfach hier und da das Gefühl, dass sie sonst völlig untergegangen wäre gegen Lucius, der selbst jetzt auch nicht das körperliche Übermonster ist, sondern eher über seine raffinierten Teufelskräfte kommt. Anyway, der Kampf gipfelt mit dem perversen Mord an Riko und Lea, welche dem Bischof völlig schutzlos ausgeliefert sind. Ich finde es im Übrigen gut, dass du im Gegensatz zu Oda nicht vor dem Tod zurückschreckst und ihn schonungslos in deiner Geschichte einbringst. Nicht inflationär, sondern genau an den Stellen, wo er eben auch Sinn macht. Der Tod der zwei Waisenkinder ist dann aber auch gleichzeitig der Turning Point im Kampf zwischen Brianna, welche vor Wut und Hass schäumt, und Lucius. Selbiger ist durch die starken, alles überlagernden Emotionen seines Gegenübers nicht mehr in der Lage ihre Gedanken und Gefühle zu manipulieren. Sein letzter Ausweg, um auch Dädalus und Paola zu stoppen ist Eva, eine Boa die er auf beide loslässt (nächste Analogie zu Voldemort...). Schlussendlich findet der Kampf ein jähes Ende mit dem Auftauchen von Pearl, die das Kampfgeschehen beobachtete und einschritt, bevor Theresa Kyu den gar ausmachen und Lucus sich ein letztes Mal aufbäumen kann. Ein wahrhaft fulminantes Arc-Finale...
      Ja...ich schrecke vor dem Tod nicht zurück...wahrlich nicht...ohne zu spoilern :D

      Red Haired Beckmann schrieb:

      Zum Schluss möchte ich mich aber noch einmal gesondert zu Brianna und ihrer persönlichen Geschichte/Entwicklung in diesem Arc äußern. Es tat wirklich gut mehr über sie und ihr persönliches Schicksal zu erfahren. Sie stammt also aus einer Gaukler Familie und wurde nach dem Tod ihrer Eltern von Dädalus aufgenommen, der so etwas wie ein zweiter Vater für die Rothaarige ist, auch wenn sie die Trennung von ihrem Elternhaus nie wirklich überwunden zu haben scheint. Der größte WTF-Moment war für mich allerdings das Erwachen ihres Königshaki. Ich habe diese Stelle wirklich mehrmals gelesen, um auch wirklich sicher zu gehen, dass ich mich nicht verlesen habe. Sie trägt dieses "Gen" also ebenfalls in ihrem Blut. Vielleicht habe ich mir aufgrund eben dieses Umstandes auch etwas mehr Hoffnungen gemacht, dass sie auch physisch in diesem Arc noch einmal deutlich zulegt. Aber was nicht ist kann ja noch werden ;). Und dann kommt das Ende und die Aufklärung rund um die Geschehnisse auf Chasetown. Diesen Build Up zum Punkt, an dem Sie Marc verfällt, mit ihm zusammen sein will, obwohl das nicht möglich ist, da er (wie in Königshäusern üblich) einer Prinzessin versprochen werden soll und Brianna ihm schlussendlich offenbart, dass sie Schwanger ist... Chapeau! Dramaturgisch ganz weit vorne! Und spätestens an der Stelle dämmerte es mir dann auch, was der Grund und die wahre "Belohnung" ist, auf die sie hofft, wenn sie Horizon findet und den fünf Weisen aushändigt: Ihre Tochter. Ihre Tochter, die ihr als eine Art Trophäe entrissen wurde und in die Hände der Tenryuubito fiel. Es entstand eine Wunde, aus der sie bis heute blutet und an der Marc einen erheblichen Anteil hat, da er sie jahrelang im Stich lies. Und hier liegt jetzt auch der wahre Hund begraben, warum ich mit diesem Rückblick und dem eigentlichen Arc-Ende etwas naja ich sage mal unzufrieden bin. Denn du hast so schön auf diesen Punkt hingearbeitet und auch bei mir sehr viel Emotion geweckt, die mit dem "stillen" Einverständnis ihrerseits , dass Marc "nicht mehr von ihrer Seite weichen möchte" etwas verpufft sind. Kann aber auch sein, dass ich hier viel zu schnell urteile und sich Marc noch beweisen muss, um seine bedingungslose Loyalität unter Beweis zu stellen. Das alles täuscht auch in keinster Weise darüber hinweg, dass ich Brianna als Protagonistin weiterhin am spannendsten finde, da sie ein sehr vielschichtiger Charakter ist, der verletzlich, stark, liebend, wütend und zweifelnd ist.
      Ich musste bei deinen letztem Abschnitt einfach schmunzeln, denn dieselbe Kritik kam auch damals von anderen Lesern, u.a. Bo, welche den Abschluss und die "Aussöhnung" zwischen Marc und Brianna etwas flach fanden. Schon damals habe ich erklärt, dass ich es absolut ähnlich sehe und bis zum aktuellen Kapitel mit Marc als Charakter meine Liebe Mühe habe.
      Daher auch Danke hier für dein ehrliches Feedback, welches mich in meiner eigenen Wahrnehmung durchaus bestärkt hat!

      Red Haired Beckmann schrieb:

      Ich hoffe jedenfalls, dass das Statement ist nicht zu lang, oder anstrengend zu lesen, da ich hier und da mal wieder etwas konfus unterwegs war. Also cya after the next Arc!
      Keineswegs! Ich finde das wahnsinnig gewinnbringend!

      Red Haired Beckmann schrieb:

      PS: Das hätte ich ja fast vergessen... Du hast neben Robin also mit Kalos einen weiteren Überlebenden aus Ohara erschaffen, welcher in der Lage ist alte Schriften zu lesen und die Geheimnisse der Welt zu entziffern. Bin gespannt, ob sich Robin und er in deiner Geschichte mal über den Weg laufen. Wäre in jedem Fall cool und für den Zeitsprung von Robin ja durchaus denkbar.
      Dazu sage ich mal lieber nichts!

      @RHB # 4

      Red Haired Beckmann schrieb:

      Ahoi!

      Da bin ich schon wieder xD. So langsam wird mir unheimlich, wie schnell ich mit deiner FF voran komme... Aber es ist einfach sooo gut! Ich habe mich entschieden diesen Arc in meiner Review in zwei Teile zu packen, da er deutlich länger als seine Vorgänger ist und ich Angst habe, womöglich Dingezu vergessen, die ich gerne ansprechen wollte, sollte ich vorher ganz durchlesen ^^.
      Ich bin einfach froh, dass du (noch) dabei bist!

      Red Haired Beckmann schrieb:

      Deine Handlung entwickelt sich auch und gerade in diesem Arc wirklich prächtig! Das ganze Setting um die Himmelsinseln, den dortigen Konflikten und ihrer Geschichte hat mich jetzt nach nunmehr 17 Kapiteln voll und ganz in seinen Bann gezogen. Dabei fällt mir grundsätzlich auf, dass deine Geschichte nochmal deutlich komplexer und die Konflikte viel tiefgreifender sind, als bspw. auf San Fardo. Und zumindest bis zum jetzigen Punkt habe ich nicht den Eindruck, dass dir diese Komplexität aus den Händen gleitet. Ich habe zwar hier und da so meine Probleme die ganzen Verbandelungen und Verwandtschaften auf die Kette zu kriegen, aber was solls'... das war ja bei GoT am Anfang auch nicht anders und hat dort letztendlich trotzdem geklappt. Auf jeden Fall gefällt mir die ganze Atmosphäre auf dem Aurora Archipel, die mich stellenweise an die Französische Revolution, verbunden mit modernen Elementen aus den Zwanzigern, bzw. der OP entsprechenden Zeitleiste erinnert. Dieser ganze Inselkomplex ist, ähnlich wie das vorkriegszeitliche Europa, eine tief gespaltene Nationenfragmentierung, unterdessen Oberfläche es mächtig brodelt und eine wirkliche Gemeinschaft nahezu undenkbar scheint. Die neue "Republik" ist insofern auch nur ein in sich erodierendes Scheinbündnis, das weder durch Hexen, Himmelsengel, noch der anarchistischen Bewegung unter der Leitung von Phillip von Anjou anerkannt wird. Das ganze Setting schreit also nach Konflikt, Chaos Intrigen und Dramatik...
      Ja die gesteigerte Komplexität erwartet dich wohl (leider) auch in den kommenden Arcs! Ich versuche zumindest, dass sie mir nicht aus den Händen gleitet, aber das werdet ihr Leser am Ende beurteilen müssen.
      Ansonsten freut es mich, dass dich das Setting abholen konnte. Es gehört rein vom Papier her nach wie vor zu meinen Lieblingsideen meiner Geschichte.

      Red Haired Beckmann schrieb:

      Wir beginnen an Bord der Ikarus, auf der Brianna in fast manischer Besessenheit trainiert. Es ist ihr also selbst nicht entgangen, dass sie nicht mehr in der Lage sein wird, ihre Freunde und Liebsten zu beschützen, wenn sie kampftechnisch nicht etwas draufpackt. Zeitgleich liegt Marc notdürftig zusammengeflickt mit neuem Metallarm im provisorischen Lazarett. Ich habe um ehrlich zu sein gar nicht mehr auf dem Schirm gehabt, dass er vom Nashornmann so dermaßen zugerichtet wurde. Habe ich da was überlesen?! xD. Ist ja auch egal. Mir gefällt auf jeden Fall dieses Gimmick, da ich auch hier großes Zerstörungspotential sehe. Erinnert mich übrigens ein bisschen an den Winter Soldier, welcher nach seiner künstlichen Transplantation ebenfalls zum Übermenschen wurde. Naja die Gruppe trennt sich also beim Aufstieg zum Aurora Archipel in zwei Gruppen auf... Während Brianna, Kyu und Dädalus gemeinsam mit dem Heißluftbalon gen Himmel schweben, bleiben Kaisa und Marc auf der Ikarus zurück und fliegen ihrerseits mit dem"umgebauten" Schiff zum Fôret Noir. Dort angekommen, macht sich Kaisa direkt auf eine Expedition durch den Wald, wo sie prompt von derjungen Aloe entführt wird, die über mysteriöse Waldfähigkeiten verfügt.
      Der Winter Soldier war an dieser Stelle sicherlich eine Inspirationsquelle für Marcs Tranformation, die zumindest in kämpferischer Hinsicht gelungen ist. Jetzt muss ich nur noch charakterlich nachziehen.

      Red Haired Beckmann schrieb:

      Währenddessen schlendern die anderen Drei unter der Führung der reizenden Camille durch Orleans. Über die Zeit wird immer deutlicher, dass die vermeintliche Republik unter der Führung der Familie Deveraux im Prinzip nichts weiteres ist, als eine Maske, hinter der das hässliche Gesicht monarchischer Herrschaft in neuem Gewandt weiter regiert. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen werden die vier Deveraux Geschwister verehrt wie Götter und scheinen sich damit über jeden Zweifel zu erheben. Unter jener Oberfläche brodelt das Konfliktpotential jedoch gewaltig, da Phillip von Anjou untergründig eine Revolte plant, deren Beweggründe mir bisher noch verschlossen bleiben (vielleicht habe ich hier aucheinfach noch nicht genau genug gelesen/aufgepasst). Dazu gesellen sich die Hexen, welche über die Zeit hinweg ständig ihre Finger mit im Spiel zu haben scheinen und die vorangegangenen Königshäuser schon seit vielen Jahrzehnten unterwandern, bzw. für ihre eigenen Zwecke missbrauchen. So haben sie sich über die Vergangenheit den Wald zu eigen gemacht und die Lebonairs aus ihrer alten Heimat von der blauen Insel vertrieben. Im Zentrum dieser Gruppierung steht eine alte Bekannte von Dädalus, oder Dédale wie er früher genannt wurde: Genevieve! Auch sie begehrt gegen die Obrigkeitsverhältnisse der Deveraux auf und erpresst sich in einem Tauschgeschäft mit Xanthos Deveraux, in dem Dädalus gegen die Unabhängigkeit der Ilse de Rouge als Geisel übergeben wird. Bei ihr bin ich mir um ehrlich zu sein auch am unsichersten, ob ihrer Beweggründe und tatsächlichen Ambitionen. Bisher baust du sie jedoch zu einem ziemlichen Miststück und eher antagonistischen Person aus. Hier stellt sich mir jedoch die Frage, was die ehemalig gute Freundin von Dädalus so durchtrieben und falsch machte, dass sie ihn derartig hintergeht und einen solchen Verrat an der ehemaligen Freundschaf begeht. Time will tell... Die dritte Fraktion im Bunde der aufbegehrenden Kräfte des Archipels stellen dann schlussendlich die Blauen Engel rund um die Lebonairs dar. Ihre Geschichte erinnert mich irgendwie ein Stück weit an die Shandia auf Skypia. Ein Ureinwohnervolk, das von externen Kräften aus ihrer Heimat vertrieben wurde und seitdem nach einer Möglichkeit sucht, dorthin zurückzukehren und frei leben zu können. Und als ob das noch nicht genug wäre, stehen sie auch noch in einem gewissen "Verwandtschaftsverhältnis" (so nenne ich das jetzt einfach mal) zu den Deveraux, da Zoe die Halbschwester des kleinen Engels Aloe ist, die schon in ihrer Kindheit an einem Versuch Zoe von den Deveraux zu befreien scheiterte.
      Genevieve wird noch eine größere Rolle in meinem Gesamtwerk spielen, weshalb ihre Geschichte auf dem Aurora Archipel sicherlich nicht abgeschlossen ist, sondern nur einen winzigen Bruchstück in ihrem Leben ausmacht.

      Red Haired Beckmann schrieb:

      Insgesamt würden die Deveraux in jedem Fall perfekt in das Setting von Game of Thrones passen. Erst lernen wir den kräftig gebauten Alexandre kennen, der seinen Diener mitten im Akt aufgrund zügelloser Lust versehentlich tötet und von seiner kleinen Schwester Marie dabei auch noch erwischt wird, obwohl sie eigentlich nur jemanden zum Spielen suchte xD. Skurrile Dinge passieren... Und damit meine ich nicht, dass Alexandre offensichtlich eine Vorliebe für seine jungen Diener hat, sondern die Situation als solche! Ich hatte seine Enttäuschung über die eigene Zerstörungskraft und den (zu) schnellen Tod seines Gespielen bildlich vor Augen und konnte mir eigentümlicher Weise ein Schmunzeln nicht verkneifen xD.
      Dann gibt es mit Xanthos einen völlig verrückten Wissenschaftler, der wie Qyburn mit Vorliebe an seinen Gefangenen herumschnippelt und ihnen Gimmicks verschiedenster Art und Weise verpasst - völlig ungeachtet derer anschließenden Konstitution. Wir bekommen außerdem im Flashback von Dädalus mit, dass dieser mit seinem ehemaligen Schüler gemeinsam die Grundlagen für jene Smile-Forschung legte, die ihre Fortführung auf Punk Hazard und Dress Rosa fand. Wieder verbindest du hier geschickt deine eigene Story mit dem Original und schaffst das auch perfekt im zeitlichen Zusammenhang. Gefällt mir richtig gut!
      Und dann sind da noch Elijah und Abeille, welche mich (warum auch immer) ein bisschen an das Zwillingspaar Jamie und Cersei Lannister erinnern welche sozusagen das Kernstück der Familie darstellen und nach jetzigem Kenntnisstand (noch) den normalsten Eindruck auf mich machen. Abeille, die von der Duftfrucht gegessen hat und ihre Kräfte u.a. gezielt dazu einsetzen kann die Gedanken und Handlungen anderer Menschen direkt zu lenken (natürlich unter Zuhilfenahme von Bienengift, welches von Xanthos gezielt manipuliert wurde), lässt da dann aber auch schon durchscheinen, dass sie zu allem bereit zu sein scheint. Wohingegen Elijah bisher noch sehr bedeckt ist. Bis auf das gezielte Anbaggern von Brianna ist da bisher noch nicht viel böses Blut zu Tage getreten. Aber was nicht ist, das kann ja noch werden. Immerhin ist er als Kämpfer im Umgang mit einem Königsschwert ein ernstzunehmender Gegner.
      Die Vergleiche zu Game of Thrones gehen an mir leider vorüber, da ich weder die Bücher gelesen noch die Serie gesehen habe, auch wenn mir manche Namen und Tropen sicherlich etwas sagen. Umso erfreulicher dann für mich, dass ich diesem beliebten Werk zumindest etwas Glanz "stehlen" konnte.

      Red Haired Beckmann schrieb:

      Zoe... tja aus Zoe werde ich bisher am aller wenigsten schlau! Sind es die mysteriösen Kräfte von Abeille, welche sie mit aller Macht im Palast halten?! Oder ist sie möglicherweise sogar freiwillig dort, da sie als "Mitglied" der Königsfamilie gewisse Privilegien genießt?! Immerhin führt sie ein Leben in Überfluss und Wohlstand. Wie auch immer, sie ist auf jeden Fall eine der Schlüsselfiguren im Sumpf der Intrigen, Revolutionen und dem ganzen Drama auf dem Aurora Archipel.
      Ich glaube, dass alle meine Ausführungen nur mehr Fragezeichen hinzufügen würden :D

      Red Haired Beckmann schrieb:

      Zum Schluss möchte ich dann noch mal ein paar gesonderte Worte zu Dädalus verlieren...
      Ich finde es großartig, wie du dem alten sympathischen Zausel in diesem Arc eine gehörige Portion Tiefe bis hier hin eingehaucht hast. Er selbst mit seiner Vergangenheit auf dem Aurora Archipel gibt der ganzen Story die persönliche Würze, die es braucht um emotional voll mitgerissen zu werden. Das schaffst du ausgesprochen gut. Denn seine Geschichte ist in gewisser Weise schon tragisch. Er selbst trägt dazu bei, dass zumindest eine Smile so wirkt, als wäre sie die perfekte Kopie einer echten Teufelsfrucht. Und dann ist es ausgerechnet sein eigener Sohn Ikarus, der durch eine Mischung kindlicher Neugier und Tatendrang einen Test mit seinen neu gewonnenen Fähigkeiten wagt und sich dadurch selbst in die Tiefe und seine Mutter in die Alkoholsucht stürzt. Deine Umsetzung, bzw. Interpretation der Sage um Ikarus hier in diesem Arc ist rückblickend betrachtet übrigens einer meiner Highlights im bisherigen Arcverlauf. Das war bildlich und auch poetisch stark umgesetzt. Der anschließende Scherbenhaufen einer gescheiterten Ehe zwischen Kuleha und Dädalus ist dann der logische Impuls für Dädalus, zusammen mit Briannas Großvater (Will Grimm) - auch hier beweist du wieder ein gutes Auge fürs Detail mit deinem Querverweis auf alten Märchenautor Wilhelm Grimm - um die Welt zu reisen und Zerstreuung in seinen Erfindungen zu suchen. Ich habe es bereits in meinen vergangenen Reviews gesagt und wiederhole mich gerne: Dädalus ist ein wunderbarer Charakter, der mir richtig ans Herz gewachsen ist und mit jeder Zeile eine neue Facette gewinnt. Daumen hoch.
      Der lieber Dädalus. Ich leugne nicht, dass er einer meiner ausgereiftesten und komplexesten Charaktere ist. Und dabei war dieser Arc nicht einmal das Highlight seiner Geschichte! Ich empfinde auf jeden Fall unheimlich viel Dankbarkeit dafür, dass dieser Charakter so viel Liebe erfährt. Das macht mich persönlich schon ein bisschen stolz!

      Red Haired Beckmann schrieb:

      Ich bleibe auf jeden Fall weiter dran und bin ganz gespannt, wie sich deine Geschichte in diesem Arc weiter entwickelt und schlussendlich auflöst.
      Bis dahin!
      Ich bin auf deine weiteren Gedanken mehr als gespannt! :)

      @Monkey D.David

      Monkey D. David schrieb:

      also ich muss sagen die kämpfe waren schon echt gut gestaltet und auch von der Dynamik her sehr gut geschrieben , ich wusste zwischen durch echt nicht wie könnte das hier weiter gehen und ob noch wer stirbt , ich finde auch das die Dramatik mit paola und ihrer geschichte sehr gut rüber kam , ihr ziel was sie auf dieser Insel hatten haben sie zwar leider nicht erreicht aber sie haben eins gemerkt das sie noch zu schwach sind und tranieren müssen um ihr ziel zu erreichen

      aber was dir sehr gelungen ist , ist die Tatsache das ich echt nicht wusste wie die geschichte hier noch zu ende geht , wird lucifer und Theresa besiegt und getötet oder entkommen sie , den eindruck das sie fliehen werden hatte ich halt nicht deswegen war für mich eigtlich die ganze zeit klar das sie wahrscheinlich sterben könnten aber der Vexor ist ein fuchs und holt eine neue Figur da mit ins spiel um sie zum Rückzug zu zwingen damit hatte ich nicht so gerechnet gehabt ^^
      Vielen Dank für deine Worte! Kämpfe sind meines Erachtens nach wie vor eine der schwierigsten Aspekte für mich, da man etwas unheimlich dynamisches langatmig erklären muss, um sie anschaulich und lebendig wirken zu lassen. Das gelingt nicht immer gleih gut.


      Monkey D. David schrieb:

      wir gefinden uns im himmel da ist es klar das man da gleich ein paar skypia vibes hat ^^
      kommen wir aber erstmal zu der Gestaltung des ganzen , ich fand du hast dir da sehr große mühe gegeben uns einen guten Einblick in die Insel struktruen zu geben , das man nicht nur das was man aus skypia im kopf hatte sondern seine eigene kleine welt sozusagen und bei mir kam da ein gutes bild auf mit den mehren Inseln und den Völkern die da leben

      auch fand ich das spannendeste an diesen arc das wir hier viel Hintergrund geschichte bekommen vorallem von dadälus und zu seiner Beziehung zu kuleha , schön das sie da noch vor kam ^^
      auch find ich es sehr intressant das du sowas reinnimmst das sie eine sehr große lebenspanne besitzten wieso das ganze könnte man vllt später noch erfahren das werde ich ja dann sehen

      auch hier waren die kämpfe sehr gut gemacht und mit der ober hexe einen sehr guten und starken charackter gezaubert ( schönes wortspiel^^)
      der Höhepunkt des arcs hat mich aber den auch schockiert ich denke ich hätte wie die anderen genauso fassungslos das mit angesehen wie einfach alle menschen den Tod finden , du hast in deiner geschichte das vollendet was leider unseren Enel nicht ganz gelungen ist weil er hatte das Problem das so ne gummibirne ihn im stand , da hatte hier unsere hexe mal glück gehabt ^^

      ich finde auch gut das du uns zum ende des arcs einen Einblick geweht hast in welcher Zeitspanne wir uns gerade befinden , kurz vor dem krieg auf MF ,
      Skypiea war sicherlich eine wichtige Grundlage für diese Welt! Immerhin gehört dieser Arc zu einem meiner Lieblingsarc und ich wollte unbedingt ein Stück dieser tollen Welt, die Oda da entworfen hat, auch in meine Geschichte hohlen.

      Monkey D. David schrieb:

      das ende des arcs hast du aber auch super genutzt um das nächste ziel zu zeigen den sehr viele partein sind auf den weg nach Liberty Bourbon und ich denke das könnte sehr spannend werden und ich freue mich darauf mich in den nächsten arc zu stürzten um herrauszufinden wo die reise hin geht , und ob meine fragen bald beantwortet werden oder zumindest hinweise zu findne sind , was für eine rasse oder was ist dadaläus , wo ist briannes tochter , was hat es genau mit kyu aufsich , wieso wollen die prohten das ihnen nix passiert und wer sind die überhaupt , und zu guter letztt werden wir es erleben das sie endlich mal einen hinweis auf horizen finden ^^

      so wir sehen uns dann nach dem 4 arc wieder mit einen bericht ^^
      gruss david
      Ja viele, viele Fragen, die du wohl nur beantwortet bekommst, wenn du weiterliest! VIelen Dank auf jeden Fall, dass du bisher am Ball geblieben bist!

      @qoii

      qoii schrieb:

      Und mal wieder brauche ich die „Drohung“ eines neun Kapitels um endlich meinen Kommentar fertig zu bekommen
      Weiterhin wird es wahrscheinlich auch ein eher kürzerer Kommentar, was aber nicht an der Qualität des Kapitels liegt. Besonders die weitere Ausschmückung, Aufbau usw. über Moskva und Novgorod, welcher sich über das ganze Kapitel zieht, hat mir besonders gut gefallen. Gefühlt war es auch der Hauptinhalt des Kapitels, indem dann einige deiner Protagonisten und ihre derzeitige Situation bzw. ihr Stand geschickt eingeflochten worden sind.
      Du weißt ja, dass ich keine Meisteranalysen brauche und gerade am Anfang betreibe ich ein wenig worldbuilding! Also alles gut! Ich hoffe, dass mein geplanter regelmäßigerer Schreibrhythmus dir das Kommentieren auch wieder erleichtern wird.

      qoii schrieb:

      Es beginnt bei Charlotte, die ich derzeit nicht zu den Antagonisten zählen würde, bei der ihre weitere Entwicklung bzw. ihre Einstellung gegenüber den Schatzjägern sicher noch sehr interessant werden wird. Denn je nachdem wie Briannas Auseinandersetzung mit der Triade oder jetzt wohl besser mit dein einzelnen übriggebliebenen Fraktionen verläuft, kann sich da so einiges ergeben. Trotz der Auflösung der Triade dürfte Brianna sich als Gegnerin des Zaren sehen, was sicher nochmal durch ihre Verbindung zu den Walküren über Herleif verstärkt werden dürfte. Wobei wir bei Herleif immer noch nicht wissen, ob sie wirklich auf Seiten der anderen Walküren bzw. wie sie zu Nikolai steht. Denn immerhin ist auch noch nicht geklärt, wie Brianna und Co letztendlich in die Hände von Luzifer gelangt sind.
      Korrekt und diese Frage werde ich noch ein wenig hinauszögern, sonst wäre es ja langweilig. Aber Charlotte ist aktuell definitiv eine gewisse wild card. Ihr dürft gespannt sein, wie sich ihre Loyalität entwickeln wird.

      qoii schrieb:

      Aber dies ist eigentlich nicht das entscheidende für Charlotte, denn Nikolai dürfte ihr ziemlich egal sein. Viel interessante wird es werden, wenn sie erfährt welche Rolle die Schatzjäger bei der Zerstörung ihrer Heimat gespielt haben. Zwar haben sie sich eigentlich nur gegen die Angriffe der Herzkönigin und ihrer Untergebenen gewehrt, aber trotzdem hat dies letztendlich zum Untergang von Duchess Court beigetragen und ich hoffe mal das du dich hier einfach nur verschrieben oder ich mich immer verlesen habe >>> Alle Überlebenden waren bereits in einem Massengrab verscharrt worden, als sie dort eingetroffen war. <<< Jedenfalls kann sich Charlotte derzeit sowohl als Verbündete als auch als Gegnerin der Schatzjäger herausstellen/entwickeln, wobei sie auch eigentlich weiterhin eine Randfigur bleiben könnte, aber dafür wird ihr Besuch eigentlich zu mysteriös aufgebaut. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob es sich dabei um einen der Schatzjäger handeln wird, denn es ist immerhin nicht so einfach an eine eingeschlossene Königin heranzukommen, besonders wenn man damit nicht etwas ganz spezielles erreichen will bzw. den Erstkontakt aus einem spezifischen Grund herstellt.
      Ach der klassische Fehler mit den Überlebenden...obwohl...ich würde es Brás Leuten durchaus zutrauen, dass sie auch die Überlebenden verscharrt hätten, um sie nicht eigendhändig töten zu müssen.
      Zu Charlotte habe ich mich ja oben schon geäußert.

      qoii schrieb:

      Bei Kaiser stellen sich vor allem zwei Fragen. Zum einen, wer genau ist Atticus und zum zweiten, warum hat sie sich geschworen nie wieder einen Fuß auf Novgorod zu setzten bzw welche Verbindung hat sie mit diesem Land. Zwar gab es in ihren FBs genug Eis und Schnee, aber wir wissen halt noch immer nicht zu welcher Fraktion sie letztendlich gehört bzw wer die Graue Dame ist und zu wem diese gehört bzw. ob Kaiser überhaupt noch zu diese.... wie du siehst und sicher weiß schwebt Kaiser mit ihrer endgültigen Zugehörigkeit immer noch in einem leeren Raum vieler möglicher Türen.
      Wie auch immer, mit ihrem Schur ist es zumindest sehr wahrscheinlich, dass sie zumindest einen Teil ihrer eisigen Erinnerungen auf dieser Insel verbracht hat und eventuell sind es die bevor sie aus dem Eismeer gefischt wird. (Woran ich mich gerade Spontan erinnert habe.).
      Also Kaisas Vergangenheit ist ganz maßgeblich mit Novgorod verknüpft und daher kann ich wohl schon verraten, dass wir Kaisas Geschichte in diesem Arc sicherlich aufgedröselt bekommen ;)

      qoii schrieb:

      Jedenfalls würde ich jetzt einfach mal vermuten, dass Atticus zu einer oder der (wer weiß wie viele es letztendlich sind^^) Organisationen gehört, für die sie Arbeitet und nicht dass sie ihn erst in dieser Stadt gefunden hat, also dass er kein Straßenkind oder so etwas ist. Anders als z.B. Kols neue Freunde, wobei er sicher durch seine relative Bekanntheit als … Antiquariat, Forscher oder was auch immer er genau war schon einen Fuß in irgendeiner Tür gehabt haben könnte. Weiterhin müsste Atticus ein römischer Name sein, also nichts was man in Russland erwarten würde.
      Also bis jetzt haben wir ja folgende Organisationen:
      Kaisa war Teil der CP9 und Teil der CP8-SALIGIA. Dort war sie im Auftrag der CP9, um diese zu beschatten. Mehr waren es bisher eigentlich gar nicht, die ich offiziell enthüllt habe (außer ich habe mich selbst schon verquatscht :D)
      Zu Atticus schweige ich noch.

      qoii schrieb:

      Viel entscheidender ist aber natürlich die Frage, was Brianna und Co nach Moskva verschlagen hat. Sind sie auf einem weiteren Hinweis gestoßen, dass sie dort etwas zum Horizon finden, folgen sie der Spur der Triade, wollen sie den Walküren helfen oder haben sie sich einfach ein einen Ort geflüchtet wie sie vor KGJ sicher sind und versuchen sich dort ein sicheres Netzwerk aufzubauen.
      Warum nicht alles gleichzeitig? Spaß beiseite...wir erfahren bald mehr!

      qoii schrieb:

      Was mir aber gerade beim Schreiben auffällt, was ist mit den anderen Schatzjäger. Zwar wird es auch nicht gerade explizit gesagt, dass sie sich nicht ebenfalls (zeitweise) in der Wohnung aufhalten, aber sofern ich nichts überlesen habe, kann man die ganze Darstellung der Situation so interpretieren, dass nur die drei sich die Wohnung teilen. Denn wenn ich die Uhrzeit richtig einschätzen müssten zumindest Aleo und Kyu ebenfalls schon zu Hause sein und ich kann mir derzeit noch nicht wirklich vorstellen, das Kyu Brianna so ignorieren würde. Allerdings wissen wir auch nicht, was in den letzten sieben Monaten genau alles passiert ist und die Eiskönigin könnte dieses nicht nur in Richtung Kaiser gesetzt haben. Denn zumindest ich kann mir derzeit nicht vorstellen, dass Kaiser um Dädalus schluchzen würde.
      Unterschätze mal die Emotionalität einer Kaisa nicht. Sie würde vielleicht nicht Rotz und Wasser heulen (erst recht nicht in Gesellschaft), aber sie hatte durchaus eine tiefe Beziehung zu Dädalus. (Zumindest für ihre Verhältnisse).
      Zu den anderen Schatzjägern kann ich noch nichts sagen.

      qoii schrieb:

      Es kommt einfach darauf an, was Brianna so alles über Dädalus und seine Vergangenheit genau erfahren hat und wie sie damit umgeht bzw wie die Reaktionen der anderen in diese Richtung verlaufen sind. Zumindest Kaiser dürfte etwas gesagt haben, was bei ihr überhaupt nicht gut angekommen ist. Aber auch gegenüber Kol scheint Brianna viel eisiger Geworden zu sein, da sie ihn ebenfalls vollkommen zu ignorieren scheint.
      Dafür hat sich das Verhältnis zwischen Kaiser und Kol anscheinend ziemlich gut entwickelt zumindest mir hat die Darstellung ihrer... nennen wir es mal abendlichen Routine sehr gut gefallen.
      Brianna ist aus diversen Gründen unterkühlter als früher. Dazu muss aber der Flashback und sie selbst wohl mehr Auskunft geben!

      qoii schrieb:

      Damit beende ich auch mal den Kommentar, in der Hoffnung, dass die nächsten wieder ohne etwas Zeitdruck geschrieben und dann auch wieder inhaltsvoller werden.
      Alles in Ordnung! Das war doch fürs Erste mehr als genug! :)


      Ich danke euch vielmals(!) für eure vielen und ausfürhlichen Kommentare! Auf mehr Regelmäßigkeit

    • Nachdem ich soeben die Lernarbeit von zwei Wochen auf vier auf zwei A4-Seiten ausgekotzt habe, ist mein Hirn wieder leer und unbedarft genug für diesen Kommentar. Sollte ich mittendrin plötzlich über King James reden, dann habe ich einen Schlaganfall und ihr könnt einen Krankenwagen schicken.

      Ich weiß nicht, ob du es weißt, aber ich habe Russisch in der Schule gehasst und bin kein Fan der russischen Kultur. Dennoch finde ich deine Version von Novgorod und Moskva recht ansprechend. Anders als von mir erwartet, begnügst du dich nicht mit der Zarenzeit oder Rasputin, den Romanows und wie sie alle heißen. Stattdessen unternimmst du einen Streifzug durch die ältere und jüngere russische Geschichte, flechtest den Kommunismus, die Oktoberrevolution und die Sowjet-Union mit ein. Dadurch wirkt die Insel weniger wie ein spezifisches Spiegelbild oder, böse gesagt, ein Abklatsch. Das ist vermutlich auch die bessere Wahl. Das viktorianische England, wenn man zu mir schielt, ist durch die industrielle Revolution und die daraus entstandene Steampunk-Szene wesentlich motivischer und prägnanter zu packen als das Russland des Zarentums, sodass die Versatzstücke aus verschiedenen Epochen mehr Würze in die Geschichte bringen. Ich meine, natürlich würde ich dir auch eine gelungene Persiflage auf das alte Russland zutrauen, aber so gefällt es mir besser.

      Mit dem ersten Teil im Antiquitätenladen, in dem die älteste Ware wohl die Besitzerin ist, weiß ich dennoch wenig anzufangen. Aber da es sich um ein sehr atmosphärisches Kapitel handelt, ging es vielleicht auch nur um den Aufbau dieser Stimmung und darum, der gesamten Kulisse im Großen wie im Kleinen Profil zu verleihen? Kaisa (Anya) ist mit dem Land verbunden und die Frage ist nun, ob Kaisa ein Deckname ist oder Anya. Sprich: Ist Kaisa Anya und nennt sich mittlerweile Kaisa, oder ist Kaisa Kaisa und hat sich das Alter Ego für ihren Aufenthalt in Moskva zurechtgelegt? Die Alte scheint Kaisa zu kennen und Anya ist eher russisch, sodass ich für die erste Variante plädiere. Aber bitte nenne Kaisa weiterhin Kaisa, ich bin kein großer Fan von Anya. :D
      Allmählich verdichten sich die Hinweise, dass Kaisa in der American-Horror-Version einer russischen Tanzschule ausgebildet wurde. Doch von wem und zu welchem Zweck? Die 43 (?) Kinder könnten die Schüler und Schülerinnen gewesen sein. Aber sollten sie im Auftrag Novgorods agieren oder der Weltregierung? Des Zaren oder der Opposition? Die Graue Dame könnte eine Agentin der WR sein, ähnlich Caramel, oder gar eine Schläferagentin. So oder so ist es möglich, dass Kaisa entscheidenden Anteil an der politischen Situation des heutigen Moskva hat oder zumindest erlebt hat, was damals vorgefallen ist. Dazu müsste man aber nun den genauen zeitlichen Ablauf kennen und im aktuellen Kapitel wirkte es zumindest nicht, als wäre Kaisa aktiv an Nikolais Aufstieg beteiligt gewesen.

      Unsicher bin ich mir bei Charlotte. Ich hoffe nicht, dass sie nur als dramatisches Mittel fungieren soll. Sprich, du eine schwangere Frau abschlachtest, um Nikolai noch böser oder wen auch immer noch skrupelloser wirken zu lassen. Unter den richtigen Voraussetzungen könnte Charlotte ein wertvoller Verbündeter für die Schatzjäger sein, wer davon noch übrig sein mag, und sich als entscheidende Außenseiterpartei in den Konflikt einmischen. Doch dazu müsste Charlotte zunächst einmal den Kopf aus dem Ofen ziehen und mehr in sich sehen als das Vögelchen im goldenen Käfig. Sie empfängt immerhin hochadligen Besuch, oder wen auch immer, und besitzt damit durchaus höfische Macht. Natürlich könnte ihr Kampf nur auf der Ebene der stillen Sabotage und heimlichen Intrigen geführt werden, aber mit der ominösen Nixe stünde in dieser Hinsicht auch bereits eine famose Gegenspielerin parat -- jetzt einmal unabhängig davon, ob sich die Meerjungfrau noch als physische Kämpferin entpuppt. Im Grunde erwarte ich von Charlotte zwar keine Carla, aber vielleicht eine Frau im Reifeprozess. Die erkennt, dass sie mehr sein kann als eine Gefangene und ein Brutkasten. Dass sie kämpft, für sich selbst und besonders für ihr ungeborenes Kind.

      Das Ende des Kapitel verheißt den Bestienchor und...ich weiß nicht. Das war so klischeehaft. xD
      Musst du nicht negativ auffassen, aber wenn du uns jetzt im nächsten Kapitel den engen Zirkel des Lords in einer fulminanten Zirkusnummer vorstellst, mache ich mir bezüglich der chaotischen Beschreibungen ein wenig Sorgen um die Zuordnung. Hoffentlich staffelst du die Einführung der jeweiligen Mitglieder, sofern du denn den Großteil bei der Vorstellung abzuhandeln gedenkst. Ändert natürlich nichts daran, dass ich extrem gespannt auf die Vasallen des Lords bin. Eine Seiltänzerin haben wir ja bereits aus weiter Ferne im albträumenden Corto Maltese bestaunen dürfen und noch immer möchte ich eine Verbindung zu den fahrenden Schaustellern, denen Brianna entstammt, nicht ausschließen. Womit ist noch zu rechnen? Clowns mit explodierenden Ballontieren und Zoan-Nutzer, die durch Reifen springen?^^

      Insgesamt ein schönes Kapitel, in dem wir einen weiteren Einblick in die Straßennetze der Stadt Moskva erhalten. Dazu natürlich die obligatorischen Andeutungen zu Brianna, die du ganz fies einstreust. Tut mir leid, dass ich dieses Mal wenig auf Details eingegangen bin, aber ich fühle mich minimal ausgebrannt und schwöre eine Verbesserung mit dem nächsten Chapter. Bis dahin. :D