short stories (cinnamon)

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    • short stories (cinnamon)

      one piece shortstories



      Was wird man hier finden?

      Hoffentlich viele Kurzgeschichten zu One Piece. Für eine langgehende Fanfic fehlt mir der Reiz aka die Geduld. Mehrere kurze Geschichten aber sind bestimmt drin.


      Gibt es bekannte Schwächen?

      Ja, mein Wissen ums Schuldeutsch ist grausig. Damals nie aufgepasst, heute fehlt es. Ich habe mich ein wenig durch Wikipedia gelesen um zumindest noch etwas über Prosa, Drama und all die anderen keine Ahnung wie man es nennt zu lernen, aber wirklich fruchtend war es bisher nicht.
      Daher wird man bei mir wohl einen mehr oder weniger großen Mischmasch finden. Kontinuität und einheitliche Struktur des Textes wird wohl aber zu vermissen sein. Nunja, wir werden sehen.

      Momentan hab ich noch ein Problem damit, Texte auf Länge zu bekommen. Das Ausschmücken von Ideen wird also mit ein Punkt sein, an dem ich arbeiten muss. Wenn meine Geschichten eine Länge von 1000 Wörtern erreichen, kann ich schon froh sein.


      Die ersten Geschichtchen plane ich als Übungstexte für spezielle Punkte, die man bearbeiten kann (Emotionen/Umgebung/Atmosphäre/etc). Große Action wird also erstmal fehlen.




      Und nun fangen wir an!


      Trainingsziel: Beschreiben von Gefühlen
      Wörter: 657
      Genre: kA / Slice of Life?
      Heiße Tränen
      Es war einer der selteneren, ruhigen Tage in der Neuen Welt. Die Sunny segelte auf ihrem Weg zur nächsten Insel. Ein Idyll aus friedlicher See, sonnigem Himmel und einer leichten Brise, die sie langsam aber stetig voran brachte. Die Crew nutzte den Tag um wieder einmal zu den Dingen zu kommen, zu denen ihnen sonst oft die Zeit fehlte. So auch Usopp.

      Tief im Bauch der Sunny, in seiner Werkstatt, saß Usopp auf seinem Werkpodest. Er hatte sich Gedanken um die Verbesserung eine seiner Waffen gemacht und war nun eifrig dabei, seine Pläne umzusetzen. Außer den Schlägen seines Hammers auf Metall war es still im unteren Deck. Franky hatte seine Werkstatt verlassen um kleine Reparaturen rund ums Schiff auszuführen. Das hämmern ließ nach und Usopp bemerkte, wie still es tatsächlich geworden war. Die Stimmen der anderen konnte er nicht hören, die Wände der Sunny schirmten gut ab. Das einzige, was zu hören war, war das Platschen der Wellen, wenn sie gegen den Schiffsrumpf schlugen und das leise Knarzen des Holzes, welches begann sich unter dem Einfluss des kalten Klimas der sich ankündigenden Winter-Insel zusammen zu ziehen.

      Sein Blick schweifte über das Holz und Gedanken an die Merry stiegen in ihm auf. Auch wenn es nun schon über zwei Jahre her war, das sie ihrem alten Schiff die letzte Ehre erwiesen, kam es ihm so vor, als wäre er noch gestern über ihr Deck gegangen. Die Erinnerung an sie brannte lebendig in ihm weiter. Sei es ihr Geruch, der einer Mischung aus Salzwasser und Eiche glich, oder die Beschaffenheit ihres Holzes mit der feinen Maserung und der ausgegrauten Farbe. Es war ihm immer eine Freude über ihr Holz zu streichen und die Erhebungen der Holzstruktur unter seinen Fingern zu spüren. Und ihren Geist.
      Nicht viele Schiffe wurden so gut gepflegt, dass sie einen Klabautermann entwickelten, aber die Merry war eine davon. Die Erinnerungen an ihren Geist und wie er zu ihnen sprach, als sie Abschied nahmen schossen unvermittelt in ihm hoch. Seine Kehle schnürte sich zu, das Kinn fing an zu beben und seine Augen füllten sich mit Tränen. Er biss die Zähne zusammen, während sein Körper gleichzeitig heiß und kalt erschauerte. Wehmut und Trauer hielten ihn im Griff. Merry war ihnen wie ein Nakama gewesen, ein Mitglied der Crew und nicht bloß ein Schiff. Die Augen zugekniffen atmete er tief ein und aus um sich zu beruhigen.

      Usopp legte eine Hand auf das Holz der Sunny. Sie war anders als die Merry. Ihr Holz war heller und viel glatter, und dennoch fühlte sie sich samten an, wenn man über sie strich. Wärme flutete in ihm auf. Er blickte verwirrt auf seine Hand mit der er die Sunny berührte. Mit weiten Augen zog er den Blick von der Hand ab und durch den Raum. Das Gefühl das ihn umgab glich einem warmen Wind der über die Haut streicht. Ein Gefühl des Umfangenseins, der Geborgenheit. Ein Gefühl des Wiedererkennens, des Vertrauten. Leise fragend sprach er den Namen der Sunny in die Stille des Raumes. Noch unfähig seinen eigenen Empfindungen Glauben zu schenken erhob sich Hoffnung in seinem Herzen und der unbändige Wunsch, das es doch wahr sein möge was er grade vermutete. Die Angst, das es nur Einbildung wäre, lies ihn erstarren. Seine Atmung wurde flacher, kaum noch merklich, den Mund leicht geöffnet saß er auf seinem Werkpodest, die Hand immer noch auf dem Holz. Doch anstatt das das Gefühl verschwand, verstärkte sich die Wärme die ihn umfing. Usopp fühlte sich wie von einem alten Freund umarmt. Er schluckte schwer und diesmal waren es Tränen der Freude, die seinen Wangen herabliefen. Es war keine Einbildung, auch die Sunny hatte einen Geist. Und auch ihr Geist machte sich bemerkbar. Usopp war überglücklich.

      Als es Zeit wurde zu Abend zu essen, ging Usopp die Treppen hinauf zur Kombüse. Angekommen sah Sanji zu ihm rüber und bemerkte sein friedliches Lächeln. Auf seine Frage, woher das Lächeln kam, konnte er jedoch nicht antworten.


      Trainingsziel: Szenerie; Gefühle
      Wörter: 1909
      Genre: Slice of Life
      Wärme des Wassers
      Es war ein grausiger Sturm gewesen, durch den sie gesegelt waren. Die Mannschaft der Sunny war froh, ihn überstanden zu haben. Das Meer hatte sich beruhigt. Der Himmel hatte sich geklärt und ließ die Sonne erneut auf sie scheinen. Wieder einmal konnte man den Vorteil eines Schiffes aus Adam-Holz erkennen. Der Sturm hatte so heftig an der Sunny gezerrt, dass der Mast jeden anderen Schiffes schon längst gebrochen wäre und seine Crew manövrierunfähig inmitten der wütenden See zurückgelassen hätte. Doch nicht so die Sunny. Ihr Holz hatte keinen Schaden genommen. Einzig die Segel wiesen vereinzelt Risse auf und einige der losen Fässer waren über Board gegangen. Doch sonst blieb alles unbeschadet und heil.
      Anders als Teile der Mannschaft. Man konnte ihnen die Strapazen der letzten Stunden deutlich ansehen. Müde und ausgelaugt saßen sie an Deck. Chopper – der selbst den ein oder anderen Kratzer davon trug, als die Wellen, die über Board schlugen, ihn mehrfach gegen die Wände der Kajüten und den Mast krachen ließen - , kümmerte sich, ganz der Arzt, der er mit Leib und Seele war, um seine Freunde und ihre Verletzungen. Doch zum Glück war bis auf ein paar Kratzer und blauen Flecken auch bei ihnen nichts schlimmeres zu finden. Es reichte, die malträtierten Stellen mit heilender und schmerzlindernder Salbe zu versorgen. Selbst ein Verband war bei keinem nötig. Was blieb war die Müdigkeit und Erschöpfung.

      Es war an Usopp, im Krähennest Wache zu halten, als endlich die nächste Insel in Sicht kam. "Land in Sicht!", rief er den anderen hinunter. Die Aussicht auf festen Boden, nachdem sie so hart durchgespült wurden, verlieh ihnen allen neue Kraft. Und so bereiteten sie das Schiff für das Anlegemanöver vor.
      Schon von Weitem konnte man erkennen, das es eine Frühlingsinsel ist. Waren doch die vielen blühenden Sträucher und Bäume, die man vom Meer aus als einheitliche Flecken bunter Farbe erkennen konnte, charakteristisch für sie. Näher kommend konnte man weitere Details ausmachen. Die Wärme verriet, dass auf dieser Frühlingsinsel gerade Sommer herrschte. Üppiges Grün überzog die Insel und weiter im Landesinnere konnte man einen Berg ausmachen von dem aus sich ein mächtiger Wasserfall in die Tiefe stürzte. Sie segelten ein wenig die steinige Küste entlang und kamen zu einem kleinen Dorf. Die Architektur der Häuser erinnerte sie an die Bauart der Häuser auf Wa no Kuni. Holzhäuser, mit wohlgeformten, roten Dächern und einem langen Dachüberstand, sodass man auch bei Regen noch trocken um die Häuser gehen konnte. Sie beschlossen, an dem Hafen des Dorfes, der mittels Stege ins Meer getrieben war um über die schroffen Felsen der Küste zu kommen, festzumachen und an Land zu gehen. Außer ihrem Schiff waren nur noch zwei einfache Fischerboote zu sehen. Während die Jungs sich an die Arbeit machten die Sunny zu vertäuen, gingen Nami und Robin zusammen mit Chopper zu den ersten Gebäuden des Dorfes um Informationen über die Insel zu bekommen.

      Sie betraten ein Gebäude, das von Außen dem Eingang einer Bar glich, sich aber als Eingangshalle eines Onsen herausstellte. Im Inneren befand sich ein langer Tresen, der wie die Rezeption eines Hotels aussah. Im Raum verteilt standen niedrige Tische, umgeben von weichen, roten Sitzkissen. Die Tische selbst waren dekoriert mit feinen Vasen und Blumengestecken. Die bodentiefen Fenster ließen den Blick nach draußen zu, wo man schön gepflegte Landschaftsgärten erkennen konnte. Kurz nach ihrem Eintreten kam eine Person aus einem der hinteren Räume, die durch eine Tür hinter dem Tresen zu erreichen war.
      "Willkommen im Akaibana-Onsen, wie kann ich euch dienen?" begrüßte sie die ältere Dame. Die Jahre hatten ihre Spuren an ihr hinterlassen, sie hatte deutlich an ihrer alten Größe eingebüßt, und Falten zeigten sich in ihrem Gesicht. Doch konnte man aus ihnen lesen, das es ein freudiges, friedliches Leben war. Ihre Stimme war warm und herzlich. Ihr roter Kimono war mit einem Kranich verziert, ihre Haare trug sie in einem Dutt hochgesteckt, gehalten durch eine Haarnadel mit roter Blüte.
      "Guten Tag", begann Nami, "wir sind grade mit unserem Schiff hier angekommen und würden gerne etwas über die Insel erfahren. Könnten sie uns etwas über sie erzählen?".
      "Aber natürlich doch, meine Liebe, sehr gerne. Ihr seid hier auf Mizuko. Mizuko ist eine Insel mit natürlichen Thermalquellen, die als Onsen genutzt werden. Mein Geschäft ist auch einer dieser Onsen. Ihr müsst es auf jeden Fall einmal ausprobieren, es entspannt wunderbar. Dieser Ort heißt Plumera und hat neben der Hauptstadt unserer Insel, Orchidea, die meisten heißen Quellen zu bieten. Orchidea als Hauptstadt hat auch den größten Hafen der Insel, wo man immer auch mehrere Piratenschiffe finden kann. Wir sind hier Piraten gewohnt, man soll es nicht meinen, doch es gibt unter ihnen doch mehr als man denkt, die die heißen Quellen zu schätzen wissen.
      Unsere Vegetation ist durch viele verschiedene Blumenbüsche und -bäume gekennzeichnet. Ihr zu Ehren trägt auch fast alles auf der Insel die Namen der Blumen die man hier finden kann.
      Von Land aus kann man die anderen Dörfer und die Hauptstadt bequem über gefestigte Straßen erreichen". Mit einem Lächeln beendete sie ihre Beschreibung der Insel, doch dann schreckte sie kurz auf. "Oh, ich vergaß mich selbst vorzustellen, meine Name ist Peona."
      Eine Frage hatte Nami aber noch. "Wissen sie, ob derzeit Marineschiffe hier vor Anker liegen?". Peona lachte leise und schüttelte dann mit einem Lächeln den Kopf, "Die Marine verirrt sich nur sehr selten hier her, meine Liebe".
      Etwas irritiert von ihrer Reaktion bedankte sich Nami für die freundliche Inselbeschreibung und zu dritt gingen sie wieder zurück Richtung Sunny. Bei ihren Freunden angekommen berichteten sie, was sie von Peona erfahren hatten. Es war bereits später Nachmittag und sogar Luffy war zu müde, heute noch die Insel zu erkunden. Der Vorschlag, gemeinsam den Onsen zu besuchen, war bei allen willkommen. Sie holten sich noch ein paar Badetücher und gingen zu Peonas Onsen.

      Peona blickte ihnen schon fröhlich entgegen, als sie die Eingangshalle betraten. Wieder ging Nami voran. "Hallo Peona, wir würden gerne deinen Onsen nutzen. Wir sind zwei Frauen und acht Männer. Hast du noch etwas frei für uns?"
      "Aber natürlich doch, meine Liebe. Männer und Frauen baden getrennt, daher müsst ihr zwei Becken mieten. Zusammen macht das 8000 Berry für einen Tag. Jedes Becken hat ein eigenes Umkleidezimmer in dem ihr eure Kleidung ablegen und euch waschen könnt, bevor ihr in die heißen Becken steigt. Die Becken selbst sind durch Holzpalisaden voneinander getrennt."
      Nami gab Peona das Geld die sie sodann zu ihren Umkleiden führte. Auf dem Weg dorthin erzählte Peona ihnen noch, dass, aufgrund der letzten Umbrüche in der Neuen Welt, nur wenige Schiffe nach Mizuko kamen und es daher sehr ruhig auf der Insel sei. Momentan sei in ihrem Onsen außer den beiden Becken, die sie gemietet haben nur ein einziges, weiteres Becken vermietet, die anderen stünden leer.
      Der Weg zu den Umkleiden führte sie aus der Eingangshalle am Tresen vorbei hinaus in einen Innenhof. Auf der gegenüberliegenden Seite stand ein langgezogenes Gebäude mit vielen Eingängen. Der Innenhof selbst war atemberaubend. Ein befestigter Weg aus zerkleinertem, schwarzen Gestein, der die Gebäude verband. Links und Rechts daneben eine Sammlung der schönsten Blumensträucher der Insel. Das dunkle Grün der Blätter brachte die in vielen Nuancen roter Farbe leuchtenden Blüten wunderbar zu Geltung.
      Bei den Umkleiden angekommen, zeigte Peona ihnen noch, wo sie Sake und Schalen finden konnten und wünschte der Gruppe eine schöne Zeit in den wohltuenden, heißen Quellen.

      Ihre Becken lagen direkt nebeneinander, so dass sie auch trotz Holzpalisade noch gut miteinander sprechen konnten. Nacheinander stiegen Nami und Robin ins heiße Nass, die Haare fein säuberlich hochgesteckt, und sofort spürten sie, wie der Stress und die Anspannung durch den Sturm von ihnen abfiel und sich wohlige Entspannung ausbreitete. Das Becken selbst war optimal geformt, die Tiefe gerade so, das man sich auf den Boden setzen konnte und das Wasser zu den Schultern reichte. Es waren per Hand ausgehobene Becken, aber so mit grob behauenen Steinen eingefasst, das sie natürlich aussahen. Zu den Palisaden hin waren weitere Blumen gepflanzt, deren süßlicher Duft sich über den ganzen Onsen verströmte.
      Bis auf Luffy, Usopp und Chopper waren bereits alle der Männer im Wasser und genossen wie die Damen die wohltuende Wärme. Zoro hatte gleich einige Sakeflaschen, Schalen und ein Wassertablett mitgenommen. Aufgeweckt durch die neuen Eindrücke kam den drei Jüngsten der Bande der Schalk zurück, und so sprangen sie nackt wie sie waren und laut lachend über die Steine ihres Beckens, doch die Steine waren nass und so dauerte es nicht lange, bis sie in höchst theatralischer Weise zu Boden gingen – und nur noch lauter lachten. "Benehmt euch endlich!", brüllte ihnen Nami entnervt von der anderen Seite der Abtrennung entgegen, "Das ist ein Onsen und keine gottverdammte Bar! Hier ist man ruhig!". Die einzige Reaktion war das Kichern der drei gefolgt von einem Platschen. "Nami-swan, du hast ja so Recht!", ertönte es von Sanji, der beim Vernehmen von Namis zarter Stimme aus dem Wasser sprang. Doch zu schnell und so knallte er in vollem Tempo gegen die Palisade und auf den Boden. Nicht, dass das seinem Verzücken Abbruch getan hätte, wie an seinem verklärten Lächeln zu erkennen war. Nami konnte nur verständnislos den Kopf schütteln und ließ sich zurück ins heiße Wasser sinken.
      Nun waren auch Luffy, Usopp und Chopper mit im Wasser und gaben sich der sie umfangenden Wärme des Wassers hin.

      Woran lag es? Luffy konnte sich keinen Reim darauf machen, woher seine plötzliche Ruhe kam. War es die Wärme des Wassers? Das er von seinen Nakama umgeben war? Was auch immer nun der Grund war, er fühlte sich entspannt und sicher. Ein tiefes Gefühl der Beruhigung, dass er loslassen konnte, dass er mal nicht aufpassen musste. Er ließ sich noch ein wenig tiefer ins Wasser sinken, Zoro an seiner Seite, sollte er doch zu sehr hineingleiten, und schloss die Augen. Er hörte die nun leisen Gespräche seiner Freunde, fühlte das gleichmäßige Schlagen in seiner Brust – und ließ zu, dass der Schlaf ihn übermannte.

      Die Unterhaltungen der Jungs verstummten, als sie merkten, das ihr Capt'n eingeschlafen war. Es kam selten vor, zu selten, das Luffy es sich erlaubte wirklich loszulassen und auszuruhen. So war es schon seit ihrer Wiedervereinigung auf Sabaody. Die einzigen Momente wo er tief schlief, waren die nach den Kämpfen gegen starke Gegner, wenn er mehr bewusstlos als tatsächlich schlafend war. Daher waren Momente wie dieser sehr kostbar, und jeder in der Bande wusste darum. Es gab ein stilles Einvernehmen, dass, wann immer Luffy sich nun diese Art tiefen Schlafes gönnte, niemand ihn stören würde.
      "Ist Luffy eingeschlafen?", fragte Robin mit sanfter Stimme von nebenan. Auch den beiden Damen der Strohhutbande war nicht entgangen, dass es auf Seiten der Jungs verdächtig ruhig geworden war. Einer wirklichen Antwort bedurfte es allerdings gar nicht. Die Stille der Männer sprach für sich.
      In aller Ruhe genossen sie weiterhin das heiße Wasser.

      Ein leichter Wind kam auf. Das Wasser kringelte sich, als eine einzelne Blüte darin landete.

      So sehr Sanji es auch hasste, seinen Captain jetzt wecken zu müssen, doch es wurde Zeit den Onsen wieder zu verlassen. Bald stand das Abendessen an und sie mussten dafür auch noch einige Besorgungen machen.

      Geräuschvoll, wie sie nun einmal waren, hörte man im ganzen Onsen, das die Strohhüte dabei waren zu gehen. Im einzigen anderen Becken, welches auch vermietet war, begann es sich zu regen. "Er hat gute Männer gefunden", sagte ein älterer Mann, und zog an seiner Pfeife. "Aye, das hat er", lächelte sein Kumpan und trank den Sake aus seiner Schale, die roten Haare ihm ins Gesicht fallend.

      erst nach der Story lesen!
      A/N

      die SHB hat die Roten nicht bemerkt, da die Roten in meiner Geschichte ihre Präsenz verbergen können, gleich den Minks auf Zou, die von Luffy nicht bemerkt wurden. Zudem spielt die Müdigkeit der SHB mit rein, die ihre Sinne ein klein wenig dämpft.

      Warum direkte Rede als Blocksatz? Ich kenne es so aus einigen – mal wieder – Warhammer 40000 Büchern und mag es einfach in der Form. Also einfach persönliche Vorliebe.

      Peona – kommt nicht Perona, sondern von Päonie, auch Pfingstrose genannt. Das ä änderte ich zu e ab, da es im Text besser kommt.

      Akaibana-Onsen – Akai no hana onsen aka Roter-Blumen-Onsen (zumindest soll er so heißen xD )


      Trainingsziel: düstere Szenerie, Seelenleben, Kampf, Wunden
      Genre: Abenteuer, Drama(?) (sollte ich mit meiner Angabe falsch liegen, bitte ich hiermit um Korrektur)
      Wörter: 2735
      Finstre Wälder
      Die Vögel stiegen hektisch aus den Baumkronen empor, als ein lauter Schrei durch das dichte Blätterdach des Dschungels brach.
      Namis wütendes und von Schmerzen geplagtes Fluchen und Schreien war weithin zu hören. Sie verfluchte diesen Tag, der sie zu dieser unbewohnten Insel brachte, diesen Dschungel, der nach Fäulnis und Schimmel roch, ihre Unachtsamkeit und die Tatsache, dass sie ihre Baby-Teleschnecke vergessen hatte. Wäre sie doch nur an Board der Sunny geblieben oder hätte sie zumindest noch jemanden mitgenommen, dann wären ihr jetzt all die Strapazen erspart geblieben. Doch alles wünschen half nichts. Sie war allein losgegangen, den kleinen Pfad in den Wald und auf eine Anhöhe führend gefolgt um weitere Informationen über diese Insel zu bekommen, zusammen mit der Möglichkeit, vielleicht einige Daten zu erhalten, mittels derer sie eine grundlegende Karte der Insel entwerfen konnte, gemäß dem Fall die Anhöhe läge oberhalb der Baumwipfel.
      Sie saß am Ende eines Abhanges, welchen sie Sekunden zuvor noch hinabgestürzt war. Um sie rum nur die Weite des Dschungels ohne Anhaltspunkte wo es wieder hinausgehen würde. Unterhalb des Blätterdaches war es dunkel. Die Kronen der Bäume schlossen so eng und dicht, dass sie kaum einen Strahl Sonne hinab ließen. Sie schimpfte sich selbst einen Trampel, dass sie derart ungeschickt den Weg entlanglief, dass sie abrutschte. Auf ihrem Weg nach unten, vorbei an uralten, modrigen und verschimmelten Bäumen, über einen schleimigen, aus Pilzen, vermodertem Holz und Schlamm bestehenden Boden, musste sie gegen eine Gruppe scharfer Steine geprallt sein, schaute man sich die riesige Platzwunde auf ihrem Oberschenkel an. Mit zittrigen Fingern suchte sie in ihrem Rucksack nach etwas, irgendetwas, mit dem sie die Verletzung zumindest ansatzweise verbinden konnte. Während sie in der Tasche kramte blickte sie immer wieder besorgt zu der Wunde. Ein Fehler. Der Anblick des fünfzehn Zentimeter langen Risses, tief genug um problemlos auf den großen Oberschenkelmuskel zu blicken und dem langsam eindickenden und Fäden ziehenden Blutes war nicht unbedingt förderlich für einen sich wohlfühlenden Magen. So kroch ihr die Übelkeit immer mehr unter die Haut, das Zittern wurde schlimmer und der Schweiß stand ihr auf der Stirn als sie endlich das Halstuch fand, dass lang genug war um damit die Wunde zu verdecken und zumindest ein klein wenig zu stabilisieren. Doch auch das verbinden selbst, gestaltete sich schwieriger als erhofft. Sie spürte während des Umwickelns wie das zerrissene Fleisch gegeneinander schob und sich eine Luftblase, die sich in die Wunde geschlichen hatte, ihren Weg nach außen bahnte und mit einem leicht schmatzenden Geräusch entwich.

      Es war zu viel. Der Ekel übermannte Nami, ihren Magen. Sie spürte grade noch rechtzeitig, wie es ihr hoch kam um sich wegzudrehen und sich neben dem Baum, an dem sie zuvor noch lehnte, zu übergeben. Mit nicht enden wollenden Schüben würgte sie auch noch den letzten Rest des Frühstücks hervor bis irgendwann nichts mehr kam außer dem röchelnden Geräusch eines leeren Magens.
      Langsam verging das Zittern, doch auch ihre Kraft. Erschöpft ließ sie sich wieder gegen den Baum sinken, darauf bedacht nicht in ihr eigenes Erbrochenes zu fassen.
      Sie war wütend auf sich selbst und fragte sich, wie sie zu so einem verweichlichten Püppchen werden konnte. Früher konnte sie doch auch mit solchen Problemen fertig werden. Und auch Wunden machten ihr nicht so viel aus. Die Erinnerung an Kokos kam hoch, und der Moment, in welchem sie sich selbst mittels eines Dolches Arlongs Symbol aus dem Oberarm stach. Damals hatte sie keine Probleme mit dem Blut und der klaffenden Wunde. Aber heute? Zusammenbrechend wegen einer Fleischwunde und darüber jammernd, dass niemand da ist der ihr hilft?
      »Verdammt! Reiß dich endlich zusammen!« sprach sie mit trotzigen Ton zu sich selbst. Das verletzte Bein nur zögerlich belastend, stand sie auf. Wieder überkamen sie Gefühle der Übelkeit und der Schwäche, doch mit allem Willen den sie besaß, schob sie sie beiseite und blickte sich um. Sonderlich aufbauend war dies allerdings nicht. Alles was sie umgab waren Bäume, schleimiger, von Pilzen überwucherter Waldboden, und diese Dunkelheit, die alles Licht der Sonne zu fressen schien. Dennoch konnte sie gut genug sehen, um zu laufen ohne gleich fürchten zu müssen zu stolpern. Sie rekapitulierte, was sie vom Meer aus von der Insel gesehen hatte, als sie mit dem Schiff einmal um die Insel fuhren um vielleicht doch ein Dorf oder eine Stadt inmitten des Gewirrs von Bäumen und Lianen auszumachen. Das einzige was sie gefunden hatten war ein Fluss der ins Meer mündete. Und eben jener Fluss sollte Nami nun wieder aus diesem Wald herausführen. Nur war das leichter gesagt als getan. Hören konnte sie den Fluss nämlich nicht, also musste er ein ganzes Stück weit entfernt sein. Und in welcher Richtung er lag wusste sie auch nicht. Doch da kam ihr ein Gedanke. Hatte Chopper ihr nicht mal etwas erzählt? Genau, auf einer anderen Erkundungstour durch den Wald einer anderen Insel erzählte Chopper ihr doch, dass das Moos nur auf einer Seite der Bäume wuchs. Welche aber war das nur? Nami klopfte sich mit dem Zeigefinger gegen die Stirn während sie versuchte, sich daran zu entsinnen. »Norden!« sagte sie nach einiger Zeit in die Leere des Waldes, »die Moose wachsen auf der Nordseite der Bäume!«. Gut, sie waren nachdem sie den Fluss gesehen haben noch ein Stück weitergesegelt, aber der Fluss mündete im Westen der Insel ins Meer. Sie musste also den Bäumen Richtung Norden folgen, dann würde sie unweigerlich auf den Fluss treffen und könnte an seinem Ufer entlang wieder zur Küste kommen. Von dort aus sollte es ein Leichtes sein, der Küste entlang zurück zum Schiff zu kommen. Gesagt, getan. Und so machte sie sich auf den Weg.

      Der Weg zum Fluss dauerte doch deutlich länger, als Nami vermutet hätte, und war zudem auch mit zahlreichen Hindernissen gespickt. Die Bäume waren hier im Inselinneren sogar noch dicker als an der Küste. Sie mussten schon hunderte von Jahren hier stehen, so verwittert und mit Flechten übersäht wie sie waren. Der Boden wurde unwegsamer, matschiger. Sie sank mit ihren Sandalen immer tiefer ein, also entschied sie sich, so leid es ihr um die schönen Dinger tat, sich ihrer zu entledigen. Gemessen am Dreck der aber mittlerweile an ihnen haftete, der eine Rettung ebenjener unmöglich machte, war es aber fast schon egal sich mehr als nötig Gedanken um sie zu machen. In hohem Bogen flogen sie davon und waren nimmer mehr gesehen.
      Als sie endlich in Hörweite des Plätscherns des Flusses kam, beschleunigten sich ihre Schritte, was allerdings zur Folge hatte, dass die Wunde wieder jäh anfing böse zu pochen und auf Ruhe und nicht zu viel Bewegung beharrte. Am Fluss angekommen atmete Nami erleichtert auf. Durch die Breite des Flusses wurde das dichte Blätterdach geteilt und es wurde wieder etwas heller um Nami herum. Auf den Fluss blickend ruhte sie sich ein wenig auf einem umgestürzten Baumstamm aus. Das Laufen durch den Morast des Waldes und das gezwungen vorsichtigen Gehens, damit sie bei den schleimigen Pilzen nicht ausrutschte, war anstrengend.

      Einige Minuten vergingen, bis Nami plötzlich ein Schauer über den Rücken jagte. Sie blickte sich um, doch da war nichts. Sie konnte nichts zwischen den Bäumen erspähen, dass den Schauer verursacht haben könnte. Und doch, ihr Körper reagierte eindeutig auf eine Gefahr. Irgendwas war zwischen den Bäumen und lauerte. Lauerte auf Beute. Sie beschloss weiterzugehen, schließlich war sie nun beim Fluss und es war nur noch eine Frage der Zeit bis sie wieder bei der Küste war, bei der Küste und ihren Freunden. So schnell es eben ging ohne hektisch zu wirken, ging sie los. Sich einredend dass sie einfach überdreht wäre aufgrund des ewig dunklen Waldes und hinter den Bäumen nichts wäre stieg sie über dicke, mossbewachsene Wurzeln die sich in Richtung des Flusses streckten, als sie ein leises Knacken von Holz hinter sich hörte. Sie drehte sich um – und blickte dem Ursprung ihrer Nervosität in die Augen. Fünfzig Meter von ihr entfernt stand ein massiges Biest von einer Raubkatze. Das Fell schwarz wie die Nacht und mit bernsteinfarbenen Augen blickte es mit mörderischem Hunger zu Nami. Kurzzeitig gefesselt vom Anblick der Katze, dreht sich Nami um und lief so schnell sie konnte den Strom hinab. Sie biss die Zähne zusammen, als sie merkte, dass die Wunde begann weiter aufzureißen und spürte, wie frisches, heißes Blut ihr Bein hinablief. Es musste ihr egal sein, wollte sie der Katze entkommen um nicht als ihre Mahlzeit zu enden. Sie sprang über Wurzelwerk und feuchten Fels, immer mit der Sorge, auf dem nassen Untergrund auszurutschen.
      Ein Stück weiter vorne zeigte sich, dass der Fluss noch einen Seitenarm hat. Grob geschätzt mussten das mindestens fünfzehn Meter sein. Sie saß in der Falle. Die Gedanken jagten ihr durch den Kopf, sie musste schnell eine Lösung finden, sofort. Das Ufer des Seitenarms bestand aus Steinen und Moos – und dann kam ihr die rettende Idee. Ein Wagnis, sie konnte sich nicht sicher sein, dass es funktionieren würde. Auch wenn sie die Teleschnecke manchmal vergaß, ihren Klimataktstock jedoch nie. Noch immer rennend holte sie ihn zwischen ihren Brüsten hervor und drückte ihn kurz bis er so lang war wie sie selbst. Sie hatte nur einen einzigen Versuch. In vollem Lauf stürmte sie auf das Ufer des Seitenarms zu, stieß ihren Klimataktstock in die Vertiefung eines Felsen und drückte dann die Mitte des Stabes, der die Länge des Klimataktstockes angab, so fest sie nur konnte. Es hob sie in die Luft, frei fliegend über den Seitenarm des Flusses. Das Gesicht starr vor Kalkül und der Frage, ob ihr Wagnis Erfolg haben würde, hielt sie ihren Stab fest in der Hand. Es waren nur Sekunden, aber es fühlte sich für sie wie eine Ewigkeit an, die sie nun über den Seitenarm trugen. Und tatsächlich erreichte sie das andere Ufer, knapp zwar, aber sie landete auf dem humosen Boden der anderen Seite. Sie versuchte den Sprung mit ihrem linken, gesunden Bein abzufedern, dennoch ließ ein stechender Schmerz in ihrem rechten Bein sie wissen, dass es nur zum Teil gelang. So schnell sie konnte drehte sie sich um, den Stab fest in der Hand, und schaute, was das Biest tat. Doch es stand weiterhin auf der anderen Seite und blickte grimmig zu ihr hinüber. Es mochte wohl kein Wasser und konnte auch nicht so weit springen. Seine Beute noch vor Augen, aber in unerreichbarer Ferne fauchte es Nami entgegen, bevor es frustriert davon zog und wieder in den Schatten der Bäume verschwand.

      Nami gönnte sich eine Pause nach diesem Wettlauf gegen die Raubkatze bei der sie auch noch einmal nach ihrer Wunde schaute. Sie nahm das Tuch ab und begutachtete die neuen Risse. Sie zog ihr einstmals strahlend gelbes Shirt aus und packte es mit auf ihr Bein, um das Tuch danach noch fester über der Wunde verschnüren zu können. Wieder ließen sie die Schmerzen die Zähne zusammenbeißen und trieben ihr den Schweiß zurück auf die Stirn. Doch ihre Entschlossenheit endlich aus diesem elendigen Wald heraus zu kommen gab ihr neue Kraft und stählte ihren Willen.

      Sie war noch auf ihr Bein konzentriert, als ein neuerliches Knacken von Holz ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. Zuerst dachte sie, dass die Katze wieder auf der anderen Seite des Ufers stehen würde, um ihrer Beute noch mal nach zu sehen. Doch sie irrte sich. Das Geräusch kam von vorne. Aus der Richtung in die sie gehen wollte. Hier zwischen Seitenarm und Hauptfluss konnte sie diesmal nun aber wirklich nicht mehr weg. Es brauchte den vollen Schwung des Laufens, um sie von einer Seite zur anderen zu bringen. Den Klimataktstock weiter fest in der Hand harrte sie der Dinge die da kamen. Das Knacken des Unterholzes verriet, dass es zwei, eher drei Wesen sein mussten, die langsam auf sie zukamen. Als sie hinter den Bäumen hervortraten, fuhr Nami der Schrecken in die Glieder. Mannshoch und mit langen Haaren standen hundeähnliche Monster vor ihr. Die Kiefer dieser Bestien glichen Schraubstöcken, die Pfoten so groß wie Essteller, das Fell der Tiere Braun-Rot und mit grünlicher Patina durch die Flechten des Waldes. Die Augen Schwarz ohne Weiß. Die Reißzähne fletschend konnte man noch Hautstücke alter Opfer ausmachen, die das unheilvolle Schicksal traf, ebenfalls auf diese Jäger des Waldes zu treffen.
      Nami verlor die Geduld. Erst ihr Abrutschen am Hang, dann die Verletzung, diese dämliche Raubkatze und nun zu allem Überdruss noch diese drei Ausgeburten der Hölle. Entnervt fing sie an zu schreien, »Argh, leck mich doch! Ihr wollt mich? Dann kommt! Kommt doch!«. Den Klimataktstock fest in der Hand fing sie an ihn kreisen zu lassen. Viele kleiner schwarzer Blasen stiegen gen Himmel. Die erste der Bestien sprang auf sie zu, der sie auch ausweichen konnte, doch eine weitere nutzte die Gelegenheit und holte mit ihrer Krallenbesetzten Pranke aus – und traf. Nami schrie laut auf, als sie spürte wie die Krallen durch das Fleisch ihres linken Oberarmes fuhren. Das heiße Pochen des Blutes, das ihr nun über den Arm rann zeugte davon, dass dieser Kampf schnell beendet werden musste. Sie nahm all ihre Abgebrühtheit, die sie sich durch ihre zahllosen Kämpfe erworben hatte zusammen, duckte sich unter den springenden Bestien hindurch, welche weiterhin versuchten nach ihr zu schlagen und zu schnappen. Sie sprang kurz um einen Felsen und ließ die letzte Blase in ihre erzeugte Wolke fliegen. »Thunderbolt – Tempo!«, und ein krachender Blitz schoss auf die Bestien hinab. Sie betrachtete sich die beiden leblosen Körper näher, bis … sie hatte das dritte Tier vergessen. Mit dem kalken Kalkül des Jägers, das es war, schoss es auf Nami zu. Zu spät bemerkte diese das Tier und konnte nicht mehr verhindern, dass es sie zu Boden riss. Die Bestie hatte seine Zähne in Namis rechter Schulter versenkt und biss ohne Gnade weiter zu. Nami hatte keine Zeit zu schreien, wollte sie diesen Kampf noch gewinnen. Sie setzte die Spitze ihres Klimataktstockes an die Kehle des Biestes und stieß ihm so das stärkste ‚Heat‘ entgegen, zu dem sie fähig war. Die Bestie jaulte auf vor Schmerz über die verbrannte Kehle. Der Geruch versenktem Fells und verbrannter Haut begann sich über das Kampfgeschehen zu legen. Nami stand wieder, auf einen neuerlichen Angriff der Bestie warten, die nun schon ein ansehnliches Loch in seiner Kehle hatte. Doch es reichte nicht, um es zu Boden zu schicken. Erstaunlich, wo doch durch das Loch schon Adern und Sehnen zu sehen waren. Nur leider waren keine Lebenswichtigen Gefäße verletzt worden. Nami konnte nicht mehr lange, ihre Kraft ließ rapide nach. Blut quoll aus ihren klaffenden Wunden und hinterließ auf ihrem Körper klebrige Spuren. Sie hielt ihren Stab bereit, die Bestie sprang wie auf ein Zeichen los und griff sie erneut an. Das war es, worauf Nami gewartet hatte. Sie ließ sich zur Seit fallen, kurz bevor das Untier sie erreichte und schlug ihm mit all ihrer verbliebenen Kraft das elektrisch-knisternde Ende ihres Klimataktstockes gegen die schon verwundete Kehle. Ein Blitz durchzog das Biest und es flog durch die Geschwindigkeit des Laufens an ihr vorbei, schlug auf dem Boden auf und überschlug sich noch ein paar Mal. Dann blieb es liegen. Stille verschlang das Kampffeld. Einzig zu hören war nur noch Namis lauter, stoßweise gehender Atem. Sie stolperte ein paar Schritte zurück und prallte gegen einen Baum. Mit offenem Mund, zitternden Händen und immer noch weitgeöffneten Augen blickte sie auf die toten Körper. Es vergingen mehrere Minuten, indem sie einfach nur so dastand. Der Geruch des Salzwassers, der über den Fluss ins Inselinnere getragen wurde, war es, der sie aus ihrer Apathie wieder herausriss. Ihre Augen wurden wieder klarer, sie versuchte ihre Anspannung etwas zu lösen und machte sich daran, ihren Marsch Richtung Küste fortzusetzen.

      Der restliche Weg bis zur Küste war nicht mehr allzu weit, dennoch dauerte es eine ganze Stunde, bis sie endlich vom regelmäßigen Platschen der Wellen gegen die Felsenküste begrüßt wurde. Wieder machte sie eine kurze Pause, in der sie sich auch in den Wellen zumindest das Gröbste der Blutflecken abzuwaschen suchte. Entlang der Küste humpelte Nami nun dem Liegeplatz der Sunny entgegen. Sie hatte keine Kraft mehr, ihr rechtes Bein dazu zu zwingen zu laufen. Als sie endlich die Sunny erblickte und ihre Freunde, die an Land standen, überkam sie eine Erleichterung und Freude, die ihr die Tränen in die Augen trieb. »Luffy…« rief sie noch aus, als ihre Beine endgültig nachgaben und sie zu Boden ging. Allerdings nicht ohne noch zu sehen, wie Luffy auf sie zustürmte um sie aufzufangen. Mit einem Lächeln auf den Lippen und der Gewissheit wieder in Sicherheit zu sein überließ sie sich der wohligen Schwärze, die sie schon seit Stunden zu ergreifen suchte.


      Grauen bei Nacht - fortfahrende FF




      Ich wünsche euch Freude an den Geschichten.


      Gruß

      cinnamon

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Shirahoshi ()

    • Ich bin dann mal so frei und weihe diesen Thread mit einem ersten Kommentar ein =D

      Die Geschichte an sich gefällt mir sehr gut. Mir persönlich fällt es immer am schwersten, ein Thema zu finden über das man schreiben kann. Aber hier hast du einfach Lysops Beziehung zu Lämmchen genommen und die Tatsache, dass ihr Geist in der Sunny weiterlebt. Das ist nichts sehr ausgefallenes, aber man kann gut damit arbeiten. Vor allem da man als Leser schon weiß wie die beiden in One Piece zueinander stehen und du somit keine lange Erklärung schreiben musst.
      Sehr gut geschrieben war dann der Mittelteil, als Lysop über das Holz streicht und sich an alles erinnert was er und die anderen mit ihrem früheren Schiff erlebt haben. Der Übergang davon, hin zu seiner emotionalen Erschütterung hat mir auch echt gut gefallen.
      Allerdings ist das Ende etwas zu abrupt. Bzw. liest sich sehr unvollständig. Man könnte den letzten Satz einfach wieder aufgreifen und darauf aufbauend, noch viel weiter schreiben. Lässt man den letzten Absatz aber weg und die Geschichte würde nach "Usopp war überglücklich" enden, dann würde es sich wieder runder anfühlen.

      Ich muss wirklich sagen, dass du dich ein paar Monate zu spät hier angemeldet hast. Wärst du im Februar zu uns gestoßen, dann hättest du bestimmt viel Spaß im Fanfiction-Turnier gehabt. Ich weiß nicht ob du schon davon gehört hast, aber es hatte epische Ausmaße :D
      Besonders als Anfänger kann man dort gut sehen ob man schreiben kann oder nicht, bzw. von den ganzen anderen Schreibern noch einiges lernen. Damals hätte ich mich auch nicht für eine gute Schreiberin gehalten, da ich auch einige Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler gemacht habe und immer noch mache. Irgendwie hab ich es dann noch über die 2. Runde und durch einige Umwege sogar bis ins Finale geschafft, wo ich dann letztendlich mit meinem Partner gnadenlos versagt habe xD

      Aber was ich eigentlich sagen wollte: Dein Schreibstil ist echt mehr als in Ordnung. Ein wenig hapert es an der Rechtschreibung, da du ab und zu "dass-das"-Fehler machst und manchmal Wörter klein schreibst, die groß sein sollten. Aber das Gesamtpaket ist schon auf einem hohen Level.


      Bis dann, ich muss weg, bevor s4pk mich hier sieht. Dem schulde ich auch noch eine Rezension seiner Geschichte~
      "I have written you down. Now you will live forever"
    • Bin schon wieder viel zu lange nicht präsent gewesen im Bereich, da kommt mir diese kurze Erzählung gerade Recht. Nicht, weil sie so einfach abgeurteilt werden kann, sondern schlicht aufgrund ihrer Kürze.

      Ich fange mal beim Klabautermann an, auch wenn der Inhalt eigentlich nicht im Fokus stehen sollte, weder bei dir als Autor, noch bei mir als Rezensent, denn es geht ja offensichtlich primär um den Schreibstil. Aber trotzdem ist der Inhalt ein Wort wert, denn die gezeigte Interpretation des Klabautermanns hat mich etwas überrascht. Mir scheint, dass du Going Merrys beseeltes Eingreifen auf Enies Lobby ebenfalls dem Klabautermann zugeschrieben hast, wohingegen ich diese Erscheinung bisher nur mit der Gestalt auf Skypia verband. Dann habe ich mal gegoogelt und herausgefunden, dass tatsächlich so, na ich sage mal semi-confirmed ist, dass der Klabautermann ein jeweils individueller Geist des Schiffes ist und die Sunny in Episode of Merry wohl auch einen besitzt. So richtig schlau werde ich aus dem Wirken der Klabautermänner zwar noch nicht so ganz, aber anscheinend ist er wirklich so etwas wie der manifestierte Wille eines Schiffes. Deshalb schon mal Kenntnis- oder Recherchepunkte an dieser Stelle.

      Weiter im Text mit der Szenerie, die ich so empfinde, wie sie vermutlich gedacht war, nämlich als reines Mittel zum Zweck. Denn sie ist äußerlich eben eine absolute Alltagssituation ohne irgendwelche Besonderheiten, einfach nur der arbeitende Lysop. Dass aus Nostalgie und Leere dann neue Hoffnung und Vertrauen erwächst, zähle ich mal nicht zum Szenario, sondern schon zur Autorintention. Das wird das gewesen sein, was du versucht hast gefühlsintensiv auszudrücken. Ob das gelungen ist, liegt im Auge des Betrachters, ich würde eher zum Nein tendieren, was aber nicht unbedingt mit deiner Art zu schreiben in Verbindung steht, sondern eher auf die Kürze zurückzuführen ist. Ich kann mich damit selbst halbwegs identifizieren, da ich mich in meiner FF auch immer schwer tue, einzelne Punkte ellenlang auszuschmücken (anders als Bo oder Vexor, die ich als Inspirationsquelle da wärmstens empfehlen kann). So wie es da steht, kommt mir das aber tatsächlich noch recht halbgar daher.

      Die Begründung dafür fällt schwer, als wichtigste Punkte würde ich die letzten paar Sätze im dritten Absatz anführen, die zwischen den beiden gelungenen Beschreibungen der Schiffe den größten Teil an Emotionsvermittlung schultern mussten und daran scheitern, weil sie zum einen schlicht zu kurz sind, um den Leser in dieser Atmosphäre gefangen zu nehmen, zum anderen aber auch nur die absoluten gängigen Merkmale einer trauernden Person beschreiben. Was meinen Erwartungen am nächsten kommt, ist die Erkenntnis, das Merry ein Crewmitglied und nicht bloß ein Untersatz war, jedoch reicht das einfach nicht. Eine irgendwie geartete Beschreibung der inneren Leere, die Lysop verspürt und die droht ihn aufzufressen, hätte mir in diesem Zusammenhang beispielsweise sehr gut gefallen.

      Zu guter Letzt noch ein paar Takte zur Rechtschreibung, denn die ist, wie du den Leser ja schon selbst warnst, nicht perfekt. Ich habe beim ersten Lesen einen Das(s)fehler, eine fehlende Genitivendung, ein klein geschriebenes Subjekt und einige fehlende Kommas bemerkt, was bei dieser Textlänge schon für sich spricht. Auch die Wortwahl ('er zog den Blick von der Hand ab') ist stellenweise holprig, wenngleich das Vokabular an sich durchaus gefällt.

      Lass dir aber nicht alles schlecht reden. Erstmal bin auch ich nur ein literarischer Niemand, dessen Schreibstil noch viel Luft nach oben hat, und außerdem spricht die Erfahrung hier im FF-Bereich eindeutig für eine schnelle Entwicklung des Schreibstils.. Im positiven Sinne, versteht sich. Grundsätzlich mag ich den Grundgedanken einer Kurzgeschichtensammlung; Ich selbst habe auch schon darüber nachgedacht, die Motivationstiefs in meiner Haupt-FF mit solchen zu füllen. Von daher heiße ich dich natürlich willkommen in unserem (ausgesprochen beschaulichen) Schreiber- und Leserzirkel und hoffe, hier noch viele interessante Geschichten vorzufinden.
    • Dann reihe ich mich mal in die Riege der Leute ein, die einen Kommentar hinterlassen und sich freuen, ein neues Gesicht in diesem Bereich begrüßen zu dürfen. Immer wieder schön, insbesondere, wenn dieses Gesicht schreiben kann.

      Und du kannst schreiben - ja, wir sind schon mitten im Feedback- und musst eigentlich gar nicht so tiefstapeln, wie du es in deinem Startpost tust. Aber Bescheidenheit macht bekanntlich sympathisch, zumal du deine Schwächen auch gut benannt hast. ;)

      Die Rechtschreibung ist gar nicht so sehr das Problem, bei der Grammatik hapert es schon eher. Kommas und Zeitformen sind so eine Sache, der bekannte Das(s)-Fehler ist auch bei dir berüchtigt.
      Aber allgemeine Hinweise werden dir wohl kaum weiterhelfen, wenn du im Deutschunterricht etwas gepennt hast, weshalb ich mal deinen Text korrigiert habe. Hoffe, dass kommt jetzt nicht zu oberlehrerhaft rüber. xD
      Heiße Tränen 2.0

      Es war einer der selteneren, ruhigen Tage in der Neuen Welt. Die Sunny segelte auf ihrem Weg zur nächsten Insel. Ein Idyll aus friedlicher See, sonnigem Himmel und einer leichten Brise, die sie langsam aber stetig voran brachte. Die Crew nutzte den Tag, um wieder einmal zu den Dingen zu kommen, zu denen ihnen sonst oft die Zeit fehlte. So auch Usopp.

      Tief im Bauch der Sunny, in seiner Werkstatt, saß Usopp auf seinem Werkpodest. Er hatte sich Gedanken um die Verbesserung einer seiner Waffen gemacht und war nun eifrig dabei, seine Pläne umzusetzen. Außer den Schlägen seines Hammers auf Metall war es still im unteren Deck. Franky hatte seine Werkstatt verlassen, um kleine Reparaturen rund ums Schiff auszuführen. Das hämmern ließ nach und Usopp bemerkte, wie still es tatsächlich geworden war. Die Stimmen der anderen konnte er nicht hören, die Wände der Sunny schirmten gut ab. Das einzige, was zu hören war, war das Platschen der Wellen, wenn sie gegen den Schiffsrumpf schlugen und das leise Knarzen des Holzes, welches begann, sich unter dem Einfluss des kalten Klimas der sich ankündigenden Winter-Insel zusammen zu ziehen.

      Sein Blick schweifte über das Holz und Gedanken an die Merry stiegen in ihm auf. Auch wenn es nun schon über zwei Jahre her war, dass sie ihrem alten Schiff die letzte Ehre erwiesen hatten, kam es ihm so vor, als wäre er noch gestern über ihr Deck gegangen. Die Erinnerung an sie brannte lebendig in ihm weiter. Sei es ihr Geruch, der einer Mischung aus Salzwasser und Eiche glich, oder die Beschaffenheit ihres Holzes mit der feinen Maserung und der ausgegrauten Farbe. Es war ihm immer eine Freude gewesen, über ihr Holz zu streichen und die Erhebungen der Holzstruktur unter seinen Fingern zu spüren. Und ihren Geist.
      Nicht viele Schiffe wurden so gut gepflegt, dass sie einen Klabautermann entwickelten, aber die Merry war eine davon. Die Erinnerungen an ihren Geist und wie er zu ihnen gesprochen hatte, als sie Abschied genommen hatten, schossen unvermittelt in ihm hoch. Seine Kehle schnürte sich zu, das Kinn fing an zu beben und seine Augen füllten sich mit Tränen. Er biss die Zähne zusammen, während sein Körper gleichzeitig heiß und kalt erschauerte. Wehmut und Trauer hielten ihn im Griff. Merry war ihnen wie ein Nakama gewesen, ein Mitglied der Crew und nicht bloß ein Schiff. Die Augen zugekniffen, atmete er tief ein und aus, um sich zu beruhigen.

      Usopp legte eine Hand auf das Holz der Sunny. Sie war anders als die Merry. Ihr Holz war heller und viel glatter, und dennoch fühlte sie sich samten an, wenn man über sie strich. Wärme flutete in ihm auf. Er blickte verwirrt auf seine Hand, mit der er die Sunny berührte. Mit weiten Augen zog er den Blick von der Hand ab und durch den Raum. Das Gefühl[b,[/b]] das ihn umgab glich einem warmen Wind, der über die Haut streicht. Ein Gefühl des Umfangenseins, der Geborgenheit. Ein Gefühl des Wiedererkennens, des Vertrauten. Leise fragend sprach er den Namen der Sunny in die Stille des Raumes. Noch unfähig, seinen eigenen Empfindungen Glauben zu schenken, erhob sich Hoffnung in seinem Herzen und der unbändige Wunsch, dass es doch wahr sein möge, was er grade vermutete. Die Angst, dass es nur Einbildung wäre, ließ ihn erstarren. Seine Atmung wurde flacher, kaum noch merklich, den Mund leicht geöffnet saß er auf seinem Werkpodest, die Hand immer noch auf dem Holz. Doch anstatt dass das Gefühl verschwand, verstärkte sich die Wärme, die ihn umfing. Usopp fühlte sich wie von einem alten Freund umarmt. Er schluckte schwer und diesmal waren es Tränen der Freude, die seinen Wangen herabliefen. Es war keine Einbildung, auch die Sunny hatte einen Geist. Und auch ihr Geist machte sich bemerkbar. Usopp war überglücklich.

      Als es Zeit wurde zu Abend zu essen, ging Usopp die Treppen hinauf zur Kombüse. Angekommen sah Sanji zu ihm rüber und bemerkte sein friedliches Lächeln. Auf seine Frage, woher das Lächeln kam, konnte er jedoch nicht antworten.


      Unterm Strich muss ich jedoch sagen, dass ich nach deiner Selbstgeißelung wesentlich Schlimmeres erwartet habe. Du machst Fehler, aber nicht durchweg. Das finde ich stellenweise sogar ganz interessant, da du auch gleiche Situationen mal richtig und mal falsch machst. Fand ich ganz erheiternd, zumal das oft für Flüchtigkeit spricht, welche viel leichter zu verbannen ist als Inkompetenz. Also, keine Sorge. Du bist schon auf einem richtig guten Weg, wenn du dranbleibst und nicht aufgibst. :)


      Schön finde ich, dass du dir spezifische Ziele beim Schreiben setzt und wirklich den Eindruck vermittelst, learning by doing betreiben zu wollen. Und was deine erste Geschichte angeht: Ich gebe dir eine gute 2, eine 2+ mit Welpenschutz. Einfach, weil du Lysops Emotionen sehr authentisch und geerdet vermitteln konntest, ohne ins Oberflächliche abzudriften. Sicher, du könntest noch tiefer eintauchen, mehr beschreiben, mehr seelenzerreißende Passagen einbauen. Aber für den ersten Versuch? Ordentlich, sehr ordentlich. Für die überschaubare Länge des Textes hast du viele Emotionen erzeugt, auch wenn diese jetzt nicht so~ intensiv waren. Aber dafür fehlte auch das Drumherum, um den Leser stärker zu packen.
      Außerdem muss gesagt werden, dass wir allein schon Emotionen aus dem Thema selbst ziehen können. Der "Tod" der Merry ist eines der emotionalen Highlights in One Piece und dementsprechend ein Heimspiel für jeden Autor, der auf dieser Grundlage eine Geschichte spinnt. Dennoch, und das erwähne ich nun zum letzten Mal, für die ersten Versuche hast du das flüssig inszeniert. Flüssiger, als ich beim Öffnen des Spoilers erwartet hatte. ;)

      Zum Schreibstil sei gesagt, dass du mich auch hier angenehm überraschst hast. Nicht beeindruckt, aber auch nichts enttäuscht. Das ist eine Leistung, auch wenn es nicht so klingt. Ich bin hier nicht gerade für meine große Toleranzgrenze bekannt, was Narration und Stil angeht. Das kann ich dir versichern.^^
      Besonders freut mich, dass du dir Zeit lässt. Du hetzt nicht, sondern nutzt die Sprache zum Beschreiben, zum Bildmalen. Alles noch in Maßen, aber mit Ambition und ich bin gespannt, wie dein Text zur Zielsetzung "Äußere Beschreibung/Szenerie" wird. Ich glaube nämlich, dass dir das feingeistige Schreiben richtig gut liegen könnte, also mit noch stärkerer Nutzung von Metaphern, Adverbien usw.
      Nicht, dass ich dich zu etwas drängen möchte, aber du hast -finde/glaube/hoffe ich- wirklich Potenzial, richtig gut zu schreiben. Das schimmert schon im Text durch, wenn du in Lysop z.B. "Wärme auffluten" lässt. Schön gemacht. Das Schreiben liegt dir, da bin ich sicher.

      Ich freue mich auf mehr. :)


    • Vielen Dank für eure Kommentare. Es bedeutet mir viel, das ihr euch die Zeit genommen habt auf meine Geschichte zu antworten und ich habe mir eure Posts mehrfach durchgelesen (und werde es bestimmt noch mehrmals tun :> )


      @Lady lemon
      Ja, beim Ende war ich mir auch unschlüssig. Ich konnte mich nicht entscheiden, wie ich es am „auslaufen“ lasse, so dass man als Leser gut aus der Geschichte kommt. Ich hoffe die Metapher ist verständlich:
      Mein Ziel ist es, den Leser so aus der Geschichte raus gleiten zu lassen, wie man mit dem Schuhlöffel in den Schuh rein kommt. Also entspannt, bequem und zufrieden.
      Muss eben noch geübt werden :)

      Tja ja, „dass“ und „das“. Meine Erzfeinde.



      @s4pk
      Die Szenerie war tatsächlich reines Mittel zum Zweck. Ich dachte mir für die erste Geschichte eine „langweilige“, „unspannende“ Umgebung zu wählen, um so den Fokus mehr auf den Charakter legen zu können. Das Ausschmücken werde ich definitiv noch üben. So kurz möchte ich meine Geschichten ja auch nicht bleiben lassen. Und mit den Tipps die ich hier bekomme (-n werde), bin ich optimistisch, dass die Geschichten auch noch mehr an Länge und Tiefe bekommen werden.

      Von schlecht reden kann ja nicht die Rede sein. Hätte ich keine konstruktive Kritik gewollt, hätte ich es hier nicht hochladen dürfen. Punkt. Ich bin ja lang genug im Forum, um zu wissen, was kommen kann, wenn man künstlerische Sachen hier Preis gibt :)
      Das mir hier nun also der ein oder andere Wind um die Nase weht ist erwünscht. Liegt ja immer noch am jeweiligen Autoren selbst, ob er die Kritik beherzigt oder verwirft. Und momentan kann ich eigentlich nur lernen und besser werden ^^



      @-Bo-
      Vieeeeelen Dank für die Korrektur! Sowas ist genau das, was ich brauche. Es hat mich riesig gefreut :)
      Es war gut zu sehen, wo genau meine Fehler lagen. Ich hätte allerdings nicht gedacht, das ich immer noch so viele Fehler bei den Kommata mache. Die Korrektur war wirklich sehr hilfreich.
      Auch hier, wie bei Lady Lemon, „dass“ und „das“ sind meine Erzfeinde, ich bring sie immer wieder durcheinander. Und das mir die Zeiten auch zum Verhängnis werden habe ich mir schon gedacht. Aber das sollte mit Übung und ein wenig neuerlicher Nachforschung zur Grammatik zu beheben sein.
      Es hat mich sehr gefreut, dass meine Geschichte und mein Schreibstil bei dir so positiv ankamen, das du noch mehr von mir lesen möchtest. Ich hoffe sehr, das dich die nächsten Geschichten nicht enttäuschen werden. Ideen für weitere Geschichten sind jedenfalls bereits notiert und müssen "nur" noch ausgefeilt werden. Darunter auch eine für "Äußere Beschreibung/Szenerie", die du ja bereits erwartest. Wann sie genau dran kommt, ist allerdings eine andere Frage, das kann ich noch nicht sagen.




      Ich hoffe, dass ich für weitere schöne Geschichten sorgen kann, welche bei euch auch gut ankommen. Ich werde eure Kritiken und Tipps auf jeden Fall versuchen umzusetzen und zu beachten. Genannt:

      Grammatik (dass/das; Kommata; Zeiten)(Schreibprogramm mit besser funktionierender RSF-/Grammatik-Prüfung :') )
      Metaphern
      Adverbien
      Recherche ist etwas gutes








      Wie komm ich jetzt eigentlich zum Schreiben und habe ich so etwas wie Vorbilder?

      Nun, die Grundidee nun zu schreiben war, dass ich dadurch vielleicht neue Ideen zum malen bekomme. Und ansonsten einfach als Hobby neben dem Malen. Passt ja auch irgendwie gut zusammen. Beides kreativ. Der andere Grund ist – und damit auch ein Vorbild – das ein Freund mich vor einiger Zeit dazu bekommen hat, ein paar Bücher seiner Lieblingsreihe zu lesen. Namentlich Warhammer 40000, und da im speziellen alles rund um die Space Wolves. Es gehört zum Science-Fiction-Genre und ist allgemein doch recht düster. Was mir dabei besonders gefallen hat, war die Darstellung von Umgebung und Atmosphäre und das Stoßen an persönliche Grenzen der Charaktere. Man konnte die Figuren richtig greifen.
      Jedenfalls ist es mir ein Ziel, auch so gut schreiben zu können, dass der Leser in die Situation eintauchen kann und es sich für ihn so anfühlt als wäre er da anstatt es „nur“ zu lesen.



      lieben gruß

      cinnamon


      Was war das für eine holprige Antwort gestern Abend? Nun, je mehr ich mich freue, desto mehr Unsinn schreibe ich. So auch gestern Abend.

      Beitrag nun in Teilen überarbeitet.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Shirahoshi () aus folgendem Grund: Edits

    • Heiße Tränen

      Da ich bereits angekündigt hatte, dass ich sehr gespannt auf dein Projekt bin, möchte ich mich auch noch kurz zu deinen Kapitel äußern. Allerdings bin ich nicht wirklich gut darin dir irgendwelche grammatikalischen rechtschreibtechnischen Tipps oder Hinweise zu geben, mit diesem Dingen stehe ich selber mehr oder minder auf Kriegsfuß.^^ Meine Erfolge im FF-Bereich verbuche ich da eher im interpretatorischen und spekulativen Bereich.

      Zusätzlich hat auch schon Bo bei dir Vorbeigeschaut und er ist in solchen Dingen einfach Top. Sein eigenes FF Projekt "Menschenenjagt" kann ich dir sehr empfehlen. Nicht nur, dass er in den Bereichen, wo du noch deine Schwächen sieht ein Künstler ist, auch sein Setting entspricht, in meinem Augen, ziemlich dem was dir an Warhammer 40000 so zu gefallen scheint. Lass dich von den vielen Kapitel nicht abschrecken, sie es einfach als Buch. Eventuell könntest du auch >Eldrail< anschreiben, er hat sich vor nicht allzu langer Zeit alle bisherigen Kapitel rauskopiert, um sie auf PC bzw. E-Book einfacher durchlesen zu können.

      Da ich grammatikalisch und rechtschreiberisch wie gesagt besser den Mund halten sollte, werde ich mich auf die anderen Bereiche beschränken. Allerdings kann ich Bo zustimmen, die Fehler welche er mit seinem Adlerauge gefunden hat, lassen sich zukünftig sicher sehr leicht ausbügeln. :)

      Allgemein kann man sagen, dass du dich überhaupt nicht zu verstecken brauchst. Du schaffst es schon ziemlich gut die gewünschten Gefühle und Stimmungen zu erzeugen. Besonders in den beiden entscheidenden Absätzen, wo sich Usopp an die Merry erinnert und entdeckt, dass auch die Sunny einen Geist hat, kommen die gewünschte Stimmung gut beim Leser an oder zumindest bei mir ;). Zwar wird dies auch teilweise dadurch getragen, dass wir die entsprechende Szene selbst miterlebte haben, aber dies alleine reicht nicht aus, um solche Stimmungen zu übertragen. Der Autor muss hier schreib- technisch/künstlerisch auch seinem Teil beisteuern und das hast du definitiv geschafft. Wie du bereist selbst benannt hast, lässt sich dies sicher noch durch das eine oder andere ausschmücken verstärken, aber allgemein bist du schon auf einem sehr guten Nivea. :thumbup:

      Ich werde deine Kurzgeschichten auf jeden Fall weiterhin gespannt verfolgen, auch wenn ich noch nicht sagen kann, ob ich zu jeder Geschichte etwas schreiben werde. Wie gesagt liegen meine stärken als Kommentator nicht gerade in dem gesuchten Bereich und wenn Bo da war, habe ich eine Ahnung, wie die anderen Kommentatoren sich fühlen müssen, wenn ich über ein Kapitel hergefallen bin :D Aber wer weiß vielleicht kann ich mich so auch mal in einem anderen Bereich verbessern. ^.^
      :thumbsup: Nicht nur in One Piece die reine Wahrheit: :thumbsup:
      Pirates are evil?!!... ...The Marines are Justice?!!
      These labels have been passed around Heaven knows how many times...!!!
      Kids who have never known peace... ...and kids who have never known war... ...Their values are too different!!!
      Whoever stands at the top can define right and wrong as they see fit!!!
      Right now, we stand in neutral territory!!!
      "Justice will prevail"?!... ...Well, sure it will!
      Whoever prevails... ...is Justice!!!! (Doflamingo)

      So kann man es aber auch sehen
      "THERE IS NO JUSTICE, THERE IS ONLY ME!"
      Death, Discworld, Terry Pratchett

    • Spoiler anzeigen
      Es war ein grausiger Sturm gewesen, durch den sie gesegelt waren. Die Mannschaft der Sunny war froh, ihn überstanden zu haben. Das Meer hatte sich beruhigt. Der Himmel hatte sich geklärt und ließ die Sonne erneut auf sie scheinen. Wieder einmal konnte man den Vorteil eines Schiffes aus Adam-Holz erkennen. Der Sturm hatte so heftig an der Sunny gezerrt, dass der Mast jedes anderen Schiffes schon längst gebrochen wäre und seine Crew manövrierunfähig inmitten der wütenden See zurückgelassen hätte. Doch nicht so die Sunny. Ihr Holz hatte keinen Schaden genommen. Einzig die Segel wiesen vereinzelt Risse auf und einige der losen Fässer waren über Board gegangen. Doch sonst was alles alles unbeschadet und heil geblieben.
      Anders als Teile der Mannschaft. Man konnte ihnen die Strapazen der letzten Stunden deutlich ansehen. Müde und ausgelaugt saßen sie an Deck. Chopper – der selbst den ein oder anderen Kratzer davongetragen hatte, als die Wellen, die über Board geschlagen waren, ihn mehrfach gegen die Wände der Kajüten und den Mast hatten krachen lassen - , kümmerte sich, ganz der Arzt, der er mit Leib und Seele war, um seine Freunde und ihre Verletzungen. Doch zum Glück war bis auf ein paar Kratzer und blaue Flecken auch bei ihnen nichts schlimmeres zu finden. Es reichte, die malträtierten Stellen mit heilender und schmerzlindernder Salbe zu versorgen. Selbst ein Verband war bei keinem nötig. Was blieb, waren die Müdigkeit und Erschöpfung.

      Es war an Usopp, im Krähennest Wache zu halten, als endlich die nächste Insel in Sicht kam. "Land in Sicht!", rief er den anderen hinunter. Die Aussicht auf festen Boden, nachdem sie so hart durchgespült worden waren, verlieh ihnen allen neue Kraft. Und so bereiteten sie das Schiff für das Anlegemanöver vor.
      Schon von Weitem konnte man erkennen, dass es eine Frühlingsinsel war. Waren doch die vielen blühenden Sträucher und Bäume, die man vom Meer aus als einheitliche Flecken bunter Farbe erkennen konnte, charakteristisch für sie. Näher kommend konnte man weitere Details ausmachen. Die Wärme verriet, dass auf dieser Frühlingsinsel gerade Sommer herrschte. Üppiges Grün überzog die Insel und weiter im Landesinneren konnte man einen Berg ausmachen, von dem aus sich ein mächtiger Wasserfall in die Tiefe stürzte. Sie segelten ein wenig die steinige Küste entlang und kamen zu einem kleinen Dorf. Die Architektur der Häuser erinnerte sie an die Bauart der Häuser auf Wa no Kuni. Holzhäuser mit wohlgeformten roten Dächern und einem langen Dachüberstand, sodass man auch bei Regen noch trocken um die Häuser gehen konnte. Sie beschlossen, an dem Hafen des Dorfes, der mittels Stege ins Meer getrieben war, um über die schroffen Felsen der Küste zu kommen, festzumachen und an Land zu gehen. Außer ihrem Schiff waren nur noch zwei einfache Fischerboote zu sehen. Während die Jungs sich an die Arbeit machten, die Sunny zu vertäuen, gingen Nami und Robin zusammen mit Chopper zu den ersten Gebäuden des Dorfes, um Informationen über die Insel zu bekommen.

      Sie betraten ein Gebäude, das von Außen dem Eingang einer Bar glich, sich aber als Eingangshalle eines Onsen herausstellte. Im Inneren befand sich ein langer Tresen, der wie die Rezeption eines Hotels aussah. Im Raum verteilt standen niedrige Tische, umgeben von weichen, roten Sitzkissen. Die Tische selbst waren dekoriert mit feinen Vasen und Blumengestecken. Die bodentiefen Fenster ließen den Blick nach draußen zu, wo man schön gepflegte Landschaftsgärten erkennen konnte. Kurz nach ihrem Eintreten kam eine Person aus einem der hinteren Räume, die durch eine Tür hinter dem Tresen zu erreichen war.
      "Willkommen im Akaibana-Onsen, wie kann ich euch dienen?" begrüßte sie die ältere Dame. Die Jahre hatten ihre Spuren an ihr hinterlassen, sie hatte deutlich an ihrer alten Größe eingebüßt, und Falten zeigten sich in ihrem Gesicht. Doch konnte man aus ihnen lesen, das es ein freudiges, friedliches Leben (gewesen) war. Ihre Stimme war warm und herzlich. Ihr roter Kimono war mit einem Kranich verziert, ihre Haare trug sie in einem Dutt hochgesteckt, gehalten durch eine Haarnadel mit roter Blüte.
      "Guten Tag", begann Nami, "wir sind gerade mit unserem Schiff hier angekommen und würden gerne etwas über die Insel erfahren. Könnten Sie uns etwas über sie erzählen?".
      "Aber natürlich doch, meine Liebe, sehr gerne. Ihr seid hier auf Mizuko. Mizuko ist eine Insel mit natürlichen Thermalquellen, die als Onsen genutzt werden. Mein Geschäft ist auch einer dieser Onsen. Ihr müsst es auf jeden Fall einmal ausprobieren, es entspannt wunderbar. Dieser Ort heißt Plumera und hat neben der Hauptstadt unserer Insel, Orchidea, die meisten heißen Quellen zu bieten. Orchidea als Hauptstadt hat auch den größten Hafen der Insel, wo man immer auch mehrere Piratenschiffe finden kann. Wir sind hier Piraten gewohnt, man soll es nicht meinen, doch es gibt unter ihnen doch mehr als man denkt, die die heißen Quellen zu schätzen wissen.
      Unsere Vegetation ist durch viele verschiedene Blumenbüsche und -bäume gekennzeichnet. Ihr zu Ehren trägt auch fast alles auf der Insel die Namen der Blumen, die man hier finden kann.
      Von Land aus kann man die anderen Dörfer und die Hauptstadt bequem über gefestigte Straßen erreichen". Mit einem Lächeln beendete sie ihre Beschreibung der Insel, doch dann schreckte sie kurz auf. "Oh, ich vergaß mich selbst vorzustellen, meine Name ist Peona."
      Eine Frage hatte Nami aber noch. "Wissen sie, ob derzeit Marineschiffe hier vor Anker liegen?". Peona lachte leise und schüttelte dann mit einem Lächeln den Kopf, "Die Marine verirrt sich nur sehr selten hier her, meine Liebe".
      Etwas irritiert von ihrer Reaktion bedankte sich Nami für die freundliche Inselbeschreibung und zu dritt gingen sie wieder zurück Richtung Sunny. Bei ihren Freunden angekommen, berichteten sie, was sie von Peona erfahren hatten. Es war bereits später Nachmittag und sogar Luffy war zu müde, (um) heute noch die Insel zu erkunden. Der Vorschlag, gemeinsam den Onsen zu besuchen, war bei allen willkommen. Sie holten sich noch ein paar Badetücher und gingen zu Peonas Onsen.

      Peona blickte ihnen schon fröhlich entgegen, als sie die Eingangshalle betraten. Wieder ging Nami voran. "Hallo Peona, wir würden gerne deinen Onsen nutzen. Wir sind zwei Frauen und acht Männer. Hast du noch etwas frei für uns?"
      "Aber natürlich doch, meine Liebe. Männer und Frauen baden getrennt, daher müsst ihr zwei Becken mieten. Zusammen macht das 8000 Berry für einen Tag. Jedes Becken hat ein eigenes Umkleidezimmer, in dem ihr eure Kleidung ablegen und euch waschen könnt, bevor ihr in die heißen Becken steigt. Die Becken selbst sind durch Holzpalisaden voneinander getrennt."
      Nami gab Peona das Geld die sie sodann zu ihren Umkleiden führte. Auf dem Weg dorthin erzählte Peona ihnen noch, dass, aufgrund der letzten Umbrüche in der Neuen Welt, nur wenige Schiffe nach Mizuko kamen und es daher sehr ruhig auf der Insel sei. Momentan sei in ihrem Onsen außer den beiden Becken, die sie gemietet haben, nur ein einziges weiteres Becken vermietet, die anderen stünden leer.
      Der Weg zu den Umkleiden führte sie aus der Eingangshalle am Tresen vorbei hinaus in einen Innenhof. Auf der gegenüberliegenden Seite stand ein langgezogenes Gebäude mit vielen Eingängen. Der Innenhof selbst war atemberaubend. Ein befestigter Weg aus zerkleinertem, schwarzem Gestein, der die Gebäude verband. Links und rechts daneben eine Sammlung der schönsten Blumensträucher der Insel. Das dunkle Grün der Blätter brachte die in vielen Nuancen roter Farbe leuchtenden Blüten wunderbar zu Geltung.
      Bei den Umkleiden angekommen, zeigte Peona ihnen noch, wo sie Sake und Schalen finden konnten und wünschte der Gruppe eine schöne Zeit in den wohltuenden, heißen Quellen.

      Ihre Becken lagen direkt nebeneinander, sodass sie auch trotz Holzpalisade noch gut miteinander sprechen konnten. Nacheinander stiegen Nami und Robin ins heiße Nass, die Haare fein säuberlich hochgesteckt, und sofort spürten sie, wie der Stress und die Anspannung des Sturm von ihnen abfielen und sich wohlige Entspannung ausbreitete. Das Becken selbst war optimal geformt, die Tiefe gerade so, das man sich auf den Boden setzen konnte und das Wasser zu den Schultern reichte. Es waren per Hand ausgehobene Becken, aber so mit grob behauenen Steinen eingefasst, das sie natürlich aussahen. Zu den Palisaden hin waren weitere Blumen gepflanzt, deren süßlicher Duft sich über den ganzen Onsen verströmte.
      Bis auf Luffy, Usopp und Chopper waren bereits alle der Männer im Wasser und genossen wie die Damen die wohltuende Wärme. Zoro hatte gleich einige Sakeflaschen, Schalen und ein Wassertablett mitgenommen. Aufgeweckt durch die neuen Eindrücke, kam den drei Jüngsten der Bande der Schalk zurück, und so sprangen sie nackt wie sie waren und laut lachend über die Steine ihres Beckens, doch die Steine waren nass und so dauerte es nicht lange, bis sie in höchst theatralischer Weise zu Boden gingen – und nur noch lauter lachten. "Benehmt euch endlich!", brüllte ihnen Nami entnervt von der anderen Seite der Abtrennung entgegen, "Das ist ein Onsen und keine gottverdammte Bar! Hier ist man ruhig!". Die einzige Reaktion war das Kichern der drei gefolgt von einem Platschen. "Nami-swan, du hast ja so Recht!", ertönte es von Sanji, der beim Vernehmen von Namis zarter Stimme aus dem Wasser sprang. Doch zu schnell und so knallte er in vollem Tempo gegen die Palisade und auf den Boden. Nicht, dass das seinem Verzücken Abbruch getan hätte, wie an seinem verklärten Lächeln zu erkennen war. Nami konnte nur verständnislos den Kopf schütteln und ließ sich zurück ins heiße Wasser sinken.
      Nun waren auch Luffy, Usopp und Chopper mit im Wasser und gaben sich der sie umfangenden Wärme des Wassers hin.

      Woran lag es? Luffy konnte sich keinen Reim darauf machen, woher seine plötzliche Ruhe kam. War es die Wärme des Wassers? Dass er von seinen Nakama umgeben war? Was auch immer nun der Grund war, er fühlte sich entspannt und sicher. Ein tiefes Gefühl der Beruhigung, dass er loslassen konnte, dass er mal nicht aufpassen musste. Er ließ sich noch ein wenig tiefer ins Wasser sinken, Zoro an seiner Seite, sollte er doch zu sehr hineingleiten, und schloss die Augen. Er hörte die nun leisen Gespräche seiner Freunde, fühlte das gleichmäßige Schlagen in seiner Brust – und ließ zu, dass der Schlaf ihn übermannte.

      Die Unterhaltungen der Jungs verstummten, als sie merkten, das ihr Capt'n eingeschlafen war. Es kam selten vor, zu selten, dass Luffy es sich erlaubte wirklich loszulassen und auszuruhen. So war es schon seit ihrer Wiedervereinigung auf Sabaody. Die einzigen Momente, wo [in denen] er tief schlief, waren die nach den Kämpfen gegen starke Gegner, wenn er mehr bewusstlos als tatsächlich schlafend war. Daher waren Momente wie dieser sehr kostbar, und jeder in der Bande wusste darum. Es gab ein stilles Einvernehmen, dass, wann immer Luffy sich nun diese Art tiefen Schlafes gönnte, niemand ihn stören würde.
      "Ist Luffy eingeschlafen?", fragte Robin mit sanfter Stimme von nebenan. Auch den beiden Damen der Strohhutbande war nicht entgangen, dass es auf Seiten der Jungs verdächtig ruhig geworden war. Einer wirklichen Antwort bedurfte es allerdings gar nicht. Die Stille der Männer sprach für sich.
      In aller Ruhe genossen sie weiterhin das heiße Wasser.

      Ein leichter Wind kam auf. Das Wasser kringelte sich, als eine einzelne Blüte darin landete.

      So sehr Sanji es auch hasste, seinen Captain jetzt wecken zu müssen, doch es wurde Zeit, den Onsen wieder zu verlassen. Bald stand das Abendessen an und sie mussten dafür auch noch einige Besorgungen machen.

      Geräuschvoll, wie sie nun einmal waren, hörte man im ganzen Onsen, dass die Strohhüte dabei waren zu gehen. Im einzigen anderen Becken, welches auch vermietet war, begann es sich zu regen. "Er hat gute Männer gefunden", sagte ein älterer Mann, und zog an seiner Pfeife. "Aye, das hat er", lächelte sein Kumpan und trank den Sake aus seiner Schale, die roten Haare ihm ins Gesicht fallend.


      Okay, der Kommentar hat etwas auf sich warten lassen, aber besser spät als nie. Wie beim letzten mal habe ich auch diesmal deinen Text korrigiert. Dein neuestes Werk kommentiere ich dann zum Ende der Woche. Vielleicht Freitag. Oder Sonntag. xD

      Deine neue Geschichte gefällt mir so~ mäßig. An sich ist klar, dass auch dieser Text nur der Übung dient und so plätschernd die Handlung dann halt etwas dahin, wenig passiert und das ganze erinnert dann irgendwie an einen netten kleinen Heimatfilm, bevor Lady Elizabeth von Chestnutshire erfährt, dass Lord Algernon von Doncastle ihre reinrassige Stute Coconut Hazel beim großen Turnei angemeldet hat.
      Sprachlich hast du dich diesmal auch stärker auf die Beschreibung der Umgebung konzentriert, was dem Text schonmal mehr Leben eingehaucht hat. Die Insel hast du detailliert beschrieben, etwas unaufgeregt und mit gemächlichen Worten, die auch den letzten Leser von der behaglichen Atmosphäre überzeugt haben.
      Es fällt mir nun schwer, in der Geschichte mehr zu sehen als sie ist - Übungsmaterial. Als solche ist sie wieder schön solide und souverän aufgezogen, wirklich negativ ist mir lediglich diese Stelle:

      cinnamon schrieb:

      "Aber natürlich doch, meine Liebe. Männer und Frauen baden getrennt, daher müsst ihr zwei Becken mieten. Zusammen macht das 8000 Berry für einen Tag. Jedes Becken hat ein eigenes Umkleidezimmer, in dem ihr eure Kleidung ablegen und euch waschen könnt, bevor ihr in die heißen Becken steigt. Die Becken selbst sind durch Holzpalisaden voneinander getrennt."

      Hätte man der Alten nun so nicht in den Mund legen müssen, weil es der Geschichte wenig bis nichts gibt. Ich denke, jeder hier weiß ungefähr, wie es in einem Thermalbad läuft und selbst wenn nicht, wäre ein Sprung direkt zur Badeszene kein Beinbruch gewesen. Du zeigst ja auch nicht, wie sich die Strohhüte entkleiden oder waschen. Passender hätte ich hier Peonas Aussage gefunden, dass nur eine andere Kabine belegt ist. Andererseits hätte das den kleinen Kniff am Ende vielleicht zu stark angedeutet. Aber gut, ich empfand die wörtliche Rede hier als etwas zu...pastellfarben, wenn du verstehst. xD

      Wie auch immer. Grammatikalisch geht's wieder um die alten Leiden, besonders das Thema Zeitformen fiel wieder auf. Wenn hier dann plötzlich Sturm und Wunden verarzten auf einer Zeitebene liegen, sorgt das kurzzeitig für Verwirrung. Einfach noch mal "Präteritum - Plusquamperfekt" googlen, dann sollte das Ding erledigt sein. Und wenn nicht, wozu gibt es Spoilerboxen und bold?^^

      Ansonsten kann ich dir diesmal nicht so viel sagen. Die Geschichte war nicht schlecht und betont langsam, vielleicht auch betont langweilig. Aber das Ende war herrlich inszeniert und unerwartet, auch wenn die letzte Wendung (kursiv markiert) etwas komisch klingt. Oder falsch? Vielleicht hätte hier "sich das rote Haar aus dem Gesicht pustend/wischend/etc." besser gepasst.

      Und damit wäre ich auch schon am Ende meines Beitrags. Bis zum nächsten Mal. :)


    • Man man man das RL stört vielleicht, ich finde echt kaum noch Zeit, zu den ganzen tollen FF-Projekten, meine Kommentare zu verfassen. :( Wenn dann zusätzlich auch noch ein Schiffswechsel stattfindet und man vor lauter erkunden alles andere hinten anstellt, ist dies für den Autor um so schlimmer, immerhin bekommt der dann immer noch nicht seinem Kommentar. :whistling:

      Hier sind es nun auch schon wieder zwei Kapitel, also sollte ich mich beeilen, bevor noch ein weiteres hinzukommt.

      Wärme des Wassers
      Wie du bei deinen Zielen angegeben hast, geht es dir hier vor allem um die Szenerie, was ich als Beschreibung der Umgebung gedeutet habe. Dies ist dir auch sehr gut gelungen, ich konnte mir ein richtig schönes Bild von den ganzen Gegebenheiten vor Ort machen. Dafür gibt es schonmal ein riesen Sternchen, auch wenn mir die Ausführungen von Peona mehr wie aus einen Reisekatalog klangen, als die Erzählung Beschreibung einer einer uralten "Eingeborenen". Allerdings muss sie auch für ihre Insel werben und wer weiß, was sie sonst noch für Nebenjobs hat, vielleicht ist die im Touristenministerium der Insel tätig. ;)

      Bei den Gefühlen tue ich mich da aber etwas schwerer, bzw. ich würde die Handlung(shintergründe)..., das eigentliche Verhalten der Strohhüte... auch sagen wir einfach, nach meinen interpretationen müssten sich die Strohhüte etwas anders verhalten bzw. ich würde ihr Verhalten anders begründen. Dies darf allerdings nicht als Kritik verstanden werden, da sich jeder sein eigenes Bild von >richtigen Verhalten< macht.
      Wie auch immer, die Begründung warum Luffy einschlummert, würde ich nicht so sehen. Klar er ist der Kapitän und wahrscheinlich ihr stärkster Kämpfer, aber ich hatte bei ihm noch nie das Gefühl, er würde sich um seine Namaka in dem Sinne sorgen machen, dass er sie Beschützen muss und deswegen nicht abschalten kann. Er ist meistens die Person, welche sich ohne Sinn uns Verstand in jedes Abenteuer stürzt und davon ausgeht, dass seine Crew mit dem Geschehen weitgehend mithalten kann. Das seine Crew ihm die Ruhe gönnt, passt aber wieder ziemlich gut.

      Unter der Berücksichtigung deiner Ziele eine gute Arbeit, auch wenn ich Bo zustimme, dass die Geschichte nicht sehr fesselnd ist. Aber dir geht es (derzeit Hauptsächlich) um das Üben von bestimmten Bereichen und nicht die perfekte Geschichte zu schreiben.


      Finstere Wälder
      Was der vorherigen Geschichte fehlt, gibt es hier zu genüge, Spannung, Mitfiebern, Action. Dieses Kapitel schafft es sehr gut mich vom ersten Moment an zu fesseln und nicht mehr loszulassen. Die Beschreibungen des düsteren Urwalds sind auch sehr gut, auch wenn dies bei der Flucht und dem Kampf etwas in den Hintergrund getreten ist. Zumindest konnte ich mir hier mehr ein Bild von den Monstern machen, als von der Umgeben, aber das ist eigentlich nur marginal.

      Ansonsten hast du hier auf eine Spezialität von Bo und mir zurückgegriffen, mehrere Zeilen lange Kettensätze zu schaffen und damit mir so etwas Auffällt, müssen sie schon seeehr laaaang sein. Mich persönlich stören sie eher weniger, aber einige Leser haben bei solchen Sätzen Probleme, den Überblick zu behalten. Deswegen empfiehlt sich hier das ersetzen eines Kommas, durch einen Punkt.

      Weiterhin kenne ich mich (glücklicherweise) selbst nicht sehr gut mit Wunden aus, aber so wie du die von Nami beschreibst, wunder es mich sehr, dass sie überhaupt noch Aufstehen, geschweige denn laufen kann. Aber auch hier kommt es wohl mehr auf die persönliche Interpretation, als auf die Richtigkeit an.


      Alles im allen wieder zwei sehr schöne Beiträge, auch wenn mir persönlich der zweite viel besser gefallen hat. Ich bin schon sehr auf deine weiteren Werke gespannt. ^.^
      :thumbsup: Nicht nur in One Piece die reine Wahrheit: :thumbsup:
      Pirates are evil?!!... ...The Marines are Justice?!!
      These labels have been passed around Heaven knows how many times...!!!
      Kids who have never known peace... ...and kids who have never known war... ...Their values are too different!!!
      Whoever stands at the top can define right and wrong as they see fit!!!
      Right now, we stand in neutral territory!!!
      "Justice will prevail"?!... ...Well, sure it will!
      Whoever prevails... ...is Justice!!!! (Doflamingo)

      So kann man es aber auch sehen
      "THERE IS NO JUSTICE, THERE IS ONLY ME!"
      Death, Discworld, Terry Pratchett

    • Drei auf einen Schlag

      So,

      nachdem wir ja schon ein wenig darüber geschrieben habe, möchte ich hier auch mal meine bescheidene Aufwartung machen. Nach der Prominenz, die sich hier schon zu Wort gemeldet hat, muss ich aber schauen, was noch so übrig bleibt. Erwarte nicht zu viel. Ab der nächsten Geschichte widme ich mich dann ausführlicher :)

      Generell möchte ich dir erst einmal ein Lob aussprechen. Es ist nie leicht etwas selbstgemachtes öffentlich zu stellen, vor allem wenn man noch keinerlei Erfahrung in den Bereich gemacht hat. Auch mir - 151 Kapitel und schon etliche andere Fanfictions später - kribbelt es immer noch unter den Fingern, wenn ich ein Kapitel veröffentliche. Und manchmal wünschte ich mir, ich würde alles einfach wieder löschen. Von daher schon einmal großes Kompliment, dass du dich da dran gewagt hast.

      Das zweite Kompliment bekommst du für die Steigerung, die du innerhalb der drei Texte hingelegt hat. War der erste so naja und der zweite ganz nett, so hast du dich bei "Finstre Wälder" in meinen Augen um findest 200% gesteigert. Du machst zwar noch immer ein paar Flüchtigkeitsfehler und manchmal hapert es noch am Stil, aber die narrativen Ansätze waren hervorragend, das Tempo gut und die Spannung auf jeden Fall da. Ich selber habe beispielsweise gerne mal ein Problem einen Schauplatz eine Szene über zwei Wordseiten hinweg aufrecht zu erhalten und würde mich selbst wohl als Veteranen einstufen. Dass dir das bei deinem dritten Text jetzt schon für beinahe 3000 Wörter geklappt hat, ist wirklich erstaunlich!

      Ich finde es schön und eine interessante Neuerung, dass du dir gewisse Ziele und Vorgaben machst. Eine ideale Idee, wenn man "trainieren" möchte. Als kleine Anregung würde ich dir in Zukunft übrigens mal reiten eine Geschichte über mehrere Kapitel hinweg zu konzipieren. Nimm dir mal 2 oder 3 als Anreiz für einen deiner nächsten Texte! So als Anregung, wenn du dich weiter steigern möchtest.

      In diesem Sinne finde ich, dass du gute Arbeit leistest und ich sehe hier viel Potential für mehr. IN diesem Sinne bleibt es dieses Mal bei einem generellen Feedback, während ich beim nächsten Mal dann ins Detail gehen würde.

      Grüße
      Vexor
    • Korrektur
      Die Vögel stiegen hektisch aus den Baumkronen empor, als ein lauter Schrei durch das dichte Blätterdach des Dschungels brach.
      Namis wütendes und von Schmerzen geplagtes Fluchen und Schreien war weithin zu hören. Sie verfluchte diesen Tag, der sie zu dieser unbewohnten Insel gebracht hatte, diesen Dschungel, der nach Fäulnis und Schimmel roch, ihre Unachtsamkeit und die Tatsache, dass sie ihre Baby-Teleschnecke vergessen hatte. Wäre sie doch nur an Board der Sunny geblieben oder hätte sie zumindest noch jemanden mitgenommen, dann wären ihr jetzt all die Strapazen erspart geblieben. Doch alles wünschen half nichts. Sie war allein losgegangen, den kleinen Pfad in den Wald und auf eine Anhöhe führend gefolgt, um weitere Informationen über diese Insel zu bekommen, zusammen mit der Möglichkeit, vielleicht einige Daten zu erhalten, mittels derer sie eine grundlegende Karte der Insel entwerfen konnte, gemäß dem Fall, die Anhöhe läge oberhalb der Baumwipfel.
      Sie saß am Ende eines Abhanges, welchen sie Sekunden zuvor noch hinabgestürzt war. Um sie rum nur die Weite des Dschungels ohne Anhaltspunkte, wo es wieder hinausgehen würde. Unterhalb des Blätterdaches war es dunkel. Die Kronen der Bäume schlossen so eng und dicht, dass sie kaum einen Strahl Sonne hinab ließen. Sie schimpfte sich selbst einen Trampel, dass sie derart ungeschickt den Weg entlanglief [entlang gelaufen war(?)], dass sie abrutschte [abgerutscht war(?)]. Auf ihrem Weg nach unten, vorbei an uralten, modrigen und verschimmelten Bäumen, über einen schleimigen, aus Pilzen, vermodertem Holz und Schlamm bestehenden Boden, musste sie gegen eine Gruppe scharfer Steine geprallt sein, schaute man sich die riesige Platzwunde auf ihrem Oberschenkel an. Mit zittrigen Fingern suchte sie in ihrem Rucksack nach etwas, irgendetwas, mit dem sie die Verletzung zumindest ansatzweise verbinden konnte[/könnte]. Während sie in der Tasche kramte, blickte sie immer wieder besorgt zu der Wunde. Ein Fehler. Der Anblick des fünfzehn Zentimeter langen Risses, tief genug, um problemlos auf den großen Oberschenkelmuskel zu blicken, und des langsam eindickenden und Fäden ziehenden Blutes, war nicht unbedingt förderlich für einen sich wohlfühlenden Magen. So kroch ihr die Übelkeit immer mehr unter die Haut, das Zittern wurde schlimmer und der Schweiß stand ihr auf der Stirn, als sie endlich das Halstuch fand, das lang genug war, um damit die Wunde zu verdecken und zumindest ein klein wenig zu stabilisieren. Doch auch das verbinden selbst gestaltete sich schwieriger als erhofft. Sie spürte während des Umwickelns, wie das zerrissene Fleisch gegeneinander schob und sich eine Luftblase, die sich in die Wunde geschlichen hatte, ihren Weg nach außen bahnte und mit einem leicht schmatzenden Geräusch entwich.


      Es war zu viel. Der Ekel übermannte Nami, ihren Magen. Sie spürte gerade noch rechtzeitig, wie es ihr hoch kam, um sich wegzudrehen und sich neben dem Baum, an dem sie zuvor noch lehnte, zu übergeben. Mit nicht enden wollenden Schüben würgte sie auch noch den letzten Rest des Frühstücks hervor, bis irgendwann nichts mehr kam, außer dem röchelnden Geräusch eines leeren Magens.
      Langsam verging das Zittern, doch auch ihre Kraft. Erschöpft ließ sie sich wieder gegen den Baum sinken, darauf bedacht, nicht in ihr eigenes Erbrochenes zu fassen.
      Sie war wütend auf sich selbst und fragte sich, wie sie zu so einem verweichlichten Püppchen werden konnte [/hatte werden können]. Früher war sie doch auch mit solchen Problemen fertig geworden. Und auch Wunden machten ihr nicht so viel aus. Die Erinnerung an Kokos kam hoch, und der Moment, in welchem sie sich selbst mittels eines Dolches Arlongs Symbol aus dem Oberarm gestochen hatte. Damals hatte sie keine Probleme mit dem Blut und der klaffenden Wunde gehabt. Aber heute? Zusammenbrechend wegen einer Fleischwunde und darüber jammernd, dass niemand da sei, der ihr hilft?
      »Verdammt! Reiß dich endlich zusammen!«, sprach sie mit trotzigem Ton zu sich selbst. Das verletzte Bein nur zögerlich belastend, stand sie auf. Wieder überkamen sie Gefühle der Übelkeit und der Schwäche, doch mit allem Willen, den sie besaß, schob sie sie beiseite und blickte sich um. Sonderlich aufbauend war dies allerdings nicht. Alles, was sie umgab(,) waren Bäume, schleimiger, von Pilzen überwucherter Waldboden, und diese Dunkelheit, die alles Licht der Sonne zu fressen schien. Dennoch konnte sie gut genug sehen, um zu laufen, ohne gleich fürchten zu müssen zu stolpern. Sie rekapitulierte, was sie vom Meer aus von der Insel gesehen hatte, als sie mit dem Schiff einmal um die Insel gesegelt waren, um vielleicht doch ein Dorf oder eine Stadt inmitten des Gewirrs von Bäumen und Lianen auszumachen. Das einzige, was sie gefunden hatten(,) war ein Fluss, der ins Meer mündete. Und eben jener Fluss sollte Nami nun wieder aus diesem Wald herausführen. Nur war das leichter gesagt als getan. Hören konnte sie den Fluss nämlich nicht, also musste er ein ganzes Stück weit entfernt sein. Und in welcher Richtung er lag, wusste sie auch nicht. Doch da kam ihr ein Gedanke. Hatte Chopper ihr nicht mal etwas erzählt? Genau, auf einer anderen Erkundungstour durch den Wald einer anderen Insel erzählte Chopper ihr doch, dass das Moos nur auf einer Seite der Bäume wuchs. Welche aber war das nur? Nami klopfte sich mit dem Zeigefinger gegen die Stirn, während sie versuchte, sich daran zu entsinnen. »Norden!« sagte sie nach einiger Zeit in die Leere des Waldes, »Die Moose wachsen auf der Nordseite der Bäume!«. Gut, sie waren, nachdem sie den Fluss gesehen hatten, noch ein Stück weitergesegelt, aber der Fluss mündete im Westen der Insel ins Meer. Sie musste also den Bäumen Richtung Norden folgen, dann würde sie unweigerlich auf den Fluss treffen und könnte an seinem Ufer entlang wieder zur Küste kommen. Von dort aus sollte es ein Leichtes sein, an der Küste entlang zurück zum Schiff zu kommen. Gesagt, getan. Und so machte sie sich auf den Weg.


      Der Weg zum Fluss dauerte doch deutlich länger, als Nami vermutet hätte, und war zudem auch mit zahlreichen Hindernissen gespickt. Die Bäume waren hier im Inselinneren sogar noch dicker als an der Küste. Sie mussten schon hunderte von Jahren hier stehen, so verwittert und mit Flechten übersäht wie sie waren. Der Boden wurde unwegsamer, matschiger. Sie sank mit ihren Sandalen immer tiefer ein, also entschied sie sich, so leid es ihr um die schönen Dinger tat, sich ihrer zu entledigen. Gemessen am Dreck, der aber mittlerweile an ihnen haftete, der eine Rettung ebenjener unmöglich machte, war es aber fast schon egal, sich mehr als nötig Gedanken um sie zu machen. In hohem Bogen flogen sie davon und waren nimmermehr gesehen.
      Als sie endlich in Hörweite des Plätscherns des Flusses kam, beschleunigten sich ihre Schritte, was allerdings zur Folge hatte, dass die Wunde wieder jäh anfing, böse zu pochen und auf Ruhe und nicht zu viel Bewegung beharrte. Am Fluss angekommen, atmete Nami erleichtert auf. Durch die Breite des Flusses wurde das dichte Blätterdach geteilt und es wurde wieder etwas heller um Nami herum. Auf den Fluss blickend, ruhte sie sich ein wenig auf einem umgestürzten Baumstamm aus. Das Laufen durch den Morast des Waldes und das gezwungen vorsichtige Gehen, damit sie bei den schleimigen Pilzen nicht ausrutschte, waren anstrengend.


      Einige Minuten vergingen, bis Nami plötzlich ein Schauer über den Rücken jagte. Sie blickte sich um, doch da war nichts. Sie konnte nichts zwischen den Bäumen erspähen, das den Schauer verursacht haben könnte. Und doch, ihr Körper reagierte eindeutig auf eine Gefahr. Irgendwas war zwischen den Bäumen und lauerte. Lauerte auf Beute. Sie beschloss weiterzugehen, schließlich war sie nun beim Fluss und es war nur noch eine Frage der Zeit, bis sie wieder bei der Küste wäre, bei der Küste und ihren Freunden. So schnell es eben ging, ohne hektisch zu wirken, ging sie los. Sich einredend, dass sie einfach überdreht wäre aufgrund des ewig dunklen Waldes und hinter den Bäumen nichts wäre, stieg sie über dicke, mossbewachsene Wurzeln die sich in Richtung des Flusses streckten, als sie ein leises Knacken von Holz hinter sich hörte. Sie drehte sich um – und blickte dem Ursprung ihrer Nervosität in die Augen. Fünfzig Meter von ihr entfernt stand ein massiges Biest von einer Raubkatze. Das Fell schwarz wie die Nacht und mit bernsteinfarbenen Augen blickte es mit mörderischem Hunger zu Nami. Kurzzeitig gefesselt vom Anblick der Katze, dreht sich Nami um und lief so schnell sie konnte den Strom hinab. Sie biss die Zähne zusammen, als sie merkte, dass die Wunde begann, weiter aufzureißen und sie spürte, wie frisches, heißes Blut ihr Bein hinablief. Es musste ihr egal sein, wollte sie der Katze entkommen, um nicht als deren Mahlzeit zu enden. Sie sprang über Wurzelwerk und feuchten Fels, immer mit der Sorge, auf dem nassen Untergrund auszurutschen.
      Ein Stück weiter vorne zeigte sich, dass der Fluss noch einen Seitenarm hatte. Grob geschätzt mussten das mindestens fünfzehn Meter sein. Sie saß in der Falle. Die Gedanken jagten ihr durch den Kopf, sie musste schnell eine Lösung finden, sofort. Das Ufer des Seitenarms bestand aus Steinen und Moos – und dann kam ihr die rettende Idee. Ein Wagnis, sie konnte sich nicht sicher sein, dass es funktionieren würde. Auch wenn sie die Teleschnecke manchmal vergaß, ihren Klimataktstock jedoch nie. Noch immer rennend holte sie ihn zwischen ihren Brüsten hervor und drückte ihn kurz bis er so lang war wie sie selbst. Sie hatte nur einen einzigen Versuch. In vollem Lauf stürmte sie auf das Ufer des Seitenarms zu, stieß ihren Klimataktstock in die Vertiefung eines Felsen und drückte dann die Mitte des Stabes, der die Länge des Klimataktstockes angab, so fest sie nur konnte. Es hob sie in die Luft, frei fliegend über den Seitenarm des Flusses. Das Gesicht starr vor Kalkül und der Frage, ob ihr Wagnis Erfolg haben würde, hielt sie ihren Stab fest in der Hand. Es waren nur Sekunden, aber es fühlte sich für sie wie eine Ewigkeit an, die sie nun über den Seitenarm trug. Und tatsächlich erreichte sie das andere Ufer, knapp zwar, aber sie landete auf dem humosen Boden der anderen Seite. Sie versuchte, den Sprung mit ihrem linken, gesunden Bein abzufedern, dennoch ließ ein stechender Schmerz in ihrem rechten Bein sie wissen, dass es nur zum Teil gelungen war. So schnell sie konnte drehte sie sich um, den Stab fest in der Hand, und schaute, was das Biest tat. Doch es stand weiterhin auf der anderen Seite und blickte grimmig zu ihr hinüber. Es mochte wohl kein Wasser und konnte auch nicht so weit springen. Seine Beute noch vor Augen, aber in unerreichbarer Ferne, fauchte es Nami entgegen, bevor es frustriert davon zog und wieder in den Schatten der Bäume verschwand.


      Nami gönnte sich eine Pause nach diesem Wettlauf gegen die Raubkatze, bei der sie auch noch einmal nach ihrer Wunde schaute. Sie nahm das Tuch ab und begutachtete die neuen Risse. Sie zog ihr einstmals strahlend gelbes Shirt aus und packte es mit auf ihr Bein, um das Tuch danach noch fester über der Wunde verschnüren zu können. Wieder ließen sie die Schmerzen die Zähne zusammenbeißen und trieben ihr den Schweiß zurück auf die Stirn. Doch ihre Entschlossenheit, endlich aus diesem elendigen Wald heraus zu kommen, gab ihr neue Kraft und stählte ihren Willen.


      Sie war noch auf ihr Bein konzentriert, als ein neuerliches Knacken von Holz ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. Zuerst dachte sie, dass die Katze wieder auf der anderen Seite des Ufers stehen würde, um ihrer Beute noch mal nach zu sehen. Doch sie irrte sich. Das Geräusch kam von vorne. Aus der Richtung, in die sie gehen wollte. Hier zwischen Seitenarm und Hauptfluss konnte sie diesmal nun aber wirklich nicht mehr weg. Es brauchte den vollen Schwung des Laufens, um sie von einer Seite zur anderen zu bringen. Den Klimataktstock weiter fest in der Hand harrte sie der Dinge, die da kamen[kommen würden]. Das Knacken des Unterholzes verriet, dass es zwei, eher drei Wesen sein mussten, die langsam auf sie zukamen. Als sie hinter den Bäumen hervortraten, fuhr Nami der Schrecken in die Glieder. Mannshoch und mit langen Haaren standen hundeähnliche Monster vor ihr. Die Kiefer dieser Bestien glichen Schraubstöcken, die Pfoten so groß wie Essteller, das Fell der Tiere braunrot und mit grünlicher Patina durch die Flechten des Waldes. Die Augen Schwarz ohne Weiß. Die Reißzähne fletschend, konnte man noch Hautstücke alter Opfer ausmachen, die das unheilvolle Schicksal getroffen, ebenfalls auf diese Jäger des Waldes zu treffen [Wortwiederholung].
      Nami verlor die Geduld. Erst ihr Abrutschen am Hang, dann die Verletzung, diese dämliche Raubkatze und nun zu allem Überdruss noch diese drei Ausgeburten der Hölle. Entnervt fing sie an zu schreien, »Argh, leck mich doch! Ihr wollt mich? Dann kommt! Kommt doch!«. Den Klimataktstock fest in der Hand fing sie an, ihn kreisen zu lassen. Viele kleine schwarze Blasen stiegen gen Himmel. Die erste der Bestien sprang auf sie zu, der sie auch ausweichen konnte, doch eine weitere nutzte die Gelegenheit und holte mit ihrer krallenbesetzten Pranke aus – und traf. Nami schrie laut auf, als sie spürte, wie die Krallen durch das Fleisch ihres linken Oberarmes fuhren. Das heiße Pochen des Blutes, das ihr nun über den Arm rann, zeugte davon, dass dieser Kampf schnell beendet werden musste. Sie nahm all ihre Abgebrühtheit, die sie sich durch ihre zahllosen Kämpfe erworben hatte zusammen, duckte sich unter den springenden Bestien hindurch, welche weiterhin versuchten, nach ihr zu schlagen und zu schnappen. Sie sprang kurz um einen Felsen und ließ die letzte Blase in ihre erzeugte Wolke fliegen. »Thunderbolt – Tempo!«, und ein krachender Blitz schoss auf die Bestien hinab. Sie betrachtete sich die beiden leblosen Körper näher, bis … sie hatte das dritte Tier vergessen. Mit dem kalten Kalkül des Jägers, der es war, schoss es auf Nami zu. Zu spät bemerkte diese das Tier und konnte nicht mehr verhindern, dass es sie zu Boden riss. Die Bestie hatte seine Zähne in Namis rechter Schulter versenkt und biss ohne Gnade weiter zu. Nami hatte keine Zeit zu schreien, wollte sie diesen Kampf noch gewinnen. Sie setzte die Spitze ihres Klimataktstockes an die Kehle des Biestes und stieß ihm so das stärkste ‚Heat‘ entgegen, zu dem sie fähig war. Die Bestie jaulte auf vor Schmerz über die verbrannte Kehle. Der Geruch versenkten Fells und verbrannter Haut begann sich über das Kampfgeschehen zu legen. Nami stand wieder, auf einen neuerlichen Angriff der Bestie wartend, die nun schon ein ansehnliches Loch in ihrer Kehle hatte. Doch es reichte nicht, um sie zu Boden zu schicken. Erstaunlich, wo doch durch das Loch schon Adern und Sehnen zu sehen waren. Nur leider waren keine Lebenswichtigen Gefäße verletzt worden. Nami konnte nicht mehr lange, ihre Kraft ließ rapide nach. Blut quoll aus ihren klaffenden Wunden und hinterließ auf ihrem Körper klebrige Spuren. Sie hielt ihren Stab bereit, die Bestie sprang wie auf ein Zeichen los und griff sie erneut an. Das war es, worauf Nami gewartet hatte. Sie ließ sich zur Seit fallen, kurz bevor das Untier sie erreichte und schlug ihm mit all ihrer verbliebenen Kraft das elektrisch-knisternde Ende ihres Klimataktstockes gegen die schon verwundete Kehle. Ein Blitz durchzog das Biest und es flog durch die Geschwindigkeit des Laufens an ihr vorbei, schlug auf dem Boden auf und überschlug sich noch ein paar Mal. Dann blieb es liegen. Stille verschlang das Kampffeld. Einzig zu hören war nur noch Namis lauter, stoßweise gehender Atem. Sie stolperte ein paar Schritte zurück und prallte gegen einen Baum. Mit offenem Mund, zitternden Händen und immer noch weitgeöffneten Augen, blickte sie auf die toten Körper. Es vergingen mehrere Minuten, in denen sie einfach nur so dastand. Der Geruch des Salzwassers, der über den Fluss ins Inselinnere getragen wurde, war es, der sie aus ihrer Apathie wieder herausriss. Ihre Augen wurden wieder klarer, sie versuchte, ihre Anspannung etwas zu lösen und machte sich daran, ihren Marsch Richtung Küste fortzusetzen.


      Der restliche Weg bis zur Küste war nicht mehr allzu weit, dennoch dauerte es eine ganze Stunde, bis sie endlich vom regelmäßigen Platschen der Wellen gegen die Felsenküste begrüßt wurde. Wieder machte sie eine kurze Pause, in der sie sich auch in den Wellen zumindest das Gröbste der Blutflecken abzuwaschen suchte. Entlang der Küste humpelte Nami nun dem Liegeplatz der Sunny entgegen. Sie hatte keine Kraft mehr, ihr rechtes Bein dazu zu zwingen zu laufen. Als sie endlich die Sunny erblickte und ihre Freunde, die an Land standen, überkam sie eine Erleichterung und Freude, die ihr die Tränen in die Augen trieb. »Luffy…«, rief sie noch aus, als ihre Beine endgültig nachgaben und sie zu Boden ging. Allerdings nicht ohne noch zu sehen, wie Luffy auf sie zustürmte, um sie aufzufangen. Mit einem Lächeln auf den Lippen und der Gewissheit, wieder in Sicherheit zu sein, überließ sie sich der wohligen Schwärze, die sie schon seit Stunden zu ergreifen suchte.


      Endlich habe ich es geschafft, deine Geschichte zu lesen. Und du hast wahrlich nicht zu viel versprochen. Eine interessante Ausgangssituation, eine fachgerechte Spannungskurve, dynamisch und erzählt und durchweg spannend. Hat mir sehr gut gefallen, da du dir diesmal auch mehr Gedanken gemacht zu haben scheinst, wie du Handlung und Setting homogener vermischen kannst. Denn jede Landschaftsbeschreibung mindert die Spannung. Du hast es aber gut gelöst, indem du den unheimlichen Wald als eben solchen dargestellt und den Handlungsort selbst als Teil der Spannung inszeniert hast. Sehr schön.

      Auf der Handlungseben hast du deine Ziele definitiv erreicht. Namis Angst, ihre Schmerzen und der ganze Leidensweg waren einwandfrei dargestellt. Besonders ihre schlussendlich entnervte Reaktion auf die Hundebestien wusste zu gefallen und konnte den darauffolgenden Kampf praktisch einleiten.
      Die Umschreibungen der Wunde waren ebenfalls (un)angenehm plastisch und bildhaft, ich konnte mir das schmatzende Fleisch und triefende Blut super vorstellen. Etwas Ekel muss bei solchen Beschreibungen einfach durchsickern, sonst wären es ja keine tiefen, blutigen Wunden. Mich hast du als Leser also abgeholt - und zugleich mein Verlangen nach Gore gestillt. Perfekt.^^

      Auch stilistisch hat mir diese Geschichte viel besser gefallen als "Wärme des Wassers". Die Wortwahl und der Satzbau waren dynamischer, nicht so dröge und steif wie im letzten Text. Das kann natürlich mit der gesamten Handlung und Atmosphäre zusammenhängen, die nunmal gänzlich anders waren, aber ich konnte diese Geschichte flüssiger lesen und es hat auch mehr Spaß gemacht. Lediglich einige kleine Passagen haben mir missfallen, in denen es etwas zu "umgangssprachlich" bzw. "dahingesagt" wurde. Etwa, wenn "es" Nami "hochkommt". Hier hätte mir ein Satz um das Wort "erbrechen" mehr zugesagt. Oder auch die Wendung "Sie konnte nicht mehr". Ja, jeder weiß, was du meinst. Aber das ist mir persönlich nicht schriftsprachlich genug. Sie konnte nicht mehr was tun? Das hat jetzt nichts mit gehobener Wortwahl zu tun, sondern klingt für mich nicht schön. In solchen Situation kannst du schön umschreiben, was du meinst, wenn du dir einzelne Facetten der Situation raussuchst. Wenn man "nicht mehr kann", ist man atemlos, man wird von Schwindel und Übelkeit befallen, man japst und keucht und hat Seitenstiche, spürt das eigene Herz gegen den Brustkorb hämmern. Solche Sachen eben. Kleinigkeiten, die aber viel hochwertiger und schöner klingen als "konnte nicht mehr" und auch vom Leser direkter nachvollzogen werden können, da spezifische Reize umschrieben und angesprochen werden.

      Ansonsten solltest du etwas aufpassen, Wortwiederholungen zu vermeiden. Mir sind im ganzen Text zwar nur zwei Stellen aufgefallen, aber derartige Fehler lassen sich auch am einfachsten ausmerzen. Nur mal beim nächsten Text drauf achten.

      Dann habe ich noch eine inhaltliche Frage: Warum holt Nami ihren Klimataktstock nicht früher raus? Ich bin bis zur Szene am Fluss davon ausgegangen, dass sie sich unbewaffnet in den Wald gewagt habe. Hätte sie nicht einfach ein Signal abgeben können? Sei es ein Blitz oder eine Wolke oder schlichtweg eine Milky Road? Oder dann zumindest später die Katze anders abhalten können? Fand ich im Nachhinein etwas befremdlich. Gerade die Frage nach dem Signal stellte sich mir gleich, zumal der Klimataktstock sicher noch bessere Alternativen bereithält.

      Alles in allem aber eine verdammt gute Geschichte, in der du nicht nur konstant Spannung halten konntest, sondern auch beim Beschreiben von Kämpfen überzeugt hast. Eine Disziplin, die ich bekanntlich selbst hasse wie die Pest.^^
      Vexor einer mehrteiligen Geschichte finde ich richtig gut. Vielleicht auch ruhig pro Woche einen Teil rausbringen, um einen Eindruck für deinen eigenen Schreibrhythmus zu bekommen. Mir persönlich fällt es nämlich oft schwerer, wenn ich nach Zeitplan schreibe bzw. wenn ich weiß, dass das Kapitel in diesem Zeitrahmen fertig werden sollte. Ganz so eng hält es hier zwar auch niemand, Pausen oder Verspätungen sind normal, aber es ist sicher eine gute Übung. Stilistisch und narrativ bist du nämlich schon auf einem sehr guten Niveau. Ich lese deine Geschichten wirklich gern. :)


    • Grauen bei Nacht


      Meine erste längere FF soll euch in einen Grusel-Krimi entführen. Ich hoffe euch zum mitfiebern bringen zu können, vielleicht zum ekeln und wenn ich Glück habe, auch ein wenig zum gruseln. Aber eventuell ist die hiesige Leserschaft auch schon gut abgehärtet, dann hoffe ich, dass es immer noch spannend genug bleiben wird :‘)

      Der Prolog ist mal e~twas untypisch gehalten, verzeiht xD
      Es geht eben doch erst mit den Kapiteln richtig los. Aber ich fand, dass der Prolog dazu muss :3

      Prolog
      Fall Nr.: 349-01-8896
      Ortung: West Blue
      Insel: Alegria
      Einwohnerzahl: 3.137
      Inseleigene Wache: Gendarmerie
      Inselvorsteher: Ephemius Conrad; Bürgermeister


      Mensch oder Tier als Täter unbekannt.

      Massivste Verletzungen – geöffneter Oberkörper, zerstörte Organe, durchtrennte Kehlen.

      Zeitpunkt der Todesfälle: Nachts
      Todesfälle: 23


      Einheimische Gendarmerie bei Suche nach dem Täter/den Tätern ausgelöscht, nur ihre Leichen wurden gefunden. Zeugenaussagen zufolge hörte man ein abgehacktes, stoßweise kommendes Geräusch aus Richtung des Waldes. Weiterhin ein nicht näher beschreibbarer dunkler Schatten in einem Straßengang der sich mit hoher Geschwindigkeit bewegt haben soll.


      Aufgabe:
      - Untersuchung der Leichen auf Hinweise zum Täter
      - Schutz der Bevölkerung bis der/die Täter, das/die Tier/e gefunden wurden
      - Ergreifung und Festnahme des Täters bzw. Eliminierung des Tieres



      Zuständiger Marineoffizier: Morgrimm Eisenfaust
      Rang: Konteradmiral
      Dienst-Nr.: 78-29466-2

      Pathologe: Vriol Mastersson
      Dienst-Nr.: 35-29457-0

      Anzahl vorgesehener Schiffe: 1
      Mann: 200

      Kapitel 1 - Trügerische Schönheit

      Das Schiff lag auf seinem Weg nach Alegria ruhig in den Wellen. Eine einzelne Möwe begleitete die majestätische Redemption auf der Fahrt zu ihrem Ziel. Genüsslich zog sie ihre Kreise um das prachtvolle Schiff mit ihren zwei Masten, den strahlendweißen Segeln, auf denen Stolz das Zeichen der Marine und der Name des Oberkommandierenden des Schiffes prangte, und dem Symbol, dass sich der Konteradmiral auf beiden Seiten seines Flaggschiffs hatte anbringen lassen – eine große, in die Höhe gestreckte, schwarze Faust. Sich auf der Takelage des Hauptmastes niederlassend, hatte sie einen guten Überblick auf das Treiben an Board. Als erstes fiel das Klirren der Schwerter der trainierenden Soldaten auf. Daneben ihre Kameraden, die ihre Fertigkeiten im Nahkampf verbesserten. Das Oberdeck war groß genug um beiden Parteien genug Platz zu geben um frei trainieren zu können und dennoch Raum zu lassen, damit die Besatzung ihr Werk tun konnte. So sah man die Seemänner ihre Arbeit verrichten – die Segel neu ausrichtend, um den Wind bestens zu nutzen und das Deck zu reinigen. Das einzige, was nicht ins Bild passte, war jener eine Mann, der, interessiert in einer Zeitung lesend, auf einer Liege entspannte und den warmen Sonnenschein genoss. Näher betrachtet schien diese Person immer noch nicht auf ein Marineschiff zu gehören. Ein sonnengebräunter, schlanker - aber dennoch durchtrainierter - Mann um die 40, mit dunkelroten langen Haaren die in einem Zopf zusammen gebunden waren, dazu eine große Fliegersonnebrille auf der Nase hinter der sich jadegrüne Augen verbargen und mit einer knielangen, sonnengelben Badeshorts mit Palmenmuster bekleidet. Er sah mehr nach einem Gast auf einem der Reiseschiffe aus, als nach einem Angehörigen der Marine.

      Er hatte die Zeitung gerade beendet und wieder auf den kleinen Tisch neben sich gelegt, als die Stimme des Konteradmirals durch die Tür seiner Kajüte klang, »Hey, Rio, bequem dich mal von deiner Liege hoch und komm rein«. Sogleich erhob sich dieser Paradiesvogel unter den sonst ordentlich gekleideten Soldaten und Crewmitgliedern. Wenn auch gemächlich, also wollte er die Entspannung seines Sonnenbades noch ein wenig weiter genießen. Nun war auch erst seine stattliche Größe ersichtlich. Er überragte die einfachen Soldaten um gut eine Kopflänge, und dass, wo der Durchschnittssoldat mit einem Meter fünfundachtzig auch nicht gerade klein war.
      Er ging die drei Schritte zur Tür des Konteradmirals und trat ein. Die Augen, von der Sonne noch geblendet, sahen erst einmal nur Dunkelheit, was aber auch teils der Sonnenbrille geschuldet war, die er immer noch auf der Nase hatte. Lässig schob er sie nach oben hinweg, sodass sie auf seinem Kopf zu ruhen kam. Mit nun deutlich mehr Sicht ging er geradeaus und setzte sich, ohne eine Einladung abzuwarten, in den Lehnsessel vor dem Schreibtisch seines alten Freundes und befehlshabenden Offiziers. Die Kajüte war aufgeräumt, ordentlich. Morgrimm mochte Unordnung nicht, »hindere ihn beim Denken« war jedes Mal seine Erklärung für seinen Ordnungssinn, wenn man ihn danach fragte. An der linken Wand befanden sich Regale mit Büchern, Ordnern und Akten zu zahlreichen dokumentierten Mordfällen und –arten ebenso wie Abhandlungen über die Psychologie des Verbrechens berühmter Neuwelt‘scher Psychologen. Rechtsseitig im Zimmer befand sich sein schmuckloses Bett. Der Schreibtisch stand am Ende des Zimmers, dahinter die großen, kunstfertig verzierten und eingefassten Fenster, deren metallene Streben die Formen von Möwen nachzeichneten. Der Schreibtisch selbst beherbergte die meistbenutzten Bücher Morgrimms, dazu einen frischen Notizblock samt Stift, eine kleine Tischstanduhr und seine Teleschnecke. Morgrimm saß zurückgelehnt in seinem dunkelbraunen ledernen Lehnsessel. Der Anblick, den er bot, ließ auf einen unangenehmen Zeitgenossen schließen, kannte man seinen Charakter nicht. Kaum kleiner als Vriol, die dunkelgrünen, fast schwarzen Haare auf drei Zentimeter gestutzt, die stahlgrauen Augen ruhig auf ein Blatt Papier in seiner Hand gerichtet, trug er die Marinekleidung, die sich an seinen breiten und gestählten Köper schmiegte und ihn seines Ranges als Konteradmiral auswies, mit über viele Jahre gewachsener Souveränität.

      Morgrimm blickte auf den Einsatzbefehl, der ihm von der Leitung der Marineeinheit zur Aufklärung mysteriöser Mord- und Todesfälle zugesandt wurde. Es war erstaunlich, dass es in der Welt so viele verrückte und wahnsinnige Mörder gab, dass es die Erstellung solch einer Abteilung wirklich gebraucht hatte. Doch immer öfter waren die einheimischen Einsatzkräfte zu schwach oder zu wenig, um Verbrechen dieser Art Brutalität selbst zu lösen oder die Täter zu ergreifen. Dem Konteradmiral war es nur recht. Es passte besser zu seiner ruhigen Art und seinen Vorlieben. Hinweisen nachgehen, kombinieren, den Täter aufspüren, festnehmen. Das war genau sein Metier. Das reine ‚Piraten jagen‘, weswegen so viele junge Menschen zur Marine gingen, gab ihm nichts. Es war seiner Meinung nach einfach nur jagen und niederschlagen – wieder und wieder. Er fragte sich immer, wie ihnen das nicht langweilig werden konnte.

      Er blickte vom Papier empor zu Vriol. Der beste Freund und Pathologe den man sich nur wünschen konnte. Auf seine Berichte konnte man sich immer verlassen. Kaum einer, der sein Wissen um Anatomie, Verletzungsmuster und das Erkennen von Mordwerkzeugen anhand der Wunden so genau verifizieren konnte. Manchmal wunderte sich Morgrimm auch heute noch über diesen Fundus an detaillierten Informationen zu denen Vriol fähig war – und dass, ohne vorweg nochmal in irgendeinem Buch nachschlagen zu müssen.

      »Du hast den Bericht auch gelesen, Rio», begann Morgrimm, »deine Einschätzung?«
      »Schwer zu sagen, da kann ich dir diesmal wirklich erst mehr bringen, nachdem ich die Leichen unter meinen Fingern hatte. Die Spanne an Möglichkeiten ist einfach zu groß und die Informationen aus dem Bericht zu gering. Wer hat den eigentlich geschrieben? Die sind doch sonst länger und detaillierter. Diesmal sind nicht mal Fotos dabei.«, entgegnete Vriol etwas enttäuscht.
      »Das ist einfach erklärt, Rio, die Gendarmerie war bereits ausgelöscht, als man uns um Hilfe bat. Die Informationen, die du hier siehst, stammen von Bürgermeister Conrad. Und selbiger wusste eben nicht, wie solch ein Bericht aufgebaut ist«, war Morgrimms kurze Antwort.
      »Verstehe«
      »Wer oder was auch immer das war, hat bereits einen entscheidenden Fehler begangen. Durch die Auslöschung der hiesigen Gendarmerie hat er nun uns im Nacken. Hätte er lieber weiter mit der Dorfpolizei gespielt als sie zu töten, wäre sein Ende nun nicht in greifbarer Nähe. Und greifen werden wir ihn!«, ein schräges Lächeln umspielte Morgrimms Gesicht und zeigte seine Freude ob der kommenden kriminalistischen Kleinarbeit die den Täter entlarven würde und der Befriedigung bei dessen Ergreifung.
      Vriol grinste in sich hinein, wusste er doch genau, was in seinem alten Freund vorging. Kaum eine Sache die ihn dermaßen in jugendliche Begeisterung versetzen konnte, wie die Aussicht auf eine interessante Ermittlung.
      Es klopfte an der Tür und Morgrimm bat herein. Ein junger Seemann, kaum älter als fünfzehn, öffnete die Tür, kam ein paar Schritte in den Raum, salutierte und begann, »Erstatte Bericht. Steuermann Vosthoff meldet die voraussichtliche Ankunft auf Alegria für Morgen bei Tagesanbruch an. Weiterhin wird gebeten sich in einer halben Stunde zum Abendessen im Speisesaal einzufinden, Sir!«.
      »Danke Matrose, du kannst gehen«, erwiderte Morgrimm ruhig und schon war der Junge wieder aus der Kajüte verschwunden.
      »Also dann, du hast ihn gehört, lass uns was essen, Grimmi!«, lachte Vriol vergnügt.
      »Nenn mich nicht so! Und Essen ist erst in einer halben Stunde«, brummte Morgrimm leicht genervt auf die Erwähnung seines verhassten Spitznamens, den Vriol sich vor langer Zeit einmal für ihn ausgedacht hatte.

      Der nächste Morgen

      Morgrimm war schon seit dem ersten Sonnenstrahl des neuen Tages auf und stand nun neben Vosthoff am Bug des Schiffes und erwartete gespannt die erste Sichtung von Alegria. Die Prognose des erfahrenen Steuermannes täuschte nicht und so schallte es bald aus dem Krähennest herab, dass die Insel in Sicht gekommen war. Nur Minuten später konnte man sie auch von Deck aus erkennen. Vom Meer aus gesehen machte Alegria keinen besonderen Eindruck. Eine Insel wie jede andere. Relativ klein, mit einer Erhebung zum Landesinneren, auf der sich ein großer Wald zeigte, die Städte alle in Küstennähe, was darauf hinwies, dass die Bewohner hauptsächlich vom Fischfang lebten. Je näher sie der ersten Stadt kamen, welche der Karte nach ‘Felice‘ hieß, desto mehr zeigte sich, dass es eine blühende Stadt war. Im wahrsten Sinne des Wortes. Überall – an Häusern, am Hafen, an Straßenlaternen – waren gut gepflegte und gehegte Blumen. Dass dies der Ort abscheulicher Todesfälle sein sollte, konnte man wahrlich nicht erkennen.

      Das Anlegemanöver ging reibungslos vonstatten, wie es von solch einer eingespielten Mannschaft eben zu erwarten war, und so standen Morgrimm Eisenfaust und Vriol Mastersson alsbald auf dem hölzernen Steg, der ins Dorf führte. Keine fünfzig Meter entfernt stand ein etwas älterer Herr mit rosafarbenen Haaren, die bereits leicht begannen zu vergrauen. Er trug einen schwarzen Anzug und ging nun langsam auf das Marineschiff zu.
      »Sie..«, begann er stotternd, »sie sind endlich da.« Zu mehr war er erst einmal nicht in der Lage. Der Mann zitterte am ganzen Leib, die Augenringe dunkel und tief, das Weiß der Augen vermischt mit dem Rot von aufgeplatzten Äderchen, der kalte Schweiß ihm auf der Stirn stehend. Es war sofort ersichtlich, dass dieser Mann unter Schlafmangel und anhaltender Panik litt. Nicht unverständlich, angesichts der Vorkommnisse.
      »Guten Morgen. Ich bin Konteradmiral Morgrimm Eisenfaust. Man hat mich geschickt um die Todesfälle aufzuklären«, entgegnete Morgrimm dem verängstigten Mann.
      Langsam begreifend, dass endlich die erhoffte Hilfe gekommen war, fand der Mann wieder Worte, »Entschuldigung. Guten Morgen. Mein Name ist Ephemius Conrad, der Bürgermeister und somit Vorsteher der Insel. Vielen Dank. Danke, dass sie gekommen sind. Ich hoffe, dass der Terror nun bald ein Ende findet, und …«, doch weiter kam er nicht. Morgrimm unterbrach ihn mit dem Vorschlag, dass es doch angenehmer wäre, sich irgendwo setzen zu können um die Vorfälle noch mal persönlich zu hören. Der Bürgermeister war kurz irritiert ob der Ruhe in der Stimme des Konteradmirals und stimmte dann mit einem Kopfnicken zu.

      Kapitel 2 - Der verrückte Pathologe
      Morgrimm rief seinen Leutnant zu sich und erteilte ihm Befehl, vier Trupps Soldaten, welche jeweils zwanzig Mann stark sein sollten, in die Städte und den Wald zu schicken und Informationen sammeln zu lassen. Der Rest sollte einstweilen auf dem Schiff auf weitere Anweisungen warten.


      Danach führte der Bürgermeister die beiden ins Dorf hinein. Vorbei an schönen hellen Backsteinhäusern mit üppigen Blumenkästen in den Fenstern und über die mit anthrazitfarbenen Pflastersteinen befestigte Straße hin zu seinem Haus. Drinnen angekommen, bot er den beiden Herren der Marine Platz in seinem Wohnzimmer. Morgrimm und Vriol dankten und setzen sich in die um den Wohnzimmertisch gestellten Sessel. Ephemius verschwand kurz und kam alsbald darauf mit drei Gläsern und einer Flasche Whiskey zurück. Er bot seinen Gästen ein Glas an, doch beide verneinten. Dafür goss er sich selbst umso mehr ein und nahm einen großen Schluck um seine Anspannung und Nervosität zu lindern. Während er selbst sich Mut antrank, um über die Geschehnisse auf seiner Insel berichten zu können, blickte Morgrimm ihn einfach nur an. Über die Jahre hatte er gelernt, allein aus den Gesichtern der Menschen viele Informationen herauslesen zu können. Alegria musste in friedlichem Zustand wahrlich eine zauberhafte Insel sein, denn abgesehen von der jetzigen Panik im Gesicht des Bürgermeisters, konnte Morgrimm nur die Falten entdecken, die auf ein Leben voller Frieden und Fröhlichkeit schließen ließen.
      Dann begann er mit seiner Schilderung der Ereignisse.
      »Begonnen hatte es genau vor einem Monat und dreizehn Tagen«, er stockte, »das erste Opfer war ein kleines Mädchen, gerade einmal elf Jahre alt. Die Eltern fanden es am Morgen danach tot in seinem Bett liegend. Völlig auseinandergerissen. Alles voller Blut.« Er nahm wieder einen Schluck vom Whiskey und pausierte kurz. »Das war hier in Felice. Nicht weit von meinem Haus. Ich höre die verzweifelten und wahnsinnigen Schreie ihrer Eltern immer noch.«
      »Die örtliche Gendarmerie machte sich sofort an die Arbeit. Sie suchten alles ab, tags und nachts. Sie gingen vermehrt auf Patrouille, um den Mörder zu finden. Doch sie verschwanden. Einer nach dem anderen wurde während der Rundgänge vom Mörder abgefangen und genauso..«, der Bürgermeister musste schwer schlucken, »abgeschlachtet, wie das kleine Mädchen. Ihre Leichen fand man offen in der Stadt liegen, eine im Stadtkern beim großen Brunnen, zwei von ihnen am Stadtrand, kurz bevor der Wald beginnt.«
      »Die Gendarmerien von Baila und Vida wurden benachrichtigt und sollten wachsam sein. Drei der fünf Männer der Wache von Felice waren bereits tot, da geschah der nächste Mord. Diesmal in Vida. Ein Doppelmord. Ein Ehepaar. Wieder dasselbe Muster.«
      »So ging es weiter bis vorgestern. Da geschah der bisher letzte Mord. In Baila.«
      Nun schaltete sich Morgrimm ein. »Wie viele Gendarmen hat Alegria insgesamt gehabt?«
      »Fünfzehn. In jeder Stadt fünf. Es war doch sonst auch immer friedlich auf unserer Insel. Daher hatten wir nicht mehr. Es waren nicht mehr nötig«, antwortete der Bürgermeister mit Tränen in den Augen. »Es war immer, immer friedlich.«
      »Und sie sind alle tot?«
      »Ja. Nachdem sie begonnen hatten, nach dem Täter zu suchen, begann dieser regelrecht Jagd auf sie zu machen. Die ersten drei fielen in der ersten Woche der Suche. Dann war zwei Wochen kein Todesfall unter den Gendarmen. Dann fielen sie einer nach dem anderem diesem Monstrum, oder was auch immer es ist, zum Opfer. Der letzte Wächter starb vor einer Woche. Einen Tag später nahm ich Kontakt zur Marine auf und bat um schnelle Unterstützung. Und heute kamen Sie an, Konteradmiral Eisenfaust.«
      »Können Sie mir etwas Genaueres über die Opfer sagen? Wer waren sie? Waren sie alt oder jung? Was war ihre berufliche Tätigkeit, abgesehen von den Gendarmen? Jeder scheinbar noch so kleine Hinweis könnte uns helfen.«
      »Ähm, lassen Sie mich kurz überlegen«, Ephemius wurde still und ging in Gedanken die Liste der Opfer durch. Sein Magen verkrampfte sich und die Tränen schossen ihm wieder heiß in die Augen, als er sich die Bilder der Toten in Erinnerung rief. Ein wässriger Schleier legte sich über seine Augen und sein Blick verschwand in der Leere. Doch mit einem Knall war er wieder da. Vriol hatte ihm Whiskey nachgeschenkt und das Glas unsanft vor ihm auf den Tisch geknallt, um den Bürgermeister aus seiner Trance wieder herauszureißen. Perplex schaute ebenjener nun erst zu dem Glas, dann zu Vriol und entschuldigte sich ob seiner kurzen Abwesenheit. Nach einem neuerlichen Schluck Whiskey sprach er weiter.
      »Unter den vierundzwanzig Todesfällen sind die fünfzehn Gendarmen, alle waren sie im Alter von achtzehn bis einundfünfzig. Vier Kinder, zwischen acht und vierzehn Jahre alt. Drei Frauen, neunzehn, einundzwanzig und dreiunddreißig Jahre und zwei Männer, der eine sechsundzwanzig, der andere neunundvierzig. Ihre Berufe. Ganz normal. Arbeiter. Auf den Feldern, als Händler. Einfache Bürger der Stadt. Sie haben nie jemandem etwas getan. Das hatten sie nicht verdient…« Wieder verfiel der Bürgermeister den dunklen Gedanken, die ihn aus dem Jetzt rissen und ihn grausamst in die Nächte verbannten, die sich seit dem ersten Mord noch ereignet hatten.
      Morgrimm blickte zu dem völlig gebrochenen Mann, sehr viel mehr würde er wahrscheinlich nicht mehr von ihm erfahren, ohne dass es Ephemius vollständig würde wahnsinnig werden lassen.
      Blieb also nur noch eine Sache anzusprechen.
      »Bürgermeister Ephemius? Gibt es Opfer, die noch nicht begraben oder verbrannt wurden?«
      »Was? Ähm, ja, das Opfer von vorgestern Nacht. Lucio Miercoles. Er soll heute beerdigt werden. Warum?«, fragte er leicht verwirrt.
      »Es ist wichtig, dass wir den Leichnam bekommen. Wir müssen eine Autopsie an ihm vornehmen, um weitere Einzelheiten zu erhalten, die uns zum Täter führen.«
      »Oh, ach ja, hm.«, Ephemius war kaum mehr ansprechbar, was wohl zu gleichen Teilen dem Alkohol, als auch der Grausamkeit der Morde geschuldet war. Dennoch stand er langsam auf.
      »Hm, ja. Ja, natürlich, ich bringe Sie zu ihm.« Mehr sprach er nicht mehr. Er führte Morgrimm und Vriol aus seinem Haus hinaus, sie liefen eine Weile auf einer parallel zur Küste verlaufenden Straße zwischen den Häusern, und kamen schließlich an einem eingeschossigen Gebäude an, welches sich als Leichenhalle erwies. Ephemius bedeutete den beiden hineinzugehen, blieb selbst aber außen stehen; Sein Gesicht hatte eine ungesunde weiße Färbung angenommen, der kalte Schweiß stand ihm auf der Stirn und er zitterte am ganzen Leib. Morgrimm ergriff seine Schulter und sah ihm mit festem Blick ins Gesicht, »Es ist genug, Sie können nach Hause gehen, Bürgermeister.« Und damit trat Morgrimm in die Leichenhalle ein.


      Das Innere der Leichenhalle war bereits mit weißen Blumen geschmückt. Die Bänke der Halle waren belegt mit samtenen, schwarzen Kissen. Durch eine runde Kunstverglasung am gegenüberliegenden Ende der Leichenhalle schien das Sonnenlicht herein. Strahlen roten, gelben und grünen Lichtes beschienen die Stelle, an der in nicht allzu ferner Zukunft der Sarg hätte stehen sollen.
      »Ist jemand hier?«, rief Morgrimm in die Leere des Raumes.
      Kurz noch war nichts als Stille zu vernehmen, doch dann hörte man näherkommende Geräusche aus einem der Zimmer, die weiter hinten lagen. Keine Minute später stand ein dünner, kleiner Mann vor ihnen. Die ungewaschenen und schon fettigen Haare dicht an seinen Kopf geklebt, schaute er sie durch eine Brille an, die seine Augen so weit vergrößert erschienen ließen, dass sie schon fast insektenartig aussahen.
      »Herren der Marine,« war die emotionslose Begrüßung des sonderlichen Mannes, »ich hätte nicht gedacht, dass der Hilferuf von Ephemius doch durchkam. Wie dem auch sei, mein Name ist Maleo, der hiesige Leichenbestatter, guten Tag.«
      »Guten Tag, ich bin Konteradmiral Morgrimm Eisenfaust. Wir sind hier, um den Leichnam von Lucio Miercoles mitzunehmen. Bürgermeister Ephemius hat uns bereits seine Zusage gegeben.«
      »Der soll heute Nachmittag beerdigt werden…«
      »Die Beerdigung ist hiermit abgesagt. Übergeben Sie uns nun den Leichnam, er wird heut noch obduziert.«
      »Ja, gut«, antwortete Maleo mürrisch, machte sich aber auf den Weg, ihnen zu bringen, was sie von ihm verlangten. Währenddessen hatte Vriol mittels einer kleinen Teleschnecke beim Schiff Bescheid gegeben und ein paar Soldaten zu sich gerufen, die die Leiche zum Schiff bringen sollten. Fast zeitgleich trafen die Soldaten und Maleo, diesmal mit Leiche, wieder bei Morgrimm und Vriol ein.
      Nachdem der Sarg mit Lucio in die Hände der Soldaten übergeben worden war, bedankte sich Morgrimm beim Bestatter und zusammen mit Vriol und den Soldaten machte er sich auf den Weg zurück zur Redemption.



      Es hatte seinen Grund, warum die Autopsien immer auf der Redemption vorgenommen wurden. Nicht, weil dort das Werkzeug besser gewesen wäre, nein. Es lag einzig und allein an Vriol.

      Ebenjener konnte seine Freude auf die nun folgende Autopsie kaum mehr verbergen. Er trieb die ihm zugeteilten Soldaten dazu an, schnell alles herzurichten und dann ebenso schnell wieder zu verschwinden. Die Leiche lag auf seinem Tisch. Und durch die Türe konnte man sein beinahe wahnsinniges Gelächter noch fast über das ganze Schiff hören.
      Morgrimm saß währenddessen in seiner Kajüte und trug die wenigen Informationen, die sie von Ephemius bekommen hatten, in seinem Notizbuch zusammen. Über die Jahre hatte er gelernt, dass Eile ihm bei der Ermittlung nicht half, und so genoss er die Zeit vor der großen Aktivität der späteren direkten Suche. Alles, was momentan zu tun blieb, war, auf die Berichte der Soldaten zu warten, die ausgeschickt worden waren – und natürlich auf Vriol. Doch in den ersten zwei, drei Stunden der Autopsie brachte es nie etwas, zu ihm zu gehen. Da war er viel zu sehr in seiner Welt, lachte, sprang um die Leiche, schaute sich alles genau an. Seine Begeisterung für seine Arbeit war nicht selten irritierend, gerade zu abstoßend. Aber Morgrimm waren alle Bedenken um Vriol egal, er wusste, dass er einfach nur Freude an seiner Arbeit hatte. Zugegebenermaßen war auch Morgrimm froh, dass Vriol seinen Platz bei der Marine gefunden hatte, und kein psychopathischer Massenmörder geworden war.


      Drei Stunden später, die ausgesandten Soldaten hatten noch keine Meldung gegeben, ging er gemütlichen Schrittes zu Vriols ‚Kammer des Schreckens‘, wie er den Autopsie-Raum der Redemption immer nannte. Sie lag tief im Bauch des Schiffes, ohne Fenster oder direkte Verbindung ins Freie. Er öffnete die Tür und trat ein.
      »Hey Morgrimm, du kommst genau richtig! Sieh dir das an!«, ertönte es begeistert von Vriol, welcher ihm sogleich auch ein paar nassglänzende und tropfende Darmschlingen entgegen hielt. Sein Anblick glich dem eines Kindes, dass vergnügt in der Erde wühlte, nur dass es sich hierbei um einen Menschen handelte, statt frischer Erde.
      Morgrimm, der diese Anwandlungen seines Freundes schon lange kannte, blieb ungerührt stehen und musterte nur die Darmschlingen.
      »Siehst du sie?«, kam es wieder von Vriol.
      »Ja, ich sehe sie.«, sagte Morgrimm mit ruhigem Ton, »Aber was ist daran nun so interessant? Es sind Darmschlingen.«
      »Ja. Aber sie sind noch vollkommen intakt! Dieser Körper wurde fast komplett zerrissen, viele Organe fehlen oder sind zerstört. Aber die Därme sind unberührt! Das sagt uns schon einiges!«, lächelte Vriol glücklich. »Denn wäre der Täter einfach nur ein Tier, würde er die Därme mitfressen. Sie sind nahrhaft.« Vriol betrachtete begeistert die feuchten und klebrigen Darmschlingen in seinen Händen. Morgrimm sah ihn mit einem schiefen Blick an.
      »Ach Grimmi, nur die Menschen haben ein solches Problem mit dem Verdauungstrakt. Nur die Menschen reagieren derart empört und angewidert auf das, was am Ende dabei herauskommt. Ein Raubtier kann sich den Luxus nicht leisten, alter Knabe. Nein, dass der Darm noch da ist, zeigt uns, dass es hier drin etwas geben muss, dass unserem Mörder wohl nicht schmeckt. Ich muss es nur noch finden, damit wollte ich auch gerade beginnen, aber dann kamst du rein.«
      »Dann muss der Darm eben noch ein wenig warten. Ich möchte erst einmal hören, was du bisher in Erfahrung bringen konntest.«
      »Also gut.« Vriol hob seufzend die Schultern, »Gestorben ist er an der Verletzung der Kehle. Dabei wurden der Kehlkopf und die großen Halsschlagadern zerstört. Das Opfer ist an seinem eigenen Blut erstickt. Kein schöner Tod, aber auch nicht der grausamste.«
      »Mit anderen Worten, das Opfer wurde mit dem ersten Angriff mundtot gemacht, indem ihm der Mörder die Stimme nahm und gleichzeitig die Adern zerstörte, um dadurch den Tod herbeizuführen«, schloss Morgrimm.
      »Exakt. All die anderen Verletzungen, das Aufreißen des Brustkorbs, geschahen post mortem.« Vriol ging wieder zum Leichnam und zog die verbliebenen Rippen noch ein wenig auseinander; ein unheiliges Knacksen war zu hören.
      »Wenn du einen Blick reinwerfen magst?«, ohne eine Antwort abzuwarten, sprach er weiter, »Herz, Leber, Nieren und Magen sind komplett weg, nichts mehr davon zu finden. Die Lungen sind zerrissen und voller Blut. Milz und Bauchspeicheldrüse sind teilweise noch da.
      Was die Wundspuren betrifft, gibt es punktuelle Perforierungen und ausgefranste Schnitte. Unter Berücksichtigung der Verletzungen und welche Organe fehlen, lässt sich nur ein Rückschluss ziehen, und der wird dir nicht gefallen,«, Vriol blickte Morgrimm nun ohne weiteres Lachen ernst ins Gesicht, »was du suchen musst, ist ein Mensch. Zoan – Raubtier.«

      Kapitel 3 - Böses Spiel

      »Raubtier-Zoan«. Morgrimm hatte das Zimmer von Vriol wieder verlassen, dem Sezieren eines Darmes wollte er dann doch nicht beiwohnen, zumal es bereits Mittag war und somit eine gute Gelegenheit, dem hiesigen Gasthaus mal einen Besuch abzustatten und die Bewohner von Felice ein wenig näher kennen zu lernen. So machte er sich auf den Weg, die Hafenstraße entlang zu der kleinen Wirtsstube, die er von Bord aus bereits gesehen hatte. »Ezechiel« war über dem Eingang zu lesen. Im Inneren erwartete ihn eine freundliche, helle Gaststube. Das Mobiliar war aus hellem Holz, auf den Bänken und Stühlen lagen rote Sitzkissen, die für mehr Bequemlichkeit sorgten. Die Tische waren mit frischen Blumen und weißen Tischtüchern gedeckt. Durch die Morde allerdings schien den Bewohnern der Stadt der Appetit vergangen zu sein, denn Morgrimm konnte keinen weiteren Gast ausmachen. Er ging zu einem der Tische, die an den Fenstern aufgestellt waren, und setzte sich. Entspannt ließ er seinen Blick zum Fenster hinaus über das Meer gleiten. Mögen die Fälle, denen er nachging, auch noch so grausam sein, er genoss die kurze, ruhige Zeit, die es immer gab, bevor Vriol und seine Soldaten genügend Informationen gesammelt hatten um mit dem eigentlichen Ermitteln und dem Zusammenfügen der Puzzleteile zu beginnen. Und seine Stärke war ebenjenes Puzzeln. So subtil die Hinweise auch sein mochten, er konnte sie verbinden und dadurch den Mörder finden.


      Nach wenigen Minuten kam eine junge Frau zu seinem Tisch. Ihre blonden Haare hatte sie zu einem lockeren Pferdeschwanz zusammengebunden. Sie trug einen knielangen blauen Rock mit weißer, kurzärmeliger Bluse. Ein kurzer Blick in ihr Gesicht zeigte eine ähnliche Angst, wie sie beim Bürgermeister zu sehen war, wenn auch noch nicht ganz so ausgeprägt. Ihre schönen blauen Augen waren rot umrandet.
      »Guten Tag. Willkommen im Haus Ezechiel. Was kann ich Ihnen bringen?«
      Morgrimm sah sie mit musterndem Blick an, seiner Einschätzung nach konnte sie nicht älter als vierundzwanzig sein.
      »Guten Tag, bringen Sie mir das Tagesmenü und dazu ein Wasser.«
      »Sehr wohl«, und schon war sie wieder verschwunden. Sogleich konnte man die beginnende Geschäftigkeit aus der Küche vernehmen, welche von der Zubereitung seines Gerichts kündete.
      Keine zwanzig Minuten später stand es auch schon vor ihm auf dem Tisch. Der Duft eines aromatischen Rindergulaschs und Knödeln mit Speck und Petersilie zog ihm in die Nase.
      »Guten Appetit, der Herr«, sprach die zierliche Bedienstete.
      »Vielen Dank, das sieht wirklich lecker aus.« sagte Morgrimm, als sie ihm den Teller auf den Tisch stellte, »Verraten Sie mir Ihren Namen?«.
      »Ich heiße Luisa«, sagte sie schüchtern.
      »Luisa. Ein schöner Name. Setzen Sie sich doch ein wenig zu mir.«, bat er sie mit betont freundlicher Stimme. Sie tat wie ihr geheißen und nahm auf dem ihm gegenüber stehendem Stuhl Platz.
      Er hatte den ersten Bissen hinuntergeschluckt, da sprach er sie wieder an, »Nicht viel los, hm?«, und nickte mit dem Kopf gen leerer Wirtsstube.
      Traurig senkte sie den Blick, »Durch die Morde. Aber mittags kommen dennoch immer ein paar Gäste.« Dann erhellte sich ihr Blick etwas und sie fuhr fort, »Dass es heute leer ist, liegt daran, dass in Vida ein Fest gefeiert wird. Jedes Jahr zur Feier der Stadtgründung, wissen Sie? Bürgermeister Ephemius wollte es eigentlich absagen, aufgrund der Morde, aber die Bürger haben ihn gebeten, es dennoch stattfinden zu lassen. Vielleicht nicht mit aller Freude, doch so wird es den Bürgern eine Ablenkung sein. Der Bürgermeister hat aber darauf bestanden, dass das Fest bei Sonnenuntergang beendet wird, um dem Mörder keine Möglichkeit zu geben sich wieder jemanden von uns zu holen.«
      »Luisa?«, ertönte eine fragende Stimme aus der Küche.
      »Ich bin vorne im Wirtsraum«, rief Luisa in Richtung Küche. Kurz hörte man schnelle Schritte und schon stand ein junger Mann um die dreißig bei ihnen, mit goldbraunen, kurzen Haaren und bernsteinfarbenen Augen.
      »Ich habe die neue Lieferung Fleisch abgeholt und bereits vorbereitet, könntest du dich um die Marinade kümmern? Ich möchte ein Schmorgericht daraus erstellen«, sagte er etwas müde, aber dennoch freundlich zu ihr.
      »Natürlich, gerne«. Luisa stand auf, wünschte Morgrimm nochmals einen guten Appetit und verschwand in der Küche.
      »Und Sie sind?«, wollte Morgrimm wissen.
      »Ich bin Rhauk. Rhauk Ezechiel. Inhaber des ‚Ezechiel‘. Diese Wirtstube gehört schon seit vielen Jahren meiner Familie, und nach dem Tod meines Vaters habe ich sie übernommen. Ich hoffe, es ist alles zu Ihrer Zufriedenheit?«
      »Ja, vielen Dank.«, erwiderte Morgrimm noch, als plötzlich das Klingeln einer Teleschnecke zu hören war. »Entschuldigen Sie mich bitte.«
      »Natürlich.«, sagte Rhauk und ging zu Luisa in die Küche.


      »Trupp Baila, Bericht. Derzeit wird ein Stadtfest gefeiert, welches aber zu Sonnenuntergang beendet sein soll. Die Todesopfer dieser Stadt wurden nach Felice gebracht. Offensichtlich hat diese Insel nur eine Leichenhalle und auch nur einen Friedhof, der sich in der Nähe dieser Leichenhalle befinden soll. Alle Toten Alegrias werden nach Felice gebracht. Verwertbare Spuren wurden leider bei der Vorbereitung auf das Fest beseitigt.«
      »Danke, Soldat. Bleiben Sie mit ihrem Trupp in Baila und stellen Sie die Sicherheit für die Nacht.«
      »Jawohl, Sir!«
      Mit einem leisen Knacken des Hörers verstummte die Teleschnecke wieder. Doch nicht lange, da meldete sich bereits der zweite Trupp.

      »Trupp Vida, Bericht. Die Leichen der Todesopfer..«
      »Wurden nach Felice gebracht, das weiß ich schon, weiter«, Morgrimm mochte es nicht, wenn man ihm Sachen doppelt erzählte.
      »Wir haben mit dem Hafenmeister der Stadt, Tanos Zuccero, gesprochen und Informationen über die Wirtschaft von Alegria erhalten. Die Bewohner der Insel leben vom Fischfang und der Geflügelzucht, andere Fleischarten werden per Schiff hergebracht. Das letzte Handelsschiff erreichte vor vier Wochen die Insel. Es brachte Rinder, Schweine und andere Nahrungsmittel. Seither lief kein weiteres Schiff die Häfen Alegrias an. Das nächste Handelsschiff, soll erst in einer Woche hier ankommen.«
      »Hm, danke. Sie bleiben zum Schutz der Bevölkerung in Vida. Sichern Sie die Stadt in der Nacht.«
      »Jawohl, Sir!«, antwortete der Soldat an der Teleschnecke und Morgrimm legte auf.

      Während des Gesprächs war ein einzelner Soldat in das Gasthaus eingetreten und wartete schweigend, bis sein Vorgesetzter das Telefonat beendet hatte. Morgrimm notierte die neuen Informationen in seinem Notizbuch, dann schaute er zu dem wartenden Soldaten.
      »Sir, Bericht des Trupps Felice. Wir waren im Amt des Bürgermeisters, um Informationen zu den Berufen der Bürger zu erhalten. Die meisten sind in der Geflügelzucht und dem Fischfang beschäftigt. Dann gibt es noch Waldarbeiter, Bauern die Felder zum Getreideanbau bewirten, alles ländliche Tätigkeiten. Es gibt nur wenige andere Arbeiten, ein paar Händler und Handwerker in den Städten. Früher gab es auch noch eine Mine auf der Insel, doch die wurde schon vor Jahren geschlossen, weil alles Silber abgebaut worden war.«
      »Gut, danke, Soldat. Gehen Sie zu ihrem Trupp und …«, doch da wurde er von seiner Teleschnecke unterbrochen, die nun lautstark wieder um seine Aufmerksamkeit schrie.

      »Trupp Wald. Wir haben,« der Soldat stockte, »einen Verlust«.
      »WAS?!«, Morgrimm wollte nicht glauben, was er gerade gehört hatte, »Wie konnte das passieren? Ihr seid mit zwanzig Mann unterwegs. Verdammt!« Die Finger der Hand, mit der er die Muschel der Teleschnecke hielt, färbten sich weiß, ob der Wut, die er verspürte. Sein Blick verfinsterte sich. Für wenige Sekunden sagte er kein Wort, dann sprach er so ruhig er konnte: »Ihr kommt sofort zurück. Und bringt den Toten mit.«
      »Sir, mit ihrer Erlaubnis, lassen Sie uns den Wald weiter nach dem Täter absuchen. Er hat einen unserer Kameraden getötet. Wir können jetzt nicht…«
      »Ihr kommt zurück. Ich kann eure Wut verstehen, aber es bringt nichts, jetzt blind loszurennen, in der Hoffnung den Mörder zu finden. Bringt den Toten sofort zu Vriol. Er soll sehen, dass er neue Hinweise auf den Mörder heraus bekommt.«
      »Zu Vriol?«, der Soldat klang entsetzt, denn er wusste um den Pathologen und seine Eigenart. »Das hat Yuto nicht verdient…«
      »Da schätzt du Vriol falsch ein. Er liebt seine Arbeit und geht ihr mit einer unglaublichen Begeisterung nach, ja. Doch auch er unterscheidet zwischen fremden Menschen und den eigenen. Und du weißt so gut wie jeder andere auf dem Schiff, dass er aus den Leichen die Hinweise bekommen kann, die uns zum Täter führen. Du willst den Mörder Yutos fassen? Dann bring Yuto zu Vriol. Und nun kommt zurück.« Die Endgültigkeit in Morgrimms Worten ließ keine weiteren Widerstände zu und so beendete der Soldat das Gespräch mit Resignation in seiner Stimme. »Jawohl, Sir...«


      Morgrimm stand auf dem Steg, am Ende der Rampe, die auf die Redemption führte, als der Trupp durch die Hauptstraße zu ihnen herunter kam. Acht von ihnen trugen ihren toten Kameraden, niemand von ihnen sprach, als sie bei ihrem Konteradmiral ankamen. Jener blickte mit finsterer Miene auf den toten Soldaten, die Kiefermuskeln spannten sich an und lockerten sich wieder, Sehnen am Hals zuckten, seine Augen verengten sich. »Das wird er bereuen. Wer auch immer das war, er wird es bereuen.«
      Er nickte dem Führer des Trupps kaum merklich zu, und so setzten sie sich wieder in Bewegung, in Richtung Vriol.

      Selbst Vriol gefiel es nicht, die eigenen Leute auf dem Tisch zu haben. Es war einfach ein Unterschied, ob es Fremde waren, oder die Männer, mit denen er tagtäglich über die Meere segelte. So war auch ihm die Fröhlichkeit aus dem Gesicht gewichen. An ihrer Stelle stand pure Ernsthaftigkeit ob der Aufgabe, diese arme Seele nun zu obduzieren. Mit jahrzehntelanger Erfahrung machte er sich an die Arbeit – zu zählen, was von den Organen noch übrig geblieben war.

      Zur gleichen Zeit an Deck

      »Erklären Sie mir, wie es dazu kommen konnte.«, Morgrimm stand nahe der Reling und blickte bewegungslos aufs Meer hinaus.
      »Wir waren wie von Ihnen befohlen in den Wald auf Spurensuche gegangen. Wir fanden auch Hinweise. Tierkadaver, in gleicher Weise zerfleischt wie die Todesopfer. Die Spur der Kadaver führte uns tiefer in den Wald. Das Blätterdach schloss sich über uns und verdunkelte die Umgebung. Da hörten wir zum ersten Mal die im Bericht erwähnten abgehackten Geräusche. Zuerst gingen wir geschlossen in die Richtung, aus der das Geräusch kam. Dann war es plötzlich an einem anderen Ort. Kurze Zeit später wieder. Deswegen teilten wir die Gruppe in kleinere Einheiten auf und begannen weiter zu suchen. Wir dachten, wir könnten es einkreisen. Dann war Stille. Das Geräusch war verschwunden. Ich rief alle wieder beisammen. Nur … Yuto fehlte. Diesmal blieben wir zusammen und suchten die Umgebung nochmals ab. Weit konnte er ja nicht gewesen sein. Und dann fanden wir ihn…«
      »Wie lange wart ihr getrennt? Wie viel Zeit verging von der letzten Aufteilung des Trupps bis zum Verschwinden des Geräuschs?«
      »Das können maximal fünfzehn Minuten gewesen sein, Sir«, antwortete der Soldat. »Wir hätten …«
      »Nein, hättet ihr nicht. Der Mörder kennt sich im Dickicht des Waldes offensichtlich besser aus. Sonst hätte er nicht so leicht mit euch spielen und euch voneinander trennen können.«
      »Fünfzehn Minuten… das ist nicht lange um einen Soldaten zu töten und danach noch derart zuzurichten.«
      »Dieses Geräusch, das ihr gehört habt, wonach klang es? Gibt es irgendetwas, mit dem du es vergleichen kannst?«
      »Nun ja, es klang zuerst ein wenig nach einem Hicksen, dann hatte es Ähnlichkeit mit einem abgehackten Lachen.«
      »Danke Soldat,« sagte Morgrimm nachdenklich, »jetzt geht in die Kombüse und esst etwas.«
      »Bitte verzeiht, aber nach Essen ist uns gerade wirklich nicht zumute«, erwiderte der Soldat.
      »Das glaube ich dir wohl, aber ihr müsst bei Kräften sein, wenn wir so weit sind, den Täter stellen zu können. Versucht es zumindest.« Morgrimm legte eine Hand auf die Schulter des Soldaten und drückte diese leicht. Jener tat einen langen Atemzug, sah mit leerem Blick gen Boden und nickte leicht. Er schloss die Augen, atmete tief ein und sah seinem Vorgesetzten mit wieder klarem und entschlossenem Blick ins Gesicht.
      »Wir fassen dieses Monster, Sir.«
      »Das werden wir.« antwortete Morgrimm mit einem finsteren Lächeln.

      Kapitel 4 - Zunehmender Verfall

      Morgrimm saß in seiner Kajüte und las sich seine bisherigen Notizen durch. Kurz zuvor sandte er einen Extra-Trupp von vierzig Mann nach Vida, um das dortige Fest zu sichern. Er wollte weitere Morde unbedingt verhindern. Dieser eine, in seiner eigenen Truppe, musste der letzte sein. Von daher war es nun das wichtigste, dem Mörder weitere Möglichkeiten zu nehmen. Die nun auf sechzig Mann erstarkte Truppe sollte genug sein, um die Festivitäten friedlich vonstattengehen zu lassen. Zudem hatte er nochmals darauf hingewiesen, sich nicht mehr so leicht voneinander trennen zu lassen, sollten sie Aktivitäten wahrnehmen, die vom Mörder stammen könnten.
      Als die Sonne begann sich langsam gen Horizont zu neigen, klopfte es an Morgrimms Tür und Vriol trat ein.
      »Beide Obduktionen abgeschlossen«, sagte er müde und ließ sich erschöpft in den Lehnsessel vor dem Schreibtisch fallen. Er ließ den Kopf seitlich gegen eines der großen Ohren anlehnen und schloss für einen Moment die Augen.
      »Erinnerst du dich an den Darm von heute Mittag?«, beganner mit noch immer zurückgelehntem Körper.
      »Der sich darin befindliche Nahrungsbrei war schon ziemlich aufgelöst, Einzelteile waren nicht mehr erkennbar, aber eine Substanz verflüchtigt sich auch im Darm nicht so schnell. Schwefelstoffe. Ich kann dir zwar nicht mit absoluter Genauigkeit sagen, worum es sich im speziellen handelt, aber es ist entweder Zwiebel oder Knoblauch, was unserem Unbekannten nicht schmeckt.«
      Morgrimm notierte sich diese neue Information in seinem Notizbuch, in welchem sein Blick immer noch ruhte.
      »Genauso wie bei Miercoles fehlen auch bei Yuto Herz, Leber und Nieren vollständig. Auch bei ihm war ein Biss in die Kehle die direkte Todesursache. Anders allerdings ist die Tatsache, dass bei Yuto auch der Darm fehlt, beziehungsweise Teile davon.«
      »Irgendwas stimmt da nicht, Morgrimm«. Vriol setzte sich wieder aufrecht in den Lehnsessel und schaute Morgrimm nachdenklich und leicht irritiert an.
      »Es kommt mir vor, als wären beide Opfer zuerst umgebracht, dann aber nicht völlig planlos aufgerissen worden. Ich meine, ja, es sieht nach einem reinen zerfleischen aus, aber …«
      »Aber du meinst, dass es nur deshalb so großflächig angerichtet wurde, um zu verdecken, was der eigentliche Grund für die Morde ist. Hab ich recht, Rio?«
      »Richtig.«, seufzte der Pathologe. »Aber, was will man danoch verdecken? Wir wissen, es ist eine Zoan. Wir wissen, dass es ihm nichts ausmacht, menschliches Fleisch zu essen. Wir wissen, dass er Leber, Niere undHerz wohl am liebsten hat, da wir nichts mehr davon auffinden. Wir wissen, dass er Zwiebeln oder Knoblauch nicht mag. Vielleicht auch beides nicht, wer weiß. Also was würde er mit dem zerfleischen noch verdecken können? Ich komme einfach nicht drauf.«
      Vriol zuckte mit erhoben Armen mit den Schultern, seufzte übertrieben laut und ließ sich dann nach vorne einknicken, so dass seine Unterarme auf den Oberschenkeln zu liegen kamen. Richtung Boden schauend, grübelte er weiter über mögliche Gründe nach, doch in seinem Kopf fand sich nur Leere zu diesem Dilemma.

      Morgrimm betrachtete weiter seine Notizen. Es war tatsächlich nicht viel an Hinweisen, was sie derzeit zur Verfügung hatten, aber es musste reichen. Zusätzlich zu dem, was sie bisher an Informationen hatten, bekam er kurz vor Vriols eintreten noch einen Bericht zu den Festlichkeiten in Vida. Dort hatte man zur Feier des Tages die letzten beiden Schweine geschlachtet. Das letzte Rind sei schon vor einer Woche verarbeitet worden. Von nun an gab es bis zur Ankunft des nächsten Handelsschiffes nur noch die inseleigenen Viehproduktionen mit vielerlei Geflügel und der Fischfang.
      Seine Anfrage, nochmals mit dem Bürgermeister zusprechen, wurde mit der Begründung abgelehnt, dass Ephemius Zustand sich seitdem er von dem Todesfall innerhalb der Marine gehört hatte, verschlechtert habe under zitternd und mit kaltem Schweiß bedeckt in seinem Bett läge, die Augen vor Schreck starr und weit geöffnet.
      Doch Morgrimm wäre nicht Morgrimm, wenn ihn das so leicht davon abgehalten hätte, zu ihm zu gehen.

      »Danke, Rio«, sagte er mit ruhiger Stimme zu seinem Freund. »Es scheint so, als wäre dort nichts, was noch verborgen werden könnte,aber ich sehe da schon noch etwas. Allerdings brauch ich dafür mehr Beweise,damit sich meine Vermutung bestätigt. Erinnerst du dich an unseren Fall in Balphesto? An Cruzar?«
      Vriol starrte Morgrimm mit entsetztem Blick an. »Großer Gott, das ist nicht dein Ernst! Bitte!«
      Doch Morgrimm sah ihm nur mit geradezu stoischer Gewissheit in die Augen.
      »Es würde verdammt viel von dem, was hier geschieht, erklären.«
      »Ja, schon, aber…«, wieder wanderten Vriols Gedanken zurück zu den grauenhaften Erlebnissen auf Balphesto und er erschauderte.
      »Gib den Soldaten von mir Bescheid, ihr esst nur noch auf dem Schiff, und nur noch das, was noch in den Vorratsräumen ist. Wenn was Neues gebraucht wird, angelt selbst. Ich beeil mich den Fall so schnell es geht aufzulösen.«
      »Und Vriol, einzig die Soldaten verlassen noch das Schiff. Von der einfachen Mannschaft geht mir keiner runter. Auch du nicht. Nicht mal auf den Steg.«
      »Ok…«, antwortete der nun überhaupt nicht mehr fröhliche Vriol. »Und wo gehst du jetzt hin?«
      »Ich statte dem Bürgermeister einen Besuch ab, esscheint, als wüsste er noch etwas, das interessant für uns ist.«


      Beim Haus des Bürgermeisters angekommen, stand Luisa vor der Tür und schickte sich an zu gehen.
      »Hallo Luisa, du kommst gerade vom Bürgermeister?«,stellt Morgrimm die rhetorische Frage.
      »Oh, guten Abend, Konteradmiral Eisenfaust. Ja, als ich hörte, dass es meinem Onkel noch schlechter geht, bin ich so schnell es meine Arbeit erlaubte zu ihm.«
      »Er ist ihr Onkel?«, fragte Morgrimm mit einer erhobenen Augenbraue.
      »Ja, meine Mutter war seine Schwester und als sie starb, hat er mich zu sich genommen und aufgezogen. Und nun braucht er mich und ich kann ihm helfen. Wissen Sie, er ist so ein lieber und freundlicher Mensch, aber nun … die anhaltenden Morde setzen ihm so stark zu…« erzählte sie traurig. »Er ist auf der ganzen Insel beliebt, kümmert sich immer um die Belange und Wünsche der Bürger. Stets mit einem Lächeln im Gesicht. Und nun …», eine Träne rann ihr hübsches Gesicht hinab, »Nun scheint es, als würde mit jedem weiteren Tag das Leben aus ihm weichen«. Sie sah zu einem der Fenster im oberen Stockwerk hinauf. »Als ich eben bei ihm war, erkannte er mich gar nicht. Er flüsterte nur ständig etwas von ›Er‹, ›aber wieso?‹ und ›Monster‹.«
      »Er hat den Mörder gesehen, nicht wahr? Er hat ihngesehen und erkannt und …«, sie weinte mittlerweile bitterlich. Sie wusste, dass sich ihr geliebter Onkel nicht mehr davon würde erholen können.
      Morgrimm griff das Mädchen sanft an den Armen, »Geh nach Hause, Luisa.«
      »Geh nach Hause, und bleib dort. Verlass nach Möglichkeit nicht mehr deine Wohnung. Hast du mich verstanden?«, sagte Morgrimm mit ernster Stimme.
      Luisa konnte nicht mehr tun als mit dem Kopf zu nicken.
      Morgrimm ließ sie gehen und Luisa lief schnellen Schrittes in Richtung ihres Hauses.

      Als sie außer Sichtweite war, betrat Morgrimm das Haus. Da Luisa nach oben schaute, als sie von ihrem Onkel sprach, ging Morgrimm stracks auf die Treppe zu. Oben angekommen hörte er bereits das leise Flüstern von Ephemius. So ging er den Flur nach rechts und kam nach wenigen Schritten im Schlafzimmer des Bürgermeisters an. Da stand er nun im Schlafzimmer und blickte auf das kleine Häufchen Elend, das vom Bürgermeister noch übrig geblieben war.
      Morgrimm setzte sich ans Ende des Bettes und berührte Ephemius leicht.
      »Er«, hauchte der Bürgermeister, »wieso?«.
      »Ephemius«, sprach Morgrimm den gebrochenen Mann sanft undvertraut an, »was hast du gesehen, sag es mir.«
      »Monster. Bestie.«, erwiderte Ephemius aus weitaufgerissenen, blutunterlaufenen Augen. Er blickte Morgrimm direkt in die seinen. »Bestie mit rotem Haar. Sack voll Blut. Klauen voll Blut. Schlich durch dunkle Wege. Zurück. Zurück. Zurück in sein Loch. Er. Er! Wieso?«.
      Seine Worte wurden zu einer verzerrten Mischung aus Singsang und Vorwurf. Sich immer wiederholend. Niemals mehr enden wollend.
      Morgrimm stand auf, und Ephemius rollte sich noch enger in seine Decke ein, weiter vor sich hinmurmelnd was er gesehen hatte.

      Auf dem Weg die Treppe hinab begann seine Teleschnecke zu schreien.
      »Scheiße, Morgrimm, komm so schnell du kannst zurück zum Schiff!«




      Geplant/Versucht ist ein wöchentliches Erscheinen – ob es klappt bleibt abzuwarten. Käme dann immer iwann am WE raus.
      Desweiteren sollen es in etwa 8 Kapitel werden. Ob ich diese Anzahl einhalten kann, bleibt aber abzuwarten ^^

      Die Geschichte bekommt hier einen eigenen Post damit One Shots wie die drei vorherigen Geschichten im Startpost bleiben können.

      Dieser Beitrag wurde bereits 10 mal editiert, zuletzt von Shirahoshi ()

    • Komentare und Ankündigung einer ersten längeren Geschichte (zu finden einen Post über diesem)


      Bo 1

      -Bo- schrieb:

      Wie auch immer. Grammatikalisch geht's wieder um die alten Leiden, besonders das Thema Zeitformen fiel wieder auf. Wenn hier dann plötzlich Sturm und Wunden verarzten auf einer Zeitebene liegen, sorgt das kurzzeitig für Verwirrung. Einfach noch mal "Präteritum - Plusquamperfekt" googlen, dann sollte das Ding erledigt sein. Und wenn nicht, wozu gibt es Spoilerboxen und bold?^^
      Die Zeiten, die guten alten Zeiten ... wie ich sie doch hasse :I
      Aber ich habs mir noch mal angeschaut und werde versuchen mehr darauf zu achten. Erfolg aber nicht garantiert xD

      -Bo- schrieb:

      Aber das Ende war herrlich inszeniert und unerwartet, auch wenn die letzte Wendung (kursiv markiert) etwas komisch klingt. Oder falsch? Vielleicht hätte hier "sich das rote Haar aus dem Gesicht pustend/wischend/etc." besser gepasst.
      Nunja, vllt war es wirklich falsch, aber ich wusste in dem Moment nicht, wie ich besser hätte beschreiben können, dass ihm das Haar ins Gesicht fällt.


      qoii

      qoii schrieb:

      auch wenn mir die Ausführungen von Peona mehr wie aus einen Reisekatalog klangen, als die Erzählung Beschreibung einer einer uralten "Eingeborenen". Allerdings muss sie auch für ihre Insel werben und wer weiß, was sie sonst noch für Nebenjobs hat, vielleicht ist die im Touristenministerium der Insel tätig. ;)
      Das ist mir auch erst hinterher aufgefallen, dass es nicht u~nbedingt wie aus dem Mund einer alten Eingeborenen klingt, aber im Flow des Schreibens klang es gut :')

      qoii schrieb:

      aber ich hatte bei ihm noch nie das Gefühl, er würde sich um seine Namaka in dem Sinne sorgen machen, dass er sie Beschützen muss und deswegen nicht abschalten kann.
      Da hast du wohl Recht, etwas OoC :/

      qoii schrieb:

      auch wenn ich Bo zustimme, dass die Geschichte nicht sehr fesselnd ist.
      das stimmt wohl, aber gebracht hat sie mir viel. ich weiß jetzt, das ich so ruhige Dinge nicht so gut schreiben kann. Also ruhig im Sinne von friedlich.

      qoii schrieb:

      Ansonsten hast du hier auf eine Spezialität von Bo und mir zurückgegriffen, mehrere Zeilen lange Kettensätze zu schaffen und damit mir so etwas Auffällt, müssen sie schon seeehr laaaang sein. Mich persönlich stören sie eher weniger, aber einige Leser haben bei solchen Sätzen Probleme, den Überblick zu behalten. Deswegen empfiehlt sich hier das ersetzen eines Kommas, durch einen Punkt.
      Ab und an war mir aufgefallen, das ein paar Sätze etwas länger waren als andere, aber dass sie doch so deutlich länger wurden, ups.

      qoii schrieb:

      Weiterhin kenne ich mich (glücklicherweise) selbst nicht sehr gut mit Wunden aus, aber so wie du die von Nami beschreibst, wunder es mich sehr, dass sie überhaupt noch Aufstehen, geschweige denn laufen kann. Aber auch hier kommt es wohl mehr auf die persönliche Interpretation, als auf die Richtigkeit an.
      Nunja, meinem Denken nach stürzte sie gegen den Stein und zog sich den Riss zu. Der Riss ging durch die Schichten der Haut und zerriss das über dem Muskel liegende Fettgewebe, welches sodann den Blick auf den - unbeschädigten - Muskel freigab. Ich kann es zwar nicht aus eigener Erfahrung sagen, aber ich denke, mit genug Willenskraft, kann man damit noch laufen, eben weil der Muskel nicht beschädigt ist. Und während Nami rannte, riss eben mehr von Haut und Fettgewebe ein, aber kein Muskel.

      qoii schrieb:

      Alles im allen wieder zwei sehr schöne Beiträge, auch wenn mir persönlich der zweite viel besser gefallen hat. Ich bin schon sehr auf deine weiteren Werke gespannt. ^.^
      Dann brauchst du hoffentlich nicht mehr lange warten. Und diesmal dann wohl auch etwas für deinen Geschmack und Vorliebe - mehr als nur ein Kapitel und somit Platz zum interpretieren und Vermutungen anstellen.


      Vexor

      Vexor schrieb:

      Es ist nie leicht etwas selbstgemachtes öffentlich zu stellen, vor allem wenn man noch keinerlei Erfahrung in den Bereich gemacht hat. Auch mir - 151 Kapitel und schon etliche andere Fanfictions später - kribbelt es immer noch unter den Fingern, wenn ich ein Kapitel veröffentliche. Und manchmal wünschte ich mir, ich würde alles einfach wieder löschen. Von daher schon einmal großes Kompliment, dass du dich da dran gewagt hast.
      Bei den drei Stories viel es mir ehrlich gesagt nicht so schwer. Dann schon eher bei der allerersten Geschichte, die ich ja auch wieder löschte. Erinnerst du dich noch dran?

      Vexor schrieb:

      Das zweite Kompliment bekommst du für die Steigerung, die du innerhalb der drei Texte hingelegt hat. War der erste so naja und der zweite ganz nett, so hast du dich bei "Finstre Wälder" in meinen Augen um findest 200% gesteigert.
      Ich bin ja immer noch der Meinung, dass das mit an dem liegt, was man so liest. Wenn man mehr humoristische Bücher liest, kann man leichter humoristisches schreiben, wenn man mehr düsteres liest, gelingt einem dies leichter. Ich mach es daran fest, dass man durch das Lesen ja sein Vokabular vergrößert. Jeweils dann in dem Bereich, zu dem die Bücher gehören. Und da ich, wie nun schon zu Genüge gesagt, Warhammer 40000 aktuell super finde, geht mein Vokabular auch mehr in diese Richtung. Zusammen mit der Art wie die Bücher geschrieben wurden, der Aufbau, die Umgebung, die Charaktere, Psychologische Eigenheiten, bildet sich in einem selbst ein Pool aus Möglichkeiten, welche man dann für eigenen Geschichten nutzen kann. Jedenfalls mache ich es daran fest, das "Finstre Wälder" besser ist als die beiden vorherigen :)

      Vexor schrieb:

      Ich selber habe beispielsweise gerne mal ein Problem einen Schauplatz eine Szene über zwei Wordseiten hinweg aufrecht zu erhalten und würde mich selbst wohl als Veteranen einstufen. Dass dir das bei deinem dritten Text jetzt schon für beinahe 3000 Wörter geklappt hat, ist wirklich erstaunlich!
      Es wird sich zeigen müssen, ob das nur eine Eintagsfliege war oder nicht. ^^

      Vexor schrieb:

      Als kleine Anregung würde ich dir in Zukunft übrigens mal reiten eine Geschichte über mehrere Kapitel hinweg zu konzipieren. Nimm dir mal 2 oder 3 als Anreiz für einen deiner nächsten Texte!
      Wie schon in Skype erwähnt:
      Geplant - entworfen - Prolog steht - ca. 8 Kapitel
      Wenns gut läuft xD


      Bo 2

      -Bo- schrieb:

      Hat mir sehr gut gefallen, da du dir diesmal auch mehr Gedanken gemacht zu haben scheinst, wie du Handlung und Setting homogener vermischen kannst. Denn jede Landschaftsbeschreibung mindert die Spannung. Du hast es aber gut gelöst, indem du den unheimlichen Wald als eben solchen dargestellt und den Handlungsort selbst als Teil der Spannung inszeniert hast.
      Ehrlich gesagt, nein, habe ich nicht :x
      Ich hab einfach wieder geschrieben, wie es sich für mich am besten anhörte/anfühlte. Mein Stil und Narration gefallen dir - aber ich hab kein Plan von deren Aufbau. Also alles, was du bei mir liest, ist spontan und intuitiv geschrieben. Wie schon im Startpost geschrieben: ich kenne die Regeln nicht.
      Daher freut es mich umso mehr, dass du es so gut findest :3

      -Bo- schrieb:

      Auf der Handlungseben hast du deine Ziele definitiv erreicht. Namis Angst, ihre Schmerzen und der ganze Leidensweg waren einwandfrei dargestellt. Besonders ihre schlussendlich entnervte Reaktion auf die Hundebestien wusste zu gefallen und konnte den darauffolgenden Kampf praktisch einleiten.
      Die Umschreibungen der Wunde waren ebenfalls (un)angenehm plastisch und bildhaft, ich konnte mir das schmatzende Fleisch und triefende Blut super vorstellen. Etwas Ekel muss bei solchen Beschreibungen einfach durchsickern, sonst wären es ja keine tiefen, blutigen Wunden. Mich hast du als Leser also abgeholt - und zugleich mein Verlangen nach Gore gestillt. Perfekt.^^
      Ich fand es einfach zu Nami passend, dass sie irgendwann einfach die Nerven verliert und anfängt rumzuschreien :D
      Zudem lockerte es den Moment etwas auf, find ich.
      Ja~~ Blut, auch etwas, dass ich von WH40k "gelernt" habe xD
      Davon kommt auf jeden Fall mehr :x

      -Bo- schrieb:

      Lediglich einige kleine Passagen haben mir missfallen, in denen es etwas zu "umgangssprachlich" bzw. "dahingesagt" wurde. Etwa, wenn "es" Nami "hochkommt". Hier hätte mir ein Satz um das Wort "erbrechen" mehr zugesagt. Oder auch die Wendung "Sie konnte nicht mehr". Ja, jeder weiß, was du meinst. Aber das ist mir persönlich nicht schriftsprachlich genug. Sie konnte nicht mehr was tun? Das hat jetzt nichts mit gehobener Wortwahl zu tun, sondern klingt für mich nicht schön. In solchen Situation kannst du schön umschreiben, was du meinst, wenn du dir einzelne Facetten der Situation raussuchst. Wenn man "nicht mehr kann", ist man atemlos, man wird von Schwindel und Übelkeit befallen, man japst und keucht und hat Seitenstiche, spürt das eigene Herz gegen den Brustkorb hämmern. Solche Sachen eben. Kleinigkeiten, die aber viel hochwertiger und schöner klingen als "konnte nicht mehr" und auch vom Leser direkter nachvollzogen werden können, da spezifische Reize umschrieben und angesprochen werden.
      Stimmt, werds mir merken.

      -Bo- schrieb:

      Ansonsten solltest du etwas aufpassen, Wortwiederholungen zu vermeiden. Mir sind im ganzen Text zwar nur zwei Stellen aufgefallen, aber derartige Fehler lassen sich auch am einfachsten ausmerzen. Nur mal beim nächsten Text drauf achten.
      Aye, Sir!

      -Bo- schrieb:

      Dann habe ich noch eine inhaltliche Frage: Warum holt Nami ihren Klimataktstock nicht früher raus? Ich bin bis zur Szene am Fluss davon ausgegangen, dass sie sich unbewaffnet in den Wald gewagt habe. Hätte sie nicht einfach ein Signal abgeben können? Sei es ein Blitz oder eine Wolke oder schlichtweg eine Milky Road? Oder dann zumindest später die Katze anders abhalten können? Fand ich im Nachhinein etwas befremdlich. Gerade die Frage nach dem Signal stellte sich mir gleich, zumal der Klimataktstock sicher noch bessere Alternativen bereithält.
      Die ehrlichste Antwort wäre wohl, dass ich scharf auf den kampf gegen die drei Bestien war. es war mein Höhepunkt der Geschichte und dabei hab ich wohl einige Möglichkeiten ausgeblendet. Von daher:
      "Signal? Ähm, äh, also ... ahhh, jaaa! Das Blätterwerk war so dicht, da konnte nicht mal einer von Namis Blitzen durch! Und die Wolke vom Thunder Bolt Tempo blieb auch untendrunter stecken! Jaaaa..."

      -Bo- schrieb:

      Alles in allem aber eine verdammt gute Geschichte, in der du nicht nur konstant Spannung halten konntest, sondern auch beim Beschreiben von Kämpfen überzeugt hast. Eine Disziplin, die ich bekanntlich selbst hasse wie die Pest.^^
      Bei den Kämpfen muss ich ja sagen, dass sie mir selbst noch zu undetailiert waren. Jedenfalls noch nicht so, wie ich es gerne hätte. Aber: Übung macht den Meister! :D

      -Bo- schrieb:

      Vexor einer mehrteiligen Geschichte finde ich richtig gut. Vielleicht auch ruhig pro Woche einen Teil rausbringen, um einen Eindruck für deinen eigenen Schreibrhythmus zu bekommen. Mir persönlich fällt es nämlich oft schwerer, wenn ich nach Zeitplan schreibe bzw. wenn ich weiß, dass das Kapitel in diesem Zeitrahmen fertig werden sollte. Ganz so eng hält es hier zwar auch niemand, Pausen oder Verspätungen sind normal, aber es ist sicher eine gute Übung.
      Wie bei dem Kommi von Vexor schon erwähnt. Ist in Planung, bzw. beginnt. xD
      Wie es mit meiner regelmäßigkeit wird sei aber erstmal dahingestellt. Bisher war es immer so, das ich eine Geschichte begonnen und solange dran geschrieben habe, bis sie fertig war - an einem Tag. Hier ist es ja meist ein wöchentlicher Rhythmus - ob ich den halten kann weiß ich nicht.

      -Bo- schrieb:

      Stilistisch und narrativ bist du nämlich schon auf einem sehr guten Niveau. Ich lese deine Geschichten wirklich gern.

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    • So, heute mach ichs mir einfach. Zu den anderen beiden Kurzgeschichten ist genug gesagt, da verlier ich lieber noch nen Zehnzeiler über die geplante FF mit dem verheißungsvollen Titel "Grauen bei Nacht".

      Also erst einmal bin ich sehr froh, dass ein Krimi an den Start geht. Habe neulich mal Icedragoons Mörderspiel gelesen und war hellauf begeistert. Ich hätts auch in den Thread geschrieben, leider ist der seit Jahren tot und die Wahrscheinlichkeit, dass der Mann sich an eine Geschichte noch mal ransetzt in etwa so hoch, wie die für einen sinnvollen Kommentar angesichts dieses Prologs.
      Jedenfalls sollte durchgeklungen sein: Kehr die Krimielemente nicht zu sehr unter den Tisch zu Gunsten des Horrors. Denn so wie der Prolog klingt, ist der Mörder nicht gerade ein Durchschnittsbürger mit Hang zur unfreiwilligen Organentnahme am lebenden Objekt, sondern eher ein richtiges Monster. Sei es von Natur aus oder durch eine Teufelsfrucht. Du läufst damit prinzipiell Gefahr, dass die Spannung, die nun mal Markenzeichen eines guten Krimis ist, abhanden kommt, weil der Täter einfach übermächtig ist und sich somit nicht auf dieselben logischen Schlüsse und Gedankengänge verlassen muss wie die Gegenpartei. Und es wäre wirklich äußerst schade, wenn die sich einen erstklassigen Plan erdenken und dann trotzdem alle sterben, weil der Täter sie schlicht overpowert.
      Da das aber auch erzählerisch unfassbar unbefriedigend und, naja, dumm wäre, gehe ich davon aus, dass Morgrimm Eisenfaust ebenfalls kein wehrloser Hein Mück ist, sondern dem Mörder im Ernstfall Paroli bieten kann und wird.

      Also: Ich freu mich riesig auf die Geschichte, habe aber nach Mörderspiel, das ich dir als Inspirationsquelle/Referenzmaterial/whatever ans Herz legen möchte, auch gewisse Erwartungen. Horror ist gut, aber sobald darunter die oben erwähnten Gedankenspielchen und Taktierereien zu stark leiden, gibts Abzüge in der Kriminote.

      PS: Lad bald ein Kapitel hoch, ich will anfangen! Und dieser Prolog kann ja nun wirklich nicht zu lange gedauert haben xD
    • Da du jetzt auch noch planst bzw. schon dabei bist eine FF über mehrere Kapitel zu starten, ist es allerhöchste Zeit, sich mal zu melden.

      Zuerst noch zu den Kurzgeschichten. Aller Anfang ist schwer, doch du hast dich schnell gesteigert, sowohl was Inhalt, als auch Sprache angeht. Dein erster Versuch hat mir schon gut gefallen. Du hast es gut geschafft, Lysops Emotionen zu transportieren, etwas was ich immer besonders bemerkenswert finde, denn es ist sowieso schon nicht so einfach (zumindestens für mich) und dann noch mit einer fremden Figur.
      Was die zweite Geschichte angeht, so war sie im Vergleich etwas zäher zu lesen, aber wie du schon selbst bemerkt hast, war es gut zum Lernen. Solche Szenen sind nicht einfach, denn der durchschnittliche Leser will etwas Spannendes lesen. Dadurch wird ein weitaus höheres Maß an schriftstellerischem Können benötigt, um einen Leser bei der Stange zu halten. Ich hatte dabei jetzt auch nicht das Problem, zwischendrin das Interesse zu verlieren, also war doch alles in Ordnung. Inhaltlich war es hier zwar eher schwach (siehe auch andere Kommentare), aber letztlich will man als Schreiber ja auch eigene Charaktere haben. Da sollte so etwas dann einfacher sein, da man sich selbst deren Gestaltung überlegt.
      Dann hast du mit deiner letzten Geschichte noch einen ordentlichen Satz hingelegt. Nicht nur in der Länge, auch in Bezugf auf Sprache und Inhalt. Hier konnte man super mitfiebern u8nd es kam auch eine angemessene Atmosphäre auf. Ich finde es gar nicht einfach, in Schriftform eine Horroratmosphäre zu erzeugen, aber bei dir entstand schon ein Gefühl des Unbehagens im Hinblick auf den Wald. Nami ist dir als Protagonistin auch ganz gut gelungen. Gute Wahl, da sie weder zu schwach noch zu stark für den Wald ist. Was die Kampfszene angeht, so fand ich die gut geschrieben. Es war nachvollziehbar, was geschah und es war auch relativ gehetzt geschrieben, so wie ich mir das von einer solchen Kampfszene erwarte. Es gibt da mit Sicherheit noch Luft nach oben (nicht das ich ein Freund von Vergleichen bin, aber Bos aktuellste Kämpfe sind fantastisch geschrieben), aber für dich als Anfängerin war das schon stark.

      Nun zu deinem Horrorkrimi (gibt es ein solches Genre überhaupt?). Eine interessante Idee, auch wenn ich mich Moxie anschließe und hoffe, dass es mehr in Richtung Krimi geht. Mit dem Prolog kann man noch nicht viel anfangen, aber immerhin ist man informiert, was den Fall angeht. Da die Marine einen Konteradmiral geschickt hat, sollte es stärketechnisch machbar sein. Immerhin ist ein Mörder, der nur auf seine Stärke baut, kein Krimineller, der Wert auf Nichtentdeckung legt. Insofern hoffe ich auch auf kriminalistische Arbeit. Sowas finde ich immer kompliziert sich zu überlegen und vernünftig umzusetzen. Ich bin sehr gespannt, wie du das angehen wirst.
      Es ist mit Sicherheit nicht verkehrt, in einem etwas größeren Rhythmus zu veröffentlich (also wöchentlich), aber bei dem Prolog kannst du ruhig auch schon früher dein erstes Kapitel veröffentlichen xD
      "The chains of fear are easily broken with the blade of courage."
      Meine FF: Erlebnisse eines Meisterdiebes (abgeschlossen)
      Chainbreaker (pausiert)
    • Hallo,
      obwohl ich eigentlich eine eigene FF habe die geschrieben werden will, melde ich mich mal hier, denn da geht es gerade eh nicht vorwärts, da kann ich auch gleich mal wieder als Kommentator tätig werden.
      Tatsächlich verfolge ich das ganze hier schon länger und habe jede deiner Geschichten mal mit größerem und mal mit geringerem Interesse gelesen. Dass ich hier noch nichts kommentiert habe liegt einfach daran, dass ich kein Freund von Kurzgeschichten bin und auch nie wirklich das Gefühl hatte einen produktiven Kommentar hinterlassen zu können.
      Soviel dazu.

      Jetzt zur Geschichte selbst.
      Der Prolog ist sehr kurz (meine Beobachtungsgabe ist heute legendär), gibt aber trotzdem genug her, um nichts unnötig zu sein. Für mich klingt das Ganze ein wenig wie eine X-Files Episode. Mysteriöse Morde und morgen kommen Konteradmiral Moulder und Scully und fangen an zu diskutieren, ob es sich nun um einen Alien oder einen Verrückten handelt, aber ich schweife ab.
      Spontan würde ich tippen, dass die Geschichte aus der Sicht eines der Charaktere erzählt wird, die du bereits namentlich nennst, wenn du nicht von Perspektive zu Perspektive springst oder sowas. Der Konteradmiral würde sich da für mich mehr anbieten, als ein Mann namens Ephemius, was wohl lateinisch für "Achtzigjähirger mit Krückstock" ist, aber auch der Pathologe könnte eine interessante Sichtweise bieten.

      Zum Monster kann ich bisher nur sagen, dass es sehr wenig zu sagen gibt. Es könnte alles zwischen einem großen Wolf und einem mutierten Rattenmenschen mit Minderheitskomplexen sein. Das du die Organe namentlich erwähnst könnte ein Hinweis sein, andererseits soll sowas vorkommen, wenn einem der Brustkorb aufgerissen wird. Das die Kehlen durchtrennt wurden deutet aber auf einen Menschen hin. Ob er dies nun vor oder nach den Organspielchen tut... dazu äußere ich mich nicht.

      Ich könnte jetzt vermutlich noch ein, zwei Zeilen weiterspekulieren, aber das würde nirgendwo hinführen. Insofern hoffe ich auf ein weiteres Kapitel, dann siehst du mich wohl auch nochmal wieder.
      Grüße,
      DasReising.

      PS: Jetzt mal im Ernst: Wird das hier eine One Piece Adaption von X-Files? Ein hochrangiges Marinemitglied, welches vermutlich ebenso fähig, wie respektiert ist, wird als Agent (Moulder) ausgesandt und hat rein zufällig einen Pathologen (Scully) im Gepäck, um einen rätselhaften Zwischenfall zu untersuchen, bei dem die örtlichen Sicherheitskräfte nicht mehr weiterkommen? Man kann nicht abstreiten, dass es da gewisse Ähnlichkeiten gibt.
      The harmonicas play the skeleton keys and the rain
      and these visions of Johanna
      are now all that remain
    • Nach drei guten, bis sehr guten Kurzgeschichten folgt nun dein erster Mehrteiler, ich bin schon sehr gespannt darauf.:)

      Die Idee des Prologes als einfacher Einsatzbefehl/Infoschreiben der Marine gefällt mit schon sehr sehr gut, eine Interessante und ungewöhnliche Idee. Dadurch bekommen wir aber auch sofort alle relevanten Informationen, um direkt in die Geschichte einsteigen zu können. Denn es werden alle relevanten Personen vorgestellt und ein kleiner Überblick zu den Geschehnissen gegeben.

      Auf der Insel Alegria sind schon mehre Menschen durch irgendetwas, auf brutale weise zu Tode gekommen. Dabei ist es nicht klar, was diese Gestalt ist, ein Mensch, ein Tier, ein TF-Nutzer, ein TF-Nutzer der die Kontrolle über seine TK verloren hat oder etwas ganz anders. Bisher ist alles noch sehr mysteriös und es bleibt Abzuwarten, wie gut sich ein Konteradmiral Morgrimm Eisenfaust als Ermittler mach. Es sei den es wird hier er eineQuincy Version und Vriol Mastersson ist das eigentliche Ermittlungsgenie. :D

      Ich bin schon sehr gespannt darauf, in wieweit ich den Beiden Konkurrenz machen kann. ^.^
      Klingt wirklich nach einem FF nach meinen Vorlieben. :)
      :thumbsup: Nicht nur in One Piece die reine Wahrheit: :thumbsup:
      Pirates are evil?!!... ...The Marines are Justice?!!
      These labels have been passed around Heaven knows how many times...!!!
      Kids who have never known peace... ...and kids who have never known war... ...Their values are too different!!!
      Whoever stands at the top can define right and wrong as they see fit!!!
      Right now, we stand in neutral territory!!!
      "Justice will prevail"?!... ...Well, sure it will!
      Whoever prevails... ...is Justice!!!! (Doflamingo)

      So kann man es aber auch sehen
      "THERE IS NO JUSTICE, THERE IS ONLY ME!"
      Death, Discworld, Terry Pratchett

    • DasReising schrieb:

      PS: Jetzt mal im Ernst: Wird das hier eine One Piece Adaption von X-Files? Ein hochrangiges Marinemitglied, welches vermutlich ebenso fähig, wie respektiert ist, wird als Agent (Moulder) ausgesandt und hat rein zufällig einen Pathologen (Scully) im Gepäck, um einen rätselhaften Zwischenfall zu untersuchen, bei dem die örtlichen Sicherheitskräfte nicht mehr weiterkommen? Man kann nicht abstreiten, dass es da gewisse Ähnlichkeiten gibt.
      Willkommen im Genre des Detektivromans bzw. der Detektivnovelle,


      Begründer und Urgroßvater Edgar Allan Poe, der mit The Murders in the Rue Morgue eben jenes Genre schuf, welches wir als Detektiverzählung erkennen und welches sich im Lauf der Jahre in seine Feinheiten (Thriller, etc.) weiter ausdifferenziert hat, hat genau dieses Stilmittel begründet. Dupin seines Zeichens Hobbydetektiv löst den Fall, an dem sich die Pariser Polizei die Zähne ausbeißt, quasi im Handumdrehen. Poe begründet damit nicht nur ein ganzes Genre, sondern dient wohl auch als Vorbild für den bekannten Ermittler schlechthin: Doyles Sherlock Holmes, der ja ebenfalls mit Watson im Gepäck auftritt. Die Funktion des Side-kick ist in literaturtheoretischen Kreisen sogar ein konstituierendes Merkmal einer Detektiverzählung. Poe gilt im Übrigen nicht als Begründer der Detektiverzählung, sondern auch noch als Erfinder der eigentlichen short story oder zu deutsch Kurzgeschichte, sowie als Koryphäe der schwarzen Romantik bzw. Horrorszene...alles in allem wohl die perfekte Grundlage für cinnamons Geschichte, auch wenn ihr der literaturtheoretisch/geschichtliche Exkurs bestimmt nicht bewusst war.

      Nach diesen Ausführungen eines nerdigen Germanistikstudenten, noch kurz zu deinem Prolog:

      Viel lässt sich dazu ja eigentlich auch nicht sagen. Der Einsatzbericht war eine interessante Wahl, aber ich hätte mir doch wenigstens einen Absatz Erzählung gewünscht. Meinetwegen die Gedanken Morgrimms oder Vriols, die den Einsatzbericht erhalten oder eines Polizisten vor Ort, etc. Dadurch wirkt der Prolog schon stark statisch und klinisch.
      Ansonsten bin ich gespannt. Wie in Skype besprochen, denke ich, dass die angedachte Dauer sicherlich sehr gut passt!

      Weiter so :)
    • Kommentare und Kapitel 1 - Trügerische Schönheit



      Moxie

      Moxie schrieb:

      Also: Ich freu mich riesig auf die Geschichte, habe aber nach Mörderspiel, das ich dir als Inspirationsquelle/Referenzmaterial/whatever ans Herz legen möchte, auch gewisse Erwartungen. Horror ist gut, aber sobald darunter die oben erwähnten Gedankenspielchen und Taktierereien zu stark leiden, gibts Abzüge in der Kriminote.
      Referenzen werde ich mir erstmal keine weiteren ansehen um meine eigenen Vorstellungen nicht zu sehr zu verwaschen. Wenn dann denk ich zurück an die Detektivkrimis, die man aus dem Fernsehen kennt (genauere Angaben abgelehnt)

      Moxie schrieb:

      PS: Lad bald ein Kapitel hoch, ich will anfangen! Und dieser Prolog kann ja nun wirklich nicht zu lange gedauert haben xD
      Hiermit getan :D


      Eldrail

      Eldrail schrieb:

      Sowas finde ich immer kompliziert sich zu überlegen und vernünftig umzusetzen. Ich bin sehr gespannt, wie du das angehen wirst.
      Ich bin auch noch nicht ganz sicher, ob ich es auch gut umsetzen kann. Wird sich zeigen. Aber von die anderen FFlern heißt es ja, dass man während des Schreibens dazu lernt und sich entwickelt. Hoffen wir einfach das beste ^^


      DasReising

      DasReising schrieb:

      Der Prolog ist sehr kurz (meine Beobachtungsgabe ist heute legendär), gibt aber trotzdem genug her, um nichts unnötig zu sein.
      Nötig ist er unbedingt, habe ich doch im ersten Kapitel Bezug darauf genommen :)


      qoii

      qoii schrieb:

      Die Idee des Prologes als einfacher Einsatzbefehl/Infoschreiben der Marine gefällt mit schon sehr sehr gut, eine Interessante und ungewöhnliche Idee. Dadurch bekommen wir aber auch sofort alle relevanten Informationen, um direkt in die Geschichte einsteigen zu können. Denn es werden alle relevanten Personen vorgestellt und ein kleiner Überblick zu den Geschehnissen gegeben.
      Aka wie macht man es sich einfach und vermittelt viel Info in kurzem Text xD
      War es nun Faulheit oder brilliante Eingebung, tja ja :')

      qoii schrieb:

      Ich bin schon sehr gespannt darauf, in wieweit ich den Beiden Konkurrenz machen kann.
      Klingt wirklich nach einem FF nach meinen Vorlieben.
      Wir werden sehen :')
      Da du aber doch schon sehr geschickt darin bist, hoffe ich, dir überhaupt ein paar gute Spuren legen zu können ^^


      Vexor

      Vexor schrieb:

      Willkommen im Genre des Detektivromans bzw. der Detektivnovelle,


      Begründer und Urgroßvater Edgar Allan Poe, der mit The Murders in the Rue Morgue eben jenes Genre schuf, welches wir als Detektiverzählung erkennen und welches sich im Lauf der Jahre in seine Feinheiten (Thriller, etc.) weiter ausdifferenziert hat, hat genau dieses Stilmittel begründet. Dupin seines Zeichens Hobbydetektiv löst den Fall, an dem sich die Pariser Polizei die Zähne ausbeißt, quasi im Handumdrehen. Poe begründet damit nicht nur ein ganzes Genre, sondern dient wohl auch als Vorbild für den bekannten Ermittler schlechthin: Doyles Sherlock Holmes, der ja ebenfalls mit Watson im Gepäck auftritt. Die Funktion des Side-kick ist in literaturtheoretischen Kreisen sogar ein konstituierendes Merkmal einer Detektiverzählung. Poe gilt im Übrigen nicht als Begründer der Detektiverzählung, sondern auch noch als Erfinder der eigentlichen short story oder zu deutsch Kurzgeschichte, sowie als Koryphäe der schwarzen Romantik bzw. Horrorszene...alles in allem wohl die perfekte Grundlage für cinnamons Geschichte, auch wenn ihr der literaturtheoretisch/geschichtliche Exkurs bestimmt nicht bewusst war.
      Das wusste ich tatsächlicht nicht, vielen Dank für die Aufklärung :D

      Vexor schrieb:

      Viel lässt sich dazu ja eigentlich auch nicht sagen. Der Einsatzbericht war eine interessante Wahl, aber ich hätte mir doch wenigstens einen Absatz Erzählung gewünscht. Meinetwegen die Gedanken Morgrimms oder Vriols, die den Einsatzbericht erhalten oder eines Polizisten vor Ort, etc. Dadurch wirkt der Prolog schon stark statisch und klinisch.
      Jaaa, es sollte eben tatsächlich nur der Bericht sein. Daher war ich mir zu Anfang auch unschlüssig, ob das nun tatsächlich reicht. Aber mit dem ersten Kapitel hängt der Prolog schon nicht mehr ganz so trocken da rum.


      Ich hoffe mal, dass auf das erste Kapitel genauso ein Andrang herrschen wird, wie auf den Prolog. Viel Vergnügen beim Lesen und Kennenlernen der Protagonisten :)
    • Kapitel 1 - Trügerische Schönheit

      So das erste richtige Kapitel deiner Mini-FF und ich darf als erster kommentieren! Juhu! :D

      Endlich lernen wir also Morgrimm und Vriol kennen und auch einen ersten Einblick in deinen Schreibstil für einen längere, zusammenhängende FF und was soll ich sagen?
      Das kann sich doch alles sehr gut sehen lassen! Die Steigerungen sind wirklich immens und du hast bewiesen, dass du kein düsteres Setting wie in "Finstre Wälder" brauchst, um einen soliden, wenn nicht sogar guten Text auf die Beine zu stellen. Narrativ war alles bestens. Die Beschreibungen waren gut gesetzt, wirkten nicht zu statisch und waren gut in die Handlung eingeflochten. Ein paar schöne Bilder waren auch dabei und für Ort der Handlung war da wohl auch nicht mehr viel möglich.
      Ein paar Fehler sind zwar noch drinnen, aber hauptsächlich Flüchtigkeitsfehler. Das Einzige, was häufiger vorkam, war ein fehlendes Komma vor um. Das ist leider nicht obligatorisch, da es sich bei dir immer um einen Finalsatz gehandelt hat. Den kann man mit wozu? / mit welchem Zweck? / mit welcher Absicht? erfragen. Vielleicht hilft dir das ja in Zukunft weiter :)

      Ansonsten gestalten sich unsere beiden Gesellen soweit ganz sympathisch, auch wenn sie mir Dingsamt noch ein wenig blass bleiben. Grimmi ist Ordnungsfanatiker und wirkt etwas kühl und distanziert, Vriol hingegen menschlicher. Äußerlich auf jeden Fall alles andere als ein Klischeepathologe. Die stellt man sich ja eher blass und verschroben vor :D
      Des Weiteren kommen sie auf Alegria an und lernen den völlig verzweifelten Bürgermeister kennen. Mal schauen, ob die beiden hier ihren Mörder auf die Spur kommen und wie die streckenweise dröge Ermittlungsarbeit beschreiben wirst.

      Ein klassisches Charaktereinführungskapitel, welches kaum Negatives aufweisen konnte. Ich hätte mir vielleicht noch einen Funken mehr Charakterisierung gewünscht, aber das ist Geschmacksache. Du bist auf einen guten Weg und kannst stolz auf dich sein!
    • Dann melde ich mich etwas verspätet auch mal zu Wort. Den Prolog habe ich aus gutem Grund übersprungen, da ich abseits der bereits benannten Motive um Poe und Doyle nichts hinzuzufügen gewusst hätte. Eine allgemeine Einschätzung des ersten Kapitels geht da schon leichter von der Hand.^^

      Das Gespann Grimm und Rio ist eine interessante Konstellation, die ich mir persönlich so in etwa vorgestellt hatte - lediglich Vriol hätte ich mir weniger als Paradiesvogel ersonnen, sondern in ihm eher den sarkastisch-zynischen Mediziner gesehen. Wahrscheinlich auch, weil der Vergleich zu Skully so naheliegend war.
      Morgrimm hingegen trifft meine Erwartung fast vollkommen. Kühl, ruhig, distanziert und fokussiert. Mir gefällt seine Attitüde, die der ewigen Piratenjagd überdrüssig ist. Er will einen Unterschied machen, und einen grausamen Serienmörder aufzuspüren erscheint seinen Fähigkeiten eher entsprechend. Das macht Laune, zumal er sich selbst wohl gut einzuschätzen weiß. Seine analytische, reservierte Art würde sich wohl wirklich schlecht unter hitzköpfigen Frontkämpfern der Offiziersriege machen. Umso schöner, dass wir ihn nun in seinem Element kennenlernen.

      Rio als aufgeschlossenerer Gegenpol erinnert dann doch wieder ein Stückwert an Holmes und Watson. Holmes, das eigenbrötlerische Genie, und Watson, der ehemalige Armee-Arzt mit sozialen Bindungen und Frau etc.
      Beide sollten zwar mehr sein als zusammengepappte Schablonen, aber bisher machen sie einen ordentlichen Eindruck. Ich finde auch nicht, dass du sie in diesem Kapitel schon etwas mehr hättest charakterisieren sollen. Das war das erste Kapitel und zu viel Innenleben hätte die Szenen auch übersättigen können. Wir haben während ihrer Arbeit sicher noch genügend Gelegenheit, die Persönlichkeiten der beiden Männer zu ergründen. Morgrimm geht in seiner Arbeit wahrscheinlich derart auf, dass er sich in dieser etwas öffnet und bei Vriol dürfte sich anbieten, seine Person während der Autopsien zu beleuchten. Aber so oder so, egal wie du es machst, für dieses eine Kapitel habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Die Beschreibungen waren plastisch und nicht zu überzogen, man konnte sich alles gut vorstellen, und du kommst gleich zur Sache. Die Ankunft auf der Insel am Ende des Kapitels kam schneller als von mir erwartet, hat mich aber positiv überrascht. Schließlich geht es hier (erstmal) nur um den Killer und die Ordnungshüter, die ihn fassen sollen. Etwaige andere Handlungsstränge, sei es die Insel oder das Privat- und Gefühlsleben deiner beiden Helden betreffend, können da von mir aus gern erstmal hintangestellt werden. :)

      Etwas Kritik muss zum Ende aber auch sein: Kommas. Witzigerweise vergisst du gerade die Kommas, die am einfachsten zu setzen sind. Vexor hat dir bereits ein Beispiel genannt.
      "Ich bin hier, um dich zu warnen." Das -um- ist hier eine Konjunktion und leitet (unter anderem) einen finalen Infinitiv oder Infinitivsatz ein. In der Regel hat dieses -um- ein Verb zur Folge.

      "Sie ging in seine Wohnung, um ihn zu verlassen"
      "Um den Fluch zu brechen, musste er den Leichnam verbrennen."

      Anders verhält es sich hier:
      "Die Raubkatze kreiste um ihren Körper." Hier beschreibt das um eine Form der Bewegung, ist eine Präposition. Kein Komma nötig, ebenso wenig wie in Redewendungen wie:
      "Der Toaster hat um die 100€ gekostet." Das -um- tritt hier als Adverb auf.

      Am besten merkst du dir, dass zu jeder Kombination von um + Verb (um zu...) meist auch ein Komma gehört.


      Ähnlich einfach sind die anderen Kommas zu beheben, die allesamt einen Nebensatz einleiten:



      cinnamon schrieb:

      [...]mit dunkelroten langen Haaren die in einem Zopf zusammen gebunden waren,[...]
      Hier fehlt ein Komma, nämlich da:


      cinnamon schrieb:

      [...]mit dunkelroten langen Haaren, die in einem Zopf zusammen gebunden waren,[...]
      Du öffnest einen Nebensatz, um das Haar näher zu beschreiben. Mal vergisst du das Komma bei derartigen Situationen, mal packst du es rein. Ich wollte es daher nur der Vollständigkeit halber erwähnen. Einfach mal im Zweifelsfall den Satz laut an sich selbst lesen. Wir machen eigentlich automatisch eine Pause, wenn ein Nebensatz geöffnet wird, der einen vorangegangenen Umstand näher beschreibt.
      "Das Kind -,- welches im Schlamm spielte."
      "Der Hund -,- der sich in seine Hütte zurückzog."
      "Die Takelage -,- die das gesamte Schiff wie Tentakeln umschlungen hielt -,- stank nach einer Mischung aus Meersalz und Schweiß."



      Aber wie gesagt, du setzt das Komma ja in der Regel. :)
      Und egal wie lang der Satz ist und wie viele Kommas er schon beinhaltet, in diesem Fall muss es eben noch ein weiteres sein. Das ist dann halt so, egal wie sehr es am Ende nach Morsecode klingt.^^

      Generell kann ich dir aber auch nur ein positives Fazit geben. Dein Stil hat sich wirklich gesteigert, die gröbsten Fehler in der Grammatik sind raus und etwaige Rechtschreibfehler fielen zumindest mir nicht so sehr auf, um mich jetzt noch an sie zu erinnern. Auch deine Geschichte sagt mir zu, wobei das nun nicht schwer sein dürfte. Crime fasziniert die Menschheit schließlich seit...nun, seit es Kriminelle gibt. xD
      Mach weiter so! :)