Castlevania (Netflix)

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    • Castlevania (Netflix)


      Nachdem Castlevania in Super Smash Bros. Ultimate einen fulminanten Einzug erhielt, bin ich doch ein wenig neugierig auf die Reihe geworden, wo ich mir erst einmal alte AVGN-Folgen angeschaut habe, aber auch die Animations-Serie auf Netflix. Um Letztere soll sich dieses Thema drehen, denn diese ist durchaus eine Empfehlung wert - nicht allein für Fans der gleichnamigen Videospiele-Reihe. Da ich noch keines der Spiele wirklich gespielt habe, lehne ich mich vielleicht ein wenig aus dem Fenster, wenn ich sage, dass es sich hier wohl mit Abstand einer der besten Videospiele-Adaptionen überhaupt handelt (auch wenn es in der Hinsicht so gut wie keine Konkurrenz gibt). Zumindest scheint dies aber auch der Konsens unter den Fans zu sein und mir hat die Serie so oder so sehr gut gefallen.

      Rein optisch wirkt Castlevania wie ein qualitativ recht hochwertiger Anime, allerdings wurde die Serie tatsächlich in den USA produziert. Vor allem die Standbilder von Umgebungen sind oft wirklich beeindruckend und strotzen nur so vor Detailreichtum. Absolut nicht zimperlich geht Castlevania auch mit Gewaltdarstellung um, die durchaus manchmal etwas verstören kann und wo die Sache eine Altersfreigabe von ab 18 Jahren erhalten hat.

      Bislang hat die Serie zwei Staffeln - Staffel 1 mit vier Folgen und Staffel 2 mit weiteren acht Folgen zu je ca. 20 Minuten. Das lässt sich prima an einem regnerischen oder verschneiten Sonntag mal eben abarbeiten. Eine dritte Staffel mit zehn neuen Folgen ist derzeit aber bereits in Arbeit.

      Die Serie selber basiert auf den Ereignissen aus dem dritten Spiel, Castlevania III: Dracula's Curse, wo Dracula seine Monsterhorden auf die Walachei loslässt und Trevor Belmont, zusammen mit der Magierin Sypha und Draculas Sohn Alucard, sich auf dem Weg macht, um dem dunklen Grafen ein Ende zu bereiten. Für Alucard wurden einige Elemente aus Symphony of the Night übernommen, während die zweite Staffel auch bereits auf die Handlung von Curse of Darkness überleitet, einem Titel aus dem Jahre 2005 für PS2 und Xbox, der nach den Ereignissen von Castlevania III spielt. Die dritte Staffel soll sich wohl vor allem um die Handlung dieses Titels drehen, wo die "Forgemaster" Hector und Isaac im Mittelpunkt stehen. Aber auch der Vampir-Dame Carmilla wurde eine tragende Rolle in der zweiten Staffel gegeben.

      Hier mal ein Trailer:



      Weitere Staffeln könnten theoretisch auch chronologisch später angesiedelte Titel behandeln, wie in etwa das erste Castlevania mit Simon Belmont. Es sei angemerkt, dass hier die Story keine 1zu1-Umsetzung ist, sondern durchaus auch eine eigene Interpretation der Spielgeschehnisse, wo einiges von den Spielen auch abweicht und damit keineswegs "canon" ist. Man hat aber durchaus das Gefühl, dass die Vorlage trotzdem mit großem Respekt behandelt wurde und alle Änderungen primär dazu dienen, einen besseren Plot zu haben.

      Ein Fokus stellt dabei vor allem der Antagonist selber dar: Graf Vlad Dracula Tepes. Eine Geschichte ist bekanntlich nur so gut wie ihr Bösewicht und daher wurden Dracula hier durchaus menschliche Züge und ein Motiv gegeben. Die Handlung beginnt damit, wie Dracula die Mutter von Alucard kennenlernt - eine Ärztin, die von ihm mehr über Medizin lernen möchte und mit ihrer Art sein Herz gewinnt. Allerdings wird sie später von der Kirche als Hexe verbrannt, woraufhin Dracula seinen Zorn an der Menschheit auslässt.

      Was dabei vor allem beeindruckend in Szene gesetzt wurde, ist das namens-gebende Schloss von Dracula, welches sogar in der Lage ist, sich zu teleportieren. Das sorgt für einige recht imposante Momente und untermauert gekonnt Draculas unglaubliche Macht. Gleichzeitig liefert es aber auch eine Erklärung dafür, warum das Schloss in der Spielereihe an ganz unterschiedlichen Orten auftaucht.

      Negativ ist dann allerdings Draculas Darstellung in der zweiten Staffel, wo der Fokus auf die beiden "Forgemaster" (Menschen mit der Fähigkeit, untote Kreaturen zu schaffen), Hector und Isaac, sowie auf die Vampirin Carmilla wechselt. Dracula rückt hier eher in den Hintergrund, wo er bei den bekannten Trauerphasen von Zorn direkt in die Depression verfallen ist und einen Großteil der Staffel teilnahmslos in seinem Sessel vor dem Kamin hockt... Das war etwas schade und hat dem Charakter nicht unbedingt gut getan, wirkte aber dennoch nachvollziehbar und hat eben das Rampenlicht auf die Antagonisten der dritten Staffel geschoben.

      Aber gut... ich bin trotzdem sehr gespannt auf die dritte Staffel und was die Serie noch in der Zukunft bringen wird, obwohl ich noch kein Liebhaber der Spiele bin. Aber vielleicht gibt es hier ja Castlevania-Fans im Pirateboard, die ihre Meinung von der Serie schildern können. Habt ihr die Serie gesehen? Was fandet ihr gut? Was fandet ihr schlecht? Welche Easter Eggs sind euch aufgefallen? Was erhofft ihr euch von zukünftigen Staffeln? Lasst einen Kommentar hier im Thema!
    • Dann graben wir das Thema aus aktuellem Anlass zum Start der 3. Staffel doch mal wieder aus.

      Ich habe vor kurzem die ersten beiden Staffeln gesehen, die zusammengenommen nur 12 Folgen beinhalten. Material, dass man also in einer kurzen Zeit komplett sehen kann, da die Folgen jeweils nur etwa 23 Minuten lang sind.

      Mir gefiel die Story, mir gefielen die drei Hauptcharaktere, Sypha, Trevor (Belmont) und Alucard, der Sohn von Dracula und durch seine menschliche Mutter ein Halb-Vampir. Drei sehr unterschiedliche Charaktere, die anfangs noch mehr wie eine Zweckgemeinschaft, später dann als Freunde auftraten und gegen Dracula und seine Generäle und Diener kämpften. Man brachte die Hauptgeschichte für mich zufriedenstellend zu Ende, bot aber dennoch einige Handlungsstränge, die weitere Staffeln rechtfertigten. Man konnte am Ende der 2. Staffel schon explizit sehen, dass sich die Handlungsstränge in der 3. Staffel trennen. Sypha und Trevor reisen in der Welt herum, Alucard will über das Schloss seines Vaters und das Anwesen der Belmonts nebst Fundus darunter wachen, Isaac sucht seinen Weg zurück und Hector hat die Arschkarte gezogen und marschiert als Gefangener mit Carmilla in ihre Heimat zurück.

      Ich beziehe mich jetzt also hauptsächlich auf die 3. Staffel, zumal TT schon etwas zu den ersten beiden Staffeln gesagt hat.

      Wie bereits gesagt, baut die 3. Staffel auf den verschiedenen von einander getrennten Handlungssträngen auf. Diese Handlungsstränge ziehen sich über die gesamte Staffel hinweg und verknüpfen sich nie wirklich miteinander. Das ist anscheinend der 4. Staffel komplett vorbehalten.

      Handlung (grob)

      Trevor und Sypha kommen im kleinen Dorf namens Lindenfeld an, wo seltsame Mönche ein Kloster bewohnen und keinen Außenstehenden hineinlassen und ein paar Monate zuvor Nachtkreaturen in das Dorf einfielen und davon eine in das Dach des Klosters sprang, danach bunte Lichter das Kloster erhellten (ganz so, als fände da ne fette Rave-Party statt) und seitdem die Mönche merkwürdig agieren und bedrohlich auf andere wirken.

      Alucard wird durch die Einsamkeit leicht wahnsinnig und bastelt sich Puppen von Trevor und Sypha, mit denen er dann redet. Bis eines Tages Sumi und Taka, zwei (menschliche) Geschwister aus Japan, auftauchen und sagen, dass Alucard sie unterrichten soll, damit sie sich gegen Vampire und andere Kreaturen wehren können. Sie sind aus der Gefangenschaft des japanischen Vampirs Chos geflohen, welche als Generälin an Draculas Seite kämpfte und offenbar im Kampf gegen Alucard und Co. starb. Also bringt Alucard den beiden Kampftechniken und Wissen bei, in der Hoffnung eine neue Monsterjäger-Generation auszubilden.

      Dann gibt es noch Isaac, der nach Hector sucht, um ihn für den Verrat an Dracula zu töten, dabei immer im Wechsel auf gute Menschen und auf dumme und böse Menschen trifft.

      Und Hector, der in Carmillas Schloss erstmal als Gefangener im Kerker landet. Er soll für Carmilla als Schmied (Forgemaster) Nachtkreaturen schmieden. Diese braucht sie, um die Menschheit endgültig zu unterjochen und als Nahrungsquelle zu nehmen. Aber da er ja Gefangener ist (und so gar keinen Bock hat ihr zu helfen) und alle seine geschmiedeten Kreaturen ihm loyal ergeben sind, ist Carmilla in einer misslichen Lage. Abhilfe soll da eine ihrer Vampirschwestern, Leonore, schaffen, die Hector um den Finger wickeln soll. Klappt am Ende anscheinend ganz gut.

      Die einzigen Stränge, die am ehesten noch eine Verbindung miteinander aufweisen, sind die von Isaac und Hector, aber auch nur, weil Isaac Hector durch einen magischen Spiegel ausfindig macht und zu ihm will. Sonst sind die Handlungen leider nur sehr, sehr, sehr schwach verknüpft. Ich weiß, dass man den Geschichten ihren Freiraum geben muss und dass es auch üblich ist, mehrere Handlungen parallel nebeneinander laufen zu lassen. Aber ich fand es schade, dass es die ganze Staffel über so lief. Das die Trennung so offensichtlich war und alles soweit gestreckt wurde, damit man dann alles in die 4. Staffel packen kann, schadet der 3. Staffel eher.

      Zumal Alucards Handlung eigentlich in eine komplette Folge gepackt werden kann. Es gab meines Erachtens dort kaum entwickelt in seinem Charakter, noch hat man eine großartige Charakterdarstellung oder gar -entwicklung der beiden Geschwister Sumi und Taka gesehen.
      Ja, in der 2. Staffel hatte Alucard seinen großen Auftritt, er kämpfte hauptsächlich gegen Dracula, seinen Vater, und er war es auch, der ihn letztendlich mit einem Holzpfahl tötete (also hauptsächlich, Sypha äscherte Dracula ja dann ein). Da dachte man sich sicherlich danach, dass es besser wäre, nun eben Trevor Belmont als DEN Monsterjäger und Sypha als coole magiebegabte Sprecherin den Hauptpart und die große Bühne zu geben. Man hat es allerdings nicht geschafft, dass Gewicht gut zu verteilen, sodass leider zu viel auf Trevors und Syphas Seite und zu wenig auf Alucards Seite landete. Viel zu viel wurde nicht erklärt und weggelassen.

      Handlung (speziell)

      Beginnen wir mit Hector. Der Gute tat mir ja eigentlich am Ende der 2. Staffel und am Anfang der 3. Staffel doch irgendwie Leid, aber andererseits war es dumm von ihm, überhaupt Carmilla zu vertrauen. Die wiederum wurde am Ende der 2. Staffel bzw. auch im Trailer zur 3. Staffel als DIE neue Gegenspielerin angepriesen. In der 3. Staffel selbst hat man davon leider herzlich wenig gesehen. Da war es vielmehr Leonore, Carmillas "Vampirschwester", die sich zur Aufgabe machte, Hector zu brechen. Obwohl Hector wusste, was er für die Vampirinnen tun sollte, nämlich Nachtkreaturen erschaffen, verfiel er mehr und mehr Leonore. Die brachte ihm zunächst Essen, dann Kleidung, machte mit ihm einen Spaziergang und gab ihm dann auch ein Upgrade in eine Luxuszelle. Der Handlungsstrang war also vornehmlich von Psychospielen geprägt und ohne jegliche Action oder Dramatik.

      Alucard wiederum findet es toll, um es mal einfach auszudrücken, dass er jetzt Gesellschaft hat. Er will den Geschwistern alles beibringen, damit diese sich gegen Vampire und anderes Leid zur Wehr setzen können. Dabei gibt er ihnen Schwertunterricht und führt sie auch in den Fundus der Belmonts, damit sie sich so viel Wissen über Wissenschaft, Technologie und Monster aneignen können, wir nur möglich. Die ganze Zeit sind alle drei freundlich zu einander, Alucard bemüht sich, die beiden auszubilden. Allerdings kommt manchmal unterschwellig auf, dass die Geschwister auch Magie beobachten und lernen wollen, da sie danach fragen, wie man das Schloss bewegen kann und ob es möglich ist.

      Trevor und Sypha untersuchen derweil die Geschehnisse in Lindenfeld und treffen, neben dem "Bürgermeister" auch auf einen Typen Namens Saint Germain, der seine eigenen Pläne mit dem Kloster und den Mönchen verfolgt. Er sucht nach einer geliebten Person, die er verloren hat. Dabei sieht er einen Zusammenhang des Klosters mit dem "unendlichen Korridor", einer Verbindung dieser Welt mit anderen Welten aus der Zukunft und der Vergangenheit und sogar der Welt der Hölle. Tatsächlich befindet sich unterhalb des Klosters das Monster, was Monate zuvor ins Dach gestürzt ist. Es hat den Mönchen aufgetragen, Vorbereitungen für die Rückkehr Draculas zu schaffen. Konkret bedeutet dies einfach, es will den unendlichen Korridor öffnen, sodass tausende Monster in die Welt gelangen können und evtl. auch Dracula. Dazu benutzt das Monster letztendlich Seelen der Dorfbewohner, die durch Runen an ihren Häuser plötzlich im Höllenfeuer aufgehen und ruckzuck sterben. Also liegt es an Trevor, Sypha und letztlich auch an Saint Germain (der ein Magier ist) dem Einhalt zu gebieten. Großer Kampf gegen allerhand Monster und wahnsinnige Mönche.

      Den Klimax findet die Staffel in der 9. und 10. der insgesamt 10 Folgen. Gerade die 9. Folge ist doch sehr speziell. Denn da fährt die Staffel von 0 auf 100. Und lässt einen wirklich denken "What the fuck did I just watch??".

      Denn plötzlich fährt die Serie das auf, was bisher mal nur so am Rande erwähnt und ganz sporadisch angedeutet wird: Sex. Gut, wir sind hier nicht im Kindergarten und viele Filme und Serien enthalten Sex-Szenen, also eigentlich nicht Besonderes. Trotzdem ließ mich die 9. Folge echt verwirrt zurück. Sie bestand eigentlich nur aus Sex und Kampf, zwei der vier Handlungsstränge bestanden aus Sex, die anderen beiden aus Kampf/Action.
      Hector wurde von Leonore verführt, die diesen Schachzug genau geplant hatte und, damit's nicht zu hart am Arsch ist, ne große weiche Decke gleich mit in die Zelle brachte. In seiner Lust (was tut man da nicht alles im Rausch) schwor er ihr die Treue, sodass sie ihm, genau auf diesen Augenblick wartend, einen Sklavenring an den Finger steckte. Selbst Schuld, Hector. Selbst Schuld. Mit dem Sklavenring liegt er nun endgültig in den Fängen der Vampire, denn da er Loyalität zu Leonore (während seines Höhepunkts) schwor, sind nun alle Kreaturen, die er schmiedet, nicht nur loyal ggü. ihm, sondern auch ggü. ihr. Und den anderen drei Vampirschwestern inkl. Carmilla, da sie ebenfalls Ringe tragen, die mit dem Sklavenring verbunden sind. Hier wurde also Sex als Mittel der Fügung clever eingesetzt. Und das war auch die Stelle, die weniger verwirrend war, einfach weil sich sowas schon abzeichnete und logisch aufgebaut wurde.

      Leider war dies nicht beim anderen Handlungsstrang der Fall. Denn auch Alucard durfte in den "Genuss" der Lüste kommen und das mündete dann in einem Dreier mit Sumi und Taka. Ich bin immer noch verwirrt, ehrlich gesagt. Und dass liegt auch primär daran, dass das einfach so unvermittelt kam und nicht so wirklich in das Bild passte. Ehrlich nicht. Und vor allem nicht die Auflösung des Ganzen. Die Geschwister kommen eines Nacht plötzlich und unvermittelt in Alucards Schlafzimmer, faseln was von "Belohnung für seine Mühen", knutschen und schlafen beide mit ihm in ihren auf Glanz polierten Körpern, die zusätzlich aussehen, als hätte man sie mit Öl eingerieben....Nur um Alucard im Endeffekt (genau wie Hector) willenlos zu machen und ihn ans Bett zu fesseln. Wer jetzt denkt -Geil, SM!-, der wird enttäuscht. Denn Sumi und Taka sind einfach nur durchgeknallt und paranoid. Sie wollen Alucard töten, weil er ihnen nicht gezeigt hat, wie sie Magie verwenden und weil er sie angeblich belügt und ihnen bloß nicht zeigen will, wie man das Schloss bewegt. Das wäre ja eigentlich möglich und so. Und da alle auf der Welt die Geschwister betrügen und anlügen, nehmen sie automatisch an, dass auch Alucard dies tut, denn "wieso sollten wir glauben, dass es bei dir anders ist?". Logisch, oder? Ach ja, und sie wollen alle Geheimnisse von Alucard lüften und ihr eigenes Imperium(!) gründen. Es ist einfach so dumm. Diese Handlungsweise kommt völlig aus dem Nichts, selbst die Fragen vorher, ob man das Schloss bewegen kann und wann sie die Waffenkammer sehen und wie das mit der Magie ist, bauen keine logische Brücke zu dem auf, was sich einem in der 9. Folge in die Augen brennt. Das hätte man so viel besser einflechten und vor allem auch aufbauen können. Die ganze Zeit über befinden sich die drei auf freundschaftlicher Basis zueinander, die Geschwister sind nach außen nett ggü. Alucard und beschweren sich nur manchmal oder hinterfragen, warum er ihnen nicht alle Bereiche des Schlosses zeigt. Alucard sieht sie als seine Schüler. Sie rangeln nach einem Kampf miteinander wie kleine Kinder. Und dann plötzlich mündet das in einem großen sexualisierten WTF????-Moment? Ich weiß ja nicht. Es hätte diese Szene vor allem für Alucard nicht gebraucht, der im Endeffekt schon überaus froh schien, dass er nun nicht mehr allein im Schloss wohnen muss, sondern Gesellschaft hat, mit der er über viele Dinge reden kann und der er auch Wissen vermitteln kann, sodass das Gute an seinem Vater und eben auch an seiner Mutter in die Welt hinaus getragen wird. Vielleicht wollten die Storywriter etc. Alucard so darstellen, dass er so verzweifelt nach Gesellschaft und Liebe sucht, dass er sich soweit hinreißen lässt mit den beiden zu schlafen, weil er glücklich ist, dass sie ihm eben genau das geben. Und die Macher dachten genau das ist logisch und genau das würde Alucard auf jeden Fall tun. Aber hier läuft es eher auf eine zu schnelle und zusammengestauchte Handlung hinaus, bei der ein logischer Aufbau abhanden gekommen ist. Für mich erschließt sich aus den bisherigen Aktionen am Ende der 2. Staffel und in der 3. Staffel nicht wirklich, warum Alucard auf dieser Schiene fahren sollte und es nicht hätte einfach bei einem simplen, aber doch (freundschaftlich) innigen Verhältnis wie bei ihm und Trevor bzw. Sypha bleiben können. Mit denen hat er ja auch nicht geschlafen.

      Die logische Konsequenz aus diesem Ereignis ist, dass Alucard den Geschwistern mit seinem magischen Schwert die Kehlen durchschneidet, um sich zu retten. Danach liegt er weinend auf dem Boden, weil er dachte, dass er Freunde bzw. Gesellschaft gefunden hat, dann jedoch zutiefst verraten wurde. Frei nach dem Motto: Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt.
      Was folgt nun daraus? Alucard spießt beide vor dem Schloss zur Warnung auf. Ganz nach dem Vorbild seines Vaters. Und das ist ein weiterer Punkt, der mir übel aufstößt. Die Befürchtung ist groß, dass nämlich Alucard wie sein Vater wird, die Menschheit verachtet und sich entweder zurückzieht oder zum Gegenschlag ausholt. Und dann wahrscheinlich auch letztendlich auf Trevor und Sypha treffen wird. Entweder können sie ihn bekehren und er kommt zur Vernunft oder es kommt zum Showdown zwischen beiden Parteien, der letztendlich im Frieden oder im Tod wahrscheinlich von Alucard mündet. Und davor habe ich gewissermaßen Angst. Denn schon allein mit der Verbitterung und der Gegenüberstellung von Trevor/Sypha und Alucard, würde die Staffel meines Erachtens nach in ein Klischee-Schema fallen. In den ersten beiden Staffeln wurden die Vampire gezeichnet durch Kaltblütigkeit, Grausamkeit, Mordlust. Dracula versuchte zunächst noch aus diesem Käfig auszubrechen, ging aber aus Verzweiflung und Wut über den Tod seiner Frau durch die Menschen in den "Ich töte aus Rache alle Menschen der Welt oder wenn nicht zumindest der Walachei"-Modus über. Carmilla und ihre Schwestern haben den Plan, einen 800-Meilen-Korridor zu errichten, in welchem sie alle Menschen wie Vieh halten, welches sie für ihre Ernährung heranziehen. Alucard wurde als das komplette Gegenteil aufgebaut, trotz seiner Vampirseite. Er wollte Dracula und seine Generäle aufhalten, weil seine Mutter es so gewollte hätte. Er wollte das Blutvergießen beenden. Er weinte am Ende der 2. Staffel aufgrund der Erinnerungen an seine Mutter und seine Kindheit und die Tragik, mit der dieser Kampf gegen seinen Vater zu Ende ging. Er wollte nur das Beste für Sumi und Taka und seine Grundeinstellung war friedlich ggü. der Menschheit. Und dann soll er auch auf diese dunkle Seite gezogen werden? Damit dann Trevor Belmont aus dem Hause Belmont als DER Monster- und Vampirjäger auftreten kann und er noch mehr bestärkt wird, dass alle Vampire ins Gras beißen müssen? Dann wäre es wirklich schade um die Serie.
      Oh-oh, ich weiß noch was, was genauso dämlich wäre! Wenn Alucard sich in einem finalen Kampf besinnt, sich dann aber opfert und Trevor und/oder Sypha rettet vor einem einstürzenden Objekt oder dem Angriff einer dritten Partei und dann einen dramatischen Tod stirbt. Es bleibt abzuwarten, was letztendlich passiert. Aber etwas Hoffnung ist in mir noch da, dass die oben genannten Dinge nicht passieren werden. Ich mag Alucard und daher schmeckt mir einfach sein Handlungsstrang der aktuellen Staffel inkl. der Folgen für die Zukunft überhaupt nicht. Zumal er sich offenbar mit so einer Zukunft weit weg von den Spielen bewegen würde, in denen er nie als Antagonist aufgetreten zu sein scheint.

      Um mich mal abzuregen, widme ich mich noch kurz den beiden sexlosen Handlungen von Trevor/Sypha und Isaac. Wobei, halt, Trevor und Sypha schlafen ja auch miteinander, aber das wird eher subtil gezeigt und folgte schon aus den Handlungen und Gesprächen der 2. Staffel. Aber back to the topic. Die eigentliche Tragik bei den Ereignissen rund um Trevor und Sypha kommt meiner Meinung nach nicht nur durch die Vorfälle mit dem endlosen Korridor, dem Kloster und den Nachtkreaturen hervor, sondern auch mit dem Dorf Lindenfeld an sich. Zum einen sind durch den Plan der Kreatur alle Menschen innerhalb des Dorfes verbrannt. Zum anderen kommt hier auch die wahre Natur des "Bürgermeisters" (im Englischen heißt er einfach nur Judge) zum Vorschein, der nämlich ein Serienkiller ist, der es auf kleine Kinder abgesehen hat und ihre Schuhe im Hinterzimmer seines Hauses sammelt. Geschockt von der Entdeckung realisieren Sypha und Trevor, dass sie eigentlich niemanden im Dorf retten konnten, denn alle sind entweder verbrannt oder gemeuchelt wurden. Die Menschheit zeigt hier wieder ihre dunkelsten und grausamsten Seiten. Vllt. die einzige Verbindung zur Alucard-Handlung, auch wenn das in keiner Weise die unlogischen Ereignisse dort relativiert.
      Und vllt. auch eine kleine indirekte Verbindung zur Isaac-Handlung, da dieser auf Menschen traf, die ihn und seine Monster sofort vertreiben und/oder angreifen wollten (irgendwie verständlich) oder, wie der alte Magier, andere willenlos gemachte Menschen wie Zombies auf ihn hetzten. Letztendlich hat er nun eine richtig große Armee an Nachtkreaturen, die er zur Rache an Hector nach Styria führen kann. Inwieweit zu diesem Kampf Trevor, Sypha und evtl. auch Alucard stoßen werden, kann ich nicht sagen.

      Ich hoffe aber einfach inständig, dass die 4. Staffel einiges gerade biegen wird.


      Fazit

      Staffel 3 reicht leider nicht an die ersten beiden Staffeln ran. Ich bringe die ersten beiden Staffeln gern als eine Einheit, weil im Endeffekt die 1. "Staffel" nur vier Folgen à 23 Minuten lang war, zu dessen Ende sich Alucard mit Trevor und Sypha verbündete. Trotzdem komme ich nicht umher, die 3. Staffel argwöhnisch zu betrachten. Es ist, als ob der Motor der Staffel lange Zeit nicht angesprungen ist, nicht mal ein bisschen, und als man es dann schließlich geschafft hat, hat man gleich mit voller Kraft aufs Gaspedal getreten, damit man noch der Erste im Ziel sein kann. Auf dem Weg zum Ziel hat man aber die Logik ein paar Mal übersehen und sie stattdessen voll umgenietet.

      Bitte, bitte lasst die 4. Staffel besser sein.

      Und aus der Erde singt das Kind

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Esper ()

    • Esper schrieb:


      Den Klimax findet die Staffel in der 9. und 10. der insgesamt 10 Folgen. Gerade die 9. Folge ist doch sehr speziell. Denn da fährt die Staffel von 0 auf 100. Und lässt einen wirklich denken "What the fuck did I just watch??".
      Also bin ich nicht der einzige, der das so empfunden hat. Ich habe die ersten 8 Folgen in einem durch gesehen und mir die letzten beiden für den darauf folgenden Tag aufgehoben und hatte dann irgendwie das Gefühl, ein völlig andere Serie zu schauen. Die Sache mit Hector war ja noch ganz in Ordnung, aber der Plot Twist rund um Alucards Handlung war meiner Meinung nach, einfach nur schwach und wirkte wie an den Haaren herbeigezogen.
      Alles in allem eine wirklich gute Serie (zumindest ab der 2. Staffel, die erste hat mich damals nicht so überzeugt), aber das Staffelfinale der 3. Staffel hätte man handlungstechnisch und auch visuell gerne überarbeiten können.
    • Ich finde Castlevania bisher komplett verschenkt.
      Trevors Vergangenheit, Alucards Ausbildung, allgemein deutlich mehr zu Dracula, vor Dracula mehr Story und mehr heftige Zwischenbosse, Generäle wären es theoretisch genug gewesen...

      Die Serie hat für meinen Geschmack zu viel Action, zu wenig Tiefe der Charaktere. Man hätte Draculas Tod mindestens bis Ende Staffel 3 "Verlegen" können. So hat man gefühlt nicht wirklich viel seiner Macht gesehen. Wirklich viel Verschenktes Potential, ich habe mich sehr lange an Final Fantasy 8 erinnert gefühlt, im nachhinein finde ich die Serie aber recht Flach.

      Die Spiele haben auch nur Aktion, aber eben auch deutlich mehr Zwischenbosse und man steht nicht schon am Ende von Staffel 2 vor Dracula. Mein Fazit ist, ich hätte mir von Dracula, Trevor einfach mehr Tiefgang erhofft
      I believe that bear’s wearing people’s clothes.