Menschenjagd (Bo)

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    • Ja, man mag es kaum glauben. Aber es geht endlich weiter. Ich möchte mich für die lange Pause entschuldigen. Der Arc wird jetzt voraussichtlich zügig abgehandelt werden. Das neue Kapitel wird dazu den Startschuss bilden. Ursprünglich sollten beide Kapitel, also das letzte und das heutige, als Doppelpack erscheinen. Daraus ist nun leider nichts geworden. Es wäre aber super, sollte euch das vergangene Kapitel über die ganzen Wochen nicht mehr präsent sein, wenn ihr es vielleicht noch einmal lesen würdet. Beide Kapitel erzählen eine zusammenhängende Geschichte, in die ich viele kleine Details gesteckt habe. Ich würde mich freuen, wenn ihr die Zeit auf euch nehmen würdet. Im Gegenzug verspreche ich, das nächste Kapitel möglichst schnell zu liefern. :D


      David


      Monkey D. David schrieb:

      hier zeigst du wieder einmal was deine stärken so richtig sind .
      du schreibst kleine kampfpassagen und dazwischen würzt du sie mit dem was du noch besser kannst die wort gefechte zwischen carla und o´mara
      ich hab den teil mal wieder sehr geliebt und hatte richtig spaß dabei das zu lesen .
      o´mara hat da einen wundenpunkt getroffen und das könnte für ihn zum vorteil werden sollte sich carla nicht behersschen dann könnte das ihr untergang sein .
      Vielen Dank. Der Kampfpart war zugegeben schwieriger zu bewerkstelligen als der Rest des Kapitels. O'Mara ist so ziemlich am Ende und Carla keine naturgegebene Kämpferin, wodurch ich irgendeine körperliche Dynamik aus wenig Möglichkeiten ziehen musste. Ich freue mich, dass der Part dennoch gut ankam und dir auch die Dialoge gefallen haben. Gerade Carlas Monolog wird im neuen Kapitel noch einmal reflektiert werden und viel über sie selbst und ihr Leben aussagen.

      Monkey D. David schrieb:

      nach dem wunden punkt den o´mara angesprochen hat , schickst du uns in den nächsten carla FB .
      wie erwarten wird der FB um den vater von carla gehen , wo die beziehung zu carla weiter thematisiert wird .
      ich fand den part sehr gut geschrieben und du hast die stimmung gut eingefangen fand ich , das ende war dann zu erwarten , es musste ja was mit den vater passieren und du hast den vorfall gut genutzt um nochmal zu zeigen , wieso carla ihre mutter nicht mochte , den für sie war ihre mutter nicht gut und ihr vater war alles für sie . gut das er die mutter von carla missbraucht ist auch nicht schön aber das verstand carla ja nicht deswegen war der schock am anfang verständlich .
      Ja, das ist die Krux und das Paradoxe an Carla. Auf der einen Seite ist sie ihrer Mutter sehr ähnlich (geworden), aber gleichzeitig vergöttert sie ihren Vater, obwohl der eigentlich genau den Typ Mann repräsentiert, den die erwachsene Carla hasst. Carla ist das Resultat vieler einander widersprechender und toxischer Einflüsse, was im neuen Kapitel noch einmal zum Ausdruck kommen wird.

      Monkey D. David schrieb:

      carlas mutter hat also wieder geheiratet und hat carla eine schwester geschenkt ,
      ich fand diesen part auch sehr intressant geschrieben und bin da gespannt wie das enden wird . wer wird noch sterben und wo führt die reise von carla noch hin .
      das sie eine teleschnecke bekommen hat wird bestimmt noch eine rollen spielen da bin ich mir sicher .
      das carla sich da verlieben konnte fand ich auch sehr intressant und wie du es geschrieben hast war auch sehr gut .eine gute dynamik war da vorhanden und ich freue mich auf den zweiten teil .
      Damit kann ich liefern. Ich hoffe, der finale Part kann auch halten, was der Flashback bis hierhin versprochen hat. Vielen Dank für deinen Kommentar, ich freue mich auf deine Meinung zum neuen Kapitel. :D


    • So nun ist es wieder soweit kapitel zwei von carla kommt .
      Ich versuche das wieder zustückeln und vllt find ich paar hinweise die du erwähnt hast .
      Ich find gut wie du dieses kapitel wieder startest nach so langer zeit

      Man kommt gut rein ins kapitel was ich gut find .der part war auch sehr gut geschrieben wenn man sich vor augen hält was wir vorher von carlas mutter wussten und jetzt diesen part liest denk man sich nur wat sie schein ansich glücklich zu sein mit ihrem neuen mann , aber gleichzeitig will sie das carla sich verdeckt (schleier) . für mich klingt das so das sie sich zwar freut für ihre tochter aber sie auch froh ist sie vllt los zu werden .Da carla in den augen ihrer mutter immer noch errinerungen wach ruft die sie verdrängen will.
      Puh der nächste part war der hammer ^^

      Also die zweisamkeit von jonny und carla war sehr schön gewesen , kaum zu glauben das aus diesem mädchen die carla wurde die wir heute kennen .
      Sie waren echt glücklich und wollten vor ihrer hochzeit noch ne schnelle nummer schieben , tja wenn da nicht nervige schwestern wären , ich fand es mega lustig wie du das so geschrieben hast .
      Ich fand auch den kleinen hinweis nice zu vexor seiner FF das der wodka aus moskva kommt da wo es gerade bei Vexor seine FF zum stillstand kam .
      Ohha ich bin echt sprachlos muss ich sagen , das was passieren muss war mir klar da sonst carla nie so geworden wäre wie sie es zurzeit ist .

      Aber damit hab ich weniger gerechnet .
      Erst tötet carla den besoffenen stiefvater in ihrem rausch , wie damals ihre mutter ihrem vater .
      Dann dieser spruch das es so abgemacht war ist hart . ich vermute es war ne abmachung zwischen der mutter und dem stiefvater . mal sehen was mir der rest des kapitels sagen wird .
      Aber die mutter hat den vogel abgeschossen , vögelt den velobten von der tochter und freut sich drüber . oh man jetzt bin ich gespannt was abgehen wird ^^.
      Wie erwartet haut carla erst mal ab was verständlich ist , sie steht unter schock und weis nicht was sie tun soll . Das sie dann im alten anwesen landet ist eine schöne botschaft da man meist in solchen situationen zu den orten geht wo man glücklich war .
      Das dann ihre schwester auftaucht war für sie keine gute idee . ein mensch der gerade nicht herr seiner sinne ist und zu allem fähig sollte man meiden . vorallem in menschenjagt ^^.
      Das sie dann auch vom plan wusste war nicht gerade gut für sie , anscheind wenn ich es richtig verstanden habe ist sie druch carla gegen die wand gefallen und die scherben haben sich in den hinterkopf gebohrt , tja da war nummer 2 tod denke in dem kapitel macht carla den hattrick noch voll. So würde ihre verwandlung sehr viel sinn ergeben .
      Das sie nun die teleschnecke raus holt find ich gut und passt ins geschehen .

      Ok da haste mich aber hops genommen ^^ , ich dachte marcello wäre tod aber er dürfte noch ne nacht länger leben .
      Aber ich muss sagen dieses ende ist auch gut geschrieben das ende ihrer familie und der beginn von Carla grieswold die zur massenmörderin wird .
      Ich fand den part zwischen ihr und ihrer mutter sehr gut geschrieben .
      Es geht wieder zum kampf zwischen o´mara und carla
      Das schöne ist krill ist teilweise wach und naja am leben mehr oder weniger ^^

      Der kampf neigt sich dem ende und ich fand die rede zu carla sehr schön von o´mara und halt so war.
      Hast du sehr gut eingefügt das ganze , zum ende kracht nun der turm zusammen das war nur eine frage der zeit .
      Also ruht ihr verlobter nun bei ihrem vater , ich versuche die szene noch zu bewerten . es war ein abschied vom alten leben aber ein symbolisch für sie da jetzt alle menschen und dinge die sie mal liebte an einen ort ruhen .

      Das ende dieses kapitel war echt wunderbar zu ende geschrieben . carla wird bewusst wo sie verloren hat und wie o´mara siegen könnte und mit ihrer letzten kraft gelang es ihr nicht ihn zu töten .das o´mara nix mehr sagen kann fand ich mega witztig und bildet einen guten abschluss für dieses kapitel .
    • Ohne großes Gerede, direkt zur Sache: Kapitel 172 kann unter dem Titel "Während sie schlafen" an alter Stelle gelesen werden! Viel Spaß wünsche ich. :D

      David



      Monkey D. David schrieb:

      Man kommt gut rein ins kapitel was ich gut find .der part war auch sehr gut geschrieben wenn man sich vor augen hält was wir vorher von carlas mutter wussten und jetzt diesen part liest denk man sich nur wat sie schein ansich glücklich zu sein mit ihrem neuen mann , aber gleichzeitig will sie das carla sich verdeckt (schleier) . für mich klingt das so das sie sich zwar freut für ihre tochter aber sie auch froh ist sie vllt los zu werden .Da carla in den augen ihrer mutter immer noch errinerungen wach ruft die sie verdrängen will.
      Puh der nächste part war der hammer ^^
      Danke. Ich fand es zugegebenermaßen schwierig, bei Carlas Mutter die richtige Balance zu finden. Genau wie Carla selbst ist sie eine wahnsinnig zerrissene und kaputte Figur, die ich war durchaus als schlechten Menschen darstehen lassen wollte, aber eben nicht als eindimensionale Schurkin. Carlas Mutter ist einfach eine gebrochene und manische Gestalt, die nicht aus ihrer Haut oder vor ihren Traumata fliehen kann. Im Grunde wie Carla später selbst.

      Monkey D. David schrieb:

      Also die zweisamkeit von jonny und carla war sehr schön gewesen , kaum zu glauben das aus diesem mädchen die carla wurde die wir heute kennen .
      Sie waren echt glücklich und wollten vor ihrer hochzeit noch ne schnelle nummer schieben , tja wenn da nicht nervige schwestern wären , ich fand es mega lustig wie du das so geschrieben hast .
      Ich fand auch den kleinen hinweis nice zu vexor seiner FF das der wodka aus moskva kommt da wo es gerade bei Vexor seine FF zum stillstand kam .
      Ohha ich bin echt sprachlos muss ich sagen , das was passieren muss war mir klar da sonst carla nie so geworden wäre wie sie es zurzeit ist .
      Ja, das war mir wichtig zu zeigen. Anders als Schurken wie z.B. Flamingo bei Oda oder auch Mulligan in meiner FF, die schon als miese Monster zu Welt kamen, hatte Carla alle Chance der Welt. Wäre sie anders behandelt oder einfach in Ruhe gelassen worden, hätte sie sich ein normales und vrmutlich glückliches Leben aufgebaut. Carla ist, mehr als alles andere, ein Opfer der Umstände und ihrer Sozialisation. Das Potenzial für furchtbare Taten war ihr vielleicht angeboren, aber in einem anderen Umfeld wäre es vermutlich niemals hervorgebrochen.

      Monkey D. David schrieb:

      Aber damit hab ich weniger gerechnet .
      Erst tötet carla den besoffenen stiefvater in ihrem rausch , wie damals ihre mutter ihrem vater .
      Dann dieser spruch das es so abgemacht war ist hart . ich vermute es war ne abmachung zwischen der mutter und dem stiefvater . mal sehen was mir der rest des kapitels sagen wird .
      Aber die mutter hat den vogel abgeschossen , vögelt den velobten von der tochter und freut sich drüber . oh man jetzt bin ich gespannt was abgehen wird ^^.
      Wie erwartet haut carla erst mal ab was verständlich ist , sie steht unter schock und weis nicht was sie tun soll . Das sie dann im alten anwesen landet ist eine schöne botschaft da man meist in solchen situationen zu den orten geht wo man glücklich war .
      Das dann ihre schwester auftaucht war für sie keine gute idee . ein mensch der gerade nicht herr seiner sinne ist und zu allem fähig sollte man meiden . vorallem in menschenjagt ^^.
      Das sie dann auch vom plan wusste war nicht gerade gut für sie , anscheind wenn ich es richtig verstanden habe ist sie druch carla gegen die wand gefallen und die scherben haben sich in den hinterkopf gebohrt , tja da war nummer 2 tod denke in dem kapitel macht carla den hattrick noch voll. So würde ihre verwandlung sehr viel sinn ergeben .
      Das sie nun die teleschnecke raus holt find ich gut und passt ins geschehen .
      Haha, ursprünglich sollte der Stiefvater auch in dieser Szene sterben, aber ich habe mich dann doch umentschieden. Fand es passender, die Eheleute in einem theatralischen Doppelmord auszuschalten.

      Richtig, Everleighs Tod war ein Unfall und gleichzeitig der Katalysator, der Carla in ihrem Zusammenbruch endgültig über die Grenze geschubst hat. In diesem Moment hat Carla ihre "Natur" akzeptiert und sich dazu entschieden, sich gegen ihre Mutter aufzulehnen. Ganz so, wie ihre Mutter sich einst gegen Johnson aufgelehnt hat. Der Unterschied ist nur, dass ihre Mutter in gewisser Notwehr handelte, während Carla auf Rache sann.

      Monkey D. David schrieb:

      Ok da haste mich aber hops genommen ^^ , ich dachte marcello wäre tod aber er dürfte noch ne nacht länger leben .
      Aber ich muss sagen dieses ende ist auch gut geschrieben das ende ihrer familie und der beginn von Carla grieswold die zur massenmörderin wird .
      Ich fand den part zwischen ihr und ihrer mutter sehr gut geschrieben .
      Es geht wieder zum kampf zwischen o´mara und carla
      Das schöne ist krill ist teilweise wach und naja am leben mehr oder weniger ^^
      Jo, ich wollte Krill noch irgendwie in diesen Kampf einbauen. Viel Action habe ich ihm in diesem Arc ja nicht gerade gegönnt, daher empfand ich es nur fair. Immerhin hat Carla ihm eine Hand abgeschlagen. xD

      Monkey D. David schrieb:

      Der kampf neigt sich dem ende und ich fand die rede zu carla sehr schön von o´mara und halt so war.
      Hast du sehr gut eingefügt das ganze , zum ende kracht nun der turm zusammen das war nur eine frage der zeit .
      Also ruht ihr verlobter nun bei ihrem vater , ich versuche die szene noch zu bewerten . es war ein abschied vom alten leben aber ein symbolisch für sie da jetzt alle menschen und dinge die sie mal liebte an einen ort ruhen .
      Richtig. Carla hat jetzt die zwei Menschen, die sie liebte, am selben Ort zur Ruhe gebettet (inklusive das Symbol ihrer Kindheit mit dem Stoffelefanten). Carlas Kindheit endete mit dem Tod ihres Vaters, und ihr "normales" Leben endete mit dem Mord an John. In gewisser Weise beerdigte Carla immer einen Teil ihrer Selbst, zumindest glaubte sie das. Aber der Arc hat ja gezeigt, dass niemand von uns so abgeklärt ist, wie er gerne wäre.

      Monkey D. David schrieb:

      Das ende dieses kapitel war echt wunderbar zu ende geschrieben . carla wird bewusst wo sie verloren hat und wie o´mara siegen könnte und mit ihrer letzten kraft gelang es ihr nicht ihn zu töten .das o´mara nix mehr sagen kann fand ich mega witztig und bildet einen guten abschluss für dieses kapitel .
      Das freut mich. O'Mara war zu Beginn meiner Geschichte ja eher der Comic Relief Charakter zum Schmunzeln, worauf ich mit seinem Kauderwelsch nochmal Bezug nehmen wollte. Zwar hat er sich mittlerweile zu einer viel ernsteren und tieferen Figur gemausert, aber so ein bisschen Humor möchte ich dann doch bewahren; auch und besonders auf seine Kosten.^^





      PS.: Der Arc endet spätestens mit Kapitel 175!


    • so bevor ich das noch komplett vergesse mein kommentar zum aktuellen kapitel


      diesmal wird es aber ein kurzer das liegt aber nicht daran das mir das kapitel nicht gefallen hat , das hat es wieder mal richtig gut .
      es liegt eher das ich irgendwie ziehmlich ratlos bin aber das wirst du gleich sehen was ich meine ^^


      das kapitel fängt gut an mit den versorgen der verletzten nach dem kampf .
      alle sehen übel aus was aber zu erwarten war . der kampf war ja auch sehr krass für alle .

      wir haben hier auch ein schönes gesprach bekommen , hier wird auch nochmal reflektiert um was es geht und das opfer nicht vermeidbar sind wenn man gegen den bastardkönig in den kampf zieht .
      wie man bei miss trigast gesehen hat , ist so eine treffen nicht gerade gesund für einen ^^ .

      bin aber kurz überrascht war der kampf vorbei gewesen oder hast du den rest offscreen gemacht , bin mir da gerade nicht sicher .


      dann gehts zum schiff von garp
      ich fand diesen teil sehr intressant nur fällt mir hier gerade nicht viel ein .
      entweder hab ich das nicht mehr im kopf oder es sind einige neue characktere aber ich könnte mit den namen die da vor kamen gerade nix anfangen .

      und hab ich das richtig verstanden du hast garp ne enkelin verpasst oder hab ich da was falsch verstanden ^^ .


      dann ging es zum schluss noch zu einer anderen insel
      wo der grüne könig seinen zug macht
      fand ich ganz gut geschrieben und hast ne gute atmospähre geschaffen fand ich .


      vllt lag es daran das der arc lange ging und der fokus woanders lag , oder das es kurz vor 5 uhr ist aber ich war mit den namen echt überfordert haha aber sowas passiert auch mal .
    • Kapitel 173 ist unter dem Titel "Der Tag, an dem das Mädchen starb" an alter Stelle direkt unter diesem Beitrag zu finden. Zwei Kapitel noch, dann ist der Arc rum. Wird auch Zeit. :D

      David


      Monkey D. David schrieb:

      wir haben hier auch ein schönes gesprach bekommen , hier wird auch nochmal reflektiert um was es geht und das opfer nicht vermeidbar sind wenn man gegen den bastardkönig in den kampf zieht .
      wie man bei miss trigast gesehen hat , ist so eine treffen nicht gerade gesund für einen ^^ .
      Die Bilanz der Leviathan-Einheit ist ernüchternd, ja. Aber gut für die Kopfgeldjäger, wie sich zeigen wird. Ohne unsere Protagonisten wären Lorelei und ihre Leute ziemlich chancenlos gewesen, und wir reden hier "nur" von Carla. Wenn man dann überlegt, dass es eigentlich um die LIA geht, wo Leute wie Ulysses, Bloom und natürlich Beatrix selbst warten...
      Da wird man die Kopfgeldjäger brauchen.

      Monkey D. David schrieb:

      bin aber kurz überrascht war der kampf vorbei gewesen oder hast du den rest offscreen gemacht , bin mir da gerade nicht sicher .
      Dazu gibt es im neuen Kapitel noch etwas. Ich habe mich hier für eine achronologische Vorgehensweise entschieden, um diese drögen "Nach-dem-Kampf"-Kapitel etwas aufzulockern. So gab es jetzt erst einmal einen kleinen Rundumblick für den nächsten Arc, bevor in den kommenden drei Kapiteln der klassische Ausklang erfolgt. Ich denke, das neue Kapitel dürfte den Aufbau deutlich machen.

      Monkey D. David schrieb:

      ich fand diesen teil sehr intressant nur fällt mir hier gerade nicht viel ein .
      entweder hab ich das nicht mehr im kopf oder es sind einige neue characktere aber ich könnte mit den namen die da vor kamen gerade nix anfangen .
      Das sind Namen aus dem letzten Arc, der aber schon eine Weile her ist natürlich. Kako war der ominöse Spieler/Herumtreiber, den Harley für seine Teufelskraft töten wollte. Er war traf am Ende auf Flint und Harleys Ziehtochter. Den Ausgang des Treffens schulde ich euch noch. Die Frau der vielen Namen (Sol, Alba etc.) war auch ein unfreiwilliger Gast auf Harleys Party. Sie wurde von Coolidge, einem Kopfgeldjäger, mitgeschleppt. Ich werde im nächsten Arc noch kleine Rückblenden einbauen, um die Charaktere wieder stärker im Gedächtnis zu zementieren. Dafür war im aktuellen Kapitel schlichtweg kein Platz mehr, leider.

      Monkey D. David schrieb:

      und hab ich das richtig verstanden du hast garp ne enkelin verpasst oder hab ich da was falsch verstanden ^^ .
      Jo, habe ich. Im letzten Arc wurden diverse Andeutungen über einen speziellen Mann in Sols Leben gemacht -- mit der aktuellen Info dürfte klarer sein, um wen es sich dabei handelt.

      Monkey D. David schrieb:

      wo der grüne könig seinen zug macht
      fand ich ganz gut geschrieben und hast ne gute atmospähre geschaffen fand ich .
      Wunderbar, freut mich. Wobei es in der Szene eher um den mysteriösen Mann geht, der nun die "Kontrolle" über den Grünen König hat. Er wird auch bereits im neuen Kapitel auftauchen, sofern man gründlich liest. :D

      Monkey D. David schrieb:

      vllt lag es daran das der arc lange ging und der fokus woanders lag , oder das es kurz vor 5 uhr ist aber ich war mit den namen echt überfordert haha aber sowas passiert auch mal .
      Ja, damit habe ich gerechnet. Das wird sich alles in den nächsten Kapiteln lichten, sei es am Ende dieses Arcs oder zu Beginn des nächsten. Versprochen. Das neue Kapitel jedenfalls rollt eher lose Ende auf und bringt die Figuren alle in die richtige Bahn. Das dürfte weniger Fragezeichen provozieren.^^


    • Kapitel 173-175

      Kapitel 173 — Der Tag; an dem das Mädchen starb

      Mit Leibeskräften kämpfte Mercedes gegen die flauschigen schwarzen Schäfchen an, die sie in einen mörderischen Schlaf zu lullen versuchten. Im Nebel ihres Geiste meinte sie, die Hand nach den dunkel vorbeiziehenden Formen am dunklen Himmelszelt auszustrecken, doch ihre Hand…war fort. Ihr rechter Arm…war fort. Ein beachtlicher Brocken ihrer Kehle…klebte noch an Dionisia Lorcas eingeschlagenen Zähnen. Reglos wie ein Leichnam auf der Bahre ruhte Mercedes auf ihrer niedergestreckten Widersacherin. Die Frau, die ihr vor wenigen Momenten noch unerträgliche Qualen bereitet hatte, bot ihr nun das behaglichste Bett der Welt.
      Plötzlich benetzte eine unaussprechliche Kälte ihre Wange wie der Finger des Todes, der ihr das Gesicht streichelte.
      »Nicht einschlafen«, flüsterte eine wohlvertraute Stimme. Mit letzter Kraft wandte Mercedes ihr zuschwellendes blaues Auge dem Mann hin, auf dessen gestählter Brust sie ihr Leben aushauchte.
      »Callaghan«, wisperte sie wohlig — oder glaubte es zumindest, brachte ihre zerfetzte Kehle doch keinen Ton jenseits eines platzenden Blutschwalls hervor.
      »Nicht einschlafen«, raunte er neuerlich. Die nasse Kälte sammelte sich in einem winzigen Tropfen, der eine helle Schneise durch das Rote und den Ruß und den Dreck auf Mercedes' Wange zog. Graue, hässliche Graupel pladderten aus dem dunklen Himmelszelt, als wollten sie die Kopfgeldjägerin bei Verstand halten. Selbst der drehende Wind, so schien es der wegdriftenden Mercedes, schluchzte wie ein verängstigtes kleines Mädchen.

      Versunken in der Erwartung einer großen Flut wachte Lorelei Greenaway über das Panorama des vereisten Nickleby. Wie jedes Jahr hatten die Sturmböen des carnischen Loch Llyr den Winter in ihrem Windschatten angeschleppt und maßlos über Fountleroy Island ausgeschüttet. Eine tödliche Glätte schillerte gläsern über den Kopfsteinpflastern und heftete wie ein schwitziger Film an den Kathedralen, Manufakturen, Geschäften und Streunern. An einem gewöhnlicheren Tag hätte dies wenig für die schwarze Stadt bedeutet. Die gotische Szenerie hätte trostloser auf die Augen und die Kälte härter auf die Seelen gedrückt, doch Maschinen und Menschen wären ihrem Tagwerk mit der üblichen leidenschaftslosen Alternativlosigkeit nachgegangen, wären gestolpert und wiederaufgestanden, während der schwarze Schnee fiele und alles in Keuchhusten erstickte. Dieser Loch Llyr jedoch hatte den Beginn und das Ende einer Wilden Jagd gesehen, eine Nacht des Schreckens und des Blutes, und den Sonnenaufgang einer neuen, unvorhersehbaren Dynastie. In diesem Jahr des Traumas gefror der Winterfrost das Leben auf den Straßen und, verstörender, die Schlöte der Fabriken. Zum ersten Mal seit der Krönung der ersten Catherine vor über 30 Jahren war das stählerne Inferno des Union Black ohne Teufel und lag so still, dass sich der Horizont klirrend-klar hinter den erloschenen Türmen abzeichnete. Nicht einmal Greenaway, in deren jadegrünen Augen sich das unverhoffte Bildnis ihrer Heimatstadt im Tiefschlaf spiegelte, vermochte die Konsequenzen dieser Aussicht zu ermessen.
      »Finger weg!«
      Mit einstudierter Wärme sah sich Lorelei über die Schulter, als bevölkerten sie und die amputierten Frau allein das komfortable Krankenzimmer des Nickleby General — anstatt der zweidutzend Anästhesisten, Chirurgen, Ingenieure und Mechaniker, die sich in dieser Sekunde dicht an dicht um die Bettstadt der außergewöhnlichen Mademoiselle de Fer drängten.
      »Famos, faszinierend, fantastisch, verrückt«, lauteten die mal mehr und mal minder professionellen Fachurteile des Konzils, das Lorelei Greenaway eigens für die Kopfgeldjägerin anberaumt hatte. Eben, da sich eine übergriffige Hand den prekären Nieten an Mercedes' Beinprothese näherte, stürmte Lorelei endlich ans Bett zurück und warf die Decke über den verstümmelten Körper der halbnackten Frau. Die Geste hallte lauter als jeder Schrei: Raus!
      Im Gänsemarsch watschelte die herangeschaffte Expertenschaft aus dem Raum, ackernd und gackernd und mit echauffiert erhobenen Schnäbeln schnatternd. Die Stille, die sie zurückließen, füllte das Zimmer mit Musik.
      »Es ist Ihre Entscheidung«, betonte Lorelei nach einem längeren Gespräch neuerlich, »Sie haben die Baupläne gesehen. Wir könnten Großes mit Ihnen vollbringen, Miss Delacroix.«
      Jeder wütende Atemzug, den sich Mercedes abrang, keuchte und paffte mit der dröhnenden Dissonanz eines kaputten Auspuffs.
      »Das letzte Mal, als jemand ›Großes‹ für mich vorsah, ermordete ich sein ganzes Team und schwor ewige Rache an allen, die er liebt. Sind Sie dieses Risiko bereit zu tragen, Agent Greenaway?«
      Loreleis schlanke Nasenflügel zuckten unmerklich, beinahe…beleidigt? Innerhalb eines Wimpernschlages wich ihr verständnisvoller Ausdruck einer nüchternen Bestandsaufnahme der einarmigen, übel zugerichteten Patientin.
      »Ich hätte dich sterben lassen können«, schien die Agentin schimpfen zu wollen, »Ich könnte dich immer noch sterben lassen, du undankbares Ungetüm.«
      Doch nichts dergleichen sollte ihr herausrutschen. Stattdessen sprach sie nach einer kühlen Weile:
      »DaVinci ist bereits auf dem Weg. Wir mussten ihn quasi in Geiselhaft nehmen, doch er wird durch diese Tür treten und er wird Sie reparieren. Die Frage, die ich mir und Ihnen stelle, ist daher folgende: Wollen Sie wieder werden, wie Sie waren — oder wollen Sie besser werden als jemals zuvor?«
      »Besser?«, schniefte Mercedes angewidert. Ihre markante Stimme knackte grober als die verkeilten Zahnräder in ihrer Brust:
      »Wollte dieser Wahnsinnige mich verbessern, als er Treibstoff in meine Venen pumpte? Als er mir das Herz herausriss und durch eine ratternde Apparatur ersetzte? Als er…« Sie hielt eine winzige Träne nackten Zorns zurück. »Als er mir den Bauch aufschlitzte, meine Eierstöcke herauskratzte und meine Gebärmutter mit Blei füllte? Würden Sie das ›besser‹ nennen, Agent Greenaway?«
      Zu Loreleis Missmut schien die Kopfgeldjägerin eine unmögliche Antwort auf diese unmögliche Frage zu erwarten. Um eine solche verlegen, nahm die Agentin lieber die langen Beine in die Hand.
      »Ja«, blaffte ihr Mercedes hinterher, »Verschwinden Sie besser

      Entmutigt, aber niemals resignierend, stürmte Lorelei durch den Flurtrakt das Privatflügels gen Treppenrotunde, wo sie sich beinahe den Kopf an einem herabhängenden Krill stieß.
      »Sollten Sie nicht im Bett liegen…«, rüffelte sie ihn ermüdet, worüber der kopfüber hängende Meermann nur ein schockiertes Gesicht aufsetzte und mit flacher Hand über seine milchtrüben Augen wischte. »Sie meinen, ich liege nicht im Bett?«
      Seufzend schob Greenaway die herabbaumelnden Tentakeln beiseite und stampfte die knarzenden Treppen hinab. Zu seiner Verwunderung kam der Agentin kein Fluch über die blassen Lippen, weder in seiner Gegenwart noch am Fuße der Stufen, wo sie sich ungehört und ungestört hätte fühlen können.
      Mit derart neugefasstem Respekt für die Frau in Weiß setzte er seinen Weg an der Decke entlang fort, bis ihn durch ein wahlloses Schlüsselloch die salzige Meeresbrise einer vergossenen Träne küsste. Vorsichtig drehte er den bewussten Knauf und steckte seinen herabhängenden violetten Schopf wie ein Vampir durch den knarzend aufklaffenden Türspalt.
      »Was wollte sie?«, fragte er geradeheraus.
      »Sie wollen mich verbessern«, zischte Mercedes, »DaVinci soll seine…seine Vision vollenden und mich mit ein paar von Vegapunks ausrangierten Prototypen vollstopfen, wenn er schon dabei ist.«
      Krill schien ernsthaft und tiefgründig über diesen Vorschlag nachzusinnen, während er die Tür hinter sich zuknallte und einen angemessen Sitzplatz für sich und seine Fangarme suchte. Schließlich fiel er mit einem lauten Schmatzen der Saugnäpfe von der Decke direkt auf das Fußende des Bettes.
      »Klingt doch nicht schlecht.«
      »Nicht schlecht…«, echote Mercedes schal, »Es hat mich fast zehn Jahre gekostet, mich hiermit zu arrangieren.«
      Vielsagend deutete sie auf ihre Prothese. Krill seinerseits legte das Haupt schief, als hätte ihm Gott für diese eine vergängliche Sekunde sein Augenlicht geborgt, um sie und sie allein eingehend zu betrachten.
      »Was wirst du also tun?«
      »Ich wollte Ärztin werden, um Menschen wie meinem Bruder zu helfen«, grübelte Mercedes melancholisch, »Wollte Krankheiten heilen, Leben retten. Nicht mit Morden, sondern mit Medizin.«
      Krill lächelte schief, als könnte er diese hoffnungsstiftende Idee schwerlich mit der halbierten Maschinenfrau vor sich in Einklang bringen.
      »Ich bin nicht naiv«, verteidigte sie sich vorwurfsvoll, »Zumindest nicht mehr. Lorca musste sterben.«
      »Ja«, bekräftige Krill unumwunden. Mercedes glaubte ihm kein Wort.
      »Ich habe sie ermordet, weißt du. Nicht, weil ich musste oder glaubte, es tun zu müssen. Ich wollte es. Sie lag hilflos vor mir und ich entschied mich dazu, ihr den Schädel einzuschlagen und mich dabei auch noch barmherzig zu fühlen.«
      »Und deshalb willst du Greenaways Verbesserungen ausschlagen?«, summierte Krill wenig überzeugt, »Weil du Lorca ermordet hast und keine richtige Ärztin bist?«
      Mercedes murrte abweisend, mit der freien Hand über ihren bandagierten Armstumpen streichend. »Mit jedem Tag, der vergeht…und mit jedem Leben, das ich nehme…fühle ich das Mädchen von damals schwinden. Diese Operationen würden noch mehr von meiner Selbst abtragen. Immer weniger Mensch, immer mehr Maschine, bis die Schwester meines Bruders nicht länger existiert. Verstehst du?«
      Krill überlegte lange und ernsthaft, ob er verstand. Seine pupillenlosen Augen durchwanderten jede Wunde in ihrem Gesicht mit der suchenden Verbissenheit eines Goldgräbers, bevor er schließlich seinen eigenen Stumpen wie ein ausgesiebtes Nugget ins Fensterlicht hielt und fragte:
      »Du als Medizinerin, sag mir: Bin ich jetzt weniger ›ich‹, weil Carla mir die Hand abgeschlagen hat?«
      Skeptisch besah sich Mercedes den unförmigen Knubbel am Ende seines langen, roten Arms. Noch bevor sie eine Antwort zu formulieren vermochte, setzte Krill nach:
      »Ob mehr Mensch oder mehr Maschine, für uns bleibst du Mercedes. Dieses idealistische Mädchen, das Ärztin werden wollte, ist längst fort und kommt nie wieder zurück. Es starb vor fast zehn Jahren mit ihrem Bruder in Gavroche.«
      Der glasige Glanz in seinen ausdruckslosen, weißen Augäpfeln reflektierte matt im verkrusteten Bronzestahl ihrer verhassten Kanonenprothese. Erst nachdem er das Aufschwellen und Abflauen ihrer Verachtung am Zittern ihrer Augenbrauen gemessen und abgewartet hatte, wagte er erneut zu sprechen.
      »Ich weiß nicht, wer dieses Mädchen war oder ob sie eine gute Ärztin geworden wäre. Aber eine Sache weiß ich: Die Frau, die gerade vor mir liegt, hätte ihren Bruder retten können. Vielleicht hätte sie die ganze Welt dabei in Brand gesteckt, aber sie hätte ihn gerettet. Weil sie stark ist. Weil sie erbarmungslos ist. Weil sie tut, was getan werden muss.«
      Wieder drang der salzige Geruch der See in seine Nase, dieses Mal jedoch floss er aus ihrer beider Augen. Entsetzt verbarg Krill sein weinendes Gesicht, die eigene Wangen wie eine löchrige Dichtung abtastend. Mercedes hingegen lächelte aus purem Herzen. Nun war es an ihr, seine Tränen zu übersehen — und an ihm, sie rasch fortzuwischen. Denn ohne Verwarnung tat sich die Tür auf, um einen Geist hereinzuwehen.

      Der lange Kapuzenumhang glitt derart lautlos und zaghaft in den Raum, dass keine körperliche Präsenz dem aschgrauen Wollstoff eine Form zu diktieren schien. Ein tiefer Saum überdeckte jede Kontur eines Gesichts oder wandelnder Füße. Wäre ihnen das formlose Ding nicht so verloren, klein und fragil erschienen, Mercedes und Krill hätten gewiss alarmierter auf sein spukhaftes Erscheinen reagiert. So lauerten sie nur gespannt, wie sich zwei winzige Hände unter der Knopfleiste hervortaten und das Rätsel lüfteten.
      Zunächst fiel ein bloßer karamellbrauner Haarzopf aus dem Dunkel der Kapuze, ehe nach einem zitternden Zaudern der Fingerchen zwei kristallblaue Äuglein in einem geprügelten Mädchengesicht zum Vorschein kamen. Das arme Geschöpf sah aus, als wäre sie nach einem grässlichen Kutschenunglück im Krankenhaus gelandet und in ihrer Verwirrung ins falsche Zimmer getaumelt.
      »Können wir dir helfen?«, fragte Mercedes aufgescheucht und wäre wohl instinktiv aufgesprungen, hätten Krills Fangarme sie nicht zurückgehalten.
      »Das hoffe ich«, fiepte das Mädchen aus zusammengekniffenen Lippen. Der Anblick ihrer klimpernden Augen und arglosen Grübchen bescherte Mercedes ein unverhofftes Déjà-vu, und auch Krill schien ihre Stimme mit einer fernen Vertrautheit aufzunehmen.
      »Sie sind…Mercedes Delacroix«, wisperte die Besucherin nahezu unhörbar, »Und der Meermann. Krill? Richtig?«
      Die Kopfgeldjäger nickten erwartungsvoll, woraufhin sich das Mädchen ihnen wie ein scheues Kätzchen näherte. In der Bewegung blitzten unter dem grauen Cape nun erlesenste Zwirne auf, die sich zu ihrer minderwertigen Oberbekleidung verhielten wie Wein zu Urin und Mercedes eher an die bombastischen Unikate im Schaufenster von Hilbert & Sons erinnerten. Von Nahem wirkte das Kind weit weniger kindlich, dafür jedoch verlorener und verletzlicher als noch im Türrahmen.
      »Sind Sie wirklich blind?«, wollte sie dermaßen arglos und unversehens von Krill wissen, dass der Meermann gleichsam arglos und unversehens bejahte.
      »Wie schrecklich«, hauchte sie bekümmert, »Aber wenigstens können Sie dann nicht sehenden Auges ins Verderben laufen wie ich. Mein Name ist Catherine.«
      Obwohl Mercedes und sogar Krill zeitgleich die Kinnladen herunterkippten, fühlte sich Catherine zu einer Klarstellung genötigt:
      »…die Zweite.«
      »Die Puppenkönigin?«, hakte Krill in seiner Verwunderung lapidar nach. Mercedes hätte ihm am liebsten einen Klaps verpasst, wäre ihr Körper nicht eine solche Katastrophe gewesen.
      »Hoheit«, sprach sie weitaus höfischer und galanter als ihr Kumpan, »Was…können wir für Euch tun? Ich würde knicksen, aber…«
      »Bitte nicht«, rief Catherine, »Vielmehr wäre es an mir, Ihnen meine Unterwerfung anzubieten. So wie ich Agent Greenaway verstanden habe — und ich muss gestehen, die Agentin erwischte mich in einem denkbar ungünstigen Moment ärgster Nervenzerrüttung, der mir diesbezüglich wenig Kapazitäten bot — so wie ich verstanden habe, sind Sie die Retter dieser Stadt. Ach, des gesamten Commonwealth! Dr. Triagast habe ich soeben einen Krankenbesuch abgestattet, und wo ich schon hier war…da dachte ich…«
      Nervös, und anscheinend einem Schwächeanfall nahe, nestelte Catherine am struppigen Ende ihres langen geflochtenen Zopfes. Auf einen treibenden Blick seiner Gefährtin hin sprang Krill der schwankenden Regentin zu Hilfe und lotste sie sacht neben sich auf Mercedes' Bettkante. Tatsächlich sackte sie ausgelaugt in seine glitschigen Tentakel.
      »Ein Glas Wasser«, sagte Mercedes. Krill verstand es als Frage, die Kopfgeldjägerin aber als Befehl in seine Richtung. Genervt schenkte er dem Mädchen aus Mercedes' Karaffe ein Glas ein, das Catherine auch gierig wie eine Gestrandete leerte.
      »Auf dem Weg hierher…«, begann sie anschließend leise zu erzählen, als vertraute sie ihren besten Freunden ihr bestgehütetes Geheimnis an, »…zogen die Zerstörung und das Elend Nicklebys an meiner Kutsche vorüber wie Erinnerungen an einen Krieg, den ich nie miterlebt habe. Die Berge aus Leichen, die ich sah, aber reichten für ein ganzes Soldatenleben.«
      »Ist schon gut«, bestärkte Mercedes das Mädchen. Ein weiterer Becher Wasser schenkte der regina incognita frischen Lebensmut wie einer jungen Blüte.
      »Wir umrundeten auch den Cluster Park«, erinnerte sie sich, »Oder sollte ich sagen: Die getilgte Landhalde, die ihn einst beherbergt hatte. Dieser gewaltige Krater, aus dem alles Lebendige einfach…herausgerissen worden scheint. Ich fragte meine Begleiterin — Sie kennen die Inspektorin Zhang, meine ich? — ich fragte sie, was dort nur geschehen sei. Und sie schilderte mir die Mär der Mercedes Delacroix, Miss Delacroix. Sie, die Sie einem Höllensturm getrotzt und überlebt haben, während alles um Sie herum zu Staub zermahlen wurde.«
      Ihr ehrfürchtiges Schlucken spiegelte sich in Mercedes' vernähter Kehle.
      »Da sagte ich mir: ›Catherine, diese Frau musst du kennenlernen!‹ Denn sehen Sie, Miss Delacroix…«
      »Mercedes.«
      »Ja, Mercedes…Meine Mutter war wie Sie, oder Ihnen mindestens ebenbürtig in Stärke und Mut und Kampfgeschick. Zumindest steht das in den Büchern geschrieben, die ich bisher als ausgeschmückte Fantastereien verstanden hatte. Sie wissen schon. Poetische Übertreibungen, um die Übermacht des fountischen Empires zu bestätigen und die Stärke des Commonwealth symbolisch im Schwertarm der Kriegerkönigin von Fountleroy Island zu vereinen. Aber seit letzter Nacht…«
      Mehr und mehr glich ihr traktierter Zopf dem aufgerauten Tauseil eines Geisterschiffes.
      »Seit letzter Nacht weiß ich, dass es sich bei diesen Überlieferungen um mehr handeln muss als überschwängliche Prosa. Da draußen gibt es echte Monster mit echten Teufelskräften, die Parks pulverisieren und Paläste zertrümmern und meine besten Soldaten wie Ungeziefer zerquetschen. Als er kam, um mich zu töten, war ich so hilflos und allein…bis Agentin Triagast eingriff und es mir dämmerte: Wenn es Monster gibt, dann gewiss auch Helden, die diesen Monstern Einhalt gebieten. Nicht wahr? Helden wie Sie und Mr. Krill hier und Agentin Triagast?«
      In Mercedes' verschiedenfarbigen Augen, so das gleißende Blau und glänzende Grün hinter dem Gesichtsbrokkoli aus Schwellungen auszumachen waren, flackerten unaussprechliche Zweifel an dieser optimistischen königlichen Hypothese. So sehr sie der jungen Königin auch Trost spenden wollte, so zynisch und blutbefleckt hatten sie ihre vergangenen Monate des unfreiwilligen "Heldentums" doch zurückgelassen. Hilfesuchend tastete ihr Blick nach Krill, welcher sich seinerseits ganz der Wasserkaraffe verschrieben hatte und der armen Königin untröstlich nachgoss.
      »Verstehe«, deutete Catherine das Schweigen, »Es war ein kindischer Gedanke. In letzter Zeit scheine ich diesen sehr angetan.«
      Kraftlos erhob sich die junge Regentin von der Bettkante, eher gen Deckengebälk rankend als von der Matratze abfedernd. Mit der stummen Ehrfurcht einer Novizin auf ihrer langen Prozession zur Profess pilgerte Catherine an das große Fenster, in dessen Rahmen aus Raureif sie selbst zu gefrieren schien.
      »Haben Sie auch Ihre Mädchenjahre verpasst, Miss Delacroix?«, fragte sie plötzlich.
      »Ich kann nicht behaupten, jemals Mädchenjahre verlebt zu haben.«
      Die Hände im Rücken gefaltet, beinahe matronenhaft für ein Kind von 15 Jahren, ließ Catherine den kristallblauen Blick in die leergefegten Straßengeflechte hinabrieseln.
      »Vor wenigen Tagen noch hätte ich dieselbe Antwort gegeben«, hauchte sie ihren geisterhaften Atem gegen das Fensterglas, »Doch nun muss ich feststellen, dass ich sie schlichtweg verpasst habe. Wie viele Mädchen wachen wohl tagtäglich auf, nur um festzustellen, dass sie ihre Mädchenjahre verpasst haben?«
      Erfolglos versuchte sie, ein tieftrauriges Schluchzen hinter einem Seufzen zu verbergen, bevor sie vor dem Panorama ihrer verwundeten Stadt zusammenbrach wie eine junge Witwe vor einem frischen Grab.

      Am anderen Ende der Stadt, an dem die monolithische Talsenke das Jaggers gegen den Fuß des Rosary Hill brandet, überschaute ein weiteres Königskind dieselbe Metropole aus gänzlich anderen Augen. Wo Catherine II. das Opfer einer blutigen Intrige beweinte, verfluchte Ulysses McKenna den Nutznießer einer feigen Schwäche. So oft er den schicksalstragenden Moment im Thronsaal auch rekapitulierte, keine noch so gelenkige geistige Verrenkung fand eine alternative Begründung für sein Handeln als simpelstes, gefühlsduseligstes, irrationalstes Mitleid. Mitleid mit einem weiteren weinenden Waisenkind, mit einem weiteren Opfer unverschuldeter Umstände, die soviel größer und soviel drohender über den Rand seiner kleinen Welt hinausragten als die Riffe hinter dem Hafen seiner Heimat.
      »Hassen Sie diesen Jungen nicht, nur weil er Sie nicht retten konnte. Er konnte nichts dafür. Die Schuld der Welt liegt niemals bei den Kindern. Auf ihnen lastet sie nur am schwersten.«
      Unerlässlich suchten ihn die wohlsortierten Worte der roten Agentin heim, um seinen Verstand zu piesacken und seine Zweifel zu nähren. War er wirklich noch immer der kleine Junge auf der blutbefleckten Pritsche, der am Whiskey nuckelte wie andere Kinder am Daumen? Der die Augen schloss und den Schmerz schluckte; neben anderen Dingen. Hatte er Catherine deshalb gerettet — weil er sich nicht selbst hatte retten können?
      Tränenflimmernd durchleuchteten seine grellgrünen Augen das dahingeraffte Nickleby wie ein Leichenfledderer ein Schlachtfeld, auf der Suche nach Wert inmitten des Blutes und der Fäulnis.

      Unter einer Decke aus Farnen erwachte der Bastardkönig aus einem fiebernden Albtraum. Hastig wie gejagte Tiere huschten seine Pupillen durch das umliegende Dickicht. Schwarze Dornen schnürten sich um blaue Tannen und babylonische Ruinen, die im frostigen Dämmerlicht des eingebrochenen Winters gleich geborstener Rippen aus einem verwahrlosten Waldfriedhof stachen. Ein muffiger, nasskalter Gestank durchtränkte die Luft und den schweren Schnee, der ölig durch die glänzenden Nadeln triefte. Ulysses selbst aber blieb knochentrocken, wohlgehütet unter dem gepunkteten Hut eines riesigen Fliegenpilzes. Mit schwindelerregender Rasanz schossen dem Bastardkönig beim Anblick der gewaltigen Lamellen die Ereignisse im Thronsaal zurück ins Gedächtnis: Catherine inmitten ihrer toten Wachen, die rothaarige Agentin als Brei ihrer eigenen Säfte, Beatrix — rasend vor Zorn. Der Albtraum, dem er entkommen zu sein glaubte, lauerte ihm in der wachen Welt auf.

      ~Wenn das Herbstlaub wieder grünet…und die Wunde nicht mehr heilt…Wenn Mac Deara ist gesühnet, und die Fessel liegt zerteilt…ja, dann. Ja, dann. Habe ich…mein Land befreit. Ja, dann. Ja, dann. Weiß ich…mein Land…befreit…~

      Der schiefe Gesang lotste den Blick des Bastardkönigs zur nackten Beatrix De Barra, die gleich einer kriegsgeküssten Walküre in einem kleinen Teich im Herzen des Haines badete. Unter einem schmalen Wasserfall, der wie gemalt in den eisschwarzen Bottich plätscherte, wusch sie sich die salzige Marsch aus dem Haar und das fountische Empire aus dem Herzen. Singend, wie sie es immer tat, wrang sie ihre endlosen braunen Locken wie einen alten Lappen aus und fing herabfallende Graupelflocken mit der Zunge. Sogleich verzog sich ihr rundes weißes Gesicht und sie musste sich mit zwei Handvoll des stehenden Wassers den Mund ausspülen; denn fountischer Schnee ist schwarz wie Kohle und schmeckt modriger als die faulen Hände, die jene schürfen.
      Mit einem unbehaglichen Lächeln lauschte Ulysses ihrem angewiderten Gurgeln. In Momenten wie diesen erinnerte sie ihn an ein unbedarftes Wesen des Waldes, das in einem Erdloch geboren und von Wilderern in die Welt der Menschen verschleppt worden war. Als gehörten das Wasser und der Bachlauf und alles, was er benässte, ihr allein, ließ die Kriegerin ihre Finger über das flüssige Onyx tänzeln. Ihr blasser, muskulöser Oberkörper ragte geheimnisumwittert aus dem spiegelglatten Dunkel des Wassers wie die Wächterstatue eines versunkenen Tempels. Er versuchte zu rufen, doch jeder armselige Vorstoß eines Lautes legte Feuer an seine Kehle. Instinktiv suchten und fanden seine geschwollenen Finger einen behelfsmäßigen Wickel aus Kleiderfetzen und diversen Wildkräutern, die seinen Hals einbetonierten und nach weißer Hexerei rochen.
      »Lass es!«, rollte die sonore Stimme der Badenden plötzlich durch die Bäume und die Äste und die Tiefen der Erde. Der Winterhimmel höchstselbst wogte, als Beatrix gleich einer Stute im Galopp aus dem spritzenden Wasser stob. Jäh wandte sich Ulysses von ihrem nackten, nassen Leib ab.
      »Nach allem, was wir geteilt haben?«, feixte sie mit einem kecken Kopfschütteln, ehe sie unter den großen Fliegenpilz trat und vor dem Bastardkönig in die Hocke ging. Stoisch ertrug er ihre große vernarbte Hand, die sich kalt und nass auf seine brennende Brust legte.
      »Ist schon gut.«
      Mit einem tiefen Seufzer horchte sie nach dem Takt des schlagenden Herzens und dem Kribbeln seiner aufziehenden Gänsehaut. Ulysses erstarrte. Ihr zimtrotes Auge mochte schlafend erscheinen, der bloßliegende trübe Augapfel in seinem Nest aus Narben jedoch glühte hellwach und schäumte vor unterdrückter Wut. Unwillkürlich nahm das furchtsame Tomtomtom in seiner Brust an Fahrt auf, bis er das Pochen seines Körpers bis in die gebrochenen Knochen spürte.
      »Dein Herz schlägt so schnell«, raunte sie kryptisch, »wir könnten in seinem Takt um ein Feuer tanzen, bis uns die Ekstase dahinrafft.«
      Zähneknirschend ließ sich Ulysses seitlich gegen den Pilzstängel fallen, mürrisch wie ein Bursche in Erwartung der elterlichen Schelte. Gegen seinen Willen schob sie ihm eine schmutzige blonde Locke aus der Stirn, dann noch eine, und noch eine, und…
      »Du hast einiges zu erklären, Lordprotektor

      Die weiße Kutsche entfloh dem wintergrauen Horizont wie dem Reich des Todes, geschnitzt aus einem Hagelschauer und gezogen von fleischfressenden Monstren auf der Hatz. Mit der Rasanz und Wucht eines Streitwagens rauschte das silbergehärtete Ungetüm auf einer Woge aus Atemdunst die Serpentinen gen Palast hinauf. Die strammen Anweisungen der Kutscherin vermengten sich mit dem Echo der Meute und dem Wüten des Windes zu einer derart abenteuerlichen Kakophonie aus gebellten Befehlen und befehlendem Gebell, dass selbst seine Insassen nicht länger zu bestimmen vermochten, ob die gehörnten Hunde oder ihre peitschenschlagende Lenkerin das Gefährt beherrschten.
      Ulysses, noch halb schwindelnd im Karussell seiner Gedanken, identifizierte jedes der Tiere sogleich am Tapsen seiner Pfoten und dem Geruch des Sabbers an den frostumwitterten Lefzen. Wie ein Kind am Geburtstagsmorgen sprang er aus der Böschung hervor und stürzte gerade rechtzeitig aus dem Grau der Rosensträucher, um den gewaltigen Höllenhunden eine Chance zum Abbremsen zu lassen. Unter einem ordentlichen Rumpeln bohrten ihre massiven Tatzen tiefe Furchen in den gefrorenen Schotterweg. Die elegante Kutsche geriet in bedrohliche Schieflage, kenterte jedoch nicht. Ihre Fahrerin, ein burschikoses Ding mit gelben Schuppen und kariesgrünen Haifischzähnen, belegte den lebensmüden Wegelagerer mit genügend Unflätigkeiten, um erfahrenen Hafendirnen die Schamesröte auf die Ohren zu treiben. Zumindest, bis sie das emsige Schwanzwedeln der gehörnten Hunde bemerkte und selbst errötete. Vor ihnen erschienen war ihr gemeinsamer Gebieter, der Herr der Hunde und Zahler ihres Gehalts…und reckte seinen Daumen wie ein gewöhnlicher Anhalter.
      »Öhm. Ulysses McKenna«, ließ die Kutscherin ihre Insassin durch eine kleine Messingröhre neben ihrem Sitz wissen. Noch ehe die letzte Vibration dem dünnen Metall gänzlich entwichen war, röhrte der Trichter bereits zurück:
      »Ulysses?! So steig ein! Wir haben SO VIEL zu bereden, ehe der Tag verfliegt!«

      Catherine II. kam sich unter ihrer Tarnkappe aus mausgrauem Wollstoff wie eine feige Betrügerin vor. Verstaut in einer einfachen Postkutsche ließ sie sich unbemerkt aus dem Herzen der Verheerung zurück in ihren marmornen Palast chauffieren, während ihr gequältes Volk in den ruinenhaften Zeugnissen ihrer Fehler gefangen bliebe. Zu den seltenen Gelegenheiten, die die Anwesenheit der Puppenkönigin innerhalb der Mauern Nicklebys erfordert hatten, waren Lord Sundermare und Sir Benedict Hearst penibel darauf bedacht gewesen, die Eindrücke der jungen Catherine von ihrer Hauptstadt auf eine Reihe pittoresker Stadthäuser und grandioser Kathedralen zu beschränken. Die noblen Viertel und pompösen Kirchen waren ausreichend gewesen, um die naive Königin von der Heimeligkeit der schwarzen Bauten und der Lebensbejahung seiner Bewohner zu überzeugen. Nun jedoch erlebte Catherine die Hauptstadt von ihrer wahren Seite — und sie glich einer geschändeten Krypta. Die Luft stank faul und stickig, als hätte das Fleisch der Toten und der Atem der Ratten jeden Winkel der dunklen Gemäuer mit Pest infiziert. Die verschlungenen Kathedralen mit ihren himmelsragenden Speertürmen verurteilten gleich erbarmungsloser Richter die gebeugten Rücken der Stadtstreicher und Straßenkinder, die in den Nachwehen der Wilden Jagd um einen schnellen Berry kämpften. Verwaiste Babies schrieen nach toten Müttern, schreiende Eltern warfen sich auf winzige aneinandergereihte Särge. An den verdreckten Fenstern markierten rote Fahnen den Fundort weiterer Leichen. Eine ganze Parade solcher Flaggen schien Catherine zu winken, wo immer ihre Kutsche die dreckigen Häuserschluchten passierte.
      Felicia Zhang schenkte der Königin ein freundliches Lächeln, das jene nicht zu verdienen glaubte, ehe sie vor dem Polizeipräsidium ausstieg und die Regentin für den Rest des Weges der Stille überließ. Vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben fand sich Catherine sich selbst überlassen und mit ihren Gedanken für sich allein. Die Aussicht aus der Kutsche auf die Randbezirke mit ihren rostigen Stahlstreben und metallenen Überspannseilen erinnerte die junge Königin an die Netze einer mechanischen Spinne — und die grässlichen Nervenfasern im Rücken des Bastardkönigs. Das Gewicht der Stadt löste sich von ihrer Brust, als die rollenden Räder sie endlich aus den zyklopischen Mauern in die weiten fahlen Felder der Marsch hinaustrugen. Aus der Ferne trotzte ihr Palast auf dem Hügel dem angebrochenen Winter mit altbekannter Standfestigkeit, in seinem Inneren aber wüteten die Sturmwinde wie Poltergeister durch die demolierten Flure. Gleich seiner Königin hielten allein eine falsche Fassade und die Illusion von Macht dieses gewaltige fountische Monument noch aufrecht, indes der Mörtel bröckelte und die Grundfesten wankten.
      »Wir sind da«, drang die Stimme ihres Kutschers durch das spröde Holz, »Ihr scheint Besuch zu haben, Hoheit. Ich sende unverzüglich Wort.«
      Leidenschaftslos und abgekämpft lehnte sich Catherine aus dem Fenster, gewappnet für eine weitere Belagerung der mürrischen Lords des Worshipping House. Zu ihrer Überraschung, Erleichterung gar, erblickte sie statt steifer Zylinder und bebender Schnauzbärte aber lange blonde Haare und die winkende Hand einer unverhofften Freundin.

      Die verkündeten Gäste erwarteten die Königin mit Spannung, nachdem sich eine mausgraue Magd den Tritt der brüchigen Kutsche hinabgekämpft hatte, und blinzelten ungläubig über die royalen Lippen unter der tiefen Kapuze. Ein ehrliches, nahezu dankendes Lächeln überschatte die Müdigkeit im verweinten Gesicht der Monarchin. Es erstarb jäh, als hinter der schönen Moira Graham die bullige Gestalt des verhassten Cousins hervorragte. Peinigende Erinnerungen an die Nacht der Jagd hielten Catherine zurück. Moira, ihre Gefühle nachfühlend, schwang sich das honigblonde Haar über die schlanke Schulter und trat der Königin mit dem Stolz einer Baronin und der Wärme einer Mutter entgegen. Ihr Bruder und der jämmerlich dreinschauende Bastardkönig verblieben an der Seite eines Catherine unbekannten Fischmenschen.
      »Lady Graham, es ist eine so angenehme Freude, Sie in meinem Hause zu wissen«, grüßte Catherine II. ihren adligen Besuch gemäß des Zeremoniells und reckte die Hand, auf dass die Lairin die fountischen Finger küsste. Moira hingegen, auf die höfische Etikette und ihren weißen Gehrock scheißend, sank auf die Knie und schloss die fountische Königin wie eine lang verschollene Schwester fest in ihre Arme.
      »Es tut mir unendlich leid«, flüsterte sie dem Mädchen tiefempfunden zu, »Ihr seid so tapfer, Catherine! So unglaublich tapfer!«
      Unwillkürlich erwiderte Catherine diese Umarmung, die sie nicht zu verdienen glaubte, und weinte bittere Tränen in den knochigen Nacken der Schwanenprinzessin von Auglynn.
      »Herzerwärmend«, moserte Umanagh Fitzgibbon ungeduldig. Auf seiner sündhaft-silbernen Taschenuhr zählte er die Sekunden ab, die Moira und Catherine in dieser innigen Geschlossenheit verbrachten. Einundzwanzig…Zweiundzwanzig…Dreiundzwanzig…
      »Ich vergesse jedes Mal, was für ein Kind sie doch ist«, grummelte Cathal an Ulysses gewandt, welcher seinerseits nur die Schultern raffte und gen Moira deutete.
      »Ihre Idee.«
      Cathal schnaubte. Umanagh maulte. Neunundzwanzig…Dreißig…Einund—
      Zaghaft lösten sich die beiden voneinander, ohne dass Moira ihre weißen Hände von den schmächtigen Schultern der Königin nahm.
      »Es wird alles wieder gut«, versprach sie Catherine, »Ihr werdet sehen. Diese Vereinigung wird sich als die beste Entscheidung Eurer noch jungen Regentschaft erweisen. In ein paar Jahren schon…«
      Während Moira sprach und Catherine geistesabwesend nickte, rutschte der kristallblaue Blick des Mädchens wieder und wieder auf den herumlungernden Ulysses, der an die weiße Kutsche gelehnt an seinen Händen knabberte, als stanken sie nicht vor Blut. Nachdem Moira die Puppenkönigin schließlich zu ihren Gefährten geführt hatte, glaubte Catherine sogar, eine gewisse Furcht im Gesicht dieses widerlichen Mörders ausmachen zu können. War er es etwa, dem vor der Zukunft zu grauen hatte? Wie konnte er es wagen! Mit formvollendeter Eleganz hieß Catherine II. Cathal Donoghue als geschätzten Freund willkommen und machte erquickende Bekanntschaft mit Umanagh, welcher ihr als einflussreicher lairischer Financier vorgestellt wurde. Einzig ihr eigener Cousin wurde von der Befehlshaberin des Commonwealth mit einer schnippischen, flüchtigen Geste abgespeist. Weder verlangte sie einen Handkuss, noch bot er ihr einen solchen an. Moira setzte ein schmerzhaftes Lächeln auf, um die rauen Wogen zu glätten. Sie scheiterte kläglich. Catherine und Ulysses blieben verkrampft und unleidlich wie zwei zerstrittene Kinder mit befreundeten Müttern.
      »Kommt nur herein«, bat Catherine mit wackerer Miene — ehe sie mit eindeutigem Wink auf Ulysses nachtrat: »…und entschuldigt den allgemeinen Zustand des Palastes.«
      Da das ramponierte Vestibül einer Todesfalle gleichkam, folgten Catherine und ihre Gäste dem neuernannten Hofbutler durch obskure Flure und vergessene Wendeltreppen in die intakten Gemeinschaftssäle des Palastes. In unregelmäßigen Abständen kassierte Ulysses von seinen Gefährten vorwurfsvolle Blicke, sodass er sich schließlich zurückfallen ließ und dem Trupp wie ein alter, kranker Hund nachtrottete. Vorbei an aufgeschütteten Trümmerhaufen und über gebleichte Blutflecken hinweg gelangten sie auf die erste Etage. Die ikonischen goldenen Flügeltore, die unter Königin Anne installiert und von Ulysses demontiert worden waren, lehnten wie inaktive Golems gegen die roten Stuckwände des Thronsaals. Während die lairischen Gäste einen unauffälligen Blick in das Schlachtfeld riskierten, vermied Catherine jeden Kontakt mit ihrem zerschlagenen Herrschersitz. Zu frisch noch brannten sein Verlust und die Gewalt der Hände, die ihn zerschmettert hatten. Einzig Ulysses folgte ihrem Beispiel, indem er stur auf seine Stiefel starrte.
      »Ihr kriegt das hin«, wisperte Moira ihm plötzlich zu. Unbemerkt hatten sie und Umanagh hinter Catherine die Plätze getauscht.
      »Irgendetwas stimmt nicht«, bemerkte der Bastardkönig, »Sie ist anders. Sie plant etwas.«
      Moira lächelte, wie eine erfahrene Amme die erste Monatsblutung ihres Zöglings belächeln würde.
      »Unsinn. Sie ist schlicht erwachsen geworden.«
      »Innerhalb weniger Tage?«, grunzte er.
      »Das ist der Unterschied zwischen Männern und Frauen, Ulysses.« Verschwörerisch hakte Moira den Blonden unter und schob seine dicken Locken beiseite, als wolle sie ihm das Versteck des One Piece zuflüstern.
      »Jungs werden älter, wenn sie es wollen. Mädchen werden älter, wenn sie es müssen.«

      Biddipp. Biddipp. Biddipp. Mit der Macht eines göttlichen Blitzes, der das Dunkel durchbricht und das Böse vertreibt, wehten die nassen Graupel durch die zersprungen Oberfenster des Thronsaals und wuschen Catherines Taubheit fort — und wie sich einst die Versündigten ihrer Nacktheit gewahr wurden, fand sich Catherine plötzlich ihren Schmerzen und ihrer Verzweiflung hilflos ausgeliefert. Ein federloses Vogelküken in einem Nest aus roten Scherben und goldenen Spänen, das aus erstickter Kehle unhörbar plärrte. Im wachen Traum hatte die blutbesudelte Königin verfolgt, wie die Lilie von Og MacLarr mit dem Bastardkönig auf den Schultern abgezogen war; wie die rote Agentin mit letzter Kraft eine winzige Teleschnecke betätigt hatte, die seither in rhythmischen Intervallen dröge Laute ausstieß. Biddipp. Biddipp. Biddipp. Im ersten Moment schreckte Catherine auf, als sich ein halbes Dutzend dunkler Schemen aus dem Schuttqualm schälte und wie Heuschrecken in den Thronsaal ausschwärmte. Staubige schwarze Schuhspitzen wagten sich bis an den Rand der Klamm, die der Kampf zwischen Bastardkönig und Agentin in den Marmorboden geschlagen hatte. Noch immer pulsierten und pumpten die fluoreszenten Pilze der Lilie wie bedrohliche Feuerquallen in diesem schwarzen Spalt, und niemand wagte sich hinüber. Emsige Hände tasteten derweil Cassiopeia Triagast ab, hoben sie sanft auf eine eilig herbeigeschaffte Trage. Catherine lächelte erleichtert, die nach ihr ausgestreckten Fingerspitzen aber ignorierte sie. Anstatt den rufenden Stimmen zu folgen, anstatt über die wuchernden Pilzkappen zu wandeln wie zuvor Beatrix De Barra, kroch Catherine ihren Rettern durch die scharfkantigen Überreste ihres Thrones davon. Ihr Name verhallte unerhört in den Hallen des ramponierten Palastes.

      Eine Spur aus Blut bezeichnete den Pfad der Königin. In ihrem blutgetränkten Nachthemdchen spukte Catherine mit geisterhafter Zielgerichtetheit durch die langen Flure und dunklen Alkoven des Red Apple Palace. Dann, mehr Tier als Mensch, erklomm sie die Treppenstufen gen Dachgeschoss auf allen Vieren. Unerträgliche Schmerzen begleiteten jeden Schritt und jeden Handschlag auf ihrem Weg. Ihre Stirn blutete und dröhnte, ihr Nasenrücken zwickte. Noch immer steckten spitze Schrapnelle ihres Herrschersitzes in ihrer porzellanweißen Haut. Eine Zeit lang verharrte sie tatenlos vor ihrem Ziel. Die schmucklose Tür aus Teakholz baumelte herausgebrochen an einem einzigen kupfernen Scharnier. Ein beherzter Atemzug hob sie in das durchwühlte Zimmer. Wer auch immer für das Chaos verantwortlich war, schien durch das angelehnte Balkonfenster in den Morgenschnee entflohen zu sein. Zu ihrem Glück fand Catherine dennoch, wonach sie suchte…und zu ihrem Unglück ebenso. Die goldene Teleschnecke, auf deren glänzendem Panzer ein schwarzer Löwenschlund brüllte und die Catherine nie in ihrem Leben nicht schlafend vorgefunden hatte, hockte putzmunter auf dem Schreibtisch ihrer frischernannten Hauslehrerin. Obwohl das Tier keinen hör- oder sichtbaren Laut von sich gab, schwirrte die Luft unter dem Druck donnernder Schallwellen. Sämtliche andere Teleschnecken, von denen Penny Dreadful eine ganze Menagerie unterhielt, hingen dafür schlapp und trostlos wie eingefallene Soufflees in den Seilen. Catherine zögerte nicht länger. Ein simpler Panzerdruck knipste die goldene Königsschnecke in den Tiefschlaf und weckte die anderen Tiere aus ihrer Narkose. Zielgerichtet suchte und fand Catherine unter den Bauchfüßern ein besonders kleines, besonders schwarzes Exemplar mit goldenem Löwen auf dem Panzer. Als das Tierchen ihre Berührung wahrnahm, stieß es sogleich ein spitzes Fanal aus, das kein lebendes Wesen tangierte — bis auf seine riesenhaften Artgenossen, die auf dieses Signal hin aus allen möglichen Ritzen und Verschlägen im Commonwealth krochen. Mit vorgereckter Brust stellte sich Catherine den windenden Graupelschauern auf dem Balkon. Eine schneidende Kälte zerfetzte ihr karamellfarbenes, blutbeflecktes Haar zu unzähligen nassen Strähnen. Der gefrorene Stein brannte unter ihren nackten Fußsohlen. Catherine aber machte keinen Rückzieher. Mit demselben Starrsinn, den Zeitzeugen oft ihrer Mutter attestierten, trotzte sie dem grimmigen Winter und richtete die kleine Teleschnecke auf der Brüstung aus. Sogleich erfassten die glubschenden Stielaugen das abgeschaffte, verprügelte Porträt der Königin und übermittelten das eingefangene Bild an die riesigen Projektorschnecken, welche Catherines Visage wiederum weltweit gegen den grauen Himmel projizierten. Während die wegdämmernde Mercedes kaum mehr als das erste Schluchzen mitbekam, und O'Mara unter den Ruinen des All Hallows' Tower nur ein gedämpftes Blubbern wahrnahm, hörten Krill neben ihm, Lorelei und Luca, Headshot, Shrimati, Felicia Zhang und sämtliche Menschen im Einzugsgebiet die durchdringende Ansprache der Puppenkönigin. Einige johlten, getränkt in lairisches Blut. Andere japsten im Angesicht ihrer offensichtlich verwundeten Königin. Wenige grummelten griesgrämig, als das Mädchen entgegen des Protokolls offen zu weinen begann.

      »Menschen des Commonwealth«, überflutete ihre Stimme die brennenden Zuckerrohrfelder und stillstehenden Bergwerke, »Hört mich an! Ich, Königin Catherine II. aus dem Geschlecht der Namenlosen, Befehlshaberin des Commonwealth, Statthalterin der Göttlichen…« Sichtbar aufgelöst wischte sie sich Blut und Schnodder aus der Nase, nur um beides in ihrer Aufregung quer im ganzen Gesicht zu verteilen. »Tochter ihrer Mutter, der…der Seuchenkönigin von Fountleroy Island! Ich, Catherine II., erkläre die Wilde Jagd hiermit für beendet!«
      Obwohl Catherine in der Einsamkeit ihres Palastes auf einer weit enfernten Kanzel predigte, glaubte sie, das Grölen und Toben und Jubeln und Klagen in den flammendurchzogenen Häuserlabyrinthen Nicklebys deutlich zu hören.
      »Keine Worte vermögen den Schmerz und die Schuld auszudrücken, die ich über meine gestrige Entscheidung empfinde. Ich…ich…«
      Theodore Rexroth, der an einem belanglosen Hafen eben ein Schiff charterte, verfolgte den Zusammenbruch der mächtigsten Königin des Staatenbundes mit einer undurchschaubaren Mischung aus steinernem Ernst und verhaltener Neugier. Beatrix De Barra, auf Kräutersuche, zeigte der überdimensionalen Catherine den Mittelfinger. Callaghan und Flint, die eben ihren Kurs richten wollten, ließen sämtliche Segel erschlaffen und trieben auf ihrem kleinen Kahn ziellos unter den gewaltigen Kristallaugen, die nun wie zwei Monde am Nachthimmel aufgingen. Wacker rappelte sich Catherine wieder auf, griff sich eine lose Haarsträhne und zwirbelte sie zwischen den Fingern. Godzilla Brakes, der von seinem eigenen Balkon in Mary Joa in den Himmel hinaufblickte, erinnerte sich bei diesem Anblick an seinen Sohn mit seinem Stofftier; und begann selbst zu weinen wie ein Kind.
      »Auf jede Nacht folgt ein Morgen«, schniefte Catherine tränensabbernd, »Auf jeden Krieg folgt Frieden. Ich kann die Opfer dieser Wilden Jagd nicht ungeschehen machen, kann nicht zurücknehmen, dass ich sie ausgerufen habe…Ich…kann nur um Verzeihung bitten. Wenn die Weisen in ihrem Heiligen Schloss zuschauen…« Sie schauten zu. »Wenn sie zuschauen, so sollen sie sich beratschlagen. Urteilt über mein Handeln, ehrenwerte Weise. Kein Richter könnte gnadenloser mit mir ins Gericht ziehen als ich selbst. Bis auf mein Volk natürlich…Mein Volk.«
      Abermals zuckte ein Schreckensschrei um die Welt, als Catherine die Teleschnecke in beide Hände nahm und dabei, vollkommen unbeabsichtigt, einen flackernden Blick auf ihren blutverdreckten, schneedurchnässten, mit Wunden übersäten, kaum verhüllten Mädchenkörper freigab. In diesem Moment schlugen die Gefühle von Sklaven wie Sklaventreibern, Armen wie Reichen, Kindern wie Alten in Sorge um den Zustand eines jungen Mädchens um. Catherine war nicht länger die Puppenkönigin oder die Zweite oder die Aufhetzerin der Wilden Jagd, sondern ein frierendes Kind in der Kälte, dem das gesamte Commonwealth eine Decke überhängen wollte. Dieser Moment mochte vorübergehen und eher früher als später in Zorn zurückschlagen, sobald die Schäden und Opfer der Nacht sich auftürmten; doch für eine einzige, menschliche Minute hatte Catherine die Welt in Empathie geeint.
      »Mein Volk…«, fing sie sich schließlich, »Mein Volk soll frei sein. Sämtliche Rechte und Gesetze, die ich derart töricht fahren ließ, sind wieder eingesetzt. Löscht die Feuer, steckt die Waffen weg. Die Wilde Jagd ist vorüber. Eine Jagd ohne Festschmaus und ohne Schützenkönige…«
      Mit der Teleschnecke sich selbst filmend, sackte sie an der Palastfassade zusammen und sprach nun zu der ganzen Welt wie zu einem kleinen verletzten Vogel in den Flächen ihrer Hände.
      »Meine Founts, vergesst euren Hass. Schaut um euch und seht, was er aus eurer Heimat gemacht hat. Meine Lairen, so ihr mich lasst, lasst mich euch Vergebung anbieten und einen Weg nach vorn. Euer König ist frei. Ihr seid frei. Lasst uns gemeinsam frei sein! Uns alle!«
      Auf diese Worte sprangen vier der fünf Weisen aus ihren Polstern auf, Rexroth grinste wie ein lauernder Wolf und Beatrix De Barras vernarbtes Auge krampfte spastisch. Von den alten Lords in ihren verbarrikadierten Schlössern über die Plantagen im South Blue bis in die Auktionshäuser des Sabaody Archipel — der Schock drang tief und war kaum verdaut, da improvisierte Catherine längst weitere Hiobsbotschaften:
      »Beim Grabe meiner Mutter und Ansehen meines Hauses, im Namen der Namenlosen und der göttlichen Familie, die uns das fountische Empire einst anvertraute: Ich schwöre, dieses Imperium fortan mit klarem Verstand und ganzer Seele zu regieren, frei von lügenden Zungen und schwarzen Herzen. Frei von altem Groll und neuer Gier. Frei von allem, was uns entzweit. So ihr mich noch wollt, werde ich die Königin sein, die dieses Reich verdient. So ihr mich noch wollt.«
      Ein letztes Beben ihrer Stimme durchpflügte das Firmament, ehe die Übertragung abbrach.

      »Gott schütze euch! Und Gott schütze das Commonwealth!«

      Kapitel 174 - Bastardkönig
      Als Catherine erwachte, waren ihre Wimpern zu Raben geworden und schlugen kreischend mit den Flügeln in ihre Augen und zerhackten ihre Lider mit eisernen Schnäbeln. Die grässlichen Vögel weinten grünes Gift und schrieen, weil die weiße Haut der Königin brennenden Teer blutete und die schwarzen Federn verklebte und in Brand steckte. Der entsetzliche Gestank verkohlenden Fleisches verpestete die stickige Luft. Je höher die rote Glut züngelte, desto heftiger flatterten die sterbenden Vögel, und je heftiger die sterbenden Vögel flatterten, desto höher züngelte die rote Glut. Catherines Hilfeschreie ertranken in ihren zerschmelzenden Lippen. Speichel und Blut und Rabenfedern trieften wie die Flüsse der Unterwelt über ihren nackten Körper, der plötzlich auf den marmornen Fliesen ihres Thronsaals kniete wie die kasteite Jungfrau auf den Deckenfresken der Cathedral City. Gesuhlt in Teer und Feuer und der Asche toter Vögel legte das mundtote Mädchen ihr verrußtes Haupt in die wohltuende Obhut der Frau in Schwarz. Weiß und weich wie frische Milch taufte Penny Dreadfuls Hand die hitzepellende Stirn, just bevor ein unfassbarer Schmerz Catherines Bauchnabel zerfetzte. Auf den Schenkeln der knienden Königin ruhte plötzlich ein prallgefüllter Umstandsbauch, der statt guter Hoffnung zähnefletschende Hunde in sich trug, deren kläffende Schnauzen gegen ihr Abdomen drängten und ihren Unterleib mit den Zähnen zerrissen. Blutspeiend bäumte sich die hochschwangere Catherine rücklings. Als ihre Wirbelsäule brach, platzte ihr Bauch und entließ die höllischen Mischlinge wie Rattenplagen aus ihrem zerflederten Uterus. Das Bellen ihrer hündischen Brut trieb Catherine in den Wahnsinn und über all dem Jaulen und dem Chaos erhob sich die dreckige Gossenstimme des Bastardkönigs, der neben ihr in Blut und Gedärm und Mutterschleim hockte und ihr ins Ohr flüsterte:
      »Das ist dein Vermächtnis. Das ist dein Erbe. Also press weiter.«

      Keine Klinge blieb verborgen, kein Speer gesenkt und keine Wache auf ihrem Posten, nachdem Catherine sich selbst und ihren Palast wach geschrien hatte. Das ganze Land hatte seine besten Übriggebliebenen geschickt, um die ausradierte Leibgarde der Königin zu ersetzen, und diese besten Übriggebliebenen stürzten nun in den Privatflügel ihrer kreischenden Majestät. Ihnen entgegen rauschten Diener und Zofen und Handwerker auf der Flucht vor einem weiteren lairischen Angriff. Tatsächlich aber fanden die angerückten Frischsoldaten im Lesezimmer der Monarchin weder die Heldenschlächterin noch sonst einen Attentäter vor. Sie waren nicht einmal die Ersten am vermeintlichen Tatort.
      »Träume sind schlechte Ratgeber«, redete Cathal Donoghue der angststarren Catherine gut zu. Wie der Braunhaarige trotz intensiver Überwachung aus seinem Gemach entwischen, an den Wachposten vorbei und in die Bibliothek gelangen konnte — noch vor Catherines Garde — schien jeden zu bekümmern bis auf Catherine selbst. Zutiefst dankbar drückte sie die starke Hand, die er ihr anbot, und fand allmählichen Seelenfrieden in seinen unendlich nachtblauen Augen.
      »Ich muss wohl weggenickt sein…«, gähnte sie vernebelt, »Wie spät ist es?«
      »Kaum zwei«, antwortete Cathal, ohne auf seine Uhr zu schauen. Stattdessen linste er auf den dicken Wälzer auf dem Schoß der Königin. Historia Fountica, Band VI: Catherine I.
      »Bei der Lektüre würde ich auch einnicken«, flachste er. Catherine hingegen umklammerte das schwere Buch wie ein Neugeborenes.
      »Oh, das? Ich weiß nicht einmal, was davon Wahrheit und was Fiktion ist.«
      »Es ist Geschichte«, antwortete Cathal lakonisch, »Daher alles ein bisschen von beidem, schätze ich.«
      Ein wenig überzeugtes, kraftvolles »Ja« waberte kühl wie Morgennebel aus den Mädchenlippen der Königin. »Danke, Cathal. Ihr seid ein wahrer Freund.«
      »Immer doch«, bekräftigte Cathal, »Und verzeiht noch einmal mein barsches Eindringen. Für gewöhnlich sind die Privatpforten junger Fräulein für mich tabu.«
      »Oh«, kicherte sie verträumt, »Ich…kein Problem.«
      Mit einem Zwinkern, das alles möglich machte, überließ er die verlegene Königin ihrer zögerlich zurückkehrenden Kammerzofe und verdünnisierte sich pfeifend in den endlosen Galerien des renovierungsbedürftigen Palastes.
      »Folgt ihm«, wies Catherine plötzlich eine ihrer herbeigeeilten Wachen an, »Unauffällig.«
      Der überrumpelte junge Mann glaubte schon an Missverständnis, bis er die dunkle Falte auf der eben noch so glatten, eben noch so polierten Puppenstirn seiner Königin ausmachte. Kaum hatte sich das Gepfeife in den Gängen verflüchtigt, war Catherines mädchensüße Aura von ihr abgeblättert wie Zuckerguss im Regen und offenbarte eine misstrauische, sture Admirälin im Krieg mit der Welt. Sogleich nahm der Gardist die Beine in die Hand, scheinbar in heller Sorge, der Argwohn seiner Herrin würde sich andernfalls auf ihn selbst ausbreiten. Zurück blieben Catherine, eine Handvoll grünohriger Wachen und eine verwunderte Kammerzofe.
      »Vertraut Ihr ihm nicht?«, wagte Letztere die Regentin zu fragen.
      »Das habe ich mir abgewöhnt«, erwiderte Catherine schal, »Weißt du, wo der Bastardkönig…ich meine. Weißt du, wo sich seine Lordschaft aufhält?«
      »Seine Lordschaft ist ausgegangen, Eure Majestät. Gemeinsam mit Mr. Fitzgibbon, meine ich. Ich könnte erfragen, wohin—«
      »Das wird nicht nötig sein«, versicherte Catherine allmählich entspannter. Nicht weniger als ein halbes Lächeln flackerte über ihr Gesicht, obwohl sie noch immer schwer an ihren Gedanken zu kauen schien. »Lasse mir doch bitte ein Bad ein. Rasch. Ich habe Lady Graham zur Anprobe geladen.«
      »Ihr kleidet Lady Graham ein?«, fragte die Zofe verdutzt.
      »Unsinn«, schmunzelte Catherine, »Ihre Garderobe ist makellos. Miss Graham wird mich einkleiden.«

      Cattle's Corridor

      Ein neuer Zauber lag in der alten Stadtluft. Menschen und Pferde und Räder rotierten wieder in den vereisten Straßen. Knarzende Wagenketten, die unter dem Gewicht praller Mehlsäcke, fetter Rüben und exotischer Gewürze ächzten, rollten an die Laderampen verwirrter Krämer. Durch die engen Gassengeflechte führten berittene Kavaliere einen wahren Viehtrieb, der gar einige der verängstigen Kinder aus ihren Verstecken lockte. Viele von ihnen hatten noch keinen Tag in ihrem Leben frische Luft geatmet und wähnten sich inmitten der bimmelnden Kuhglocken, oinkenden Schweine und muhenden Bullen plötzlich auf einer grünen Alm in windiger Höh. Zum ersten Mal seit Tagen verblasste das unvermeidliche Trauma der Jagd zu einer fernen Erinnerung. Wie ein einziger Tropfen, der weite Kreise auf einem stehenden Teich zieht, ließ sich das restliche Nickleby vom Lachen der Kinder und Werkeln der unverhofften Karawanen anstecken. Emsig wie Ameisen strömten wieder Stahlschneider und Nähfrauen, Hungerlöhner und Staatsbeamte in und aus den zyklopischen Backsteinbauten. Nicht einmal Cattle's Corridor, die verwahrloste Elendssenke am Ufer des vergifteten Pirrip, konnte sich der hoffnungstragenden Magie dieses Wunderzuges entziehen. Mit schäumenden Wascheimern und Kanistern voller Rattengift marschierten ganze Garnisonen an fremdartigen Arbeitern durch die stinkenden Gossen des Armenviertels, als hätte Catherine II. klammheimlich eine neuerliche Wilde Jagd veranlasst — nur dass es dieses Mal statt Lairen und Intriganten den Ratten und Staubmäusen im Commonwealth an den Kragen ging.
      Nicht einmal von dem sonderbaren Fremdling, der verborgen unter einem dichten Wollschal in den Ruinen ihres gefallenen Tempels kniete, nahm das Gammon Borough inmitten all der anderen Fremdlinge noch Notiz. Mit zittrigen Fingern fuhr er über die stählerne Gedenktafel, die wie eine junge Blume aus den Trümmern des zerstörten Bordells spross.

      Hier entsteht

      Zu Ehren der Gefallenen und Erlösten

      Das Frauenhaus St. Mary

      Schuldbeladen wischte sich der blonde Mann seine Tränen fort, wobei ein grässliches Geäst aus zusammengeflickten Wunden hinter dem Rand des groben Schals hervorblitzte. Eine vorbeiziehende Passantin stieß bei diesem flüchtigen Anblick einen erschrocken Laut aus, als hätte sie einen Vampir gesehen — und der Mann verhüllte sich eilig, als wäre er einer.
      »Deswegen besteht die Marine auf die Epauletten«, grub sich eine bestens vertraute Stimme in die Gehörgänge des Vermummten, »Damit die Leute wissen, wer ihre Helden sind.«
      Mit den erbosten Augen eines Knaben und den schlotternden Fäusten eines Greises fuhr Brian O'Mara herum. Der Bastardkönig, selbst gezeichnet von einer gebrochenen Schläfe und der tiefen Wunde an seinem Hals, hob die Hände wie ein gestellter Straftäter.
      »Was sagst du?« Er meinte die Gedenktafel. O'Mara fauchte. Der Schal rutschte tiefer und das wahre Ausmaß der Wucherungen, die Carlas letzter Anschlag hinterlassen hatte, breitete sich vor Ulysses' grellgrünen Augen als Blitzgewitter geschwollenen Fleisches aus. An dem spastischen Zucken der schwulstigen Ränder erahnte Ulysses, wie gern O'Mara gesprochen hätte. Geschrien. Getobt. Doch der Kopfgeldjäger war schwach und sein Gesicht betäubt von Schmerz und Nähten.
      »Meine Idee«, sagte Ulysses und meinte wieder die Gedenktafel, »Mary Kelly war eine gute Frau. Ich wünschte, euer Plan wäre aufgegangen. Er war nicht übel…und hätte uns allen viel Ärger erspart.«
      O'Maras Nase rümpfte sich wie eine vergessene Rosine. Mit wilden Gesten wies er auf die zersprengten Überreste des Bordells. Zunächst deutete Ulysses sein Pantomimenspiel als Schuldzuweisung, bis es ihm dämmerte: O'Mara meinte nicht das Bordell, nicht einmal das Blut der Huren in den Trümmern. Er meinte den Akt der Zerstörung. Die Bombe im Zug. Die Morrígan.
      Schulterzuckend obgleich dieser Erkenntnis kickte der Bastardkönig einen massiven Trümmerbrocken wie eine rostige Blechdose vor sich her. »Wäre verdient gewesen. Es gab eine Zeit, da hättest du das verstanden.«
      O'Mara hätte ihn angespuckt, wäre er dazu in der Lage gewesen. Auf wankenden Füße setzte er einen Schritt vor, Ulysses mit schwacher Hand an den Mantelkragen greifend. Beinahe unhörbar, für Ulysses aber doch durchdringender als ein einstürzender Berg, stießen die zerschnittenen Lippen ein einziges Wort hervor:
      »Timmy!«
      Ulysses seufzte, als hätte er mehr von seinem alten Freund erwartet. Ohne Gegenwehr entfernte er O'Maras angeschwollene Griffel von seinem Revers und sagte gallig:
      »Der Zeitungsjunge? Er ließ mir keine Wahl. Er hat einen meiner Mitarbeiter getötet und meinen Hund verletzt. Wie verfährst du mit Leuten, die deine Familie bedrohen?«
      Mit flacher Hand zeichnete O'Mara eine horizontale Linie auf Brusthöhe — der ungefähren Größe eines Jungen von 15 Jahren.
      »Er war alt genug, um eine Entscheidung zu treffen«, erklärte Ulysses pampig, »Genau wie wir damals. Entscheidungen ziehen Konsequenzen nach sich, immer. Ich gab ihm mehr als eine Chance, sein Leben zu retten. Doch er entschied sich dazu, für euch in den Tod zu gehen.«
      O'Maras Faust pochte bereits bedrohlich, da bog eine viel zu weiße Kutsche in die viel zu braune Gosse ein. Als wäre ihnen der erste der vier Reiter auf seinem sonnenumkränzten Schimmel erschienen, hielten die armen Schlucker Nicklebys sowie die importierten Putzteufel in ihrem Tagwerk inne und scharrten sich um das kolossale Schmuckstück wie Motten um Licht.
      »Ulysses!«, flatterte die sonore Stimme der frischgepuderten Moira Graham hinaus in die verdreckten Straßen. Sogleich erspähte sie die blonden Locken des Bastardkönigs mit Erleichterung auf der Zunge; die Entdeckung des zweiten hellen Schopfes hingegen verdorrte ihre Kehle. O'Mara, gleichermaßen überwältigt, schnalzte wie ein Lauerjäger im Angesicht einer blutigen Gelegenheit. Die Schwanenprinzessin und der Bastardkönig, die Diebin seiner Erinnerungen und der aktuelle Wirt ebenjener, präsentierten sich ihm zum Greifen nah. Doch noch ehe er die Chance gänzlich hatte erfassen können, hielt ihn seine innere Stimme bereits zurück — oder war es der Bastardkönig selbst?
      »Lass es. Entscheidungen ziehen Konsequenzen nach sich. Das ist weder die Zeit noch der Ort.«
      Getrieben spulte O'Maras Verstand innerhalb eines Wimpernschlages Dutzende möglicher Varianten der nächsten Sekunden ab. In fünf tötete er den Bastardkönig, in elf tötete der Bastardkönig ihn. In mehr als zwanzig töteten sie einander. Moira entkam in jeder einzelnen. Verzweifelt brannte sich O'Maras moosgrüner Blick an Ulysses vorbei in das sakrosankte Konterfeil der schönen Moira. Scham und Feigheit befleckten ihr lupenreines Antlitz. Der Bastardkönig hingegen verweilte mit gerunzelten Brauen, als wollte er gar nicht gehen.
      »Du musst glauben, ich würde dich hassen. Dass ich dir aus Rache antat, was ich dir antat. Aber das ist nicht wahr. Wir waren Brüder, weißt du? Wie könnte ich hassen, was ich mehr liebte als mein eigenes Leben?
      Eine instinktive Regung suchte Kontakt zu O'Mara, doch der Kopfgeldjäger wich jäh zurück und schlug die gereichte Hand fort. Nichts als Hass sprudelte unter dem dichten Schal hervor. Ulysses nickte getroffen. Zum Gehen gewandt, die aufziehenden Tränen hinter dem dichten Gewirre aus Locken versteckt, grummelte er:
      »Übrigens bin ich froh, dass es Luca gutgeht. Es war nichts Persönliches, weißt du.«
      Unwillkürlich holte O'Mara holte aus. Sein Arm schlingerte muskellos, seine Hand krampfte schlaff wie eine sterbende Spinne. Ulysses, eher im Affekt, entging dem Hieb mühelos. Unter krachendem Getöse stolperte O'Mara in die Überreste des Forbidden Woman, wo sich das getrocknete Blut der Huren mit den frischen Säften aus seinen aufreißenden Wundnähten anreicherte. Die Vorstellung erweckte rege Aufmerksamkeit. Während Moira japste wie eine Dirne bei ihrem ersten Theaterbesuch, grölte das übrige Publikum nach einer Zugabe — bis es den Hauptdarsteller erkannte. Binnen Momentaufnahmen fand sich Ulysses von einem wütenden Lynchmob eingekesselt, dem es neben Fackeln und Mistgabeln allein an einem Todeswunsch haperte. Obwohl unzählige Münder schimpften und tobten — »Bastard! Terrorist! Mischblut! Straßenköter! Hurensohn!« — wagte niemand den ersten Schritt zu tun, den ersten Tritt zu versenken, den ersten Stein zu werfen. Alle stampften sie nur neben O'Maras Kopf auf und nieder und warteten auf einen mutigen Funken, der nicht übersprang. Moira betete, Ulysses möge sich beherrschen; und tatsächlich lösten nicht seine Fäuste die Menschenmeute auf, sondern die angereisten Putzkräfte. An einer Reling aus Besenstilen schlurfte der verhasste Bastardkönig durch diesen spontanen Spießrutenlauf. Als O'Mara sich inmitten des Mobs endlich aufrappeln konnte, flüchtete sich die weiße Kutsche bereits vor sausenden Steinen und zerberstenden Flaschen in das Gassengewimmel des Gammon Borough.

      Quare Gallows Penitentiary, zwei Straßen weiter

      Dem Verdurstenden ist jeder Tropfen Pfützenwasser edelster Champagner. Dem Gefangenen ist jede vorbeischauende Frau die Meerjungfrauenprinzessin.
      Obwohl sich Luca nicht nicht in der Rolle der mysteriösen Femme Fatale gefiel, die auf ihrem stillen Gang durch den Hochsicherheitstrakt jedes Paar gierender Augen auf sich zog, musste sie die unflätigen Kommentare und obszönen Brunstlaute mit Leibeskräften ausschließen. Gegen ihren Willen fielen Worte und Stimmen aus allen Nischen des Gefängnisses wie aufdringliche Hausierer über sie her. Teeschlürfende Wärter im Pausenraum, die grölenden Mörder hinter den Eisenstäben direkt neben ihr, ein stöhnender Damenmund in den Besuchsräumen im Erdgeschoss — vor Lucas zerrüttetem Verstand breitete sich eine kakophonische Blaupause des Gefängnisses wie ein brummender Bienenstock aus, der niemals verstummte. Was ihr triumphaler Siegeszug hätte werden sollen, entpuppte sich als marternde Tortur für ihre Sinne. Plötzlich eine weitere Stimme, näher, so unmittelbar nah. In den Tiefen ihres Geistes hatte Luca seine Anwesenheit längst vorhergesehen wie eine Fledermaus den Stalaktiten hinter der nächsten Biegung.
      »Sie sind Luca Briatore, oder? Was für ein Zufall!«
      Etwas in seinem silbernen Grinsen erweckte den Eindruck eines windigen Charakters, der mit Damen speist und mit Mädchen handelt. Seine schillernd-schuppige Hand witterte ungeduldig wie der kobaltblaue Schnauzer, der sich über den getrimmten Stoppeln aufschwang. Beide stanken nach zu viel teurem Aftershave. Der beißende Geruch katapultierte Lucas Migräne auf die nächste Stufe der Sinnestrübung und ließ ihr gebräuntes Gesicht eine schiefe Grimasse schneiden, die selbst den untervögelsten Knasti über alle Berge gejagt hätte. Der Fischmensch vor ihr aber verharrte, unbeirrbar, mitten in der Tür und wartete auf seinen Handschlag.
      »Umanagh Fitzgibbon«, stellte er sich vor, als fehlte Luca lediglich der passende Name zum Gesicht, »Ich kenne Brian von früher.«
      Endlich hellhörig ergriff Luca seine glitzernden Flossenfinger, worauf sich seine runden Fischaugen zu fluoreszierenden Silbermünzen verengten. Wer ihm sein Vertrauen borgte, so ahnte Luca, verspielte es.
      »Sie wollen zu Carla, nehme ich an?«
      Luca nickte schwach, musste sie seine Stimme doch aus dutzenden anderen herausfiltern.
      »Was wolltest du von ihr?«, fragte sie misstrauisch.
      »Dasselbe wie Sie, schätze ich.« In einer flüssigen Bewegung zückte, öffnete und studierte Umanagh seine edle Taschenuhr. »Einen Schlussstrich ziehen. Es hat mich sehr gefreut, Miss Briatore. Richten Sie Brian meine Grüße aus. Unbekannterweise, fürchte ich. Guten Tag.«
      Flugs bugsierten die Wachen Umanagh Fitzgibbon zur Tür hinaus, Luca durch selbige hindurch und warfen den Schlüssel weg. So fand sich Luca nun verwaist im Zwielicht, Auge in Auge mit der Frau ohne Schwarz.

      Knapp drei Stunden später, Antsiness, Jaggers

      Die goldenen Löwenmähnen wallten, als braute sich in den prachtvollen Bestien ein erderschütterndes Gebrüll zusammen. Wenngleich Catherines kühler Verstand wusste, dass allein der winterliche Wind die bestickten Vorhänge aufraute, projizierte ihr gebeutelter Verstand grässliche Visionen wilder Horden mit stinkenden Zähnen gegen die Leinwände der Eingangshalle. Zum ersten Mal seit ihrer Gründung vibrierte Antsiness, die kastenartige Ideenschmiede des gefallenen Uhrmachers, nicht zum treibenden Takt der eisernen Werkzeuge und cleveren Apparaturen, sondern dem unablässigen Herzschlag menschlicher Anspannung. Vergeblich versuchte die Königin, durch die Ritzen im Stoff einen Eindruck der Außenwelt zu erhaschen. War ihr Volk mit Fackeln und Mistgabeln in den achteckigen Innenhof geströmt, mit Bannern und Standarten, oder schulterten sie bereits das Henkerbeil für ihren dürren Puppenhals? Alles, was Catherine hinter dem Rascheln der schwarzen Vorhänge ausmachte, war das beständige Klagelied des Windes und das allgemeine Wuseln einer unleidigen Menschenmenge. Wie zur Ablenkung observierte Catherine die drei wartenden Lairen auf ihren gepolsterten Klappstühlen. Cathal scharfsinnig wie ein jagender Adler, Moira grazil und aufmunternd wie immer und Ulysses, in der gegenüberliegenden Ecke, in sich verschlungen wie eine schlafende Schlange. Ein letztes Mal vor der nahenden Stunde strich sich Catherine die letzten Falten aus dem Kleid. Blau vermittelt Hoffnung und Unabhängigkeit, hatte Miss Graham ihr versichert. Blau sei ihre Farbe, die Farbe einer freien Königin mit Blick auf das Morgen. Catherine hatte lediglich genickt und sich die teure Seide wie einen kratzigen Kartoffelsack übergestreift.
      »Es wird alles gut«, flüsterte ihr Moira Graham plötzlich ein, »Vertraut mir.«
      Unmerklich fuhr Catherine zusammen. Vertrauen? Das feinfühlige Lächeln der Moira Graham, welches ihr vor wenigen Tagen noch so trostspendend und wohlgesinnt begegnet war, schien die junge Monarchin nun in eine gemeine Falle locken zu wollen. Sollte sie in diesen Zeiten der Not wirklich auf sie bauen, wie die armen Lairen einst auf die Seuchenkönigin gebaut hatten? Sollte sie den wärmenden Mantel auf ihren Schultern annehmen, die Viren einatmen, die Blattern nähren?! Erst an den überraschten lairischen Gesichtern erkannte Catherine, dass sie aufgeschossen sein musste. Ein plötzlicher Fluchtreflex hatte sich ihrer bemächtigt und trieb sie hinaus an die frische Luft. Moiras warnender Ruf ward übertönt vom Bauschen der Vorhänge und den donnernden Abendglocken der Cathedral City. Die bewusste Stunde hatte geschlagen, der Abend war gekommen und ihr Wille geschehen. Das Volk erblickte seine Königin und seine Königin erblickte — einen Albtraum.

      Am Fuße der zusammenlaufenden Treppen, auf deren Vorsprung Catherine nunmehr wie an einer Steilküste innehielt, erstreckte sich ein wogender Ozean aus skandierenden Mündern und wutbrandigen Augen. Am Horizont rissen die gotischen Speertürme der Cathedral City tiefe Wunden in den Winterhimmel. Zähes Abendrot blutete aus den finsteren Wolken. Das Geläut der Glocken und Plärren der Massen und das Feuerglühen am Firmament erweckten in der überforderten Catherine eine wahrhaft höllische Offenbarung. Founts und Lairen und schaulustige Vagabunden aus allen Meeren waren angereist, um ihre Ansprache mit eigenen Augen zu sehen. Vergessen schienen die Qualen und Animositäten der Wilden Jagd, zumindest für diesen geteilten Moment, in dem sich das gesamte Commonwealth ein Urteil über die Zukunft seiner Herrin erlaubte. Wie ein Kind, das zu rasch ins Meer gestürmt war und von der ersten brechenden Welle umgerissen wurde, taumelte Catherine erschlagen von Lärm und Licht rücklings. Ihr kleiner Körper prallte gegen Cathal Donoghue, der sich selbst und sie gleich mit dazu zurück auf den Treppenabsatz schob. Moira folgte wie auf Wolken, in einem Traum aus wiesengrünem Brokat und schwanenweißen Schleppen alle Aufmerksamkeit auf sich vereinend. Mit weit ausgebreiteten Armen, die in weißbehandschuhte Finger ausliefen wie majestätische Schwungfedern, positionierte sie sich im direkten Sichtfeld der großen Teleschnecken auf den Dachfürsten und badete im Buhen des Pöbels und den Pfiffen der Bourgeoisie. Mit Ehrfurcht und Neid verfolgte Catherine die Selbstopferung der Schwanenprinzessin. Wenn nicht einmal die einstige Brückenbauerin Moira Graham die Gunst des Volkes noch sicher hatte — ja, wie sollte eine schlechte Königin dann noch zu hoffen wagen? Mörderin! LIA! Verräterin! Schlächterin! Krisenkönigin! Fotze! Allmählich verschwammen die Beschimpfungen und die Frau, der sie galten, in Catherines gepeinigten Ohren zu einem wütend-wirbelnden Strudel. Das grässliche Knäuel schien unentwirrbar, bis Moiras schlanke Finger plötzlich die Luft wie Klaviertasten zu bespielen begannen. Fingerzeig um Fingerzeug dirigierte sie die Melodie der Massen, bis auch das letzte Moment gebrochen war und ihre sonore Stimme klar durch Nickleby hallte:
      »Founts! Lairen! Ihr Völker des Commonwealth und der Weltregierung, der jenes verpflichtet ist! Lasst mich, deren Name bekannt ist und doch nichts zur Sache tut, feierlich zurückführen in Eure Mitte: Ihre königliche Hoheit…Catherine II., Herrscherin von Fountleroy Island!«
      Alles, was Catherine noch wahrnahm, war das unablässige Echo ihres Herzens, das gegen ihre Schädeldecke trommelte. Ein steifes Winken rang sie sich ab, ehe ihre allgemeine Zerrüttung abermals die Oberhand gewann. Die ganze Stadt rumorte in den rappelvollen Straßen, wo ihr flackerndes Antlitz von den Projektorschnecken gegen Bäume und Backsteine und blutbefleckte Stahlträger geworfen wurde.
      »Bitte«, begann sie mit wackliger Stimme und wackligen Schritten. Die Augen der Welt hingen wie Damoklesschwerter über ihrem fünfzehnjährigen Haupt. »Bitte, hört mich an. Ich…ich weiß um eure Trauer. Euren Schmerz. Eure Wut. Gegen mich, gegen…meine Entscheidungen. Vielleicht, weil euch die Wilde Jagd alles nahm. Vielleicht, weil sie euch etwas gab, das euch nun wieder genommen worden ist. Vielleicht, weil ihr Krieg wolltet oder der Frieden jetzt unmöglich erscheint. Founts und Lairen…« Ein heilsamer Moment der Akzeptanz stieg zwischen Catherine und Moira wie Friedenstauben in die Luft und verflog ebenso rasch. »Wir sind verschieden und doch gleich. Wir alle tragen den Hass der Jahre in uns. Einen Hass, der für so viele von uns auf bloßen Erzählungen statt auf erlebten Erfahrungen beruhte…zumindest bis vor kurzem.«
      Das allgemeine Murmeln und Grummeln im Volk regte sich hörbarer. Die Königin spürte die Stille zucken, zittern und splittern. Schnell setzte sie nach:
      »Doch es gibt einen anderen Weg! Einen Weg der Verständigung und des Friedens, der mit guten Vorsätzen statt schmerzlichen Erinnerungen gepflastert ist. Einen Weg der…« Sie schluckte die bitterste Pille der Welt. »…der Einheit. Lady Graham, bitte…«
      Formvollendet stakste Moira an Catherines Seite, mit der selbstbewussten Stimmgewalt aller himmlischen Heerscharen ausrufend:
      »Ihr habt viel gehört! Viel über den lairischen König und die LIA, die angeblich zurückgekehrt sei! Über die letzte Lilie von Og MacLarr und ihre mordlustigen Generäle! Ich verspreche euch…« Unbemerkt überkreuzte Cathal hinter seiner Schwester die Finger, ehe jene weitersprach. »Ich verspreche euch: Nichts davon ist wahr! Wie auch eure Königin hier, fielt ihr einer perfiden Intrige anheim, die das Herz eures Landes zu korrumpieren versuchte.«
      Effekthaschend präsentierte Moira die unsichere Catherine wie einen billigen Zaubertrick. Einiges Klatschen hallte aus dem Menschensud, neben anderen, weniger angemessenen Lauten. Nachdem Moira ihnen wie feinster Musik gelauscht hatte, für sie bedeutungsschwer fort:
      »Wo Hass zündelt, werden Feuer lodern. Was uneins ist, wird zerfallen. Ein Empire, das gegen sich selbst in den Krieg zieht, wird untergehen. In dieser Zeit der Zwiste und drohenden Dogmen, in denen Söhne und Töchter einander blindlings für die Verfehlungen ihrer Eltern erschlagen, kann nur eine Art der Bindung die zerstrittenen Familien einen: Jene Bindung, die aus Liebe und Wertschätzung erwächst und die von Gott gesegnet ward! Die Verbindung zwischen Mann und Frau von Gottes Gnaden — eine Hochzeit!
      Ein Raunen ging durch die Founts, die Lairen und die Welt. Fountleroy Island liebte seine royalen Hochzeiten mehr noch als andere heiratswütige Monarchien, suchte allerdings vergebens nach einer adäquaten Partie für die junge Königin. Jene übernahm nun wieder das Wort, wenngleich mit dem gebrochensten kleinen Stimmchen, das sich ein Mensch vorzustellen imstande war. Kein Räuspern mochte dem geschlagenen Geschöpf helfen, die folgenden Sätze mit Stärke, Hoffnung oder irgendeiner Form der Zuversicht herauszupressen:
      »In der Zeit meiner größten Not…als die Wände meines Palastes über mir zusammenstürzten und sich meine engsten Vertrauten als meine ärgsten Feinde offenbarten…stand er mir zur Seite. Obwohl ich es nicht verdiente. Obwohl es ihm nur schadete. Anstatt die Gunst der Stunde auszunutzen, um den Thron der fountischen Krone für sich zu beanspruchen, rettete er mein Leben…und den Fortbestand der namenlosen Erblinie. Er bot mir Schutz…und Sicherheit…und seine Stärke, im Austausch für fortwährenden Frieden. Und ich…« So sehr kämpfte sie, ihre Tränen zu unterdrücken. »Und ich akzeptierte. Ich sagte…ja
      Gleich der drallen Jungfrauen auf dem Einband jener unsäglichen Geschichten, die die Schlafzimmer einsamer Damen tapezieren, ließ Catherine ihre winzige Hand in Richtung der löwenbestickten Vorhänge gleiten. Das Commonwealth hielt den Atem an. Die Weisen in ihrem Schloss näselten nervös. Moira griente wie eine stolze Glucke.
      »So tritt hinaus, mein Lord!«, rief Catherine dramatisch, »Tritt hinaus—«

      Ulysses McKenna. Die großen goldenen Teleschnecken, die das Spektakel in jeden Winkel der Welt übertrugen, spiegelten für einen kurzen Moment den kulminierten Schock aller zuschauenden Gesichter. Mit der Visage eines getretenen Hundes und dem Charisma einer Wasserleiche schlurfte der Bastardkönig durch die wallenden Schleier. Die Oberlippe gerafft, die karieszerfressenden Beißer freigelegt. Ein neuer Mantel überdeckte alte Klamotten. Durch die dicken Strudel dunkelblonder Locken erwartete Ulysses McKenna das vernichtende Urteil seiner neuen Untertanen. Wütende Worte schossen beinahe so rasant wie Schuhe, Steine und Vergammeltes um das Haupt des lairischen Königs. Nicht einmal seine Landsleute machten einen Hehl aus ihrer Empörung. Unversehens schirmte Cathal seine Schwester vor dem herumfliegenden Unrat ab. Ulysses hingegen rührte sich nicht, fletschte nur weiter die grässlichen faulen Zähne und knurrte leise. Erst, als ein geworfener Apfel aus seiner Bahn ausscherte und die Stirn der Puppenkönigin zu treffen drohte, trat ihr frischverkündeter Verlobter in Aktion. Millimeter vor dem Gesicht der zurückschreckenden Regentin fing Ulysses das Obst ab, intakt. Plötzlich verebbte das Gerangel und Geraune der brodelnden Menge. Die sonnengrünen Augen des Bastardkönigs leuchteten grell und klar durch die Chimäre aus Gesichtern unter ihm. Dann, wie ein Affe vom Baum, sprang Ulysses in einem Satz die Treppen hinab. Die Founts schrieen wie aufgespießte Lämmer. Wortlos teilte der Bastardkönig das Menschenmeer, bis er vor einem bekannten Kindergesicht innehielt. Bei dem braunhaarigen Mädchen handelte es sich um die aufdringliche Wirtstochter, die ihm im Mac Brónach Löcher in den Bauch gefragt hatte. Blaue Flecken spickten ihre rosigen Wagen, und ihre vormals so kampflustigen Augen glimmten verlebt hinter einem Film salziger Tränen. In mehr als einer Hinsicht erkannte sich Ulysses in den flimmernden Pupillen selbst. Mitleidig sank er auf ein Knie und reichte ihr den Apfel.
      »Der ist dir wohl aus der Hand gerutscht.«
      Lange starrte das Mädchen in seine schiefe Visage, bevor sie ihm die rote Frucht wütend aus der Hand schlug und ihm zwischen die Brauen rotzte.
      »Ich hasse dich!«, schimpfte sie tollwütig. Die Umstehenden japsten. Die Eltern flehten um Gnade. Die Wachen der Krone eilten herbei. Ulysses hielt sie zurück.
      »Ist schon gut«, murmelte er. Noch immer schien er allein zu der kleinen Lairin zu sprechen, der in der Nacht der Jagd Unaussprechliches widerfahren war. »Ich verstehe es. Euch alle.«
      Mit einem flüchtigen Naserümpfen wischte er sich ihren Schlabber aus dem Gesicht und fuhr sich, mit derselben besudelten Hand, durch das wilde blonde Haar. Gemächlich raffte er sich auf und trudelte in Richtung der Treppen davon, eine weitere Massenpanik unter den fountischen Zuschauern auslösend. Zurück an der Seite der Puppenkönigin besah er sich diese stürmende See schockierter, wütender, enttäuschter, angewiderter, banger Gesichter von Neuem — und nicht ohne Groll.
      »Lasst mich eine Sache klarstellen«, sprach er laut und klar und gallig, »Ich bin kein Cromwell!«
      In einer ruckartigen Bewegung fasste er Moira in den Blick, bevor sein Kopf wie die Schnauze eines bellenden Hundes zurückschnappte.
      »Lady Graham hier betrachtet mich gerne als das bindende Glied unserer Völker. Ich…nicht. Das fountische Blut in meinen Adern macht uns nicht zu Landsleuten. Eure Titel bedeuten mir nichts. Niemals werde ich der König dieses Landes sein, ungeachtet der Ringe an meinem Finger oder der Krone auf meinem Haar.«
      Eine effektive Pause lang betrachtete Ulysses seine eigenen malträtierten Hände, die übersät von Schorf und Schürf zu zittern begannen. Vor den Augen seiner Völker und der ganzen Welt förderte er die kleine Pillendose aus seiner Manteltasche zutage. Während er an der Kindersicherung verzweifelte, sprach er teilnahmslos weiter:
      »Macht euch also keine Hoffnungen, ihr fountischen Lords und Ladies. Ich bin nicht euer neuer Lordprotektor, denn kein wahrer Laire erkennt einen falschen Thron. Und das bin ich. Das
      bleibe ich. Laire.«
      Als das Mucken seiner Hände auf seine Stimmbänder überzuspringen drohte, half Catherine ihm endlich mit der Medikamentendose. Dankbar wie ein verhungertes Kind nahm er die Pillen entgegen und verschlang sie ebenso gierig. Beinahe hätte die Szenerie zu rühren vermocht, wäre er nicht er gewesen und Catherine kein unschuldiges Kind. Mit neugefasster Sicherheit klingelte seine rattenzerfressene Stimme in den Ohren der Verdammenden und Verdammten:
      »Mein Name ist Ulysses McKenna, Bastardkönig von Saoirse Láire! Ich wurde nicht in Seide gewickelt und von sauberen Ammen gesäugt wie eure edlen Könige und Königinnen. Ich wurde geboren und geformt in dem Müll und der Seuche, die Fountleroy Island über uns ausgekippt hat. Ich bin weder Diplomat noch Zar. Meine Hände sind nicht getaucht in Schaum und Parfüm, sondern in Blut und Bleiche. Ich habe gekämpft — gegen die Marine, gegen die Weltregierung…und gegen euch. Eure Soldaten, eure Soldatinnen. Gegen eure Väter und Mütter und Söhne und Töchter. Ich habe eure Familien getötet, und eure Freunde. Denn als sie in mein Land kamen, um mein Volk zu versklaven, wurden sie zu Invasoren und verdienten den Tod!«
      Einige Founts protestierten lautstark.
      »Hasst mich dafür«, bot er ihnen an, »Ich verlange keine Vergebung, denn auch ich kann euch keine Vergebung versprechen. Was ich euch hingegen versprechen kann, ist ein ehrlicher Versuch. Ein Versuch, euch mit mehr Respekt zu behandeln, als ihr uns jemals entgegengebracht habt. Ein Versuch, euch die Chance einzuräumen zu beweisen, dass dieses Bündnis funktionieren kann. Dass ihr bereit seid, das lairische Volk als gleichberechtigte Brüder und Schwestern zu akzeptieren. Wenn nicht, wenn der Versuch scheitert — und das versichere ich euch — wird das fountische Empire untergeh—«
      Noch ehe die allgemeine Panik auf die Zuschauer übergriff, spürten Cathal und Ulysses bereits die Ankunft der neuen Macht.
      Inmitten des Meeres aus Menschen erblühte eine Seerose fallender Leiber. Von der Kanzel des epochalen Turmes, auf der Heathcliff Bentley zu seinen Arbeitern zu predigen gepflegt hatte, stürzte sich ein mächtiger Schatten in die Mitte dieser krampfenden Blüte. Die Wucht des Aufpralls entfesselte eine donnernde Druckwelle, die Kinder von den Beinen und Haare aus ihren Klammern riss. Zahllose Männer und Frauen kollabierten mit schäumenden Mündern und umgestülpten Augen. Enttäuscht schloss Moira die blassen Lider, während das Chaos und der Lärm ihre langgehegten Pläne niedermähten. Die Quelle des Aufruhrs ragte riesenhaft aus den gewöhnlichen Menschen hervor. Das herbstbraune Haar wallte im Winterwind, die nackten Füße glitzerten vor Raureif. Ein gestutztes barockes Ballkleid in allen Farben des Regenbogens kontrastierte die strammen Muskeln, die sich unter dem Tüll und Pomp abzeichneten. Ihr vernarbtes, bloßliegendes Auge krampfte zornig. Die letzte Lilie von Og MacLarr erhob sich aus einem Feld fountischer Feinde.

      »Ja«, bestätigte sie die zurückweichenden, tuschelnden Massen, »Ich bin es. Eure Heldenschlächterin. So nennt ihr mich doch, nicht wahr? Die Frau, die einst euren Lordprotektor Corvus Cromwell vom Dach seines Palastes warf…und ihren Speer durch das Herz eures verehrten Drachen Horatio Cromwell trieb. Fürchtet ihr mich?«
      Einzig das Mädchen aus der Bar, das soeben einen seiner Lebensträume verwirklicht sah, schüttelte eifrigst das braune Haupt. Der Rest wagte versteinert vor Schock und Todesangst keine Reaktion. Bex grunzte herablassend, wobei sich das Timbre ihrer zornigen Kehle wie ein entferntes Donnerrollen in den Wolken zu verlieren schien. Erst der Bastardkönig brach die Stille, mit in den Taschen verstauten Händen und dem laxen Unterton eines alten Freundes:
      »Jo, Bex. Bist du also gekommen, um einen weiteren Cromwell zu erschlagen?«
      Er und Cathal spürten die Luft um Beatrix de Barra knistern und flirren. Jene, die zu tief in ihrem Dunstkreis gefangen waren, taumelten und jaulten vor undefinierbaren Schmerzen. Catherine und Moira hingegen bemerkten vor allem die leuchtenden Augen der Lairen, die in diesen Sekunden allein der letzten Lilie galten. Frei von Angst, frei von Schock, auf der Suche nach Führung. Das lairische Volk erwartete nicht weniger als das finale Urteil ihrer Volksheldin über den Tod oder das Leben der neuen fountisch-lairischen Monarchie. Mit schweren Schritten trat sie an den Fuß der Treppen und blickte hinauf zu Ulysses und seiner zukünftigen Braut.
      »Was ist mit der Sache?«, fragte Beatrix de Barra den Bastardkönig vorwurfsvoll, und der Bastardkönig antwortete eindringlich:
      »Bex, das hier ist die Sache. Das ist der richtige Weg.«
      Sekundenlang schwirrte das zimtbraune Auge der Lilie zwischen Ulysses und Moira hin und her wie eine Motte zwischen zwei Laternen, während ihr schauriger toter Augapfel allein Catherine zu fixieren schien. Endlich, als erlöste sie ein sterbendes Tier, entschied sie:
      »So sei es…mein König.«
      Wie schmelzendes Marzipan ging die Lilie in ihrem absurden Regenbogenkleid hinab auf ein Knie und verneigte das wildgelockte braune Haupt vor dem neuen Königspaar des Commonwealth. Totenstille trat ein, ausgelöst von einem paralysierenden Gefühl der Ehrfurcht. Das Mädchen aus der Bar sollte die erste Lairin sein, die dem Beispiel ihrer Heldin folgte. Danach taten es ihr ihre Eltern, Schulfreunde und Nachbarn gleich, bis zuletzt sämtliche Lairen im Innenhof von Antsiness niedersanken und ihren neuen Regenten huldigten.
      Obwohl jede Zelle ihres Körpers gegen die Berührung rebellierte, nahm Catherine ihren Verlobten bei der Hand. Auch Ulysses schluckte den Ekel und rief den Founts zu, die aus der nunmehr gebeugten Menge wie wunde Daumen hervorstachen:
      »Founts! In meiner Heimat kennt man mich als den scheuen Hund von Hoolahara, der seinen Hof verteidigt und jeden Eindringling erbarmungslos zerfleischt. Vielleicht hilft es euch, mich als ebenjenen zu betrachten. Ich kann das Schild sein, das euch vor Schaden bewahrt; oder das Schwert, das euch entzwei schlägt. Trefft eure Wahl und trefft sie rasch, bevor meine alte Freundin hier sie euch abnimmt.«
      Zaghaft, aber doch beständig dünnten sich die Reihen der Standfesten immer weiter aus, bis selbst die murrenden Herrschaften des Worshipping House keine andere Wahl mehr sahen, als sich diesem neuartigen, gestärkten Königshaus zu unterwerfen. Moira jauchzte vor Erleichterung, Beatrix zerquetschte beinahe ihr eigenes Knie, Catherine starb innerlich, die Weisen im Schloss Pangaea diskutierten fieberhaft, auf den Straßen von Fountleroy Island brachen im Kanon Jubel und Panik aus, die Pubs auf Saoirse Láire freuten sich auf eine lange Nacht und irgendwo in einem chaotischen Büro schrie ein aufgeregter Vogelmann etwas von »Großen Neuigkeiten!!«. Seine Schlagzeile sollte in die Geschichte eingehen:

      Bastardhochzeit im fountischen Königshaus!

      Die Tinte war kaum getrocknet, als die ersten Zeitungen in den frühen Morgenstunden wie Bomben aus dem Himmel fielen. Nur um Haaresbreite verfehlte eine der gebundenen Ausgaben die frischvereidigte Sicherheitschefin des Red Apple Palace. Mit Tod in den mandelschmalen Augen maßregelte sie den Nachthimmel, in dem Morgans' Pressemöwen gackernd ihre Kreise zogen. Das Echo der zahllosen flatternden Flügel glich dem kakophonischen Blitzlichtgewitter aufdringlicher Paparazzi. Ganz Nickleby schien unter Beobachtung zu stehen. Grummelnd überflog Felicia Zhang die Titelstory, die zu gleichen Teilen aus lückenhaften Inhaltswiedergaben, quellenlosen Insider-Informationen und tendenziell umgedichteten Zitaten aus der abendlichen Ansprache zusammengeschustert worden war. Weitere Artikel der Sonderausgabe ergingen sich in böswilligen Mutmaßungen über die Verwandtschaftsbeziehungen der Brautleute, die ad hoc vergebenen Palastposten — darunter Zhang selbst als »Quotenwahl« — sowie den Herzinfarkt, der das Commonwealth beim Auftritt der »Heldenschlächterin« Beatrix de Barra ereilt hatte. Reißerische Überschriften prophezeiten im selben Atemzug einen Sieg für die wiederauferstandene LIA wie für Dragons Revolution. Beweise lieferten die rasenden Reporter der Weltwirtschaftszeitung wie immer nicht, dafür aber genügend Zündstoff für die Brandsätze der lairischen Separatisten. In Abwesenheit der Bärin von Andarta, Gráinne Bloom, hatte sich die Kunde der grünschwarzen Union wie ein Steppenbrand über die kargen Klüfte von Fi na nÓg ausgebreitet. Gerade fabulierte Morgans' selbsternannte Láire-Expertin abenteuerliche Geschichten über den Verbleib Blooms, als ein Geräusch im Schatten Felicia Zhang aus ihrer Lektüre riss. Lesend hatte sie die letzten Straßen zu ihrer Wohnung zurückgelegt und fand sich plötzlich zwischen ihrer Haustür und dem Dunkel der Nacht eingekesselt. Mit angehaltenem Atem lauschte Zhang der fernen Geräuschkulisse des albträumenden Nicklebys, ehe sie sich die Zeitung zwischen die Knie klemmte und eiligst ihren Schlüssel hervorkramte.
      »Der furchteinflößendste Moment auf jedem Heimweg«, schreckte eine ölige Stimme sie doch auf, »Wenn man das Schloss öffnen und der Nacht den Rücken zukehren muss…und all den Schrecken, die in ihr lauern.«

      Wie ein Irrlicht schwirrte der silberblaue Fischmensch aus einer der dunklen Hausecken in den Lichtkegel der Wandlaterne. Sie bat ihn nicht herein und er erwartete keine Einladung. Zhangs Tür war kaum zugefallen, da bediente er sich bereits an ihrer Hausbar.
      »Sie wissen, wer ich bin?«, fragte er und füllte wie selbstverständlich zwei Gläser Brandy ein.
      »Umanagh Fitzgibbon. Einer von McKennas Lakaien.«
      »Aber, aber. Sind Sie immer so unhöflich, wenn Sie sich bedroht fühlen?«
      »Werde ich denn gerade bedroht?«
      Lippenschürzend reichte er ihr ein Glas. »Womit? Mit Brandy? Lassen Sie's.«
      Seine Warnung zuckte durch die Wohnung, bevor Zhang auch nur einen Finger in Richtung der Waffe an ihrem Holster gerührt hatte. Gelassen, als hätte er sie soeben nicht bei einer tödlichen Dummheit ertappt, bot er ihr eine selbstgerollte Zigarette an. Sie lehnte dankend ab.
      »Ich darf doch?«
      »Von mir aus.«
      In ihren dunklen Augen spiegelte sich das geisterhafte Glühen einer blassblauen Stichflamme, die aus seiner Daumenkuppe schoss und den Glimmstängel aufloderte.
      »Werden Sie mich töten?«, fragte Zhang freiheraus. Mit einem spitzen, freudlosen Kräuseln seiner silbrigen Fischlippen honorierte Umanagh Fitzgibbon ihre unerschütterliche Tapferkeit.
      Eingelullt in eine Wolke aus Qualm paffte er:
      »Unsinn. Ich bin nicht hier, um Ihnen wehzutun. Das sind äußerst unschöne Mafiamethoden, auf die ich nicht gerne zurückgreife. Besonders jetzt nicht mehr, wo mein Boss quasi auch ihr Boss ist und alles über Politik und Diplomatie läuft…was, zugegeben, nicht unbedingt Ulysses' Stärke ist. Aber dafür hat er ja Lady Graham und mich — genau wie die kleine Catherine Sie hat, nicht wahr? Wir alle brauchen doch Vertraute, die uns in diesen verwirrenden Zeiten mit gutem Rat zur Seite stehen.«
      Zhang leerte ihren Brandy in einem durstigen Zug, bevor sie an seinen Monolog anknüpfte:
      »Was auch immer er will, ich werde ihm nicht helfen. Töten Sie mich, wenn Sie müssen. Ich gedenke nicht, meinen neuen Posten innerhalb der ersten Stunden an den Bastardkönig zu verkaufen.«
      »Natürlich nicht«, pflichtete Umanagh Brandy-schlürfend bei, »Dafür sind Sie viel zu integer. Ein echtes Vorbild für all die jungen Mädchen da draußen, deren große Träume von kleinen Männern niedergemacht werden. Diese erbarmungslose Loyalität ist es, die Sie hierher gebracht hat. Als Sie damals in die Marineakademie eintraten, wussten Sie genau, dass Ihnen niemand Ihre Karriere gönnen würde. Dass niemand eine Offizierin ernst nehmen würde, die sich nicht zu 120% ihrer Einheit verpflichtet und jede Ablenkung ausblendet, die sich ein Mann so problemlos gönnen könnte. Sie wussten, dass jeder Fehler, jede Schwäche, jeder Zweifel seziert würde.« Ein geübter Handgriff befreite seinen geschwungenen Schnauzbart von überschüssigem Brandy. »Sehen Sie, Felicia. Sie sind noch immer die Rekrutin von damals, Sie haben nur die Uniformen getauscht. Deshalb halten Sie auch das Schrapnell in Ihrem Rücken geheim und deshalb weiß niemand, niemand! von Ihrer süßen kleinen Tochter, die behütet bei Ihren Eltern in Aycester aufwächst. Wie war noch gleich ihr Name…? Suzy, richtig?«
      Blitzartig zog Zhang ihren Revolver und drückte ab. Die Kugel explodierte vor ihren Augen, entzündet durch eine fauchende blaue Flammenbrunst aus Fitzgibbons platter Fischnase. Geblendet stürzte sie zu Boden, blinzelte hilflos gegen die glühenden Risse an, die sich plötzlich durch ihr Wohnzimmer und Umanaghs grünen Maßanzug zogen. Wie ein Lehrer, der das Malheur seines Schülers begutachtet, stand der Fischmensch vornübergebeugt und bot ihr aus angemessener Distanz sein sauberes Einstecktuch an.
      »Was haben Sie nur angestellt, Felicia. War das wirklich nötig?«
      Da sie sein Tuch zu verwehren schien, übernahm er die Wundversorgung kurzerhand selbst. Der Gestank seines Aftershaves und der Qualm seiner Zigarette brannte in ihren verwundeten Augen. Beharrlich unterband er jeden ihrer Abwehrversuche. Während er gegen ihren Willen ihre Wunden abtupfte, redete er in dem melodischen Rhythmus eines schwingenden Pendels auf sie ein:
      »Der Bastardkönig hält große Stücke auf Sie, Felicia. Da dem so ist, und er als fountischer Herrscher glücklicherweise nicht länger auf seine alten Tricks angewiesen ist, lässt er Ihnen folgende Nachricht zukommen: Wäre er noch der scheue Hund von Hoolahara…so würde er Sie nun mit Ihrer Tochter erpressen. Er könnte — und ich zitiere — ›einen Mann nach Ayecester schicken, der sich die kleine Suzy auf dem Nachhauseweg greift und das Gelbe aus ihr herausfickt, bevor er ihr die Kehle herausreißt und genüsslich in das ausblutende Loch abspritzt.‹ Zitat Ende.«
      Unwillkürlich begann Zhang zu schluchzen und zu zittern. Der Schmerzschock setzte ein. Rote Tränen eiterten aus ihren blutverklebten Augen.
      »Leider kenne ich den Mann, von dem er spricht«, fügte Umanagh mahnend an, »Daher kann ich Ihnen versichern: Ulysses untertreibt.«
      »Was…«, fiepte Zhang geschlagen, »Was will er?«
      »Die Weltregierung will Carla ins Impel Down überstellen. Sie werden das verhindern. Legen Sie ein gutes Wort bei Catherine für Carla ein.«
      »W…wieso?«
      »Weil gemeinschaftlich entschieden wurde, dass sie uns in einem lairischen Gefängnis mehr nützt als tot — oder in den Tiefen des Impel Down, was so ziemlich dasselbe ist.«
      »W…wie soll ich…?«
      »Uns egal. Appellieren Sie an Catherines Mitgefühl oder ihre Mutterkomplexe oder ihre feministische Ader. Irgendwas. Sie machen das schon.«
      »Ja…«, giftete Zhang kraftlos — insgeheim nach ihrem Revolver tastend, den Umanaghs edle Mokassins längst beiseite geschoben hatten. Amüsiert trocknete er die letzte blutige Träne auf ihrer angesengten Wange.
      »Wissen Sie, Felicia. Ulysses war nie ein Fan Ihrer Stadt.« Nach einigem Abwägen warf er ihr seinen glühenden Zigarettenstummel vor die Knie, wo sich ein kreisrundes Loch in den dunklen Teppich brannte. »Aber wir passen hier gut rein, finde ich. Kleine Feuer überall.«


    • so wie du es versprochen hast ist das neue kapitel schnell da ^^ .
      wir nähern uns dem ende des arcs . passend zu one piece wo wir wano verlassen und ins ungewisse gehen . sieht das bei dir ansich auch so aus . da es danach auch überall hingehen kann . schließlich muss ja flint und callaghan auch mal was gemacht haben ^^ .

      Der erste part in dem kapitel dreht sich um mercedes ,lorelei und krill
      Sehr schöner einstieg wie du mercedes überlebskampf geschildert hast , fand ich sehr schön .
      Dazu die art von lorelei die mi meredes redet , find du hast das hier gut rüber gebracht was lorelei hier sagen will .
      Dann der part als krill dazukam , hast du mega gut rüber gebracht und ich find genau deswegen mag ich krill auch so , seine art hat etwas besonderes ansich und du findest immer die richtigen wörter um krill perfek rüber zu bringen .
      Auch wenn mercedes es nicht gerne hören will aber krill hat halt vollkommen recht mit seinen worten .

      Das dann die kleine königin dazu stößt hat mich überrascht aber das hast du sehr gut rüber gebracht ,
      man merkt wie die kleine durch das trauma gewachsen ist . hast du ja später auch gut auf gegriffen aber dazu später mehr .

      der szenen wechsel zu uylsses war auch sehr intressant gemacht muss ich sagen , auch wie du versucht hast uns seine gedanken mitzuteilen .
      ich fand das sehr gelungen von dir und hab mich da auch voll abgeholt gefühlt.
      Dann das zusammenspiel zwischen uylsses und debarra war sehr gut formuliert und schön in szene gesetzt .
      Tja und dann kam das dicke ende vom kapitel
      Die königin trifft uylsses + sein gefolge . puh da haste aber ordentlich was schrieben muss ich sagen , er die fürsogliche moira und dann der weg zum besprechungsraum vorbei am schlachtfeld was uylsses angerichtet hat . das war schon ne hausnummer von dir .

      Aber das beste war die rede von der kleinen königin
      Also ich fand sie mega gut geschrieben und wie ich bereits sagte hast du es richtig gut rübergebracht wie sie notgedrungen erwachsen werden musste .

      Auch find ich schön das du viele orte mitreingebracht hast , jeder der wichtig ist wurde erwähnt .

      Tja zum abschluss noch paar sachen
      Also wenn ich richtig verstanden habe hat debarra ne TF mit pilzen .
      Gut den hinweis wer nun der chef vom grünen könig ist hab ich noch nicht gefunden muss ich sagen .
      Aber was ich noch erwähnen will , ich finde es großartig wie du solche texte verfassen kannst , ob es nun eine rede ist oder die interaktionen von chrackteren dir gelingt es sehr gut den personen leben einzuhauchen und sie dann so agieren zu lassen wie man es erwarten würde
    • Heyho! Das vorletzte Kapitel des Arcs kann an alter Stelle gefunden werden. Viel Spaß wünsche ich. Nächstes Mal heißt es dann, Abschied nehmen und dem neuen Arc entgegen gehen. Aber zunächst: "Kapitel 174 - Bastardkönig".

      David


      Monkey D. David schrieb:

      wir nähern uns dem ende des arcs . passend zu one piece wo wir wano verlassen und ins ungewisse gehen . sieht das bei dir ansich auch so aus . da es danach auch überall hingehen kann . schließlich muss ja flint und callaghan auch mal was gemacht haben ^^ .
      Ich freue mich auch schon auf den nächsten Arc. Er wird vielleicht/vermutlich etwas anders ablaufen, als man es sich momentan vorstellt, aber gerade deshalb freue ich mich drauf. Und ja, wir werde definitiv ein Wiedersehen mit Callaghan und Flint feiern. :D

      Monkey D. David schrieb:

      Der erste part in dem kapitel dreht sich um mercedes ,lorelei und krill
      Sehr schöner einstieg wie du mercedes überlebskampf geschildert hast , fand ich sehr schön .
      Dazu die art von lorelei die mi meredes redet , find du hast das hier gut rüber gebracht was lorelei hier sagen will .
      Dann der part als krill dazukam , hast du mega gut rüber gebracht und ich find genau deswegen mag ich krill auch so , seine art hat etwas besonderes ansich und du findest immer die richtigen wörter um krill perfek rüber zu bringen .
      Auch wenn mercedes es nicht gerne hören will aber krill hat halt vollkommen recht mit seinen worten .
      Ich mag solche persönlichen Szenen immer sehr gerne. Das Gespräch zwischen Krill und Mercedes habe ich bereits zu Beginn des Arcs geplant, auch als indirekte Aussöhnung nach dem Zerwürfnis der drei Kopfgeldjäger am Anfang. Der Dialog ebnet zudem den Weg für Mercedes...Umbau, worauf ich auch schon hinfiebere. Dieses Mal werde ich mir dann auch notieren, welches Gadget sie wo versteckt hat. xD

      Monkey D. David schrieb:

      Das dann die kleine königin dazu stößt hat mich überrascht aber das hast du sehr gut rüber gebracht ,
      man merkt wie die kleine durch das trauma gewachsen ist . hast du ja später auch gut auf gegriffen aber dazu später mehr .
      Die Szene bereitet in erster Linie den kommenden Arc vor, hat mir im Nachhinein aber auch gut gefallen. Generell habe ich im Laufe der Kapitel echt Gefallen an Catherines Präsenz gefunden, ähnlich wie damals mit Ondine.

      Monkey D. David schrieb:

      der szenen wechsel zu uylsses war auch sehr intressant gemacht muss ich sagen , auch wie du versucht hast uns seine gedanken mitzuteilen .
      ich fand das sehr gelungen von dir und hab mich da auch voll abgeholt gefühlt.
      Dann das zusammenspiel zwischen uylsses und debarra war sehr gut formuliert und schön in szene gesetzt .
      Ulysses und DeBarra sind auch zwei Figuren, die ich auf jeweils eigene Weise ewig vorbereitet habe. Sie in diesem Arc endlich richtig einbinden zu können, hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Ich hoffe, ich konnte auch euch mit beiden abholen. Sie bleiben nämlich wichtig, logischerweise.^^

      Monkey D. David schrieb:

      Die königin trifft uylsses + sein gefolge . puh da haste aber ordentlich was schrieben muss ich sagen , er die fürsogliche moira und dann der weg zum besprechungsraum vorbei am schlachtfeld was uylsses angerichtet hat . das war schon ne hausnummer von dir .
      Jo, das dachte ich mir auch. Ich verweise aufs neue Kapitel, das in eine ähnliche Kerbe schlagen wird.

      Monkey D. David schrieb:

      Aber das beste war die rede von der kleinen königin
      Also ich fand sie mega gut geschrieben und wie ich bereits sagte hast du es richtig gut rübergebracht wie sie notgedrungen erwachsen werden musste .
      Wie oben erwähnt, habe ich Catherine als Charakter sehr zu schätzen gelernt. Ihre ganze Odysee und Tortur war eine echte Figurenreise, die mich sogar dazu veranlasst hat, den nächsten Arc ein bisschen umzugestalten. Behalte das mit dem "notgedrungen erwachsen werden" beim Lesen des neuen Kapitels im Hinterkopf. Du wirst sehen, was ich meine. :D

      Monkey D. David schrieb:

      Auch find ich schön das du viele orte mitreingebracht hast , jeder der wichtig ist wurde erwähnt .
      Das haben diese Arc-Enden ja so an sich. Eigentlich wollte ich noch mehr Flashbacks anbauen, die das Ende der Schlacht mit der Gegenwart verbinden (wie bei Mercedes), aber dafür hat der Platz einfach nicht gereicht.

      Monkey D. David schrieb:

      Tja zum abschluss noch paar sachen
      Also wenn ich richtig verstanden habe hat debarra ne TF mit pilzen .
      Gut den hinweis wer nun der chef vom grünen könig ist hab ich noch nicht gefunden muss ich sagen .
      Aber was ich noch erwähnen will , ich finde es großartig wie du solche texte verfassen kannst , ob es nun eine rede ist oder die interaktionen von chrackteren dir gelingt es sehr gut den personen leben einzuhauchen und sie dann so agieren zu lassen wie man es erwarten würde
      Jo, De Barra hat eine Art Pilz-Frucht gegessen. Ich würde dir gerne einen Namen nennen, aber mir ist noch keiner eingefallen, der mir zufriedenstellend gefällt. xD
      Kein Ding. Der "Boss" des Grünen Königs wird sich im nächsten Arc offenbaren.

      Danke dir. Sowas bedeutet mir viel. Ich hoffe mal, dass es den anderen Lesern (so ich noch welche hier habe) ähnlich geht. :D