Hoshis Fanfiction-Ausflüge in die Warhammer-Welt

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    • Hoshis Fanfiction-Ausflüge in die Warhammer-Welt

      Soooo, nun auch noch mal hier meine aus dem Werwölfe vom Düsterwald -Warhammer Edition- geborene Fanfiction, in der massenhaft namhafte User dieses Forums ihren Tod finden.


      Hier gepostet, da ich mir doch wünsche und hoffe, das sich jemand findet, der mir noch ein wenig Input zu meinen Schreibskills liefern kann.
      Du kannst mir Tipps und Fehler zu
      • Grammatik
      • Rechtschreibung
      • Zeichensetzung
      • Einfügen gedanklicher Rede
      • Einfügen gesprochener Rede
      aufweisen? Dann schrecke nicht zurück und winke mit Baumstämmen. Grammatik war nie meine Stärke, daher wäre ich über Hinweise und Tipps echt dankbar!!

      Ich werde mir diesen Thread dann auch warmhalten, sollte ich nochmal die Versuchung bekommen, eine weitere Warhammer-FF zu schreiben.



      Bis dahin, viel Spaß beim Lesen!!


      Das Unglück beginnt sein grausames Spiel

      Es stank. Weder die sauberen Marmorwege, über die die Einheit auf dem Weg zum nächstgelegenen Stützpunkt lief, noch die in präziser Ordnung angelegten Chrysanthemenpflanzungen konnten über den Gestank hinwegtäuschen. Der faule Gestank der Tyraniden brach sich überall durch. Durch jede noch so kleinste Ritze, durch jedes noch so gut verschlossene Tor.

      Der Trupp bewegte sich in schnellem Schritt vorwärts. Das Ziel aufgezeigt in ihrer Helmansicht als blinkende Positionsglyphe. Es war noch ein weiter Weg, doch in ihrer servounterstützten Power Armor sollte der Weg binnen einiger Tage durchgängigen Laufens geschafft sein. Ein weiterer Pluspunkt des Daseins als Astartes - Müdigkeit, Erschöpfung, Schlaf, keines davon konnte ihnen viel abringen. Und so marschierten sie weiter, die Frage klärend, wer nun ihr zeitweiliger Truppführer sein soll.

      Die Namen der Veteranen Sky und Merry wurden genannt. Beides mächtige, altgediente und weise Krieger des Ordens. Ruhmreich und geehrt durch viele gefochtene und gewonnene Schlachten. Ebenso einer der jüngeren Brüder, Rock, welcher sich durch die Kämpfe gegen die Orkinvasion auf Kafumabius 15 einen Namen gemacht hatte, als er dem dortigen Befehlshaber der Orks mit einem Schuss höchster Präzision den fetten grünen Schädel von den Schultern holte und dessen Truppen sich daraufhin in einem Anfall zeitweiliger Unordnung selbst in die Luft sprengten.
      Truppführer geworden ist am Ende dann allerdings Mos. Ein Ultramarine von mehr als 400 Jahren. Ebenso gefürchtet wie geschätzt. Sein Schwert brachte schon vielen Feinden den Tod, sein Bolter fand jedes seiner Ziele. Er führte schon einmal einen kleinen Trupp, und nun wollte man sich noch einmal auf seine Weisung verlassen.
      So war es auch Mos' Entscheidung, den Weg abseits der dicht besiedelten Gebiete, über einen kleinen Bergkamm zu nehmen. Man konnte von hier aus sich nähernde Tyraniden schneller erspähen und ausschalten.
      So jedenfalls dachte man...





      Die Nacht näherte sich. Die Sonne ging hinter blutrot leuchtenden Wolken nicht gutes verheißend unter. Leichter Niesel setzte ein und benetzte die Rüstungen der Space Marines. Unbeirrt davon schritten sie voran. Sie marschierten wie angewiesen in Formation zu je sieben Mann. Vorweg die Späher, um den Weg zu sichern. In der Mitte Mos und weitere essentielle Brüder. Den Abschluss bildete die Nachhut, deren Aufgabe es war Alarm zu schlagen, wenn sie merken das ihnen Tyraniden folgen.

      Und doch...
      Mittlerweile war es finstre Nacht, welche durch eine Sturmfront noch verstärkt wurde. Es regnete in Strömen und durch das Donnergrollen vibrierte der Boden fast pausenlos. Die Nachtsicht ihrer Helme lies den Trupp weiterhin deutlich ihre Umgebung sehen können, war diese nun auch schwarz weiß. Doch wurden ihre seismischen Messwerte durch das Grollen des Sturms irritiert. Sie waren nun in einem Gebiet, wo es wieder etwas mehr Strauchbewuchs gab, und somit auch die Möglichkeit für Tyraniden sich anzuschleichen, wäre nicht die Infrarotsensoren der Power Armor, konnte man so doch immer noch die Wärme der Tyranidenkörper aufspüren. Umso mehr sorgte es für eine Überraschung, als plötzlich doch ein Venator aus dem Boden hervorbrach und sich auf den nächstgelegenen Marine stürzte.

      Das Ceramit der Power Armor ächzte unter dem Druck der Klauen, welche der Tyranid Mos in den Leib rammen wollte. Doch Mos lies sich dadurch nicht beirren. Abgeklärt giff er sich den Arm des Venator, zog sein Kampfmesser aus dem Holster und stach es dem Tyranid direkt in sein kaltes, hungriges Herz, welcher darauf zu Boden ging. Wie auf ein unausgesprochenes Signal hin tauchten immer mehr Tyraniden auf. Weitere kamen aus dem Boden, und ein Schwarm an Gaunts kam wie eine Welle aus dem Gebüsch hervorgebrochen und überschwemmte die nun in Kampfstellung gegangenen Marines. Es dauerte nicht lange, bis die Brüder bis zu den Knien in einer undefinierbaren Masse toter Gaunts und Venatoren stand, das Blut an der Rüstung klebend wie geschmolzenes Gummi. Mit jedem weiteren Schritt unter ihren Füßen das Brechen der knöchernen Skelette höhrend. Es hatte den Anschein, dass sie siegreich und ohne Verluste aus diesem Überfall des Schwarms hervorgehen würden, als das Erscheinen deines Tyranidenkriegers diesen Gedanken zunichte machte. Aus einem der Tunnel erscheinend, welche von einem der Venatoren gegraben wurde, sprang er zwischen zwei Marines vorbei und auf Mos zu. Seine durch den Angriff des Venators zu Beginn des Kampfes beschädigte Rüstung zog den Tyranidenkrieger an und selbiger stürtzte sich auf den Schwachpunkt des Truppführers. Ein entsetzliches Knacken, gefolgt von dem Geräusch brechender Ceramit-Rüstung war zu hören, als sich die Klaue des Tyraniden durch die Power Armor stach. Das Geräusch änderte sich zu einem widerlichen schmatzenden Ton, als die Klinge auf das weiche Innere traf. Mos spürte nur allzu deutlich, wie seine Gedärme aufgerissen wurden und die innere Blutung immer mehr und mehr lebensgefährliche Ausmaße annahm. Die Warnglyphen innerhalb seines Helmes waren bereits auf dem Maximum. Das eingearbeitete Medic-System der Rüstung pumpte bereits Unmengen an Schmerz- und Blutstillern in sein System, als der Tyranidenkrieger ihn vom Boden abhob, um ihn ihn fortzuschleudern. Das alles geschah innerhalb eines Augenblickes, kaum zwei Sekunden vergingen. Mos hob seinem Bolter und feuerte ihn einhändig ab. Doch der Tyranid wich mit seinem Kopf zur Seite und das Boltgeschoss flog an ihm vorbei – einen Bruder treffend. Der Tyranid hisste ihm noch mit seiner langen, feuchten Zunge entgegen, dann warf er ihn davon, seinen Magen aufreißend, das Herz zerreißend. Mos fiel zu Boden, er bewegte sich nicht mehr. Doch auch der Tranid hatte sein Leben verwirkt. Mos Brüder rächten ihn sofort und mit blutiger Präzission. Noch während er Mos davon warf, schlug das erste Boltgeschoss in seinem Rückenpanzer ein und riss ihm Platten der Rüstung fort. Die nächsten Schüsse schlugen in die gerade geschaffene Öffnung ein und zerrissen den Tyranid von innen als sie in seinem inneren explodierten.
      Dann herrschte Ruhe.
      Stille, wie man sie nur nach der Schlacht hörte. Des Sieges, und des gleichzeitigen Verlustes.
      Mos war tot.
      Doch was war mit dem anderen Bruder. Den, welchen das Boltgeschoss von Mos getroffen hatte. Der Apothecari sah nach ihm. Es war Sky. Der Schuss erwischte ihn genau in der leicht gepanzerten Stelle am Hals. Auch hier war keine Rettung mehr möglich. Als sie ihm die Gensaat entnehmen wollten, stellten sie allerdings mit Entsetzen fest, dass dies gar nicht Bruder Sky war. Es war ein Eldarprophet, der sich Skys Rüstung zu eigen gemacht hatte um die Space Marines zu unterwandern. Notproviant riss sich den Helm vom Kopf und spuckte auf den Eldar. Angewidert dreht er sich um und ging noch einmal zu Mos. Bruder Rock besah sich gerade die Aufzeichnungen seiner Rüstung. Darin fand er folgende Nachricht von Mos, »Notproviant möge euch führen, Brüder. Er ist ebenso vorausschauend wie scharfsinnig. Für den Imperator! Kämpft!«
      »Das werde ich, Mos. Das werde ich.«
      Sie blieben noch kurz, um ihrem Bruder zu Gedenken, dann gab Truppführer Notproviant das Signal zum Weitergehen. Doch während sie weiter auf den Stützpunkt zumarschierten fragte sich Notproviant auch, warum es keinen Alarm gab. Seine Brüder hätten den Venator doch bemerken müssen...

      Hinterhalt

      Es war immer noch Nacht. Auf ihrem Weg zurück zu ihren Linien führte ihr Weg sie nun durch unwegsameres Gelände. Immer noch auf dem Bergkamm, doch jener war nun zerklüftet und hatte schon fast labyrinthartige Vertiefungen, durch die sie ihren Weg finden mussten. An einer Weggabelung angekommen entschied sich Truppführer Notproviant dazu, drei seiner Brüder als Späher loszuschicken. Darunter waren Bruder Hanodo, bekannt für seinen Eifer, dem Orden und seinen Brüdern zu dienen, indem er sie bis aufs Blut verteidigte. Bruder Hasdrubal, bekannt für seinen Spürsinn, wenn es darum geht feindliche Linien zu entdecken. Und Bruder Malakiel.

      Jeder machte sich in die ihm gewiesene Richtung auf, um die Wegbarkeit und Sicherheit des Weges zu erkunden. Hasdrubal ging sicheren Schrittes voran. Das rotbraune Gestein knirschte unter seinen Füßen, als es von der Schwere seiner Rüstung zu Staub zermalmt wurde. Kein Grashalm wuchs mehr auf dieser Höhe des Berges. Nur die Einöde der Steine lag noch vor seinem in das Schwarz-Weiß erleuchtete Blickfeld seiner Helmsicht.

      Zehn Minuten war es nun her, dass er sich vom Trupp abgesetzt hatte, um den Weg zu erkunden, als er erste Anzeichen von Tyraniden-Einheiten fand. Kratzspuren an den Felsen, um zu prüfen ob sie Biomasse, in Form von wertvollen Mineralien, für den Schwarm bereithielten.
      »Hasdrubal an Truppführer. Sichtung positiv. Spuren gefunden. Vorhut der Tyraniden ist hier gewesen sein, um zu ..«
      Das Vox brach ab. Truppführer Notproviant schickte FuriusCamillus und qoii sofort als Verstärkung in Richtung Hasdrubals Positionsmarker auf. In voller Geschwindigkeit würden sie die zehn Minuten in nicht mal zwei Minuten aufgeholt haben.

      Der Tyranidenkrieger war von einer Erhöhung, die Hasdrubal nicht direkt einsehen konnte auf ihn gesprungen und hatte dabei die Voxeinheit seines Helmes zerstört. Hasdrubal drehte sich gekonnt unter ihm weg, zog mit seiner rechten Hand sein Schwert, nur um im nächsten Dreh dem Tyranidenkrieger bereits seinen widerlichen Schädel von den Chitinbepanzerten Schultern zu schlagen. Ihm blieb keine Zeit sich über den glatten Schnitt zu freuen, sah er doch schon zwei weitere Krieger auf sich zu rennen. Einem von ihnen jagte er mit deiner Boltpistole fünf präzise gesetzte Schüsse in sein Maul, welche sein Gehirn von innen heraus zu Suppe werden ließen. Der Tyranid stürzte und rührte sich nicht weiter. Hasdrubal rannte dem zweiten Angreifer engegen, wich seinen von oben herbastoßenden Klauen gekonnt aus und rammte ihm mit der vollen Wucht seiner Rüstung sein Schwert ins Zentrum seines Körpers. Herz und Rückenmark des Tyraniden wurden durchtrennt und der Tyranidenkrieger erschlaffte.
      Doch es gab noch einen vierten Krieger. Jener sprang genau in dem Moment auf Hasdrubal herab, als dieser das Schwert in die andere Kreatur stach. Die erste Klaue des Tyraniden schrammte am Schulterpanzer ab, doch die zweite Klinge traf ihr Ziel. Den kleinen, aber umso empfindlicheren Teil der Panzerung. Der Übergang von Helm zu Rüstung. Dieser Bereich war darauf ausgelegt, die Beweglichkeit des Kopfes zu gewährleisten, was Panzerung und somit Sicherung erschwerte. Die Klaue des Tyraniden stach durch die dünne Panzerung, zerschnitt die Arterien des Halses und ging weiter in den Körper hinein, traf erst auf die Lunge, welche direkt mit Blut voll lief und schließlich auch eines der beiden Herzen. Hasdrubal verblutete binnen Sekunden, als der Tyranidenkrieger seine Klaue mit einem Ruck wieder heraus zog.
      Die Schwertklinge des stolzen Marines immer noch in seiner Hand, sackte Hasdrubal zu Boden. Niedergedrückt vom Gewicht des Tyraniden, den er zuvor noch erlegt hatte und welcher immer noch auf ihm hing.

      Just in diesem Augenblick trafen FuriusCamillus und qoii ein. Ihnen war sofort klar, das sie ihrem Bruder nicht mehr helfen konnten. Qoii hob seinen schweren Bolter und mit einem gezielten Schuss zertrümmerte es dem Tyranidenkrieger, welcher ihnen gerade ihren Bruder genommen hatte, den Rückenpanzer. Der zweite Schuss traf mit einem schmatzen auf dem nun freiliegenden Fleisch auf und riss es auseinander.
      Qoii und FuriusCamillus überprüften die Umgebung und stellten fest, das kein weiterer Tyranid mehr anwesend war und schritten auf ihren Bruder zu.
      »qoii an Truppführer. Position erreicht. Bruder Hasdrubal ist verloren«

      Heldenmut

      Sie waren still. Der Trupp stand um ihren Apothecari, FuriusCamillus, als dieser den Leichnam von Hasdrubal untersuchte.
      »Verfluchte Xenosbrut!« FuriusCamillus spuckte verächtlich auf den Boden. »Sie haben uns nicht nur unseren Bruder genommen. Nein! Sie haben es auch gleichzeitig noch geschafft seine Gensaat zu zerstören!«
      Außer sich vor Zorn stand er auf und ging ein paar Schritte. Hasdrubal betrachtend konnte man seine Verachtung und seinen Hass den Tyraniden gegenüber fast in der Luft greifen.
      Doch viel Zeit blieb ihm nicht sich weiter darüber aufzuregen. Die gestellte Wache aus Bruder Merry Lamb und Bruder qoii schlugen Alarm.
      »Feindliche Schwarmeinheit voraus. Gezielt näherkommend. Süd-Süd-West. Schwere Einheit nachrückend. Vermutlich Synapsenkreatur. Schwarmtyrant.« Die Stimme Merry Lambs tönte ruhig und präzise durch das Vox.
      Die Antwort von Truppführer Notproviant folgte nur Sekunden später. »Zurückziehen. Ohne Unterstützung schwerer Artillerie ist der Kampf gegen Schwarmtyranten mit zu hohen Verlusten zu gewinnen. Zurück zu Knotenpunkt …«
      Notproviant stockte für einen kurzen Moment der Atem. Aus Richtung ihres Rückzugsweges kamen bereits Gaunts angerannt. Warum wurden sie nicht gewarnt?!
      »Zu den Waffen, Brüder! Kämpft!«
      Wieder einmal standen sie binnen Minuten in einem blutigen Morast aus Chitinpanzerung und glitschig violett-roten Eingeweiden der kleinen Tyraniden. Doch der Rückweg war nun frei. Die Einheit zog sich weiterhin kämpfend – nun gegen die sich aus Süd-Süd-West nähernde Vorhut des Schwarmtyranten – zurück.
      Mehrere ihrer Brüder hatten leichtere Verletzungen erlitten. Die schiere Masse an Gaunts und ihrer nun an den Waffen der Space Marines klebenden Reste erschwerten das kämpfen, sodass nachfolgende Kreaturen es leichter hatten die verwundbaren Stellen der Rüstungen zu treffen – die Gelenke. So kamen sie nur langsam voran. Qoii konnte die große Synapsenkreatur als erster ausmachen und begann mit seinem Präzisionsgewehr den Beschuss.

      Der Schwarmtyrant war schneller als gedacht und erreichte schon bald drauf das direkte Kampffeld der Astartes. FuriusCamillus, welcher eben noch einem weiteren Bruder den Verlust einer Hand versorgte, konnte selbst nicht mehr ausweichen, als der Schwarmtyrant mit seiner Klinge auf ihn herabfuhr. Geistesgegenwärtig stieß er den frisch versorgten Bruder fort, als die Bioklinge des Schwarmtyranten ihm auch schon die Beine fort riss. Noch bevor er weiter reagieren konnte hatte der Schwarmtyrant FuriusCamillus hochgehoben um ihn zu verschlingen. Doch Furius ergiff sein Energieschwert, aktivierte die Energiezufuhr und rammte es dem Tyraniden in die dicke Brustpanzerung. Von dem Energieschwert ausgehend entstanden Risse in der Panzerung. Doch zu mehr war FuriusCamillus nicht mehr in der Lage. Der Schwarmtyrand biss ihn unterhalb der Rippen durch und verschlang den oberen Teil des Körpers samt Rüstung. Die Reste seines Körpers und der Rüstung hingen dem Tyraniden noch kurz am Maul, ehe das sich in den Zähnen verfangene Gewebe der Organe riss und zu Boden fiel.
      Die Reste des Apothecari erreichten noch nicht den Boden, da traf ein gewalltiger Einschlag die Brust des Tyraniden. Qoii. Aus einiger Entfernung, auf einer Anhöhe in Stellung gegangen, setzte sein Präzisionsgewehr in Position und traf. Er zielte genau auf die Stelle, die durch Furius Schwert bereits Risse erhalten hatte. Die Panzerung splitterte und legte seine Brust offen.
      Zu einem zweiten Schuss aber sollte qoii nicht mehr kommen. Der Schwarmtyrant hob seine mächtige Biokanone und feuerte in qoiis Richtung. Da dieser aber zum Abfeuern seiner Waffe liegen musste, erwischte ihn die Säureladung des Tyraniden mit voller Wucht. Übrig blieben nur seine Beine. Der Oberkörper mitsamt Hüfte versank in einem Pool aus giftig-grüner Säure.
      Merry Lamb ging mit seinem schweren Bolter weiter in Position und jagdte dem Schwarmtyrand eine ganze Ladung seines Bolters rein. Das Fleisch des Tyraniden spritze unter dem eintreffen der Boltgeschosse nur so aus ihm heraus. Ein blutiger, dampfender Regen aus Xenosfleisch erfüllte die Luft. Die Einschläge zeigten Wirkung. Der Schwarmtyrant taumelte leicht zurück. Dies war der Moment, auf den Merry gewartet hatte. Er rannte los und auf den Tyraniden zu. Seinen schweren Bolter brauchte er nicht mehr, so warf er ihn fort. Der Schwarmtyrant wollte sich gerade wieder fangen, da sprang der Veteran-Marine auf seine Beine. Weiter hinauf, bis er bei der blutigen Lache die einst seine Brust war ankam.
      »Haben dir meine Brüder geschmeckt? Ja? Ich werde nicht zulassen, dass du sie zum Schwarm bringst! Darauf kannst du dich verlassen!«
      Mit diesen Worten zog er zwei Melterbomben hinter sich hervor, aktivierte sie, schmiss sie in die geöffnete Brust und verschloss sie – mit sich selbst.

      Das Geräusch, als die Bomben hochgingen, war grässlich. Das Monstrum schrie auf, taumelte noch einige Schritte und fiel dann zur Seite. Die noch lebenden Gaunts – den Kontakt zum Schwarmbewusstsein verloren – verstreuten sich. Der Gestank verbrannten Fleisches breitete sich aus und brannte in der Nase von jedem, der in der Nähe war.
      Der Schwarmtyrant war besiegt. Doch wie Truppführer Notproviant vorausgesagt hatte – zu einem hohen Preis. Zwei ihrer besten Krieger und ihres Apothecari. Und wieder. Wieder war da der Gedanke: »Warum hat die Nachhut nicht gewarnt?«

      Wenn das Blut fließt

      Der Schwarmtyrant war geschlagen. Die verbliebenen Marines befanden sich nun weiter auf dem Weg zu ihrem Stützpunkt. Weit war es nicht mehr. Maximal ein Tagesmarsch. Doch viele von ihnen wurden bei dem Angriff des Schwarmtyranten verletzt und verzögerten nun das Vorankommen des Trupps. Ihr Apothecari war gefallen und so mussten sie sich mit dem wenigen, das sie an zusätzlichen Medic-Packs noch am Mann hatten, begnügen.

      Von den Brüdern hatte es Deathpoodle mit am schlimmsten erwischt. Eines der Biogeschosse des Schwarmtyranten hatte ihn an der Schulter getroffen. Sein linker Arm war sofort in der Säure verschwunden. Sein modifizierter Körper versuchte sich gegen die Säure und das Gift zu wehren, doch es war einfach zu viel. Es fraß sich weiter durch die Flanke des Brustkorbs hinein in seinen Körper. Er begann zu husten, als es seine Lunge erreichte und Löcher hineinfraß, welche sich direkt mit Blut füllten. Für eine Weile konnte er noch laufen, doch dann brach er zusammen. Deathpoodle riss sich den Helm vom Kopf. Grünlich-rosafarbener Schaum trat aus seinem Mund hervor, als ihm die Säure seinen Atem nahm. Während er noch hustete und nach Luft rang, verätzte ihm die Mischung aus Säure und Blut auch Rachen und Mund. Er löste sich langsam von innen heraus auf.
      Seine Brüder, welche ungewohnt hilflos um ihn herumstanden konnten nichts mehr machen, um ihm zu helfen. Alles, was sie tun konnten, war ihm beim sterben zuzusehen.
      Dann wurde Deathpoodle ruhig. Seine Glieder entspannten sich. Es war vorbei.
      Truppführer Notproviant kniete sich zu ihm, um seinem Bruder die letzte Ehre zu erweisen. Ein letzter Gruß.
      Er wollte Deathpoodle gerade die Todesweihe geben, da sah er es. Ein kleines Zeichen oberhalb seines rechten Ohres. Eine kleine Tätowierung, kaum sichtbar für das ungeübte Auge. Das Zeichen der dreiköpfigen Schlange – Alpha Legion.

      »Sofort die Helme runter! Sofort!« brüllte Notproviant. »Zieht die verdammten Helme ab! Kontrolliert die Schädel! Ich will wissen ob noch mehr von diesen Schlangen hier sind!«
      Doch so lange brauchte Notproviant gar nicht warten. Die ersten Kugeln flogen bereits durch die Luft und trafen splitternd auf der Königsblauen Rüstung der Ultramarines auf. Scriptor Funkenflug lieferte sich einen psyonischen Kampf mit dem Hexer der Alpha Legionäre, Zoot. Die Luft knisterte von elektrischer Entladung, Steine begannen sich vom Boden zu heben und still in der Luft zu stehen, als ihrer beider Geister mit voller Macht aufeinandertrafen. Blau leuchtende Blitze entsprangen den Augen des Scriptors, als dieser seine ganze Kraft in den Angriff auf den Hexer legte. Funkenflug ließ die elektrische Entladung über die Rüstung des Legionärs fließen. Führte sie in die Öffnungen der Mechanik-Zugänge und von dort aus in die Verbindungen zum Körper. Das Fleisch des Verräters wurde somit an vielen Stellen gleichzeitig verbrannt. Schmerz durchzog ihn. Doch Zoot gab nicht nach. Er ignorierte die Schmerzen und griff nach dem Geist des Ultramarines, welcher in der inneren Sicht aussah wie ein stolzer Adler. Er griff nach dem Adler und riss ihn zu Boden. Zoot ließ seinen eigenen Geist zu einem riesigen schwarzen Raben werden und stach dem Adler die Augen aus. Zoot breitete seine schwarzen Schwingen aus, die Federn seiner Flügel würden zu einem Malstrom geistiger Energie, welche Funkenflug erfasst und mit sich riss. Die Federn – nun scharf wie Rasierklingen – schnitten sich in den Körper des Adlers und rissen ihn langsam in Stücke.
      Funkenflug brach zusammen. Der Hexer war weit Stärker gewesen als er. Das letzte, das er sah, bevor er seine Augen für immer schloss, war sein Truppführer Notproviant, wie er die so gewonnen Zeit der Ablenkung der Aufmerksamkeit des Hexers nutzte um ihm den verdammten Schädel von den Schultern zu holen.

      Die Brüder hatten Mühe den Berserker der Alpha Legion, Bentham_Mr2, unter Kontrolle zu bringen. Er sprang von einem Marine zum nächsten, wirbelte herum, und ließ seine Axt in großen Schwüngen auf die Marines niedergehen, welche gerade noch so ausweichen konnten. Er war ein erfahrener Kämpfer. Ein wahnsinniger Kämpfer. Mit einem manischen Lachen im Gesicht stürzte er sich auf alles, was sich bewegte. Er liebte den Kampf, er liebte die Schlacht. Je mehr Blut floss, umso gieriger wurde er. Seine Augen weiteten sich, als er Rock mit der gewaltigen Wucht seiner niederfahrenden Schlachtaxt das linke Bein abtrennte. Der Geruch frischen Blutes ließ sein Herz erbeben und ein schon fast sanfter Hauch verließ seinen Mund, als er sich für den Bruchteil einer Sekunde dem Anblick des aus Rocks Stumpf herausschießenden Blutes hingab.
      Ein Bruchteil einer Sekunde zu viel. Dem Scharfschützen der Ultramarines, Lorenor D. Zorro, ein noch junger Bruder des Ordens, doch mit einem präzisen Auge, gab es den einen Moment, den er brauchte, um seinen Schuss zu setzen. Das Gewehr im Anschlag, drückte er ab. Das Geschoss verließ den Lauf, flog mit einem zischen durch die Luft und traf Bentham_Mr2 zwischen den Augen. Die explodierende Munition ging im Schädel des Legionärs hoch und die grau-rosa gemischte Hirnmasse verteilte sich um ihn herum auf dem Boden. Für einen Augenblick blieb der Leichnam noch stehen, dann sackte er in sich zusammen.
      Schwer atmend nahm der junge Scharfschütze den Blick vom Gewehr. Er blickte an sich herunter und sah die Spitze eines Schwertes aus sich herausragen.
      »Wer?...« Doch darauf bekam er keine Antwort mehr. Das Schwert wurde drehend herausgezogen. Lorenor D. Zorro spuckte Blut, er wollte die anderen noch warnen, aber er konnte es nicht mehr. Ihm versagte die Stimme. Ein letzter Blick zu seinen Brüdern. Dann umfing ihn die Schwärze.

      Es kehrte wieder Ruhe ein und Truppführer Notproviant betrachtete das Ausmaß des Kampfes gegen die Alpha Legionäre. Mittlerweile hatte jeder seiner Brüder Verletzungen. Egal ob nur leichtere Blessuren von Streifschüssen bis hin zum Verlust ganzer Gliedmaßen. Wieder mussten sie Tote unter ihren Brüdern beklagen. Scriptor Funkenflug, ihr Scharfschütze Lorenor D. Zorro und auch das Leben von Bruder Bon_Curry, welcher für seine analytischen Fähigkeiten im Orden hoch geschätzt war, wurde durch die Klinge eines Schwertes beendet. Bruder Bon_Curry lag am Boden, der Hals wurde ihm von hinten mit einer Schwertklinge aufgeschnitten. Er musste binnen Minuten verblutet sein.

      »Es muss noch mindestens ein Alpha Legionär unter uns sein Brüder« rief Truppführer Notproviant seinen Brüdern zu. »Achtet auf Veränderungen! Diese Bastarde sind gut im sich tarnen. Wir bleiben vorerst auf Position. Findet den Verräter!« Notproviant blickte mit finsterer Miene jedem anwesendem Marine fest in die Augen.
      »Wir werden dich schon finden. Ich lasse nicht zu, dass ihr bekommt was ihr wollt!« mit diesem Gedanken im Sinn blickte er langsam zur nun aufgehenden Sonne.

      Die Nacht war endlich vorüber.

      Der letzte Alpha Legionär

      Eine leichte Brise wehte über die sanft begrünte Ebene auf der sie sich befanden. Das Gras, auf dem sie teils saßen, teils lagen, war feucht vom Morgentau. Der feuchte Nebel des Morgens setzte sich als Tropfen auf ihren Rüstungen ab. Die morgendliche Sonne ließ sie glitzern wie kleine Diamanten.

      Der Idylle des Morgens gegenüber stand Phax. Ihn hatte es mit am schwersten erwischt. Techmarine Sakazuki tat was er konnte, um seinen Bruder zu retten. Doch die Kämpfe gegen die Tyraniden und später dann noch gegen Bentham_Mr2, dem Berserker der Alpha Legion, hatten ihm schwer zugesetzt. Phax' Rüstung hatte schwere Schäden davon getragen. Der rechte Schulterpanzer und die Haut seiner Schulter waren von den Geschossen des Schwarmtyranten weggeätzt worden. Gefechte mit Tyranidenkriegern hatten Teile der Mechanik seiner auf dem Rücken befindlichen Energiezelle beschädigt, sodass die Servounterstützung der Power-Armor nur noch auf fünfzig Prozent lief. Den schlimmsten Schaden allerdings hatte der Berserker verursacht. Er hatte Phax so ungünstig getroffen, dass es seine inliegende Medic-Versorgung der Rüstung erwischte. Diese nun stetig weiter ausfallend unterstützte die Rüstung nicht mehr die lebenserhaltenden Komponenten derselben. Welche aber unabdingbar waren.
      Die zum Stillstand gekommenen Blutungen brachen wieder auf. Die Wunden, welcher der Berserker ihm in Bein und Oberkörper seiner rechten Seite schlug, ergossen sich erneut über seinen Körper. Krämpfe, ausgelöst durch den Blutverlust und Fehlreaktionen des Gehirns aufgrund des Blutmangels, ließen ihn erbeben. Krampfend lag er am Boden – Sakazuki konnte nicht mehr für ihn tun, als dafür zu sorgen, dass das letzte, was Phax sah, das Gesicht eines Bruders war.

      Sakazuki saß noch einige Minuten bei Phax, bevor er aufstand, um nach einem weiteren seiner Brüder zu sehen.

      Bruder Malakiel war an der Reihe versorgt zu werden. Techmarine Sakazuki kümmerte sich um seine Verwundungen. Es waren erstaunlicherweise nicht sehr viele. Nur wenige, kleine Schnitte an Gesicht und Hals. Dagegen sah seine Rüstung weit schlimmer aus. Zu Beginn der Kämpfe hatte eine Promethium-Brandgranate dicht neben ihm eingeschlagen. Eine Fehlzündung. Und doch hatte sie getroffen. Große Teile seiner Rüstung wurden zerstört und unbrauchbar gemacht, als das Feuer über ihn hinweg gewütet hatte. Promethium brannte nicht lange, aber dafür sehr heiß. Malakiel selbst hatte die Explosion und das Feuer selbst unbeschadet überstanden gehabt – auch, weil ihn die Granate nicht direkt traf.
      Sakazuki betrachtete sich noch die Kratzer im Gesicht, als es ihm auffiel: Das Mal der Alpha-Legion. Ganz klein. In der Halsbeuge versteckt.
      Er stieß Malakiel von sich und brüllte los.
      »Alpha-Legion!«
      Malakiel ergriff noch sein Schwert zum Kampf, doch dazu sollte es nicht mehr kommen. Notproviant hatte nur darauf gewartet, Nachricht zu erhalten. Seine Boltpistole gezogen stand er in der Mitte seiner Brüder – und des Verräters – wartend, bis sich der Moment ihm bot. Er drückte ab. Die Kugel überwand die kurze Distanz und bohrte sich in Malakiels Hals, welchen es direkt von den Schultern riss. Der Kopf des Legionärs fiel zu Boden und rollte auf den Techmarine zu. Sakazuki war es ein Genuss, jenen unter der Sohle seiner Adamantium verstärkten Rüstungsstiefel langsam erst knacken und dann endgültig zerbrechen zu hören.

      Es war vorbei. Sie waren sich sicher, dass es vorbei war. Das kein weiterer Verräter mehr unter ihnen war. Keiner der jetzt noch Lebenden wies Zeichen oder Mal der Alpha Legion auf. Truppführer Notproviant hatte sich ein wenig von ihrem Lagerplatz entfernt um nach Zeichen anrückender Tyraniden zu sehen.
      Techmarine Sakazuki währenddessen besah sich die Rüstung von Malakiel. Er nahm ihm alles, was man noch für weitere Kämpfe nutzen konnte. Einiges an Boltgeschossen trug er noch bei sich. Er würde es nachher unter seinen verbliebenen Brüdern aufteilen.
      Als er wieder aufstand, um nach seinen anderen Brüdern zu sehen geschah es. Ohne weitere Warnung rammte ihm einer seiner Brüder dessen Schwert in den Magen. Sakazuki blickte ihn ungläubig an. Zu keinem Gedanken fähig. Er hatte sie alle überprüft. Wieso? Wieso!
      Dann sah er es. Ein Blick in die Augen seines Bruders verriet, was geschehen war. Seine Pupillen sagten, was nicht mehr ausgesprochen werden sollte. Ein Sporenträger. Dem Schwarm anheim gefallen.
      Er wollte rufen. Truppführer Notproviant musste davon erfahren. Doch er konnte es nicht mehr. Sein Bruder hielt ihm den Mund zu, mit einem Druck, der Sakazukis Kiefer brechen lies. Der Sporenträger riss seine Klinge wieder heraus, und schnitt dabei die Rüstung entzwei. Blut und Gedärme quollen ihm entgegen, als der infestierte Marine seine Klinge gänzlich herausgezogen hatte.
      »Oh, Bruder … «
      Sakazukis Gedanken begannen erst zu verschwimmen, dann brach er zusammen.

      Bruder neeewbie

      Er fluchte innerlich. Das Blut seiner Brüder klebte an seinen Händen. Immer mehr nahm sich das Schwarmbewusstsein die Kontrolle über ihn. Er versuchte sich selbst das Leben zu nehmen, doch das konnte er schon nicht mehr. Er wollte seine Brüder warnen, doch auch dies ließ das Schwarmbewusstsein nicht zu. Wann immer er es versuchte, stoppte ihn dieser dreckige Tyranidengeist.

      Nun lief er wieder. Lief wieder auf einen Bruder zu. Neeewbie – nicht nur ein Bruder, sondern ein sehr guter und alter Freund. Das durfte nicht wahr sein. »Nicht ihn. Bitte. Nicht ihn« Doch das Schwarmbewusstsein lenkte seine Schritte unaufhörlich näher zu seinem besten Freund. Sein Herz krampfte, Tränen schossen ihm in die Augen. Die Wangen heiß von Zorn und Ohnmacht zugleich. Er kämpfte dagegen an. Doch was er auch tat, es half nichts. Sein Körper gehorchte nicht.

      Ein weiterer Schritt.

      Er sah sich sein Messer ziehen.
      Er dachte an ihren Kampf auf Behemos 2. Es war ihr erster Kampf zusammen. Zusammen als Brüder. Die Kämpfe gegen die Ork-Infestation waren hart gewesen. Damals hatte er alle seine Waffen aufgebraucht und verschlissen. Es war Neeewbie gewesen, der ihm damals ein Messer gab, um weiterkämpfen zu können. Dieses Messer.

      Ein weiterer Schritt.

      Neeewbie reinigte gerade seine Waffen. Er brauchte sich nicht umdrehen, um seinen besten Freund zu erkennen. Er erkannte ihn auch so – sein Gang verriet ihn.
      »Es ist gut zu wissen, dass du relativ unversehrt aus den Kämpfen hervorgegangen bist, Bruder. Ich hätte dich ungern am Boden liegen sehen müssen.« Und damit reinigte er weiter seine Rüstung.

      Ein weiterer Schritt.

      Seine Tränen flossen endlos. Seine Sicht war getrübt. Er wollte schreien. Er wollte warnen. Das Blut rauschte in seinen Ohren. Pulsierte schmerzend in seinem Kopf.
      »Neeewbie … «

      Ein weiterer Schritt.

      Er hob das Messer. Die Klinge fest umschlossen ragte sie weit über Daumen und Zeigefinger hinaus.

      Ein weiterer Schritt.

      Er stand nun genau hinter Neeewbie. Sein Bruder reinigte immer noch die Rüstung.
      »Wenn du magst, beschaue ich mir auch noch deine Waffen und .. «

      Er stach zu. Die Klinge traf Neeewbie im Nacken. Die Schneide des Messers durchtrennte seinen Hirnstamm.

      Er schloss die Augen. Er wollte es nicht sehen. Er konnte es nicht sehen. Konnte es nicht ertragen.

      »Neeewbie … «

      Der Schmerz zerriss ihm das Herz, überschwemmte sein ganzes Sein. Alles was er war. Alles wofür er kämpfte. Wofür er lebte.
      Der Schmerz über Neeewbies Tod spülte ihn hinfort. Sein Verstand ertrank in Trauer und Ohnmacht. Es wurde schwarz. Er war fort. Nur eine leere Hülle, die vom Schwarmbewusstsein gelenkt wurde, blieb zurück.

      Ein weiterer Schritt.

      Hoffnung hat einen Namen

      Truppführer Notproviant stand am Rand eines flachen Bergausläufers. Die Sonne erhob sich weiter über den Horizont. Der morgentliche Nebel hatte sich bereits verzogen. Den Blick in die Ferne gerichtet nahm er es wahr. Beginnende Bewegungen in den Wipfeln der Wälder, die in der Ferne lagen.
      Eine neue Welle der Tyraniden kam auf sie zu. Und sie waren nur noch zu fünft.
      Er musste sich beeilen und seine Brüder warnen. Vom Rande der Wälder bis hin zu ihrer Position würden die Tyraniden in ihrer Schnelligkeit nur wenige Minuten brauchen. Notproviant machte sich daran, zurück über den kleinen Geröllanstieg hin zu ihrem Lager zu gehen, da kam ihm Bruder -Midnight- entgegen.
      »-Midnight-, wir müssen zurück zu den anderen, Tyraniden im Anmarsch!«
      Doch -Midnight- missachtete seine Anordnung. Stattdessen zog er sein Schwert.
      »Was zum?! .. « dann sah der Truppführer die Veränderung in -Midnight-, »Scheiße!«
      Nicht wissend ob seine im Lager gebliebenen Brüder noch lebten, oder der Sporenträger sie bereits getötet hatte zog auch Notproviant sein Schwert. Der Kampf entbrannte zwischen ihm und der zur Schwarmkreatur gewordenen Hülle seines einstigen Bruders. Die Klingen prallten aneinander. Notproviant, welcher gekonnt parierte und auswich, und die -Midnight-, welcher nur noch mit purer Kraft und Gier nach Fleisch zuschlug.
      Es kostete Zeit, viel zu viel Zeit.
      Die Welle an Gaunts und Tyranidenkriegern floss den Berg hinauf hin zu ihrer Position. Es war der Geruch gewesen. Der Geruch des Sporenträgers zog die Welle zu sich.

      Hanodo hörte den Lärm und macht sich in die Richtung auf, aus welcher jener kam. Er traute seinen Augen nicht, als er Truppführer Notproviant und -Midnight- kämpfen sah – und die Tyraniden sich der Brandung des Meeres gleich über die steinigen Wege ergießen auf sie zurollend.
      »Sporenträger!« rief Notproviant ihm zu und Hanodo zog sein Schwert.
      Die Tyraniden erreichten Notproviant und kesselten ihn ein.
      Er schlug zu. Zerteilte Körper mit seinem Schwert. Zertrat ihre Körper unter seinen Füßen. Es waren einfach zu viele. Für jedes Paar Arme, das Notproviant den Tyraniden nahm, erschien es, als würden sechs weitere dazukommen. Er spürte, wie sie ihn zu übertrumpfen drohten. Wie sie an seiner Rüstung erst kratzten und dann Eingang fanden. Wie sie in sein Fleisch bissen und Knochen brachen. Die Knie. Die Ellenbogen. Hüfte. Und schließlich seinen Hals.
      Notproviant kämpfte bis über den letzten Atemzug hinaus gegen sie an.
      Dann rissen sie ihn zu Boden.

      -Midnight- sprang auf Hanodo los. Immer noch angeschlagen von den vorigen Kämpfen hatte Hanodo Mühe mit dem Sporenträger mitzuhalten. Und dann geschah es.
      Er wollte einem Schlag ausweichen und trat einen Schritt zurück. Ungünstig trat er auf einer unebenen Stelle am Boden auf und knickte mit dem Fuß nach innen. Die Knochen seines durch die Kämpfe bereits gebrochenen Beines verschoben sich weiter. Der Schmerz brachte Hanodo kurz in die Knie. Genug Zeit. -Midnight- nutzte den Moment der Schwäche und schlug zu. Sein Schwert traf auf Hanodos Oberschenkel und schnitt ihn glatt ab. Bruder Hanodo schrie vor Schmerz und fiel zur Seite. -Midnight- wollte nachsetzen, doch Hanodo rollte sie geistesgegenwärtig zur Seite. Das Schwert des verloreren Bruders schlug hart im Gestein des Berges auf. Splitter brachen ab und ließen das Schwert schartig werden.
      Der Blutverlust machte Hanodo zu schaffen. Er griff nach seinem Bolter und schoss, doch -Midnight- wich mühelos aus. Einen Wimpernschlag später fiel das Schwert des Sporenträgers wieder herab, und traf das andere Bein Hanodos. Von Blutverlust und Schmerzmitteln schon fast gänzlich betäubt spürte er noch, wie -Midnight- nun hinter ihm war. Er ergiff Hanodos Arm, brauch ihm das Schultergelenk und riss ihn samt der Boltpistole, die Hanodo noch immer hielt, heraus.
      -Midnight- stand auf, und ging davon. Auf in Richtung des Lagers.
      Hanodos letzte Eindrücke, bevor auch sein Lebenslicht verlosch, waren Gaunts, wie sie begannen ihn noch lebendig aufzufressen.

      Rock und I_Love_Nami sahen die Welle von Tyraniden auf sich zu rasen. Sie machten sich bereit. Bereit für ihr letztes Gefecht. Überleben konnten sie es nicht. Dafür waren beide bereits zu schwer verwundet, und ihre Munition knapp.
      Kurz bevor der Schwarm sie erreicht hätte, erhob sich plötzlich ohrenbetäubender Lärm. Die vor ihnen befindlichen Tyraniden wurden unter den Einschlägen schwerer Maschinengewehre zerrissen. Ihr Leiber zerplatzen und bildeten schnell einen schleimigen rosafarbenen Boden aus Eingeweiden und Chitin.
      Über ihnen drohnte ein Thunderhawk. Verstärkung!
      Weiter feuernd sank der Trupptransporter vor ihnen herab und die Heckluke öffnete sich. Heraus kamen fünf ihrer Brüder der fünften Kompanie. Darunter auch Shrail Drag, Captain ebenjener Kompanie.
      »Bringt die beiden rein, wir verschwinden von hier«
      Drags Einheit half den Verwundeten Rock und I_Love_Nami in den Thunderhawk. Shirail betrachtete die Menge toter Marines, die um ihn herumlagen mit traurig-grimmigem Blick.
      »Diese verdammte Welt hat uns viel zu viel gekostet.. «
      Sein Blick lag nun auf -Midnight-, welcher ihm entgegenlief. »Auch für dich ist es jetzt vorbei. Finde Frieden, Bruder.« Er hob sein Energieschwert und ließ es zielsicher auf -Midnight- herabfahren. Der Länge nach in Zwei geteilt fiel -Midnight- ihm zu Füßen.

      Captain Shirail Drag steig wieder zu den anderen in den Thunderhawk. Sie gewannen an Höhe und hatten bald darauf die Atmosphäre von Brushella 5 verlassen. I_Love_Nami blickte durch die kleinen Bullaugen hinaus auf die Welt, die ihnen so viele Brüder gekostet hatte und sah, dass das orbitale Bombardement begonnen hatte.

      Brushella 5 war aufgegeben worden. Die Oberfläche wurde in eine Feuerhölle verwandelt. Was immer jetzt noch da unten war – nichts als Staub blieb davon zurück.


      Ich liebe die Nutzung dieser Anführungszeichen:
      »Diese hier.«
      Bin mir aber noch unsicher, ob ich das so, wie ich sie genutzt habe, richtig machte.
      In den Büchern von Warhammer waren sie auch immer nach innen piksend gesetzt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Shirahoshi ()

    • Hallo Hoshi :)

      Mir hat die Geschichte gut gefallen. Man ließt aus der Geschichte heraus, wie sich die einzelnen Mitglieder der Truppe eigentlich vertrauen, dann aber Zweifel entstehen, was die Motive von einigen der Mitglieder angeht. Wie sich dann ja auch herausstellt, handelt es sich bei einigen von ihnen ja auch nicht um diejenigen, für die sie alle halten.

      Auch die Tode der einzelnen Charaktere sind schön dargestellt, auch wenn der eine oder andere vielleicht nicht ganz so viel Aufmerksamkeit bekommt wie der andere. Aber das kann ja durchaus seine Gründe haben.

      Da ich mich selbst in der Warhammer Lehre auskenne, kann ich alles sehr gut nachvollziehen, denke aber auch für alle nicht Kenner des Universums ist alles so geschrieben, dass man mitkommt und nicht zu sehr mit Fachwörtern vollgestopft ist. Ob ich das selbst so hin bekommen hätte weiß ich nicht, da ich doch dazu tendiere, dann zu sehr ins Detail zu gehen bzw. zu viele Begriffe aus der Welt zu verwenden. ^^°

      Von daher gibt es von mir einen Daumen hoch :thumbup:
      Die Frage ist doch: Wer sind die Wölfe?

      Mit seherischen Kräften gesegnete, hexenmäßig Tränke mischende Dorfnutte, die von ihrem treuen Bären Betsy beschützt wird.

      "Oh man, ich hasse diese Werwölfe. Die sind so protzig. Und haarig. Und stinkig. Und man sind die häääässslich.
    • So bevor mir wieder genug anderes einfällt, was ich sonst noch tun könnte...

      Ich gehöre zu denen, die sich im Warhammer Universum überhaupt nicht auskennen. Wenn man davon Absieht, dass ich zumindest weiß, dass es eine riesige Welt mit unendlich vielen Büchern, PC-Spielen usw. ist. Trotzdem hat mir dein FF sehr gut gefallen und ich konnte mich sehr schnell zumindest grob darin zurechtfinden. Das einzige, was ich gemacht hatte, ist in einem entsprechenden Wiki mal schnell den Beitrag über Space Marines zu überfliegen, um zumindest grob zu wissen, wer wir sind. Im Bezug auf die Tyraniden hatte ich diese ziemlich schnell unter dem Begriff >Zerg< aus Starcraft abgelegt und wenn mir jemand erzählt, dass die eine die andere Welt maßgeblich beeinflusst hat, würde ich dies ohne weiter zu hinterfragen glauben. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mich so ziemlich schnell mit dieser Welt oder sagen wir besser mit der dargestellten Situation zurechtfinden konnte.


      Aber sich im groben Rahm zurechtzufinden ist nur ein kleiner Teil, viel wichtiger ist es, dass der Autor es zum einen schafft den Nichtkenner nicht mit zu vielen "Fremdworten" zu überfordern und vor allem trotz des vorgegebenen Rahmens eine interessante Geschichte zu Spinnen. Beides ist dir sehr gut gelungen, besonders die Einbindung diverser Kleinigkeiten entweder aus dem Tagesgeschehen oder Userbezogener Dinge. Auch das jeder vor/mit seinem Ableben einen guten Auftritt bekommen hat, den dem er zumindest etwas zeigen durfte, was er konnte, darf ebenfalls nicht unerwähnt bleiben und ich gehe mal so weit zu behaupten, dass es durchaus noch mehr geworden wäre, wenn dir nicht etwas anders dazwischen gekommen wäre. :)

      Also auch von mir einen Daumen hoch für diese Geschichte, verbunden mit der Hoffnung in Zukunft vielleicht noch etwas mehr von dir hier zu lesen. Ob jetzt wie früher OP-Bezogen oder im WH-Universum ist für mich zweitrangig.
      :thumbsup: Nicht nur in One Piece die reine Wahrheit: :thumbsup:
      Pirates are evil?!!... ...The Marines are Justice?!!
      These labels have been passed around Heaven knows how many times...!!!
      Kids who have never known peace... ...and kids who have never known war... ...Their values are too different!!!
      Whoever stands at the top can define right and wrong as they see fit!!!
      Right now, we stand in neutral territory!!!
      "Justice will prevail"?!... ...Well, sure it will!
      Whoever prevails... ...is Justice!!!! (Doflamingo)

      So kann man es aber auch sehen
      "THERE IS NO JUSTICE, THERE IS ONLY ME!"
      Death, Discworld, Terry Pratchett